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Die Tat an Maria und Tatiana aus München – Mutter und Tochter getötet – True Crime Podcast – Ty

 

Crime, dein True Crime Podcast mit Lia. Hier hörst du wahre Verbrechen und vermissten Fälle aus deiner Region. Ja, und damit herzlich willkommen auch zu dieser neuen Folge auf meinem Kanal Lias Crime Time. Schön, dass ihr diesmal auch alle wieder mit dabei seid. Ja, und ich habe noch eine Bitte. unterstützt mich doch gerne mit einem Kommentar bei YouTube oder auf den Podcast Portalen.

Gebt dem Video oder der Folge gerne ein Like oder abonniert mich auch sehr gerne auf YouTube oder den Podcast Portalen. Das ist vollkommen kostenlos, hilft mir aber als kleine Creatorin enorm weiter. Der heutige Fall war der Vorschlag einer Zuschauerin. Also falls du das hier gerade hörst oder siehst, liebe Grüße an dich.

Und der Fall hat es auch in sich, muss ich sagen, weil gleich zwei Personen beteiligt sind. Es geht um einen Fall, der für die Justiz aufgeklärt ist und hierbei haben wir es mit dem Verschwinden von Mutter und Tochter zu tun und einem Verbrechen, was wohl daraus folgte. Es geht heute um den Fall Tatiana und Maria aus München.

Mutter Maria war 2019 41 Jahre alt und lebte mit ihrer Tochter Tatjana damals 16 und ihrem Ehemann in München im Stadtteil Ramasdorf in der Ottobrunnerstraße. Es war nicht die erste Ehe für die Münchnerin. Nach ihrer ersten gescheiterten Ehe war Maria auf der Suche nach einem richtigen Mann. Und die Ehe, in der ihre Tochter entstanden ist, endete im Jahr 2005.

2017 lernte sie Roman über eine Datingplattform kennen, da war sie 39 Jahre alt. Die 41-jährige galt als sehr intelligent und hatte einen recht guten Job beim Chemikalienhändler Sigma Aldrich in Taufkirchen, eine Tochterfirma des Pharmaiesen Merk. Maria stammte aus einer sehr guten Familie und hatte russische Wurzeln und sehr hohe Ansprüche auch an ihre Tochter und eigentlich auch ja ihren Ehemann.

Marias Vater war Wissenschaftler und ihre verstorbene Mutter arbeitete im sowjetischen und russischen Außenministerium. Auch besaß sie eine teure Wohnung in der Innenstadt von Moskau und sie fuhr auch immer, wenn es möglich gewesen ist, nach Russland, um dort den Opa wohl zu betreuen oder auch den Vater.

Ich bin da nicht so ganz schlau draus geworden. Auf jeden Fall hat sie immer sich um jemand in Russland auch gekümmert. Mal hieß es der Opa, mal der Vater. Ich nehme zwar an, dass es sich um ihren Vater gehandelt hat, aber so ganz hundertprozentig sicher bin ich da nicht. Und wie ich ja gerade schon sagte, hatte Maria nicht nur hohe Ansprüche an sich selbst.

Sie sprach übrigens sechs Sprachen. Nein, sie wollte auch, dass ihre Tochter viel lernt und sich weiterbildet. Tadjana ging damals in die Klasse eines Gymnasiums und sie hatte vor ihr Abitur zu machen. Auch an den Samstagen hatte Tatjana seit vielen Jahren keinen so ganz freien Tag am Wochenende, denn sie besuchte schon seit ihrem sechsten Lebensjahr ein russisch-deutsches Bildungszentrum in der Münchener Innenstadt und machte dort unter anderem wohl einen russischen Sprachkurs.

Aber die Zeit im Bildungszentrum war nun vorüber und es war eine Abschlussfeier für den 23. Juli 2019 dort geplant, auf die sich Tatjana auch schon sehr gefreut hatte. Sie wird als eine warmherzige, humorvolle und zuverlässige junge Frau beschrieben. Roman ist Spaussiedler. Er ist von Russland nach Deutschland gekommen. Geboren wurde er in St.

Petersburg und dort soll er wohl auch eine Firma im Gastronomiebereich haben, die wohl aber über die Exfrau laufen würde. So ganz schlau bin ich dann nicht raus geworden. Und diese Exfrau lebt in Augsburg mit einer leiblichen Tochter Romans, die noch sehr klein gewesen ist. In Deutschland arbeitete er in der Logistikbranche.

Er verdiente aber deutlich weniger als Maria, die ja eigentlich hohe Ansprüche an einen Mann gehabt haben soll. Das Verhältnis zu ihrem Stiefvater Roman war in letzter Zeit wohl auch nicht mehr so gut. Herjana soll sich immer mehr von ihm unterdrückt gefühlt haben, so als wolle er die Macht über sie haben.

Dabei war es bei Maria so, daß sie als Mutter ja die Entscheidungen für Tatiana traf und den leiblichen Vater, zu dem sie auch noch ein gutes Verhältnis hatte, immer mit eingebunden hat. Nach der Trennung gab es auch keinen Krieg zwischen Maria und dem leiblichen Vater von Tatjana. Er hatte mittlerweile auch eine eigene kleine Familie und kümmerte sich aber trotzdem noch gut um seine sehnjährige Tochter.

Der Tag, an dem Tatjana den letzten Tag im Bildungszentrum gehabt hat, war der 13. Juli 2019. Es war ein Samstag und sie fuhr mit öffentlichen Verkehrsmitteln nach Hause. Um 12:02 Uhr, so konnte man im späteren feststellen, schrieb sie die letzte Nachricht in eine ihrer Freundinnen, dass sie gleich sich zurückmelden würde und wahrscheinlich dann gerade zu Hause angekommen war.

Ihre Freundinnen allerdings wundern sich, dass Tatjana sich an diesem Tag gar nicht mehr meldet. Ihr Stiefvater Roman ruft am 14. Juli 2019, Sonntag mitten in der Nacht um 2 Uhr den Vater von Tatjana an. Die beiden Männer kannten sich natürlich über die Jahre und Roman fragte den Vater dann, ob er etwas von Tadjana oder Maria gehört habe.

Samstag, als Tatjana vom Unterricht heimgekommen war, hat die Familie wohl noch zusammen gegessen und dann sollen Mutter und Tochter geplant haben für die Abschlussfeier shoppen zu gehen ins Einkaufszentrum PEP im Stadtteil Neuperlach. Das Einkaufszentrum lag ca. eine halbe Stunde zu Fuß entfernt. Das Fahrzeug Marias jedoch blieb zu Hause und der äußerte dann am Telefon, dass er die ganze Zeit auf die beiden gewartet habe.

Aber auch Tatjanas Vater wusste nicht, wo die beiden sein könnten. Beide Männer sind so besorgt, dass sie zur Polizeidienststelle fahren, denn die beiden Handys von Mutter und Tochter waren ausgeschaltet. Als sie auf die Polizeiwache kommen, teilte man ihnen dann allerdings mit, dass 24 Stunden vorbeigehen müssten und dann könnte man eben offiziell eine vermissten Anzeige erstellen.

In dieser Zeit ruft Tatjanas Vater alle Bekannten und Verwandten an, Freunde von Maria und Tatjana, aber niemand weiß, wo die beiden sein könnten. Sie galten beide als sehr zuverlässig und niemals hätten sie die Schule oder Arbeit unentschuldigt sausen lassen. So war das dann aber am darauffolgenden Montag. Maria erschien nicht auf der Arbeit und Tatjana nicht auf dem Gymnasium.

Und das war eigentlich für alle, die die beiden kannten, ein absolutes Alarmsignal. Und auch für die Polizei war erstmal die Zeit nun abgelaufen, die die Angehörigen ja warten sollten. Und zweitens nach der Beschreibung der beiden nun, ja, war es doch soweit, dass eine Suche angelaufen ist.

Wie üblich bei einem vermißen Fall war eine der ersten Aktionen der Polizei sich zu vergewissern, dass die beiden sich nicht doch in der Wohnung befinden oder befunden haben. Und dort stellte die Polizei fest, dass die Handys zwar fehlten und leider auch nicht zu Orten gewesen sind, aber die Ausweise, Reisepässe und der Geldbeutel, alles lag in der Wohnung.

Wenn die beiden doch in die Stadt einkaufen wollten, wieso lagen die Geldbeutel dann in der Wohnung? Sonst bemerkte die Polizei beim ersten Eindruck der Wohnung nichts ungewöhnliches. Die Wände allerdings schienen frisch gestrichen zu sein, erstmal aber noch kein Alarmzeichen. Sehr schnell allerdings gingen die Beamten von einer Straftat aus.

Es gründete sich die Ermittlungsgruppe Duo mit 20 Beamten der Münchner Polizei, die an diesem Fall gearbeitet haben. Also wirklich schon eine krasse Zahl. Engge Vertraute von Mutter und Tochter wollten nicht so schnell wie die Polizei an ein Verbrechen glauben. Sie posteten z.B. auch über Social Media Aufrufe, um Hinweise auf den Verbleib der beiden zu erhalten.

Auch Tatjanas Vater stellte Nachforschungen an, wo die beiden sein könnten. Roman allerdings tut seltsamerweise wenig, um die beiden zu finden. Als Ehemann und Stiefvater schon ein bisschen komisch, finde ich. Natürlich befragten die Ermittler auch mehrfach Roman, da er ja der letzte gewesen ist, der die beiden lebend gesehen hat.

In den Befragungen verstrickte er sich allerdings immer mal wieder in Widersprüche. Am 17. Juli 2019 gibt auch die Polizei eine Öffentlichkeitsverhandlung heraus und bittet die Bevölkerung um Mithilfe. Zu diesem Zeitpunkt ermitteln die Beamten offiziell noch in alle Richtungen. Ein Untertauchen oder eine Reise war zu diesem Zeitpunkt noch möglich.

Jedoch wurden die Zweifel auch immer lauter, da ja auch die Reisepässe z. Beispiel zu Hause gefunden wurden. Kurze Zeit später wurde auch ein Spürhund eingesetzt. Jedoch konnte ich dazu keinerlei weitere Angaben finden, was das Ergebnis damals gewesen ist. Am 19. Juli 2019 sind Mutter und Tochter nun fast eine Woche verschwunden. Am Morgen rückten Beamte an und haben sich erneut die Wohnung von innen angesehen und haben diese dann auch versiegelt.

Roman muss dann zu dieser Zeit die Wohnung wahrscheinlich auch verlassen haben oder der Wohnung verwiesen worden sein, denn die Wohnung galt dann sicherlich auch als möglicher Tatort. Der weil geben auch Freundinnen und Verwandte der beiden Frauen der Presseinterviews. Sie berichten davon, dass es überhaupt keinen Sinn machen würde, dass die beiden so kurz vor den Ferien verschwinden und das Verhalten überhaupt nicht zu den beiden passen würde.

Sie erzählen, wie sehr sich Tatjana auf ihre Abschlussfeier freute und dass sie in den Ferien oft den Opa in Moskau besucht haben sollen. Zwei Tage später am Sonntag, 21. Juli 2019 wird Roman dann plötzlich in einer Wohnung in München festgenommen. Er ließ sich auch widerstandslos festnehmen. Es wurde ein Haftbefehl gegen ihn erwirkt.

es dringend tatverdächtig, seine Frau und dessen Tochter getötet zu haben. Er wurde in die JVA Stadelheim überstellt. Später gab man bekannt, der Haftbefehl lautete Totschlag in Tateinheit mit Mord. Auch danach gaben wieder Bekannte des Paars Interviews. Viele von ihnen wollten aber namentlich nicht genannt werden.

Ihnen seien keine Streitigkeiten der beiden aufgefallen. Maria und Roman sollen harmonisch gewirkt haben. Nichts, was auf irgendeine Krise hingedeutet hätte. Einmal aber, so berichtet der Bekannte am 30. Dezember 2017, also schon einige Zeit vor dem, was Roman da vorgeworfen wurde, seit Tatjana Roman mehrfach ins Wort gefallen und da habe man ein angespanntes Verhältnis der beiden bemerkt, also zwischen Stieftochter und Stiefvater.

Aber hierbei muss man natürlich sagen, es ist lange Zeit vor der Tat gewesen, die man ihm zu dem Zeitpunkt vorgeworfen hat. Die Polizei bat auch Personen, die den Tatverdächtigen vom bis 14. Juli 2019 irgendwo gesehen haben oder auch die PKWs irgendwo gesehen haben im Bereich der Ottobrunnerstraße 31 oder jeder anderen Örtlichkeit sich umgehen zu melden.

Vielleicht gab es ja Menschen, die ihn irgendwo gesehen haben in diesem Zeitraum und das hätte der Polizei natürlich auch sehr weitergeholfen. Auch wurde ein Foto von Roman sogar unverpixelt veröffentlicht und beide Fotos der PKWs der Familie. Für Tatjanas Vater ging mittlerweile die Welt unter. Er hatte solche Angst um sein Kind und war auch nicht bereit, sich irgendwelchen Interviews zu stellen, denn da gab es wohl auch mehrfach Anfragen, aber dazu war er einfach nicht bereit.

Er konnte es psychisch nicht, was man natürlich auch gut verstehen kann. Auch die Spurensicherung war in der Wohnung aktiv. Es war ihnen möglich, unter den überstrichenen Wänden Blutspuren sichtbar zu machen. Nach eingehenden Untersuchungen konnte man dann feststellen, dass es sich wirklich auch um das Blut von Mutter und Tochter handelte.

Auch wertete man das Navigationssystems eines der PKWs aus. Besonders interessant für die Ermittler die Route, die ja Roman am 13. Juli 2019 fuhr. Auch die Funkzelldaten waren für die Ermittler durchaus interessant und dabei kam dann heraus, dass Roman sich wohl im Truderinger Forst aufgehalten haben muss, so etwa 20 Autominuten von der Wohnung der Familie entfernt.

Im Truderinger Forst entdeckte die Münchner Polizei dann tatsächlich auch Spuren von Tatjana und Maria. keine Leichen, aber sie fanden dort eine Fußmatte und einen Teppich. Die waren beide so zusammengebunden und dem Unterholz versteckt und eben ja da im Wald dann aufgefunden worden. An den Gegenständen wurde tatsächlich auch Blut gefunden.

Später stellte sich hier auch heraus, es war das Blut der beiden vermissten. Die Annahme, es könnte auch ein anderer Täter wie Roman für einen möglichen Mord in Frage kommen. Ergab sich nicht, denn es fanden sich auch keinerlei Einbruchspuren, z.B. in der Wohnung. Und zum Toderinger Forst hatte Marias Ehemann auch Bezug.

Er soll dort früher spazieren gegangen sein, Pilze gesammelt haben. Also, der Wald war ihm definitiv nicht neu. Und oft ist es ja auch eben so, dass Täter Leichen oder tatrelevante Gegenstände dort ablegen, wo sie schon mal gewesen sind, aufgewachsen sind, Bezug zu haben. sprach hier also schon einiges für Roman als Täter und die Polizei durchsuchte auch mit einem Großaufgebot ein großes Areal im Truderinger Wald.

Hunderte Beamte waren im Einsatz, Spürhunde wurden eingesetzt und auch ein Hubschrauber. Auch wurde ein Baggersee im Truderingerwald abgesucht und Polizeitaucher waren also auch hier im Einsatz, haben aber nichts finden können. Bis Mitte August 2019 gingen knapp 90 Hinweise im vermissten Fall ein, aber zu den Leichen haben diese Hinweise leider nicht geführt.

Auch die sehr große Succhaktion, die man ja im Truderinger Forstar erbrachte, hat leider nicht den gewünschten Erfolg ja gebracht. Die Leichen hat man wie gesagt nicht gefunden, aber immerhin hatte man Blutspuren der beiden sichern können und eben tatrelevante Gegenstände gefunden mit dem Teppich und eben der Fußmatte.

Ein freiwilliges Absetzen von Mutter und Tochter war jetzt eigentlich auch fast undenkbar, zumindest für die Ermittler. Auch Tatjanas Mitschüler werden zu diesem Zeitpunkt vernommen, denn jeder Hinweis zählt. Jede kleine Aussage über das familiäre Verhältnis war damals von großer Wichtigkeit. Tatjanas Mitschüler können sich aber auch ein Absetzen der beiden nicht vorstellen.

Maria wäre als Mutter zwar sehr streng gewesen, aber trotzdem habe das Mädchen ein gutes Verhältnis zur Mutter gehabt. Die Polizei prüfte auch, ob die beiden je im Einkaufszenter in Neuperlach angekommen waren. Kameras wurden da überprüft sowie auch Kameras aus Bussen und U-Bahnen und es gab keine Aufnahmen der beiden, die bestätigt haben, dass sie jemals dort angekommen sind oder eben Bus oder U-Bahn gefahren sind.

Im Oktober 2019 wurde die Ermittlungsgruppe Duo auf sieben Beamte reduziert. Es gab aber immer noch keinen Leichenfund, aber ja eben doch einige Spuren. Im Januar 2020 kam kurzzeitig auch Hoffnung bei der Mordkommission auf, endlich den Ort gefunden zu haben, wo die Leichen liegen könnten. Eine Frau hatte einen Knochen entdeckt, allerdings laut Pressebericht am anderen Ende der Stadt.

Zunächst vermutete man, dabei könne es sich vielleicht um eine menschliche Kniescheibe handeln, doch der Knochen stammte dann doch von einem Tier. Und auch wenn man die Leichen immer noch nicht gefunden hatte, wurde trotzdem im Frühjahr 2020 Anklage gegen Roman H. erhoben wegen Totschlag in Tateinheit mit Mord. Er soll Maria im Affekt getötet haben und Tatjana wurde ermordet, um die Tötung an ihrer Mutter zu verdecken. Das wäre ein Mordmerkmal.

Er schaffte es nicht, bis Tatjana nach Hause kam, die Leiche von Maria loszuwerden. Also musste auch Tatjana sterben. Laut Anklage soll Roman H. nach dem Mord an seiner Stieftochter zunächst die Wohnung grob gereinigt haben. Gegen 17 Uhr habe er dann in einem Baumarkt in der Wasserburger Landstraße Farbe und Malerutensilien gekauft, um damit Wände im Flur und Wohnzimmer neu zu streichen.

Anschließend habe er mit dem Wagen von Maria dann die Leichen fortgebracht. Danach soll er die Wohnung noch mal gründlich gereinigt haben und einen Teppich aus seinem Wohnzimmer entsorgt haben und eine Fußmatte mit Blutspuren. Blut fand sich aber auch an den Wänden im Flur und an Waschmaschine und Trockner, sogar in der Tiefgarage am Auto und an Roman Has Socken.

Am ersten sollen Mutter und Tochter durch Gewalt gegen den Kopf gestorben sein. So die Staatsanwaltschaft und Nebenkläger im Prozess. ist der leibliche Vater von Tatjana gewesen. Er verfolgte den gesamten Prozess mit seiner Anwältin. 24 Verhandlungstage gab es, in denen ihn seine Familie auch sehr unterstützte. Hiermit fasse ich euch den Prozess gegen Roman H wieder etwas zusammen.

In seiner ersten Aussage hatte er alle Vorwürfe bestritten. “Das, was mir vorgeworfen wird, dazu habe ich überhaupt keinen Bezug”, sagte er. Und außerdem gehe ich davon aus, dass die Mädchen immer noch leben, zumindest meine Frau. Warum seine Tochter bzw. seine Stieftochter nicht mehr leben sollte, hat er irgendwie auch nicht wirklich was zu gesagt, außer die Gründe dafür, die wollte er nicht darlegen, weil sonst eine Bedrohung für die beiden entstehen könnte. Komische Aussage, finde ich.

Na ja, ein Monat vor der Tat, so wurde vor Gericht bekannt, soll man gemerkt haben, dass Maria feststellte, dass das Verhältnis zwischen ihrer Tochter und ihrem Mann kein so gutes mehr gewesen sei. Man vermutet, sie wollte sich trennen. Auch ging es wohl um ein Testament, in dem Roman H. wohl keinen Platz mehr erhalten haben soll.

Auch hätte er finanziell unter der Trennung der beiden ja zu leiden gehabt, denn wie anfangs schon erwähnt, war finanziell laut Berichten ja deutlich besser aufgestellt wie ihr Ehemann, auch will eine Nachbarin am Tattag Schreie gehört haben. Viel Erwähnung allerdings in anderen Presseberichten fand ich jetzt nicht über die Aussage der Nachbarin und auch Roman änderte im Laufe des Prozesses seine bisherigen Aussagen.

Nun äußerte er über den Tattag, dass erst friedlich gemeinsam zu dritt Mittag gegessen worden wäre und dann hätten Mutter und Tochter auf einmal so heftig gestritten, dass sie sich dabei blutige Verletzungen zugefügt hätten. Also beide hatten dann am Ende blutige Verletzungen. Danach aber wäre alles wieder gut gewesen und sie seien dann trotz allem noch aufgebrochen, um gemeinsam shoppen zu gehen.

Richter Rietmann drängte sich der Verdacht auf, dass die Aussagen nach dem Studium der Akten an die Ermittlungsergebnisse wohl angepasst wurden. Durch die beiden unterschiedlichen Versionen würden die Angaben des Angeklagten noch unglaubwürdiger herüberkommen. Ja, und in diesem reinen Indizienprozess, man könnte es vielleicht auch Mord ohne Leiche Prozess nennen, fiel dann auch das Urteil und zwar im Februar 2021 gegen Roman H.

Er wurde nicht wegen Mordes, sondern doppelten Totschlags verurteilt zu 14 Jahren und 6 Monaten Haft. Er selbst reagierte mit Kopfschütteln auf das Urteil. Das Gericht hatte aber zu wenig Material, wie das Ganze am Tatgak wirklich vor sich gegangen ist. Es gebe nach wie vor Lücken und diese müsse man würdigen sagte der Richter.

Daher gab es keine Verurteilung wegen Mordes. Die Verteidigung forderte einen Freispruch, weil die Taten nicht mit der erforderlichen Sicherheit bewiesen sein. Roman H. Und auch der Vater von Tatjana als Nebenkläger gingen beide in Revision. Im Mai2 allerdings bestätigte der Bundesgerichtshof das Totschlagurteil. Der Bundesgerichtshof überzeugte die Revision des 47-Jährigen nicht.

Das Landgericht hat sich nach umfangreicher Beweisaufnahme rechtsfehlerfrei von einem Tötungsgeschehen und von einer Täterschaft des Angeklagten überzeugt. So die Richter. Der Bundesgerichtshof lehnte aber auch die Verurteilung wegen Mordes ab. Nach deren Auffassung hätte Tatjana sterben müssen, weil sie Zeugin des Verbrechens an ihrer Mutter geworden sei.

Das Landgericht habe zum Geschehen vor der Tat und zum Motiv aber keine Feststellungen treffen können und deshalb habe es die Mordmerkmale der Verdeckungsabsicht und niedrige Beweggründe verneint. Also die Mordmerkmale kurz zusammengefasst sind für die somit nicht aktiv und deswegen bleibt es bei dem Urteil, weil man es eben nicht direkt nachweisen konnte bzw. Angaben dazu machen konnte.

So der Bundesgerichtshof. Ich sehe das irgendwie ein wenig anders, denn wenn Tatiana doch Zeugin des Verbrechens wurde, nehmen wir jetzt mal an, sie war bei der Tat dabei. Sie hat gesehen, wie ihre Mutter getötet worden ist. Hätte sie doch eigentlich Zeit gehabt, Hilfe zu holen oder um Hilfe zu rufen.

Ich weiß, das ist jetzt sehr leicht gesagt von mir, aber wenn Roman H wirklich beiden Kopfverletzungen so die Annahme zugefügt haben soll, wäre ja eigentlich erstmal mit einem Opfer beschäftigt gewesen. Aber mir ist auch bewusst, dass Tatjana noch sehr jung war und wahrscheinlich Todesangst gehabt haben könnte.

Und es ist ja auch nicht gesagt, dass sie nicht vielleicht erst dazu kam, als ihre Mutter vielleicht schon am Boden lag. was dieses arme junge Mädchen und auch ihre Mutter durchmachen mussten, ist einfach nur schrecklich, denn es kann ja auch sein, dass sie nach Hause kam und ihre Mutter schon tot am Boden lag, also nicht nur schwer verletzt, sage ich mal, und dann im Laufe ähm gestorben ist, sondern dass sie vielleicht auch schon tot war und dann geht sie in die Wohnung, wird von ihrem Stiefvater wahrscheinlich überwältigt und ihre Mutter liegt

vielleicht schon tot neben ihr sozusagen. Also die Vorstellung schon alleine ist absolut schrecklich, aber ja, umso schrecklicher finde ich es dann, dass man eben keinen Mord nachweisen konnte, in dem Fall sogar ein Doppelmord. Aber das muss man so hinnehmen. Man hat eben auch die Leichen nicht gefunden und die Motive fehlten dem Bundesgerichtshof und so ist das dann leider in einem Rechtsstaat, muss man sagen.

Aber verstehen muss man sowas natürlich auch dann nicht immer bzw. We es gibt viele Fälle, wo man es wirklich nicht verstehen muss, wie da ein Urteil gefällt worden ist. Es ist einfach nur so traurig und schrecklich für alle Beteiligten. Und das Janas Vater ist auch seit dem Tod seiner Tochter nicht mehr derselbe. Seine positive Lebensweise sei eliminiert worden, so seine Anwält hin.

Ohne seine Familie würde er das alles auch gar nicht mehr schaffen. Das ist natürlich in diesem Fall auch ganz klar. Ihm wurde ein wichtiger Teil. seines Lebens genommen, vermutlich sogar seine erstgeborene Tochter. Und auch mit Maria verstand er sich ja noch ziemlich gut. Da wird er wahrscheinlich auch getrauert haben. Und Roman H.

hat bis heute nicht erzählt, was wirklich damals passiert ist. Ich finde sowas immer so heftig, ähnlich wie z.B. Ja, auch im Fall von Jasmin M, über die ich ja mal berichtet hatte, dass man nicht einfach auch für die hinterbliebenen nach einer Zeit die Wahrheit erzählt. Jedoch denke ich, dass man hier vielleicht auch Angst hätte, dass sich dann doch noch etwas als Mord herausstellen könnte und da vielleicht noch etwas auf ihn zukommen könnte.

Obwohl ich glaube, das Urteil könnte man nicht mehr rückgängig machen, aber man will dann vielleicht nicht ähm als Mörder dargestellt werden, obwohl man hier ja auch äh mein zweifaches Totschlachurteil quasi gefällt hat. Und ähm ja, da hat er trotzdem auch zwei Menschen das Leben genommen. Also ja, es ist wirklich unsagbar schlimm, undenkbar, wie man einem Kind das antun kann.

Und auch genauso ja wie im Fall von Jasmin wurden die Leichen von Tatjana und Maria bis heute nicht gefunden. Zumindest gab es aber Indizien dafür, dass sie wohl leider nicht mehr leben werden. So müssen die Angehörigen nicht ihr Leben lang rätseln, ob es nicht doch anders gewesen sein könnte. Ich gehe in diesem Fall aber auch überhaupt nicht davon aus, dass die beiden noch leben, weil ja die ganzen Blutspuren in der Wohnung sprechen da für mich leider eine ganz andere Sprache, also, dass die beiden eben nicht mehr am Leben sind. Das ist wieder

so eine sinnlose Tat und da wurden auch noch zwei Menschen umgebracht. Vielleicht auch wieder eine Tat aus finanziellen Motiven. Einfach schrecklich, wenn man sich das vorstellt. Tatjana hatte ja auch noch ihr ganzes Leben vor sich und dann so etwas zu tun. Genauso ja auch ihre Mutter, wie ein Mensch auch überhaupt dazu fähig sein kann, frage ich mich jedes Mal wieder.

Besonders wenn es auch um Mord an Kindern oder Jugendlichen geht. Wie geht sowas? Hier in dem Fall muss man sagen, wurde es ja nicht als Mord gewertet, aber trotzdem hat er einer Jugendlichen das Leben genommen. Das frage ich mich jetzt auch im Fall Fabian, wo jetzt ja die ähm damalige Stiefmutter vor Gericht steht. Wie geht sowas? Wie kann man einem Menschen, einem Kind insbesondere das Leben nehmen? Also, ich werde das glaube ich nie verstehen und ähm ja, ich kann nur hoffen für die Angehörigen, auch für Tatjanas Vater, dass man irgendwann die

Leichen noch finden wird, dass man wenigstens ein würdiges Begräbnis noch äh ja stattfinden lassen kann hier. Und ähm das wünsche ich mir auch immer noch im Fall von Jasmin M, die auch bis heute nicht aufgefunden worden ist. Und man kann da wirklich nur für die Angehörigen hoffen, dass das irgendwann noch soweit ist, dass man wenigstens ja einen Platz zum Trauern hat.

Den werden sich die Angehörigen vielleicht jetzt so auch schon geschaffen haben in gewisser Hinsicht, aber man möchte ja doch irgendwann wissen, wurden sie abgelegt und ja, damit eben man noch anfangen kann zu trauern. Ja, ihr Lieben, kanntet ihr eigentlich diesen Fall, diese doppelte Tat an Mutter und Tochter aus München? Also, mir war der Fall nur so von Bildern mal bekannt.

Ab und zu gucke ich auch mal Livestreams, da wurde damals auch mal nach den beiden gesucht und ich hatte, glaube ich, auch damals die Social Media Posts mitbekommen, wo die beiden auch eben gesucht wurden. Es hatten ja Freunde und Bekannte scheinbar veröffentlicht. Ich meine sogar Mutter und Tochter wurden mal bei Aktenzeichen XY gezeigt.

Jetzt nicht als Filmfall, aber als Studiofall. Also, die Fotos waren mir bekannt, aber ich hatte mich nicht so im Detail mit diesem Fall beschäftigt und finde ihn trotzdem so traurig und ähm das darf man gar nicht sich vorstellen, was da Angehörige jetzt durchmachen und wenn es für einen selber schon so schrecklich in der Vorstellung ist, wie ist es dann erst für Menschen, die da auch wirklich ähm eng mit den Personen in Kontakt gestanden haben, auch z.B.

die Klassenkameraden von Tatjana, die ja alle auch noch sehr jung waren, die haben ja auch ihre Freundin verloren und in so einem jungen Alter ist das, glaube ich auch schwer zu verkraften. Also, ich sag’s öfter mal in meinen Folgen, aber hier gab’s mal wieder in diesem Fall nur Verlierer. Ja, so ist das, ihr Lieben.

Ich mache jetzt aber Schluss mit dem Fall. Ähm und äh ja, werde jetzt neue Folgen für euch vorbereiten. Ich wünsche euch eine gute Nacht oder einen schönen Tag und ähm ja, bleibt sicher, bleibt vor allem gesund, das ist das Wichtigste und wir hören oder sehen uns zu einer nächsten Folge. Bis dahin, eure Lia.

Das war wieder eine Folge von Crimetime mit Lia, deinem True Crime Podcast. Abonniere den Podcast, um keine neuen Folgen zu verpassen. He.

 

 

 

Blutspuren unter frischer Farbe: Das unfassbare Liebes-Drama und der ungeklärte Leichenfund von Maria und Tatjana

Article:

Es gibt Kriminalfälle, die durch ihre Kaltblütigkeit und das unendliche Leid der Hinterbliebenen tief ins kollektive Gedächtnis einziehen. Wenn eine Mutter und ihre jugendliche Tochter gleichzeitig und spurlos aus dem Leben gerissen werden, hinterlässt dies eine Welle der Fassungslosigkeit. Das Drama um die 41-jährige Maria und ihre 16-jährige Tochter Tatjana aus München-Ramersdorf ist ein solch erschütterndes Verbrechen [01:26], [01:37]. Was im Sommer 2019 wie ein normaler Samstagsausflug zum Einkaufen begann, entpuppte sich als ein grausamer Doppelmord im engsten Familienkreis [05:35], [06:28], [18:16]. Obwohl der Täter, Marias Ehemann und Tatjanas Stiefvater Roman H., längst rechtskräftig verurteilt wurde, wirft der Fall bis heute lange, düstere Schatten [11:23], [22:18]. Denn bis zum heutigen Tag weigert sich der verurteilte Totschläger beharrlich, das letzte große Geheimnis zu lüften: Wo hat er die Leichen der beiden Frauen versteckt [15:57], [26:23]?

Ein Leben geprägt von Erfolg, Intellekt und hohen Ansprüchen

Um die Dynamik hinter dieser Tragödie zu verstehen, muss man einen Blick auf die Lebensumstände der Familie in der Ramersdorfer Ottobrunner Straße werfen [01:37]. Maria war eine überaus faszinierende, hochintelligente und willensstarke Frau [02:08]. Die 41-Jährige stammte aus einer angesehenen Familie mit russischen Wurzeln [02:20]. Ihr Vater war ein erfolgreicher Wissenschaftler, ihre verstorbene Mutter hatte im sowjetischen sowie russischen Außenministerium gearbeitet [02:29], [02:41]. Maria selbst war beruflich sehr erfolgreich; sie sprach stolze sechs Sprachen und hatte eine gut bezahlte Position beim namhaften Chemikalienhändler Sigma-Aldrich in Taufkirchen inne, einer Tochtergesellschaft des Pharma-Riesen Merck [02:08], [02:20], [03:14]. Zudem besaß sie eine wertvolle Eigentumswohnung im Herzen von Moskau [02:41].

Entsprechend hoch waren die Ansprüche, die Maria an sich selbst, aber auch an ihr Umfeld stellte [02:29], [03:14]. Das galt insbesondere für die Erziehung ihrer 16-jährigen Tochter Tatjana, die aus einer früheren, im Jahr 2005 geschiedenen Ehe stammte [01:26], [01:47], [01:56]. Tatjana besuchte die Oberstufe eines Gymnasiums, um ihr Abitur zu machen [03:23]. Selbst ihre Samstage waren seit ihrem sechsten Lebensjahr fest verplant: Sie besuchte ein russisch-deutsches Bildungszentrum in der Münchner Innenstadt, um ihre Sprachkenntnisse zu perfektionieren [03:32], [03:43]. Die zierliche Jugendliche galt bei ihren Mitschülern und Freunden als überaus warmherzig, humorvoll und absolut zuverlässig [03:52].

Im Jahr 2017 änderte sich das Familienleben, als Maria über eine Online-Datingplattform den damals 45-jährigen Roman H. kennenlernte [01:56], [02:02]. Roman war als Spätaussiedler aus St. Petersburg nach Deutschland gekommen und arbeitete in der Logistikbranche [04:12], [04:38]. Finanziell und beruflich stand er jedoch weit unter dem Niveau seiner erfolgreichen Ehefrau, was in der von Status und Intellekt geprägten Welt Marias zunehmend zu einem massiven Problem wurde [04:48]. Während Maria nach außen hin versuchte, eine harmonische Ehe zu präsentieren, brodelte es hinter den Kulissen gewaltig [12:07]. Tatjana fühlte sich von ihrem Stiefvater zunehmend kontrolliert und unterdrückt; das Verhältnis zwischen Stieftochter und Stiefvater war im Sommer 2019 vollends zerrüttet [04:48], [04:55]. Einziger emotionaler Rückhalt für das Mädchen war neben ihrer Mutter ihr leiblicher Vater, zu dem Maria und Tatjana ein hervorragendes und enges Verhältnis pflegten [05:02], [05:08].

Der verhängnisvolle 13. Juli 2019: Das lautlose Verschwinden

Der 13. Juli 2019 war ein Samstag und markierte das Ende einer Ära für Tatjana [05:35]. Es war ihr allerletzter Tag im russischen Bildungszentrum vor der lang ersehnten Abschlussfeier, die für den 23. Juli geplant war [03:52], [05:35]. Nach dem Unterricht trat das Mädchen die Heimreise mit den öffentlichen Verkehrsmitteln an [05:35]. Um exakt 12:02 Uhr tippte sie eine letzte, kurze Nachricht an eine Freundin: Sie sei gleich zu Hause und melde sich dann wieder [05:45]. Es war das letzte Lebenszeichen der 16-Jährigen [05:52]. Als danach stundenlang Funkstille herrschte, wuchs bei ihren Freundinnen die Beunruhigte [05:52].

Die Situation eskalierte mitten in der Nacht zum Sonntag, dem 14. Juli [06:01]. Gegen 02:00 Uhr morgens klingelte das Telefon bei Tatjanas leiblichem Vater [06:01]. Am Apparat war ein vermeintlich panischer Roman H. [06:12]. Er fragte den Ex-Mann seiner Frau, ob er etwas von Maria oder Tatjana gehört habe [06:19]. Laut Romans Darstellung hätten sie nach Tatjanas Rückkehr vom Unterricht noch gemeinsam zu Mittag gegessen [06:24]. Danach seien Mutter und Tochter zu Fuß aufgebrochen, um im nahegelegenen Einkaufszentrum PEP im Stadtteil Neuperlach Kleidung für die anstehende Abschlussfeier zu shoppen [06:28], [06:41]. Marias Auto stand unberührt vor dem Haus, ihre Mobiltelefone waren ausgeschaltet [06:50], [07:06]. Roman behauptete, er habe den gesamten Abend vergeblich auf die Rückkehr der beiden gewartet [06:50].

Zutiefst besorgt fuhren die beiden Männer noch in der Nacht zur Polizei [06:59]. Doch dort wurden sie zunächst mit der bürokratischen Hürde konfrontiert, dass bei vermissten Erwachsenen in der Regel 24 Stunden vergehen müssen, bevor offizielle Suchmaßnahmen eingeleitet werden [07:17]. Als Maria jedoch am Montagmorgen unentschuldigt bei ihrer Arbeitsstelle fehlte und Tatjana nicht im Gymnasium erschien, schrillten bei allen Beteiligten die Alarmglocken [07:44], [07:51]. Das spurlose Fernbleiben passte absolut nicht zu dem verlässlichen Wesen der beiden Frauen [07:35]. Die Münchner Polizei reagierte prompt und gründete die Sonderkommission „EG Duo“ mit 20 erfahrenen Beamten [08:52], [09:01].

Die makabere Entdeckung in der Ottobrunner Straße

Die ersten Ermittlungen der Sonderkommission konzentrierten sich naturgemäß auf die gemeinsame Wohnung in der Ottobrunner Straße [08:08], [12:57]. Beim Betreten der Räumlichkeiten stießen die Beamten auf ein Bild, das erhebliche Zweifel an der Shopping-Theorie des Stiefvaters aufkommen ließ [08:25]. Zwar fehlten die Handys der beiden Frauen, doch ihre Ausweispapiere, die Reisepässe und sogar die prall gefüllten Geldbeutel lagen ordentlich an ihrem Platz in der Wohnung [08:25], [08:33]. Niemand bricht zu einem großen Shopping-Trip in ein Einkaufszentrum auf und lässt sämtliche Zahlungsmittel und Dokumente zu Hause zurück [08:33].

Doch ein anderes, scheinbar banales Detail erweckte das Misstrauen der Spurensicherer: Mehrere Wände im Flur und im Wohnzimmer verströmten einen intensiven Geruch nach frischer Farbe und wiesen einen makellosen, frisch gestrichenen Anstrich auf [08:41]. Warum renovierte ein Ehemann mitten in der akuten Phase des plötzlichen Verschwindens seiner Familie die Wohnung? Die Kriminaltechniker setzten hochmoderne chemische Verfahren ein und machten unter der frischen Farbschicht das Grauen sichtbar: Großflächige, hastig weggewischte Blutspuren an den Flurwänden, an der Waschmaschine, am Wäschetrockner und sogar in der Tiefgarage am Familienauto [13:36], [13:46], [19:11]. DNA-Tests brachten die schreckliche Gewissheit: Es war das Blut von Maria und Tatjana [13:55].

Während Freunde und Bekannte über die sozialen Netzwerke verzweifelte Suchaufrufe starteten und Tatjanas leiblicher Vater psychisch völlig zerbrach, verhielt sich Roman H. auffällig passiv [09:09], [09:17], [09:27], [13:23]. In den polizeilichen Vernehmungen verstrickte er sich in eklatante Widersprüche bezüglich seiner genauen Zeitangaben am Samstag [09:36], [09:44]. Am 21. Juli 2019, nur eine Woche nach der Tatnacht, klickten schließlich die Handschellen: Roman H. wurde in München wegen des dringenden Tatverdachts des zweifachen Totschlags und Mordes festgenommen und in die JVA Stadelheim überstellt [11:23], [11:34], [11:43].

Die fieberhafte Suche im Truderinger Forst

Parallel zur Festnahme lief eine der aufwendigsten Suchaktionen in der jüngeren Geschichte der Münchner Polizei an. Die Auswertung der Funkzellendaten von Romans Mobiltelefon sowie des integrierten Navigationssystems von Marias Fahrzeug zeigten eine eindeutige Bewegung am Tattag [14:06], [14:17]. Roman H. war am Samstagnachmittag gezielt in den nahegelegenen Truderinger Forst gefahren, ein dichtes Waldgebiet etwa 20 Autominuten von der Wohnung entfernt [14:17], [14:26]. Dieses Areal war dem Verdächtigen bestens vertraut; er ging dort regelmäßig spazieren und war in den Vorjahren oft zum Pilzesammeln im Unterholz unterwegs gewesen [15:11], [15:19].

Hunderte Polizeibeamte, Hundertschaften der Bereitschaftspolizei, Leichenspürhunde und ein Hubschrauber durchkämmten tagelang das unwegsame Waldgelände [15:37], [15:48]. Sogar Polizeitaucher wurden eingesetzt, um einen im Wald gelegenen Baggersee meterweise abzusuchen [15:57]. Die akribische Suche führte tatsächlich zu einem düsteren Fund: Tief im Unterholz versteckt entdeckten die Beamten eine zusammengeschnürte Fußmatte und einen zusammengerollten Teppich, die eindeutig aus der Wohnung der Familie stammten [14:37], [14:46], [19:11]. Beide Gegenstände waren massiv mit dem Blut der getöteten Frauen getränkt [14:55]. Doch trotz des Einsatzes modernster Technik und knapp 90 eingegangener Hinweise aus der Bevölkerung blieben die Leichen von Maria und Tatjana unauffindbar [15:57], [16:08]. Die Ermittler überprüften zudem sämtliche Überwachungskameras der Busse, U-Bahnen und des Einkaufszentrums PEP – Mutter und Tochter hatten die Ottobrunner Straße an jenem Samstag niemals lebend verlassen [17:10], [17:20].

Der Indizienprozess: Ein Mörder passt seine Lügen an

Im Frühjahr 2020 erhob die Staatsanwaltschaft München schließlich Anklage wegen Totschlags in Tateinheit mit Mord gegen Roman H. [18:07], [18:16]. Die Rekonstruktion der Tat durch die Ermittler zeichnete ein erschütterndes Bild eines eiskalten Verdeckungsmordes: Roman H. soll seine Ehefrau Maria am frühen Nachmittag im Zuge eines heftigen Streits im Affekt durch stumpfe Gewalt gegen den Kopf getötet haben [18:16], [19:19]. Doch bevor er die Leiche wegschaffen konnte, kehrte die 16-jährige Tatjana völlig unerwartet früher vom Bildungszentrum nach Hause zurück [18:27], [18:35]. Um die Tat an seiner Ehefrau zu verdecken und die einzige Augenzeugin auszuschalten, soll er die Jugendliche ebenfalls brutal erschlagen haben [18:27], [18:46].

Nach dem Doppelmord begann das makabere Vertuschungsprogramm: Um 17:00 Uhr kaufte Roman H. in einem Baumarkt in der Wasserburger Landstraße weiße Wandfarbe und Pinsel, strich die blutbefleckten Wände über, rollte den blutigen Teppich ein und transportierte die Leichen im Schutz der Dämmerung mit Marias Auto in den Truderinger Forst [18:46], [18:54], [19:03], [19:11]. Sogar an den Socken, die er bei seiner Festnahme trug, sicherten die Techniker mikroskopische Blutspuren der Opfer [19:19].

Der anschließende Prozess vor dem Landgericht München erstreckte sich über 24 dramatische Verhandlungstage [19:38]. Als Nebenkläger trat Tatjanas leiblicher Vater auf, dessen psychischer Zustand von seiner Anwältin als völlig zerstört beschrieben wurde [19:38], [25:52]. In seiner ersten Einlassung bestritt der Angeklagte jede Schuld und behauptete kackfrech, er habe mit dem Verschwinden nichts zu tun und glaube fest daran, dass seine Frau und seine Stieftochter noch irgendwo im Ausland leben würden [19:56], [20:05]. Er deutete mysteriöse „Bedrohungen“ an, die er aus Sicherheitsgründen nicht näher ausführen könne [20:14], [20:21].

Als die Beweislast durch die erdrückenden DNA-Spuren und die Baumarkt-Quittungen jedoch immer erdrückender wurde, änderte Roman H. mitten im Prozess seine Verteidigungsstrategie und präsentierte eine völlig hanebüchene neue Version der Ereignisse [21:10], [21:20]: Am Tattag habe es nach dem Mittagessen einen so brutalen, blutigen Streit zwischen Mutter und Tochter gegeben, bei dem sich die beiden Frauen gegenseitig schwerste Kopfverletzungen zugefügt hätten [21:20], [21:29]. Er habe den Streit geschlichtet, danach sei alles wieder friedlich gewesen und die beiden Frauen seien trotz der blutenden Wunden gut gelaunt zum Shoppen aufgebrochen [21:39]. Der Vorsitzende Richter Rietmann zeigte sich von diesem dreisten Täuschungsversuch angewidert und betonte, dass der Angeklagte seine Lügen lediglich nachträglich an die ihm durch das Aktenstudium bekannten Ermittlungsergebnisse angepasst habe [21:48], [21:57]. Das Motiv für die Tat lag laut Gericht im finanziellen Bereich: Maria hatte kurz vor der Tat entdeckt, wie sehr ihr Mann ihre Tochter unterdrückte, und plante die Scheidung, bei der Roman H. aufgrund eines geänderten Testaments komplett leer ausgegangen wäre [04:55], [20:30], [20:44], [20:52].

Das Urteil und das ewige Schweigen des Täters

Im Februar 2021 sprach das Landgericht München das Urteil in diesem spektakulären „Mord ohne Leiche“-Prozess [22:07]. Roman H. wurde wegen doppelten Totschlags zu einer Freiheitsstrafe von 14 Jahren und 6 Monaten verurteilt [22:18]. Eine Verurteilung wegen Mordes lehnten die Richter ab, da aufgrund der fehlenden Leichen die exakten Todesumstände, die Reihenfolge der Tötungen und das konkrete Mordmerkmal der Verdeckungsabsicht rechtlich nicht mit der für ein Strafverfahren notwendigen, hundertprozentigen Sicherheit rekonstruiert werden konnten [22:36], [22:43]. Es gab schlichtweg zu viele verbleibende Lücken im konkreten Tatablauf [22:36]. Roman H. reagierte auf den Schuldspruch lediglich mit ungläubigem Kopfschütteln [22:29].

Sowohl die Verteidigung, die einen glatten Freispruch gefordert hatte, als auch der leibliche Vater als Nebenkläger legten umgehend Revision ein [22:43], [22:53]. Doch im Mai 2022 bestätigte der Bundesgerichtshof (BGH) das Urteil des Landgerichts vollumfänglich und wies alle Anträge als rechtsfehlerfrei zurück [23:07], [23:18].

Roman H. verbüßt seither seine langjährige Haftstrafe. Doch bis heute schweigt er eisern über den Verbleib der Körper [26:23]. Die Blutspuren in der Wohnung ließen von Anfang an keinen Zweifel daran, dass Maria und Tatjana diese Tragödie nicht überlebt haben [27:38], [27:46]. Für den leiblichen Vater und die Schulkameraden der 16-jährigen Tatjana bleibt das Leben ein ewiger Albtraum [25:52], [30:21]. Ihnen wurde nicht nur das Liebste genommen, sondern auch die Möglichkeit, an einem echten Grab Abschied zu nehmen und Frieden zu finden [28:52], [29:07].

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