Wahre Verbrechen I Die Tote vom Campingplatz I Tru...

Wahre Verbrechen I Die Tote vom Campingplatz I True Crime Dokumentation T – Part 2

 Sie drehte sich um, zu schauen, ob Edk war. Doch es war nicht Ed, der da vor dem Bett stand. Mary gefror das Blut in den Adern. Im schwachen Gegenlicht des Schlafzimmerfensters zeichnete sich der Umriss einer großen dunklen Gestalt ab. Mary schrie. [schreien] Das letzte, was sie sah, war das Aufblitzen einer Axtklinge.

Hi, ich bin Diane Helscher. Und ich bin Mark Augustat. In diesem Podcast beschäftigen wir uns in jeder Folge mit einem berühmten Serienkiller, mit seinem Leben, seiner Psyche und seinen Taten. Serienkiller, Mörder und ihre Geschichten. Ein Spotify original von Podcast. Heute geht es um den sogenannten X-Man of New Orleans, einen brutalen Mörder, dessen Identität bis heute nicht bekannt ist.

Zwischen 1918 und 1919 ermordete der X-Man sechs Menschen in New Orleans, Louisiana. Hinzu kommen wahrscheinlich mehrere versuchte Morde. In dieser Folge geht es vor allem um die ersten mutmaßlichen Verbrechen des X-Men Anfang des 20. Jahrhunderts. Außerdem werden wir uns anschauen, wie die Berichterstattung über die Morde die Panik in der Stadt verstärkte.

In Folge 2 heften wir uns dann an die Fersen der Polizei, die verzweifelt versuchte, den mysteriösen Killer zu fassen. Es wurde viel darüber spekuliert, wann die Mordserie des sogenannten X-Men of New Orleans begann. Manche behaupteten, daß er schon ab 1910 in West Texas aktiv war, was relativ weit von der Grenze zu Louisiana entfernt ist.

Viele Theorien sind über die Jahre aber entweder in Frage gestellt oder widerlegt worden. Sie waren wohl eher das Produkt lokaler Gerüchte, als dass sie auf wirkliche Nachforschungen zurückgingen. Laut der Historikerin Miriam C. Davis ereignete sich der erste Mord des X-Men höchstwahrscheinlich im Jahr 1911.

Zu diesem Zeitpunkt nannte man ihn noch The Cleever. Der 26-jährige Joe Davey war ein gut aussehender Mann. Er war ein junger italienischer Immigrant mit glatten, dunklen Haaren und top gepflegten Schnurrbart. Und 1911 hatte er ein tolles Jahr hinter sich. Sein neuer Lebensmittelladen lief gut. Und erst 5 Monate zuvor hatte er seine junge Freundin, die 16-jährige Mary, geheiratet.

 Jetzt erwarteten sie ihr erstes Kind. Am Montag, den 26. Juni 1911, gingen Joe und Mary Davey nach einem langen Arbeitstag ins Bett. Als sie sich gegen 22 Uhr hinlegten, strahlten sie sich verliebt an. Sie konnten ihr Glück kommen fassen. Der Laden, die Heirat, ihr Baby. Es lief gut für die Davis, sehr gut sogar.

 Doch schon wenige Stunden später sollte alles in sich zusammenfallen. In den frühen Morgenstunden wachte Mary plötzlich auf. Ein Mann war im Schlafzimmer. Sie konnte nur seinen Umriss erkennen. Das Gesicht blieb im Dunkeln. Der Mann wollte wissen, wo das Paar sein Geld aufbewahrte, aber Mary war zu erschrocken, um zu antworten. Da schlug ihr der Einbrecher brutal auf den Kopf. Sie verlor das Bewusstsein.

Als Mary wieder zu sich kam, merkte sie sofort, dass sie verletzt war. Überall im Bett war Blut. Joe lag neben ihr. Er röchelte leise und blutete stark aus einer großen klaffenden Kopfwunde. 30 Stunden später starb Joe im Krankenhaus. Die Ärzte konnten nichts mehr für ihn tun. Mary überlebte. Sie war 16 und Witwe.

Die Ärzte kamen zu dem Schluss, dass Joes Schädelbruch mit einer scharfen und schweren Klinge herbeigeführt worden war, die seinen Schädel fast mittig gespalten hatte. Es war eine Verletzung, die auf ein großes Fleischerbeil hindeutete: Ein Hackmesser oder auf englisch Cliver. Abgesehen von den schwer verletzten Opfern hatte der Mörder keine Spuren am Tatort hinterlassen.

 Aber Mary konnte sich zumindest an ein paar Dinge erinnern, was der Polizei eine große Hilfe war. Im schwachen Licht der Öllampe hatte sich erkennen können, dass der Täter männlich, weiß und glatt rasiert war. Er hatte Arbeitskleidung getragen und Mary konnte sich genau erinnern, dass er ein klares und akzentfreies Englisch gesprochen hatte.

Aufgrund der Art, wie Joe ermordet wurde und nach Marys Beschreibungen des Täters war sich die Polizei sicher, dass sie wusste, mit wem sie es zu tun hatte. Im Herbst 1910, weniger als ein Jahr zuvor, hatte es zwei ähnliche Überfälle gegeben. Der Täter war als Cleav durch die Presse gegangen. Alle Opfer hatten den Überfall überlebt.

Bemerkenswert war aber, dass sie alle italienisch-erikanische Lebensmittelhändler waren. Genau wie Joe. Wer immer der Clier war, ers schien es gezielt auf italienische Immigranten und Immigrantinnen abgesehen zu haben. Bis heute gibt es die Theorie, dass die frühen Verbrechen des Cleavers rassistisch motiviert waren.

 Der Mord an Joseph Davy war aber eine Eskalation. Bis dahin hatte der Einbrecher noch nie jemanden getötet und als die Presse von dem Verbrechen erfuhr, wurde die Bluttat sofort zum Stadtgespräch. Der Daily Pickun ging mit der Schlagzeile raus. Der teuflische Cliver geht wieder um. Die anderen Lokalzeitungen schlossen sich mit ähnlichen Aufmachern an.

 Kurz darauf verkündete der Gouverneur von Louisiana, dass es 500$ Belohnung für jeden Hinweis gebäbe, der zur Ergreifung des Täters führte. Die öffentliche Aufmerksamkeit war so groß, dass die Polizei genötigt war, Erfolge vorzuweisen. Sie mussten den Leuten versichern, dass sie alles unternahmen, um den Mörder Dingfest zu machen.

 Der Chief of Detectives, Jim Reynolds erklärte: “Ich bin zutiefst besorgt über den Daily Fall. Dieser Mörder muss gefasst werden. Wir sparen weder an Geld noch an Männern, um diesen Teufel vor Gericht zu bringen. Kurz darauf betraute Chief Reynolds Detectiv John Dantonio mit dem Fall. Er nannte ihn einen Italian Specialist.

 Zu den ersten Verdächtigen, die Dantonio ins Visier nahm, gehörte die lokale Mafia. Die Mafiosie waren seit Jahrzehnten in der italienisch-erikanischen Community von New Orleans aktiv. Die Polizei hielt es daher für möglich, dass Joseph Davy das Opfer einer Blutrache geworden war. Es gab jedoch keine Beweise, die eindeutig für organisierte Kriminalität sprachen und Antonio war sich sicher, dass die Mafia effizienter vorgegangen wäre.

Sie hätten Davey an Ort und Stelle getötet und ihn niemals schwer verletzt im Krankenhaus sterben lassen. Die Detectives ging auch der Theorie vom verpatzten Raubüberfall nach, aber auch dafür gab es keine stichhaltigen Beweise. Josephs Mörder hatte den Tatort mit leeren Händen verlassen. Er hatte nicht einmal Marys Schmuck genommen, der offen auf dem Nachtschrank gelegen hatte.

Detectiv Danonio war schnell klar, dass der Clever nicht irgendein dahergelaufener Einbrecher war. Sie hatten es hier mit einem wahren Teufel zu tun. Jemand, dessen Motive nicht finanzieller oder persönlicher Natur waren. Dieser Mensch wurde von einem Drang zu töten getrieben. Nachdem die Polizei in mehrere Richtungen ermittelt hatte und jedes Mal in einer Sackgasse gelandet war, entschieden sich die Detectives zu warten, bis [räuspern] der Cleav erneut zuschlug.

 Doch es vergingen Wochen, ohne dass etwas passierte, dann Monate. Der Killer zeigte sich einfach nicht.  Nach einer Weile gingen die Leute in New Orleans wieder ihrem gewohnten Tagesablauf nach. Der Cliver verschwand aus den Schlagzeilen und aus den Köpfen. Der mysteriöse Killer schien einfach abgetaucht zu sein.

  Es dauerte 7 Jahre, bis der Clever zurückkehrte, allerdings unter einem anderen Namen. Am 22. Mike ging Andrew Magio los, um sich zu betrinken. Der 28-jährige hatte am Morgen seine Einberufung bekommen. Er sollte eingezogen werden und im ersten Weltkrieg kämpfen. Andrew konnte vor Angst keinen klaren Gedanken fassen, also ging er in die Bar um die Ecke, um seine Nerven mit Alkohol zu beruhigen.

Gegen 3 Uhr morgens talkelte Andrew nach Hause. Er wohnte mit seinem großen Bruder Joseph und dessen Frau Katherine zusammen. Die Wohnung der drei war an der Ecke Manolia und Aberl Street. Als er nach Hause kam, fiel er sofort aufs Bett und schlief ein. Gegen 4:30 Uhr wurde Andrew von einem Geräusch geweckt.

 Er war immer noch ziemlich betrunken. Das Geräusch kam von der anderen Seite der Wand, die sein Zimmer von Josephs und Katherines trennte. Er hörte genauer hin. Es war ein Echtzen. Selbst durch seinen benebelten Halbschlaf hindurch wusste Andrew, dass etwas nicht stimmte. Doch er brachte es nicht über sich, die Tür zu Josephs und Katherines Schlafzimmer zu öffnen.

 Stattdessen rannte er die Straße hinunter zum Haus seines älteren Bruders Jacob. Er erzählte Jacob, was er gehört hatte und bat ihn mit ihm mitzukommen. Als sich die Brüder der Hintertür näherten, blieben sie wie angewurzelt stehen. Die Tür war offen und eine der Holzlatten fehlte. Jemand musste eingebrochen sein.

Andrew und Jacob betraten das Haus und gingen den Flur hinunter, bis sie zu Josephs und Kat Schlafzimmer kamen. Jacob klopfte leise, aber niemand antwortete. Die Brüder machten sich auf das Schlimmste gefasst und öffneten die Tür. Das Zimmer war von einem schweren metallischen Geruch erfüllt und als sich ihre Augen an die Dunkelheit gewöhnt hatten, bot sich den Brüdern einen schrecklicher Anblick.

Ihre Schwägerin Katherine lag auf dem Boden in einer Blutlage. Ihre Kehle war aufgeschnitten. Die Wunde war tief. Sie war fast enthauptet worden. Joseph lag auf dem Bett. Er lebte noch. Andrew und Jacob stürzten zu dem blutgetränkten Bett, auf dem ihr Bruder noch Luft schnappte und verzweifelt um sein Leben rang.

Die Brüder riefen die Polizei und einen Krankenwagen. Doch als die Sanitäter eintrafen, hatte Joseph Magio den Kampf verloren. In den darauffolgenden Tagen durchsuchten die Ermittler das Grundstück nach Beweisen. Eine Mordwaffe fanden sie in der Badewanne. Es war eine blutverschmierte Axt, die Joseph Magio gehörte.

Im Rosenspalier des Nachbarn fanden sie eine zweite Waffe, ein Rasiermesser aus Edelstahl. Mit dem Fund des Rasiermessers richtete die Polizei ihre Aufmerksamkeit sofort auf die beiden Magio Brüder. Andrew Matthew war von Beruf Barbier und das eine der Mordwaffen ein Rasiermesser war, belastete ihn schwer.

Die Detectives fanden es auch sehr verdächtig, dass die Brüder so lange gewartet hatten, bis sie ins Haus gegangen waren, um noch Joseph und Katherine zu sehen. Sie bestellten also beide zur Befragung auf die Wache. Jacob ließen sie schnell wiedergehen. Andrew blieb dagegen in Gewahrsam. Trotz der vielen Parallelen brachte keiner der Detectives den Matthew fall mit den brutalen Überfällen des Cleavers von vor 7 Jahren in Verbindung.

Das hing vor allem mit Veränderungen innerhalb des Police Departments zusammen. Jim Reynolds, der Chief of Detectives von New Orleans, war nur wenige Jahre zuvor getötet worden und John Dantonio, der Italian Specialist war inzwischen im Ruhestand. Ihre Nachfolger Chief Frank T. Mooney und der neue Italian Specialist Arthur Marulo hatten beruflich nie etwas mit den Cliverfällen zu tun gehabt.

 Doch schon bald darauf sollte eine seltsame Entdeckung dafür sorgen, dass die Verbindung offensichtlich wurde. Nur einen Block vom Tatort entfernt fanden die Detectives eine kryptische Nachricht, die mit Kreide auf den Bordstein geschrieben war. Die Schrift sah aus wie die eines Kindes. Dort stand: “Mr is going to sit up tonight, just like Mrs. Tony.

” Miss Mattio wird heute Nacht aufbleiben, genau wie Mes Tony. Die Detectives waren verwirrt. Sie wussten nicht, was die Nachricht zu bedeuten hatte. War sie vom Killer selbst oder war es nur ein geschmackloser Streich von jemandem aus der Nachbarschaft? Am Ende war es die Presse, die schnell die richtige Antwort parat hatte. Der Name Miss Tony bezog sich auf die Frau von Tony Skiambra.

Skiambra war ein italienisch-erikanischer Lebensmittelhändler, von dem die Zeitungen behaupteten, dass er 7 Jahre zuvor zu den Opfern des berüchtigten Clevers gehört habe. Nach dieser Enthüllung überschlugen sich die Zeitungen mit Spekulationen. Konnte es wirklich sein, dass der Klever zurück war und nach 7 Jahren wieder durch die Straßen schlich oder war der Killer lediglich ein Nacharmer? Es ist tatsächlich möglich, dass der Mörder der Magius in Wirklichkeit ein weniger bekannter Krimineller war, der sich nur von den Methoden des Clivers

inspirieren ließ. Die Einbrüche waren detailliert in der Presse beschrieben worden. Es war also überall nachzulesen, wie der Cleav damals vorgegangen war. Trotzdem bleibt die Frage, warum ein Nacharmer 7 Jahre hätte warten sollen. Es war fast eine Dekade vergangen, seit der Clever Schlagzeilen gemacht hatte.

Wieso also ausgerechnet jetzt? Es gilt inzwischen als unwahrscheinlich, dass die Magioomorde tatsächlich das Werk eines Nacharmers waren. Man geht eher davon aus, dass der Cliver selbst der Täter war. Heute ist bekannt, dass viele Serienkiller in Zyklen morden. Ein typischer Zyklus besteht aus einer aktiven Phase, gefolgt von einer längeren Phase der Inaktivität und manche Killer sind länger inaktiv als andere.

Die Historikerin Miriam C. Davis hat aber noch eine andere Erklärung. Ihr zufolge könnte es auch sein, dass der Cliver 7 Jahre lang in Haft war. Wahrscheinlich wegen eines weniger schweren Verbrechens wie z.B. Raub. Wenn das tatsächlich der Fall war, hatte eine über fast 10 Jahre angestarte Mordlust den Killer von damals zur Haustür der Magios geführt.

Doch obwohl die Zeitungen standhaft bei ihrer Vermutung blieben, dass der Clever zurück war, ignorierte die Polizei, was die Medien sagten. Sie taten die Berichte als das ab, was sie waren, Vermutungen. Sie hielten es für viel plausibler, dass der 28-jährige Andrew Magio die Morde begangen hatte, nicht irgendein Phantomkiller, der seit Jahren in der Versenkung verschwunden war.

Die Polizei behielt Andrew als wichtigen Zeugen in Gewahrsam, um ihn zu befragen, was damals nicht selten Folter bedeutete. Andrew wurde tagelang in einem kragen und schwülheißen Raum verhört. Die Detectives waren brutal und so sehr Andrew sie auch anflehte, sie weigerten sich ihn zur Beerdigung seines Bruders und seiner Schwägerin gehen zu lassen.

Die Detectives schrien ihn an und beschuldigten ihn, seine eigene Familie abgeschlachtet zu haben. Dann warfen sie ihm die blutgetränkte Kleidung seines Bruders ins Gesicht. Er sollte endlich gestehen. Aber Andrew beharrte auf seiner Unschuld, bis Chief Mooney schließlich befahl, ihn zu entlassen. Das Verhör hatte nichts ergeben.

  Andrew Magio war nicht der Mann, den sie suchten und wie zuvor gerieten die Ermittlungen ins Stocken. Doch dann, fast genau einen Monat nach dem Mord an Joseph und Katherine Magio, wurde am 26. Juni 1918 ein weiterer Lebensmittelhändler mit einer Axt angegriffen. Dieses Mal stammte das Opfer jedoch aus Polen.

Es war ein typisch schwühler Sommermorgen in New Orleans, als der Lieferbote John Zanker mit seinem Wagen vor Louis Bumers Lebensmittelgeschäft hielt. Es war ein Routinestopp für Senker. Bissumer war Stammkunde. Als Senker ausstieg, sah er jedoch, dass der Laden noch geschlossen war. Senker stutzte und ging um den Laden herum.

 Er klopfte an die Türen und Fenster und rief Bishumers Namen. Da zeigte sich der 60-Jährige plötzlich. Bissumer sah schrecklich aus. Er war blass und erschöpft. Vor allem aber blutete er aus einer frischen Kopfwunde. Doch Bishum tat die Verletzung ab. Er sagte, dass Senker sich keine Sorgen machen solle.

 Er habe nur einen kleinen Unfall gehabt. Als Senker Bishum fragte, ob seine Freundin Harriet auch verletzt sei, antwortete Bumer nur beiläufig, dass er es nicht wisse. Senker ging ins Haus, wo er die 29-jährige Harriot Low auf einem Bett fand. Sie lag in einer Blutlache und war kaum noch bei Bewusstsein. Sie hatte eine große Kopfwunde.

Als Senka sich neben Harriet hockte, konnte sie nur flüstern. Als die Polizei kam, sahen sie sofort parallelen zum Magio Fall. Die Tat hatte sich früh morgens ereignet. Nichts war gestohlen worden und die Mordwaffe, eine alte rostige Axt war am Tatort zurückgelassen worden. Die Axt war so stumpf, dass es bis Humor und Low wahrscheinlich das Leben gerettet hatte.

Es gab jedoch mehrere verdächtige Details, die bei Chief Mooney Zweifel aufkommen ließen, ob sie es wirklich mit demselben Killer zu tun hatten. Der Täter hatte sich keinen gewaltsamen Zutritt zum Haus verschafft. Die Nachbarinnen und Nachbarn hatten niemanden schreien hören und es gab keine Anzeichen für einen Kampf.

 Hinzuk kam, dass Harriets Verletzungen viel schwerer als die von Leis waren. Lis Bumer hatte lediglich einen langen Schnitt über dem Auge davon getragen. Die Wunde stammte von einem einzigen Schlag. Harriet hatte dagegen mehrere Wunden an den Armen und an der Brust. Außerdem hatte ihr der Täter zweimal auf den Kopf geschlagen, was zu ihrer lebensgefährlichen Verletzung geführt hatte.

Zu der unterschiedlichen Schwere der Verletzungen kamers seltsam teilnahmensloses Verhalten. Als John Senker am Tatort eintraf, schien es Bishum kaum zu interessieren, wie es seiner Lebensgefährtin ging. Das machte Chief Mooney misstrauisch. Er entschied daher, dass Harriot Low befragt werden müsse. Harriot lag mit bandagiertem Kopf und Oberkörper im Charity Hospital.

Ihr ganzes Gesicht war schrecklich entstellt. Sie war auf einem Auge blind, das andere zuckte ständig. Harriots Hirnverletzung und die starken Schmerzmittel sorgten dafür, dass sie alles andere als klar war. Während der Befragung war sie desorientiert und sogar warnh. Sie erinnerte sich nur verschwommen daran, dass ein Mulatoman sie überfallen habe.

Obwohl weder Passumer noch die Nachbarn und Nachbarinnen einen Mann von gemischt ethnischer Herkunft in der Gegend gesehen hatten, ging die Polizei dem Hinweis nach. Kurz darauf verhafteten sie Louis Ubison, einen hellhäutigen schwarzen Verkäufer, der ab und zu in Bisumas Laden aushalf. Ubison wurde mehrere Tage festgehalten, aber die Polizei konnte keine Beweise finden, die ihn mit dem Mord in Verbindung brachten.

Sie ließen ihn also wieder gehen. Ein paar Tage später lenkte Harriet die Detectives in eine neue Richtung. Sie beschuldigte ihren Mann der Spionage. Während sich Harriet Low langsam von ihren Verletzungen erholte, erhob sie schwere Anschuldigungen. Sie erzählte den Detectives, dass Leis Bumer in Wirklichkeit kein polnischer Lebensmittelhändler, sondern ein deutscher Spion sei.

 Die Polizei nahm den Vorwurf ernst. Schließlich war der Erste Weltkrieg noch in vollem Gange. Die Zeitungen stürzten sich auf die Geschichte. In der Times Pickun hieß es: “Axtmysterium könnte zu Spionagenetzwerk führen.” Kurz darauf machten Gerüchte über Bissumers angeblich zwielichtige Vergangenheit die Runde. Nachbarinnen und Nachbarn behaupteten, dass Bishum mehr als ein Dutzend Sprachenspreche und ins Geheim sehr wohlhabend sei.

 Er sei oft im Ausland und verkaufe seine Waren zu verdächtig niedrigen Preisen. Als die Behauptungen an die Öffentlichkeit gelangten, fanden viele Leute es sehr verdächtig, dass ausgerechnet ein Lebensmittelhändler so viel Reisen und so viele Sprachen beherrschen sollte. Sie fragten sich, ob sein Laden am Ende nur eine Fassade für seine Spionagetätigkeit war.

Die Gerüchte führten zu weiteren Spekulationen in der Presse. War Leis Bumer of Harriot losgegangen, weil sie gedroht hatte, ihn auffliegen zu lassen? Später jedoch, als sich Harriet L Zustand besserte und sie wieder etwas klarer war, nahm sie den Spionagevorwurf zurück. Nach ihrer Entlassung aus dem Krankenhaus verschlechterte sich ihr geistiger Zustand allerdings rapide.

 Sie betete stundenlang auf Knien in ihrem Haus und behauptete immer wieder, dass Jesus Christus ihr erschienen sei. Im August 1918 entschieden die Ärzte, dass Harriet eine weitere Operation brauchte, um den Druck von ihrem Gehirn zu nehmen. Die Operation war ein Erfolg, aber Harriet bekam Mening Gittes. Eine Woche später, als sie schon wusste, dass sie auf dem Sterbebett lag, rief Harriet Chief Mooney zu sich, um ihre Anschuldigungen gegen Bishumer zu erneuern.

Sie erzählte Moni, dass Bishumer sie ohne Grund mit der Axt angegriffen habe und dass er splitternackt gewesen sei. 10 Tage später starb Harriot Low. Am Tag vor Harriets Tod wurde Leis Bishumer wegen versuchten Mordes verhaftet. Er wurde jedoch ein paar Monate später aus Mangel an Beweisen freigesprochen.

Zu diesem Zeitpunkt waren sich die Detectives aber sowieso schon sicher, dass er nicht der berüchtigte Clever Killer war. Denn während Louis Bishumer in seiner Gefängniszelle saß, schlug der echte Killer erneut zu. Es passierte in der Nacht vom 4. August 1918. Mary Sneider war allein zu Haus. Sie lebte mit ihrem Mann Ed im Stadtviertel St. Claud.

 Die 28-jährige war achten Monat schwanger und das Einschlafen fiel ihr schwer. Nachdem es ihr schließlich doch gelungen war, wurde sie mitten in der Nacht von einem Geräusch im Zimmer geweckt. Als Mary die Augen öffnete, sah sie eine dunkle Gestalt neben dem Bett. Das letzte, woran sie sich erinnerte, war, dass sie geschrienen hat, bevor der Mann auf sie einschlug.

  Glücklicherweise hörte Marys Schwester die Schreie und eilte ihr zu Hilfe. Sie wohnte direkt nebenan. Sie fand Mary mit einer Kopfwunde und mehreren ausgeschlagenen Zähnen im Bett. Der Einbrecher war geflohen. Mary wurde ins Krankenhaus gebracht. Sie überlebte und brachte ein paar Tage später ein gesundes Mädchen zur Welt.

Als die Schmerzmittel nachließen, konnte sie der Polizei aber kaum weiterhelfen. Sie hatte nur den dunklen Schatten ihres Angreifers gesehen. Dann war alles schwarz geworden. Die Untersuchung des Tatorts brachte auch keine neuen Erkenntnisse. Es gab zwar ein paar Parallelen zu den anderen Cliverüberfällen, gleichzeitig gab es aber auch genauso deutliche Unterschiede.

Es gab keine Anzeichen für ein gewaltsames Eindringen und anstatt einer Axt hatte der Einbrecher eine kaputte Lampe als Waffe benutzt. Der größte Unterschied war aber, dass Mary Snyider und ihr Mann kein Lebensmittelgeschäft besaßen und keine italienischen Wurzeln hatten. Die Detectives vermuteten zunächst, dass Mary Sneiders Angreifer ein ganz normaler Einbrecher war, der einfach nur Panik bekommen hatte.

 Für die Journalisten und Journalistinnen von New Orleans klang das aber ganz und gar nicht überzeugend. Nach dem Überfall auf Mary Sneider gingen viele Zeitungen mit Überschriften raus, die in großen Lettern die Rückkehr des Cleever Killers verkündeten. Dieses Mal hatten sie ihm aber einen neuen Namen gegeben, The Exman.

Die Times Pickun titelte: “Polizei glaubt, X-Man könnte in der Stadt aktiv sein.” Die Leute rissen die Zeitungen geradezu aus den Ständen und innerhalb weniger Tage machten neue Gerüchte in New Orleans die Runde und unabhängig davon, wer Mary Sneider wirklich überfallen hatte, schienen die Zeitungen überzeugt zu sein, dass ein Serienkiller umging.

Und dann, als hätten die Gerüchte es herauf beschworen, trat der X-Man aus dem Schatten. Kaum eine Woche nach dem Überfall auf Mary Snyider brach das Phantom ins nächste Haus ein. Die Schwestern Pauline und Mary Bruno wohnten mit ihrem Onkel Joe Romano in einem kleinen Holzhaus in der Tonty Street. Der 31-jährige Joe arbeitete als Barbier in der Cannel Street, während die 15-jährige Pauline in einer Süßigkeitenfabrik beschäftigt war.

 Die 13-jährige Mary kümmerte sich um den kleinen Lebensmittelladen im vorderen Teil des Hauses. Die drei hatten nichts mit den typischen Opfern des X-Men aus der oberen Mittelschicht zu tun. Ihr kleines Lädchen ging kaum als echtes Geschäft durch und die Familie konnte sich geradeso über Wasser halten.

 [räuspern] In der Nacht vom 10. August 1918 schien der Killer aber nicht besonders wählerisch zu sein. Gegen Uhr morgens wurde Pauline von einem Geräusch geweckt, das aus dem Nebenzimmer zu kommen schien. Es rumpelte seltsam im Zimmer ihres Onkels Joe, so als würde jemand die Möbel umwerfen. Dann war alles wieder ruhig.

Als Pauline sich im Bett aufsetzte, sah sie einen fremden Mann im Türrahmen stehen. Er war groß, kräftig gebaut und trug einen dunklen Anzug. Pauline schrie. Mary wurde vom Schrei ihrer Schwester aus dem Schlaf gerissen. Sie schaute sich verwirrt um und fing ebenfalls anzuschreien, als sie den Fremden in der Tür sah.

 Es stand dort wie angewurzelt und stien die völlig verängstigten Mädchen einfach nur anzuschauen. Dann drehte er sich um und ging. Mary und Pauline sprangen sofort aus dem Bett, um nach ihrem Onkel zu sehen. Joe hatte sich ins Wohnzimmer geschleppt. Er stand unter Schock. Sein ganzer Nacken und seine Hände waren blut bedeckt. Der Angreifer hatte ihm auf den Kopf geschlagen.

 Er versuchte die Wunde mit den Händen zuzuhalten. Die Mädchen fassten ihn unter setzten ihn auf einen Stuhl. Er sagte, dass sie einen Krankenwagen rufen sollten. Dann wurde er ohnmächtig. Als die Sanitäter eintrafen, war er wieder bei Bewusstsein und konnte allein zum Krankenwagen gehen. Doch nur zwei Stunden später erlag Joe Romano im Krankenhaus seinen Verletzungen.

Der Mörder hatte Joe mit einem einzigen Schlag attackiert. Sein Arzt ging daher davon aus, dass die Mordwaffe sehr scharf gewesen sein musste. Die Klinge sei direkt zum Gehirn durchgegangen, wie er sagte. Kurze Zeit später fand die Polizei eine blutige Axt in Joes Schlafzimmer. Der Mörder hatte sie einfach auf dem Boden liegen gelassen.

Nach dem Mord an Joe Romano hatte die Polizei keinen Zweifel mehr, dass die Überfälle auf italienische Lebensmittelhändler System hatten. Und in New Orleans machte sich Angstbreit vor allem in der italienisch-erikanischen Community. Manche Lebensmittelhändler und Händlerinnen machten sogar vorläufig ihre Läden zu, um das Schicksal nicht herauszufordern.

 Und vielleicht war es genau das, was der X-Man mit seinen Überfällen bezwecken wollte. Unabhängig von den mutmaßlich rassistischen Motiven des X-Men war aber die ganze Stadt in Aufruh. Alle in New Orleans hatten Angst, dass es ihre Familie als nächstes treffen könnte. Die Leute stürmten die Waffenläden und deckten sich mit Pistolen und Gewehren ein.

 Sie wollten auf alles vorbereitet sein. Eltern und Ehreleute hielten Nachtwache über ihre Liebsten, während sich andere Bürgerinnen und Bürger in Gruppen zusammentaten. Sie gründeten Nachbarschaftswachen, die in Schichten nach Verdächtigen Ausschau hielten. Es dauerte nicht lange, bis die Leute das dunkle Phantom an jeder Ecke sahen. Jede Person, die abends allein unterwegs war, machte sich automatisch verdächtig.

Dabei waren nicht alle Verdächtigungen unbegründet. In diesem Sommer gab es unzählige Trittbrettfahrer, die in X-Men Manier in Häuser einbrachen. Sie kamen durch die Hintertür, stahlen alles, was sie tragen konnten und ließen eine Axt am Tator zurück, um die Polizei von ihrer Pferte abzulenken. Schon bald konnte sich das New Orleans Police Department vor X-Man Sichtungen kaum noch retten.

 Aber wie sollten sie den echten Killer in der Nachamchar ausmachen? Die Stadt drohte im Chaos zu versenken und der Druck auf die Kriminalpolizei stieg. Seit dem Mord an den Magios waren drei Monate vergangen und es war noch nicht ein Verdächtiger verhaftet worden. Die Kritik an Chief Mooney wurde täglich lauter. Der Spätsommer 1918 war ein einziger großer Albtraum für die Stadt.

Die Leute bekamen vor Angst kein Auge zu und auch tagsüber lagen die Nerven blank. Der Ex-Man blieb derweil im Dunkeln, wenn auch nur vorübergehend. Als er wieder auftauchte, schien er endgültig dafür sorgen zu wollen, dass New Orleans ihn nie wieder vergaß. Vielen Dank fürs Zuhören. Mein Name ist Diane Helscher und ich bin Mark Augestat.

Du kannst jetzt eine Bewertung für den Podcast daassen und die Glocke aktivieren, um keine Folge zu verpassen. Serienkiller ist ein Spotify Original von Parcast. Produziert in Zusammenarbeit mit Bosepark Productions. Adaptiert von dem amerikanischen von Max Cutler kreierten Original Serial Killers.

 Deutsche Produktion Wieb gechter Winter. Chris Guse, Suholder, Kli Köhler, Fabio Lautenschläger, Simon Uter Kirschei und Daniel Nicolao. Das Originalskript wurde ins Deutsche übersetzt von Klaus Schwartau. Vielen Dank an Julien Guarot. Achtung, in diesem Podcast werden Themen wie Mord, Folter, Tierquellerei, Sexualverbrechen und extreme Gewalt auch gegenüber Minderjährigen behandelt.

 Der Inhalt kann deswegen vor allem auf Menschen mit posttraumatischen Belastungsstörungen retraumatisierend wirken. Am Abend des 19. März 1919 war ganz New Orleans mit Musik erfüllt. Die Bars, Tanzlokale und sogar private Wohnzimmer waren voller Leute. Der Jazz vermischte sich mit dem Lachen und Johlolen der Leute und war weithin zu hören.

 Die Base Drums und Gitarren wurden eins mit dem sonoren Surren der Zikaden. Doch während die Clubs zum Bersten gefüllt waren, waren die Straßen und Gassen gespenstisch leer. Niemand traute sich allein durch die Stadt zu gehen. Stattdessen blieben die Leute zu Hause oder suchten Schutz in Feiergruppen. Viele tanzten aber nicht unbedingt aus Spaß.

 Sie wollten den bösen Geist abwehren, der nachts durch die Straßen schlich. Sie nannten ihn X-Man. Er selbst beschrieb als Feld Demon from Hottest Hell, als grausamen Dämonen aus dem heißesten Winkel der Hölle. Und er hatte sich ein paar Tage zuvor mit einem Vorschlag bei der Presse gemeldet. Er hatte geschrieben, dass Dienstag Nacht jedes Haus, in dem eine Jazzband Spiele, von seiner blutigen Axt verschont bleiben würde.

 Die Stadt nahm ihn beim Wort. In dieser Nacht tanzten die Menschen von New Orleans um ihr Leben. Sie verbrachten Stunde um Stunde auf der Tanzfläche, während die Bands ihr gesamtes Repertoire abfeuerten. Als ich die Leute am nächsten Morgen mit schmerzenden Füßen auf den Heimweg machten, hofften sie, dass der jazz verliebte Höllendämon zufrieden war.

Und tatsächlich schiener New Orleans in dieser Nacht verschont zu haben. Niemand kam zu Schaden, was in Wirklichkeit aber nur daran lag, dass der X-Man dieses Mal in einer anderen Stadt gemordet hatte. Hi, ich bin Diane Hilcher und ich bin Mark Augestart. In diesem Podcast beschäftigen wir uns in jeder Folge mit einem berühmten Serienkiller.

Mit seinem Leben, seiner Psyche und seinen Taten. Serienkiller, Mörder und ihre Geschichten. Ein Spotify original von Podcast. Heute geht es noch einmal um den sogenannten X-Men of New Orleans, einen brutalen Mörder, dessen Identität bis heute nicht bekannt ist. In Folge 1 haben wir uns dem ersten Mord des X-Men im Jahr 1911 gewidmet und mit seiner siebenjährigen Ruheuse.

Wir haben uns auch angeschaut, wie die Medien über das mysteriöse Phantom berichteten und wie die Polizei auf die nächtlichen Überfälle reagierte. In dieser Folge geht es darum, wie der X-Man ganz New Orleans terrorisierte, wie sich sein Verhältnis zur Presse entwickelte und welche Strategien die Kriminalbeamten verfolgten, um ihm auf die Spur zu kommen.

 Abschließend befassen wir uns mit den letzten bekannten Morden, die der X-Man beging, bevor er 1919 für immer aus Lusiana verschwand. Der 10. August 1918 markierte die vierte Axtattacke in New Orleans innerhalb von 3 Monaten. Das Opfer war der 31-jährige Joe Romano. Sein Mord glich den vorherigen bis ins Detail.

 Der Täter war durch die Hintertürs Haus eingebrochen. Er hatte eine blutige Axt am Tatort hinterlassen und wie die anderen Opfer war auch Romano ein italienisch-erikanischer Lebensmittelhändler gewesen. Am Anfang hatten die ermittelnden Beamten noch Zweifel gehabt, dass es eine Verbindung zwischen den Überfällen gab.

 Mit dem Mord an Joe Romano waren diese Zweifel aber endgültig ausgeräumt. Jetzt war klar, dass ein und derselbe kaltblütige Killer für die Bluttaten verantwortlich war. Im Sommer 1918 versank die Stadt in einem real gewordenen Albtraum. Mit jedem kuproten Sonnenuntergang kam die Angst als nächstes dran zu sein. Die Menschen schliefen kaum noch und entspannten sich erst, wenn er Morgen kraute.

Es schien für die Leute keine Rolle zu spielen, dass der X-Man es vor allem auf Italoamerikanerinnen und Amerikaner abgesehen hatte und dann auch nur auf solche, die Lebensmittelgeschäfte hatten. Alle fühlten sich gleichermaßen gefährdet. Die erste Reaktion auf die Angst war, sich zu bewaffnen und Wache zu halten.

 Die Leute organisierten sich in Nachtschichten und ließen ihre Liebsten keine Sekunde mehr aus den Augen, immer mit der Flinte im Anschlag. Im Zuge des X-Men Terrors verstärkte Superintendent Mooney seine Ermittlungsbemühungen. Er ließ seine Leute nachts durch die Straßen patroulieren und versicherte den Bürgerinnen und Bürgern, dass sie den Killer finden würden.

 Koste es was es wolle. Der Presse gegenüber sagte Muni: “Eines verspreche ich Ihnen. Wir werden ihnen kriegen. Ich werde alles in meiner Machtstände tun, um diesen mordenen Wahnsinnigen zur Strecke zu bringen. Wir werden ihn kriegen.” Am Ende waren das aber nur die leeren Versprechungen eines verzweifelten Mannes.

 Moenie war dem X-Man kein Stück näher als zu Beginn der Mordserie. Die Ermittlungen waren seit Monaten im Gange und die Ergebnisse waren überaus bescheiden. Nach keinem der Überfälle war es den Detectives gelungen, Hinweise auf den Täter zu finden. Trotz Monis Engagement hielt die panische Stimmung in den Schlagzeilen und der Bevölkerung an.

 Der Druck auf die Polizei wurde immer größer und je mehr Zeit verstrich, desto kälter wurde die Spur. Doch schon bald darauf wurde der X-Man von einem ganz anderen Killer in den Schatten gestellt. 1918 fegte die sogenannte spanische Grippe über die USA hinweg, die im September auch New Orleans erreichte. Innerhalb weniger Wochen wurden in der ganzen Stadt mehrere tausend Fälle gemeldet.

Und dann, als die Grippe Anfang November eingedämmt war, konzentrierte sich die Presse vor allem auf Europa und das Ende des Ersten Weltkriegs. In diesen Monaten verschwand der X-Man komplett aus den Schlagzeilen und aus dem Alltag der Leute. Sie schlossen ihre Gewehre weg und schliefen wieder durch. Ihre rastlosen und von Schrecken geplagten Nächte wirkten plötzlich wie ein dunkler, ferner Traum.

 Doch während sich die Stadt erholte, wartete der X-Man einfach nur die nächste günstige Gelegenheit ab. 7 Monate blieb es still, dann schlug er erneut zu, nur dass er dafür dieses Mal den Mississippi überquerte. Vor den Toren von New Orleans am anderen Flussufer liegt die Kleinstadt Grettar. 1919 war Gretner noch ein verschlafenes Pendlerstädchen, ein kleiner Vorort jenseits des Großstadttrubels und des Großstadtverbrechens.

Im Gegensatz zu den gewöhnlichen Einbrechern und Einbrecherinnen und Taschendieben und Diebenen aus New Orleans scheute sich der X-Man aber nicht, auch jenseits der Stadtgrenze aktiv zu werden. In den frühen Morgenstunden des 10. März lag Jorlando Giordano halbwach im Bett. Das Einschlafen fiel ihm schwer.

 Immer wenn er gerade weggenickt war, holten ihn die schmerzenden Glieder wieder aus seinem Schlummer. Das war nichts Neues. Nach Jahrzehnten im Lebensmittelladen der Familie hatte sich zu Jorlandos krummem Rücken irgendwann auch noch Räumer gesellt. Ein teuflisches Duo, das ihn um manche Nacht brachte. In dieser Nacht war Jorlando einfach zu müde.

 Er machte also die Augen zu und versuchte an den Schmerzen vorbei in den Schlaf zu finden. Und dieses Mal klappte es. Ein paar Stunden später wurde Jorlando vom mark erschütternden Schrei einer Frau aus dem Schlaf gerissen. Er saß sofort kerzengrade im Bett. Sein Herz hämmerte in seinen Ohren. Die Frau schrie weiter und jetzt konnte er verstehen, was sie sagte.

Die Cortimilias sind tot. Die Cortimilias sind tot. Sie rief es immer und immer wieder. Jando stand auf und lief die Treppen hinunter. Die Cortimilias waren seine Nachbarn, ein junges italienisch-erikanisches Paar mit einer kleinen Tochter, die Jorlando Grandpa nannte. Die Familien hatten sich immer nah gestanden.

 Erst als die Cortimilias ein eigenes Lebensmittelgeschäft eröffneten, wurden sie zu Rivalen. Einmal hatte Jolando sie sogar wegen eines Geschäftsstreits vor Gericht gebracht. Das war aber auch alles. Niemals hätte er ihn den Tod gewünscht. Als Jorlando nach unten kam, war sein Sohn Frank schon da und zog seine Schuhe an.

 Seine Haare waren noch ganz durcheinander vom Schlafen. Frank war 17 und schon über 1,80 m groß. Für Jolando war er aber immer noch sein kleiner Junge. Er wollte nicht, dass Frank mitkam. Man wusste ja nicht, was draußen los war. Aber Jolando war inzwischen ein alter Mann und wenn er ehrlich war, brauchte er seinen Sohn. Ohne ein Wort zu sagen, zogen sie also ihre Schuhe an und rannen zur Straße.

Vor dem Haus der Cortimilias hatte sich eine kleine Menschentraube vor der offenen Haustür versammelt. Niemand sagte etwas. Jolando drängte sich mit Frank im Schlepptauer an den Leuten vorbei und ging in das Haus. Als er im Flur stand, verfluchte er sich Frank mitgenommen zu haben. Ein schwerer Geruch lag in der Luft, feucht und metallisch.

Die Wände waren rot bespritzt. Die Cortimilias lagen in ihrem blutgetränkten Bett. Sie waren kaum noch bei Bewusstsein. Charles Cortimilia schnappte nach Luft. Jorlando ging zu ihm und nahm seinen Kopf in seine Arme. Er versuchte vergeblich die Blutung zu stillen. Dann sah er sie. Die zweijährige Mary lag reglos in den Armen ihrer Mutter.

 Ihr Nachthemd war voller Blut. Jolando fing an zu weinen. Der Ex-Man war zurückgekehrt und er schien vor nichts mehr zurückzuschrecken. Nicht einmal vor Kindern. Als Jolando den ersten Schock überwunden hatte, riefen er und die Leute vor dem Haus einen Arzt und die Polizei. Charles und Rosy Cottimelia wurden ins nahegelegene Charity Hospital gebracht.

Sie hatten mehrere Schädelbrüche und großes Glück überhaupt noch am Leben zu sein. Für ihre Tochter Mary kam dagegen jede Hilfe zu spät. Kurz darauf fand die Polizei von Gretner die Mordwaffe. Auch dieses Mal war es eine Axt. Der Mörder hatte sie auf der hinteren Veranda liegen lassen, über mit Blut verschmiert.

  Und auch dieses Mal war nichts aus dem Haus gestohlen worden. Der Mörder war anscheinend nur eingebrochen, um zu töten. Mit einem normalen Einbruch hatte das nichts zu tun. Als Superintendent Frank Mooney hörte, was in Gretnerna passiert war, schienen ihn die Einzelheiten kaum zu überraschen.

 Der Überfall wies alle Anzeichen eines X-Men Mordes auf. Der Täter hatte nichts gestohlen. Er hatte eine Axt benutzt und er hatte ein Stück aus der Tür herausgebrochen, um ins Haus zu kommen. Aber Moni wollte sich nicht in die Angelegenheiten der Polizei von Gretna einmischen. Die Tat hatte sich außerhalb seines Zuständigkeitsbereichs ereignet.

Er blieb also in New Orleans und beschränkte sich darauf, seine Unterstützung anzubieten, sofern man sie denn brauchte. Muni fand jedoch bald heraus, dass das Grnar Police Department die Untersuchung von Anfang an komplett vermasselt hatte. Laut der Historikerin und Autorin Miriam Davis standen überall Nachbarn und Nachbarinnen und Schaulustige herum, als die Polizei am Tatort eintraf.

Sie trampelten über die blutigen Böden und fassten alles an. Danach war es unmöglich zu sagen, welche Spuren vom Täter stammten. Doch damit nicht genug. Peter Leeson, der Polizeichef von Gretner, hob die Türplatte auf, die der Täter herausgebrochen hatte und nagelte sie höchstpersönlich wieder fest. Überall wurden Spuren vernichtet und Beweise übersehen.

 Damit war jede Chance, konkrete Anhaltspunkte zu finden dahin. Das war der Polizei von Gretner aber egal, denn sie hatten schon einen Hauptverdächtigen. Tatsächlich hatten sie sogar zwei. Jlando und Frank Giordano. Chief Peter Leason und Sheriff Leis Marero hatten sich von Anfang an auf die Johos eingeschossen.

  Schließlich waren sie Konkurrenten der Ctimiliias. Sie hatten sie sogar vor Gericht gezerrt. Das weit verbreitete Klischee von der erbarmungslosen italienischen Van Detetta bestärkte Leason und Morrero in ihrem Glauben zusätzlich. Frank und Jolando mussten einfach die Täter sein. Jetzt musste die Polizei nur noch dafür sorgen, dass auch Charlie und Rosy Cottimilia die Jordanus beschuldigten.

Es gab nur ein Problem. Die Cotimilias hatten den Täter nicht gesehen. Sie hatten tief und fest geschlafen. Und selbst wenn sie halbwegs wach gewesen wären, wäre es im Schlafzimmer viel zu dunkel gewesen, um jemanden zu erkennen. Das hielt die Detectives aber nicht von dem Versuch ab, die Cortimilias zu überzeugen, dass die Giordanos hinter dem Anschlag steckten.

 [räuspern] Während sich Charlie und Rosie nur sehr langsam von ihren Verletzungen erholten und mit dem Verlust ihrer Tochter zu kämpfen hatten, drängten die Beamten sie dazu, Aussagen zu machen. Sie wollten Details. Sie fragten die Cotimelias immer wieder, wer sie überfallen habe. Dabei geizten sie nicht mit suggestiven.

Hat Frank Giordano mit einer Axt auf sie eingeschlagen? War Jolando Giordano im Zimmer, als Frank sie angriff? Aber weder Rosie noch Charlie waren in der Lage, den Detectives mehr als ein paar diffuse und unzusammenhängende Antworten zu geben. Sie sagten immer wieder, dass sie es einfach nicht wüssten.

Anstatt zu versuchen, den Opfern krumme Aussagen über irgendwelche vermeintlichen Täter abzunigen, hätte sich die Polizei besser auf das mordende Phantom konzentrieren sollen, das sehr genau zu verfolgen schien, was in Gretnerna passierte. Auf der anderen Flussseite gefiel es dem Ex-Men gar nicht, dass andere die Lorbären für seine Taten einfuhren.

 Er wandte sich also an die Presse. Am 14. März 1919, vier Tage nach dem Angriff auf Rosy und Charlie Cortimilia, erhielt die Redaktion des Times Pickelun einen seltsamen Brief. Unter Absender war nur from Hell angegeben. Der erste Brief war in kunstvoller Schrift verfasst. In den ersten Zeilen hieß es: “Verehrter Sterblicher, sie haben mich nicht gefangen und werden es auch nie.

Sie haben mich noch nie gesehen, denn ich bin unsichtbar wie der Äter, der eure Erde umgibt. Ich bin kein Mensch, sondern ein Geist. und ein Dämon aus dem heißesten Winkel der Hölle. Ich bin der, den ihr und eure törichte Polizei den Exman nennt. Der Brief war mehrere Seiten lang. Der Verfasser verhöhnte die Behörden und drohte das Stadt bald wieder zuzuschlagen.

Gleichzeitig betonte er immer wieder kein normaler Mensch, sondern ein Geist zu sein, ein Dämon. Er schrieb: “Wenn ich es für richtig halte, werde ich wiederkommen und weitere Opfer fordern. Wenn ich wollte, könnte ich eurer Stadt jede Nacht einen Besuch abstatten. Ich könnte tausende eurer besten Bürger erschlagen, denn ich stehe in enger Beziehung zum Engel des Todes.

” Überraschenderweise war die Nachricht aber nicht nur eine Drohung, sie enthielt auch eine Aufforderung. Der Ex-Man machte den Leuten einen kleinen Vorschlag, wie er es nannte, dem sie am kommenden Dienstag nachkommen sollten. Er erklärte: “Ich liebe Jazz Musik und schwöre bei allen Teufeln der Unterwelt, dass jeder verschont bleiben soll, in dessen Haus eine Jazz Band es richtig krachen lässt.

 Diejenigen who do not jazz it on Tuesday werden die Axt zu spüren bekommen. Die Redakteurinnen und Redakteure des Times Pick Hun waren perplex. Sie überlegten zwei Tage lang, ob es richtig wäre, den Brief zu veröffentlichen. Was, wenn es nur ein geschmackloser Witz war? Würden sie die Leute dann nicht in eine völlig unbegründete Panik stürzen? oder würde die Weigerung die Warnung zu drucken zur Ermordung unschuldiger Menschen führen? Sie entschieden sich schließlich für eine Veröffentlichung und gaben die Nachricht X-Man am 16. März 1919 in

Druck. Die Leute New Orleans reagierten ganz unterschiedlich auf den Brief. Manche waren entsetzt, manche ignorierten ihn komplett und manche fsten ihn als Witz auf. Sie amüsierten sich sogar darüber, wie absurd es war, dass ein musikbegeisterter Dämonstadt zum Jazz spielen aufforderte. Der Historikerin Miriam Davis zufolge ist es unwahrscheinlich, dass der echte X-Man den Brief geschrieben hat, denn schließlich vermutete man, dass es sich bei dem Killer um einen schlecht ausgebildeten Arbeiter handelte.

 Die Sprache und der Inhalt des Briefes hatten dagegen fast intellektuelle Züge von erhaben theatralischer Qualität, wie Davis schreibt. Davis hielt es stattdessen für möglich, dass der Brief von einem Musiker und Geschäftsmann aus der Gegend kam. Sein Name war Joseph John oder JJ de Villa. Laut Davis könnte der Brief eine makabere Marketingaktion von The Villa gewesen sein, denn nur ein paar Tage später veröffentlichte er passenderweise einen brandneuen Song, von dem er behauptete, er sei vom Brief des X-Men inspiriert.

Es war ein Rcktime Stück, das er The Mysterious X-Men Jazz nannte. Es verkaufte sich mehrere tausend mal. Doch wer immer den Brief geschrieben hatte, er verfehlte nicht seine Wirkung. Die Leute kamen der Aufforderung nach und am 19. März 1919 wurde die ganze Nacht zu Jazz getanzt, überall in der Stadt. Die Clubs und Caféses waren zum Bärsten gefüllt, sowohl mit Skeptikern und Skeptikerinnen als auch mit Leuten, die die Drohung ernst nahmen.

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