Wahre Verbrechen I Niemand überlebte I True Crime Dokumentation T – Part 2
Das gibt ihnen ein Gefühl von Macht und Aufregung. Auch wenn nicht alle Schläger später zu serienmördern werden, war das Einschüchtern seiner jungen Nachbarn für Alice sicherlich ein früher Weg, seiner Aggressionen auszuleben. Wenig ist über Walter Alice Heim und Schulleben dokumentiert. Wir wissen, dass er im Alter von 14 Jahren wegen versuchten Mordes und Raubes angeklagt wurde, aber er wurde nie verurteilt.
Aufgrund seines Alters wurden seine Akten versiegelt, so dass keine weiteren Details verfügbar sind. Möglicherweise hat dieses Zusammentreffen mit der Polizei bei Alice eine Veränderung ausgelöst. Zu dieser Zeit fiel den Nachbarn auf, dass aus dem einstigen Schläger ein ruhiger und umgänglicher junger Mann geworden war.
Für sie wirkte es, als habe er seine aggressive Vergangenheit hinter sich gelassen. Für die meisten Menschen, die Alice kannten, blieb er Zeitlebens einfach ein durchschnittlicher, unauffälliger Typ. Nach außen wirkte das jedenfalls so. Doch in Wahrheit war Alice bloß geschickter darin geworden, seine Wut zu verbergen und seine Spuren zu verwischen.
Seine kriminellen Taten begleiteten ihn bis ins Erwachsenenalter. Im Jahr 1978, nur wenige Monate, nachdem er 18 geworden war, wurde Alice wegen Einbruchs verurteilt. Ein Stelle einer Haftstrafe erhielt er Bewährung. Doch diese Warnung schreckte ihn kaum ab. Zwei Jahre später 1980 wurden Alice und seine drei Mittäter verdächtigt, einen Mann beraubt und geschlagen zu haben.
Doch es gab keine handfesten Beweise und das Opfer konnte seine Angreifer nicht zweifelsfrei erkennen. Die Anklage wurde fallen gelassen. Ein Jahr später wurde der 21-jährige Alice wegen Herstellung und Vertrieb von Drogen verurteilt. Er erhielt eine weitere Bewährungsstrafe. Obwohl er mit rechtlichen Verfahren zu kämpfen hatte, schien Alice weiterhin entschlossen zu sein, am Rande der Legalität zu leben.
Weniger als sechs Monate später wurde er wegen des Besitzes von Drogen mit der Absicht, diese zu verkaufen, verhaftet. Diesmal hatte er nicht so viel Glück. Er wurde zu 3 Jahren Haft verurteilt. Im Februar 1985 wurde Alice aus dem Gefängnis entlassen und kehrte in den Norden von Milwaukee zurück. Zunächst schien alles gut zu laufen.
Er begann eine Beziehung mit einer Frau und es sah so aus, als würde sich sein Leben zum Besseren wenden. Aber dann soll er seine Freundin mit einem anderen Mann erwischt und sie daraufhin brutal zusammengeschlagen haben. Anschließend bedrohte er sie mit einer Waffe und zwang sie, sich für den Abend zu prostituieren.
Er beobachtete alles und steckte das Geld ein, während er sie dazu zwang, in dieser Nacht mit sieben verschiedenen Männern zu schlafen. Sein aufbrausendes Temperament war wieder zum Vorschein gekommen. Er war gewalttätiger den je. Infolgedessen mußte sich Alice vor Gericht verantworten, doch dann wurden die Anklagen gegen ihn erneut fallen gelassen.
Ein verstörendes Muster begann sich abzuzeichnen. Bis jetzt war Alice Bestrafungen für seine Verbrechen größtenteils entgangen. Möglicherweise fühlte sich der junge Mann mit jedem Mal, mit dem er den Konsequenzen seiner Taten entkam, noch unbesiegbarer. Er fühlte sich unangreifbar, ganz gleich, was er tat. Und diese Theorie sollte er bald auf die Probe stellen.
In der Nacht des 10. Oktober 1986 traf der 26-jährige Alice auf die 31-jährige Sexarbeiterin Debra Harris. Der Abend verlief zunächst ohne Zwischenfälle. Erst tranken sie gemeinsam, konsumierten Drogen und hatten schließlich Sex. Doch im Laufe des Abends verlor er plötzlich die Beherrschung. Sein aufbrausendes Temperament brach erneut durch.
Er legte seine Hände um Debros Hals und erwirkte sie. Nachdem sie tot war, warf er ihren Körper in den Menom River, wo man ihn bald fand. Obwohl wir nicht genau wissen, was in ihm diesen Ausbruch auslöste, stillte der Mord vermutlich Alice Bedürfnis nach Kontrolle. Laut dem Soziologen und Kriminologieprofessor Scott AON würde jemand wie Alice das Erwirgen als ermächtigend empfinden, weil er entscheiden konnte, wann, wie und unter welchen Umständen sein Opfer starb.
Genau wie bei seinem Schlägerverhalten konnte Alice eine körperlich schwächere Person dominieren und kontrollieren. Dieser Rausch ließ in ihm die Lust am Töten wachsen. Während die Polizei Debra Harris Leiche aus dem Fluss zog, suchte Alice bereits nach seinem nächsten Opfer. Während er durch die Straßen im Norden der Stadt ging, begegnete er dennjährigen Tania Miller.
Wie Debor war auch Tanja Sexarbeiterin und das ahnungslose Mädchen ging wahrscheinlich ohne Bedenken mit Alice mit. Unglücklicherweise sollte Tanjas Nacht genauso enden wie die von Debra und das weniger als 24 Stunden später. Nachdem sie miteinander geschlafen hatten, gab Walter seinem wahren Verlangen nach.
In seinem Auto erwirkte er Tanger Miller. Es war sein zweiter Mord innerhalb von nur zwei Tagen. Und die Mordserie hatte gerade erst begonnen. Statt Tanja Miller in den Fluss zu werfen, legte er die Leiche hinter einem verlassenen Haus ab. Als die Polizei Tanjas Leiche entdeckte, konnte sie die Parallelen zu Debras Mord nicht übersehen.
Von beiden Opfern wurde DNA gesichert, doch die damalige Technik steckte noch in den Kinderschuhen und lieferte keinerlei Hinweise. Erschwert wurde die Suche nach einem Verdächtigen zudem dadurch, dass die Mordserie abrupt endete, sobald die Polizei mit ihren Ermittlungen begann. Es ist unklar, warum Alice nach diesen beiden ersten Morden aufhörte, aber möglicherweise hingem Nebenjob, dem Diebstahl zusammen.
Im Mai 1987 wurde er wegen schweren Diebstahls zu 9 Monaten Haft verurteilt. Gutes Verhalten im Gefängnis brachte ihm eine vorzeitige Entlassung ein. Doch dieses gute Verhalten, das ihm die Freiheit verschaffte, hielt nicht lange an. Innerhalb eines Monats, nach seiner Entlassung wurde Alice erneut wegen einer Straftat festgenommen.
Weil er damit gegen seine Bewährungsauflagen verstieß, stufte der Richter ihn als Gefahr für die Gesellschaft ein und verhängte eine fünfjährige Haftstrafe. Nach seiner Entlassung im Jahr 1992 wurde der 32-jährige Alice in ein Übergangsheim eingewiesen. eine Einrichtung, die ehemaligen Häftlingen den Wiedereinstieg in die Gesellschaft erleichtern sollte.
Hier freundete er sich mit Carl Porter an, einem Bewohner und ehemaligen Häftling, der sich zu Tagesausflügen aus dem Übergangsheim überreden ließ. Um einen Ausweis zum Verlassen des Heims zu erhalten, mußten die Bewohner normalerweise ihren Namen in eine Liste eintragen. So behielt die örtliche Polizei den Überblick darüber, wer kam und ging.
Aber Karl, der Zugang zur Liste hatte, entfernte nach eigenem Ermessen Namen, sodass Bewohner unbemerkt das Haus verlassen konnten gegen Bezahlung. Alice wusste die Situation geschickt für sich zu nutzen und verbrachte jede mögliche Gelegenheit im Freien. Bei einem dieser Ausflüge begegnete er der 25-jährigen Irene Smith.
In einer kalten Novembernacht sprach Alice Irene, eine Sexarbeiterin an. Doch was dann geschah, hatte nichts mit Einvernehmlichkeit zu tun. Alice überwältigte die junge Frau. Er legte seine Hände um ihren Hals und unterdrückte ihre Schreie. Er drückte zu, bis sie sich nicht mehr wehren konnte.
Irgendwann während des Kampfes gelang es ihm auch, ihr in den Hals zu stechen. Nach einigen Minuten zeigte sie keinerlei Lebenszeichen mehr. Am nächsten Tag wurde Irines Leiche in einer Gasse in einen Mülleimer gestopft aufgefunden. Die Polizei nahm die Ermittlungen auf, konnte jedoch keine direkten Verbindungen zwischen diesem Mord und denen an Debra Harris und Tanja Miller aus dem Jahr 1986 feststellen.
Trotz Ähnlichkeiten in den drei Fällen war so viel Zeit zwischen den Angriffen vergangen, dass die Möglichkeit, dass es sich um einen Serienmörder handelte, scheinbar in Vergessenheit geraten war. Ermittler sammelten an jedem Tatort DNA Spuren, doch wie schon in den 1980er Jahren gab es keine zentrale DNA Datenbank. Innerhalb eines Monats nach Irene’s Mord hatte Alice genug von Carls Erpressung und verließ das Übergangsheim ohne Erlaubnis.
Doch seine Freiheit währte nicht lange. Zwei Tage später wurde er verhaftet. Um einer Rückkehr ins Gefängnis zu entgehen, schloss er eine Vereinbarung mit der Polizei und belastete Karl. Außerdem berichtete er den Ermittlern, welche anderen Übergangshäuser an dem Bestechungsschema beteiligt waren. Zufrieden? Mit seiner Hilfe hoben die Gerichte 1993 Alice Bewährung auf.
Danach gelang es ihm, etwa ein Jahr lang unauffällig zu bleiben, was bei Serienmördern nicht ungewöhnlich ist. Obwohl es keine definitive Antwort darauf gibt, warum sie manchmal inaktiv werden, gibt es viele Theorien. Der forensische Psychiater Dr. Bruce Harry von der University of Missouri School of Medicine glaubt, es könne auf die einfache Tatsache hinauslaufen, dass Mörder entweder müde und gelangweilt werden oder es einfach nicht mehr tun wollen.
Was auch immer bei Alice passiert war, sein tödlicher Instinkt kam 1994 erneut auf. Im Oktoberselben Jahres traf er diejährige Karen Kill Patrick, die sich erst vor kurzem aus finanziellen Gründen der Sexarbeit zugewandt hatte. Nach einer kurzen Begegnung erwirkte er Karen und ließ ihren Körper in einem Müllcontainer hinter dem Haus seiner Mutter zurück.
Am nächsten Tag entdeckten zwei junge Mädchen die Leiche. Nur einen Block entfernt von dem Ort, an dem Irene Smith Leiche weniger als ein Jahr zuvor gefunden war, wurde Karen ermordet. Nach ihrem Tod konzentrierte sich die Polizei nun auf einen Verdächtigen, ihren Freund Curtis McCoy. Karen und Curtis lebten mit einem Mitbewohner zusammen, der den Behörden mitteilte, dass sich die beiden in der Mordnacht gestritten hatten.
Außerdem berichtete er, er habe gesehen, wie Curtis Karen in seinen Van zwang. Karens fünfjährige Tochter bestätigte diese Geschichte und schließlich wurde Curtis angeklagt. Vor Gericht argumentierte Curtis Verteidigung, dass ein anderer Mann für Karons Tod verantwortlich sei. Sie wiesen darauf hin, dass der Mord an Karen anderen ungeklärten Mordfällen in der Gegend ähnelte.
Schließlich wurde Curtis McCoy für nicht schuldig befunden. Aber das Leben nach dem Prozess war unerträglich. Ganz gleich wie die Jury entschieden hatte, die Nachbarschaft verdächtigte ihn weiterhin. Da er dem Urteil der Öffentlichkeit nicht entkommen konnte, verließ Curtis Milwaukee und kehrte nie zurück. Karens M wurde zu den Akten gelegt.
Währenddessen hatte Walter Allis weiterhin Probleme mit dem Gesetz. Im November 1994 eskalierte ein Streit mit seiner neuen Freundin und wurde gewalttätig. Er stach mit einem Schraubenzieher auf sie ein und wirkte sie, bis sie das Bewusstsein verlor. Er wurde verhaftet und wegen schwerer fahrlässiger Gefährdung angeklagt.
Doch mangels ausreichender Beweise wurden die Anklagen fallen gelassen. Dies ermöglichte dem 34-jährigen Alice durch die Straßen zu streifen. sollte sein tödlichstes Jahr werden. Es begann am 24. April 1995, als Alice die 28-jährige Florence McCormck erwirkte. Ihr Körper wurde am nächsten Tag im Keller eines leerstehenden Hauses entdeckt.
Florence wurde mit einer Wäscheleine um den Hals gefunden, was darauf hindeutete, dass der Täter sie damit erwirkt hatte. Aber davon abgesehen hatten die Polizisten nur wenige und äußerst spärliche Beweise. Obwohl DNA Spuren gesichert wurden, gab es keinen Treffer in der Datenbank. So blieb Alice weiterhin auf freiem Fuß, überzeugt davon, unter dem Radar des Gesetzes zu sein und bereit, erneut zu töten.
Weniger als zwei Monate später erwirkte er die 37-jährige Sheila Ferrier. Ihr Körper wurde ebenfalls in einem leerstehenden Haus entsorgt. Wieder einmal standen die Polizisten ohne einen DNA-Treffer da und hatten nur wenige Verdächtige im Repertoire. Alice ließ mehrere Monate zwischen den Angriffen vergehen, um sicherzugehen, daß die Polizei ihm nicht auf die Spur kam.
Dann, als er sich wieder sicher fühlte zuzuschlagen, ging er mit einer bestimmten Absicht auf die Jagd. In der Nacht des 27. August schlenderte er langsam durch den Norden seiner Stadt. Sein Blick wanderte von Frau zu Frau. Er suchte sich sein Opfer gezielt aus. Nach einer Weile fiel ihm die 16-jährige Jessica Pain auf.
Jessica war ein Ausreißerkind aus South Milwaukee. Am Vorabend hatte die Polizei sie wegen einer Schlägerei festgenommen und sie hatte die Nacht im Gefängnis verbracht. Wäre sie nicht entlassen worden, hätte sich ihr Schicksal wohl ganz anders entwickelt. Unglücklicherweise geriet sie in jene dunkle Straße ins Blickfeld von Walter Alice und er war der letzte Mensch, der sie lebend gesehen hat.
Drei Tage später wurde Jessicas Körper unter einer Matratze hinter einem leerstehenden Haus gefunden. Ihr Mord wurde nicht mit den anderen Verbrechen von Alice in Verbindung gebracht, weil sie nicht in sein bekanntes Muster passte. Bis zu diesem Zeitpunkt waren fast alle von Alice Opfern erwirkt worden. Doch bei Jessica war die Kehle durchgeschnitten worden.
Außerdem gab es noch einen weiteren Unterschied. Jessica war weiß. Seine anderen Opfer waren schwarz. Jessica wich stark von seinem bisherigen Opferprofil ab. Sie war weder Sexarbeiterin noch schwarz. Warum er sie als nächstes Opfer auswählte, ist unklar. Vielleicht lag es an der einfachen, tragischen Tatsache, dass sie verletzlich und allein war.
Alice fällt in die Kategorie des desorganisierten Mörders. Erstmals vom Kriminologen Roy Hazelwood etabliert, bezieht sich desorganisiert auf Mörder, die ihre Morde nicht im Vorausplanen. Desorganisierte Mörder greifen oft in aufkommenden Gelegenheiten an und Jessica zu töten erwies sich offensichtlich als eine zu gute Chance, um sie zu verpassen.
Nachdem ihr Körper entdeckt worden war, hatte die Polizei von Milwaukee bei der Suche nach Antworten mehr Erfolg als bei den anderen Morden von Alice. Ein Zeuge meldete sich und berichtete, dass er in der Tatnacht einen Freund zu dem verlassenen Haus gefahren hatte, in dem Jessicas Leiche später gefunden wurde.
Dieser Freund, der 21-jährige Sean Ot, rückte sofort in den Fokus der Ermittlung und die Polizei sicherte sich einen Durchsuchungsbefehl für sein Haus. Dort fanden sie mögliche Tatwaffen, mit denen Jessicas Kehle durchtrennt worden sein könnte. Sie nahmen Shante sofort fest. Ihm wurde Mord ersten Grades und versuchter Raub vorgeworfen.
Die Staatsanwaltschaft argumentierte, Chantei habe Jessica erst Drogen verkaufen und sie anschließend berauben wollen. Als sie versuchte wegzulaufen ohne zu bezahlen, schnitt ihr der Mann die Kehle durch. Nach kurzer Beratung befand die Jury Chan Otes für schuldig. Er wurde zu lebenslanger Haft verurteilt. Wieder einmal war der 35-jährige Walter Alice seinem Mord ungestraft entkommen und dazu hatte ein Unschuldiger die Verantwortung auf sich genommen.
Vielleicht war es die Verurteilung von Chant, die Alice abschreckte, oder er verlor schlicht das Interesse. Nach dem Mord an Jessica Pain tötete er jedenfalls fast zwei Jahre lang nicht erneut. Im Sommer 1997 konnte er seinem tödlichen Drang jedoch erneut nicht widerstehen. Im Juni begegnete er der 36-jährigen Joyce Mims, einer 41-jährigen Sexarbeiterin und Mutter.
Er kehrte zu seinem ursprünglichen Muster zurück und erwirkte sie. Ihren Körper ließ er in einem leerstehenden Haus zurück, nicht weit entfernt vom Wohnort seiner Mutter. Nach dem Morten Joyce richtete die Polizei ihre Ermittlung schnell auf einen Verdächtigen. Doch wieder war es nicht Walter Alice. George L.
Jones war dafür bekannt, häufig mit Joyce zusammen zu sein und war zuvor bereits wegen eines Messerangriffs auf eine Frau im Gefängnis gewesen. Es konnten keine physischen Beweise gefunden werden, die Jones mit dem Mord in Verbindung brachten. Er wurde freigelassen und der Fall blieb ungelöst.
Währenddessen setzte Alice seine Taten unbehelligt fort. Man vermutet, daß er im Februar 1998 erneut zugeschlagen hat. Die Leiche der 39-jährigen Sexarbeiterin Marietta Griffin wurde in einer Garage in der Nähe von Alice Haus gefunden. Auch diesmal geriet Alice nicht unter Mordverdacht. Ein örtlicher Kleindealer namens William Avery wurde schließlich verurteilt.
Er saß bereits im Gefängnis, als andere Insassen behaupteten, er habe das Verbrechen gestanden. Inzwischen fühlte sich der 37-jährige Alice vermutlich unantastbar. Er hatte sieben Frauen ermordet und war der Polizei bisher vollkommen entkommen. Genauso wenig wie er Reue über die Todesfälle zeigte, fühlte er Mitleid mit den Männern, die fälschlicherweise für seine Verbrechen inhaftiert wurden.
Hauptsache, die Polizei blieb ihm dadurch fern. Das genügte ihm. Im August 1998 war Alice mit einer Frau namens Karen Thomas leiert. Doch genau wie seine letzte Beziehung nahm auch diese kein gutes Ende. Während des Streits verlor Alice die Beherrschung. Ergriff zu einem Hammer und schlug Karen auf den Kopf.
Sie überlebte den Angriff und konnte ins Krankenhaus gebracht werden. Alice wurde wegen fahrlässiger Körperverletzung zweiten Grades angeklagt. Es war eine der wenigen Anklagen, die dem gerissenen Verbrecher je nachgewiesen werden konnten. Er bekannte sich schuldig und wurde zu 5 Jahren Gefängnis verurteilt.
Diese Strafe brachte ihn an den Rand seines Abgrunds. Am 1. Januar 2000 trat in Wisconsin ein neues Gesetz in Kraft, das von allen Häftlingen und verurteilten Straftätern die Abgabe einer DNA-pobe verlangte. Das stellte eine echte Wende da. Die Polizei hatte DNA Beweise für jeden von Alice Morden gesammelt und mit seiner DNA Probe konnten sie beweisen, dass er der Northide Strangler war.
Alice wusste, dass er in diesem Fall keine Hoffnung auf Entlassung mehr hätte, also suchte er nach einem Ausweg. Napoleon Clark war ein befreundeter Mithäftling. Er gab sich als Alice aus und händigte den Beamten eine DNA-Pe aus. Da den Akten keine Fotos beilagen, fiel es klag, umso leichter, eine zweite Probe unter seinem eigenen Namen abzugeben.
Irgendwie funktionierte das, auch wenn nicht jeder darauf hereinfiel. Ein Labortechniker bemerkte, daß die DNA zweier verschiedener Schwerverbrecher identisch war. Der Techniker markierte das Problem, aber aus irgendeinem Grund wurde das Gefängnis nie kontaktiert, um den Fehler zu beheben.
Diese Kommunikationspanne hatte tödliche Folgen. Im Juli 2001 entging der 41-jährige Walter E. E Alis nur knapp der Entnung als Milwaukee Northside Strangler. Stattdessen wurde er nach nur drei Jahren von seiner fünfjährigen Haftstrafe wegen Körperverletzung auf Bewährung entlassen. In den folgenden Jahren hielt sich der Serienkiller zurück, um nicht gegen seine Bewährungsauflagen zu verstoßen.
Obwohl es fast vier Jahre lang keine Morde des Northside Stranglers gegeben hatte, versuchte die örtliche Polizei weiterhin den Fall zu lösen. Ermittler verbrachten unzählige Stunden damit, potenzielle Verdächtige zu befragen, in der Hoffnung, jemanden als Täter der jahrzehntelangen Mordserie identifizieren zu können.
Doch ohne glaubwürdige Zeugen und angesichts frustrierender Sackgassen bei der DNA Spurensuche blieb ihre Suche erfolglos. Sie konnten darauf hoffen, dass irgendwann neue Beweise auftauchen würden. Vielleicht, wenn der Mörder noch einmal zuschlug. Jahre des Wartens vergingen. Dann im April 2007 schlug der Northside Strangler erneut zu.
Sein nächstes Opfer war die 28-jährige Sexarbeiterin Wtron Stokes. Ihr Körper wurde in einem leerstehenden Haus gefunden. Sie wurde erwirkt, hatte sich jedoch offenbar zu Wehr gesetzt. In der Nähe ihres Körpers fand man einen mit blutverschmierten Pfefferspraybehälter. Die Polizei untersuchte das Blut auf dem Behälter, doch es stimmte nicht mit dem des Opfers überein.
Wewnons letzter verzweifelter Versuch, sich zu retten, hatte dafür gesorgt, dass ihr Mörder seine DNA hinterließ. Die DNA stimmte mit der an den sieben anderen Tatorten gefundenen DNA überein. Aber sie konnte immer noch nicht zugeordnet werden. Fürs erste blieb der Polizei wieder kaum etwas anderes übrig, als abzuwarten. Aber diese DNA Beweise waren nicht völlig nutzlos.
Bis 2008 hatte Sean Od über 12 Jahre im Gefängnis für den Mord an der 16-jährige Jessica Pain verbüß. Aber angesichts starker Beweise für seine Unschuld stellte er einen neuen Antrag auf Berufung. Im Dezember desselben Jahres wurde Shanteys Verurteilung aufgehoben und ein neuer Prozess angeordnet. Zwei Wochen später kam er gegen Kaution frei.
Im Juni wurden die Anklagen fallen gelassen. Ches Entlastung bedeutete, dass der Mord an Jessica weiterhin ungelöst blieb. Möglicherweise war es genau dieser zunehmende Druck, der im Mai 2009 zur Einrichtung einer Taskforce führte. Die Ermittler hatten es satt, darauf zu warten, dass der Northside Strangler einen Fehler machte und sie gingen in die Offensive.
Die Detectives wussten, dass ihr Mörder nie eine DNA Probe abgegeben hatte. Deshalb war es das Beste, eine neue Liste von Verdächtigen zu erstellen. Also machten sie sich daran, die Protokolle zu jedem einzelnen Mordfall zu überprüfen. Diese Protokolle sind voller Details, die von der Polizei nach einem Verbrechen festgehalten wurden.
Beamte durchkämten das Gebiet rund um den Tatort und hielten fest, mit wem sie sprachen, sowie allen potentiellen Zeugen. Durch den Abgleich mit der in ihren Aufzeichnung festgehaltenen Details hofften sie, glaubwürdige Verdächtige zu finden. Etwa zur gleichen Zeit veröffentlichte der inzwischen pensionierte Detectiv Steven Spiniola ein detailliertes Täterprofil, das auf seinen jahrelangen Ermittlungen in diesem Fall beruht.
Er schlug vor, dass der Mörder ein schwarzer Mann 40 war, der bereits andere Gewalttaten begangen hatte, aber bisher unentdeckt geblieben ist. Menschen, die ihn kannten, würden den Mörder als ganz normalen Typen betrachten. Diese Beschreibung passte unheimlich gut zu einem Namen an der Spitze der neuen Verdächtigen Liste Walter E. Alice.
Im August 2009 vollstreckte die Polizei einen Durchsuchungsbefehl für Alice Wohnung und nahm nur zwei Gegenstände mit, eine Zahnbürste und einen Rasierer. Bis sie Alice nicht zweifelsfrei mit den Morden in Verbindung bringen konnten, durften sie den 49-jährigen auch nicht festnehmen.
Als das Kriminallabor Alice DNA mit den Spuren seiner Opfer abglich, war er bereits mit seiner Freundin geflohen. Sofort wurde eine Fahung eingeleitet und ein Haftbefehl gegen Alice erlassen. Die Behörden in der Gegend wurden angewiesen, nach einem Mann Ausschau zu halten, auf den die Beschreibung zutraf, sowie nach dem Auto, das er fuhr.
Sie waren so nah dran, doch die Polizei befürchtete, dass er ihnen im letzten Moment entkommen könnte. Um Alice zu fassen, richteten sie Straßensperren ein und schickten alle verfügbaren Einsatzkräfte auf die Straßen von Milwaukee. Am 5. September 2009 zahlte sich ihre harte Arbeit schließlich aus. In den frühen Morgenstunden erhielt Detective Scott Siller einen Anruf von der Polizei in Franklin County, rund 22 km südlich von Milwaukee.
Ein Beamter aus Franklin County hatte Alice Auto bei einem örtlichen Motel entdeckt. Siller zögerte keine Sekunde. Er stieg in seinen Privatwagen und fuhr so schnell er konnte zum Parkmotel. Mit tatkräftiger Unterstützung erreichte er das Motel, ohne Aufsehen zu erregen. Das letzte, was er wollte, war Alice die Gelegenheit zur Flucht zu bieten.
Siller stellte sich an der Rezeption vor und zeigte dem Mitarbeiter ein Foto von Walter Alice. Der Mitarbeiter bestätigte, dass Alice und seine Freundin dort abgestiegen waren und nannte Detective Siller ihre Zimmernummer. Nachdem sie die umliegenden Zimmer evakuiert hatten, stürmte die Polizei in Alice Sweet.
Seine Freundin wurde festgenommen, während Detective Siller sich persönlich um Alice kümmerte. Silla zerrte ihn vom Bett, aber Alice war fest entschlossen, sich nicht kampflos geschlagen zu geben. Selbst mit 49 Jahren war er noch schnell genug, um nach der Dienstwaffe eines Polizisten zu greifen. Ohne zu zögern warf sich Siller auf ihn und brachte ihn zu Boden. Es war vorbei.
Milwalkeys Northside Strangler war endlich gefasst worden. Als bekannt wurde, dass Walter E. Alice für die jahrzehntelangen Morde verhaftet worden war, war seine Nachbarschaft schockiert. Genau wie Steven Spiniolas Profil vorhergesagt hatte, hielten die Menschen Alice für einen ganz normalen Typen. Doch es gab auch einige, die nicht allzu überrascht waren. Pervins Mims, z.B.
Der Sohn von Joyce Mims, die 1997 ermordet wurde, war stets überzeugt davon, dass seine Mutter ihren Mörder kannte. Und tatsächlich bestätigte sich das. Als man ihn nach Alice fragte, beschrieb Mims ihn als ganz normalen Typen und meinte, man weiß nie, was hinter verschlossenen Türen passiert. Dann gab es solche wie V Anna Jordan, die Alice die meiste Zeit ihres Lebens gekannt hatte.
Anfangs hielt sie Alice für einen umgänglichen Nachbarn, der oft stehen blieb, um sich mit den Leuten aus der Nachbarschaft zu unterhalten. Dann erinnerte sie sich an seine jähzornigen Ausbrüche in der Kindheit. Den ihn kannten, wurde schließlich klar, dass diese Seite an ihm nie verschwunden war. Er hatte sie nur im Verborgenen gehalten.
Der Kriminologe Dr. Scott A. Bon weiß daraufhin, dass Serienkiller wie Alice sich oft in aller Öffentlichkeit verstecken. Psychopathen sind wie Chamelons, die ihr Bestes tun, um nicht aufzufallen. Obwohl bei Alice nie eine Psychopathie diagnostiziert wurde, zeigte er mehrere typische Merkmale.
Besonders auffällig war sein Mangel an Empathie und Mitgefühl. nicht nur gegenüber seinen Opfern, sondern auch gegenüber den Männern, die für seine Taten angeklagt wurden. Doch nun sollte endlich Gerechtigkeit walten. Im Jahr 2010 wurde William Avery, der wegen des Mordes an Marietta Griffin im Jahr 1998 zu Unrecht verurteilt worden war, aus dem Gefängnis entlassen.
Seltsamerweise wurde Alice wegen des Mordes an Marietta nie angeklagt. Offenbar waren die Staatsanwälte damit zufrieden, ihn für sieben Morde vor Gericht zu bringen. Vielleicht dachten sie, dass eine weitere Anklage nichts mehr ändern würde. Nach einer 20-jährigen Mordserie stand Walter Alice nun ein Prozess bevor, der öffentlich sehr stark beobachtet wurde.
Da er sich weigerte, mit seinem vom Gericht engagierten Anwalt zusammenzuarbeiten, verteidigte er sich selbst. Laut der Strafverteidigerin Tony Messina gibt es verschiedene Gründe, warum ein Angeklagter seinen Anwalt entlassen möchte. Hauptsächlich jedoch scheint es sein aufgeblähtes Ego zu sein, das hier zum Vorscheiden kommt.
Alis, der so lange ungestraft gemordet hatte, könnte das Gefühl gehabt haben, besser als jeder Anwalt in der Lage zu sein, seine eigene Freiheit zu erlangen. Es ist auch möglich, dass er seinen Anwalt in einem Anfall von Wut vor die Tür setzte und anschließend mit den Folgen leben musste. Letztlich machte das jedoch keinen großen Unterschied.
Alice plädierte auf nicht schuldig. Das Bekennnis frustrierte die Angehörigen seiner Opfer, die antworten wollten und forderten, dass Alice Verantwortung für seine Verbrechen übernimmt. Doch Alice war nicht daran interessiert, ihr Leid zu mindern. Sein Plouy ermöglichte es ihm, seine Strafe zu bekommen, ohne Schuld einzugestehen und nahm den Staatsanwälten die Möglichkeit zu beweisen, dass er der North Strangler war.
Als er vor Gericht nach den Morden befragt wurde, schwieg er und er weigerte sich, seine Beweggründe preis zu geben. Im Februar 2011 wurde Walter E. Alis zu sieben mal lebenslanger Freiheitsstrafe ohne Chance auf Bewährung verurteilt. Es bestand keine Aussicht darauf, dass er jemals wieder freikommen und erneut töten würde.
Alis verbüste seine Strafe bis Dezember 2013. Dann starb der Milwaukee Northside Strangler im Alter von 53 Jahren aufgrund gesundheitlicher Probleme. Er ging als berüchtigter, reueloser und einsamer Mann aus dem Leben. Vielen Dank, dass ihr auch in dieser Folge wieder dabei wart. In der nächsten Episode entführen wir euch nach Phoenix, Arizona und zwar in das Jahr 2005.
Dort lebt eine ganze Stadt in Angst. Die Bewohner verriegeln ihre Türen und meinen die Straßen nach Sonnenuntergang, weil immer mehr Leichen in den stillen Wüstenstraßen auftauchen. Ein Serienkiller terrorisiert die Gemeinde mit tödlichen Driveby Shootings aus einem Van. 15 Monate lang halten gleich zwei Männer die Stadt in Atem.
Dale Horsner, ein freundliches Gesicht mit dunkler Seite und Sam Det kleinkrimineller mit ausgedehnter Strafakte. Durch Manipulation und Mathkonsum lockt Horsen Dietmann auf den Pfah der Random Recreational Violence. Am Ende sterben acht Menschen, 19 werden verletzt. Es bleibt eine verstörte Gemeinde. Serienkiller Mörder und ihre Geschichten gibt es jeden Donnerstag kostenlos überall dort, wo es Podcasts gibt.
Ihr könnt uns ganz einfach abonnieren, um keine Folge zu verpassen. Wenn euch unser Podcast gefällt, lasst doch gerne eine Bewertung da. Vielen herzlichen Dank. Mein Name ist Diane Hilcher und mein Name ist Max Spalleck. Bis zum nächsten Mal hier bei Serienkiller. Dieser Podcast ist werbefinanziert und kann deswegen kostenlos auf allen Plattformen angeboten werden.
Wenn Sie in diesem Podcast Werbung schalten wollen, schreiben Sie uns gerne an. [email protected]. Serienkiller, Mörder und ihre Geschichten ist ein Podcast von Bosepark Productions basierend auf einem Spotify original. Diese Folge wurde im amerikanischen Original geschrieben von Matt Clifford.
Deutsche Produktion und Redaktion Mickey Sitch, Fabio Lautenschläger, Alexander von Bagen, Julia Ilan, Amira Mustafa, Zuholder und Chris Guse. Achtung, in diesem Podcast werden Themen wie Mord, Folter, Sexualverbrechen und extreme Gewalt auch gegenüber Minderjährigen behandelt. Der Inhalt kann deswegen vor allem auf Menschen mit posttraumatischen Belastungsstörungen retraumatisierend wirken.
Ein warmer Wind strich über die Tense. Alice und Emmas Haare wehten durcheinander. Die jungen Frauen strichen ihre Röcke glatt und setzten ihr lieblichstes Lächeln auf. Das Wetter war gut und sie hofften auf ebenso gute Kundschaft. Nachdem sie eine Weile gewartet hatten, kam ein großer stattlicher Mann auf sie zu.
Er war gut gekleidet und schon etwas älter. Er stellte sich als Fred vor und sagte, dass er Arzt sei. Dann fragte er, was der ganze Abend mit ihnen kosten würde. Alice und Emma nahmen den Mann sofort mit nach Hause, wo sie Bier, etwas Dosenlachs und natürlich das Bett teilten. Nach dem Sex bot Fred den Frauen zwei kleine weiße Pillen an gegen Geschlechtskrankheiten, wie er sagte.
Die Frauen nahmen die Pillen gern und verabschiedeten sich von Fred in der Hoffnung, dass der reiche Herr Doktor bald wiederkommen würde. Doch kurz nachdem er weg war, halten Schreie über den Haus Flor und die Schreie kamen nicht aus einem, sondern aus zwei verschiedenen Schlafzimmern. Alice stolperte über den Flur.
Sie hatte Schaum vor dem Mund und krallte sich an ihrem Nachthemd fest. Sie taumelte auf Emma zu, die immer noch in ihrem Zimmer war und nach Alice rief. Sekunden später brachen beide unter heftigen Krämpfen zusammen. Sie konnten sich kaum noch bewegen. Emma schaute Alice an. Wir konnten sie nur so dumm sein, Pillen von einem wildfremden Mann anzunehmen.
“Aber er ist doch Arzt”, sagte Alice, “Nicht einfach nur ein Fremder.” Doch das spielte jetzt keine Rolle mehr. Ein paar Stunden später waren beide Frauen tot. Hi, ich bin Diane Hilcher und ich bin Mark Augustat. In jeder Folge dieses Podcasts beschäftigen wir uns mit einem berühmten Serienkiller, mit seinem Leben, seiner Psyche und seinen Taten.
Serienkiller, Mörder und ihre Geschichten. Ein Spotify Original von Podcast. In dieser Einzelfolge befassen wir uns mit Dr. Thomas Neil Cream, auch bekannt als The Lambh Poisoner. Thomas Neil Cream war ein Arzt und Chirurg, der zwischen 1877 und 1892 mindestens fünf Menschen in drei verschiedenen Ländern ermordete. Wir werden heute seine 15 Jahre andauernde Mordserie beleuchten und uns anschauen, wie es schließlich gelang, ihn zu stellen und vor Gericht zu bringen.
Thomas Neil Cream war ein Kind der victorianischen Era. Er wurde am 27. Mai 1850 geboren und war das Älteste von acht Kindern. Seine Eltern waren Mary und William Cream. Die Creams kamen ursprünglich aus Schottland, wanderten aber 1854 nach Kanada aus, als Thomas 4 war. Thomas war ein sehr intelligentes Kind.
Er war immer gut in der Schule und war der ganze Stolz seines Vaters William. Andere Familien, deren Kinder auf dieselben Schulen gingen, hielten Thomas für verwöhnt undzipliniert. Sein Vater belohnte ihn ständig mit teurer Kleidung und neuem Spielzeug, auch wenn Thomas gar nichts geleistet hatte. William Cream förderte auch das schlechte Verhalten seines Sohnes.
Anstatt ihn zu bestrafen, versuchte er das Kind mit teuren Geschenkten zu besänftigen. Es dauerte nicht lange, bis der junge Cream genau wusste, welche Knöpfe er bei seinen Eltern drücken musste, um zu bekommen, was er wollte. und sie ließen ihm alles durchgehen. Die Erziehungsmethoden der Creams wurden auch die Jahre darauf nicht besser.
William war ein talentierter Schiffsbauer und als er in Kanada befördert wurde, hatte er noch mehr um die Ohren. Die neuen Verpflichtungen bedeuteten, dass er weniger Zeit mit seinem geliebten Sohn verbringen konnte. Um den Jungen friedlich zu stimmen, hörte er ganz auf ihn zu rügen. Thomas entwickelte sich zu einem ziemlich wilden Kind.
Er machte was er wollte, ohne sich um irgendwelche Regeln zu scheren. Was Thomas genau anstellte, ist nicht bekannt, aber gleichaltrige Freunde bezeichneten ihn als Kriminellen. Aber ganz egal, wie oft Tom es über die Stränge schlug, es hatte nie wirkliche Konsequenzen für ihn. Und während all seine Geschwister seinem Vater auf der Werft helfen mußten, mußte Thomas keinen Finger krumm machen.
William war stolz, dass sein mittlerweile jugendlicher Sohn anspruchsvollere Interessen hatte, wie z.B. Medizin. Dank Williams gutem Einkommen konnte sich sein Sohn seinen Traum erfüllen und Arzt werden. Im September 1872 zog der 22-jährige Thomas zu Hause aus und begann sein Studium an der Mcgill University in Montreal. An der Universität wurde der junge Cream unabhängiger und selbstbewusster.
Er fing an auffällige Kleidung und Schmuck zu tragen. Er ließ sich einen Schnurrbad stehen und verbrachte die meiste Zeit damit Frauen zu verführen. Creams extravagantes Auftreten machte ihn an der ganzen Uni zum Gesprächsthema. Es wurde auch viel gelästert. Viele hielten seine Eskapaden für einen leeren Schrei nach Aufmerksamkeit.
Cream selbst genoss es. dass so viel über ihn geredet wurde, selbst wenn das meiste davon negativ war. Der junge Thomas stellte sein Privatvergnügen aber nie über sein Studium. Er entwickelte unter anderem ein großes Interesse für die Chemikalie Chloroform und fand das Thema so faszinierend, dass er beschloss, seine Abschlussarbeit darüber zu schreiben.
Am 31. März 1876 schloss Cream sein Studium ab. Ironischerweise trug die traditionelle Abschlussrede vor seinem Jahrgang den Titel The Evils of Mal Practice and the Medical Profession, die Übel des Fehlverhaltens innerhalb der Ärzteschaft. Einen Monat nach seinem Abschluss lernte Cream Flora Elizabeth Brooks kennen, die Tochter eines wohlhabenden Hotelbesitzers.
Flora war gerade mit der Highchool fertig und war sofort angetan von der selbstbewussten und anspruchsvollen Art des jungen Dr. Cream. Kurz darauf fand sie sich in einer wilden Romanze wieder und glaubte wirklich, dass sie sich unsterblich ineinander verliebt hatten. Sie wollte Cream heiraten, doch der hatte andere Pläne.
Cream hatte fest vor, sein Studium im Herbst an der Medical School von St. Thomas in London fortzusetzen. Deswegen war er auch so empört, als Flora eines Abends verkündete, dass sie schwanger von ihm sei. Creams Gedanken überschlugen sich. Er hatte einen Ruf zu verlieren und viele große Pläne, in denen Flora nicht wirklich vorkam, geschweige denn ein Kind.
Es gab nur eine Lösung, Abtreibung. Flora war entsetzt von dem Gedanken und weigerte sich zunächst, was Scream noch wütender machte. So wie er es sah, hatte sie gefälligst zu tun, was er verlangte. Er schüchterte die junge Frau also systematisch ein und sagte, dass sie Schande über ihre Familie bringen würde, wenn herauskomme, dass sie uneherlich schwanger sei.
Cream setzte Flora so lange zu, bis sie schließlich nachgab. Damals waren Abtreibungen in Kanada aber nicht nur gefährlich und illegal, sie wurden auch mit dem Tod bestraft. Es kam also absolut nicht in Frage, einen Arzt um Hilfe zu bitten. Cream wollte es selbst tun. Der unerfahrene Mediziner hatte zwar noch nie eine Abtreibung durchgeführt, er soll aber überzeugt gewesen sein, es genauso gut zu können wie jeder andere Arzt.
Mitten in der Nacht soll Cream die schwangere Flora zu sich nach Hause geholt und sein eigenes Kind abgetrieben haben. Nachdem sich Flora am Anfang geweigert hatte, ihm zu gehorchen, hatte er keinerlei Gefühle mehr für sie. Für ihn war sie jetzt nur noch ein Versuchskaninchen, ein Subjekt, mehr nicht. Zunächst sah es so aus, als ob der Eingriff problemlos verlaufen war.
Doch ein paar Tage später bekam Flora Fieber. Als ihr Hausarzt sie untersuchte, kam er zu dem Schluss, dass sie sich durch die Abtreibung einer Infektion zugezogen hatte. Damit war die Katze aus dem Sack. Floras Vater war außer sich. Er trommelte einen bewaffneten Mob zusammen und machte sich auf die Suche nach Thomas Neil Cream.
Sie fanden den 25-jährigen in seiner Wohnung, wo er schon die Koffer für die Londonreise gepackt hatte. Mr. Brooks drohte Cream ihn zu töten und zwang ihn mit ihnen mitzukommen. Einen Tag später am 11. September 1876 heiratete Cream Flora Brooks mit einem Gewehrlauf im Rücken. Die Hochzeitsnacht der beiden war die einzige, die sie als verheiratetes Paar verbrachten.
Als Flora die Nachricht fand, war Cream schon unterwegs nach England, so wie er es geplant hatte. In London besuchte Cream die Medical School von St. Thomas. Er studierte bei einigen der besten Medizinern, die das Fach zu bieten hatte. Besonders inspirierend fand Queen die Vorlesungen seines Chemieprofessors Dr. Albert James Bernes.
Bernes hatte vor kurzem als Experte bei einem Mordfall ausgesagt, den die Zeitungen The Wox Hall Strick Nean Case nannten. Der Bahnarbeiter Silas Barlow war beschuldigt worden, seine Frau mit einem Rattengift getötet zu haben, das unter dem Namen Battles W Killer verkauft wurde. Man ging zunächst von Epilepsie als Todesursache aus.
Doch nachdem der Verdacht auf Barlau gefallen war, wurde die Leiche seiner Frau wieder ausgegraben und obuziert. Die Ärzte fanden eine ungewöhnlich große Menge Strichnin in ihrem Körper, das ein Hauptbestandteil des Rattengifts war. Ballo wurde verurteilt und gehängt. Cream interessierte sich sehr für Balos Fall, vor allem für die Verwendung von Strich Nie.
Er fand einen Artikel im British Medical Journal, in dem die polizeilichen Ermittlungen bei Mordfällen kritisiert wurden. Der Artikel beklagte die vorzeitige Einstellung vieler Untersuchungen, weil Mord durch Vergiftung weithin übersehen wurde. Tagsüber recherchierte Cream weiter zu Strichnin.
Nachts ging er aus, flirterte mit Frauen, tanzte in Music Halls und schlief mit Sexarbeiterinnen. Flora war derweil immer noch krank. Die Infektion, die sie sich über die Abtreibung zugezogen hatte, hatte sich in eine tödliche Bronchitis entwickelt. Cream schrieb ihr, wie bestürzt er wegen ihres Zustands sei. Er schickte ihr auch kleine weiße Pillen, von denen er behauptete, dass ihre Schmerzen lindern würden.
Als Flora die Pillen nahm, wurden ihre Symptome schlimmer. Ihr Arzt Dr. Phenan fragte, ob sie andere Medikamente als die von ihm verschriebenen genommen habe. Flora gab zu, die Pillen genommen zu haben, die ihr Mann ihr per Post geschickt hatte. Dr. Felen hatte sofort das Gefühl, dass etwas nicht stimmte und bestand darauf, dass sie die Tabletten absetzte.
Danach verbesserte sich ihr Zustand zwar wieder. Gesund wurde die junge Frau, aber trotzdem nicht mehr. Im August 1877 erhielt Cream einen Brief von Floras Familie. Seine Frau war in der Nacht gestorben. Als Todesursache wurde offiziell Bronchites angegeben, obwohl einige Quellen behaupteten, sie sei möglicherweise an Tuberkulose gestorben.
Damals vor allem als Consumption bzw. Schwindsucht bekannt. Dr. Fen hatte dagegen immer noch das Gefühl, dass etwas viel perfederes im Gang war. Er konnte zwar nicht beweisen, dass Flora an Dr. Creams Pillen gestorben war, weil er sie nie gesehen hatte. Er hatte ihn aber trotzdem dringend im Verdacht, sich eines Verbrechens schuldig gemacht zu haben.
Zu Creams Glück war er fast 5000 km entfernt und er war jetzt wieder Single. Die Welt lag ihm zu Füßen und seine Karriere als Gift mit nahm und seinen Ruf zerstörte. Cream verlangte, dass Kate das Baby abtrieb, aber sie weigerte sich genau wie Flora. Da entschied Cream die Sache selbst in die Hand zu nehmen.
Eine Woche später verschwand Kate, wenn auch nicht lange. Kurz nach ihrem Verschwinden schlug einem jungen Paar ein fürchterlicher Gestank entgegen, als sie durch eine Gasse schlenderten. Es war unmöglich, den Geruch zu ignorieren. Sie gingen ihm also nach, bis sie zu einem kleinen Schuppen kamen. Als sie den Schuppen betraten, fanden sie die Leiche einer jungen Frau.
Die Gasse führte an der Rückwand von Dr. Creams Praxis entlang und die Tote war niemand anderes als die schwangere Kate Gardener. Weil Creams Räumlichkeiten in der Nähe des Fundorts waren, wurde er zur Vernehmung auf die Wache bestellt. Der Arzt tat sein Bestes, um seine Unschuld vorzutäuschen.
Er gab sich beleidigt, überhaupt als Verdächtiger in Erwergung gezogen zu werden. Er gab zu, Kate gekannt zu haben, aber nur als Patientin, sonst nicht. Er behauptete, dass sie neulich wegen einer Abtreibung zu ihm gekommen sei, die er jedoch abgelehnt habe. Aber die Polizei wusste, dass er log. Ein anonymer Zeuge hatte ihnen von Kates und Creams geheime Affäre erzählt und die Constables vermuteten, dass Cream der Vater des Kindes war.
Cream wies die Vorwürfe zurück. Er sagte, dass der Vater ein reicher Geschäftsmann aus der Gegend sei, der in Kates Hotel übernachtet habe. Er versuchte die Polizei davon zu überzeugen, dass Kate aus Verzweiflung Suizid begangen hatte. Es gab aber klare Beweise, die gegen einen Suizid sprachen. Kates Gesicht war voller Kratzer, die definitiv für einen Kampf sprachen.
Es sah so aus, als hätte sie verzweifelt nach Luft gerungen und sich die Kratzer dabei selbst zugefügt. Dr. Niven, der die Tote für die Polizei untersuchte, stellte fest, dass Kate erstickt war, nachdem sie jemand mit Chloroform betäubt hatte. Es wäre für Kate unmöglich gewesen, ihr Gesicht lange genug mit einem in chloroform getränkten Tuch zu bedecken, um Suizid zu begehen.
Trotz dieser Indizien hatte die Polizei nicht genügend Beweise, um Cream wegen des Mordes an Kate Gardener anzuklagen und es gab keine Zeugen oder Zeugen. Am Ende wurde ihr Fall als Mord durch unbekannt eingestuft. Damit war Cream zar vom Haken. Die Konsequenzen des Mordes bekam er aber trotzdem zu spüren.
Die Geschichte verbreitete sich wie ein Lauffeuer und schon bald darauf hatte Cream die ganze Gemeinde gegen sich. Er verlor all seine Patientinnen und Patienten und war gezwungen, seine Praxis zu schließen. Um seinem schlechten Ruf zu entkommen, zog Cream erneut um. Dieses Mal in die USA nach Chicago, Illinois. Der 29-jährige kam Ende 1879 in Chicago an.
Dort eröffnete er seine Praxis an einer strategisch günstigen Stelle nah 400 West Madison Street, dem Rotlichtviertel der Stadt. Er machte es genau wie in Ontario. Nachdem er sich als charmanter Hausarzt einen Namen gemacht hatte, fing er an Abtreibungen anzubieten und es dauerte nicht lange, bis die Sexarbeiterinnen aus der Gegend vor allem zu ihm kamen.
Seine Geschäfte gingen so gut, dass er eine Hebarme namens Hty Mac anstellte. Doch mit Creams wachsendem Wohlstand kamen auch neue Laster. Er kursierten Gerüchte, dass er schwer Kokainen und Morphin abhängig sei. Sein Drogenkonsum hinderte ihn aber nicht daran, weiterhin gefährliche Eingriffe an schutzlosen jungen Frauen vorzunehmen.
Eine seiner Patientinnen soll die Sexarbeiterin Mary Ann Forgner gewesen sein. Als Haty Mac Mitte August 1880 in die Praxis kam, Lurk Mary Ann of Creams Opetisch. Sie war verblutet, anscheinend im Zuge einer schrecklich verfuschten Operation. Haty gab später zu Protokoll, dass ein völlig panischer Cream sie gebeten habe, ihm bei der Vertuschung der Tat zur Hand zu gehen.
Haty sollte ihm helfen, die Praxis niederzubrennen. Als sie sich weigerte, ließ der Arzt die Tote auf dem Optisch liegen und ging nach Hause, um Hai zu werden. Einen Tag später stand die Polizei bei Cream vor der Tür. Er kam vor Gericht und dieses Mal musste er sich gegen eine sehr entschlossene und mutige Zeugin durchsetzen. Haty Mac.
| Continue reading…. | ||
| « Prev | Part 1 of 3Part 2 of 3Part 3 of 3 | Next » |