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Wahre Verbrechen I Mord auf hoher See T

Wahre Verbrechen I Mord auf hoher See

hat der Fall Lukon damit das Udok und sein Komplizier oder Kollege Hans Peter D ein Schiff namens Lukona gechartet haben. Das Schiff ist dann losgefahren und im Jäner 1977 ist es untergegangen. haben von den zwölf Besatzungsmitgliedern sechs überlebt. Box, kann man zusammenfassend sagen, war ein vermtes Ausschlo geborene Hochstapler.

Damit war erstens der Versicherungsbetrug nachgewiesen und zweitens auch der Mord, der kaltblütige Mord an sechs Matrosen oder Schiffsbesatzungsmitgliedern. 23. Januar 1977. Das Frachtschiff Lukona sinkt im Indischen Ozean. Der Matrose Tyron Air und fünf weitere Besatzungsmitglieder kommen ums Leben. Erst nach dem Auffinden der Wrackteile auf dem Meeresgrund, 14 Jahre später stellt sich heraus, der Schiffsuntergang war ein kaltblütiger Mord.

Das Verbrechen und der Prozess entwickeln sich zu einem der größten Skandale in der Geschichte Österreichs. Der Fall Lukona ist eng mit der Person Udo Prch verbunden, Eigentümer des Frachters und terriible der Wiener Gesellschaft. Er verkehrte mit der österreichischen Prominenz, wie hier beispielsweise mit dem Rennfahrer Nicki Lauder.

Der Autor Peter Hies hat das Verbrechen in einem Buch behandelt und sich intensiv mit Udo Prch auseinandergesetzt. Udock, kann man zusammenfassend sagen, war ein charmantes Auslauf. Da war der geborene Hochstapler, der es geschafft hat, jeden davon zu überzeugen, dass er genau das für ihn tun kann, was dieser Mensch dringend braucht oder heimlich haben will.

 Eigentlich war das Schweinehirt. Das hat er auch immer, das hat er gelernt in jungen Jahren. Hat sich aber dann auf allen möglichen Feldern betätigt als Brillendesigner, als Firmenchef, als Technologieschmugler in den Ostblock, als Waffenschmugler und dann als Besitzer von der traditionsreichsten Kondidorei in Wien, nämlich dem Demel.

Im Obergeschoss des berühmten Kaffee Demel im Herzen von Wien richtet Brockch 1973 den Club 45 ein. Ein Ort, an dem die Wiener Prominenz ein und ausgeht. Der Club 45 war ein ein Herrnclub für Sozialisten. Also die Sozialisten, die SPÖ sind 1970 in Österreich so richtig an die Macht gekommen. Die haben eine ganze Etage hier in Demelhaus gehabt.

Prominente Künstler, Richter. Es hat einen eigenen Tisch geben, wo nur Richter versammelt waren. Und hier wurde alles gemauschelt. Hier wurden alle Geschäfte, halblegalen und illegalen Geschäfte, ausgemacht. Rock hat nicht nur beste Verbindungen zur High Society, sondern auch zu politisch mächtigen. Hier im Bild sehen wir ihn mit dem damaligen Außenminister Leopold Graz.

Die Profilerin Sandra Krempelschberg hat die Strategien und Tricks von Udo Prox analysiert. Er war immer bestrebt ähm Dinge zu optimieren, das Beste für sich herauszuholen und das macht wohl das einzige ist oder näher zur Macht, was wirklich Sicherheit gibt. Er versuchte hier tatsächlich einen elitären Club der Einflussreichen zu gründen, was ihm auch wirklich gelungen ist.

1976 kauft Udo Prch ein Schiff, die Lokona. Am 5. Januar 1977 wird sie im italienischen Kyja angeblich mit einer Uranerzaufbereitungsanlage beladen. Bei BCH hat’s ja geschafft, den Behörden und den Ministern einzureden, dass diese angebliche Uranerzaufbehaltungsanlage, die geliefert wird über Österreich, dass die Österreich praktisch in die Reihe der Atommächte aufsteigen lassen wird und die Politiker waren blöd genug auf das einzufallen.

 Die Ladung der Lukona ist bei der Bundesländerversicherung mit 212 Millionen österreichischen Schillingen versichert. Heute entspreche das etwa einer Kaufkraft von 60 Millionen Euro. Das Schiff ist dann losgefahren und im Jäner 1977 ist es untergegangen und es haben von den 12 Besatzungsmitgliedern sechs überlebt und die haben gesagt, es war eine schwere Explosion auf dem Schiff und deswegen ist es gesunken.

 So hat die ganze Pfferde begonnen und PX und sein Komplize haben gehofft, dass das also relativungslos gehen wird und dass sie die Versicherungssumme relativ schnell kriegen werden. Bei der Katastrophe im Indischen Ozean kommen in der Nähe der Malediven sechs Menschen ums Leben. Darunter der Matrose Tyron Air, 20 Jahre alt.

Die Bundesländerversicherung weigert sich, die 212 Millionen Schilling zu bezahlen. Der Verdacht: An Bord der Lukona hat sich lediglich wertloser Schrott aus einem Kohlebergwerk befunden und nicht die Uranerzanlage. Der Rechtsstreit zieht sich über Jahre. Dass die Versenkung der Lukona ein Verbrechen gewesen sein könnte, darauf kommt niemand.

Auch die meisten Medien ignorieren den Fall zunächst. Doch dann stellt ein von der Versicherung beauftragter Privatdetektiv Strafanzeige gegen Brockch und seinen Partner Hans Peter D. Vorwurf: Betrug und Mord. Doch namhafte Politiker blockieren daraufhin Untersuchungen. Sie sind eng mit Proch verbunden, sind Mitglieder in seinem Club 45 über der Wiener Konditoral Deme.

Innenminister Karl Heinz Plecher weist die Polizei im Jahr 1984 an. jegliche Ermittlungen gegen PRCH einzustellen. Bis zum Februar 1985 als Uto PX und Hans Peter D endlich verhaftet worden, ist eigentlich überhaupt nichts passiert, konnten die das also alles verhindern und dann sind sie auch keine zwei Wochen in Untersuchungshaft gesessen, weil halt von höchster Stelle Anweisung gekommen ist, dass man sich wieder zu entlassen hat.

 Es ist immer wieder von höherer Stelle Anweisung gekommen, dass man äh den Fall niederschlagen muss, dass man nicht prozessieren darf, dass man auf keinen Fall von Mord sprechen darf. Das ist überhaupt viel später erst gekommen. Also Brock hat Beziehungen in höchste Kreise gehabt und hat die auch sehr gut ausgenutzt. Als Prch in Untersuchungshaft kommt, greift Außenminister Leopold Kraz ein.

Er bestätigt mit Papieren aus Rumänien, dass auf der Lukona tatsächlich eine Anlage zur Aufbereitung von Uranerz verladen worden ist. Wie sich später herausstellt, sind die Papiere gefälscht. Dass die Wahrheit ans Licht kommt, ist vor allem einem Journalisten zu verdanken. Hans Bretter Ebner recherchiert 3 Jahre lang über den Untergang der Lukona und die Versträgungen österreichischer Politiker mit Udo Proksch.

1987 veröffentlicht er sein Buch, der Fall Lukona. Erst mit dem Buch der Fall Lukona vom Hans Bretter Ebner, das auf alle möglichen Arten verhindert hätte werden sollen und der hat sich also unmemöglich dafür eingesetzt, dass es doch vertrieben wird und erscheinen kann. Erst mit dem Buch ist es dann richtig unabwendbar geworden, dass man sich damit befasst wird.

 Es hat so viele Käufer und Leser gefunden und wurde auch in so vielen erst bundesdeutschen und Schweizer Medien, bevor die österreichischen Medien drauf einsteigen mussten, behandelt, dass also dass man nicht mehr drum herumkam, das auch juristisch zu verfolgen. Bretterebener liefert durch zahlreiche teils Geheimakten deutliche Hinweise, dass die Lokona im Auftrag von Udo Proxch versenkt wurde und dass sie tatsächlich nur Schrott an Bord hatte.

Außerdem kann er die Verstrickungen österreichischer Politiker in dem Fall aufzeigen. Man hat damals schon gesehen, dass das Netzwerk der Mächtigen, vor allem der Roten der SPÖ äh alles versucht hat, um diese Geschichte zu unterdrücken. Nicht umsonst, weil heute die alle im Club 45 Mitglieder waren.

 Er hat ja auch in diesem Club 45 Separes zur Verfügung gestellt, um hier auch Videomaterial zu sammeln, das vielleicht später mal zum Einsatz kommen würde, wenn er es denn für eine Gerichtsverhandlung oder sonstige wirtschaftliche ähm Errungenschaften brauchen. Das Buch Der Fall Lukona wird zum Bestseller.

 Allein in Österreich werden fast 400.000 Exemplare verkauft. Nachdem Utop die Veröffentlichung des Buches der Fall Lukana nicht verhindern konnte, ist er geflüchtet. Anfang 1988 äh ist in Manila hat er sich aufgehalten, unter anderem hat sich dort eine Gesichtsoperation machen lassen, die nicht viel geholfen hat und äh war auch in diversen anderen Ländern, auch in diversen europäischen Ländern.

 Interessanterweise haben die Behörden immer gewusst, wo er ist, weil sie haben mir die Telefone von all seinen Vertrauten abgehört und die haben sie ja offen über alles gesprochen, auch vom Hans Peter D. und seiner Frau, aber es ist natürlich nichts passiert, weil sie haben dann Anfragen gestellt irgendwohin noch noch auf die Philippinen und da ist auch wieder nichts passiert, weil sichche Anfragen dauern länger und in Österreichischen Beamtelstad dauert alles doppelt so lang.

 Nach langen Jahren des Schweigens schlägt der Lukona Skandal in Österreich inzwischen hohe Wellen. Ein Untersuchungsausschuss wird eingesetzt. Leopold Kraz inzwischen Parlamentspräsident und Innenminister Karl Blecher müssen zurücktreten. 14 weitere Politiker und hohe Verwaltungsbeamte folgen. Aber wo ist Udo Proch? Im September 1988 sucht die ZF Verhandlungssendung Aktenzeichen XY ungelöst nach ihm.

 Ha auf der Flucht benutzt Prch einen seiner zahlreichen Alias Namen. Sersch Kirchhofer. Ein Jahr später folgt der Durchbruch. Es war dann irgendwann unumgänglich, weil gemeldet worden ist aus dem Ausland, dass er jetzt nach Österreich fliegt und in Schwäch landen wird. Aber aus London ist er gekommen und aus London ist diese Meldung gekommen und es hat den Chef der Flughafenpolizei gegeben, der hätte ihn verhaften sollen und hat ihn dann auch verhaften müssen, weil praktisch unter Beobachtung gestanden ist. War aber auch ein guter

Freund von Udo B und hat gesagt, das war eigentlich überhaupt nicht notwendig und das ist nicht richtig, dass man ihn verhaftet hat. Er hat es also sehr widerwillig getan, aber dann ist er in Österreich heute dann im Gefängnis gesessen. Udo Prox ist unter falschem Namen nach Österreich eingereist.

 Mit viel Schminke ist er nach seiner Gesichtsop zunächst kaum wieder zu erkennen. 1990 beginnt der Schwurgerichtsprozess gegen den damals 56-jährigen in Wien. Das Medieninteresse ist riesengroß. Der Prozess gegen Utop, da haben sich also mehrere Dinge herausgestellt. Das erste war eben, dass ein Bundesheroffizier den Sprengstoff geliefert hat.

 Das zweite war äh, dass es eindeutig eine Explosion auf dem Schiff gegeben hat. Also, das wurde schon einmal durch Zeugenaussagen belegt. Man hat ja versucht, also Udo Bog und seine Anwälte und seine Freunde in den Medien haben ja versucht, die Überlebenden des Schiffsuntergangs, also den Kapitän und die anderen als äh selbstschuldig hinzustellen oder sie sind Selbstbetrüger.

 Das Schiff ist gar nicht untergegangen. Sie spielen bei einem Komplott mit das Problem. Das Wrack der Lukona im Indischen Ozean wurde nie gefunden. Der vorsitzende Richter ordnet an, mit den neuesten Unterwasserkameras nach den Überresten des Schiffs zu suchen. Nach wochenlanger Suche werden im Februar 1991 in mehr als 4000 m Tiefe die Wrackteile der Lukona entdeckt.

Ein ferngesteuerter Tauchroboter erstellt 15 Stunden Videomaterial. Der vordere Teil des Schiffes liegt in einiger Entfernung vom restlichen Wrack. Es stellt sich heraus, das Schiff wurde wohl mit einem Zeitzünder gesprengt. Damit äh war erstens der Versicherungsbetrug nachgewiesen und zweitens auch der Mord, der kaltblütige Mord an sechs äh Matrosen oder Schiffsbesatzungsmitgliedern.

Und der Porsch hätte auch den Mord an allen Zwölfen in Kauf genommen, weil es war ein Glück, bloßes Glück, dass die Überlebenden aufgefischt wurden und halt weitergelebt haben. Schwer traumatisiert worden zum Teil. Anfang 1992 wird Udo Procch wegen sechsfachen Mordes vom Wiener Landesgericht zu lebenslanger Haft verurteilt.

Es gibt von ihm weder ein Geständnis, noch zeigt er Reue. Seine Strafe muss der gefallene Star der Wiener Gesellschaft im Gefängnis in Graz Karlau absitzen. Udo Prox Compagnon Hans Peter D wird 1997 ebenfalls verurteilt wegen Beihilfe zu 14 Jahren Haft. Bereits vier Jahre später wird er wieder freigelassen. Ihm wird eine mehrjährige untersuchungshaft angerechnet.

Hans Bretter Ebner, der Journalist, der in seinem Buch alles aufdeckte, ist trotz der Verurteilung von Proch frustriert. Ich bin der Meinung, die Machthaber haben in Wirklichkeit gar nichts dazu gelernt. Dass dieser Fall vor Gericht gekommen ist, ist meines Erachtens ein Betriebsunfall.

 Aber die Verfilzung, die stattfindet zwischen Politik, Wirtschaft, Justiz und Großkriminalität, die ist weiterhin vorhanden und es wird der Aufklärung noch vieler solcher Fälle bedürfen, um ein Umdenken herbeizuführen. 2001 stirbt Udo Prch hinter Gittern an den Folgen einer Herzoperation. Noch heute ist er in Österreich bekannt als der Mann, der von den Medien und Politikern wegen seiner Originalität geliebt wurde, der aber auch ein sechsfacher Mörder war.

Es war dann so, dass der ganze Brandschutt aus dem Laden herausgeschafft wurde und einzeln durchgesiebt werden musste. Wir konnten in den Geschäftsräumen eine wirklich riesige Menge an schriftlichen Unterlagen sicherstellen. Diese reichten teilweise zurück bis in die 40er Jahre. Deshalb mussten wir davon ausgehen, dass diese Waffen einfach fehlen.

 Genauso wie eine dritte Waffe, eine Maschinenpistole. Aus unserer Sicht, da er ja damit rechnete, abgehört zu werden, war das aber alles nur eine Show für die Polizei. Stühlingen im Südwesten Deutschlands. Am frühen Abend des 15. Im Februar 2016 geht hier ein Haus in Flammen auf. In den Überresten eine Leiche. Bei dem Toten handelt es sich um den Waffenhändler Karl O.

Der 88-Jährige lebte und arbeitete in dem Haus, das neben zwei Supermärkten liegt. Sandra Wöhler von der Gripo Walshut Tieringen hat in dem Fall ermittelt. Was die Arbeit für die Kriminaltechnik sehr schwierig gestaltete, war die Tatsache, dass der Brand einen sehr großen Schaden angerichtet hatte. Es war dann so, dass der ganze Brandschutt aus dem Laden herausgeschafft wurde und einzeln durchgesiebt werden musste.

 Eine mühselige Kleinarbeit für die Ermittler, die mehrere Tage in Anspruch nimmt. Experten vom LKA finden Spuren von Brandbeschleunigern, Benzin. Alles sieht nach Brandstiftung aus. Wenig später ergibt die Obduktion. Karl O ist nicht durch eine Rauchvergiftung oder den Brand selbst gestorben. Der Waffenhändler wurde mit gezielten Schüssen in Brust und Kopf umgebracht.

Im Verkaufsraum konnte auf der Theke eine abgefeuerte Öse aufgefunden werden. Diese lag unter einem Buch und das Interessante war, dass die Höse das gleiche Kaliber aufwies wie die Projektile, die man im Körper des Leichnamens auffinden konnte. Laut Obduktion war Karl O vermutlich nicht mehr am Leben, als das Feuer gelegt wurde.

Auf dem Leichtnahmen des Klo konnte im Rahmen der Obduktion an der von ihnen getragenen Kleidung ein verschmolzenes Plastikteil gefunden werden. Wie sich im Nachhinein rausstellte, war das ein Teil einer Petflasche und im Rahmen der Ermittlungen kamen wir dann zu dem Schluss, dass in dieser Flasche der Brandbeschleuniger mitgebracht werden musste.

Vor allem da auch kein anderes Gefäß hierfür aufgefunden werden konnte. Noch im Haus vorhanden sind dagegen Bargeld und andere Wertgegenstände. Raubmord scheidet als Motiv für die Tat also aus. Die Gripo richtet die Sonderkommission Fabrik ein, in der bis zu 36 Beamte eingesetzt sind. Kommissarin Wöhler übernimmt die Leitung und befasst sich zunächst mit dem persönlichen Umfeld und den Lebensgewohnheiten des Opfers.

Karl wird von allen Kunden als nett und freundlich beschrieben, auch als sehr penibler Geschäftsmann. Er wurde oft auch als Buchhaltertyp bezeichnet. Diese Genauigkeit zeigt sich vor allem in der Buchführung des Waffenhändlers. Wir konnten in den Geschäftsräumen, aber auch in den Privaträumen von Karl O eine wirklich riesige Menge an schriftlichen Unterlagen sicherstellen.

 Diese reichten teilweise zurück bis in die 40er Jahre. hinzukam, dass er lose Zettel hatte, auf denen irgendwelche Namen, Nummern oder Verkäufe standen. Auch waren alle Unterlagen von ihm noch mal detailliert beschriftet, sodass es wirklich eine mühevolle Arbeit war, diese Unterlagen auszuwerten. Besonders erstaunlich, obwohl Karl O als überaus korrekt galt, wird im ausgebrannten Geschäft kein Waffenhandelsbuch gefunden.

 da jeder Waffenhändler gesetzlich dazu verpflichtet ist, ein Waffenhandelsbuch zu führen und dies auch an bestimmten Örtlichkeiten, die besonders gesichert sind, aufzubewahren. Ähm war uns klar, dass ein solches Buch vorhanden sein müsste. Als einziger Aufbewahrungsort kam nur der Tresor in Betracht, der sich im Verkaufsbereich befand.

 Hier konnten wir allerdings kein Waffenhandelsbuch auffinden, weshalb wir davon ausgehen mussten, dass dies vom Täter entwendet worden sein muss. Während dem Feuer war der Tresor geschlossen. Dennoch steckte der Schlüssel, den Karl o eigentlich immer bei sich in der Hosentascheck. Musste der Waffenhändler sterben, damit der Täter ungestört den Tresor öffnen konnte.

Die Kripo Walshut befragt Mitarbeiter, Lieferanten und auch Kunden der beiden Supermärkte, die sich in unmittelbarer Nähe des Tatorts befinden. Eine Zeugin, die hier gegen 18:30 Uhr einkaufen war, hat berichtet, dass ihr ein Mann aufgefallen sei, der sich zum Waffengeschäft begeben hat, dort die Treppen nach oben stieg.

 Sie konnte den Mann als auffallend groß mit einem langen schwarzen Mantel bekleidet und eine Aktentasche in der Hand beschreiben. Die zweite Zeugin war ein elfjähriges Mädchen, das mit ihrer Mutter hier über den Parkplatz lief. Das Mädchen konnte uns schildern, dass ihr ein Auto aufgefallen war. Sie konnte das Auto sehr gut beschreiben als eine Art PKW Kombi.

 Sie konnte sogar die Felgen aufmalen und wir waren sehr darüber erstaunt, was dieses elfjährige Mädchen uns da mitteilen konnte. Karl O empfing seine Kunden meist nur nach Terminereinbarung. Haben die Zeuginnen an jenem Februar Abend seinen letzten Kunden gesehen? Die aufwendige Auswertung der Unterlagen aus dem Geschäft bringt das Team um Kommissarin Wöhler noch auf eine weitere Spur.

Da haben wir auch zwei Rechnungen von September 2015 gefunden, wo aber weder die Waffen im Geschäft waren, noch waren sie im nationalen Waffenregister registriert. Deshalb mussten wir davon ausgehen, dass diese Waffen einfach fehlen. Es handelt sich um zwei Gewehre und eine Maschinenpistole. Die Ermittler kontaktieren den Großhändler, bei dem Karl O anfang 2016 die Maschinenpistole bestellt hatte.

Der Großhändler konnte sich an die Bestellung erinnern. Es hatte nämlich nicht Karl die Bestellung aufgegeben, sondern ein anderer Mann, der sich als Mitarbeiter des KL ausgegeben hatte. Der Großhändler rief dann aber noch mal bei Karl O selbst an, da er die bestellte Waffe erst prüfen musste. Karl O ging ans Telefon und war zunächst überrascht über den Anruf, reagierte aber relativ geistesgegenwärtig.

Karl O gibt an, der Anrufer, ein gewisser Michael M. Sei ein Mitarbeiter von ihm. Tatsächlich, der Name Michael M. taucht mehrmals in den Notizen des Waffenhändlers auf, unter anderem auch auf der Telefonablage. Allerdings war Michael M. kein Mitarbeiter von Karl O, er war ein Kunde.

 Die Auswertung der Unterlagen ergibt, dass es Michael M. war, der die zwei Gewehre und die Maschinenpistole bestellt hat, die jetzt nicht mehr auffindbar sind. Nachweislich wurden alle drei Waffen an das Geschäft in Stühlingen geliefert und Carl hatte den Erhalt in seinem Waffenhandelsbuch eingetragen. Jenes Buch, das jetzt aus dem Tresor verschwunden ist.

 Die Krepo Walzut nimmt Michael M. genauer unter die Lupe. Er wohnte in der Nähe von Rottweil. Er arbeitete als Projektmanager in einer Firma in Weer, also im Landkreis Waldwut. Er hatte ein Geschäftsfahrzeug zur Verfügung, was genau auf die Beschreibung des elfjährigen Mädchens passte. Und es war auch auffallend, dass Michael M sehr groß war.

 Das passte wiederum zu der Aussage der Zeugin, die einen Mann zur Tatzeit am Tatort gesehen haben will. Sandra Wöhler will Michael M. mit den bisherigen Erkenntnissen konfrontieren. Doch der befindet sich zu dem Zeitpunkt für seine Firma in Hannover auf einer Messe. Die Kommissarin und ihr Team brechen nach Niedersachsen auf.

Gleichzeitig wurden mehrere Objekte durchsucht, die in Zusammenhang mit Michael M standen. Unter anderem seine Wohnanschrift, auch sein Elternhaus oder auch der Schützenverein, in dem er tätig war. Leider konnten wir die Tatwaffe nicht hochfinden. In Hannover angekommen, suchen Kommissarin Wöhler und ihre Kollegen Michael M in seinem Hotel auf.

 Er erklärt sich bereit zur Aussage und wird ins Polizeipräsidium gebracht. Auch in der Vernehmung selbst zeigte er sich sehr selbstsicher, sehr gelassen. Er führte fast einen Monolog, ohne dass wir ihm konkrete Vorhaltungen gemacht haben. Er beschrieb auch, dass er den KLO gut kannte und schon fast wie befreundet mit ihm war und ihn unterstützt hatte.

 Das allerdings stand schon im Widerspruch zu der Aussage der Vermieter, die sich eigentlich um Karl in Alltagsbelangen gekümmert haben. 5 Stunden dauert die Vernehmung im Polizeipräsidium. Dabei erzählt Michael M. immer wieder Ausschweifen von Dingen, zu denen er gar nicht befragt worden ist. Als Beispiel, er hat ganz ausführlich davon berichtet, weshalb er mal von Karl gebeten wurde, an den Tresor zu gehen, dort die Geldkassette rauszunehmen, wie er sie dann wieder zurückgestellt hat.

 Letztendlich ist für uns die Erklärung, dass er damit mögliche DNA Spuren am Tresor rechtfertigen wollte, dass wir am Tatort keinerlei DNA gefunden haben, das konnte Michael M. nicht wissen zu dem Zeitpunkt, was auch auffallend war in der Vernehmung, dass Michael M ohne dass dazu irgendeinen Bezug bestanden hätte, sehr ausführlich und mehrfach davon berichtet hat, dass er kein Mineralwasser trinkt.

 Das hat auch im ersten Moment für uns keinen Sinn gemacht. Doch dann erinnern sich Kommissarin Wöhler und ihre Kollegen an das verschmolzene Stück Plastik, das am Leichnamen von Klo gesichert worden ist, das Fragment einer PET Flasche, wie es natürlich auch für Mineralwasserflaschen üblich ist und deshalb machte es dann für uns Sinn, nämlich, dass Michael M sich von dieser Flasche durch die Aussage, dass er kein Mineralwasser trinkt, distanzieren wollte.

 Bei der Durchsuchung im Fahrzeug konnte man sogar eine Mineralwasserflasche auffinden, an deren Trinkbereich man auch die DNA von Michael M feststellen konnte. Die Kripo Walshut überwacht die Telefonate von Michael M. In Gesprächen mit Bekannten gibt sich der 46-jährige fort an betont wehmütig. Er versuchte dann auch bei den Bekannten eine mögliche Erklärung dafür zu finden, warum er in der Tatortfunkzelle eingelogt gewesen sein könnte oder auch um ein mögliches Alibi für ihn zu rekonstruieren.

Aus unserer Sicht, da er ja damit rechnete, abgehört zu werden, war das aber alles nur eine Show für die Polizei. Wenig später meldet sich ein Zeuge bei der Gripo Walzut und behauptet, Michael M. sei während der Tatzeit bei ihm gewesen. Seine Freundin könne dies ebenfalls bezeugen. Noch während die Vernehmung des Bekannten lief, wurde dessen Freundin aufgesucht und danach befragt.

 Diese dementierte allerdings, dass Michael M jemals bei Ihnen gewesen sei und somit war auch dieses Alibi widerlegt. Bei der Auswertung der beschlagnahten Datenträger von Michael M finden die Ermittler dann mehrere PDFdateien mit überraschendem Inhalt. Eine dieser PDFs enthielt die Originalwaffenbesitzkarte des Michael M.

 Auf den anderen PDFs waren Fälschungen hinzugefügt, die sich auf genau die Waffen bezogen, von denen wir festgestellt hatten, dass sie aus den Geschäftsräumen des Klo fehlten. Hat Michael M seine Waffenbesitzkarte gefälscht, um die drei bestellten Waffen überhaupt erst von Karl O kaufen zu können? Als Sportschützer hätte Michael M.

 nur für die zwei Gewehre einen Voreintrag vom Landratsamt bekommen. Der Unterschied zu der Maschinenpistole ist, dass er hierfür diesen Voreintrag nicht bekommen hätte, da er hierfür kein Bedürfnis hätte nachweisen können. Es bestehen hierfür sehr strenge Auflagen, die Michael M nicht erfüllt hat. Karl war ja als sehr penibel beschrieben worden und so kannte ihn mit Sicherheit auch Michael M und drum war ihm auch klar, dass Karl O ihn beim Landratsamt angezeigt hätte und den Verstoß gemeldet hätte und dies hätte für Michael M den Verlust seiner Waffenbesitzkarte

bedeutet. Also, man kann ihn als Waffenn bezeichnen und mit diesem Wissen ist es dann wahrscheinlich, dass wenn er seine Waffenbesitzkarte verloren hätte, für ihn sein ganzer Lebensinhalt zerbrochen wäre. Schließlich stoßen die Ermittler noch auf E-Mailverkehr zwischen Michael M. und dem Verkäufer eines anderen Waffengeschäfts. Michael M.

 hatte sich von diesem Verkäufer eine Walter P22 ausgeliehen. Mit einer Waffe desselben Kalibers wurde Karl O erschossen. Der Verkäufer gab an, dass Michael M. ihm die Waffe dann im März 2016 zurückgebracht hätte. Tatsächlich konnten wir über Videoüberwachung nachweisen, dass Michael M die Waffe am 18. Februar 2016 zurückgebracht hat.

Genau drei Tage nach der Tat. Das BKA in Wiesbaden untersucht die sichergestellte Walter P22. Ergebnis: Es handelt sich tatsächlich um die Tatwaffe. Michael M wird festgenommen. Mit den gesammelten Indizien rekonstruiert das Team um Sandra Wöhler den mutmaßlichen Tatablauf. In den Geschäftsräumen erschoss Michael MLO mit zwei gezielten Schüssen.

 Danach entnahm er den Schlüssel bei Klo für den Tresor. Entnahm das dortige Waffenhandelsbuch, in dem er natürlich auch schon eingetragen war. Danach überschüttete er das mitgebrachte Benzin über die Leiche und die Geschäftsräume und zündete diese an. Er nahm dann die Waffen, das Waffenhandelsbuch und verließ das Geschäft und fuhr dann wieder mit seinem Fahrzeug nach Löffingen, wo auch sein Elternhaus war.

Beim Prozess am Landgericht Walzut im Januar 2017 gibt Michael M. zwar zu, dass er die Tat begangen hat. Er äußert sich aber nicht zu dem genauen Vorgehen oder zu den Motiven. Schließlich wird er wegen Totschlags zurfeinhalb Jahren Haft verurteilt. Zum weiteren Verbleib der drei gestohlenen Waffen hat sich Michael M nie geäußert.

Wir wissen nicht, was Michael M hat, ob er sie illegal veräußert hat. Die Waffen fehlen bis heute und wir sind auf jeden Fall immer noch dran interessiert, wo sich diese Waffen befinden. Eine letzte offene Frage im Fall des getöteten Waffenhändlers aus Stühlinge.

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