News

Terence Hill ist fast 90 Jahre alt, und sein Leben ist wirklich traurig.

Der Name Terence Hill ist für Millionen Menschen mit etwas Leichtem verbunden, mit einem schnellen Lächeln, blauen Augen, einem ironischen Blick und jener scheinbaren Mühelosigkeit, mit der er sich durch Prügeleien, Westernstädte und absurde Situationen bewegte. Doch wenn man Mario Girirotti, den Mann hinter dem Künstlernamen, nicht nur über seine Filme betrachtet, sondern über die Verluste, die ihn begleitet haben, entsteht ein anderes Bild.

 Kein Gegenbild zu dem fröhlichen Helden, sondern die Geschichte eines Menschen, der sehr früh lernen mußte, daß Sicherheit verschwinden kann, dass Nähe keinen Schutz vor Verlust bietet und dass ein öffentliches Lächeln nicht bedeutet, dass im Inneren nichts schweres geblieben ist. Mario Girotti wurde 1939 in Italien geboren und Germun.

 Seine Mutter war Deutsche und seine frühe Kindheit führte ihn in eine Welt, in der Herkunft nicht nur eine Frage von Sprache oder Familie war, sondern von Grenzen, Krieg und Zugehörigkeit. Zwischen 1943 und 1945 lebte die Familie in einer kleinen Stadt in der Nähe von Dresden. Für ein Kind sind zwei Jahre eine lange Zeit. Für ein Kind im Krieg können sie ein ganzes inneres Koordinatensystem verändern.

 In der Region gehörten Luftangriffe, Angst und die Ungewissheit darüber, was am nächsten Tag noch stehen würde zur Realität. Der kleine Mario erlebte Schutzräume, Zerstörung und das Gefühl, dass Erwachsene selbst keine verlässliche Antwort darauf hatten, wann die Gefahr vorbei sein würde. Gerade dieser frühe Teil seiner Geschichte ist wichtig, weil er später so schwer mit dem Bild zusammenpasst, dass das Publikum von Terence Hill bekam.

 Auf der Leinwand wirkte er oft unverwundbar. Er wurde geschlagen, stand wieder auf, grinste und ging weiter. Als Kind hatte er jedoch gelernt, dass man nicht einfach aufsteht, weil die Szene es verlangt. Krieg hinterlässt keine saubere Pointe. Die Erinnerung an Rauch, Trümmer und die Unsicherheit der Zukunft lässt sich nicht wie ein Filmset abbauen.

 In seinem späteren Auftreten lag deshalb etwas Bemerkenswertes. Die Freundlichkeit, die viele Zuschauer an ihm mochten, wirkte nie laut. Sie war eher eine Form von Zurückhaltung, fast so als hätte er früh verstanden, wie wertvoll Normalität sein kann. Später begann eine Karriere, die größer wurde, als er selbst vermutlich in jungen Jahren hätte vorhersehen können.

Aus Mario Girotti wurde Terence Hill, der Name war internationaler, leichter zu vermarkten, passend zu einem Kino, das Grenzen überschreiten wollte. In dener, 1970er und 1980er Jahren wurde aus dem jungen Schauspieler ein europäischer Star, ein Kevin Kjar dundi. Besonders an der Seite von Bot Spencer entstand eine Leinwandchemie, die sich nicht planen ließ.

 Der große, wuchtige Spencer und der schnellere, elegante Hill wirkten wie Gegensätze, die nur zusammen vollständig waren. Ihre Filme brauchten keine komplizierten Erklärungen. Ein Blick, ein Streit, ein Faustschlag, eine absurde Situation reichten und das Publikum wusste, was es bekam. Chaos, Loyalität und am Ende meist das Gefühl, dass diese beiden Männer irgendwie gemeinsam durchkommen würden.

 Doch schon in dieser Erfolgsphase gab es einen stillen Widerspruch. Hill war berühmt, aber nicht immer mit der eigenen Stimme. In vielen italienischen Fassungen seiner Filme wurde er von anderen Schauspielern synchronisiert, unter anderem von Sergio Graziani oder Pinocky. Produzenten fanden seine natürliche Stimme offenbar nicht passend genug für das gewünschte Bild.

 Nicht rau genug, nicht cowboy zweiler, cowboyft genug, teilweise zu stark von regionalen Einflüssen geprägt. Für einen Schauspieler ist die Stimme jedoch mehr als Technik. Sie ist Identität. Das ausgerechnet ein Mann, dessen Gesicht überall wiederkannt wurde, in seiner Heimat häufig mit einer fremden Stimme sprach, ist eine kleine, aber bezeichnende Ironie seiner Laufbahn.

Dazu kam ein zweiter Widerspruch. Das Publikum liebte Terence Hill gerade in jener Form, die ihn künstlerisch einengte. Gemeinsam mit Bud Spencer war er Teil eines Erfolgsmodells geworden, das so stark war, dass jede Abweichung riskant erschien. Wenn Hill versuchte ernstere Rollen zu spielen, psychologisch schwerere Stoffe anzunehmen oder sich vom komischen Cowboy Image zu entfernen, reagierten Zuschauer und Kritiker oft zurückhaltender.

 Wer? Die Figur, die ihm Weltrum gebracht hatte, wurde damit auch zu einem Rahmen, aus dem er nur schwer ausbrechen konnte. Er konnte vieles spielen, aber die Menschen wollten immer wieder den Mann sehen, der mit einem Lächeln eine ganze Schlägerei leichter aussehen ließ, als sie war. Diese Spannung zwischen öffentlicher Figur und innerem Wunsch wurde noch komplizierter durch seine eigene Biographie.

Italienischer Vater, deutsche Mutter, Kindheit zwischen zwei Ländern, später Leben und Arbeit in weiteren Staaten, schließlich auch Jahre in den Vereinigten Staaten. Für viele Menschen klingt das kosmopolitisch. Für jemanden, der nach Zugehörigkeit sucht, kann es aber auch bedeuten, sich an mehreren Orten verbunden und gleichzeitig an keinem völlig beheimatet zu fühlen.

 Hill trug Italien und Deutschland in seiner Familiengeschichte. Später kam Amerika als realer Lebensraum hinzu. Dieses dazwischen war nicht nur geographisch. Es betraf die Frage, wo Herkunft endet und Heimat beginnt. Im privaten Leben schien er lange ein Gegenpol zu dieser Unruhe gefunden zu haben. 1967 heiratete er Lori Zwickelbauer.

 Die Ehe hielt über Jahrzehnte, auch durch Phasen, in denen ein anderes Paar vielleicht auseinander gebrochen wäre. 1969 kam der gemeinsame Sohn Jess zur Welt. Später nahm die Familie Ross als Sohn an. In diesem familiären Gefüge lag etwas, das mit der öffentlichen Figur kaum zu tun hatte. Der Filmstar konnte auf der Leinwand immer wieder neu anfangen.

 Ein Vater dagegen lebt nicht in Szenen. Er lebt in Erwartungen, Gewohnheiten in dem Wissen, wer morgens am Tisch sitzt und wer abends nach Hause kommen soll. Ross Hill wuchs nicht nur als Sohn eines berühmten Schauspielers auf. Er begann selbst Teil der filmischen Welt seines Vaters zu werden. Diese Kanne Terence Hill arbeitete an Lucky Luke, einem Projekt, bei dem er nicht nur die Hauptrolle spielte, sondern auch Regie führte.

 Ross war für die Rolle des Billy the Kid vorgesehen. Damit wurde aus der Familie für einen Moment auch ein kreatives Team. Vater und Sohn sollten innerhalb eines Films miteinander verbunden sein. Nicht bloß privat, sondern sichtbar für alle. Genau deshalb traf das, was 1990 geschah, nicht nur das Familienleben. Es traf gleichzeitig ein gemeinsames Zukunftsbild.

 Ross war erst 16 Jahre alt, als er zusammen mit einem engen Freund bei einem Autounfall in Stockbridge, Massachusetts ums Leben kam. Das Fahrzeug geriet auf vereister Straße ins Rutschen. Ein Ereignis, das nur Sekunden dauert, teilte das Leben der Familie in ein davor und ein danach. Bis zu diesem Punkt hatte Terence Hill bereits Kriegserfahrungen in der Kindheit, berufliche Unsicherheiten und den Druck des Ruhms erlebt.

 Umkommen dan doch der Tod eines Kindes folgt einer anderen Logik. Er lässt sich weder mit Disziplin noch mit Erfahrung beherrschen. Ein Vater kann Vorsicht lehren, arbeiten, planen, beschützen wollen und trotzdem an einem Morgen feststellen, dass all das nicht ausgereicht hat. Für Terence Hill und seine Frau Lori wurde diese Erfahrung zur schwersten Prüfung ihrer Ehe.

 Von außen entsteht bei prominenten Paaren schnell die Erwartung, dass eine große Tragödie automatisch eine Trennung nach sich ziehen müsse. Bei ihnen geschah etwas anderes. Sie blieben zusammen. Aber zusammen bleiben bedeutet in einer solchen Situation nicht, dass das Leid kleiner war. Es bedeutet auch nicht, dass zwei Menschen identisch trauern.

Die Belastung lag gerade darin, daß beide denselben Sohn verloren hatten und keiner dem anderen das geben konnte, was wirklich geholfen hätte, Ross zurückzubringen. Das ihre eeliche Krise war deshalb keine Geschichte von Verrat oder fehlender Liebe, sondern von völliger Ohnmacht gegenüber etwas, das sich nicht reparieren ließ.

 Der Tod von Ross griff zugleich direkt in Hills berufliche Realität ein. Lucky Luke war nicht irgendein Projekt, das man einfach verlassen konnte. Ross hatte darin eine konkrete Rolle erhalten und der Film trug nun die Erinnerung an eine Zukunft, die nie Wirklichkeit werden würde. Die Produktion musste umgeplant werden.

Terence Hill arbeitete weiter, obwohl das Projekt für ihn eine völlig andere Bedeutung bekommen hatte. Ein Film, der ursprünglich auch eine gemeinsame Erfahrung mit seinem Sohn sein sollte, wurde zu etwas, dass er unter Trauer zu Ende bringen musste. Die Arbeit wurde damit nicht zum Fluchtweg aus dem Verlust.

 Sie wurde selbst zu einem Ort, an dem der Verlust überall sichtbar war. Kommant, nach diesem Einschnitt zog sich Hill zunehmend aus dem öffentlichen Leben zurück. Die große Karriere, die zuvor von Bewegung, Reisen, Dreharbeiten und internationalem Erfolg geprägt gewesen war, verlor ihre Selbstverständlichkeit. Gemeinsam mit Laur zog er sich auf eine abgelegene Farm in den Vereinigten Staaten zurück.

 Nach außen konnte ein solcher Ort wie Ruhe wirken. Für die Familie war er vor allem Abstand. Abstand von Filmsets, Erwartungen, Interviews von all jenen Orten, an denen Terence Hill als der Mann mit dem Lächeln erkannt wurde. Wenn ein Gesicht weltweit für Heiterkeit steht, kann Rückzug auch bedeuten, für eine Zeit nicht ständig mit dem eigenen öffentlichen Bild konfrontiert zu werden.

 Die Trauer veränderte dabei nicht nur Terence und Lori. Sie prägte auch das Verhältnis zu ihrem älteren Sohn Jazz. Nach dem Verlust von Ross richtete sich die Sorge der Eltern zwangsläufig stärker auf das Kind, das noch da war. Liebe und Angst lagen nun dichter beieinander. Aus dem Wunsch, Jess zu schützen konnte Übervorsicht entstehen.

Aus einer normalen Verspätung konnte schneller eine Sorge werden. Aus einem gewöhnlichen Risiko etwas, das Erinnerungen an 1990 weckte. Die Familie liebte sich, aber sie lebte fortan mit dem Wissen, dass ein Unglück nicht theoretisch war. Es war bereits geschehen. Für Jazz bedeutete diese Situation eine doppelte Last.

 Er war der Sohn eines weltweit berühmten Mannes und zugleich der Bruder eines Jungen, dessen Tod die Familie dauerhaft verändert hatte. Das Andenken an Ross war nicht etwas, das man vergessen wollte, aber gerade deshalb konnte es im Familienleben immer anwesend bleiben. Jess musste seinen eigenen Platz finden zwischen einem Vater mit übergroßer öffentlicher Präsenz und einem verstorbenen Bruder, dessen Abwesenheit emotional ebenfalls Raum einnahm.

Dass in einer solchen Familie Vorsicht, Liebe und Trauer ineinander übergehen, ist kein Zeichen fehlender Nähe. Es ist eher die Folge davon, dass Nähe nach einem Verlust nie wieder völlig unschuldig wird. Terence Hill blieb dennoch nicht für immer verschwunden. Nach Jahren der inneren und beruflichen Erstarrung kehrte er nach Italien zurück und fand dort einen neuen Abschnitt seiner Karriere.

 Mit Don Matteo entstand eine Rolle, die sich stark von seinem früheren Western Marsch unterschied und trotzdem etwas von dem bewahrte, was das Publikum an ihm mochte. Als Priester war er nicht mehr der schnelle Cowboy, der Konflikte mit einem Grinsen und körperlicher Geschicklichkeit löste. Er wurde zu einer ruhigeren Figur, zu jemandem, der beobachtet, zuhört und versucht in schwierigen Situationen Ordnung zu finden.

 Dass ausgerechnet diese Rolle in seinem späteren Leben so erfolgreich wurde, wirkt nicht zufällig. Also und denn mit zunehmendem Alter gewann Hillsglaube eine größere Bedeutung. Die religiöse Haltung, die auch mit der Figur Donteo verbunden wurde, bot ihm eine andere Sprache für Verlust, Erinnerung und Fortleben. Sie löste den Schmerz nicht auf, aber sie gab ihm eine Form, in der Fragen ausgehalten werden konnten, auf die es keine praktische Antwort gibt.

 Für einen Mann, der erlebt hatte, wie schnell Kontrolle zerbrechen kann, war das möglicherweise entscheidend, nicht alles erklären zu müssen, um weiterleben zu können. Der Erfolg von Don Matteo bewies außerdem, dass Hill auch ohne Bud Spencer eine dauerhafte Beziehung zum Publikum aufbauen konnte. Und doch blieb Spencer in der Wahrnehmung vieler Menschen untrennbar mit ihm verbunden.

Jahrzehntelang hatten beide als Duo funktioniert, nicht nur auf Plakaten und Kinoleinwenden, sondern im Gedächtnis mehrerer Generationen. Wenn ein Zuschauer den einen sah, dachte er an den anderen. Genau das machte den Tod von Bart Spencer im Jahr 2016 zu mehr als dem Verlust eines Kollegen. Mit Spencer starb ein Mann, der zu einem einzigartigen Teil von Hills öffentlichem Leben gehört hatte.

 Ihre gemeinsame Filmgeschichte war so präsent, dass sie fast wie eine eigene kleine Welt wirkte. In dieser Welt konnten sie altern, getrennte Projekte machen und trotzdem in der Vorstellung des Publikums nebeneinander bleiben. Nach 2016 änderte sich diese Balance. Terence Hill war nun derjenige, der zurückblickte.

 Wenn er in Interviews über Spencer sprach, lag darin nicht nur Nostalgie. Es war die Erfahrung des Zurückbleibenden, der plötzlich allein für gemeinsame Erinnerungen steht, die früher von zwei Menschen getragen wurden. Der Verlust von B Spencer traf zudem auf eine Lebensphase, in der Hill immer häufiger Abschied nehmen musste. Kollegen, Regisseure und Weggefährten seiner Generation verschwanden nach und nach.

Kij für einen jungen Schauspieler bedeutet Vergangenheit. Material für Geschichten. Für einen alten Schauspieler kann sie zu einer Liste von Namen werden, die man nicht mehr anrufen kann. Und genau darin liegt eine besondere Form von Einsamkeit. Man kann von vielen Menschen umgeben sein und sich trotzdem zunehmend als letzter Zeuge einer Welt erleben, die nur noch in Film, Fotos und Erinnerungen vollständig existiert.

 In Hills Fall kam noch die Frage der Herkunft hinzu, die ihn bereits sein ganzes Leben begleitet hatte. Erst Ende2 schloss er den Prozess ab, die deutsche Staatsangehörigkeit über seine verstorbene Mutter wiederzuerlangen. Auf dem Papier ist Staatsbürgerschaft ein Verwaltungsakt. In einer Biografie wie seiner bekommt sie jedoch eine andere Bedeutung.

 Deutschland war für ihn nicht nur das Land seiner Mutter, sondern auch Teil jener frühesten von krieg geprägten Erinnerungen. Asktertahand. Nach Jahrzehnten in Italien, Amerika und internationalen Produktion war die Rückkehr zu dieser staatsbürgerlichen Verbindung deshalb mehr als Bürokratie. Sie wirkte wie ein später Versuch, einen Teil der eigenen Herkunft nicht nur emotional, sondern auch offiziell wieder anzunehmen.

 Heute wirkt sein Leben äußerlich ruhiger. Die hektischen Jahrzehnte des Kinos liegen hinter ihm. Die großen Prügeleien, Westernstädte und endlosen Drehtage gehören einem anderen Zeitalter an. Doch Ruhe ist nicht dasselbe wie Lehre und Lehre ist nicht dasselbe wie Frieden. In den späten Jahren trägt Hill beides nebeneinander, den Frieden eines Mannes, der viel erlebt hat und die Lehrräume eines Mannes, der viele Menschen verloren hat.

Ross fehlt seit 1990, Bud Spencer seit 2016. Andere Weggefährten kamen hinzu. Mit jedem Abschied wird die Vergangenheit nicht nur länger, sondern auch stiller. Axmars drin. Gerade deshalb verändert sich im Alter noch einmal die Bedeutung seines berühmten Lächelns. Früher konnte es als Scharm gelesen werden, als Markenzeichen, als Teil einer Figur, die Konflikte nie allzu schwer erscheinen ließ.

 Heute wirkt dasselbe Lächeln in einem anderen Kontext. Es gehört einem Mann, der Krieg als Kind erlebt, einen Sohn verloren, sich aus dem Ruhm zurückgezogen, einen einen neuen beruflichen Anfang gefunden und einen seiner engsten Weggefährten überlebt hat. Es ist nicht mehr nur das Lächeln des Helden aus den Film. Es ist das Lächeln eines Menschen, der weitergemacht hat, obwohl sein Leben mehrere Male Gründe geliefert hätte, sich vollständig zurückzuziehen.

Auch seine Karriere erscheint unter diesem Blickwinkel anders. Dass er immer wieder auf den komischen Cowboy reduziert wurde, war einerseits eine Einschränkung. Andererseits wurde genau diese Figur zu etwas, das Millionen Menschen Trost und Unterhaltung gab. Hill wollte künstlerisch mehr ausprobieren und stieß dabei nicht immer auf dieselbe Begeisterung.

Doch gerade die Rollen, von denen er sich zeitweise lösen wollte, hielten ihn im kollektiven Gedächtnis. Das ist eine paradoxe Form von Erfolg. Die Maske, die einem begrenzt, ist zugleich das Gesicht, mit dem man unsterblich wird. Seine spätere Laufbahn mit Don Matteo zeigte, dass dieses Bild nicht vollständig festgeschrieben war.

 Er konnte älter werden, ruhiger spielen, eine andere Autorität entwickeln. Die Körperlichkeit wich stärker der Beobachtung. Der Held war nicht mehr derjenige, der schneller zuschlug, sondern derjenige, der länger hinsah. Vielleicht liegt darin einer der deutlichsten Übergänge seiner Biografie. Aus dem Mann, der auf der Leinwand stets in Bewegung war, wurde einer, dessen Wirkung zunehmend aus Ruhe entstand.

 Und doch bleibt der schärfste Bruch seines Lebens das Jahr 1990. Juan. Nicht, weil danach nichts Gutes mehr geschah, sondern weil seitdem jede Vorstellung von Sicherheit eine andere Grundlage hatte. Der Verlust von Ross veränderte die Ehe, die Beziehung zu Jazz, die berufliche Energie und den Umgang mit Öffentlichkeit.

Er machte aus Schutzbedürfnis leichter Übervorsicht, aus Erinnerungen eine dauerhafte Gegenwart und aus Arbeit etwas, das zeitweise nicht mehr selbstverständlich war. Wenn man einen Punkt sucht, an dem sich die Geschichte Terence Hills neu ordnet, dann liegt er dort. Im hohen Alter steht er deshalb nicht nur als Überlebender einer Filmepoche da.

 Er steht auch als Vater, Ehemann, Freund und Sohn einer deutsch-italienischen Familie da, dessen Leben von mehreren Formen des Abschieds geprägt wurde. Der Krieg nahm ihm früh das Gefühl, dass die Welt stabil sei. Das Kino gab ihm eine neue Identität, aber nicht immer die Freiheit, sich vollständig neu zu erfinden. K sicher. Der Tod von Ross nahm ihm eine Zukunft, die bereits konkrete Formen angenommen hatte.

 Der Tod von Bud Spencer nahm ihm den Menschen, mit dem ein großer Teil seines öffentlichen Lebens verbunden war. Und das Alter selbst nimmt nach und nach jene Generation fort, die seine Erinnerungen aus eigener Anschauung teilen konnte. Was bleibt, ist deshalb kein einfaches Bild des traurigen Stars hinter der fröhlichen Fassade.

 Es ist etwas widersprüchlicheres. Terence Hill ist ein Mann, dessen Biografie zeigt, dass Heiterkeit und Trauer nicht nacheinander kommen müssen. Sie können jahrzehntelang nebeneinander bestehen. Das Publikum sieht den blauen Blick, das bekannte Lächeln, die alten Szenen mit Bud Spencer. Er selbst trägt zugleich all jene Namen und Orte mit sich, die Ei in diesen Bildern nicht zu sehen sind.

 Dresden, Stockbridge, Ross, Lorry, Jazz, Bot, Italien, Deutschland, Amerika. Das das der Kreis seiner Geschichte schließt sich daher nicht mit einem großen Triumph und auch nicht mit einer endgültigen Versöhnung mit allen Wunden. Er schließt sich leiser. Ein Mann, der als Kind zwischen Krieg und zwei Herkunftswelten aufwuchs, hat im Alter versucht, die Verbindung zu beiden Seiten seiner Familie zu bewahren.

 Ein Schauspieler, dessen eigene Stimme lange nicht in allen Filmen zu hören war, wurde am Ende gerade durch seine persönliche Ruhe unverwechselbar. Ein Vater, der seinen Sohn nicht schützen konnte, blieb bei seiner Frau und richtete sein Leben neu aus. Ein Partner des berühmtesten europäischen Prügelduos musste lernen, nach dem Tod des anderen allein die gemeinsamen Erinnerungen zu tragen.

 Und so steht Terence Hale heute wie ein letzter Zeuge einer Welt, die immer weiter zurückweicht. Die Kinos, in denen seine Western liefen, haben sich verändert. Viele Menschen, mit denen er drehte, leben nicht mehr. Die Generation, die ihn als jungen Star entdeckte, ist selbst alt geworden. Doch die Filme laufen weiter, oft mit derselben Leichtigkeit wie früher.

 Genau darin liegt die vielleicht stillonie seines Lebens. Auf der Leinwand bleibt alles erhalten. B Spencer sitzt noch neben ihm. Ross kann in alten Bildern jung bleiben. Terence selbst ist dort immer wieder der Mann mit den blauen Augen, der lächelt, bevor die nächste Szene beginnt. Nur außerhalb des Films vergeht die Zeit weiter.

 

Disclaimer: This story is fictional and created for entertainment purposes only. Any names, characters, places, or events are fictitious or used fictitiously. No real person or organization is intended to be portrayed.

You Might Also Enjoy