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Mord im Supermarkt – Wer ermordete Norbert N. im Jahr 2006? T

Mord im Supermarkt – Wer ermordete Norbert N. im Jahr 2006? 

Crime, dein True Crime Podcast mit Lia. Hier hörst du wahre Verbrechen und vermissten Fälle aus deiner Region. Und damit herzlich willkommen auch zu dieser neuen Folge auf meinem Kanal Lias Crime Time. Schön, dass ihr diesmal auch alle wieder reingeschaltet habt. Ähm ich hatte ja immer mal wieder euch nach Fallvorschlägen gefragt.

 Mache ich ja wirklich öfters mal und ähm immer mal wieder ist der heutige Fall aufgekommen. Es ist kein Fall, den wir so häufig auf meinem Kanal behandeln. Raubmorde mache ich ja eher weniger, das wisst ihr ja. Ähm eigentlich geht’s ja immer so um klassische, sage ich mal, Tötungsdelikte oder eben um vermissten Fälle, aber diesmal ist es mal ein Raubmord, der mich auch wirklich geschockt hat von der Brutalität her.

 Es geht um den Mord an Norbert Ottinger heute. Einige von euch kennen diesen Fall auch wohl schon aus Aktenzeichen XY und der wurde mir mehrfach vorgeschlagen und deswegen habe ich mich dazu entschieden, heute mal einen Raubmord vorzustellen. Ähm, der Mord an SME war ja auch eigentlich ein Raubmord, wenn man es genau nimmt.

 Und ja, aber sonst habe ich relativ wenige Raubmorde, ja, auf meinem Kanal. Aber ich würde mich trotzdem freuen, wenn ihr von Anfang bis zum Ende dran bleibt. Gerne einen Kommentar schreibt, besonders bei YouTube für den Algorithmus. Und ja, ich würde mich riesig freuen, wenn ihr mich kostenlos abonniert auf den Podcast Portalen oder auch auf YouTube.

 Und wer mag, kann natürlich auch gerne eine Kanalmitgliedschaft abschließen, um mich als kleine Creatorin zu unterstützen. Und ich würde sagen, wir fangen dann an mit dem heutigen Fall. Norbert Ottinger war im Jahr 2006, also 20 Jahre ist das Ganze schon her, 61 Jahre alt und in diesem Alter starb er auch. Er war verheiratet und Vater zweier Söhne.

 Er lebte in Hassenberg zusammen mit seiner Frau und wohl einem seiner Söhne. Hassenberg liegt übrigens im Oberfränkischen Landkreis Koburg. Norbert betrieb bis 1993 beruflich einen eigenen Lebensmittelladen in seinem Haus in Hassenberg und viele Menschen, gerade ältere, nutzten die Option natürlich gerne bei ihm einzukaufen.

 Der Weg für die Nachbarschaft war dementsprechend kurz, aber Norbert wagte dann doch einen Neuanfang und zwar in Mitz. Seine Familie nennt es das Lebenswerk von Norbert und Mitz liegt im Landkreis Kronach. nur wenige Minuten von Hassenberg entfernt und dort baute er sich auch einen eigenen Laden auf, der zur Edekkette gehörte oder auch immer noch gehört in der heutigen Zeit.

 Dieser Laden lag im Industriegebiet nahe des Breitesees in der Straße am Riegel. Dort ist er auch heute noch. Und für die älteren Herrschaften in Hassenberg war es traurig, dass sie jetzt keine direkte Einkaufsmöglichkeit mehr hatten. Aber auch dafür sorgte Norbert damals. Er übernahm die Einkäufe, lieferte sie aus, genauso wie auch Getränke.

 Und erbaute sich in seinem Lebensmittelgeschäft, das zum späteren Tatszeitpunkt Edeka Aktivmarkt hieß, ein Betrieb mit 15 Angestellten auf. Unter anderem arbeiteten seine Ehefrau und auch sein Sohn dort. Und Norbert selbst hat gar nicht mehr so viel in dem Laden gearbeitet, denn er hatte Herzprobleme wohl auch in Herzinfarkt in der Vergangenheit gehabt und musste kürzer treten und deshalb hatte sein Sohn dann die Nachfolge angetreten und seine Frau bezeichnete sich dort so ein bisschen als Mädchen für alles oder man kann auch

sagen vielleicht so die gute Seele des Supermarkts. Und das Verhältnis innerhalb der Familie war auch ziemlich gut. Sie haben aufeinander aufgepasst und der Laden lief wohl auch recht gut. Am Montag, dem. November 2006 traf das Ehepa Ottinger um 6:30 Uhr im Markt ein. Also, sie haben da schon auch morgens noch mitgearbeitet, weil dieser bald geöffnet hat.

 Und zum späteren Vormittag traf dann auch der Sohn dort ein. Und Ihnen fiel aber auf, dass die Personaleingangstür nicht mehr richtig schloss und darum mussten sie sich eigentlich auch Zeit nah kümmern. stellt ja auch ein Sicherheitsrisiko da, aber so schnell ging das mit der Reparatur der Tür dann wohl doch nicht.

 Auch hatte man es nicht geschafft, die Einnahmen vom Wochenende zur Bank zu bringen. Die haben sich noch im Self befunden und Norberts Ehefrau wollte das eigentlich im Laufe des Nachmittags dann zur Bank bringen, aber dazu kam es nicht, denn sie bekam im Laden gesundheitliche Probleme und Norbert bestand eben darauf, sie erstmal nach Hause zu fahren, dass sie sich ein bisschen ausr und das war wohl so gegen 15 Uhr am besagten Montag und später hatte die Bank auch bereits geschlossen und die Einnahmen des Wochenendes und später auch die des damaligen Montags

verblieben im Safe. Später kehrte Norbert wieder zum Markt zurück, denn er musste ja noch einen Einkauf für die Nachbarn fortsetzen und auch sein Sohn war noch im Markt, der gerade Besuch vom Steuerberater hatte. Es sollte nämlich einiges im Markt aufgerüstet und auch modernisiert werden.

 Und dort fiel auch auf, dass ein orangener Softboltschläger im Büro lag. Die Ottingers hatten diesen dort platziert, falls es mal Ärger geben sollte als Selbstverteidigung, mussten ihn jedoch nie nutzen. Um 19 Uhr schloss man dann den Laden und die Angestellten fuhren nach und nach Hause. Die Tageseinnahmen in den Kasseneinsätzen des Tages landeten ebenfalls im Tresor.

Um 19:30 Uhr waren nur noch Norbert und sein Sohn im Markt. Dieser verließ jedoch kurz darauf den Laden und Norbert sagte zu ihm, er sollle ruhig schon mal vorgehen, er komme gleich nach. Also fuhr der Sohn schon mal los Richtung nach Hause und Norbert verblieb allein im Markt. Am Abend gab es aufgrund des Gewerbegebiets dort auch nur noch sehr wenig Verkehr.

 Nach der Rekonstruktion der Ermittler und in vielen Spuren am späteren Tatort ging es dann wohl folgendermaßen weiter. Norbert saß noch im Büro und muss den Täter irgendwann gehört haben. Wie der sich jetzt Zugang verschafft hat, kann man nicht genau sagen, vielleicht durch die Personaleingangstür. Dieser durchwühlte wohl erst einmal die Spinte und hatte es dann auf den Tresorraum abgesehen.

 Der Softballschläger kam auch zum Einsatz. Vermutlich wollte sich Norbert damit verteidigen, doch der Täter entwand ihm diesen und nutzte ihn dann für sich. Er gelangte an die Tresorschlüssel und musß Norbert in dieser Zeit bereits mit dem Schläger mehrfach traktiert haben, damit dieser ihm nicht in die Quere kam.

 Aber Norbert war C und muss immer wieder aufgestanden sein. Er wollte es wohl nicht so einfach auf sich sitzen lassen, dass der Täter nicht nur die Tageseinnahmen, sondern auch die Einnahmen des Wochenendes stahl. Jedoch könnte er auch vielleicht schon so schwer verletzt gewesen sein, dass er einfach nur noch versuchte, Hilfe für sich selbst zu rufen.

 Da es keine Kameraufzeichnungen gibt, ist beides durchaus denkbar. Auch im Umkleidebereich und im Badezimmer, im Gang und auch auf den Geländer fand man Blutspuren. Der Täter muss immer weiter auf Norbert eingeschlagen haben. Doch nicht nur das, als er merkte, das reicht wohl nicht, hat er dann auch Norbert mit Messern traktiert.

 Man fand nämlich später zwei abgebrochene Messer, mit denen er wohl sozusagen als letzten Akt außer Gefecht gesetzt werden sollte, was dem Täter auch gelang. Als Norbert sich nicht mehr rührte und vermutlich verstarb, ganz alleine eventuell wusch sich der Täter noch das Blut seines Opfers im Badezimmer ab. Sehr wahrscheinlich hatte der Täter auch blutverschmierte Kleidung.

 Zu Hause in Hassenberg machte sich seine Frau langsam Sorgen. Es war schon Uhr. Hatte ihr Mann noch so lange im Markt zu tun? Es war jetzt für Norbert nicht so ungewöhnlich, auch am späten Abend mal dort im Büro zu sitzen, aber sie konnte ihn auch nicht erreichen, weder im Büro auf dem Telefon noch auf seinem Handy. Und da es in der Vergangenheit Herzprobleme gegeben hatte, war die Sorge natürlich umso größer, dass irgendwas passiert sein könnte, weil mit so einem Überfall rechnet ja auch nicht wirklich jemand. Gegenzig Uhr rief

Norberts Ehefrau einen ihrer Söhne an und bat ihn im Markt vorbeizuschauen. Und die Angst war sehr groß eben, dass etwas passiert sein könnte. Und schnell machte er sich auf den Weg zum Markt. Was er dort jedoch sah, sollte in seinen Erinnerungen ihn nie wieder los werden, denn dort angekommen rief er seinen Vater, aber dieser hat nicht geantwortet.

 Die Tür zum Büro war geöffnet und Norberts damalsjähriger Sohn hat seinen Vater am Boden liegend sehen mit dem Kopf im geöffneten Tresor. Und er fasste seinen Vater auch an und schaute, ob er ihm irgendwie helfen konnte, ob er noch lebt, aber er war in diesem Moment so durcheinander, dass er etwas tat, was ihm später so ein bisschen zum Verhängnis werden sollte.

Er rief zuerst seinen Bruder an und danach die Polizei, wie er sich in einem Interview mit der neuen Presse erinnert. Er wollte dann in einem Telefonbuch die Nummer der Koboger Polizei heraussuchen und lehnte sich dabei aber über ein Geländer und erst später sah er, dass auch das Geländer voller Blut gewesen war.

 Sein weißer Pullover trug nun einen schrägen, blutigen Streifen mit sich. Mittlerweile wurde natürlich auch die Polizei verständigt und Norberts Sohn hörte in der Toilette das Wasser laufen. Er hatte große Angst, dass der Täter noch da sein könnte und griff sich aus Furcht auch ein Messer. Und so fanden ihn natürlich auch dann die Polizisten vor.

 Er konnte ja nicht wissen, ist das jetzt die Polizei, die da reinkommt und darumläuft oder vielleicht der Täter? Und für die Beamten war der Sohn natürlich jetzt ein Verdächtiger, Blut am Pullover, das Messer in der Hand, dazu ein nah Verwandter und derjenige, der den Vater eben ja auch zuletzt gesehen hatte. Aber das war noch nicht alles. Die Nacht zum 14.

 November 2006 verbrachte der Sohn von Norbert dann in Koburg in einer Zelle und bei der Vernehmung durch einen Polizisten wurde ihm mitgeteilt, dass es einen Indizienprozess gäbe, wenn er nicht geständig sei. Hauptsache die Quotestimme. Was aus dieser Verdächtigung wurde, dazu kommen wir später noch mal. Für die Polizisten vor Ort war es damals das brutalste, was sie je erlebt hatten oder gesehen hatten an einem Tatort.

 Das muss schon was heißen für die Polizei. Alles war durchwühlt an den Wänden und auf dem Boden. Überall war Blut verteilt und dass es einen Kampf gegeben haben musste, stand außer Frage. Und die Blutspur zeichnete das Bild eines zweifelten Kampfs ja, um das Leben von Norbert. Also, der muss wirklich so gekämpft haben, immer wieder aufgestanden sein und wollte vielleicht auch Hilfe holen.

 gelang ihm nicht und der muss wirklich unfassbar doll ähm traktiert worden sein. Er starb an schwersten Kopfverletzungen und Schädelfraktoren durch die Schläge mit dem Softboltschläger, den der Täter übrigens mitgenommen hat. Zudem wurden mehrere Messer ja genutzt, das hatte ich ja eben schon erwähnt, die bei der Tat abgebrochen waren und sogar in Norberts Körper verblieben sind.

 Er muss also wirklich sehr qualvoll gestorben sein. Das mag man sich gar nicht vorstellen. Und die Ermittler gingen aufgrund der Spurenlage davon aus, dass es sich aber um einen Einzeltäter gehandelt haben muss, der wohl aber nicht mit der Absicht in den Laden gekommen war, um Norbert zu töten. Schließlich hatte er gar kein eigenes Tatwerkzeug dabei.

Alles stammte ja aus dem Besitz der Othengers und er brachte Norbert ja nicht nur um, sondern räumte auch zusätzlich noch den Tresor leer. Darin befanden sich ja die Tageseinnahmen und die Einnahmen vom Wochenende. Das waren wohl ca. 35 bis 38 000 €. Da gibt’s verschiedene ähm Beträge, die da immer wieder genannt worden sind.

 Der Täter muss auch entweder selbst ein Fahrzeug dabei gehabt haben oder jemand muss ihn abgeholt haben, denn er hat ja die Kasseneinsätze, die mit den Namen der Kassiererin beschriftet gewesen waren, auch mitgenommen. Und diese Einsätze hätten nicht mal eben in den Standardrucksack gepasst. Das waren fünf Stück sowie weiteres Bargeld.

 Das war sehr sperrig und der Softballschläger wurde ja auch noch mitgenommen und all das wurde ja nie wieder gefunden. Er muss also irgendwie eine Möglichkeit gehabt haben, das alles zu transportieren. Man sicherte auch über 726 Spuren im Supermarkt und prüfte über 26 000 Verbindungsdaten von Mobiltelefonen aus der damaligen Nacht.

Auch versuchte man noch die Kasseneinsätze und den Softballschläger zu finden und durchwülte auf einer Müllhalde in Blumenrot sogar hundert Tonnen Müll. Der wurde auch umgegraben, aber es führte zu keinem Erfolg. Auch fand sich ein blutiger Schuhabdruck am Tatort. Dieser Abdruck passte zu einem Herrenmodell der Firma Rika in Größe 43.

Es konnte hier jedoch nicht ausgeschlossen werden, daß der Schuhadruck vielleicht auch von einem Polizisten stammen könnte. Für Familie Ottinger muß das Leben ja auch irgendwie weitergehen, ganz kurz danach sogar schon. Recht schnell hat man sich entschlossen, innerhalb weniger Tagen den Laden wieder zu öffnen, denn die Familie lebte ja davon.

 und sie hatte keine andere Wahl, auch die Angestellten als eben weiterzumachen und Norberts Lebenswerk zu erhalten. Das war für alle sehr, sehr schwer, diese Entscheidung nach so wenigen Tagen zu treffen, aber da hat man sehr wirtschaftlich auch gedacht und ich kann das irgendwo auch verstehen. 2007 wurde Norbert Sohn, derjenige, der ihn ja auch aufgefunden hatte, vor den Augen der Kunden im Supermarkt in Handschellen abgeführt.

 Mehrmals wurde er wieder verhört und verdächtigt und das war eine schreckliche Zeit für ihn und seine Familie, worauf ich später gern noch einmal eingehen möchte zum Ende der Folge. Glücklicherweise gelang es dann jedoch durch die vielen Spuren am Tatort die DNA des Täters sicherzustellen. Man war sich deshalb so sicher, dass diese vom Täter stammte, da sie an mehreren Stellen gefunden wurde und somit konnte man die Familie und insbesondere Norberts Sohn als Täter ausschließen.

 Im Februar 2007 wurden deshalb 2300 Männer zur freiwilligen Speichelprobe gebeten. Männer zwischen 18 und 45 Jahren mit regionalen oder persönlichen Bezug zum Markt, jemand, der eben in der Nähe wohnte, gearbeitet hat oder anderweitig Bezüge dazu hatte. Ob der Täter Norbert Ottinger kannte, dass es rein spekulativ, so die Ermittler von einem persönlichen Motiv oder einer geplanen Tat geht man aber nach wie vor nicht aus.

 Und der erste Massengentest blieb aber leider ohne Ergebnis. Auch erschienen damals natürlich nicht alle angeschriebenen Personen. Manche äußerten datrechtliche Bedenken. Das ist ja häufiger mal so, aber die Ermittler haben nicht aufgegeben. Am 2. August 2007 präsentierte man den Fall von Norbert Ottinger erstmalig in der 403. Sendung von Aktenzeichen XY ungelöst.

 10 bis 15 Menschen hatten sich nach der Ausstrahlung des Beitrags gemeldet, aber die Mitteilungen bezogen sich wohl in erster Linie auf den Softballschläger und einige teilten mit bei wem sie solch einen Schläger gesehen hatten. Auch Kripo Life hat wohl über den Fall berichtet, aber zum Täter führte all das leider nicht.

Im Mai 2008 entschloss man sich dann dazu den Fall noch mal neu aufzurollen, recht rasch, wie ich finde. In anderen Fällen braucht das manchmal Jahre, bis es dazu kommt. Und die Soku Kreisel wurde wieder aufgestockt. 700 Einzelspuren wurden da bewertet und 600 Personen vernommen. Das finde ich ist schon wirklich eine Hausnummer.

 Achtig volle Leitsordner umfasste auch der Fall Ottinger im Jahr 2008 und Kripochef Reinhard Müller äußerte damals, er persönlich sei sich sicher, dass der Täter in diesen 80 Ordnern auftauche. Es fehle allein der zündende Funke, der Hinweis zum Täter, aber es handelte sich eben um eine persönliche Meinung von dem Krichef Reinhard Müller, die nicht unbedingt belegbar gewesen ist.

Natürlich, laut einem Profiler der operativen Fallanalyse soll der Täter jung, kräftig, sportlich und technisch versiert gewesen sein. Auch suchte man nach Zeugen, denen am Tatabend vor dem Geschäft ein silberner BMW ab Baujahr 2003 aufgefallen sein könnte. Zeuginnen wollten diesen damals im Vorbeifahren vor dem Geschäft gesehen haben.

 Dazu gab es jedoch ebenfalls keine konkreten Hinweise, auch nicht nach der erstmaligen Darstellung. 2007 bei Aktenzeichen XY und einige Zeit nach dem erneuten Aufrollen des Falls wurden die Ermittlungen schon wieder eingestellt. Ein genaues Datum dazu konnte ich jetzt leider nicht finden, aber trotz der DNA Spur, die man hatte, der Massengentest, Ausschluss der Familie Ottinger, dass sie damit etwas zu tun gehabt haben und der zahlreichen Befragungen kann man wohl nicht weiter.

 Ich stell mir das beim Raubmord ohne jegliche Verbindung zwischen Opfer und Täter ohnehin echt schwer vor. Und die Ermittler wollten den Fall aber immer noch nicht aufgeben, wenn gleich erstmal alles, was man tat, so keine Früchte trug. Im Dezember 2018, also einige Zeit später, arbeiteten Spezialisten der Kriminalpolizei Koburg zusammen mit der Staatsanwaltschaft wieder intensiv an dem Fall, der mittlerweile erneut zu einem Coldase geworden war.

 Auch die Rechtsmedizin veranlasste über das LKA in Bayern Nachuntersuchung der damaligen gesicherten Tatortspuren und dabei gelang es dann die vollständige DNA des mutmaßlichen Mörders zu erhalten. Nun fragt ihr euch vielleicht, wie das sein kann. Es gab ja vor einigen Jahren schon eine DNA-Spur und diese Massengentests, aber diese DNA-Spur war vielleicht nicht gut genug, um sie beispielsweise in die Datenbank für Straftäter mal einzupflegen und auch international einzupflegen.

 Das war jetzt aber wohl möglich, allerdings auch ohne einen Treffer. Leider, da man mittlerweile auch nicht mehr davon ausging, dass der Täter ein Deutscher gewesen sein könnte, wurde seit 2019 auch auf Russisch, litauisch und Tschechisch nach dem Täter eben gefandet und man hielt es durchaus für möglich, dass der Täter aus Osteuropa stammen könnte.

 Dafür wurden Pfahnungsplakate in ganz Oberfranken, insbesondere im Bereich von Durchgangsstraßen an Tank Rastanlagen sowie bei Firmen verteilt und ins europäische Ausland übermittelt. Also auch da hat man wieder viel getan. Susanne Mechtholdt, eine der Ermittlerinnen im Fall von Norbert Ottenger, wandte sich auch noch mal an die Redaktion von Aktenzeichen XY ungelöst und 12 Jahre nach der ersten Ausstrahlung entschloss man sich dann dazu, den Fall erneut in der Sendung vorzustellen.

 Hier merkt man also wirklich schon, finde ich, zumindest das Engagement auch der Ermittler, den Täter endlich fassen zu wollen. Der neue Filmfall wurde am 9. Oktober 2019 in der 547. Sendung gezeigt und da gab es dann auch über 40 Hinweise schon während der Sendung, die bei den Ermittlern eingen und mit so einem hohen Hinweis an Aufkommen.

 Nach so langer Zeit hatte man da auch überhaupt nicht mehr gerechnet, weil 2007 war es ja relativ wenig, was da kam. Z.B. hatte ein Bekannter von Norbert Angaben gemacht, die er nicht weiter erläuterte. Diese waren der Polizei nach so vielen Jahren jedoch nicht bekannt gewesen. Mehr detaillierte Infos zu den Anrufen gab es leider nicht.

 Susanne Mechthold äußerte während der Sendung auch, dass man davon ausgehen könne, dass der Täter der nette Nachbar von nebenan sein könnte. Er könnte sich seit der Tat aber auch psychisch verändert haben oder sich vielleicht aus der Öffentlichkeit zurückgezogen haben. Auch persönliche Beziehungen können sich verändert haben.

Schließlich könnte es allein schon aufgrund der Verbringung der Gegenstände vom Tatort Mitwisser geben und sie hoffe täglich auf einen Treffer bei einem DNA Abgleich in der Datenbank eben für Straftäter z.B. und habe mittlerweile auch weitere DNA Proben von ca. 135 Personen entnommen, also vor ein paar Jahren und 161 Todesermittlungsverfahren geprüft und das alles im Rahmen der Echokreisel, also dem Colcase Management und zudem lobte man auch eine Belohnung in Höhe von 10.000 € aus.

 Und in der damaligen Sendung teilte man auch noch mal ausdrücklich mit, dass die Tat vermutlich nicht geplant gewesen war. Wie zuvor ja auch bereits angenommen, aufgrund der sehr undurchdachten Vorgangsweise könnte der Täter, so meinte sie, damals vielleicht sogar noch sehr viel jünger gewesen sein, erst zwischen 16 oder 18 Jahren alt gewesen sein.

 Und auch von dem damals so jungen Männern wurden in der heutigen Zeit DNA-Pen bzw. diese Speichelproben entnommen. Also heute sind sie ja keine jungen Männer mehr, aber eben damals gewesen. Obwohl man ja auch in diesem Fall wirklich sehr viele Befragungen durchgeführt hat. In manchen Berichten wird sogar von über 1000 gesprochen und der Fall ja öfter wieder aufgerollt wurde und neu bearbeitet wurde, hat man leider den Mörder von Norbert Ottinger bis heute nicht ausfindig machen können.

Und die Polizei ja fragt sich eben bis heute, wer hat damals am 13. November 2006 im Edikmarkt Ottinger in Mitwitz in der Straße am Riegel folgende Beobachtungen gemacht. Ist jemand im Tatzeitraum von ca. 19:30 Uhr bis 23:15 Uhr aufgefallen davor, danach oder während der Tatzeit selbst? Hat man damals eine auffällig schwer beladene Person wahrgenommen, sind Fahrzeuge aufgefallt und besonders verfügte jemand plötzlich über einen sehr hohen Bargeldbetrag, vielleicht sogar eine besonders junge Person. ist vielleicht

jemand mit blutverschmittter Kleidung aufgefallen, der sich im Nachhinein auch psychisch verändert haben könnte. Ich wollte jetzt auch noch ein bisschen auf die Situation der Familie zum Ende der Folge hineingehen. Das waren jetzt erstmal die Fragen, die Polizei unter anderem bis heute immer noch hat. Aber jetzt gehe ich noch mal so ein bisschen darauf ein, wie die Familie von Norbert das Ganze nach der Tat erlebte, was ebenfalls teils unglaublich gewesen ist.

Es wurde auch bei den Ottingers zu Hause eine Hausdurchsuchung durchgeführt. Ich schätze aber mal, das ist ein übliches Vorgehen bei so einem grausamen Mord. Da wird eben auch die Familie mit einbezogen immer mal muss da vieles ausschließen und danach aber brodelte natürlich erstmal die Gerüchteküche im Ort, erinnert sich Norberts Frau in einem Interview und auch sie glaubt an keinen geplanten Mord und zudem erinnert sie sich an ihren Mann als jemanden, der den Personal bei einem Überfall immer geraten hat, das Geld lieber

herauszugeben. Er selbst wäre dazu vermutlich jedoch nicht so einfach bereit gewesen, meinte sie. Er war ein Held”, beschreibt sie ihn, “ngin Leben immer wieder aufgerappelt.” Doch genau das könnte ihn an diesem damaligen Abend wahrscheinlich zum Verhängnis geworden sein. Und genau dieser Abend wird eben auch nie aus der Erinnerung des Sohnes verblassen, der seinen Vater am Tatort auffand.

 Und nach der Tat begann ja auch so ein Spießrutenlauf gegen ihn. Das grausamste für ihn war damals, dass er ja selbst verdächtigt wurde und die Familie hatte auch keine Ruhe gefunden, keine Möglichkeit, den Tod erstmal vom Vater oder auch vom Ehemann irgendwie zu verarbeiten, dass man nur noch funktioniert, sagten sie. Und selbst als der Sohn dann im Fokus der Ermittlungen stand und das Haus durchsucht wurde, wurde bekannt, dass das Haus auch zusätzlich abgehört worden war.

 Und erst durch diese DNA Spur wurde schließlich eben ja die Familie aus der Schusslinie gezogen, besonders der Sohn. Aber die Naben bleiben eben und selbst im Fußballverein, wo er gespielt hat, hieß es, das ist doch die Mannschaft, wo der Mörder spielt oder in der der Mörder spielt. Wenn man sowas natürlich dann mitbekommt, ist das natürlich echt schon harter Tobak, muss ich sagen.

 Und mittlerweile hat der eine Sohn von Norbert Ottenger selbst zwei Kinder und eine Partnerin. Und laut einem Bericht aus dem Jahr 2013 ist jetzt bei ihm natürlich langsam Ruhe eingekehrt, aber bis heute wüsste man eben nicht, ob man den Mörder vielleicht ja bereits die Hand geschüttelt haben könnte, auch als möglicher Kunde.

 Man kann ja nicht wissen, wer ist der Täter gewesen? ist er zurückgekehrt, lächelt der mir vielleicht im Markt ins Gesicht. Also, das sind alles so Dinge, die natürlich bis heute immer noch beschäftigen. Und auf der heutigen Webseite des Edk Ottinger, der mittlerweile natürlich modernisiert wurde und optisch nicht mehr so mit dem damaligen äh Markt vergleichbar ist, leitet aber auch heute noch der Sohn das Geschäft, der seinen Vater eben damals dort tot auffand.

 Ich weiß nicht genau, ob ich das könnte oder ob ich mich da so ein bisschen ja von frei gemacht hätte, einfach weil ich Angst hätte, dass vielleicht der Täter wieder zurückkommt. Aber nein, der Sohn leitet es weiter und somit auch das Lebenswerk seines Vaters wird fortgesetzt. Das zeigt unheimliche Courage, finde ich auch. Front.

 Das kann man mit Sicherheit nicht ähm von jedem erwarten, dass da dann ähm weitergemacht werden würde, aber er hat das Geschäft auf jeden Fall aufrecht erhalten. Und dass ich übrigens außer Norberts Namen, die Namen des Sohnes und der Ehefrau hier nicht genannt habe, war meine eigene Entscheidung.

 Die kann man überall im Internet lesen. Bei Aktenzeichen XY wurden die Namen zwar verändert, sie sind jedoch, wie ich ja gerade schon sagte, öffentlich auf jeden Fall zugänglich. Ich habe mich hier aber dagegen entschieden, weil ich nicht weiß, ob die Familie das jetzt so unbedingt gewollt hätte. Hiermit möchte ich aber ausdrücklich auch sagen, dass ich die Namen hier nicht ausgelassen habe, weil ich hier jemand aus der Familie verdächtige. Ganz im Gegenteil.

Ich glaube in diesem Fall ehrlich gesagt in keiner Weise, dass die Familie hier etwas mit diesem grausamen Mord mit dieser Tat zu tun gehabt hat. Man kann das nie ausschließen, aber es gibt DNA Spuren, die es ausgeschlossen haben. Und ich gehe nicht davon aus, dass die Familie hier in irgendeiner Art und Weise an diesem ganzen schrecklichen Vorfall beteiligt gewesen ist.

 Und hier wird es wohl auch nur noch zur Aufklärung kommen, schätze ich, wenn sich jemand bei der Polizei stellt oder vielleicht ja in einem anderen Verfahren auffällig wird, seine DNA abgeben muss und endlich in der Datenbank dann vielleicht ein Treffer gelandet werden kann. Möglicherweise ist derjenige aber auch nie wieder polizeilich in Erscheinung getreten.

 Man weiß es nicht, dann wird’s natürlich schwer, aber man kann für die Familie nur hoffen, dass das irgendwann noch mal aufgeklärt wird und auch für Norbert ähm es aufgeklärt wird, weil jemand so grausam zu töten, das muss einfach bestraft werden und dann jemand, wie ich ja auch immer wieder sage, noch zu berauben, nachdem man jemand getötet hat, finde ich wirklich setzt dem fast dann immer noch die Krone auf.

 Aber das Lebenswerk von Norbert Ottinger, das wird jedenfalls weitergeführt, auch wenn das mit Sicherheit für alle sehr schwer gewesen ist, aber auch hier beweist die Familie finde ich, eine unglaubliche Stärke und ich hoffe, dass diese irgendwann belohnt werden wird. Man hat wirklich auch von der Mittlerseite hier viel getan.

 So ein Engagement hätte ich mir mal in vielerlei anderen Fällen schon gewünscht, aber vielleicht trägt das ja irgendwann doch noch mal Früchte für alle, die daran gearbeitet haben und auch selbst für die Familie. Das würde ich allen hier von Herzen wünschen. Ich weiß, dass es eine etwas andere Folge heute gewesen ist.

 Wie gesagt schon am Anfang. Raubmorde behandeln wir hier eher seltener auf meinem Kanal, aber mir war es trotzdem wichtig, euch auch diesen Fall einmal vorzustellen, weil er eben so äußerst brutal abgelaufen ist und hier jemand umgebracht wurde, der ja es absolut nicht verdient hat. Keiner verdient es ermordet zu werden, aber ein unbescholtener Bürger, sage ich mal, der nur seine Arbeit nachgegangen ist und dann wird er so grausam getötet wegen jemand, der ja es aufs Geld abgesehen hat.

 Und das finde ich immer so traurig, dass man jemanden wirklich für ungefähr 35 bis 38 000 € so grausam ermordet hat. Also gibt’s da nicht irgendeine andere Möglichkeit, denke ich immer, aber leider gibt es solche Menschen und ähm ja, ich gehe hier auch von dem Täter aus, der das vielleicht zum ersten oder zweiten Mal auch erst gemacht hat, weil er nicht mal Tatwerkzeug dabei hatte oder irgendetwas.

 Ähm ist vielleicht davon ausgegangen, dass niemand mehr im Markt ist und dann vielleicht wirklich durch die Personaleingangstür irgendwie reingekommen ist oder wie auch immer er in den Markt kam. Aber es ist schon wirklich krass und ähm wie gesagt, ich werde es nie verstehen, wie man für Geld jemanden ermorden kann oder so grausam eben töten kann.

 Ja, ihr Lieben, das war’s jetzt mit dem Fall von Norbert Ottinger. Ähm, ich glaube, wir haben ungefähr eine halbe Stunde heute. Es wird auch mal wird auch mal wieder längere Folgen geben jetzt in nächster Zeit. Die Folge nach Norbert Ottinger wird allerdings, glaube ich, auch eine noch recht kurze Folge werden. Danach hoffe ich werden es wieder längere Folgen, aber da ihr ja wisst, ich stecke aus so ein bisschen im Umzugstress, ähm ja, muss ich immer gucken, wo ich meine Zeit hernehme.

 Aber ähm ich tue mein Bestes, dass jetzt immer wieder auch längere Folgen gibt und auch immer mal wieder aufgeklärte Fälle, aber die ungelösten Fälle so wie heute z.B. sind immer noch, finde ich, auch genauso wichtig, diese Fälle vorzustellen, weil sie eben auch Beachtung finden müssen immer mal wieder, gerade wenn sie schon ganz weit in der Versenkung wieder verschwunden sind.

 Ja, ihr Lieben, bis zum nächsten Mal. Bleibt sicher, bleibt gesund. Eure Lia. Das war wieder eine Folge von Crimetime mit Lia, deinem True Crime Podcast. Abonniere den Podcast, um keine neuen Folgen zu verpassen. Ne.

 

Disclaimer: This story is fictional and created for entertainment purposes only. Any names, characters, places, or events are fictitious or used fictitiously. No real person or organization is intended to be portrayed.

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