Wahre Verbrechen I Die Tote vom Campingplatz I True Crime Dokumentation T
Wahre Verbrechen I Die Tote vom Campingplatz I True Crime Dokumentation
Mutti, Mutti, warum sagst du denn nichts? Nachdem die Schule zu Ende war, ist sie dann im Schlafzimmer, hat er mehrfach gerufen. Es erfreuchte keine Reaktion und sie hat dann ihre Mutter geschüttelt und festgestellt, dass da etwas passiert ist. Ich hatte zu dem Zeitpunkt die Information, dass es noch ein nicht aufgeklärtes Tötungsekt aus den 60er Jahren hier in Willemsafen gab.
Die Ermungen der Kollegen ausenburg konzentrierten sich auf den Börsenplatz. Es warer bekannt geworden, dass Erner K dort tätig war, also von dort Männer mit nach Hause nahmen. Je länger ich mit ihm sprach, umso deutlicher war seine Sprache zu verstehen. Mein persönlicher Eindruck war der, er wolle sich von irgendeiner Sperrenlast frei machen.
Wilhelmshafen, Juli 1996. In der Nähe der Kaiser Wilhelmbrücke am Bonekai versucht ein Mann sich das Leben zu nehmen. Der 50-jährige stürzt sich mit seinem Rollstuhl ins Hafenbecken. Nur durch glückliche Umstände kann er gerettet werden. Kurz danach erhält Uwe Rachfal damals Leiter der Mordkommission in Wilhelmshafen überraschenden Besuch von einem Rechtsanwalt.
Der Rechtswalt schidelte mit den Sachverhalt, dass er eine Person zu betreuen habe, die sich im Landeskrankenhaus wenen befindet. Dieser Mann sollte versucht haben, sich das Leben zu nehmen, indem er am Bika in der Nähe der KWbrücke ins Wasser gefahren ist. Gott sagen, es ist ihm nicht gelungen.
Er konnte geborgen werden und gelangte nun als Krankommens, so möchte das bezeichnen, in das Landeskrankenhaus wen heute Karaspos Klinik. In der Klinik bei Oldenburg verlangt der Mann mit der Polizei zu sprechen. Er wolle einen Mord gestehen, den Mord an einer gewissen Erna K. Dieses Detail lässt Kommissar Rachfall aufhorchen. Er weiß, dass es bei der Kripo in Wilhelmshafen einen Mordfall gibt, der seit Jahrzehnten ungeklärt geblieben ist.
Er läßt sich die Akte aushändigen und stellt fest, das Opfer, das im Oktober 1969 von einem Unbekannten erwirkt worden war, war 45 Jahre alt und hieß tatsächlich Erna K. Kommissar Rachfal möchte mit dem Mann im Krankenhaus sprechen, vertieft sich zunächst aber in die Ermittlungsakten von damals. Ern K lebt 1969 in der Müllerstraße in Wilhelmshafen in einer Mietwohnung, gemeinsam mit ihren zwei Töchtern.
Die ältere Tochter befindet sich zum Tarzeitpunkt bei einer befreundeten Familie. Die jüngere Tochter Maria ist in der Nacht um 23. Oktober zu Hause. Am Abend vor ihrem Tod arbeitet Erna K wie immer als Küchenhilfe in einem Internat für Kinder britischer Armeeangehöriger in der Prince Rupertschool.
Doch dieser Job ist nicht ihre einzige Einkommensquelle. Um ihr Gehalt aufzubessern, arbeitet Erna K regelmäßig als Prostituierte. Am Börsenplatz befindet sich damals das Rotlichtmilieö der Stadt, besonders beliebt bei Seeleuten auf Landgang. Der Börsenplatz war eigentlich eine so eine Ansammlung von Gaststätten und von Bars.
Striptischlokal war ja eine weitere Bar, wo also ja Frauen sich auszogen, sage ich mal mit dem Zahen Geld zu verdienen. War auch damals nicht einfach so, dass einige Frauen neben ihrer Tätigkeit so auch wie bei Erna hier gestanden haben. Die Betreiber der Kneipen und auch zahlreiche Taxifahrer vom Börsenplatz kennen Erna K.
Man hatte zu damalen Zeit keine eigene Wohnung in dem Sinne, die also nur für diesen Zweck vielleicht angemietet war. Man stieg hier in das Auto der Freier, die den Kontakt hier suchten oder eben äh in eine Taxe. Taxifahrer brachte Erna meistens dann nach der Tätigkeit nach Hause.
Vermutlich auch, weil sie im Besetz von Geld war, wollte sie kein Risiko eingehen. Erna K wird auch in der Nacht zum 23. Oktober 1969 von mehreren Taxifahrern am Börsenplatz gesehen. Einer von ihnen hat auch mit ihr gesprochen. Na Erna, was gibt’s denn so eiges? Kannst du mir den 50er mal klein machen? Es ä entstand ein Bild, dass sie sich mit einem freier einig geworden ist, dass möglicherweise dieser nur im Besitz einer größeren Geldsumme war, die also nicht im Einklang mit ihrer Forderung oder ihrem Wunsch stand, sodass sie auf diesen Taxifahrer zugegangen ist. Der
konnte sich ja gut erinnern. machte auch seine Aussage Polizei. Der hatte dann Erna praktisch das Geld gewechselt. Danach sei Erna K zum Auto des Freiers zurückgegangen. Der sei dann aber ohne die Frau weggefahren. Möglicherweise hatte sich Erna K mit ihm für später in ihrer Wohnung verabredet. Gegen 0:30 Uhr wird die Tochter von Erna K durch ein Klingel an der Haustür wach.
Sie bemerkt, dass ihre Mutter einen Besucher in die Wohnung lässt. Anschließend schläft sie wieder ein. Gegen 7:30 Uhr macht sich das Kind bereit für die Schule. Wie eigent jeden Morgen hat sie sich das Frühstück selbst zubereitet, hat noch was für die Schule in der Dose mitgenommen, wie das damals so üblich war und auch an diesem Tag war das so, dann hat sie die Schlafzimmertür leicht geöffnet und hat dann Füß Mama mal gesagt, so dass da auch der Schein des Lichtes in das Schlafzimmer eindringen konnte. Ja, sie hat dann die Wohnung
verlassen, ist zur Schule gegangen. In der Schule bemerkt Maria, dass sie ihren Turnbeutel zu Hause vergessen hat. Sie beschließt ihn in der großen Pause zu holen. Die Tochter ist dann in die Wohnung zurückgekehrt. Ich schätze von der Schule in der Entfernung von 5 bis 10 Minuten und da war sie nun überrascht, dass ihre Mutter immer noch keine Reaktionszeit, also nicht angezogen war, da ihr auch bekannt war, dass zur Mittagszeit der Schichtbetrieb in der Küche dort in der Prinz Robertschool beginnt. Und sie wollte nun ihre Mutter
im Schlafzimmer wecken. Mutti, Mutti, warum sagst du denn nichts? Mutti. Ernakan ist tot. Bei der Obduktion wird festgestellt, dass der Täter sie erwirkt hat, vermutlich während er auf ihr saß. Neben dem Kopf des Opfers befindet sich eine große Blutlache. Ern K hat aus der Nase geblutet, nachdem der Täter auf sie eingeschlagen hatte.
In der Wohnung scheint auf den ersten Blick nichts zu fehlen. Doch dann kommt es zu einem wichtigen Fund. aussagte wurde ersichtlich, dass eine Handtasche eine Rolle gespielt haben muss. Diese Handtasche wurde dann im McDal gefunden und diese Handtasche konnte dem Besetz oder Eigentum der Erna K zugeordnet werden.
Am Börsenplatz war Erna K noch mit ihrer Handtasche gesehen worden, vermutlich mit ihren Einnahmen darin hatte es der Täter auf das Bargeld in der Tasche abgesehen. War er ein Stammfreier der Frau? Die Ermennung der Kollegen aus Oldenburg konzentrierten sich auf den Börsenplatz. Es war aber bekannt geworden, dass Ern dort tätig war, also von dort Männer mit nach Hause nahmen und die bzw.
mit ihr mit dem Auto nach Hause fuhren, so dass man sich auf die Örtlichkeit konzentriert hat. Man hat dort verschiedene Taxifahrer aufgesucht und befragt. Außerdem können einige Stammkunden von Ernak ermittelt und befragt werden. Ein Tatverdacht ergibt sich daraus aber nicht. Ein weiterer Hinweis kommt von Erna Kars Kolleginnen aus der Prince Rupert School.
Sie berichten von einem Verehrer, den die Frau als aufdringlich empfand und zuletzt nicht mehr treffen wollte. Am Abend ihres Todes sei dieser Mann dem Bus mit den Köchinnen für geraume Zeit in seinem Auto gefolgt. Von dem Unbekannten wird ein Phantombild erstellt. Im Mai 1970 wird es in der ZDF Sendung Aktenzeichen XY ungelöst gezeigt.
Ich konnte aus Akte nicht ersehen nach dem Studium 1996, dass sie irgendwelche neuen Ansätze gegeben hatte, denn es war auch ja eine Belohnung ausgesprochen worden von einer einigen tausend Demark. Auch daraufhin hat sich nichts bewegt. Bei dem Unbekannten soll es sich um einen Wäschevertreter aus Bremen handeln.
Auch in der XY Sendung wird er nicht gefunden. Ohne neue Ermittlungsansätze wird der Mordfall Erna K schließlich zum Codecase. 27 Jahre lang bis zum Juli 1996, als Kommissar Uwe Rachfahl an das Krankenbett eines Mannes gerufen wird, der nach einem Selbstmordversuch noch gerettet werden konnte. Ja, gab’s vielleicht zwei, drei Möglichkeiten.
Die erste Möglichkeit, ich habe einen Entschuldigung, Spinner vor mir, der mir irgendeine wichtige Geschichte erzählen möchte, mit der aber überhaupt nichts zu tun hat. Oder es gab jemand, der von einem Dritten gesprochen hat, weil er e das Wissen hatte oder was ich natürlich hoffte, hier hat jemand wirklich die Tat begangen, so traurig wie es ist, aber er musste jetzt ins Reine kommen und musste ein Geständnis ablegen.
In den Akten findet Kommissar Rachfal noch ein bemerkenswertes Detail, die Spur 37. Kurz nach der Tat wurde ein junger Mann mit Gesichtsverletzungen überprüft. Mit diesen sogenannten Tatverdächtigen, die alle überprüft worden waren, wo es aber keinen weiteren Hinweis gegeben hatte, habe ich mich beschäftigt.
Mir ist dann aufgefallen, dass unter der Spur 37 der Name Wolfgang T auftauchte. Das ist der Mann, der jetzt von mir aufgesucht werden sollte im Landeskrankenhaus Wenen Wolfgang T inzwischen 50 Jahre alt hatte damals für die Tatnacht von seiner Pflegemutter ein Alibi erhalten und schit aus dem Kreis der Verdächtigen aus.
Er war nicht der Vertreter aus Bremen, den Zeuginnen am Abend der Tat gesehen hatten. Dieser Mann konnte nie ermittelt werden. Gemeinsam mit einer Kollegin und in Begleitung des Rechtsanwalts besucht Kommissar Rachfahl Wolfgang T im Krankenhaus. Ich möchte mal so sagen, zunächst war ich ein wenig enttäuscht. Da saß mir im Rollstuhl ein kranker, schmächtiger, etwas älterer Mann gegenüber, so dass ich in meinem Kopf die Wörde anstatt kann der tatsächlich der Mörder gewesen sein.
Äh mit zunehmender Dauer, nachdem er sie sich mir erklärte, dass er nun gerne ausragen möchte, dass es ihm gut tut, war er frei an seiner Bewegung und alles, was er dann sagte war mit einem Lächeln verbunden, so dass ich den Eindruck hatte, er fühlt sich wohl, er möchte was sagen. Wachfallah hört Wolfgang T geduldig zu.
Der ehemalige Seemann erzählt dem Kommissar aus seinem Leben und dass er bereits mehrfach nach Selbstmordversuchen in Kliniken war. Dann kommt Wolfgang T auch auf Erna K und ihr Lebensumfeld zu sprechen. Nach der Erinnerung meine ich, dass es sicherlich fast eine Stunde gedauert hat.
Mir fiel dann auf, dass er erst in Details ging. Zum dem kannte er sich in diesem Bereich des Tatortes der Müllerstraße sehr gut aus. Er hat dort in der Nähe mit seiner Pflegemmutter gelebt. Das passte alles, was er da erzählte. Es waren also viele Dinge, die nicht nur aus der Akte kannte, die er auch nicht aus der Presse entnommen haben könnte.
Überraschend berichtet Wolfgangte dem Kommissar, daß er den Mord an Ern bereits im Jahr 1970 zwei Freunden aus dem Wilhelmshafen Nachtleben gestanden habe. Man habe ihm aber nicht geglaubt. [schnauben] Diese mein Männer wurden dann von mir auch erreicht und auch befragt. bestchen, auch, dass sie alle insgesamt aus schwierigen familiären Verhältnissen kommen.
Das Geld s mal knapp gewesen. Man habe vielleicht auch häufig zu viel getrunken und beide Männer, die ich befragt habe, würde ich als sehr kräftige Männer bezeichnen. auf meine Frage zur körperlichen Fitness 1969 von Nant sagte man mir über einen stimm zu der Lamzeit se ringer tätig gewesen und man habe ihn nicht anpacken wollen und wenn der Herr Thema zugepackt hätte würde er auch nicht wieder loslassen.
Wolf Kang T erzählt außerdem dass er mehrfach als Freier bei RK gewesen sei. Auch in der Nacht zum 23. Oktober 1969. Er berichtete, woher man sich kannte, wie man in Kontakt geraten ist und dass er dann mit in die Wohnung gelangt ist. Hier schilderte er, dass man zunächst Alkohol konsumiert hat, dass im Wohnzimmer gemacht hat und nach dem äh Beischlaf und der Tötung der Erna hat er sich im Schlafzimmer praktisch schlafen gelegt.
Wolfgang T wird erst wieder wach, als die Tochter von Erna K gegen 7:30 Uhr die Tür zum Schlafzimmer öffnet, um sich zu verabschieden. Den Täter bemerkt sie dabei nicht. Er habe sich nachher ins Wohnzimmer begeben und dort will er dann die benutzten Getränke gesäubert haben, sodass kein Hinweis darauf entsteht, dass hier noch eine andere Person bei der Frau Erner war.
Er selber hat dann noch berichtet, dass er im Haus Geräusch eines Mannes gehört haben will, der die Treppe betreten hat, um nicht gesehen zu werden, hat er diesen abgewartet und hat sich dann jetzt vor dem Haus entfernt. Kommissar Rachfahl konfrontiert Wolfgang T mit der Aussage einer Zeugin. Sie will am Morgen nach der Tat einen jungen Mann mit heller Hose und einer Damenhandtasche in der Nähe des Tatorts gesehen haben.
Und er bestätigte mir, dass er, obwohl es ja fast Winterzeit war im Oktober, eine ungewöhnliche helle Hose getragen habe. Dann wurde von jemanden erzeugen noch gesagt, der Mann habe gehängt. Das sagte mir, Herr Tei ja auch gewesen. Äh sein Bein sei ihm eingeschlafen. Das dauerte, bis er das wieder ganz normal bewegen konnte.
Die Handtasche von Erna K habe Wolfgang T nach der Tat an sich genommen. Zuvor habe Erna K ihn beschuldigt, einen größeren Geldbetrag aus der Handtasche gestohlen zu haben. Dabei gab es dann immer wieder die Vorwürfe von Ern. Sie würde zur Polizei gehen in dieser äh Handtasche, eine größere Geldsumme und die habe er gestohlen.
Er habe das Ganze aber immer wieder verneintigt. Es ist dann eben aus diesen Gründen so schildert er äh zur Tatausführung gekommen. Also er habe sie erwirkt, so hat er mir geschildert und er konnte dann genau beschreiben, dass er diese Handtasche in den MSAD Kanal geworfen hat. Hat mir auch beschrieben, wo und welcher Höhe und das konnte ich dann auch nachvollziehen.
Das war fast identisch mit der Örtlichkeit, wo die Handtasche seiner Zeit gefunden war. Ob Wolfgang T damals wirklich vor dem Streit mit RK Geld aus ihrer Handtasche gestohlen hatte, kann oder will der Mann nicht mehr sagen. Sein umfangreiches Täterwissen wiederholt er schließlich bei einer richterlichen Vernehmung vor dem Amtsgericht Wilhelmshafen.
Das Gericht verhängt einen Unterbringungsbefehl gegen den Schwerkrankenmann, der somit das Landeskrankenhaus nicht mehr verlassen darf. Kommissar Rachfahl besucht Wolfgang T noch mehrmals. Er wurde immer freier bei meinem letzten Besuch stand er sogar aus dem Brollstuhl auf und wenn ich mich noch richtig erinnere habe ich noch mal um das konkreter zu machen, eine NVnehmung durchgeführt, die aber im letztendlich keine neuen Erkenntnisse gebracht hat, sondern ich habe nur eben wiederum feststellen können, dass er sich in meinem Sinne
weiter positiv entwickelt hat, was die Sprache angeht und seine körperliche Beweglichkeit. Ich habe nie wieder so eine Veränderung der Persönlichkeit in einem Geständnis oder nach einem Geständnis erlebt. Also insofern war das auch etwas bleibendes. Vielleicht kann ich mich auch deshalb ohne großes Akenstudium so gut auch an vieles erinnern, weil dieses Verhalten, dieses Erscheinungsbild des Herrn T.
So ungewöhnlich war. Im Sommer 1997, ein Jahr nach seinem Geständnis stirbt Wolfgang T in einer Pflegeeinrichtung. Der Mord an der Prostituierten RNA K aus Wilhelmshafen im Oktober 1969. Die ungewöhnliche Aufklärung der Tat 27 Jahre später bleibt in der langen Ermittlerlaufbahn von Urachfahl einmalig. Wenn keine Probleme im privaten Umfeld sind, keine Probleme auf der Arbeit, ähm warum sollte diese Person plötzlich ermordet werden? Doris arbeitete in der Buchhaltung.
Sie sitzt dort mit ihrer Mitarbeiterin. Dieser Mann, der das Büro betreten hat, öffnet sein Jackett, zieht eine abgesägte Schrotflinte heraus und schießt Doris K ins Gesicht. Keine Spuren auf der Tatwaffe waren auch keine Fingerabdrücke damals. DNA war in den Kinderschuhen. Man hat alle Zeugen vernommen gehabt, alles aus dem Umfeld.
abgeprüft. Ja, das war’s dann erstmal mit dem Fall, wenn nach 5 Jahren plötzlich der entscheidende Hinweis kommt und wenn nach 5 Jahren endlich die Täter verurteilt werden können, das ist natürlich ein unglaublicher Moment. Am 22. Im Februar 1993 wird in Berlin-Kreuzberg am helligten Tag eine Frau an ihrem Arbeitsplatz erschossen.
Der Täter dringt in das Bürogebäude ein, geht zielstrebig zum Schreibtisch seines Opfers, zieht eine Waffe aus seiner Jacke und schießt der Frau aus nächster Nähe ins Gesicht. Anschließend verschwindet er. Die Tatwaffe, eine abgesägte Schrotflinte, lässt er am Tatort zurück. Das Opfer ist die 54-jährige Lohnbuchhalterin Doris K aus Berlin.
Sie stirbt unmittelbar nach der Tat an ihren schweren Verletzungen. Die Obduktion ergibt Doris K ist verblutet. Unzählige Schrotpartikel haben Halsschlagader und Schlüsselbeinarterie durchtrennt. Warum Doriska auf diese grausame Art sterben musste, die Frage wird die Berliner Polizei noch einige Jahre beschäftigen.
Michael Petzold von der Berliner Staatsanwaltschaft hat sich eindringlich mit dem Fall beschäftigt. Er erinnert sich an die Herausforderungen für die Ermittler. Als die Beamten in den Büroräumen des Autohauses am Tempelhofer Ufer ankommen, offenbart sich ihnen ein grausames Bild. Vor Ort wurde aufgefunden die verstorbene Person, also Frau Doris, die Leiche letztlich Blut verschmiert in ihrem Büro.
Äh zudem ähm die Zeugen wurden aufgefunden, die Mitarbeiter ähm die natürlich sehr verstört waren von dieser ganzen Geschichte und die Tatwaffe wurde aufgefunden. Nur wenige Zeugen können hilfreiche Angaben dazu machen, was sich hier in den letzten Stunden vor dem Tod von Doris Car abgespielt hat. Man muss sich auch vorstellen, die 90er Jahre, es war noch nicht so wie heute, dass überall Videokameras waren.
Ähm, es war auch ähm ein ganz normaler Arbeitstag an dem vielbefahrenen Ufer. Das ist eine ja Tempelhofer Ufer, da fahren viele Autos, da herrscht aber jetzt nicht reger Personenverkehr. Das Ganze war in dem Gebäude, also sie letztlich die Tat wurde nur von einer Person wahrgenommen. Der eine Zeugin hat es gesehen, aber hat die Person nicht erkennen können.
Ein anderer Zeuge, der den verfolgt hat, hat den Täter gesehen, aber hat ihn auch nicht genau erkennen können und niemand hat den Täter gekannt. Die Menge der Spuren von Kunden und Mitarbeitern am Tatort macht es den Beamten unmöglich, Rückschlüsse auf den Täter zu ziehen. Auf der Tatwaffe befinden sich keinerlei Fingerabdrücke. Die Ermittler können sich zu diesem Zeitpunkt nur auf das Opfer konzentrieren.
Freunde, Familie und Arbeitskolleginnen der Lohnbuchhalterin werden befragt. Sie war auf der Arbeit sehr beliebt, aber hat nicht nichts eigentlich Preis gegeben aus ihrem Leben. Sie hatte nicht mal erzählt, ob sie verheiratet war oder nicht. Sie hatte auch nicht über ihre Tochter erzählt.
Sie hatte eine Tochter, hat sie auf der Arbeit einfach nicht erzählt. Andersrum im Privatleben hat sie wenig über die Arbeit erzählt. Und äh nahe, Bekannte wussten gar nicht, wo sie arbeitet. Also, es war ja jetzt nicht so, dass sie eine Geheimagentin gewesen wäre oder sowas. Und dann gestaltet sich natürlich die Motivsuche sehr schwer, weil wer hat ähm wenn keine Probleme im privaten Umfeld sind, keine Probleme auf der Arbeit, ähm warum sollte diese Person plötzlich ermordet werden? Es ist auch nicht so, dass irgendwie Doris besonders vermögend war
oder sowas. Das wurde ja auch abgeprüft. Deswegen stand für die Ermittler natürlich im Raum, warum. Nach ersten Erkenntnissen der Ermittler führt Doris K ein unauffälliges Leben. Seit dem Tod ihres Ehemanns 1983 lebt Doriska alleine in der großen Wohnung in Berlin Wilmersdorf. Sie reist gerne und engagiert sich ehrenamtlich.
Die Beamten wenden sich schließlich an die Öffentlichkeit. Mit Hilfe von Arbeitskolleginnen und Kollegen gelingt es ein Phantombild des Täters anzufertigen. Und damals hat man Plakate aufgehangen. Im Fall der USA war es so, 10.000 Mark hatte die Staatsanwaltschaft ausgelobt und erst 40.
000 Mark der Arbeitgeber, was dann später noch mal auf 90.000 erhöht wurde. Also für Hinweise gab es letztlich, die zur Täterschaft führen, 100.000 Mark, was natürlich unglaublich viel Geld war. Doch trotz der hohen Belohnung bleiben brauchbare Hinweise aus der Bevölkerung aus. Der Mord an der Buchhalterin Doresc wird zum Coldcase. Jahrelang tappen die Ermittler im Dunkeln, gehen immer wieder an die Öffentlichkeit, auch im Fernsehen.
1997, knapp 5 Jahre nach der Tat meldet sich dann plötzlich ein Mann bei der Polizei. Er sitzt in der JVA in Beirut und er ruft einen Kommissar an. auch aus Bayern. Warum er diesen Kommissar anruft, sagt er auch später. Er sagt, das ist die einzige Nummer, die er hat. Also er ruft nicht in Berlin an, er ruft in Berut an und sagt, er habe Hinweise zu einer Mordtat, die in Berlin geschehen sei und würde gerne aussagen.
Mehr Angaben will er aber nicht machen dazu. Der Mann nennt sich Tony, ist gewürtiger Grieche und hat einige Jahre in Berlin gelebt. Er ist abhängig, sitzt zu diesem Zeitpunkt wegen Drogenhandels im Gefängnis in Beireut. Als Polizist fragt man sich zuerst, warum erzählt er mir sowas? Was ist sein Vorteil, den er darauszieht? Ähm, der Zeuge hat dann da gesagt und das wurde auch als glaubhaft empfunden, ähm er wollle es einerseits von sich ist eine Last, die er mit sich rumträgt.
Das taucht gar nicht so selten auf, dass äh über Jahre hinweg ähm Leute das mit sich tragen sozusagen und das endlich von sich reden wollen, diese Sache. [schnauben] Auch hat er gesagt, habe Angst vor den Tätern und wolle, dass die praktisch eingesperrt werden. Und was dann auch als Motiv später rausgefunden wurde, ihm ist hat die Abschiebung gedroht.
Die Polizeibeamten aus Bayern nehmen Kontakt zu den Ermittlern in Berlin auf und die merken schnell, dank dieses Zeugen kommen die Untersuchungen im Fall Doriska endlich wieder ins Rollen. Der erzählt dann sehr schnell plötzlich sehr genaue Sachen. Er erzählt über diese Frau, er erzählt ähm er nennt Namen, [schnauben] die er kannte.
Er sagt, er habe selbst eine Zeit lang in Berlin gewohnt. Und was natürlich noch viel, na ja, das das ist ausschlaggebende Punkt war, er gibt Sachen über sich selbst Preis. Er sagt, ich habe diese Frau damals ausgekundschaftet und ich habe dafür Geld bekommen von den Leuten und mir gegenüber wurde dieser Mord auch erzählt.
Das ist natürlich ein Detailwissen und jemand anderen eines Mordes zu bezichtigen, das ist macht man ja auch nicht einfach so. Tony kennt Doriska, er kennt ihre ehemalige Wohnadresse, er kennt ihre Arbeitsstelle und er gibt zu, Doriska zwei Wochen lang ausgekundschaftet zu haben. 200 Dmark habe er dafür bekommen. Dann erzählt er über die zwei Täter.
Er kennt die nur beim Vornamen. Nennt sie Jorgi und Janni. Die habe er gekannt aus dem Boxclub. [schnauben] Und äh ja, das waren ein bisschen gröbere Leute, die haben so Alltagsgeschäfte gemacht für einen Immobilienmakler und auch für andere Leute. Der Kronzeuge liefert den Ermittlern drei wichtige Namen.
Die beiden griechischen Landsmänner Johannes S, genannt Janni, und Georgius D, genannt Jorgi und den Berliner Immobilienmarkler Eberhard H. Tony kann außerdem glaubhaft vermitteln, dass diese drei Männer für den Tod von Doriska im Februar 1993 verantwortlich sind. Er berichtet detailliert von einem gemeinsamen Besuch mit Janni und Jorgi bei Makler Ebhartha.
Und eines Tages sind wir nach Berlin Mitte gefahren. Er wusste nicht mehr ganz genau, wo es war. Ähm, das stellt sich dann später heraus, dass es das Büro des Immobilienmarklers war und dort sagt er, dieser Immobilienmakler habe eine Tasche übergeben und zwar an Jorgi und Janni.
Danach sind wir zu den beiden gefahren und ähm in dieser Tasche, die wurde dann geöffnet und dieser Tasche befand sich eine Schrotflinte. Diese Schrotflinte habe einer der beiden in die Hand genommen und ihm zugeworfen, also dem Zeugen zugeworfen, was er noch sehr genau wusste damals. Seine Hand war damals vergipst und er habe diese Waffe nicht fangen können.
Er ist auf dem Waffe sei auf dem Boden gefallen und der Jorgi habe gesagt, der Auftrag heißt töten. Die Waffe beschreibt der Zeuge ganz ähnlich wie die, die die Beamten am Tatort sicherstellen konnten. Ein spanisches Jagdgewehr mit abgesägtem Lauf. Aufgrund der Aussagen des Zeugen nehmen die Beamten Eberhard H.
Johannes S fest. Der dritte Mann Georgius D. Die beiden Festgenommenen bestreiten etwas mit dem Mord an Doris K zu tun zu haben. Was den Ermittlern zu diesem Zeitpunkt immer noch fehlt, das Motiv. Warum musste Doris K sterben? Doch plötzlich fällt den Beamten eine Verbindung zu dem Immobilienmarkler auf.
Die Wohnung von Doriska. Doris hatte hier gewohnt. Die Mietwohnung hat ca. 180 m². Der Mietsin war relativ günstig. 800 Mark hat das damals gekostet. Diese Mietswohnung hat damals ein Berliner Zahnarzt gehört. Der Berliner Zahnarzt hatte um diese Wohnungsspekulier oder Spekulationsgeschäfte betreiben wollen.
Ähm jetzt war es so, diese Wohnung war nicht einfach zu verkaufen ähm und auch nicht anders zu vermieten, weil die vertraglichen Regelungen waren das damals so vor. Doris K lebt zu diesem Zeitpunkt bereits 30 Jahre lang in dieser Fünfzimmer Altbauwohnung. zunächst gemeinsam mit ihrer Familie nach dem Tod ihres Mannes und dem Auszug ihrer Tochter allein.
Ende der 1980er Jahre kauft der Zahnarzt die Wohnung für 400.000 Mark. Laut des bestehenden Vertrags darf er aber weder die Miete erhöhen, noch kurzfristig wegen Eigenbedarfs kündigen. Das Problem dahinter war, die Mietzoneung war so günstig vermietet, dass die Belastungen, die mit diesem Gebäude gekommen sind, eigentlich höher waren, als die Miete abgeworfen hat.
Dementsprechend war das ganze ja Geschäft um die Wohnung nicht lukrativ. Ähm, dann wurde versucht ä Doris sich das aus der Wohnung zu entfernen. Letztlich der Zahnarzt ist an sie herangetreten und hat hier 50.000 Mark damals geboten, was Doris ablehnte. Doris K fordert 100.000 Mark und eine Ersatzwohnung, die ihr zusagt.
Darauf will sich der Vermieter nicht einlassen. In einer Runde mit befreundeten Immobilienmaklern erzählt er von den Problemen mit seiner Mieterin. Mit am Tisch sitzt Eberha. Das Gericht wird feststellen, in der Hoffnung auf eine hohe Maklerprovision erteilt Eberh Auftrag, Doriska zu töten. Seine Idee.
Er hilft seinem Bekannten die Wohnung endlich lukrativ zu vermarkten, kassiert dafür im Gegenzug eine Provision und bringt sich bei dem vermögenden Zahnarzt so auch für künftige Immobiliengeschäfte in eine gute Position. Die beiden Griechen Janni und Jorgi, die er aus einem Steakhaus kennt, sollen den Mord ausführen für 10 000 Mark.
Iberhard K gibt sogar zu, die beiden Griechen zu kennen. Geschäfte will er mit ihnen aber keine gemacht haben. Das Gericht glaubt ihm nicht. Sieht es als erwiesen an, dass Janni und Jorgi am 22. Februar 1993 in den Büroräumen des Autohauses auftauchen. Jorgi hält draußen Wache, während Janni Doriska umringt.
Das war letztlich ein unglaubliches Motiv, ähm jemanden zu ermorden, damit eine Mietswohnung frei wird. Das muss man sich vorstellen. Das ist das eine, was unglaublich ist und das nächste ist, was unglaublich ist. Ähm wie einfach es ist, einen Auftragsmord in der Stadt zu beauftragen, letztlich für relativ geringes Geld, das ein Menschenleben genommen wird, das unglaublich.
5 Jahre nach der Tat verurteilt das Berliner Landgericht den Immobilienmakler Ebh wegen Anstiftung zu heimtürkischem Mord zu einer lebenslangen Haftstrafe. Johannes S muss ebenfalls lebenslang hinter Gitter. Georgius D ist bis ins Jahr 2000 auf der Flucht. Nach seiner Festnahme an der griechisch-Bulgarischen Grenze wird er nach Deutschland ausgeliefert und wegen Mordes zu 14 Jahren Haft verurteilt.
Nach Jugendstrafrecht, denn zum Tatzeitpunkt ist er erst 20 Jahre alt. Dem Zahnarzt und Wohnungsbesitzer konnten die Beamten nicht nachweisen, etwas mit dem Mord an Doriska zu tun zu haben. Die Ermittlungen gegen ihn werden eingestellt. Wenige Jahre nach dem Tod seiner Mieterin Doris K verkauft er die Wohnung in Berlin Wilmersdorf für rund 800.
000 Dmark zum doppelten Einkaufspreis. Tom ist dieses Jahr 10 Jahre tot. Wir wissen immer noch nicht, was passiert ist. Wir denken häufiger darüber nach, aber da nichts zusammenpasst, ist es sehr schwierig, da irgendwie eine Auflösung zu finden. Die Obduktion hat äh sehr schwere Kopf und auch Oberkörperverletzung ergeben. Ähm letztliche Todesursache war ein Polytrauma.
Wir hatten ähm über das Handy von Tom Finn ein ziemlich enges Zeitfenster. Es ging um 7 Minuten, die uns fehlten. Äh die Rechtsmedizin hat uns mitgeteilt, dass ein Sprung eher auszuschließen ist. Es war gleichzeitig aber auch so, dass möglicherweise diese stumpfe Gewalt in aufrechter oder halbwegs aufrechter Position stattgefunden hat.
Es ist ein ganz und gar rätselhafter Fall. Weit und breit gibt es keinen Motiv. Im November 2014 ist der 17-jährige Tom Finn Knorz nachts in Braunschweig zu Tode gekommen. Aber wie und warum? Kommissar Holger Kunkel von der Kripo Braunschweig hat damals die Ermittlungen geleitet.
Auch nach seiner Pensionierung lässt ihn dieser Fall nicht los. Es ist ein verdammt tragischer Fall, denn ab der langen Zeit als Todesermittler musste man immer wieder beobachten, dass es nichts schlimmeres gibt, als dass Eltern ihre Kinder beerdigen müssen. Und ähm für mich natürlich auch eine Scharte. Das hätte ich gern aufgeklärt, ne? Denn wenn man die Familie gesehen hat, wenn man insbesondere die Mutter gesehen hat, hätte ich mir gerne auf die Fahne geschrieben, ihr da irgendwann mal ein Ergebnis zu präsentieren.
Im Jahr 2014 ist Tom Fin Knorz 17 Jahre alt. Er geht auf ein Braunschweigergymnasium. Tom hat zwei ältere Brüder. Einer der beiden studiert in Berlin. Herr Tom Finn war ein 17 Jahre alter, junger Mann, groß, kräftig, schlang, muskulös, guter Schüler, Basketballspieler, Basketketballtrainer für kleinere Jüngere und unwahrscheinlich sportlich und einerseits beliebt vor allem, ne? Also haben nur gut von ihm geredet, egal mit wem man sprach.
Seit einem Jahrzehnt sucht Toms Mutter Sibille Knorz nach Antworten. Sie erinnert sich an ihren Sohn und an die letzten Tage in seinem Leben. Tom hatte halt einen sehr wensstarken Charakter, war sportlich, hatte in der Schule auch Klassensprecher Tätigkeiten und da habe ich noch so gedacht, boah, aus dem ist echt was geworden. Das haben wir gut hingekriegt.
Das wird jetzt ein fester Charakter, der kann was wuppen im Leben. Am Abend des 3. November 2014 ist Tom mit einem Klassenkameraden verabredet. Sie besuchen zunächst dieses Lokal in einem Braunschweiger Ortsteil und ziehen dann weiter. Wir sind hier im Ortz Lendorf von Braunschweig. Straße ist ein Brunnen. Ist ein öffentlicher Spielplatz.
Hier haben sich Tom Finn und seinen Kumpel hinbegeben, nachdem sie zuvor in der gastte Lufteck, die 150 m entfernt ist, Curry Pommes gegessen hatten. Dann haben sich die jungen Leute hier auf den Spielplatz gesetzt, haben hier paar mitgebrachte Getränke verzerrt und sind dann in die mit dem Fahrrad in die Eistad aufgebrochen. Allerthalb 2 km.
Tom Fin Knorz und sein Freund fahren ins beliebte Magniviertel in ein weiteres Lokal. Man ist wohl schon ein bisschen angetüttelt gewesen, weil Tom sein Kumpel hat sich auf die Nase gelegt und musste hier im Alstadtreffen noch verpflastert werden. Hat er irgendwo noch ein Cut im Gesicht gehabt und dann haben die beiden hier weitergemacht.
Wie lange sie dann letztendlich hier waren, bis sie sich dann wieder auf dem Weg gemacht haben, das weiß ich nicht mehr genau, aber die haben einige Stunden hier in der Kneipe gesessen. Anschließend begeben sich die beiden wieder auf den Spielplatz im Ort Lehendorf. Inzwischen ist es Nacht. Sie verbringen dort noch einmal mehrere Stunden.
Die haben also nachdem sie ihren Turn in der Estadt durch hatten, war den Kragen noch nicht voll genug und dann sind sie hier noch mal hergefahren und haben hier die Reste verzerrt. Das haben wir auch überprüft, das war auch wichtig für uns, um die Schlüssigkeit der Zeugenaussage des Kumpel äh zu manifestieren, nämlich dass hier dann die Gebinde hinterlassen worden sind, die Gelehrten und die haben wir dann hier auch aufgefunden.
Vermutlich haben sich die beiden Freunde dann gegen 3:30 Uhr morgens voneinander verabschiedet. Die haben, nachdem sich getrennt hatten entgegengesetzte Heimwege. Toms Kumpel musste in den West Westen der Stadt ins Kanzerfeld und Tom Finn selber musste eigentlich in den Süden der Stadt würde ich sagen.
Nicht ganz so tief, aber auf jeden Fall auf dem Heimweg lag die Graffiti Brücke, wo das Unglück dann passierte. Wenige Minuten später steht Tom Fin Knorz an besagter Brücke, etwa 700 m von seinem Elternhaus entfernt. Die Kette seines Fahrrads ist abgesprungen. Um 3:58 Uhr schreibt er an diesem 4. November 2014 unter der Brücke eine Nachricht an seinen Bruder in Berlin.
Der liest die Nachricht erst nach dem Aufwachen. 7 Minuten später wird Tom Finn wenige Meter von der Graffitibrücke entdeckt. Er ist bewusstlos. Als der Bäckermeister auf dem Weg zur Arbeit ihn hier auf der Straße fand vor der Brücke liegend mit nacktem Oberkörper äh eine Kopfplatzwunde, ein kleiner Blutfleck, vielleicht in größer einer Orange maximal.
Ähm und als der Bäckermeister dann Nachschau gehalten hat, was mit dem Jungen ist, kam auch noch ein Zeitungs Austräger hinzu und man hat ihn dann gemeinsam auf die Seite gebracht, auf dem Gehweg gebracht und noch seine Bekleidung zusammlaubt und ihm unterm Kopf gelegt. Zu diesem Zeitpunkt ist Tom Fin Knorz schwerst verletzt.
Sein Fahrrad liegt neben der Graffitibrücke. Was ist zwischen 3:58 Uhr und 4:05 Uhr hier an der Brücke passiert? Handelt es sich um ein Verbrechen, einen Verkehrsunfall mit Fahrerflucht und warum liegt Tom Fin mit nacktem Oberkörper vor der Brücke? Man hatte angenommen, hier ist ein junger Mann zusammen gedroschen worden. Wir haben hier in der Nähe eine Diskothek, die nicht den besten Ruf hat.
Die hat die Polizei respektive die Gäste haben die Polizei immer stark arbeiten lassen hier. Und so war auch die Annahme, dass hier irgendeine Streitigkeit eskaliert ist und Tom Fin hier an Ort und Stelle zusammengeschlagen worden ist. Als er dann ins Krankenhaus verbracht worden war, ist natürlich sofort eine Streife hingefahren, hat sich nach seinem Befinden erkundigt.
Wenige Stunden später erfährt die Mutter von Tom Finknorz, was ihrem Sohn an der Brücke schreckliches passiert ist. Um 6:30 Uhr hat’s geklingelt, bin dann die Sprechanlage gegangen und dann sagte jemand: “Ja, hier ist die Polizei, können wir hochkommen? Und dann habe ich erst gedacht, oh, jetzt haben sie den Tom erwischt bei irgendwas, mal gucken, was da so ist.
Und dann kamen zwei Polizeibeamte hoch, aber ohne Tom. Und habe ich schon gedacht, oh, da ist was anderes passiert. Das ist jetzt gar kein gutes Zeichen. Die Familie eilt in die Klinik. Dort erwartet sie ein weiterer Schock. Als wir ins Krankenhaus kamen, da wurden gerade die Bilder von seinem Kopf befundet und dabei kam heraus, dass die Kopfverletzungen so schwerwiegend sind, ähm dass er nicht zu retten ist.
Und man sagte uns dann ähm, dass sie alle Medikamente einstellen würden und dass wir dann warten würden, bis Toms Kreislauf zusammenbricht. Das ist er aber nicht, weil Tom war jung, Tom war stark und um 5 Uhr nachmittags haben wir uns dann gemeinsam mit den Ärzten und dem Seelsorger entschieden, das Ganze zu beschleunigen und dann die Geräte endgültig abzustellen.
Am Nachmittag des 4. November 2014 stirbt Tom Fin Knorz im Alter von gerade einmal 17 Jahren. Eine Obduktion soll helfen aufzuklären, was an der Brücke genau passiert ist. Hans Christian Woltas ist der für den Todesfall Tom Fin Knorz zuständige Staatsanwalt in Braunschweig. Die Obduktion hat sehr schwere Kopf und auch Oberkörperverletzung ergeben.
Ähm letzliche Todesursache war ein Politrauma. Es war gleichzeitig aber auch so, ähm, dass die äh Obdenten mitgeteilt haben, dass ähm möglicherweise diese stumpfe Gewalt in aufrechter oder halbwegs aufrechter Position stattgefunden hat und die Verletzung des Kopfes möglicherweise dann anschließend durch den Aufprall des Schädels auf dem Asphalt verursacht worden sind.
Für die Behörden spricht manches für einen Verkehrsunfall, allerdings mit sehr vielen Fragezeichen. Er hatte entsprechende Zeichnung am Körper, von dem man aus annehmen konnte, dass es ein großes Fahrzeug gewesen ist, kein klein PKW oder ähnlich, sondern mindestens ein Lieferwagen. Und die typischen Verletzungen für ein Anfahren, er ist nicht überrollt worden, äh konnten dann eben auch z.B.
den die Annahme äh ausscheiden, dass er von der Brücke gefallen ist oder von der Brücke gesprungen ist oder vielleicht auf einem LKW stehen gesurvedt und dann mit der Brücke in Berührung gekommen ist. Das konnte man ausschließen. Doch auch die Unfalltheorie zeichnet keineswegs ein klares Bild. Wenn hier ein 40 Tonner um die Ecke gefahren kommt und es kne ihn einer gegen den Anhänger als Beispiel oder gegen den Sattelauflieger und es ist alles im toten Winkel des Spiegels, dann muss der Fahrer das nicht merken. Es muss aber
irgendjemand gesehen haben, denn es hat ihm ja jemand beim Ausziehen geholfen. Die Obdozenten haben gesagt, die Verletzungen waren so schwer, er hätte sich nicht selbst entkleiden können. Und die Spuren deuten darauf hin, dass Tom Finn zum Zeitpunkt des Aufpralls das T-Shirt noch anhatte. In Braunschweig ist die Bestürzung nach dem Tod desjährigen sehr groß.
Ihm zu ehren wird an der Todesbrücke ein Graffiti gestaltet. Nach 10 Tagen werden die Behörden auf einen Tarzeugen aufmerksam gemacht, einen Obdachlosen, der zur fraglichen Zeit in der Nähe der Graffitücke kampiert hat. Die Polizei ist dann sofort ähm zu dieser Brücke gefahren, hat dort auch den Obdachlosen angetroffen, der relativ alkoholisiert gewesen ist, aber sofort schilderte, dass er also gesehen habe, wie ein weißer Kastenwagen eine Person umgefahren habe.
Äh es sein dann zwei Personen aus dem Fahrzeug ausgestiegen. Eine Person hätte noch auf das am Boden liegende Opfer eingetreten und dann habe man den zur Seite gelegt. Ähm der Obdachlos hat zunächst auch Angaben zum Kennzeichen machen können, zumindest fragmentarisch. Bei weiteren Befragungen schwächt der Zeuge die Geschichte immer weiter ab.
Letztlich wird er als nicht glaubhaft eingestuft. Stattdessen ergibt sich eine vielversprechende Spur zu einem Möbelhaus. In dem nur 100 m Luftlinie von der Brücke entfernt gelegenen Gebäude gab es wenige Minuten vor der Tat an Tom Fin Knorz einen Einbruchsversuch. Der Kriminaldauerdienst hat sich hier eine Außentür angeschaut.
Man hat dort Werkzeugspuren gefunden an der Tür. Und man hat dann tatsächlich angenommen, als dann Tom Finn dort unten auf der Straße gefunden wurde, dass die vermeintlichen Einbrecher hier fluchtartig mit einem Fahrzeug davon gerast sind und den Jungen da unten umgefahren haben. Wir haben das überprüft.
Letztlich haben sich keine Anhaltspunkte dafür ergeben, dass also mögliche Täter des Einbruchs auf der Flucht gegebenenfalls da ein Verkehrsunfall verursacht haben, sodass wir diese Spur dann letztlich wieder AK gelegt haben. Die Behörden lassen nichts unversucht, um die Hintergründe des Todesfalls zu klären. Wir haben ja in dem Fall, wie wir das häufig machen, versucht an alle möglichen Daten zu kommen.
Das heißt, wir haben äh Funk äh Zellen ausgewertet, wir haben ähm Fahrzeuge überprüft, wir haben im Prinzip ähm bei allen Geschäften ähm Behörden, sonstigen Firmen versucht an Bilder von Überwachungskameras zu kommen. Wir haben äh zeitgleich uns an der Stelle dort positioniert, um eben auch vorbeifahrende Autofahrer vernehmen zu können, die üblicherweise diese Strecke fahren und die vielleicht Beobachtung gemacht haben können.
Das ist letztlich alles ergebnislos verlaufen. die Frage an sie. Es gibt viele Personen. Im Juni 2015 wird der Todesfall Tom Finn Knorz bei Aktenzeichen XY ungelöst ausgestrahlt. Mit im Studio sie Bille Knorz und Kommissar Holger Kunkel. Entscheidung bringen könnte. Es gab relativ wenig Hinweise. Äh es gab ein paar Anrufer, die gemeint haben, schaut mal nach dem, schaut man nach jenem.
Äh, es ging unter anderem äh um Farbe an der Bekleidung und zwei Hinweise gab es äh von Personen, die Tom Fin dort gesehen haben wollen, äh wie er unter anderem an seinem Fahrrad rumwerkelte oder auch äh jemand, der den Sachverhalt so schilderte, wie es eigentlich filmisch auch dargestellt war in der Sendung. Das war Mumpitz, das war ein wichtig Tour.
Die haben uns nicht nach For gebracht, überhaupt nicht. In den Jahren danach gibt es zum Tod von Tom Fin Knorz immer wieder Hinweise, aber keinen Ermittlungsdurchbruch. Wer am frühen Morgen das 4. November 2014 an dem Möbellager den Einbruchsalarm ausgelöst hat, wird sich mittlerweile wohl kaum erklären lassen. Kommissar Kunkel will nicht einmal ausschließen, dass es Tom Finn und eventuell sogar sein Freund selbst waren.
Nicht um einzubrechen, sondern um dort aufs Dach zu klettern. Ich könnte es mir natürlich vorstellen, dass die beiden Jungs übermütig auch ein bisschen alkoholisiert, dass die irgendwas machen wollten, nicht einbrechen, aber irgendein Versuch, da was zu knacken oder so. Würde ich nicht ausschließen. Ich weiß es nicht. Ich habe keine Ahnung. Warum kurz darauf die Katastrophe an der Brücke geschieht, erklärt das alles ohnehin nicht.
Zehn lange Jahre später gibt es hierauf immer noch keine Antwort. Die Hoffnung darf man nie aufgeben. Äh XY war ja auch äh so eine Möglichkeit, dass sich jemand erinnert, oh Mensch, ich habe doch da einen wegfahren sehen oder hören mit quietschenden Reifen und habe mir das Auto angeguckt. Oder auch nach 10 Jahren, wenn man jetzt damit noch mal an die Öffentlichkeit geht, äh könnte ich mir vorstellen, dass vielleicht doch noch mal jemand sagt: “J, ich rufe jetzt doch noch mal an und sage das.
Die Schieb es schon so lang vor mir, das haben wir öfters erlebt. Es ist schon möglich, dass es vielleicht doch noch Personen gibt, die bislang von den Ermittlungen nichts gehört haben, die aber vielleicht doch Beobachtung gemacht haben in der fraglichen Nacht am 4.11.2014 und vielleicht doch weiterhelfen könnten.
Insoweit ist nach wie vor eine Belohnung ausgelobt von 3000 € für Hinweise, die uns da in irgendeiner Art und Weise wirklich weiterbringen. Zum jetzigen Zeitpunkt ist für Oberstaatsanwalt Wolas nicht eindeutig klar, ob der Verursacher sich überhaupt strafbar gemacht hat. Wenn man davon ausgeht, dass der Fahrer tatsächlich nichts bemerkt hat, dann dann droht dem im Prinzip keine weitere Strafe.
Wenn man also eine Körperverletzung mit Todesfolge hätte oder gerade ein Totschlag ähm also ein bewusstes Anfahren, überfahren, ähm dann könnte man die Tat auch strafrechtlich noch verfolgen. So oder so hofft sie Bille Knorz endlich auf eine Antwort auf die Frage, was ihrem Sohn zugestoßen ist. Wir wissen immer noch nicht, was passiert ist.
Wir denken häufiger darüber nach, aber da nichts zusammenpasst, ist es sehr schwierig, da irgendwie eine Auflösung zu finden. Und für unsere Seele wäre es natürlich gut, wenn wir diese Auflösung hätten. Das würde Tom nicht lebendig machen, aber es wäre ein Puzzlestück zu dieser zerbrochenen Welt, was wir halt zusammenschustern könnten, um womit wir abschließen könnten.
Ich bin seit über 20 Jahren Staatsanwalt und habe auch eine ganze Zeit lang Tötungsdelikte bearbeitet. So ein Fall wie diesen Fall habe ich tatsächlich in meinem Berufsleben sonst noch nie erlebt. Es es kommt häufiger vor, dass wir die Täter nicht ermitteln können, aber es kommt ganz ganz selten vor, dass wir so wie hier nicht wissen, was passiert ist.
Die verhängnisvollen 7 Minuten am frühen Morgen des 4. November 2014. Wer kann helfen und sagen, was sich an der Graffitibrücke im Südwesten der Stadt zugetragen hat? Die Kripo Braunschweig bittet um Hinweise. Achtung, in diesem Podcast werden Themen wie Mord, Folter, Tierquellerei, Sexualverbrechen und extreme Gewalt auch gegenüber Minderjährigen behandelt.
Der Inhalt kann deswegen vor allem auf Menschen mit posttraumatischen Belastungsstörungen retraumatisierend wirken. Es war der Abend des 4. August 1918. Die 28-jährige Mary Schneider war erschöpft. Sie lag im Bett und versuchte zu schlafen, aber so sehr sie es auch versuchte, sie konnte einfach keine Ruhe finden.
Mary war im achten Monat schwanger, das machte es schon schwer genug. und dann auch noch die schwüle Nachtluft von New Orleans und das endlose Zirpen der Zikaden. Normalerweise konzentrierte sie sich irgendwann einfach auf das gleichmäßige Atmen von Ed, der neben ihr im Bett lag. Es war wie ein Metronom, dass sie in den Schlaf wiegte, aber in dieser Nacht war Ed nicht da.
Er hatte Nachtschicht am Southern Pacific Kai. Sie war allein. Mary schloss die Augen und versuchte etwas ruhiger zu atmen. Nach einer Weile zerfaserten ihre Gedanken und wurden eins mit dem Zikadensurren. Dann schlief sie endlich ein. Ein paar Stunden später wurde Mary von knarrender Schlafzimmertür geweckt. Sie war noch im Halbschlaf und ihre Augenlieder waren schwer.
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