Mord an Julia Hose – Der Fall, der Deutschland erschütterte I Wahre Verbrechen T
Mord an Julia Hose – Der Fall, der Deutschland erschütterte I Wahre Verbrechen

Der Sommer des Jahres 2001 ist drückend heiß in Deutschland. Die achtjährige Julja Hose genießt die langersehenden Sommerferien, die in Hessen vor einer Woche begonnen haben, in vollen Zügen. Die meiste Zeit des Tages tobt sie mit ihren Freunden auf dem nah gelegenen Spielplatz herum. So auch an jenem Freitagnachmittag, dem 29.
Juni 2001. Gegen 17:20 Uhr kommt Julia kurz nach Hause zurück. Sie zieht sich ihren Badeanzug an. darüber ein T-Shirt. In ihren Rucksack mit dem aufgedruckten Donald Duck steckt sie eine Wasserpistole in Form eines grünen Krokodils. Dann macht sie sich wieder auf den Weg zurück zum Spielplatz, wo zwei ihrer Freunde auf sie warten.
Kurz nach 6:30 Uhr am Abend werden die beiden Spielkameraden von ihrer Mutter abgeholt. Julia bleibt allein auf dem Spielplatz zurück. Was sie dann macht, mit wem sie spricht, wohin sie geht, das ist bis heute ein [Musik] Rätsel. Es ist gegen 20:30 Uhr, als Julias Eltern bemerkten, dass ihre Tochter verschwunden ist.
Das Ehepaar ist damit beschäftigt, ihren Umzug vorzubereiten. Die neue Wohnung liegt nur 30 m von ihrem alten Zuhause entfernt. Während die Mutter Kisten packt, ist der Vater damit beschäftigt, einige Dinge in der neuen Wohnung zu organisieren. Jeder von ihnen denkt, dass Julia bei dem jeweils anderen Elternteil ist.
Ein fataler Irrtum. Zweieinhalb Stunden, nachdem Julia das letzte Mal gesehen wurde, bemerkt das Ehepaose, dass ihre kleine Tochter verschwunden ist. Noch in der Nacht vom 29. auf den 30. Juni 2001 beginnt eine große Succhaaktion, die in den folgenden Tagen immer weiter ausgedient wird. Insgesamt sind 2000 Kräfte von Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienst und der Hunde sowie Reiterstaffel im Einsatz.
Gemeinsam durchforsten sie 30 Quadrkm weit, Wiesen und landwirtschaftliche Flächen. Mit jeder Stunde, die vergeht, schwindet die Hoffnung, dass Julia wohl auf ist. Am 1. Juli 2001, Julia ist seit mittlerweile zwei Tagen verschwunden, treten ihre traurigen Eltern mit einem verzweifelten Appell vor die Presse. An den Entführer Julias.
Julia ist unser ein und alles. Du hast unsere liebe Julia an dich genommen. Du weißt, wie sehr Julia uns vermisst. Geb uns bitte Julia zurück. Versuche dich in unsere Lage zu versetzen. Gib dir einen Ruck und setze sie unbemerkt ab. Geb uns dann bitte, wenn du kannst, eine Nachricht, wo wir sie sind können. Doch alles Flehen der Eltern ist vergeblich.
Julia bleibt unauffindbar. Mehr als 300 Hinweise gehen bei der Sonderkommission Julia ein. Neue Ermittlungsansätze ergeben sich für die Beamten dadurch allerdings nicht. Es ist der 3. Juli 2001. Julia wird seit nun mehr vier Tagen vermisst, als in der Presse zu lesen ist, dass die Polizei die Suche nach dem achtjährigen Mädchen aufgegeben hat.
Zwischen Ei der Angst und Verzweiflung bleibt bei allem Beteiligten aber ein Restfunken Hoffnung, dass der Fall doch noch ein gutes Ende nimmt und Julias Eltern ihre Tochter bald wieder wohlbehalten in die Arme schließen können. Die letzte Spur von Zuversicht verweht im Nichts als in der Nacht zum 4. Juli 2001 5 Tage nach dem Verschwinden der achtjährigen Julia ein Fahrradfahrer ein Feuer in einem Weitstück in Ilbenstadt im Niddertal entdeckt.
Der Ortsteil ist rund 50 km von Rotheim Biber entfernt. Sofort rückt die Feuerwehr zum Ort des Geschehens aus und beginnt mit den Löscharbeiten. Hier inmitten des Weides sind dutzende aufgeschichtete Holzscheite in Brand geraten. Der hohe Stapel ist bereits auf einen halben Meter heruntergebrannt. Nachdem endlich auch die letzten lodernden Flammen ersticken, machen die Feuerwehrmänner eine grausige Entdeckung.
Zwischen den rußgeschwerzten Balken liegt eine kleine verkohlte Leiche. Polizei, LKA und die Spurensicherung nehmen am frühen Morgen des 4. Juli 2001 ihre Ermittlungen auf. Während die sterblichen Überreste in ein rechtsmedizinisches Institut gebracht werden, machen die Experten sich daran, den Brandschutt vorsichtig abzutragen.
Dabei entdecken sie Textilreste und die Überreste von Handschellen. Die Spezialisten arbeiten sich kreisförmig um den Stapel verbrannter Holzscheite immer weiter nach außen vor. Rund 3 m vom Brandort entfernt entdecken sie im vertrockneten Laub ein Stück verkohltes Papier. Im Labor zeigt sich, dass auf dem Blatt ein Teil von Mickey Mause zu sehen ist.
Nachforschungen ergeben, dass diese Figur aus einem Sonderheft stammt. Am Tag ihres Verschwindens hatte sie die neueste Sonderausgabe des Magazins in ihrem Rucksack dabei. Unterdessen bestätigt der Rechtsmediziner, dass es sich bei der Leiche um ein 7 bis 9 Jahre altes Mädchen mit blonden Haaren handelt, das durch massive Geweiteinwirkung gegen den Kopf ums Leben gekommen war.
Die Schädefraktur wurde durch einen flächigen Gegenstand, wie z.B. einem Holzbrett verursacht. Der Verdacht liegt nah, dass mögliche DNA Spuren des Täters durch die starke Hitzeentwicklung zerstört worden waren. Mit Hilfe des Mageninhaltes gelingt es dem Rechtsmediziner den Zeitpunkt des Todes auf den Abend des 29.
Juni 2001, demon Julias Verschwinden einzugrenzen. Ein DNA Abgleich liefert einige Stunden später dann traurige Gewissheit. Bei dem toten verbrannten Kind handelt es sich tatsächlich um die seit 5 Tagen vermisste Julia. Am Abend des 4. Juli 2001 geben LKA und Staatsanwaltschaft eine Pressekonferenz. Die ganzen Tage, in denen Julia verschwunden war, waren geprägt durch ein ständiges ineinander von Verzweiflung und Hoffnung.
Unser Verstand sagte, es wird Julia sein. Aber unser Herz sagte bis zum Ende eigentlich, wir wollen noch hoffen, solange wir noch keine definitive Nachricht haben. Jetzt seit einigen Stunden müssen die Eltern von Julia mit dieser Sicherheit leben, dass sie ihr Kind nicht wiedersehen. Die erfahrenen Kriminalbeamten sind der festen Überzeugung, dass Julias Mörder die Berichterstattung akribisch verfolgt hatte.
Als er am dritten Tag des Verschwindens der Achtjährigen aus der Presse erfuhr, dass die umfangreichen Suchmaßnahmen nach dem Mädchen eingestellt wurden, fühlte er sich wahrscheinlich sicher genug, um ihre Leiche verschwinden zu lassen. Er habe wohl nicht damit gerechnet, dass ein Fahrradfahrer den Brand im Wald bemerken und die Feuerwehr alarmieren würde.
Nur so war es den Ermittlern letztendlich möglich gewesen, wichtige Spuren zu sichern, wie z.B. Das Blatt aus dem Mickeyuse Heft und die Teile der Handschellen. Am 11. Juli 2001, 12 Tage nach Julias Ermordung findet ihre Beisetzung statt. Hunderte Trauergäste begleiten das achtjährige Mädchen auf ihrem letzten Weg.
Die Ermittler filmen den Trauer Gottesdienst und die Beerdigung des Kindes. Die Hoffnung besteht, dass der Mörder zu der Beisetzung seines Opfers kommt und die Kriminalisten ihn später auf den Filmaufnahmen identifizieren können. Versteckte Kameras haben das frisch aufgeschüttelte Grab von Newch tagelang im Visier.
Doch der brutale Kindermörder lässt sich weder auf der Trauerfeier sehen, noch besucht er in den Tagen danach das Grab des kleinen Mädchens. Die Ermittler klammern sich an jedem Strohheim. Hatte der Täter sich möglicherweise beim Lege Brandverletzungen zugezogen. Sie telefonieren alle Kliniken in der Umgebung ab und fragen in Apotheken nach, ob zum tatkritischen Zeitpunkt eine männliche Person Brandsalibe gekauft hatte.
Doch Feanzeige. Ess scheint als würden die Ermittler einem Phantom hinterher jagen. Die Sokoyuya beschließt sich zunächst auf den Brandort in Elbenstadt im Niddertal zu konzentrieren. Der Ortzeil ist klein, unscheinbar. Manchen der Soko Mitgliedern war eben statt nicht einmal ein Begriff, bevor der Mörder Julia dort verbrannte.
Woher kennt der Täter den Ortsteil? Hat er das Weitstück nur zufällig gefunden oder hatte einen Bezug zum Niddertal? Bis Mitte Juli 2001 gehen mehr als 1200 Hinweise aus der Bevölkerung bei der Sokoyja ein, die nach und nach abgearbeitet werden müssen. Doch auch hier ist keine heiße Spur dabei und der Druck von Öffentlichkeit und Presse wächst mit jedem Tag.
Die zuständige Staatsanwaltschaft setzt eine Belohnung in Höhe von 50.000 Dmark für sachdienliche Hinweise aus, die zur Ergreifung des Täters führen. Dann wendet sich das Blatt plötzlich. Der Arbeitgeber eines Mannes, der in Bibertal wohnt und in Ebenstadt arbeitet, meldet sich bei der Soko Julia. Der Hinweisgeber berichtet, dass sein Mitarbeiter Uwe K zu ihm sagte: “Du kannst dich doch erinnern, dass ich am Freitag länger gearbeitet und erst viel später nach Hause gefahren bin.
Vielleicht wirst du von der Polizei deshalb befragt. Bei uns im Ort ist etwas Schlimmes passiert.” Diese Bemerkung kam dem Arbeitgeber reichlich merkwürdig vor und deshalb habe er beschlossen, sich bei der Polizei zu melden. Die Ermittler überprüfen Uwe K, dessen Name in dieser Folge geändert wurde.
Allein die Verbindung des Mannes zu Bibata und Ebenstadt ist für die Kriminalisten eine kleine Sensation. Sie durchleuchten UK und stellen fest, dass der Mann bereits einen Eintrag im Polizeiregister wegen eines Sexualdeliktes hat. Beamte durchsuchen die Wohnung des Verdächtigen. In einem Ordner hatte Uwe K feinsäuberlich Berichte über entführte und ermordete Kinder gesammelt.
Uvek wird festgenommen, doch wenige Stunden später müssen die Kriminalbeamten den Mann wieder auf freien Fuß setzen. UK hat ein wasserdichtes Alibi. Er kann nicht der Mörder der Klein sein. Die Suche nach dem Täter geht also weiter. Die Ermitler wenden sich jetzt an die ZDRF Fernsehsendung Aktenzeichen XY ungelöst und bitten die Fernsehzuschauer um Hilfe.
Drei Tage nach der Ausstrahlung, es ist jetzt der 17. Juli 2001 meldet sich dann ein Hobbydetektiv bei der Polizei. Der Kölner überreicht dem Beamten eine Plastiktüte, darin Latexhandschuhe, ein blauer Stoffheten und eine Wasserpistole in Form eines kleinen grünen Krokodils. Eingewickelt in einen alten Putzlappen.
Die Gegenstände habe er in einer Straßenkreuzung keine 500 m von dem Ort entfernt gefunden, an dem Judas Leiche verbrannt worden war. Offenbar hatte der Mörder die Sachen aus dem fahrenden Auto heraus entsorgt und die Einsatzkräfte hatten die Gegenstände seiner Zeit übersehen. Im Labor können Experten auffällig viele Teppichfasern an dem Wischlappen sichern.
Bei dem blauen Stofffetzen, so glauben die Experten, handelt es sich um einen Rest von Schneiderarbeiten. Auch hier können Spuren gesichert werden, doch ohne Vergleichsmaterial kommen die Forensiker hier zunächst nicht weiter. Unterdessen haben Spielkameraden von J bestätigt, dass es sich bei der gefundenen Wasserpistole eindeutig um die des ermordeten Mädchens handelt.
Der genetische Fingerabdruck des Mörders lässt sich aber auch auf dem Plastik nicht finden. Anders verhält es sich mit den Latexhandschuhen. Hier gelingt es den Spezialisten die DNA des Mörders zu sichern. Doch ein Abgleich mit der Datenbank, die sich zu dieser Zeit noch im Aufbau befindet, ergibt keine Treffer.
Die Soko Julia, die mittlerweile um weitere Ermittler aufgestockt wurde, macht sich daran, die noch offenen Spuren abzuarbeiten. Unter anderem werden sie die Lichtbilder von den Radarüberwachungen im Landkreis Friedberg und Richtung dem angrenzenden Harnau aus. Sie müssen jede auch noch so unwahrscheinlich erscheinende Möglichkeit in Betracht ziehen.
Etliche Fotos warten in einem Schuhkarton darauf, dass sich einer der Ermittler ihnen annimmt und sie auswertet. Der Leiter der Soko brief seine Kollegen, worauf sie achten sollen. Gesucht wird ein einzelner Mann mittleren Alters und das in einem Zeitkorridor, der mit dem Brand im weit in Elbenstadt korreliert. Der Bittlungsleiter nimmt einen Stapel Fotos und lässt sie über seinen Daumen laufen.
“Schaut mal”, sagt er und hält ein Blitzerfoto hoch. Hier ist ein Mann allein im Wagen und sein Kennzeichen TV steht bestimmt für Tatverdächtiger. Mit dem würde ich an eurer Stelle anfangen, schätzt der erfahrene Kriminalist. Zunächst führen zwei Sokoitglieder eine Heiterfeststellung durch. Der Heiter des VW Passat, ein Mann namens Thorsten V, wohnt in Gießens Stadtteil Kleinlinden.
Die Ermittler machen sich auf den Weg zu der Adresse, um mit dem Mann zu sprechen. An ihrem Ziel angekommen erfahren sie, dass Familie V schon seit einigen Monaten nicht mehr dort wohnt. Familie V sei nach Bibertal gezogen. Kurze Zeit später stellen die Kriminalisten fest, dass Familie V sogar in der Nachbarschaft von Julia wohnt. Das Haus von Torsten V befindet sich gegenüber dem Spielplatz, auf dem Julia am Tag ihres Verschwindens letztmalig gesehen worden war.
Vom Dachbodenfenster aus hat Torsten V freien Blick auf den Spielplatz. Ist er so auf das kleine blonde Mädchen aufmerksam geworden? Haben Sie Jujas Mörder gefunden? Noch ist es aber zu früh, um voreilige Schlüsse zu ziehen, auch wenn alles zu passen scheint. Zunächst geht es mit Torstenfrau zu sprechen.
Die Kriminalbeamten staten dem Finanzbuchhalter einen Besuch an seinem Arbeitsplatz an der Justus Libig Universität im nahgelegenen Gießen ab. Als die Ermittler dem 33-jährigen mitteilen, dass sie Mitglieder der Sokoy Julia sind, bricht Horsten V der Schweiß raus. Auf das Blitzerfoto angesprochen räumt Horsten V ein, daß er in jener Nacht in diesem Gebiet mit seinem Auto unterwegs gewesen sei.
Den Beamten gegenüber nennt er einige Örtlichkeiten, an denen er sich an dem fraglichen Tag befunden haben will. Die Ermittler notieren die Angaben von Thorsten V, um diese später überprüfen zu können. Thorsten V stimmt zu, dass sein Wagen von Kriminaltechnikern auf Spuren untersucht werden darf. Auch Leichenspürhunde kommen zum Einsatz, doch die Tiere schlagen nicht an.
Die Kriminalisten verwundert das allerdings nicht. Das Auto ist nahezu klinisch sauber. Ein frischer Duft nach Zitrone erfüllt den Innenraum. Auf den Duft angesprochen erklärt Torsten V, dass dieser von der neuen Lautsprecherbox komme, die er in seinen Wagen eingebaut habe. Und die Ermittler lassen es sich natürlich nicht nehmen, zu dem Laden zu fahren, indem der 33-jährige die Lautsprecherbox gekauft hatte, um an den neuwertigen Geräten zu schnuppern.
Allerdings riecht keines von ihnen nach Zitrone. Ich verdacht erhärtet sich, dass Torsten V seinen PKW professionell hatte reinigen lassen. Torsten V gilt für die Soko Julia nun als ihre heißeste Spur. Jetzt gilt es ihren Verdacht zu untermauern. Zunächst überprüfen sie das Alibi des Mannes am Tattag. Seine Frau hatte ausgesagt, dass sie um 17:45 Uhr nach Hause gekommen sei.
Julia wurde das letzte Mal um 17:30 Uhr gesehen. Wenn Thorsten V der Täter ist, wäre ihm für den Mord lediglich ein Zeitfenster von 15 Minuten geblieben. Das erscheint sehr unwahrscheinlich. Bei näherer Überprüfung stellen die Ermittler zu ihrem Erstaunen fest, dass der 33-Jährige am Tag von Julias Verschwinden bereits um 12 Uhr Feierabend gemacht hatte.
Mit seinen Kumpels hatte er sich anschließend das ein oder andere Bier nebst Jägermeister genehmigt, bevor er sich in seinem Auto auf dem Weg nach Hause machte. Ein Nachbar beobachtete, dass der alkoholisierte Thorsten V Schwierigkeiten hatte, sein Fahrzeug zu parken. Experten mutmaßen später, dass der Mann zu dieser Zeit bereits eine Blutalkoholkonzentration von bis zu 1,4 Promille hatte.
Die Beamten haben die Vermutung, dass Torsten Haus Ehefrau mit ihrem Mann telefonierte und hörte, dass der 33-Jährige wie schon so oft zuvor betrunken war. Möglicherweise hatte sie es deshalb vorgezogen, noch eine Weile bei ihren Eltern zu bleiben, bevor sie nach Hause zurückkehrte. Die Überprüfung der Telefondaten stützt die Annahme der Ermittler.
Damit stimmen die von ihr angegebenen Zeiten nicht mehr und Thorsten V hatte deutlich länger Zeit, um das Verbrechen zu beginnen. Aus den öffentlich zugänglichen Quellen lässt sich allerdings nicht rekonstruieren, wie die Sokoy Juja zu der Annahme kam, dass Torsten Faus Frau am Tag von Verschwinden später nach Hause zurückkehrte, als sie offenbar bei der Polizei angegeben hatte.
Dennoch für die Beamten steht fest, dass Torsten Haus Alibi für den 29. Juni 2001 geplatzt ist. Auch ein TV Interview, das Thorsten V am Tag nach Julias Verschwinden gab, rückt ihn in kein besseres Licht. Eine Fernsehjournalistin befragte Anwohner rund um den Spielplatz zu ihren Eindrücken bezüglich des vermissten kleinen Mädchens.
Jetzt hat die Polizei ja ganz viele Spuren und Hinweise und der Mörder ist noch immer auf freiem Fuß. Was haben Sie für ein Gefühl dabei? Fragt die Reporterin Torst V, der gerade damit beschäftigt ist, mit einer Zigarette in der Hand den Bürgersteig vor seinem Haus zu kehren. Ich sag Polizei ganz viele Spuren und Hinweise und der Mörder ist immer noch auf freiem Fuß.
Was haben Sie für ein Gefühl dabei? Ja, kein Gutes. Ich habe auch eine kleine Tochter, die ist zwar jetzt erst 5 Monate alt, aber trotzdem schon irgendwo macht dann das schon nachdenklich, ne? hat schon Angst irgendwo. Ja, kein gutes, antwortete der unscheinbar wirkende Mann mit besorgter Me. Dann präsentierte er der Kamera ein breites Lächeln. Es ist der 6.
August 2001, 5 Wochen nach dem Mord an Julia, als die Ermittler einen Durchsuchungsbeschluss für das Haus der Familie V in den Händen halten. Doch Thorsten Fa durchkreuzt die Plänen der Soko Julia. Die Ermittler hatten geplant, den 33-jährigen an seiner Arbeitsstelle abzufangen und gemeinsam mit ihm zu seinem Haus zu fahren.
Doch just an diesem Tag mändet sich der Tatverdächtige bei seinem Arbeitgeber krank. Aber nicht nur das. Im Laufe des Vormittags erreicht die Kriminalbeamten die Nachricht, dass es in Bibertal im Keller des Hauses von Torsten V zu einer Benzinverpuffung gekommen ist. Der 33-jährige hat sich dabei lebensgefährliche Verletzungen zugezogen.
Brennend war er aus dem Haus gelaufen und hatte geschrien, dass man ihm bitte helfen solle. Er wolle nicht sterben. Durch den Tumult aufgeschreckte Anwohner versuchten ihren Nachbarn zu löschen. Es war nicht schön anzusehen. Also ich fand jetzt für mich persönlich das war das schlimmste, was ich bis jetzt gesehen habe. Er hat nur halt eben als gesagt, bitte helf mir doch, ich möchte nicht sterben.
Torsten Fau kommt in eine Kölner Spezialklinik. Er hat sich bei der Explosion so schwere Verbrennungen zugezogen, dass die Ärzte ihn in ein künstliches Koma versetzen. Die Mediziner schätzten die Überlebenschancen des Mannes auf weniger als 50% ein. Mehr als zwei Dritte seiner Haut sind verbrannt.
Nachdem die Feuerwehr ihre Löscharbeiten beendet hat, betreten die Ermittler das Haus von Familie V. In dem Raum unter dem Dach mit Fensterblick auf den Spielplatz finden die Beamten einen überquellenden Aschenbecher auf dem Fensterbrett. Offenbar hatte Torsten Fau viel Zeit hier verbracht, während er möglicherweise die spielenden Kinder [Musik] beobachtete.
Zudem entdeckten sie im Haus des schwer verletzten Mannes eine Sammlung von Mickey Maus Heftchen. Julia liebte die schwarze Maus mit den überdimensionalen Ohren. Hatte Torsten V es vielleicht so geschafft, die Achtjährige zu sich zu [Musik] locken? Die Soko setzt Leichenspürrunde bei der Durchsuchung ein. An einem Schrank, der im Keller in der Ecke steht, schlagen die Tiere an.
Die Ermittler müssen davon ausgehen, dass Torsten Vier den Leichnamen der kleinen J versteckte, bevor er sie einige Tage später ins Niddertal brachte, wo er das tote Kind im Wald verbrannte. Zudem erregte einen zusammengerollutter Teppich im Keller die Aufmerksamkeit der Soko Mitglieder. Das Gewebe ist mit Benzin durchdrängt.

Brandexperten gehen davon aus, dass die Verpuffung hier ihren Anfang genommen hatte. Und all das sind Gründe, warum der Teppich für die Kriminaltechniker von besonderem Interesse ist. Bei der Durchsuchung des Kellers findet die Spurensicherung Hautfetzten, die von Fingern und Handinnenflächen stammen. Durch die schnelle und massive Hitzeentwicklung bei der Verpuffung war die obere Hautschicht regelrecht von Torstenfaus Körper abgeplatzt.
Das wollen die Forensiker sich nun zu Nutze machen. Mit Hilfe der Hautfetzen gelingt es den Experten acht von zehn Fingerabdrücken von Torsten V zu rekonstruieren. Eine Textilexpertin des LKA bestätigt derweil, dass der von dem Hobbydetektiv gefundene Blau Stoffetzen zu einem Kissenbezug gehört, der im Haus von Torsten V sichergestellt wurde.
Die Schnittkanten passen zu 100% zusammen. Material und Gewebe sind identisch. Zudem stellt die Textilexpertin fest, dass die Fasern, die sie seinerzeit an dem alten Putzlappen gesichert hatte, zu dem Teppich passen, den Thorsten Vand gesetzt hatte. Offenbar hatte der Mann versucht, den Teppich mit dem Putzklappen zu reinigen.
So waren die Teppichfasern an das Scheuert gekommen. Doch das sind nicht die einzigen Beweise. Die gefundene DNA Spur an dem Latexhandschuh kann Thorsten V zugeordnet werden. Und auch an dem benzingetränkten Teppich aus dem Keller von Thorsten Vet sich eine wichtige Spur in Form von zwei winzigen Blutstropfen.
Eine DNA-Analyse ergibt, dass es das Blut der kleinen J. Auch wenn noch viele Fragen bezüglich des Tatablaufes offen sind, ist die Staatsanwaltschaft sicher, dass die Indizienkette nicht zu durchbrechen ist. Im September 2001 erhebt sie Anklage gegen Torsten V, der mittlerweile aus dem Koma erwacht ist. Die Ermittler machen sich auf dem Weg in die Klinik, um Torsten V einen Besuch abzustatten.
Doch wie zu erwarten, schweigt er zu den Vorwürfen. Auf die Frage eines der Kriminalbeamten, ob er sich noch erinnern könne, was am 29. Juni 2001 passiert sei, antwortet der schwer entstellte Mann mit einem Ja, als sein Zustand es zulässt, wird Julias Mörder auf die Krankenstation der Justizvorzugsanstalt Kasse verlegt, wo er auf den Beginn seines Prozesses wartet.
Sein Verteidiger versucht dem Gericht klarzumachen, dass er nicht verhandlungsfähig ist. Dafür führt er Thorsten V in einem speziellen Liegerollstuhl Öffentlichkeitswirksam der Presse vor. Doch statt dem erhofften Mitleid erntet der Verteidiger für seine Mandanten vor allem Genugtung aus der Bevölkerung. Ein medizinischer Gutachter kommt später zu der Einschätzung, dass Torsten V durchaus ein Prozess zuzumuten ist.
Allerdings sollte die tägliche Verhandlungsdauer 3 Stunden nicht überschreiten. Zudem wird dem 33-jährigen zugestanden, dass er eine Sonnenbrille im Gerichtszeitragen darf. Damit kann er sich vor dem Grellhen Licht und vor den neugierigen Blicken der Prozessbeobachter schützen. Im November 2002, anderthalb Jahre nach dem Mord an Julia, muss sich Thorsten Vicht gießen für sein Verbrechen verantworten.
Der Staatsanwalt wirft dem Angeklagten vor, dass die Tötung von Kindern Teil seiner Fantasien sei. Trotz der erdrückenden Beweislage bestreitet Thorstenfrau die Vorwürfe. Auch Jujas Vater, sichtlich gezeichnet von der Trauer über den gewaltsamen Tod seiner kleinen Tochter, verfolgt jeden Prozesstag im Landgericht.
Er will den Mörder seines Kindes in die Augen schauen. Es ist der 20. Mai 2003, fast 2 Jahre nach dem Mord in Julia, als das Gericht der mittlerweile 35-jährigen Torsten Vegen Mordes in Tateinheit mit versuchter Nötigung zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt. Thorsten Fors Verteidiger hatte erfolglos einen Freispruch aus Mangel an Beweisen gefordert.
Die Richter stützten ihre Einschätzungen zur Motivlage auf die Erkenntnisse über die Persönlichkeit des Angeklagten sowie auf in seiner Wohnung gefundenes pornographisches Material. Torsten V sei in hohem Maße sexualisiert. So das Gericht. Der vorsitzende Richter hielt es für eher lebensfremd, dass die an der Leiche entdeckten Handschein erst nach dem Tod des Opfers angelegt worden sein.
Angesichts der Gesamtumstände besteht kein Zweifel daran, dass der Angeklagte die Tat begangen hat. Die öffentliche Reaktion auf das Urteil fällt größtenteils positiv aus. Doch vereinzind werden auch Zweifel an der Schlüssigkeit der Beweisführung geäußert, insbesondere im Hinblick auf die Motivlage.
Die Hoffnung von Julias Eltern durch den Prozess mehr zu den Umständen von Julias Tod zu erfahren, erfüllte sich nicht. Die Quelinnen fragen, ob J leiden musste bleiben. Nach der Urteilsverkündung verließ Jas Vater eine Erklärung vor der Presse. Ohne ein Wort der Einsicht oder Reue hat der Angeklagte das Urteil über sich ergehen lassen.
Durch das Verhalten des Täders auch während des Prozesses ist dies für uns schier unerträglich. Torsten V stirbt im März 2022 nach 20 Jahren im Gefängnis in einem Krankenhaus. Öffentlich wird die Todesursache nicht bekannt gegeben. Mit seinem Tod stüpfe Julias Eltern auch die letzte Hoffnung zu erfahren, was Thorsten V ihrer Tochter im Sommer 2001 angetan hat.
[Musik] Der Mort an Ja, Hose, 20 Jahre her und trotzdem nimmt es einen mit, als wäre es gestern gewesen. Ein Kind verschwindet, die Familie sucht verzweifelt nach dem kleinsten Lebenszeichen. Unzählige Helfer beteiligen sich an der Suche nach Julia. Dann die schreckliche Nachricht, Julia ist tot.
Ermordet von jemanden, den man kannte. Und generell finde ich die Vorstellung, dass ein kleines Kind nur wenige Meter von zu Hause entfernt, in die Fänger eines Mörders gerät sehr schwer zu ertragen. Und irgendwie wecken solche Taten auch Urängste bei einem. Wie oft wurde uns von unseren Eltern gesagt, sprich nicht mit Fremden, geh nicht mit Fremden mit.
Dann kommt da ein Nachbar, ein netter Mann, freundlich, die Eltern grüßen den Mann ja auch immer. Er hat eine Tochter, er ist gerade Vater geworden, was es einfach schlimmer macht. Ich meine, selbst wenn irgendwer gesehen hat, dass Julia mit dem Mann geredet hat, womöglich hätte man sich nie etwas dabei gedacht, weil er ja eben ein Nachbar war, den man halt kennt.
Wie gut kennen wir Menschen, die mit uns im selben Haus leben, mit denen wir im Supermarkt in der Kasse stehen oder eben auch Grüßen, die mit ihren Kindern auf den gleichen Spielplatz gehen. Letztendlich kennen wir eben niemanden. Und sorry, ich will jetzt auch gar nicht in so eine Sinkkrise abschweifen, aber wenn man ja eben wirklich sehr sehr sehr ernst darüber nachdenkt, kennen wir einfach niemanden so wirklich außer uns selbst.
Man hört ja oft, so jemand hätte doch auffallen müssen, aber genau das ist ja eben das Problem. Täter wie Thorsten Vcken sich nicht in dunklen Gassen. Sie sind einfach Teil unserer Gemeinschaft, unserer Nachbarschaft und sie wirken harmlos und nett. Sie sind Familienväter, Mütter, ne? Also es geht ja jetzt nicht darum, dass es nur Männer sind.
Und gerade stellt sich dann jetzt auch noch die Frage, sollten wir jedem misstrauen, sollen wir unsere Kinder nicht mehr alleine draußen spielen lassen? Ist das die Konsequenz, die wir daraus ziehen müssen? Ja, natürlich ist das ja auch keineswegs die Lösung. Ich meine, dann würde man ja auch wiederum alles einschränken, was das Leben überhaupt oder das Leben in einer Gesellschaft ja auch einfach ausmacht.
Was ich mir auch gedacht habe während des Falls ist, dass nun die Polizei ja im Dachgeschoss des Hauses quasi Torosten Faus Platz ausgemacht hat. Also ein voller Aschenbecher am Fenster mit direkten Blick auf den Spielplatz. Klar schießt auch der Gedanke in den Kopf, ob nicht seine Ehefrau irgendwie über diesen seltsamen Platz gestoßen ist und sich vielleicht was dabei gedacht hat, aber dann wiederum, warum sollte sie, also selbst wenn sie darüber gestörpert wäre, kommt man ja nicht auf sowas.
Also kommt man ja nicht darauf, dass der eigene Ehemann da sitzt, eine Zigarette raucht und eigentlich Kinder beobachtet oder irgendwie ausspielt, um das halt zu tun, was er am Ende getan hat. Kaum war J verschwunden war es in den Nachrichten. Kamerateams standen vor den Häusern und Journalisten befragten die Nachbarn, die wild spekulierten, was so passiert sein könnte.
Es gab Spekulationen über mögliche Verdächtige und manche Menschen gerieten auch völlig unschuldig in den Fokus der Ermittler, was aber nicht ausbleibt, wenn verzweifelt nach einem Phantom und einem Kind gesucht wird, denke ich. Zumindest kommen wir hier dann auch mal auf den Punkt, wie ich auf diesen Fall aufmerksam geworden bin, denn tatsächlich gibt es einen Videomitschnitt einer Nachrichtensendung, welche eben Nachbarn befragt hat und unter diesen Menschen war eben auch Thorsten V und er wurde auch interviewt. Alleine schon dieser
Tunmitchnitt ist sehr sehr sehr sehr gruselig mit dem Wissen, dass er der Täter ist. Ja. Und nachdem es dann letztenendes bei dem Versuch Beweise zu vernichten zu einer Explosion im Haus von Thorsten V kam, konnte er dann auch überführt und vor Gericht gestellt werden. Ja, und auch hier wieder der Fall, wo man doch echt von einem soen Zufall sprechen kann, denn es ist schon wahrscheinlich, dass Thorsten V noch um einiges länger unentdeckt geblieben wäre, wenn eben diese Explosion nicht passiert wäre. Zum Glück ist er ja bei
der Explosion noch nicht gestorben und konnte somit verurteilt werden und den Rest seines Lebens im Gefängnis verbringen. Unheimlich bitter ist aber, dass Thorsten V eben im Jahr 2022 im Gefängnis gestorben ist, niemals über die Tat öffentlich gesprochen hat. Er hat Julias Eltern nie den letzten Respekt erwiesen und sie darüber aufgeklärt, was mit ihrer Tochter passiert ist.
Nach dem Mord an Ja, forderten viele Menschen härtere Strafen für Sexualstraftäter, auch wenn es für solch eine Tat ausgehend von Torsten Frau nur starke Vermutungen gab. Und selbst der damalige Bundeskanzler Gert Schröder sprach sich sogar für die komplette Wegsperrung von Tätern aus. Ja, was allerdings mit unserem Rechtssystem keineswegs so einfach in Einklang zu bringen ist, denn auch wenn es hart ist und wütend macht, das Thema speitet die Gesellschaft ja schon seit E und je.
Für die einen geht es hier um Auge um Auge, Zahn um Zahn, einmal Täter, immer Täter und andere sagen, manche Menschen können sich ändern. Aber wer entscheidet, welche Täter eine zweite Chance bekommen und welche eben nicht? Und was ist, wenn jemand diese zweite Chance bekommt? und dann wieder zuschlägt, wer trägt dann die Verantwortung? Denn das Strafrechtssystem in Deutschland basiert auf mehreren grundleegenden Prinzipien, die sowohl den Schutz der Gesellschaft als auch die Rechte des Täters berücksichtigen. Ich habe für diese
Nachbesprechung mal ein paar Punkte rausgeschrieben, die wie ich finde interessant sind. Da wäre z.B. das Schuldprinzip: Niemand darf bestraft werden, wenn ihm keine persönliche Schuld nachgewiesen werden kann. Und darunter fällt auch, die Strafe muss sich nach dem Maß der individuellen Schuld richten.
Also keine übertriebene oder unverhältnismäßige Bestrafung. Jemand, der nachweislich psychisch krank und deshalb schuld und fähig ist, kann nicht in einem klassischen Gefängnis bestraft werden, sondern wird in einer psychiatrischen Einrichtung untergebracht. Der nächste Punkt wäre das Legalitätsprinzip, also keine Strafe ohne Gesetz.
Niemand kann für eine Tat bestraft werden, die nicht vorher ausdrücklich im Gesetz als strafbar beschrieben wurde. Und dabei geht das sogenannte Rückwirkungsverbot. Eine Tat kann demnach nur nach den Gesetzen bestraft werden, die zum Zeitpunkt der Tat galten. Z.B. man kann jetzt nicht für eine Handlung bestraft werden, die zum Zeitpunkt der Tat eben nicht strafbar war.
Ein neues Gesetz kann auch nicht rückwirkend gelten. Das Verhältnismäßigkeitsprinzip beschreibt, dass Strafen und Maßnahmen in einem angemessenen Verhältnis zur schweren Tat stehen müssen. Die Grundrechte des Täters dürfen dabei nicht unverhältnismäßig verletzt werden. Z.B. darf man für einen Bagatelli vergehen, wie z.B.
jetzt Ladendiebstahl keine liebenslange Freitstrafe verhängt bekommen. Das Resozialisierungsprinzip Ziel des Strafrechts ist nicht nur die Bestrafung, sondern auch die Wiedereingliederung des Täters in die Gesellschaft. Freiheitsstrafen sollen so gestaltet sein, dass der Täter nach der Haft ein strafreiches Leben führen kann. Z.B.
können Gefangene dann an Therapieprogramm teilnehmen, Berufsausbildungen machen oder schrittweise eben Lockerungen erhalten. Das nächste Prinzip bzw. Konzept wäre das Rückfahrvermeidungskonzept, wodurch durch Maßnahmen Rückfälle verhindert werden sollen. Also z.B. durch Sicherungsverwahrung für extrem gefährliche Täter und Führungsaufsichten nach der Haft.
Bedeutet, ein verurteilter Täter kann auch nach der Haft noch sehr, sehr, sehr, sehr viele Jahre unter strenger Beobachtung stehen. Das Prinzip der verhältnismäßigen Strafen beschreibt die Abstufung der Strafen je nach Schwere der Tater, also z.B. eine Geldstrafe für Beleidigung oder Diebstahl, eine Freiheitsstrafe auf Bewährung, wenn eine Haftstrafe unter zwei Jahren liegt und das Gericht eine positive Sozialprognose sieht.
Unbedingte Freiheitsstrafe, z.B. bei schweren Straftaten wie Mord und Sicherungsverwahrung bei extrem gefährlichen Straftätern, wenn zu erwarten ist, dass sie weiterhin schwere Straftaten begehen werden. Hier geht z.B., dass ein Ersttäter, der eine kleinere Straftat begeht, eher eine Geldstrafe oder Bewährung aufgebrummt bekommt, ein Wiederholungszäter hingegen eine härtere Strafe zu erwarten hat.
Dann ist da noch das Prinzip der Menschenwürde nach Artikel 1 des Grundgesetzes, denn jeder Mensch, auch Straftäter, hat Grundrechte, die nicht verletzt werden dürfen. Keine unmenschliche oder erniedrigende Bestrafung darf erwartet werden und auch keine Todesstrafe. Die wurde hier abgeschafft.
Gefängnisse in Deutschland z.B. sind darauf ausgelegt, menschenwürdig zu sein. Keine einzerhaft unter unmenschlichen Bedingungen, wie sie in anderen Ländern z.B. praktiziert wird. Also eine dunkle Zelle ohne Fenster oder halt schlimmeres. Einige Punkte habe ich jetzt aber auch ausgelassen, weil wir da auf jeden Fall in anderen Fällen noch darauf zu sprechen kommen.
Und ich denke, wenn man ein Fazit ziehen muss, was das Strafrechtssystem in Deutschland betrifft, kann man vielleicht sagen, dass das deutsche Strafrecht ein Balanceakt zwischen Bestrafung, Schutz der Gesellschaft und Resozialisierung des Täters ist. Es soll auf jeden Fall verhindert werden, dass Unschuldige bestraft werden, aber gleichzeitig die Gemeinschaft vor gefährlichen Tätern schützen.
Es gibt immer wieder Diskussion darüber, ob das System zu mil hart ist, gerade bei Geweiht oder Sexualstraftaten. Und da würde ich jetzt auf jeden Fall auch einmal dich fragen, denn was denkst du, sollte das Strafrechtssystem hier in Deutschland strenger sein? Oder ist der Fokus auf Wiederliederung der richtige Weg? Vor allem, wenn du ja viel Crime konsumierst, True Crime Podcast hörst oder auch Serien guckst, dann sind die ja sicher auch die Strafrechtssysteme anderer Länder bekannt, wie z.B.
das der USA, ja, wo es ja z.B. auch in einigen Bundesstaaten noch die Todesstrafe gibt. Denkst du, es gibt Fälle, in denen eine zweite Chance nicht gegeben werden sollte? Ja, und wie schon gesagt, der verurteilte Täter Thomas V verstarb im März 2022 in einer Klinik in Wetzler. Er verstarb im Alter von 54 Jahren und saß bis zu diesem Zeitpunkt 19 Jahre im Gefängnis.
Ja, und in dieser Zeit hat er niemals öffentlich über die Tat gesprochen. Ich verabschiede mich jetzt von dir und bedanke mich fürs Zuhören. Wenn du magst, dann gib dem Podcast gerne eine Bewertung auf Apple Podcast, Spotify oder dort, wo du ihm am liebsten hörst. Mit deiner Bewertung unterstützt du Ware Verbrechen wirklich sehr. Folge wahre Verbrechen auf Instagram, Facebook und TikTok und folge auch meinem YouTube Channel.
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