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Terence Hill ist fast 90 Jahre alt, und sein Leben war ziemlich traurig.

Als Terence Hill im September 2021 seine letzte Szene für dem Don Matteo drehte, stand kein spektakulärer Abschied auf dem Programm. [glocke] Kein Duell, kein großer Sturz, kein letzter Faustschlag. Nach mehr als 20 Jahren legte er die Sutane jener Figur ab, die auf dem Fahrrad durch Umbrien fuhr, Verbrechen aufklärte und den Menschen meist genauer zuhörte als die Polizei.

 Gerade diese Ruhe machte den Augenblick so deutlich. Mitzig Jahren mußte ein Mann, dessen Leinwandkörper jahrzehntelang scheinbar keiner Grenze gehorcht hatte, erstmals öffentlich anerkennen, dass Zeit und Kraft nicht unbegrenzt sind. Es war kein Zusammenbruch, sondern eine Entscheidung. Und doch führte sie direkt zu einer Frage, die weit über das Ende einer Fernsehrolle hinausging.

 Was sieht Terence Hill, wenn er heute auf den langen Weg hinter sich blickt? auf die blauen Augen, das Lachen und die Siege, aber auch auf all jene, die nicht bis hierher mitgehen konnten. Die Zuschauer haben ihn fast immer in Bewegung erlebt. Er sprang auf Pferde, wich Schlägen aus, zog schneller als sein Gegner und ließ selbst eine Prügelei wie eine ausgelassene Choreografie erscheinen.

 Neben Bad Spencer wirkte er leicht, listig und beinahe unverwundbar. Dieses Bild war so überzeugend, daß man leicht vergessen konnte, wie wenig es über den Menschen Mario Girotti erzählte, denn der Mann hinter Terence Hill wurde nicht von Unbeschwertheit geformt, sondern von Abschieden. Zuerst von einer sicheren Kindheit, dann vom eigenen Namen, später von seinem Sohn Ross und schließlich von Bot Spencer.

 Im Alter kommen auch die körperlichen Grenzen hinzu. Die eigentliche Geschichte seines Lebens handelt deshalb nicht davon, wie ein Filmheld dem Schmerz entkam. Sie handelt davon, wie ein stiller Mann lernte mit ihm weiterzugehen, ohne ihn zur Schau zu stellen. Mario Girotti kam 1999 in Venedig zur Welt. Sine Mutter Hildegard stammte aus Sachsen, sein Vater war Italiener und so führte ihn die Kindheit mitten im Krieg nach Lomatsch, unweit von Dresden.

 Zwischen 1943 und 1945 war dies nicht bloß ein deutscher Wohnort in einer internationalen Biographie. Es war der Platz, an dem ein kleines Kind begriff, daß der Himmel gefährlich werden konnte. Als Dresden im Februar 1945 bombardiert wurde, sah Mario aus der Entfernung das rote Licht über der Stadt.

 Die Familie musste in den Keller, während der Vater in Dresden arbeitete und zunächst nicht bei ihr war. Hill erzählte später, dass ihn Albträume von diesen Bombennächten noch bis weit ins Erwachsenen Alter begleiteten. Die Bilder waren nicht das nachträglich ausgeschmückte Gedächtnis eines Stars, sondern eine frühe Erfahrung von Ohnmacht, über die er in einem deutschen Fernsehinterview sehr konkret sprach.

Bericht über Hills Erinnerungen an Dresden und Gonzm. Diese Kindheit erklärt nicht jede spätere Entscheidung, aber sie macht einen Zug seines Wesens verständlicher. Hill suchte immer wieder Orte, an denen Lärm endete. Landschaften, Pferde, lange Straßen, ein Haus abseits des Betriebs. Für andere waren Wüsten und Präen Kulissen seiner Western.

 Für ihn konnten weite und Stille auch Schutz bedeuten. Wer als Kind erlebt hat, wie plötzlich eine vertraute Welt in Alarm, Feuer und Warten zerfällt, entwickelt möglicherweise ein anderes Verhältnis zufrieden. Bei Hill wurde daraus keine laute Botschaft und kein öffentlich gepflegtes Trauma. Er sprach darüber selten, dann aber ohne romantische Verklärung.

 Krieg bedeutete für ihn nicht Abenteuer, sondern Angst. Und seine spätere Ablehnung des Geschäfts mit Waffen hatte einen sehr persönlichen Ursprung. Auch der Weg vor die Kamera begann keineswegs als geradliniger Aufstieg. Mario war erst zwölf Jahre alt, als er für Vakanze Call Gangster ausgewählt wurde.

 Von außen sieht ein solches Debüt wie der frühe Beweis einer Bestimmung aus. Er selbst erinnerte sich jedoch an Unsicherheit, Anspannung und an das Gefühl, in der Schauspielerei zunächst gar nicht zu Hause zu sein. Vor Drehs reagierte sein Körper mit Unwohlsein und Fieber. Die Kamera, die später jede kleine Bewegung seines Gesichts lieben sollte, machte ihm Angst.

 Er spielte weiter, weil Arbeit Einkommen bedeutete und weil sich Möglichkeiten öffneten. Nicht, weil er als Kind bereits vom Ruhm überzeugt gewesen wäre. Das verändert den Blick auf seine spätere Leichtigkeit. Sie war kein Geschenk, das ohne Mühe vorhanden war. Sie musste gegen eine tiefe Hemmung erarbeitet werden.

 Für Micha Gott vergibt, Django nie. Im Jahr 1967 hielten die Produzenten den Namen Mario Girotti für zu Italienisch, um einen Western international zu verkaufen. Wie viele Darsteller jener Zeit sollte er ein amerikanisch klingendes Pseudonym annehmen? Aus einer Liste möglicher Namen wählte er Terence Hill. Die Entscheidung mußte schnell fallen.

Später wurde daraus eine der bekanntesten Marken des europäischen Kinos. Doch damals bedeutete sie zunächst eine berufliche Anpassung. Ein Teil seiner Herkunft verschwand vom Plakat, damit der Film fremder, größer und vermeintlich amerikanischer wirkte. Mit Hill bewahrte er wenigstens eine leise Verbindung zu seiner Mutter Hildegard.

 So begann die Welt ein seinen Mann zu feiern, dessen berühmtester Name selbst aus einer kleinen Erfahrung des Verlustes entstanden war. Am selben Set in Almeria begegnete er Carlo Pedasoli. Auch dieser trug bald einen neuen Namen, Bud Spencer. Die beiden hatten sich als junge Männer schon im Umfeld eines römischen Schwimmereins gesehen und 1959 sogar am selben Film mitgewirkt, ohne einander wirklich kennenzulernen.

 Das war erst 1967 standen sie unmittelbar zusammen vor der Kamera. Der eine war massig, wortkack und wirkte schon im Stillstand wie eine Wand. Der andere war schmal, schnell und beobachtete jede Lücke. Ihre erste gemeinsame Filmszene war ausgerechnet ein Kampf. Aus der kurzfristigen Besetzung entstand eine Partnerschaft, die keiner der beiden planen konnte und die Hill in seiner eigenen Rückschau als glücklichen Wendepunkt beschreibt.

Terence Hills offizielle Erinnerung an das Duo. Entscheidend war nicht nur der Gegensatz ihrer Körper. Zwischen ihnen entstand ein Rhythmus, in dem keiner den anderen verdrängen mußte. Bats Wucht ließ Terens Beweglichkeit heller erscheinen. Terenses Schlauheit gab Butts scheinbarer Grobheit Raum für Wärme.

 Wut in die rechte und die linke Hand des Teufels, vier Fäuste für ein Halleluja, zwei Himmelhunde auf dem Weg zur Hölle oder das Krokodil und sein Nilpferd wurde Gewalt in eine fast musikalische Komik verwandelt. Die Schläge waren laut, aber die Welt dieser Filme blieb merkwürdig tröstlich. Die Mächtigen bekamen ihre verdiente Abreibung, Freunde hielten zusammen und am Ende konnte ein Teller Bohen wichtiger sein als Geld.

Für Mario war das die Phase, in der die Arbeit, vor der er sich einst gefürchtet hatte, erstmals mit echtem Vergnügen verbunden war. Der Erfolg derziger under Jahre brachte jedoch eine neue Form der Enge. Terence Hill gehörte zeitweise zu den bestbezahlten Stars des italienischen Kinos. Überall erkannte man das schmale Gesicht und die auffallend blauen Augen, die selbst kurz vor einem Faustkampf noch ein Lächeln anzukündigen schienen. Dobdent.

 Diese Augen wurden zu einem Versprechen. Wo Hill auftauchte, würde die Lage leichter werden. Für einen eher zurückhaltenden Menschen konnte genau dieses Versprechen zur Belastung werden. Er wollte das Publikum nicht mit den eigenen dunklen Phasen konfrontieren und gewöhnte sich daran, Erschöpfung oder Niedergeschlagenheit hinter jener kontrollierten Heiterkeit zu verbergen, die von ihm erwartet wurde.

 Das Lächeln war echt, aber es zeigte nie den ganzen Menschen. 1967 im Jahr seines ersten Films mit B Spencer heiratete er Lori Zwickelbauer. Die Ehe begann also genau in jenem Moment, indem aus Mario Giirotti die internationale Filmfigur Terence Hill wurde. Lori kannte nicht nur den gefeierten Mann, sondern auch den Menschen vor und hinter diesem Namen.

1969 wurde ihr Sohn Jazz geboren. Einige Jahre später nahmen sie Ross bei sich auf und adoptierten ihn. In einer Karriere, die ständig neue Dreorte, neue Figuren und lange Abwesenheiten verlangte, war die Familie keine hübsche Ergänzung des Erfolgs. Sie war der Ort, an dem Hill nicht schneller, witziger oder stärker als jemand anderes sein musste.

 Ross wuchs nicht völlig außerhalb der Filmwelt auf. Er besaß Scharm, Neugier und eine natürliche Präsenz vor der Kamera. In keiner Haut wie Don Camilo spielte er an der Seite seines Vaters. Später war er in Renegade zu sehen. Besonders Renegade erhielt dadurch eine Ebene, die heute kaum ohne Beklemmung anzusehen ist. Vater und Sohn teilen Bilder einer Reise, während das wirkliche gemeinsame Leben schon wenige Jahre später gewaltsam enden sollte.

Ross war für eine weitere Aufgabe vorgesehen. In dem von Terence Hill geplanten Lucky Luke Projekt sollte er Billy the Kid spielen. Es ging also nicht nur um einen Jugendlichen, der gelegentlich am Set vorbeischaute, Bos Achend. Vor ihm lag eine Möglichkeit, den eigenen Weg in jener Welt zu finden, die sein Vater geprägt hatte. Am 30.

Januar 1990 war Ross 16 Jahre alt. Auf dem Rückweg zu seinem College in Massachusetts geriet das Auto auf vereister Fahrbahn außer Kontrolle und brallte gegen einen Daumen. Ross und sein Freund Kevin, der mit ihm unterwegs war, starben infolge des Unfalls. Innerhalb weniger Augenblicke brach eine Zukunft ab, über die die Familie gerade erst zu sprechen begonnen hatte.

Kostüme, Pläne und eine mögliche Filmrolle verloren jede Bedeutung. Für Terence Hill blieb nicht der Schauspieler zurück, der eine schwierige Szene bewältigen mußte, sondern ein Vater, der erfuhr, dass sein Kind nicht nach Hause kommen würde. Nichts in seinen Film hatte ihn auf diese Nachricht vorbereiten können.

 Seine Figuren standen nach jedem Schlag wieder auf. Der Tod von Ross kannte keinen Saar zweiten Take. Say Him die. Hill fiel in eine schwere Depression und zog sich über längere Zeit aus der Öffentlichkeit zurück. Die Familie suchte Abstand zum Betrieb, unter anderem in der Weite von New Mexico.

 Doch Entfernung ist bei Trauer kein Ausgang. Man kann Hollywood verlassen, Telefone nicht beantworten und auf einer Ranch den Horizont betrachten. Die Tatsache reist mit. Ross fehlte am Frühstückstisch, in Gesprächen mit Jazz, in den Vorbereitungen zu lernen Lucky Luke und in jeder Vorstellung dessen, was in einem Jahr oder in 10 Jahren hätte sein können.

Besonders quälend war die Nähe zwischen Vaterliebe und Film. Hill hatte Ross an Sets herangeführt, mit ihm gespielt und ihm in einem eigenen Projekt eine Rolle zugedacht. Nach dem Unfall konnten gerade die schönen gemeinsamen Pläne zu Fragen werden, auf die es keine Antwort gab.

 Hatte er den Sohn zu früh in seine Welt gezogen? Hatte die Berühmtheit des Vaters Erwartungen geschaffen? Juran, hätte ein anderes Leben irgendetwas verändert? Solche Gedanken beweisen keine Schuld und objektiv lag die Ursache des Unfalls auf einer vereisten Straße. Aber Trauer hält sich nicht immer an objektive Grenzen. Ein Vater kann wissen, dass er das Geschehene nicht verursacht hat und sich dennoch an jeder früheren Entscheidung wundreiben.

 Auch innerhalb der Familie entstand kein gemeinsames Drehbuch dafür, wie man einen solchen Verlust überlebt. Terence, Lorry und Jess len nicht im gleichen Takt. Hill beschrieb später, wie schwer es nach Ross tot war, überhaupt mit dem älteren Sohn zu sprechen. Er sah Jazz Verzweiflung, kannte die eigene und fürchtete durch Worte nur Schmerz zu Schmerz zu addieren.

 So entfernten sich Menschen, die einander brauchten, zeitweise in derselben Stille voneinander. Erst allmählich konnten sie wieder über Ross reden. Arbeit und Glaube halfen Hill, nicht vollständig in der Depression zu versinken. Sie löschten den Verlust nicht, gaben dem Tag aber erneut eine Form. Bericht über Hills Aussagen zur Zeit nach Ross Tod.

 Für die Ehe mit Lorry bedeutete diese Zeit eine Belastung, die sich kaum mit gewöhnlichen Beziehungskrisen vergleichen lässt. Beide hatten dasselbe Kind verloren, aber niemand kann den Schmerz des anderen vollständig tragen. Es gab lange Phasen der Niedergeschlagenheit und des Schweigens. Gerade Schweigen kann in einer Ehe gefährlich werden, weil es von außen wie Distanz aussieht und im Inneren doch der unbeholfene Versuch sein kann, den anderen nicht zusätzlich zu verletzen.

Terence und Lori entschieden sich nicht für eine dramatische öffentliche Erzählung über Rettung. Sie blieben. Fast sechs Jahrzehnte nach ihrer Hochzeit ist dieses Bleiben keine romantische Behauptung, sondern eine Folge zahlloser Tage, an denen beide mit derselben lehren Stelle im Familienleben weiterleben mussten.

 Die Arbeit an Lucky Luke ging schließlich weiter, doch nun ohne den Jugendlichen, der Billy the Kid hätte werden sollen. Terence Hill führte Regie und übernahm die Hauptrolle. Die Produktion in New Mexiko verlangte genau jene doppelte Verantwortung, die in seiner seelischen Verfassung besonders schwer wog.

 Von außen konnte die Rückkehr wie professionelle Disziplin aussehen. Innerlich war jeder Schritt mit einer Abwesenheit verbunden. Eine Filmproduktion ist darauf eingerichtet, fehlende Darsteller zu ersetzen, Zeitpläne anzupassen und Szenen neu zu verteilen. Eine Familie kann das nicht. Der fertige Film war deshalb kein Beweis, dass Hill den Tod seines Sohnes hinter sich gelassen hatte.

 Nicht Chandonton. Er zeigte nur, dass ein Mensch handeln kann, obwohl ein Teil seines Lebens unwiderruflich stehen geblieben ist. 1994 kam es noch einmal zu einem gemeinsamen Film mit Bud Spener. Die Troubleemaker war nicht einfach die Wiederholung einer erfolgreichen Formel. Terence führte Regie, Jess arbeitete am Drehbuch mit und Bads Sohn Giuseppe war an der Produktion beteiligt.

 Damit wurde der Film zu einer Familienarbeit zweier Männer, deren öffentliches Bild stets von Freundschaft bestimmt gewesen war. Ross blieb abwesend, doch die Zusammenarbeit mit Jazz gab dem Weiterarbeiten eine andere Bedeutung. Der Sohn stand nicht bloß im Schatten des berühmten Vaters, sondern beteiligte sich an der Gestaltung.

 B wiederum brachte jene Verlässlichkeit zurück, die Hill mit der glücklicheren Phase seines Berufslebens verband. Der Film konnte den verlorenen Sohn nicht ersetzen. Er verband aber Menschen, die nach dem Verlust noch da waren. Einige Jahre später fand Hill eine Figur, die kaum jemand als logische Fortsetzung des blauäugigen Westernhelden erwartet hätte.

 Seit 2000 spielte er Don Mattho, einen Priester, der Fahrrad fuhr, ermittelte und Konflikte eher durch Aufmerksamkeit als durch körperliche Überlegenheit löste. Die Schnelligkeit war noch vorhanden, aber sie hatte ihre Richtung geändert. Früher wich Hill einem Schlag aus. Nun bemerkte seine Figur einen Blick, eine Lüge oder eine Notlage.

 Das Publikum nahm diese Veränderung an. Don Matteo wurde über mehr als zwei Jahrzehnte zu einer der vertrautesten Fernsehfiguren Italiens. Vielleicht lag darin auch eine späte Antwort auf Hills eigene Geschichte. Nach all den Filmen, in denen Probleme mit choreografierter Kraft gelöst wurden, spielte er einen Mann, dessen wichtigste Fähigkeit das Zuhören war.

 Der Erfolg verlangte allerdings einen hohen Einsatz. Tasten die eine Fernsehstaffel besteht nicht aus den wenigen leichten Minuten, die am Ende auf dem Bildschirm bleiben. Sie bedeutet frühe Drehbeginne, viele Wiederholungen, Ortswechsel, lange Tage und Monate fern vom eigenen Alltag. Hill bewältigte dieses Pensum bis in seine 80er Jahre.

 Als er twound nach mehr als 250 Episoden seine letzte Szene drehte, war der Abschied deshalb keine Kapitulation vor einer einzelnen öffentlich bekannten Krankheit. Er war die nüchterne Anerkennung, dass der Körper längere Erholungszeiten brauchte und die gemeinsame Zeit mit Lorry nicht beliebig verschoben werden konnte. Die Produktion bestätigte damals das Ende seiner über 20-jährigen Era in der Serie.

 Meldung zu Hills letzter Don Matteoszene. An diesem Punkt wird Alter für einen Schauspieler sehr konkret. Drino wie die Bulno undisch. Es zeigt sich nicht nur in grauem Haar oder langsameren Schritten, sondern in der Rechnung hinter jeder Entscheidung. Wie viele Stunden kann der Körper noch im Kostüm verbringen? Wie lange dauert die Erholung nach einem Drehtag? Lohnt ein Projekt mehrere Monate Trennung von der Familie? Hill hatte in jungen Jahren viele Stuns selbst ausgeführt.

 Stürze vom Pferd, Sprünge, Schläge und harte Landung wurden für die Kamera wiederholt. Oft Bedingungen, die mit heutigen Sicherheitsstandards kaum vergleichbar sind. Damals verwandelte der Schnitt die Belastung in Spaß. Im Alter bleibt vom Schnitt nichts übrig. Der Körper bewahrt seine eigene wortlose Fassung der Dreharbeiten.

 Es wäre jedoch falsch, daraus ohne gesicherte Grundlage eine Liste dramatischer Diagnosen zu machen. Über konkrete schwere Erkrankungen hat Hill sein Privatleben nicht in eine öffentliche Krankenakte verwandelt. Brandende sichtbar ist vor allem ein natürlicher Rückgang der Belastbarkeit. Er bewegt sich bedachter, wählt seltener und achtet stärker darauf, wie viel ein Vorhaben von ihm verlangt.

 Darin liegt eine besondere Härte für jemanden, dessen Markenzeichen Geschwindigkeit war. Ein Sänger kann ein Lied langsamer interpretieren und ihm neue Tiefe geben. Ein Actiondarsteller wird an einem jüngeren Bild seiner selbst gemessen, das endlos wiederholt wird. Im Fernsehen springt der dreißigjährige Terence jeden Feiertag erneut aufs Pferd, während der wirkliche Mann längst mit den Grenzen eines über 80jährigen Körpers lebt.

 Unter all diesen Abschieden nahm der Tod von Bud Spencer eine eigene Stellung ein. Bad war weder Ersatz für Ross, noch bloß ein Kollege aus erfolgreichen Jahren. Er war der einzige Mensch, der genau wußte, wie es sich angefühlt hatte, aus Carlo und Mario, jene beiden Figuren zu machen, die Millionen Menschen liebten.

Gemeinsam hatten sie den Wechsel der Namen, die staubigen Sets, den plötzlichen Welterfolg und die Erwartungen an ihr Duo erlebt. Selbst wenn sie später getrennte Projekte verfolgten, blieb diese gemeinsam gebaute Welt bestehen. Wenn einer von ihnen auf einer Bühne erschien, war der andere in der Erinnerung des Publikums fast automatisch anwesend.

 Deshalb konnte BZ Tod nicht nur einen Freund nehmen. Er veränderte rückwirkend einen großen Teil von Hills eigener Lebensgeschichte. Am 27. Juni 2016 starb Carlo Pedasoli im Alter von 86 Jahren. Die Nachricht erreichte Terence Hill an einem Ort, der kaum symbolischer hätte sein können. Er hielt sich in Almeria auf und suchte Dreorte für den Film, der später, “Mein Name ist Somebody” heißen sollte.

 Dort in derselben spanischen Landschaft hatte die eigentliche Partnerschaft der beiden 1967 begonnen. Butz Sohn Giuseppe rief an und teilte ihm mit, dass sein Vater gestorben war. Dos Hamtonus. Für einen Augenblick lagen Anfang und Ende amselben Ort. Die Wüste, die Hill bisher als Schauplatz einer glücklichen, beruflichen Fügung erinnert hatte, wurde nun zum Raum einer endgültigen Nachricht.

 Später sagte er, nach Kummer und Schmerz habe er dort auch eine große Ruhe empfunden, weil ihm nichts mehr rein zufällig erschien. Hills Erinnerung an den Anruf in Almeria. Bei der Trauerfeier erzählte Hill eine scheinbar kleine Tatsache. Wir haben uns nie gestritten. Nach all den inszenierten Ohrfeigen und Prügeleien war dies die vollkommenste Umkehr ihres Leinwandbildes.

Gemeint war nicht, dass zwei Menschen über Jahrzehnte immer derselben Meinung gewesen wären. Der Satz beschrieb eine Beziehung, in der Unterschiedlichkeit nicht in Konkurrenz umschlagen musste. Buchte Terence nicht kleiner zu machen, um selbst groß zu wirken. Harence musste But nicht überholen, um seinen Platz zu behalten.

Ihre Rollen lebten vom Konflikt, ihre Freundschaft vom Respekt. Gerade weil der Satz so schlicht war, eignete er sich besser als jede feierliche Überhöhung, um zu erklären, was Hill verloren hatte. Der Verlust traf ihn im Alter anders als der Tod von Ross. Nach dem Unfall seines Sohnes war da eine Zukunft, die auf brutale Weise nicht stattfinden durfte.

 Bei Buddh endete ein langes erfülltes Leben, aber mit ihm verschwand der letzte andere Zeuge einer einzigartigen gemeinsamen Erfahrung. Niemand sonst konnte sich aus der gleichen Perspektive an den ersten formellen Gruß am Set, das improvisierte Timing einer Szene oder den Augenblick erinnern, indem beide merkten, dass ihre Gegensätze funktionierten.

Erinnerung wurde nun einseitig. Hill konnte Geschichten erzählen, doch Bart konnte sie nicht mehr ergänzen, korrigieren oder mit einem knappen Kommentar zum Lachen bringen. Das ist eine besondere Einsamkeit des Alters. Nicht nur Menschen gehen, sondern auch die Hälfte eines gemeinsamen Gedächtnisses.

 Hill setzte den Film in Almeria fort. “Mein Name ist Somebody. Zwei Fäuste kehren zurück”, wurde Bud Spencer gewidmet und entwickelte sich dadurch zu mehr als einem späten Road Movie. Die Fahrt durch die Wüste war nun auch ein Abschied, ohne Bad durch eine andere Figur zu ersetzen. Terence übernahm Verantwortung für das, was geblieben war.

 Seine eigene Art zu erzählen, die Landschaft ihrer Anfänge und die Zuneigung des Publikums. Dass er nach der Nachricht weiterarbeitete, wiederholt in gewisser Weise die Erfahrung nach Ross, aber mit einem wichtigen Unterschied. 1990 konnte Arbeit vor allem halt gegen den Absturz geben. Sie zur bewussten Form des Gedenkens. Das gleiche Handeln, einen Film fertigzustellen, trug nun eine andere Bedeutung.

Sein Verhältnis zum eigenen Namen erhielt im Alter ebenfalls eine neue Wendung. Jahrzehntelang war Terence Hill weltweit berühmter gewesen als Mario Girotti. Was 1967 als schnelle Forderung eines Produzenten begonnen hatte, ließ sich nicht zurücknehmen. Der Kunstname war längst Teil seines Lebens geworden, aber Mario verschwand nicht.

 Er blieb in der deutschen Sprache seiner Mutter in den Erinnerungen an Lom und in der privaten Familie erhalten. Nahm Hill zusätzlich die deutsche Staatsangehörigkeit an und bezeichnete dies als Bekenntnis zu seinen Wurzeln. Der Mann, der für den internationalen Markt einst einen italienischen Namen ablegen sollte, entschied hohen Alter selbst, eine weitere Seite seiner Herkunft offiziell sichtbar zu machen.

Das ist kein Auslöschen der alten Kränkung, wohl aber eine Form von Selbstbestimmung, die er damals nicht besessen hatte. Heute lebt Hill weitgehend außerhalb des täglichen Medienbetriebs. Die Zurückhaltung ist nicht erst mit dem Alter entstanden, doch sie passten nun zu den begrenzteren Kräften und zu seiner Priorität, Zeit mit Lorry und der Familie zu verbringen.

 Fast 60 Ehejahre bedeuten in ihrem Fall nicht, dass alles leicht gewesen wäre. Sie umfassen Dreharbeiten auf mehreren Kontinenten, den Druck des Roms, die Erziehung zweier Söhne, den Tod von Ross und die Jahre, in denen jedes Familienmitglied einen eigenen Weg durch dieselbe Trauer suchen musste.

 Im Alter sitzen Terence und Lori nicht deshalb nebeneinander, weil das Leben ihre Ehe verschont hätte. Sie sitzen dort, weil sie nach dem Schlimmsten nicht voneinander fortgingen. Wenn Hill über sein Leben spricht, klingt deshalb selten Verbitterung. Das darf man nicht mit Schmerzlosigkeit verwechseln. Dankbarkeit bedeutet bei ihm nicht, dass der Tod von Ross einen Sinn bekommen hätte oder But weniger fehlte.

 Sie ist eher die Entscheidung, das Vorhandene nicht ebenfalls an das Verlorene abzugeben. Er kann sich über einen Film, eine Begegnung oder eine Landschaft freuen, ohne die Abwesenden zu vergessen. Seine Ruhe wirkt dadurch nicht wie das glückliche Ende einer einfachen Heldengeschichte. Sie ist eine erarbeitete Haltung.

 Der Mensch hat keine Macht darüber, welche Narben bleiben, aber er kann verhindern, dass sie zu seiner einzigen Identität werden. Noch schwerer wiegt die wachsende Zahl lehrer Plätze. Mit 87 Jahren gehört Hill zu den letzten wehin bekannten Gesichtern einer Filmwelt, in der er als sehr junger Mann begonnen hatte.

 Manche Kollegen starben früh, andere nach langem Leben. Für den Überlebenden bleibt das Ergebnis ähnlich konkret. Ein Anruf ist nicht mehr möglich. Ein Wiedersehen wird zur Erinnerung und bei Jubiläen spricht man zunehmend über Menschen in der Vergangenheitsform. Diese Architektur der Abwesenheit besteht nicht aus einer einzigen großen Tragödie. Sie wächst Raum für Raum.

 Der Sohn fehlt in der Familie. But im gemeinsamen Gedächtnis. frühere Weggefährten an den Orten, an denen einmal gearbeitet und gelacht wurde. Alter bedeutet für Hill damit nicht nur schwächer zu werden, es bedeutet immer mehr Erinnerungen allein tragen zu müssen. Und dennoch fühlt er sich, wie er angedeutet hat, nicht vollständig verlassen.

 Sein Glaube, der ihm nach Ross Tod half, gibt dem Abschied eine andere zeitliche Dimension. Tod ist darin kein Beweis, dass eine Beziehung bedeutungslos geworden wäre. Ross bleibt sein Sohn, auch wenn kein neues gemeinsames Erlebnis hinzukommt. But bleibt der Freund, auch wenn nur einer von beiden noch von Almeria erzählen kann. Diese Haltung schützt nicht vor Trauer, aber sie verhindert, dass dass Abwesenheit mit Nichtigkeit verwechselt wird.

 Vielleicht kann Hill deshalb alte Filme ansehen, ohne ausschließlich das Ende zu sehen. In ihnen bewegen sich die Verstorbenen weiter, nicht als Ersatz für das Leben, sondern als genaue Spur dessen, was wirklich zwischen Menschen stattgefunden hat. Vielleicht erklärt das auch, warum sein Abschied von Donathofiel. Nach einem Leben voller abrupter Verluste wollte er wenigstens diesen Übergang selbst bestimmen.

 Er wartete nicht, bis Krankheit oder Erschöpfung eine Produktion zum Abbruch zwang. sondern gab die Rolle ab, solange ein würdiger Abschluss möglich war. Damit entschied er sich zugleich für Lorry, für den privaten Alltag und für eine Zeit, die nicht mehr vollständig dem Drehplan gehören sollte. Der junge Mario hatte gespielt, obwohl er sich vor der Kamera fürchtete und Geld verdienen musste. N macht dann.

 Der alte Terence konnte nun sagen, wann genug war. Zwischen diesen beiden Punkten liegt nicht nur eine Karriere, sondern ein Stück zurückgewonnene Freiheit. Seine Bilanz ist deshalb weder düster noch markellos versöhnt. Einige Wunden schließen sich nicht. Der Tod eines Kindes wird nicht durch Erfolg ausgeglichen und ein lebenslanger Freund lässt sich nicht durch Applaus ersetzen.

Auch Dankbarkeit macht einen alternden Körper nicht wieder schnell. Hill scheint all das anzunehmen, ohne die Rechnung künstlich schön zu reden. Er schaut auf die Vergangenheit wie auf eine lange Straße. Manche Abschnitte führen durch helles Gelände, andere durch Nächte, in denen der Himmel rot wird.

 Und an einer Stelle bleibt für immer ein Platz im Wagen leer. Entscheidend ist nicht so zu tun, als sei jede Strecke gut gewesen. Entscheidend ist, dass er die schmerzhaften Abschnitte nicht aus seiner Geschichte herausschneidet. und

 

Disclaimer: This story is fictional and created for entertainment purposes only. Any names, characters, places, or events are fictitious or used fictitiously. No real person or organization is intended to be portrayed.

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