„WENN MIR ETWAS ZUSTOSSEN SOLLTE …“ Der rätselhafte Tod der Julie Jensen und die Stimme aus dem Grab T
„WENN MIR ETWAS ZUSTOSSEN SOLLTE …“ Der rätselhafte Tod der Julie Jensen und die Stimme aus dem Grab

Hallo meine Lieben und willkommen zu diesem neuen Video. Ja, heute geht’s hier auf meinem Kanal schon wieder weiter mit True Crime und damit auch mit einem neuen Fall, den ich mir ausgesucht habe und über den ich euch gerne berichten möchte. Am späten Nachmittag des 3. Dezember 1998 wählt der 39 Jahre alte Mark Jenson die 911.
Aufgelöst teilt er der Notrufzentrale mit, dass seine Frau Julie nicht mehr atmen würde und dass er sofort Hilfe braucht. Doch als die Rettungskräfte in Begleitung der Polizei von Pleas and Prior nur kurze Zeit später um 16:35 Uhr am Haus der Familie Jenson am Lake Shorew Drive ankommen, können sie nichts mehr tun.
Als die vierzig Jahre alte zweifache Mutter Julie Jenson nämlich mit dem Gesicht nach unten liegend im Bett ihres Schlafzimmers aufgefunden wird, ist sie bereits tot. Mark Jenson Julies Ehemann gibt den Polizisten Vorort gegenüber an, dass sich seine Frau bereits am Morgen dieses 3. Dezember nicht wohlgefühlt hätte, dass sie gesundheitlich angeschlagen war und dass sie Medikamente einnehmen musste.
Und zunächst deutet auch nichts auf einen Verbrechen hin. Jedoch es dauert nicht lange, da wirft dieser plötzliche Tod von Julie Jenson doch Fragen für die Polizei auf. Vor allen Dingen, nachdem sie auf ein ungewöhnliches und durchaus unglaubliches Beweisstück aufmerksam gemacht werden, woraufhin sich dieser Fall zu einem der aufsehenerregendsten und zugleich juristisch komplexesten Kriminalfälle des Bundesstaates Wisconsin entwickeln wird.
Doch warum? Wer war Julie Jenson? Was führte sie für ein Leben vor ihrem Tod im Jahr 1998? Was hat es mit diesem mysteriösen Beweisstück auf sich, dass der Polizei übergeben worden ist, nachdem Julie starb? Und was kam im Laufe der Ermittlungen noch alles ans Licht, dass diesen wirklich unglaublichen Fall am Ende gleich zweimal vor Gericht bringen wird? Mit all diesen vielen weiteren Fragen beschäftigen wir uns in meinem heutigen Video.
Und damit, meine Lieben, ihr wisst es, fangen wir hier wie immer ganz am Anfang an. Im äußersten Südosten des US-Bundesstaates Wisconsin, direkt an der Grenze zu Illeno liegt die kleine Stadt Pleas and Prior. Geprägt von gepflegten Wohngebieten, weiten Grünflächen, breiten Straßen, Parks und vielen Freizeitangeboten besitzt dieser idyllische Ort die typisch amerikanische Vorstadtatmosphäre.
Stadt Hektik und Großstadt Lärm geht es hier mitten im Kinusa County entlang der südwestlichen Uferlinie des Lake Michigan, wo vor allem viele Familien leben eher ruhig zu und das, obwohl die Millionen Metropole Chicago nur etwa eine Stunde entfernt ist. Genau hier in Pleasant Prior lebt Ende der 90er Jahre in einem schönen Einfamilienhaus am Lakeshaw Drive auch die Familie Jenson.
Julie Jenson und ihr Ehemann Mark, die im Jahr 1998 seit nun mehr 14 Jahren miteinander verheiratet sind und die beiden gemeinsamen Kinder des Paares, der achtjährige David und sein 3 Jahre alter Bruder Douglas. Julie Carol Griffin kam am 26. Februar 1958 als einzige Tochter ihrer Eltern Raymond und June Griffin in Kenusha im Südosten Wisconsin zur Welt, wo sie gemeinsam mit ihren vier Brüdern Larry, Michael, Paul und Patrick auch den Großteil ihrer Kindheit verbracht hat.
Doch auch wenn Julie in dieser großen Familie umgeben von ihren vielen Geschwistern, die untereinander auch später ein sehr enges Verhältnis zueinander gehabt haben sollen, aufgewachsen ist, so muss man trotzdem festhalten, dass ihre Kindheit nicht in jeder Hinsicht unbeschwert war. Julys Mutter hatte mit Alkoholproblemen zu kämpfen und litt auch an Depression.
etwas, das Julie bereits während ihrer Kindheit stark geprägt haben soll und womit sie zum Teil auch später in ihrem eigenen Leben selbst konfrontiert sein wird. Laut den Menschen, die sie gut kannten, soll Julie aber trotz der Probleme zu Hause ein äußerst warmherziger, fürsorglicher, eher leiser und zurückhaltender Mensch gewesen sein.
Als bodenständig, herzlich und sensibel wird sie immer wieder beschrieben als jemand, der die Gabe hatte, sich in andere hineinzu versetzen und mitzufühlen. Charaktereigenschaften, also die auch sehr zu Julies Wunsch passten, später einmal als Krankenschwester arbeiten zu wollen. Ein Plan, den sie nach ihrem Abschluss an der George Nelson Temper High School im Jahr 1976 auch erst einmal weiter verfolgt hat, denn nach ihrem Schulabschluss begann Julie an der Universität von Wisconsin Parkside mit ihrem Studium in
Krankenpflege, wo sie während der Arbeit in ihrem Nebenjob in einem Einkaufszentrum im Sommer 1981 einen jungen Mann namens Mark Jenson kennengelernt hat, der genau wie Julie selbst zu dieser Zeit an der Universität studierte. Auch Mark arbeitete, um sich etwas Geld dazu zu verdienen, nämlich neben der Uni in diesem Einkaufszentrum, was zurfolge hatte, dass er und Julie sich von nun an sehr oft über den Weg gelaufen sind.
Und es hat auch nicht mehr lange gedauert, da waren die beiden fest zusammen. Doch während Mark sein Studium einige Zeit später abschließen sollte, wird Julie ihres abbrechen. Denn obwohl sie gut zurecht gekommen ist und Berichten zufolge auch nur noch ein Semester von ihrem Abschluss entfernt gewesen sein soll, war es anscheinend vor allen Dingen der praktische Teil ihres Studiums, der Julie immer mehr zu schaffen gemacht hat, denn sie ließ das Leid und auch das Schicksal der Patienten sehr nah an sich heran. Ich
hatte euch ja vorher bereits gesagt, dass Julie von den Menschen, die ihr nahe standen, als äußerst warmherziger, mitfühlender und vor allen Dingen sensibler Mensch beschrieben wurde, der die Gabe hatte, sich in andere hinein zu versetzen und mitzufühlen, was ja eigentlich unheimlich tolle Eigenschaften sind, aber als Krankenschwester bekommt man eben täglich das Leid und das Schicksal von Patienten mit und Julie ist offenbar irgendwann dann klar geworden, worden, dass das nicht das Richtige für sie ist.
Sie konnte die nötige Distanz nicht waren, weswegen sie sich dann anscheinend auch dazu entschieden hat, aus diesem Grund ihr Studium nicht mehr weiter fortzuführen. Allerdings in all der Zeit waren sie und Mark fest zusammen und die Beziehung wurde auch immer ernster. Und im Frühjahr 1984 heirateten Julie und Mark.
Beide waren zu diesem Zeitpunkt Mitte 20. Dann schließlich auch und ja in ihrem Haus am Lakeshore Drive in Pleasant Prior haben sich die beiden dann in den darauf folgenden Jahren ihr gemeinsames Leben aufgebaut und in den Jahren nach ihrer Hochzeit gründen Julie und Mark auch eine Familie. Im Jahr 1990 kommt ihr erstes gemeinsames Kind, ihr Sohn David zur Welt.
5 Jahre später 1995 wird Douglas geboren und Julie schien in ihrer Rolle als Mutter voll und ganz aufzugehen. Sie selbst beschrieb ihre Familie später einmal liebevoll als ihre 3Ds, also Daddy, David und Douglas, dreimal der Buchstabe D und brachte damit ziemlich treffend auch auf den Punkt, was in ihrem Leben das Wichtigste war, nämlich ihre Familie allen voran ihre beiden Söhne David und Douglas.
Und im Umgang mit ihren Kindern soll sich auch wieder Julies fürsorgliche und zugängliche Art ganz besonders gezeigt haben. Und während sie sich zu Hause um ihre Familie gekümmert hat, ist Mark als erfolgreicher Börsenmarkler in der Finanzbranche tätig, was dazu geführt hat, dass die Jensons auch finanziell gut aufgestellt gewesen sind.
Und nach außen hin wirkte das Leben dieser Familie offenbar ruhig, geordnet und unauffällig, zumindest auf den ersten Blick. Denn um zu beschreiben, was sich hinter verschlossener Tür der Familie Jenson wirklich abgespielt hat, müssen wir einmal einen Schritt zurückmachen. Denn bereits Anfang der 90er Jahre, also in einer Zeit, in der Julie und Mark vergleichsweise jung gewesen sind und ihr Familienleben mit der Geburt ihres ersten Kindes David eigentlich gerade erst begonnen hat, sollen sich schon die ersten Probleme und Schwierigkeiten in
der Ehe der Jens gezeigt haben. In dieser Phase, nämlich direkt nach der Geburt von David, hatte Julie mit psychischen Problemen zu kämpfen, während Mark auf der anderen Seite beruflich ständig unterwegs gewesen ist, was zu immer größeren Spannungen und auch zu Auseinandersetzungen geführt hat.
Julie soll sich von ihrem Mann im Stich gelassen gefühlt haben und sie war mit dem kleinen David zu Hause aufgrund ihrer psychischen Probleme, die sie da eben hatte, auch überfordert. Gegenüber Freunden hat sie geäußert, dass sie den Eindruck hatte, dass Mark sich mehr fürs Feiern mit Kollegen, fürs Party machen und fürs Trinken interessieren würde, als für sie und den kleinen David und ihr Familienleben zu Hause.
Und genau in dieser Zeit um 1991 herum kam es dann zu einem weiteren Einschnitt, denn in dieser kritischen Phase ihrer Ehe ließ Julie sich auf eine kurze Affäre mit einem anderen Mann ein, mit einem Mann namens Perry Tarcia. Er und Julie hatten sich erst vor kurzem kennengelernt, nachdem sie einige Stunden pro Woche anfing bei der Finanzfirma Dean Whter als Assistentin zu arbeiten.
Auch Perry war in dieser Firma angestellt. Er hatte zu dieser Zeit genau wie Julie ebenfalls einen kleinen Sohn. Genau wie sie hatte auch er Probleme in seiner Ehe und ließ sich von seiner Frau scheiden. Und über all das hat man wohl auch gesprochen und kam sich darüber näher, so nah sogar, dass als Mark in dieser Zeit einmal auf Geschäftsreise gewesen ist, Julie Perry zu sich ins Haus eingeladen hat, wo er dann auch ein ganzes Wochenende mit ihr verbrachte.
Doch man muß festhalten, dass dieses Verhältnis nicht von langer Dauer war. Julie beendete die Affäre mit Perry Tarcia bald wieder. Sie kündigte auch ihren Job bei Dean Witter und sie soll Perry gegenüber auch gesagt haben, dass sie nicht mehr sehen will und dass sie versuchen möchte, die Dinge mit ihrem Mann mag wieder ins Loot zu bringen.
Allerdings, nachdem dieser von ihrer Affäre erfahren hat, wurde alles wohl nur noch schlimmer und die ohnehin schon angeschlagene Ehe wurde weiter nachhaltig beschädigt. So sehr sogar, dass Julie sich dann auch von ihrem Mann trennen wollte und im Juni 1991 die Scheidung eingereicht hat. Jedoch zu einer Trennung kam es letztendlich nicht.
Mark wollte nämlich die Scheidung keinesfalls akzeptieren und soll laut Aussagen von Freunden später Julie auch damit gedroht haben, ihr die Kinder wegzunehmen, damit gedroht haben, dass sie ihre Söhne nie wiedershen wird. wenn sie die Scheidung weiterhin durchziehen möchte. Und diese Drohung hat Julie dann letztendlich auch dazu gebracht, die Scheidung zurückzuziehen.
Stattdessen haben sie und Mark eine Eheberatung aufgesucht und ja, wie wir wissen, blieben sie ja auch weiterhin zusammen und bekamen später im Jahr 1995 auch noch ein weiteres Kind, ihren Sohn Douglas. Doch auch wenn es nach außen hin so ausgesehen haben mag, als hätten die Jensons ihre Probleme überwunden, so war genau das nicht der Fall.
Ganz im Gegenteil, denn vieles deutete darauf hin, dass Mark Jenson seiner Frau ihre kurze Affäre nie wirklich verziehen hat und über ihren Seitensprung auch in den Jahren danach tief gekränkt gewesen ist. Und das, obwohl ja Mark derjenige war, der einer Scheidung auf keinen Fall zustimmen wollte, der Julie sogar gedroht hat, ihr die Kinder vorzuenthalten, wenn sie diesen Plan nicht aufgibt.
Julie soll wohl damals gegenüber einigen Freunden gesagt haben, dass sie es für besser hält, wenn sie und Mark sich trennen würden und versuchen würden auf freundschaftlicher Basis weiter miteinander umzugehen und für die Kinder da zu sein, als in einer Ehe, die so problemelastet ist, weiter zu verweilen.
Doch genau das war es ja, was Mark keinesfalls wollte. Doch während er nach 1991 und nach all dem, was geschehen ist, nach außen hin weiterhin als erfolgreicher, technisch versierter und ehrgeiziger Geschäftsmann auftrat, der er beruflich durchaus auch war, schien Julie zu Hause seinen nie verarbeiteten Groll auf offenbar perfide Art und Weise weiterhin täglich zu spüren zu bekommen.
bereits 1991 nämlich. Also kurz nachdem Julie die Scheidung zurückgezogen hat und die beiden eine Eheberatung aufgesucht haben, meldete sie der Polizei nämlich immer wieder, dass rund um ihr Haus pornographische Bilder aufgetaucht sein, die an ihrer Haustür, an ihrem Schuppen im Garten, an ihrem Auto und sogar in ihrem Haus selbst so abgelegt worden sind, dass Julie sie auf gar keinen Fall übersehen konnte.
Dazu kamen auch belästigende Anrufe, die offenbar genau wie die vielen Fotos, die überall verteilt worden sind, den Zweck hatten bzw. dazu dienen sollten, Julie aufgrund ihrer zurückliegenden Affäre zu demütigen, sie zu verunsichern, ihr Angst zu machen und sie zu schikanieren, was zu einer immer größeren Belastung für sie geworden ist.
Weil diese Vorfälle mit den Anrufen und auch mit den Fotos über so lange Zeit hinweg weitergingen und die Polizei den Verursacher nicht greifen konnte, wurde den Jenson schließlich im Jahr 1993 empfohlen, einen Privatdetektiv zu engagieren. Und auch wenn daraufhin zunächst der Verdacht im Raum stand, es könnte sich bei dem Urheber all dieser Vorfälle mit den Fotos und mit den Anrufen, um Perry Tarcia, also um den Mann, mit dem Julie eine kurze Affäre hatte handeln, so hielt sich dieser Verdacht am Ende nicht. Denn nachdem
Perry, der inzwischen nicht einmal mehr in Wisconsin gelebt hat, sondern in einem anderen Bundesstaat umgezogen ist, von der Polizei genauer überbrieft wurde und sich kein Indizgeschweige denn irgendeinen Beweis hat finden lassen, dass er irgendetwas mit den Vorfällen im Haus der Jenson zu tun gehabt hat, sprach mit der Zeit nach und nach immer mehr dafür, dass der Ursprung dieser jahrelangen Chikane Julie gegenüber nicht irgendwo außerhalb zu suchen war.
Nach dem Seitensprung seiner Frau nämlich blieb es auf Markseite nicht nur bei Vorwürfen und einer gewissen Distanz gegenüber seiner Frau. Er soll auch damit begonnen haben, Julie zu kontrollieren, sie ununterbrochen zu kritisieren und sie psychisch unter Druck zu setzen. Was den Verdacht? Mark selbst könnte hinter diesen Schikanen gesteckt haben, mit der Zeit immer naheliegender erscheinen ließ.
Und genau diesen Verdacht hatte wohl auch der Privatdetektiv David Ellis. Doch als dieser Julie damit konfrontiert hat, dass hinter diesen Bildern und hinter diesen Anrufen möglicherweise Mark stecken könnte, konnte oder wollte Julie das einfach nicht glauben. Trotzdem, man muss sich vorstellen, all das zog sich über viele, viele Jahre hin.
Die ersten Fotos in und um Julies Haus herum tauchten bereits im Jahr 1991 auf. Also kurz nachdem sie ihren Plan mit der Scheidung aufgegeben hat, dann kamen die Anrufe dazu, die Polizei und auch ein Privatdetektiv war involviert. Jahrelang erlebte Julie Angst und Schikane in ihrem Alltag und war offenbar zusätzlich dem Groll der Kontrolle und der andauernden Kritik ihres Mannes ausgesetzt, was wie gesagt zu einer immer größeren psychischen Belastung wurde.
Doch trotz alledem hat Julie es irgendwie sehr wahrscheinlich vor allem für ihre beiden Söhne, die ihr das Wichtigste auf der Welt waren, geschafft, ihr Leben mit Mark weiterzuführen. Die beiden waren inzwischen im Jahr 1998, wo wir uns jetzt befinden, seit etwas über 14 Jahren miteinander verheiratet. David war acht, der kleine Douglas gerade 3 Jahre alt und ja, irgendwie ging es dann eben doch weiter.
Bis zum 3. Dezember. 1998, dem Tag, an dem Julie Jenson sterben wird. An diesem 3. Dezember 1998, nämlich einem Donnerstag, geht bei der Notrufzentrale von Pleasant Prior ein Anruf ein. Am Telefon ist der 39 Jahre alte Mark Jenson, der aufgeregt berichtet, er habe gerade seine Frau Julie in ihrem Bett im gemeinsamen Schlafzimmer aufgefunden, wobei sie nicht ansprechbar sei und auch nicht mehr atmen würde.
Als die Polizei in Begleitung der Rettungskräfte kurze Zeit später am Haus der Jensons am Lake Shore Drive ankommen, werden sie bereits von Mark an der Tür erwartet, der sie direkt ins Schlafzimmer führt. Doch dort kommt für Julie jede Hilfe zu spät. Sie ist bereits tot. Julie lag beim Auffinden in ihrem Bett im Schlafzimmer des Hauses und auf den ersten Blick ließen sich keine offensichtlichen Verletzungen an ihrem Körper ausmachen, keine sichtbaren Wunden und auch zunächst nichts, was darauf hingedeutet hätte, dass sie einem
Gewaltverbrechen zum Opfer gefallen ist. Jedoch war die Art und Weise, wie Julie in ihrem Bett lag, für die Polizei und auch für die Rettungskräfte vor Ort offenbar sofort auffällig. Ihr linker Arm nämlich befand sich unter ihrem Körper, während die linke Seite ihres Kopf so tief ins Kissen gedrückt war, dass ihre Nase deutlich zur Seite hin verschoben gewesen ist.
eine Position, die später als unnatürlich beschrieben wurde. Im ersten Gespräch mit der Polizei erklärte Mark, dass sich seine Frau bereits am Morgen dieses 3. Dezember nicht wohl gefühlt hat, dass sie gesundheitlich angeschlagen gewesen ist und Medikamente eingenommen hat. Mark führte weiterhin aus, dass Julie erst vor wenigen Tagen von ihrem Arzt ein neues Medikament gegen Depressionen verschrieben bekam und dass sie dieses Antidepressivum mit dem Namen Paxil auch eingenommen hätte.
Darüber hinaus brachte Mark wohl schon vor Ort gegenüber der Polizei die Möglichkeit ins Gespräch, dass seine Frau auf dieses neue Medikament allergisch reagiert haben könnte, da es in den ersten Stunden, nachdem Julie tot in ihrem Bett aufgefunden worden ist, keine Hinweise darauf gab, dass sie einem Tötungsdelikt zum Opfer gefallen ist, wurde anfangs sogar im Gegenteil auch ein Suizid als mögliche Erklärung in Betracht gezogen, zumal Mark ja geäußert hat, dass seine Frau gesundheitlich angeschlagen war und
aufgrund ihrer Depressionen Medikamente eingenommen hat. Trotzdem wird ihr Leichnah selbstverständlich in die Gerichtsmedizin überstellt, um der tatsächlichen Todesursache auf die Spur zu kommen. Und während ganz genau das jetzt passiert, beginnen die Ermittler auf der anderen Seite den Ablauf dieses 3.
Dezember 1998 zu rekonstruieren, wobei dabei Marx Schilderungen, Julies Gesundheitszustand betreffend eine große Rolle gespielt haben. einen Angaben zufolge, nämlich soll sich Julie wie gesagt bereits am Donnerstag morgen sehr schlecht gefühlt haben. Zum Teil soll sie orientierungslos und nicht ganz bei sich gewesen sein.
Sie hatte offenbar auch Probleme beim Atmen und war nicht einmal in der Lage, richtig aufrecht zu sitzen. Auffällig war allerdings, dass Mark trotz dieses Zustands seiner Frau an diesem Morgen weder einen Arzt noch einen Krankenwagen für sie gerufen hat. Stattdessen fuhr er, was normalerweise Julie immer gemacht hat, seine Kinder frühmorgens in die Schule bzw.
in den Kindergarten. Und im weiteren Verlauf des Vormittags kehrte Mark dann noch einmal kurz nach Hause zurück und war anschließend wegen einer beruflichen Angelegenheit unterwegs, bevor er seine Söhne später wieder abgeholt hat und am Nachmittag mit beiden zurück nach Hause kam. Interessant an dieser Stelle ist jedoch zu wissen, dass Mark, als er mit seinem 8 Jahre alten Sohn David und seinem 3 Jahre alten Sohn Douglas am späten Nachmittag zu Hause ankam, er die beiden Jungen angewiesen hat, draußen im Auto zu warten, während er hineingehen
wollte, um nach Julie zu sehen. Offensichtlich wollte Mark also nicht, dass seine beiden Kinder ihre Mutter direkt sehen, sondern ihm war daran gelegen, erst einmal alleine ins Haus vorauszugehen, was jetzt freilich nicht unbedingt direkt etwas bedeuten muss. Jedoch wie gesagt, man kann es im Hinterkopf behalten.
Und als Mark Julie dann im Schlafzimmer gefunden hat, soll er direkt nach seinen Angaben die 911 angerufen haben um 16:35 Uhr. Julie Jenson war zum Zeitpunkt ihres Todes 40 Jahre alt und körperlich offenbar völlig gesund. Dass eine Frau in diesem Alter so plötzlich und noch dazu ohne erkennbaren Grund stirbt, ist an sich schon ungewöhnlich.
Genauso wie das Verhalten ihres Mannes nach ihrem Tod. Denn während man bei einem Mann, dessen Frau gerade völlig unerwartet gestorben ist, Schock, Trauer oder zumindest eine gewisse Fassungslosigkeit erwartet hätte, zeigte sich Mark in den Tagen und Wochen nach diesem 3. Dezember 1998 auffallend gelöst. Mehrere Zeugen gaben später an, er hätte gelacht, gescherzt und sich in einer Art und Weise gegeben, die Menschen in seinem Umfeld als unpassend, als irritierend und befremdlich empfanden.
Und nicht nur nach Julies Tod verhielt Marx sich ungewöhnlich. Zu einem besonders bizarren Vorfall kam es nämlich bereits einen Tag bevor sie gestorben ist. Joseph Mengy nämlich, damals der Schulleiter der Bradford Highchool in Kinusa, rief am zweiten Dezember 98 bei den Jensons an, um Julie mitzuteilen, dass sie für eine Teilzeitstelle in Betracht gezogen bzw.
für diese Stelle ausgewählt worden war. Statt Julie ging jedoch, als Joseph anrief, Mark ans Telefon und als dieser dann darum gebeten wurde, Julie ans Telefon zu holen, um ihr die schöne Neuigkeiten zu überbringen, dass sie für eine Teilzeitstelle ausgewählt worden ist, soll Mark herzlich gelacht und zu Joseph Mangy am Telefon folgenden Satz gesagt haben. She’s asleep.
She’s going to be asleep for a long time. Also zu Deutsch, sie schläft und sie wird noch sehr lange schlafen. Haha. Und wie gesagt, einen Tag später wurde Julie Jenson tot im Bett, im Schlafzimmer ihres Hauses gefunden. Und auch wenn dieses Verhalten von Mark und auch die Aussage gegenüber Joseph Mangy jetzt erst einmal nicht konkret auf irgendetwas hinweist und man natürlich auch immer in Betracht ziehen muss, dass das Verhalten eines Menschen nach einem Todesfall nichts über Schuld oder Unschuld aussagt. war Marxverhalten eben
seltsam und es wirkte auch auf die Menschen in seinem Umfeld seltsam. Am 4. Dezember 1998 wird Julies Leiche von dem Gerichtsmediziner Dr. Michael Chamblis obduziert. Dr. Chamblis stellt dabei zwar einige Blutergüsse in Julies Halsbereich sowie Peteien, also punktförmige Einblutungen im oberen Brustbereich fest.
Eine klare Feststellung auf eine konkrete Todesursache ist zu diesem Zeitpunkt jedoch nicht möglich gewesen. Da also zunächst nicht abschließend geklärt werden konnte, woran Julie Jenson genau starb, wird der Fall vorerst auch nicht als Tötungsdelikt behandelt. Wichtig an dieser Stelle zu wissen ist jedoch, dass im Rahmen dieser Autopsie verschiedene Proben, darunter Blut, Nierengewebe und auch Teile des Mageninhalts gesichert und aufbewahrt worden sind, um sie zu einem späteren Zeitpunkt, falls nötig, auswerten zu können. Entgegen Julies
ausdrücklichem Wunsch nach ihrem Tod beerdigt zu werden, ließ Marx sie stattdessen einächern. Auf der Beerdigung soll er laut Julies Freundin Ruth Vorwald nur wenige Meter von ihrem Sar entfernt, herzlich gelacht und Witze gerissen haben. Sein Verhalten wirkte, wie es später hieß, eher so, als wäre er auf einer Cocktailparty und nicht auf der Beerdigung der Mutter seiner Kinder.
Und das ist auch noch nicht alles, denn nur kurze Zeit nach der Beerdigung werden vor dem Haus der Jensons von Nachbarn dutzende Müllsäcke gesichtet, die Kleidungsstücke und auch persönliche Dinge von Julie enthalten haben sollen. Man könnte also, wenn man das alles so hört, durchaus den Verdacht haben, dass Mark nach dem plötzlichen Tod seiner Frau auch alle Erinnerungen an sie entfernen wollte.
Doch auch wenn Julies Todesursache bei der Autopsie zunächst nicht ermittelt werden konnte, so war der Fall für die Polizei an diesem Punkt deswegen keineswegs abgeschlossen. Die ungewöhnliche Auffindessituation von Julie im Schlafzimmer, Marx Verhalten nach ihrem Tod und zunehmende Hinweise aus Julies direkten Umfeld führten dazu, dass weitere Ermittlungen aufgenommen und zahlreiche Zeugen befragt worden sind.
Und was die Polizei hierbei erfährt, ist kaum zu glauben. Die Ermittler finden jetzt nämlich ganz bald heraus, dass Mark Jenson, der Mann, der jahrelang einen Groll gegen seine Frau gehegt hat, weil sie eine kurze Affäre mit einem anderen Mann hatte, selbst eine hat. Und die Beziehung zu dieser Frau, die bereits einige Monate vor Julies Tod begann, ging auch nach ihrem Tod weiter.
Mark Jenson und Kelly Laonte lernten sich im Zuge ihrer Arbeit kennen. Beide waren bei derselben Finanzfirma angestellt und Kollegen werden später berichten, dass sie wahrnehmen konnten, dass zwischen den beiden etwas lief. Ebenfalls sollte sich bald herausstellen, dass das, was da zwischen Mark und Kelly lief, nicht einfach nur eine flüchtige Affäre gewesen ist.
Denn wie gesagt, die beiden waren auch nach Julies Tod weiterhin fest zusammen. Und es konnte wohl auch ermittelt werden, dass Mark seine Geliebte finanziell unterstützt hat. Bis zu 12000$ soll er gegeben haben, dass es für Kelly möglich war, von St. Louis, wo sie damals gelebt hat, nach Kenuscha. also in seine Nähe umzuziehen. Für die Ermittler war diese Beziehung zwischen Mark und Kelly wohl nicht nur deswegen so interessant, weil sie eine offensichtliche Doppelmoral auf Markseite klar aufgezeigt hat, sondern auch, weil diese Affäre ein mögliches

Motiv dargestellt haben könnte, Julie etwas anzutun. Eine der wichtigsten Aussagen in diesem gesamten Fall erhielt die Polizei jetzt ebenfalls ganz bald von einer Frau namens Theresa De Fasio. Theresa, die als Lehrerin der dritten Klasse Julies Sohn David unterrichtet hat, berichtete den Ermittlern, dass sie und Julie sich gut verstanden und dass sich aufgrund von Julies Engagement in der Schule mit der Zeit ein Vertrauensverhältnis zwischen ihnen entwickelt hätte.
Julie hat immer wieder bei Projekten im Klassenumfeld mitgeholfen. Sie war oft in der Schule von David präsent und so kam es eben dazu, dass sie und die Lehrerin von David Theresa de Fasio, sich angefreundet haben und zwar so gut angefreundet haben, dass Julie sich Teresa gegenüber immer weiter geöffnet hat und ihr irgendwann auch von ihrer Ehe und von den Problemen zwischen ihr und Mark berichtete.
Jedoch am 25. November 1998, also etwa 8 Tage vor ihrem Tod, soll Julie gegenüber Theresa dann eine schockierende Aussage gemacht haben. Denn als die beiden Frauen an diesem 25. November alleine in einem Klassenzimmer der Schule gewesen sind, äußerte Julie, die an diesem Tag sehr fahrig und nervös gewirkt haben soll, dass sie glaube, ihr Mann wolle sie töten.
Und dabei soll Julie auch ganz und gar nicht im ungefären geblieben sein, denn Theresa de Fasiete der Polizei, dass Julie die konkrete Befürchtung hatte, Mark könne sie vergiften und es dann nach Suizid aussehen lassen. Außerdem soll Julie in diesem Zusammenhang auch noch geäußert haben, dass sie den Verdacht hat, Mark könnte ihr etwas ins Essen mischen, ihr eine Überdosis verabrechen oder auf andere Art und Weise dafür sorgen, dass ihr Tod nicht wie ein Verbrechen aussieht.
Und für diesen unfassbaren Verdacht, den Julie nur eine Woche vor ihrem Tod gegenüber der Lehrerin ihres Sohnes David geäußert hat, hatte sie sogar noch Indizien. Im Gespräch mit Theresa De Fasio an diesem Tag in der Schule erzählte Julie nämlich auch, dass sie in Marx Geschäftsplaner eine Notiz gefunden hätte, einen Zettel, auf dem Dinge aufgelistet waren, die ihr sehr verdächtig und seltsam vorgekommen sind.
Darunter das Wort Chemicals, also Chemikalien, Drug Supply, Arzneimittelbedarf, Razor Blades, Rasierklingen und auch das Wort syringe, also Spritze. Doch wie sich jetzt für die Polizei ebenfalls herausstellen sollte, äußerte Julie ihren Verdacht, dass ihr Mann sie umbringen wolle. Nicht nur gegenüber Theresa De Fasio, auch ihren Nachbarn Ted Wid und dessen Frau Margaret, mit denen Julie sehr gut befreundet gewesen ist, schilderte sie in den Wochen vor ihrem Tod ihre Angst, Mark wolle sie vergiften, sie verrückt machen, wie sie
es ausgedrückt hat. Julie erzählte aber ihren Nachbarn und Freunden Ted und Margaret W darüber hinaus auch von einem ganz konkreten Vorfall, der sich ereignet haben soll, bei dem Mark sie mit einem Glas Wein im Haus verfolgt hat. Mark wollte wohl unbedingt, dass Julie den Wein im Glas trinkt und nachdem sie das aber verweigert hat, sei er mit diesem Weinglas durchs ganze Haus nachgelaufen, um sie dazu zu bringen, ihn doch noch zu trinken, was Julie aber wie gesagt verweigert hat.
Außerdem soll sie bei diesem Gespräch mit ihren Nachbarn auch berichtet haben, dass sie auf Marx Computer, als er diesen einmal nicht ausgeschaltet hatte, sehen konnte, dass er sich offenbar mit dem Thema Poisoning, also Vergiftung, beschäftigt hat. Doch Ted und Margaret White haben der Polizei darüber hinaus auch noch etwas anderes zu sagen.
Etwas, das für die Ermittlungen dieses gesamten Falles eine Schlüsselrolle spielen wird. Laut Ted Wit Aussage, nämlich soll Julie am Samstag den 21. November 1998, also etwa zwei Wochen bevor sie gestorben ist, zu ihm und Margaret hinübergekommen sein und ihnen einen versiegelten Briefumschlag übergeben haben, mit der Bitte diesen Brief der Polizei zu übergeben, wenn ihr etwas zustoßen sollte.
Ted und seine Frau Margaret, die Julies Wünsche respektiert haben, öffneten den Brief daraufhin nicht, sondern bewahrten ihn zu Hause auf. Doch jetzt nach ihrem Tod taten sie eben genau das, was Julie sich von ihnen gewünscht hat. Sie haben den Brief der Polizei übergeben und dieser Brief war ans Pleasant Prior Police Department bzw.
an Officer Ron Cosman und Detective Paul Rutzberg adressiert und wird nun auf dem Revier auch geöffnet. Der Brief, der in Julie Jensons Handschrift verfasst ist, beginnt mit folgendem Satz. Ich schreibe das hier am Samstag den 21. November 1998 um 7 Uhr morgens. Und schon in den ersten Zeilen, die jetzt folgen, macht Julie klar, worum es ihr geht.
Sie schreibt, dass sie im Geschäftsplaner ihres Mannes Mark eine Liste gefunden hat. Zwar wisse sie nicht, was diese Liste bedeutet und was es mit dem, was auf der Liste steht, auf sich hat. Aber falls ihr etwas zustoßen sollte, wäre Ihr Mann erster Verdächtiger. Wörtlich schrieb sie: “If anything happens to me, he would be my first suspect.
” Bei der Liste, die Julie in ihrem Brief anspricht, handelt es sich um die bereits vorher angesprochene verdächtige Notiz, über die sie eine Woche vor ihrem Tod ja auch mit der Lehrerin ihres Sohnes sprach. Und Julie erwähnt die Liste nicht nur, sie hat ihrem Brief auch ein Foto der Liste beigelegt, sodass diese jetzt auch von der Polizei gesehen wird.
Im weiteren Verlauf ihres Schreibens macht Julie darüber hinaus unmissverständlich klar, dass sie sich niemals etwas antun würde. I would never take my life because of my kids. They are everything to me. Also, ich würde mir niemals das Leben nehmen wegen meiner Kinder. Sie sind alles für mich. Und außerdem hält Julie auch noch fest, welche Medikamente sie regelmäßig oder auch gelegentlich einnimmt.
Sie schreibt, dass sie regelmäßig Tylenol und Multivitamin nehmen würde, gelegentlich auch frei verkäufliche Erkältungsmittel Zentag oder Imodium und dass sie auch ein verschreibungspflichtiges Medikament gegen Migräne nimmt, das allerdings öfter von Mark als von ihr selbst eingenommen wird. Und gegen Ende ihres Briefes wird Julie dann auch noch einmal sehr deutlich.
Sie schreibt, dass sie hofft, dass sie sich in Bezug auf ihren Verdacht gegen mag irrt, dass sie sein Verhalten ihr gegenüber jedoch sehr verdächtig findet und auch einen baldigen Tod fürchtet. Julie Jenson benennt ihren Ehemann ausdrücklich als die erste Person, die man im Falle ihres Todes als Verdächtigen in Betracht ziehen sollte.
Gleichzeitig schließt sie einen Suizid aus und verbindet ihre Furcht vor einem, wie sie geschrieben hat, baldigen Tod mit konkreten Beobachtungen, die sie in den zurückliegenden Wochen gemacht haben will. Die Polizei beschlagt jetzt daraufhin und nach all dem, was sie durch Zeugen aussagen und vor allem jetzt durch Julie selbst durch ihren Brief erfahren hat.
Mark Jensons Computer. Der 1998er Windows Rechner wird von dem Digitalforensiker Jason Rough genau unter die Lupe genommen, wobei dabei erstaunliches festgestellt wird. Denn trotz eines klar erkennbaren Löschversuchs der Internetaktivitäten konnten viele der Daten wiederhergestellt bzw. rekonstruiert werden.
Neben zahlreichen romantischen E-Mails, die Mark mit seiner geliebten Kelly Labonte in den Wochen vor dem Tod seiner Frau ausgetauscht hat, in denen sie im übrigen auch schon über eine gemeinsame Zukunft gesprochen haben, lassen sich auf seinem Computer nämlich auch Internetrecherchen zum Thema Vergiftung nachverfolgen. Unter anderem wurde an Mark Jensons PC am Morgen des 3.
Dezember 98 um 7:40 Uhr, also nur Stunden vor Julies Tod, nach Ethylenglykol Poisoning, also nach einer Vergiftung mit dem Hauptbestandteil von Frostschutzmittel gesucht. Wir erinnern uns zurück, Julie fühlte sich bereits an diesem Donnerstag frühmorgens schlecht. Sie war nicht wirklich bei sich, sie hatte Probleme beim Atmen und sie konnte sich kaum aufrechthalten.
Symptome, die durchaus mit einer Vergiftung in Zusammenhang stehen könnten. Außerdem stellte man auch fest, dass die Suchanfragen und die Recherchen, die auf Marx PC bezüglich Ethylenglykol und bezüglich Vergiftung und so weiter morgens ziemlich früh oder abends ziemlich spät gemacht worden sind zu Zeiten also in denen Mark Jenson zu Hause war, während unterm Tag der Computer so gut wie überhaupt nicht benutzt worden ist und auch wurde er kaum benutzt oder gar nicht benutzt.
nutzt, wenn Mark auf Geschäftsreise war, was ja sehr oft vorkam. Dementsprechend konnte man also bei der Auswertung sehen, dass die Recherchen auf dem Computer oder allgemein die Benutzung des PCs immer zu den Zeiten war, als Mark zu Hause gewesen ist. Zumindest entstand der Eindruck. Etwa 4 Monate nach Julys Tod wird Mark darum am 21.
April 1999 nach all dem, was man bisher ermitteln konnte, ins Splash Prior Police Department zur Befragung vorgeladen. In der vierstündigen nun folgenden Vernehmung, die zusätzlich auf Video aufgezeichnet worden ist, wird Mark von dem leitenden Ermittler Detective Sergeant Paul Rutzberg mit den Aussagen der Zeugen, mit den Funden auf seinem Computer, mit dem Wissen über seine Affäre mit Kelly Labonte und auch mit Julies Brief, mit dem Inhalt dieses Briefes konfrontiert.
Doch auch wenn Mark für all das, was die Polizei ihm jetzt da mehr oder weniger vor die Füße wirft, keine Erklärung vorweisen kann, so bestreitet er trotzdem hartnäckig irgendetwas mit dem Tod seiner Frau zu tun gehabt zu haben. Und da zu diesem Zeitpunkt die bisherigen Ermittlungsergebnisse offenbar noch nicht ausgereicht haben, um Mark Jenson eines Verbrechens anzuklagen, darf er auch erst einmal wiedergehen.
Jedoch die Ermittlungen liefen jetzt natürlich erst recht auf Hochdruck weiter und konzentrierten sich zunehmend auf die Frage, ob die Verdachtsmomente gegen Mark Jenson nicht doch medizinisch bzw. forensisch weiter gestützt werden könnten. Denn auch wenn damals bei der Autopsie von Julie abschließend keine Todesursache festgestellt werden konnte, hatte man inzwischen ja konkrete Anhaltspunkte, die auf einen möglichen Zusammenhang mit einer Vergiftung hingedeutet haben.
Und auch wenn Mark gegen Julies Wunsch ihre Leiche hat einäschern lassen und somit eine komplette Autopsie unmöglich ist, war es ja so, dass man damals in der Gerichtsmedizin Proben gesammelt hat, aufbewahrt hat, um sie, falls nötig, für eine spätere Untersuchung noch einmal heranzuziehen. Und ganz genau das geschieht jetzt auch bei der jetzt folgenden toxikologischen Untersuchung der Proben.
Die von der zuständigen Gerichtsmedizinerin von Kenusa County Dr. Maurine Levin veranlasst wird, stellt sich folgender Befund heraus. In Julies Blut, in ihrem Urin und auch in ihrem Mageninhalt ließ sich Ethylenglykol nachweisen. Also eine chemische Verbindung, die unter anderem als Hauptbestandteil von Frostschutzmittel verwendet wird und schon in vergleichbar kleinen Mengen hochgipftig für den menschlichen Körper sein kann.
wobei man darüber hinaus im Nierengewebe von Julie auch sogenannte Oxalatkristalle fand, die als starkes Indiz dafür gelten, dass Ethylenglykol im Körper bereits verstoffwechselt worden ist. Also mit anderen Worten, die medizinische Auswertung der Proben ergab, dass Julie Jenson an einer Ethylenglykoholvergiftung starb und die Befunde deuteten ebenfalls darauf hin, dass ihr dieses Mittel, diese Substanz nicht nur einmal, sondern mindestens zweimal vor ihrem Tod verabreicht worden sein muss.
Doch auch wenn ich euch das jetzt ziemlich gerafft zusammengefasst habe, so ist wichtig zu wissen, dass sich diese Ermittlungen, die einzelnen Schritte, die hier gemacht worden sind, die gesamte Auf und Ausarbeitung der Spuren über einen sehr langen Zeitraum nach Julies Tod hingezogen haben. Zwischen ihrem Tod und der letztendlichen Anklage von Mark Jenson vergingen Jahre, Jahre, in denen Mark sein Leben weiterleben konnte.
Nach Julies Tod zog seine damalige Freundin Kelly Lonte bei ihm ins Haus ein und etwas später heiratete Mark die Frau, mit der er bereits vor Julis Tod hatte dann auch. Doch nach Jahren intensiver Ermittlungsarbeit waren Polizei und Staatsanwaltschaft dann schließlich an einem Punkt, an dem die Beweislage in ihren Augen ausgereicht hat, um Mark Jenson am 19.
März 2002 wegen dem Mord an seiner ersten Frau Julie anzuklagen. Jedoch bevor dieser Prozess überhaupt beginnen konnte, brachten Marx Verteidiger vor Gericht einen Antrag ein, den von Julie geschriebenen Brief, den sie nur zwei Wochen vor ihrem Tod bei ihren Nachbarn deponiert hat, im Verfahren nicht zuzulassen. Die Verteidigung argumentierte, dass es sich bei dem Brief um Harsay, also um sogenanntes Hörenagen handelt, also um eine Aussage, zu der Julie selbst nie vor Gericht befragt werden konnte und die deshalb aus Sicht der Verteidigung nicht gegen
Mark verwendet werden kann. Der Richter ließ Julies Brief damals jedoch trotzdem als Beweisstück zu, weil das Gericht zu diesem Zeitpunkt die Auffassung vertrat, dass es genügend Anhaltspunkte dafür gebä, Mark habe selbst dafür gesorgt, dass Julie nicht mehr als Zeugin aussagen konnte und dazu kam, dass der Brief inhaltlich nicht für sich allein stand, denn es gab ja neben diesem Schreiben von Julie auch noch viele anderen Indizien, Aussagen von Zeugen und Beweise, die Anklage gestützt haben.
Der Brief wird also zugelassen. Doch als der Prozess gegen Mark Jenson am 3. Januar 2008 in Wallworth County beginnt, plädiert er auf nicht schuldig. Staatsanwalt Robert Jim Boys macht direkt zu Beginn der Verhandlung vor den Geschworenen klar, dass Julie Jenson aus der Sicht der Anklage weder eines natürlichen Todes starb, noch Suizid begangn.
Stattdessen sei sie Opfer eines geplanten Mordanschlages geworden. Nach Auffassung der Staatsanwaltschaft habe Mark Jenson seiner Frau mindestens zwei Dosen Ethylenglykko, also den Hauptbestandteil von Frostschutzmittel verabreicht und sie dann, als das Gift nicht schnell genug wirkte, am späten Nachmittag des 3.
Dezember schließlich in ihrem Bett erstickt. Wir erinnern uns noch einmal zurück. Als Julie am 3. Dezember in ihrem Schlafzimmer aufgefunden worden ist, lag sie in einer Position mit ihrem Kopf auf dem Kissen, die für die Polizei von Anfang an auffällig wirkte. Ihr Gesicht war ungewöhnlich tief in dieses Kissen hineingedrückt, sogar so tief, dass ihre Nase auf die Seite deutlich verschoben wurde.
Für die Anklage passte das ganz genau zu der Theorie, dass Julie am Ende nicht nur von Mark vergiftet wurde, sondern dass sie zusätzlich erstickt worden sein könnte. In den Proben, die man nach Julies Autopsie entnahm, konnten später, wie Gerichtsmedizinerin Dr. Mary Matlet im Zeugenstand ausführt, Ethylenglylük in Blut, Urin und auch im Mageninhalt festgestellt werden.
Genauso wie die bereits vorher angesprochenen Oxalatkristalle in ihrem Nierengewebe, was dafür spricht, dass das Ethylenglykol im Körper bereits verstoffwechselt war. In diesem Zusammenhang waren aber natürlich auch die Funde auf Marx Computer ein zentraler Punkt für die Staatsanwaltschaft. Denn die Recherchen, die auf diesem PC gemacht worden sind, stützten die Sicht der Anklage, dass sich jemand im Haus der Jens in den Tagen und Wochen vor Julies Trot intensiv mit dem Thema Vergiftung auseinandergesetzt bzw.
sich darüber informiert hat. Besonders belastend war hierbei speziell die Suche am Todestag von Julie am 3. Dezember 1988 früh morgens nach Ethylen Glykol Poisoning. Mark selbst und später auch sein 8 Jahre alter Sohn David sagten aus, Julie hätte sich bereits früh morgens sehr sehr schlecht gefühlt. was die Wahrscheinlichkeit, dass sie selbst diejenige war, die diese Suche am Computer durchgeführt hat, eher gering erscheinen lässt.
Julie soll nicht mehr ganz bei sich gewesen sein. Sie hatte Probleme beim Atmen und konnte sich kaum aufrecht halten. Sich vorzustellen, dass sie in diesem Zustand ins Büro geht, den PC einschaltet und dann nach Ethylönglykolvergiftung sucht und da Recherchen anstellt. Das ist wie gesagt ähm eher nicht so wahrscheinlich, zumal Julie was sich zusätzlich durch einige Aussagen stützen ließ.
Ohnehin kaum Computerkenntnisse hatte. Als sie einmal von der Lehrerin ihres Sohnes und gleichzeitig ihrer guten Freundin Theresa De Fasio dazu aufgefordert worden ist, in der Schule mit der Klasse etwas am Computer zu machen, soll Julie das direkt abgelehnt und gesagt haben, dass sie damit überhaupt keine Erfahrung hat und sich da auch gar nicht auskennt.
Und man muss ja auch immer bedenken, in welchem Jahr wir uns mit diesem Fall befinden, nämlich im Jahr 1998, wo eben nicht jeder zu Hause drei iPhones, vier Laptops und fünf Computer rumstehen hatte, sondern da war das eher noch nicht so der Fall, dass man in jedem Haushalt einen Computer gehabt hat.
Mark Jenson war technisch sehr versiert. Er verbrachte sehr viel Zeit am Computer während seiner Arbeit und er hatte deswegen halt auch einen Zuhause, an dem er auch viel Zeit verbrachte und auffällig war eben auch und auch das konnte ja ermittelt werden, dass diese Suchanfragen im Internet bezüglich Vergiftung und der Recherche auf diesem Feld immer zu den Zeiten stattfanden, in denen Mark in der Regel zu Hause war, frühmorgens oder spät abends und dass es während er auf Geschäftsreise gewesen ist deutlich weniger bzw.
überhaupt keine Nutzung am Computer gab und ebenfalls ließ sich ja auch feststellen, dass nach diesen Schancanfragen die Browserhistorie gelöscht worden ist. Dazu kamen aber für die Staatsanwaltschaft weitere belastende Zeugenaussagen gegen Mark, wie z.B. die der Lehrerin und Vertrauten von Julie Teresa De Fasio, der gegenüber sie von ihrem Verdacht ihr Mann wolle sie töten, berichtet hat.
die Angaben von Julies Nachbarn Ted und Margaret Voy, denen sie ebenfalls darüber erzählte und natürlich Julies Brief, der von Staatsanwalt Robert Jumboys den Geschworenen in voller Länge vorgericht vorgelesen wird und ind dem Julie selbst darauf verwies, dass falls ihr etwas zustoßen sollte, ihr Mann für sie der Hauptverdächtige wäre und indem sie gleichzeitig ausgeschlossen hat, sich jemals selbst etwas anzutun.
Dazu kamen aber jetzt im Prozess wieder auf Seiten der Staatsanwaltschaft noch zwei weitere wichtige Zeugenaussagen. Zum einen die von einem Mann namens Edward Kluk. Edward berichtete im Zeugenstand, dass er und Mark anfang November 1998, also etwa einen Monat vor Julies Tod, zusammen auf einer Konferenz in St. Lewis gewesen sind.
Bei einer Unterhaltung am Abend in einer Barstadt soll Mark dann Edward gegenüber geäußert haben, dass es im Internet Webseiten gebe, die aufzeigen, wie man seine Frau vergiften könne, ohne dass es nachweisbar ist. Konkret soll Mark dabei über Benadryl und auch über Frostschutzmittel gesprochen haben. Edward Klug sagte im Zeugenstand aus, dass das auf ihn damals nicht einfach nur wie ein makaberer Scherz gewirkt habe.
Viel mehr hatte er den Eindruck gehabt, dass Mark es mit dem, was er da von sich gab, durchaus möglicherweise ernst war. Aber neben Edward Klug gab es, wie gesagt in diesem Prozess auch noch eine weitere wichtige Zeugenaussage, eine allerdings, die stark umstritten war. Dabei handelte es sich um die Aussage eines ehemaligen Mitinsassen von Mark Jenson aus dem Gefängnis, einen Mann namens Aaron Diller.
Dillard behauptete im Zeugenstand, Mark habe ihm gegenüber während der gemeinsamen Zeit im Gefängnis berichtet. seine Frau zunächst mit Frostschutzmittel vergiftet zu haben, wobei Mark dabei auch ins Detail gegangen sein soll und Aaron Dillard berichtet hat, dass er Julies Orangensaft mit Frostschutzmittel versetzte.
Allerdings als Mark dann und auch das will er Aaron Dillard hinter Gittern erzählt haben, an diesem Donnerstag den 3. Dezember mit seinen beiden Söhnen nach Hause kam und ins Schlafzimmer ging, sei ihm aufgefallen, dass Julie noch atmet. Das Gift hatte also offenbar bisher nicht gewirkt oder nicht ausreichend gewirkt, weswegen Mark sich dann dazu entschieden hat, seine Frau zu ersticken, indem er ihren Kopf so lange ins Kissen gedrückt hat, bis Julie keine Luft mehr bekam und eben erstickt ist.
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