Wahre Verbrechen I Mord im Internat I True Crime D...

Wahre Verbrechen I Mord im Internat I True Crime Dokumentation T – Part 2

 In Earls Fall ließen die Verhörer nach seiner Verhaftung jedoch vermuten, dass er sich in diesen einsamen Stunden seinen sexuellen Gewaltfantasien hingab. Earl masturbierte ständig. Manchmal beobachtete er auch seine Cousine, wenn sie sich umzog und fürs Bett fertig machte. Sie war zu diesem Zeitpunkt noch ein Kind. Als Earl 15 war, fing er an, die zwielichtigen Viertel von San Francisco zu erkunden.

 Bald ging er regelmäßig zu Sexarbeiterinnen, wann immer er die Zeit und das Geld dafür hatte. Um seine illegalen Aktivitäten zu finanzieren, machte Earl alle möglichen Gelegenheitsjobs. Seine Kraft war perfekt für körperliche Arbeit, aber er hatte große Probleme, über längere Zeit imselben Job zu bleiben. Earl hatte regelmäßig Wutanfälle bei der Arbeit.

 Manchmal schmiss er einfach alles hin und stürmte davon. Er fing auch an Gespräche mit imaginären Personen zu führen, was viele Arbeitgeber endgültig abschreckte, die bis dahin über seine anderen seltsamen Angewohnheiten hinweggesehen hatten. Lilan und ihre Familie fühlten sich irgendwann nicht mehr sicher mit dem kräftigen und unkontrollierbaren Teenager im Haus.

 Er war zu stark und zu stur, um sich von ihr etwas sagen zu lassen. Lilan hoffte, dass er eines Tages von sich ausziehen würde, damit es keine Konfrontationen gab. Und tatsächlich, im Frühling 1915 ging ihr Wunsch in Erfüllung. Der 18-jährige Earl verschwand einfach ohne jede Ankündigung. Irgendwie gelang es ihm bis nach Plymouth, Kalifornien zu kommen.

 Die Kleinstadt war ganze 220 km von San Francisco entfernt. Er war ziellos durch die Gegend gezogen und hatte sich mit kleinen Diebstellen und Tagesjobs über Wasser gehalten. In einem Wald bei Plymouth stieß Earl eines Tages auf eine kleine Holzhütte. Sie war abgelegen und alt und sie sah verlassen aus. Earl brach in die Hütte ein und machte es sich gemütlich.

 Es war die perfekte Behausung für einen längeren Zwischenstopp. Doch als er sich gerade ein bisschen ausruhen wollte, hörte er das Klappern von Pferd und Wagen auf einem Waldweg. Earl sprang auf und schaute durch den Türspalt. Es war der Eigentümer. Er kam ausgerechnet an dem Tag wieder, als Earl die Hütte gefunden hatte. Da merkte Earl plötzlich, dass er in der Falle saß.

Als er durch die Eingangstür späte, sah er einen Mann mit Pferd und Wagen den Weg hinaufkommen. [schnauben] Kurz entschlossen riss Earl die Tür auf und rannte in den Wald. Er hörte, wie jemand hinter ihm schrie. Der Mann hatte ihn gesehen. Earl rannte weiter, doch die Stimmen verschwanden nicht.

 Es wurden sogar mehr. Eine ganze Gruppe Männer schien hinter ihm her zu sein und er war zu langsam, um sie abzuhängen. Die Männer kreisten ihn schließlich ein und nahmen ihn gefangen. Sie brachten ihn nach Plymouth, wo er wegen Raubes vor Gericht kam. Earl hatte kein Geld für einen Anwalt und wurde in einem schnellen Verfahren zu zwei Jahren Haft verurteilt.

Er wurde zurück nach San Francisco gebracht und kam ins San Quenton State Prison. Dort trat er am 25. Juli 1915 seine Haftstrafe an. Earls Haftzeit in Sun Quentin verging ohne Zwischenfälle. Im September 1916 wurde er nach etwas über einem Jahr auf Bewährung entlassen. Nach seiner Entlassung triebarl sich in der Bay Area herum.

 Wie zuvor bestritt er seinen spärlichen Lebensunterhalt vor allem mit Diebstahl. Die Berichte über seine Aufenthaltsorte zwischen 1917 und 1921 variieren je nach Quelle. Es gibt aber ein paar Stationen, die überall genannt werden. Demnach wurde Earl im März 1917 ein weiteres Mal wegen Diebstahls verhaftet und zu sechs weiteren Monaten Gefängnis verurteilt.

Er wurde noch im selben Jahr wieder entlassen. Was er danach tat, ist nicht bekannt. Es wird aber vermutet, dass er obdachlos blieb und weiter im Staat umherzog. Zu diesem Zeitpunkt waren die USA aber schon in den ersten Weltkrieg eingetreten und die Regierung hatte eine allgemeine Werpflicht für alle tauglichen Männer zwischen 21 und 30 eingeführt.

Und so ging der 21-jährige Earl also irgendwann im Jahre 1918 zur Armee. Er meldete sich jedoch nicht als Earl Nelson, sondern unter seinem Geburtsnamen Earl Farell zum Dienst. Aber auch diese Stellung konnte er nicht lange halten. Eines Nachts hatte Earl den Befehl, Wache zu stehen. Nach ein paar Stunden war ihm so kalt und langweilig, dass er spontan entschied, dass die Army nichts für ihn war.

Earl verließ mitten in der Nacht seinen Posten, verschwand in der Dunkelheit und kam nicht mehr wieder. Als seine Vorgesetzten am nächsten Morgen merkten, daß er weg war, ließen sie überall nach ihm suchen. Aber irgendwie gelang es Earl, sich nicht erwischen zu lassen. Earl floh nach Osten. Er ließ San Francisco und Kalifornien hinter sich und zog so lange weiter, bis er schließlich in South Lake City im US-Bundesstaat Uta ankam.

 Wie lange er genau unterwegs war, ist nicht bekannt. In Salt Lake City spielte er kurz mit dem Gedanken, Mormone zu werden. Er las Buch Mormon und besuchte einige Gottesdienste. Entschied sich aber schließlich, dass die Religion nicht zu ihm passte. Ohne Plan und Ziel machte sich Earl auf den Rückweg zur Bay Area.

 Nach zwei Monaten Landstreicherei beschloss er, sich noch einmal beim Militär zu verpflichten. Beim ersten Mal hatte er sich unter seinem Geburtsnamen Earl Farell gemeldet. Um nicht aufzufliegen, wollte er dieses Mal seinen Adoptivnamen Earl Nelson benutzen. Als zusätzliche Vorsichtsmaßnahme ging er nicht zur Army, sondern zur Navy, in der Hoffnung, dass dort niemand Zugriff auf seine alte Akte hatte. Der Plan ging auf.

 L wurde einer Schiffsbesatzung als Koch zugeteilt. Als er das erste Mal in See stach, merkte Earl jedoch schnell, dass er die Navy genauso langweilig fand wie die Army. Auf See konnte er nur leider nicht so einfach desertieren. Er saß auf dem Schiff fest. Trotzdem ließ er seine Kameraden bei jeder Gelegenheit spüren, dass er absolut kein Interesse am Matrosenleben hatte.

 Seinen ganzen ersten Monat überweigerte sich Earl immer wieder zu arbeiten. Er verweigerte Befehle und verbrachte die meiste Zeit in seiner Kie, wo er pausenlos vom Ende der Welt und der Ankunft der monströsen Wesen schwatronierte, wie es in der Offenbarung beschrieben wurde. Earls bizarres und störendes Verhalten ging seinen Vorgesetzten mächtig auf die Nerven.

 Sie versuchten ihn mit Strafen und anderen Maßnahmen zu disziplinieren, aber es half nichts. Im Gegenteil, Earl redete immer mehr Unsinn und wurde von Tag zu Tag unberechenbarer, bis seine Vorgesetzten schließlich einsahen, dass sie nicht unter Kontrolle bringen konnten. Seine Offiziere erklärten ihn für psychisch untauglich.

 Doch anstatt ihn aus dem Dienst zu entlassen, veranlassten sie eine Überstellung ins Nepa State Psychiatric Hospital. Der 21-jährige Earl wurde psychiatrischen Untersuchungen unterzogen, um festzustellen, was genau mit ihm nicht stimmte. Doch als sie ihn zu seiner Vergangenheit befragten, konfrontierte Earl sie mit einer ganzen Reihe kauziger Behauptungen.

Er sagte z.B., dass er zwischen seinem 13. und 18. Lebensjahr jeden Tag masturbiert habe. Danach sei es ihm aber gelungen, komplett damit aufzuhören. Er behauptete auch Alkoholiker zu sein, aber in den 7 Monaten vor seiner Einlieferung nichts mehr getrunken zu haben. Bei seinen Bluttests kam raus, dass Earl sich mit Syphelis und Gonorö angesteckt hatte.

Die Infektionen waren seit geraumer Zeit nicht mehr behandelt worden und Earl sagte den Ärzten sofort, dass er sich mit 16 Jahren bei Sexarbeiterinnen angesteckt habe. Earls eindeutige Lügen, seine schockierenden wahren Aussagen und seine Angewohnheit am laufenden Band aus der Apokalypse zu zitieren, brachten die Ärzte und Ärztinnen schließlich zu einer Diagnose.

 Sie sagten, dass er von einem konstitutionellen psychopathischen Zustand befallen sei. Sie hielten seine Psychopathie für so tiefgreifend, dass eine vollständige Heilung ausgeschlossen war. Die Ärztinnen und Ärzte glaubten auch, dass Earl immer ein gefährlicher Mann bleiben würde. Sie beschlossen daher, ihn so lange wie möglich in der Klinik zu behalten.

Earl wollte sich aber nicht einsperren lassen und ein halbes Jahr später gelang ihm schließlich die Flucht. Die Einzelheiten zu seiner Flucht sind nicht genau bekannt, aber man weiß, dass er nur ein paar Tage später wieder gefasst und in die Klinik zurückgebracht wurde. Nach weiteren sechs Monaten versuchte Earl es noch einmal, doch auch diese Flucht schlug fehl.

 Das Klinikpersonal hatte aber langsam die Nase voll von Earls Ausbruchsversuchen und seinem unerträglichen Verhalten. Earl war ein anstrengender und unheilbarer Patient, mit dem sie sich vielleicht ein Leben lang hätten herumschlagen müssen. Als Earl im Frühjahr 1919 drittes Mal ausbrach, entschieden die Ärztinnen und Ärzte daher ihn einfach ziehen zu lassen.

 Anstatt eine weitere Suche zu fahren lassen, vermerkten sie einfach in seiner Krankenakte, dass er entlassen worden sei und dass seinen Zustand sich verbessert habe. Weiter hieß es, dass er weder gewalttätig sei noch irgendwelche Mordtenden habe. In Wirklichkeit wussten sie natürlich, dass Earl immer noch genauso gefährlich war. Der gefährliche Psychopath Earl Nelson war wieder auf freiem Fuß und nur wenige Tage später war er wieder in San Francisco unterwegs.

Earl wusste natürlich nicht, dass niemand nach ihm suchte. Er glaubte auf der Flucht zu sein. Er schlug sich also auf schnellstem Wege zum einzig sicheren Ort durch den Erkan dem Haus seiner Tante Lillian. Lillian erschrak, als Earl nach vier Jahren unangekündigt bei ihr vor der Tür stand. Sie bat ihn aber trotz ihrer Angst herein und nahm ihn bei sich auf.

 Schließlich gehörte er immer noch zur Familie. Kurz nach seiner Ankunft half Lilan Earl einen Job als Hausmeister im St. Mary Hospital zu bekommen. Als er eines Tages die Böden wischte, fiel ihm eine ältere Frau auf, die gerade die Betten machte. Es war die 58-jährige Mary Martin. Earl war sofort angetan von ihr. Er bat Mary um einen Date und sie sagte zu, es war eine der wenigen Verabredungen, die Mary bis dahin gehabt hatte.

Mary war einsam und hatte die meiste Zeit ihres Lebens vergeblich auf einen Mann gewartet, der es mit ihr versuchen wollte. Als Earl Interesse an ihr zeigte, legte er all die Leidenschaft und Energie an den Tag, nach dem sie sich sehnte. Nach einer kurzen stürmischen Affäre machte Earl Mary einen Heiratsantrag.

Sie sagte ja. Im August 1919 heirateten der 22-jährige Earl Nelson und die 58-jährige Mary Martin in einer katholischen Kirche. Nach der Hochzeit änderte sich Earls Verhalten jedoch schlagartig. Von der Zuneigung und Fürsorge der Anfangszeit war bald nichts mehr zu spüren. Stattdessen war er kontrollierend und besitzer ergreifend.

 Er zwang Mary auch dazu, unangemessen häufig Sex mit ihm zu haben und seinen oft ungewöhnlichen sexuellen Wünschen nachzukommen. Es wurde noch schlimmer, als Earl eines Tages bei der Arbeit von der Leiter fiel und mit dem Kopf auf dem Boden aufschlug. Weil Earl in einem Krankenhaus arbeitete, wurde er schnell vor Ort verbunden und in einen Krankenzimmer gebracht.

 Die ganze Situation erinnerte ihn aber so sehr an die Zeit in der Psychiatrie, dass er sofort wieder raus wollte. Anstatt also da zu bleiben, um sicherzugehen, dass es ihm gut ging, Flo, Earl mit blutigen Kopfbandagen aus dem Krankenhaus. Danach wurde Earl noch unstäter. Er halluzinierte und hörte Stimmen. Marie bekam immer mehr Angst vor ihrem instabilen und launischen Ehemann und soll sich Ende 1919 um eine Scheidung bemüht haben nach sechs qualvollen Monaten.

Wo sich Earl Anfang 1920 aufhielt, ist nicht eindeutig geklärt. Man geht aber davon aus, dass er die meiste Zeit bei seiner Tante Lilan verbrachte. Als die Monate vergingen, verlor er jedoch immer mehr den Bezug zur Realität. Sein psychischer Zustand verschlechterte sich und er wurde zunehmend unberechenbar und gefährlich.

Auch seine sexuellen Fantasien wurden immer brutaler, bis er ihnen im Mai 1921 schließlich nachgab. Als Earl eines Tages in San Francisco unterwegs war, schaute er durch die Fenster der Häuser, an denen er vorbeikam. Durch das Kellerfenster von Charles Summers Haus sah er die zwölfjährige Mary Summers.

Als Earl sie beobachtete, überkam ihn der Drang, sich auf sie zu stürzen. Er ging zur Haustür und klopfte. Der 24-jährige Charles Samers Junior öffnete die Tür. Er war Marys älterer Bruder. Earl grinste breit und sagte, dass er klemmt sei. Charles Senior habe ihn gebeten, sich die Abflussrohre im Keller einmal anzusehen.

Charles Junior glaubte Earl und ließ ihn herein. Er zeigte ihm den Weg zur Kellertreppe und wandte er sich wieder seiner Beschäftigung zu. Als Earl Mary im Keller entdeckt hatte, griff er sie ohne zu zögern an. Er legte seine riesigen Hände um ihren Hals und fing an sie zu würgen. Earl drückte zu, aber Mary bekam noch genügend Luft, um zu schreien.

Charles Junior nahm zwei Stufen auf einmal. Als er im Keller ankam, sah er, wie der angebliche Klemtner versuchte, seine Schwester zu erdrosseln. Charles stürzte sich auf Earl und befreite Mary aus dem Griff des Fremden. Earl sprang mit einem Satz zur Tür. 3 Sekunden später war er auf der Straße und rannte, doch er kam nicht weit.

 Charles Junior rief die Polizei und nach kurzer Suche fanden sie Earl und verhafteten ihn wegen versuchten Mordes. Viele hofften, dass das Kapitel Earl Nelson damit beendet war. Doch leider war sein erster Mordversuch noch lange nicht sein letzter. Schon bald sollte er durch Nordamerika ziehen und eine lange Blutspur hinterlassen.

Vielen Dank fürs Zuhören. Mein Name ist Diane Helscher. Und ich bin Mark Augestat. Du kannst jetzt eine Bewertung für den Podcast daassen und die Glocke aktivieren, um keine Folge zu verpassen. Serienkiller ist ein Spotify Original von Parcast. Produziert in Zusammenarbeit mit Bose Park Productions. Adaptiert von dem amerikanischen von Max Cutler kreierten Original Serial Killers.

 Deutsche Produktion wiebachter Winter. Chris Guse, Suholder, Klii Köhler, Fabio Lautenschläger, Simon Uter Kirschei und Daniel Nicolau. Das Originalskript wurde ins Deutsche übersetzt von Klaus Schwartau. Vielen Dank an Julien Guarot. Achtung, in diesem Podcast werden Themen wie Mord, Folter, Tierquellerei, Sexualverbrechen und extreme Gewalt auch gegenüber Minderjährigen behandelt.

 Der Inhalt kann deswegen vor allem auf Menschen mit posttraumatischen Belastungsstörungen retraumatisierend wirken. Im Mai 1921 erhielt das San Francisco Police Department einen verzweifelten Anruf von einem jungen Mann namens Charles Summers Jr. Seine kleine Schwester Mary war angegriffen worden.

 Charles hatte versucht, den Angreifer abzuwerden, aber der Mann war zu stark gewesen. Jetzt versteckte sich der Unbekannte irgendwo in San Francisco. Die Polizei hatte eine genaue Beschreibung des Täters bekommen. Es war ein großer weißer Mann mit dunklem Hautton, langen Armen und großen Händen. Er war zu Fuß geflohen.

 Die Chancen standen daher gut, dass er noch in der Nähe war. Sie suchten alle Straßen und Gassen ab und nach zwei Stunden Jagd entdeckte ein Officer den Verdächtigen in der Straßenbahn. Der Officer wies den Fahrer an, die Bahn zu stoppen. Beim Einsteigen sah er, dass der Verdächtige Kratzer im Gesicht hatte und blutete. Die kleine Mary hatte sich gut verteidigt und die Verletzungen des Mannes zeigten dem Officer, dass er den richtigen hatte.

Die Officer wollten den Gewalttäter so lange wie möglich hinter Gitter bringen, doch es gelang ihnen nicht. Earl Leennard Nelson hatte gerade erst angefangen. Hi, ich bin Diane Hilscher. Und ich bin Mark Augustat. In jeder Folge dieses Podcasts beschäftigen wir uns mit einem berühmten Serienkiller, mit seinem Leben, seiner Psyche und seinen Taten.

 Serienkiller, Mörder und ihre Geschichten. Ein Spotify Original von Podcast. Heute geht es noch einmal um Earl Leonard Nelson, der als Dark Strangler, Gorilla Man und Gorilla Killer bekannt wurde. Nelson, der ungewöhnlich große Hände und sehr lange Arme hatte, war in den USA und in Kanada aktiv, wo er vor allem nichtsahnende Vermieterinnen in ihren eigenen Häusern erwirkte.

In Folge 1 haben wir uns hauptsächlich mit der Kindheit und Jugend von Earl Leonard Nelson befasst, mit dem frühen Tod seiner Eltern, dem Leben in der Obhut seiner Großmutter und mit seinen Verhaltensuffälligkeiten. In dieser Folge konzentrieren wir uns vor allem auf die Mordserie, die Nelson zu einem der berüchtigsten Serienkiller des frühen 20. Jahrhunderts machte.

Allein in den USA tötete Nelson in weniger als anderthalb Jahren mindestens 21 Frauen und einen kleinen Jungen. 1921 war Earl Leennard Nelson 24 Jahre alt. Er war noch jung, aber hatte schon viel erlebt, noch nicht viel Gutes. Er war schon als Baby zum Vollweisen geworden und hatte mit nur knapp einen Unfall überlebt.

 Und er hatte schon mehrere Jahre im Gefängnis gesessen. Bisher hatte Earl immer nur kleinere Verbrechen begangen. Doch im Mai 1921 wechselte er von eher harmlosen Diebstellen zu brutaler Gewalt. Sein erstes Opfer war die zwölfjährige Mary Summers. Earl sah das Mädchen, als er an ihrem Haus vorbeiging und durchs Kellerfenster schaute.

 Unter einem Vorwand verschaffte er sich Zutritt zum Haus und fiel über Mary Hair. Bevor er sie jedoch töten konnte, wurde er von ihrem großen Bruder Charles Samus Junior ertappt und aus dem Haus gejagt. Zwei Stunden später wurde Earl von der Polizei gefasst und ins Gefängnis gebracht. Einigen Quellen zufolge soll er die erste Nacht in der Zelle versucht haben, sich die Augenbrauenhaare auszureißen.

 Dabei soll er immer wieder von Gesichtern in den Wänden gesprochen haben. Die Behörden fanden schnell heraus, dass Earl aus dem Nepper State Psychiatric Hospital geflohen war. Angesichts seiner schlechten psychischen Verfassung wurde eine weitere Untersuchung durch Gerichtspsychologen veranlasst. Diese erklärten, dass Nelson unruhig, gewalttätig, gefährlich, aufgebracht und depressiv sei.

Das Gericht erklärte ihn zur Gefahr für die Öffentlichkeit und veranlasste eine erneute Überstellung in Snapper State Hospital, obwohl ihm schon dreimal die Flucht aus genau dieser Klinik gelungen war. Im Zuge seiner Einweisung diagnostizierten die Psychiaterinnen und Psychiater in der Klinik ihm noch einmal einen konstitutionellen psychopathischen Zustand.

Reiter sagten sie, dass er an Psychosen leider. Earls Halluzinationen und Warnvorstellungen hatten seit seinem letzten Aufenthalt stark zugenommen. Er legte auch eine starke Wanderlust an den Tag, die die Psychiater und Psychiaterinnen als nomadische Demenz bezeichneten. Die Ärztinnen und Ärzte glaubten damals, dass Earls Neigung umherzuziehen impulsiv und unkontrolliert war.

Wie bei jedem anderen Verhalten, das er zeigte, schien er auch hier völlig außerst zu sein, den Impulsen seines Unterbewusstseins zu widerstehen. Deswegen wurde sein permanenter Drang, sich irgendwohin auf den Weg zu machen, als eine Form der Demenz betrachtet. Seine nomadischen Tendenzen zeigten sich schon kurz nach seiner Ankunft im Nepper Hospital.

 Einigen Quellen zufolge versuchte er in den ersten zwei Wochen zweimal aus der Klinik auszubrechen. Beide Male wurde er jedoch daran gehindert, das Gebäude zu verlassen. Nach diesen beiden Fehlversuchen schien Earl begriffen zu haben, dass eine Flucht unmöglich war. Er kooperierte also mit dem Klinikpersonal und sein weiterer Aufenthalt verlief ohne größere Zwischenfälle.

Im Laufe der Monate lockerte die Klinik jedoch nach und nach die Auflagen für Earl. Am Ende waren die Sicherheitsvorkehrungen so Lachs wie bei seinem ersten Aufenthalt. Das nutzte Earl schnell aus. Am 2. November 1923 gelang ihm schließlich die Flucht aus der Klinik und dieses Mal konnten sie ihn nicht wieder einfangen.

Earl kehrte erneut zu seiner Tante Lilien zurück. Es war das einzige Zuhause, das er kannte. Sein psychischer Zustand hatte sich eindeutig verschlechtert, seit sie ihn zuletzt gesehen hatte. Als sie ihm die Tür öffnete, erschreckte sie die Kälte in seinen Augen fast zu Tode. Lilan ließ ihren Neffen rein.

 Aus Sorge um ihre Kinder weigerte sie sich aber Earl bei sich übernachten zu lassen. Sie sagte, dass die Polizei mit Sicherheit davon ausgehe, dass er zu ihr geflohen war. Wenn er frei bleiben wolle, müsste er sich an einem anderen, weniger offensichtlichen Ort verstecken. Überraschenderweise hörte Earl auf seine Tante.

 Sie gab ihm ein paar Sachen von ihrem Mann zum Anziehen und schickte ihn zurück auf die Straße. Nachdem Lilan die Tür hinter Earl geschlossen hatte, rief sie sofort die Polizei, um seine Flucht zu melden. Sie wusste, dass er zu gefährlich war, um ihn allein durch die Gegend ziehen zu lassen. Nach zweitägiger Suche wurde Earl erneut gefasst.

Das Wachpersonal im Nepper Hospital behielt Earl danach besonders gut im Auge. Lange mussten sie aber nicht mehr auf ihn aufpassen. Auch nach seiner letzten Flucht war seine Haftzeit nicht verlängert worden und so wurde er am Frühling 1925 offiziell entlassen. In seiner Akte stand lediglich entlassen und gebessert.

Insgesamt war Earl fast vier Jahre lang in Haft gewesen. Rückblickend geht man nicht davon aus, dass sich seine psychische Gesundheit in dieser Zeit wirklich verbessert hat. Es ist sogar durchaus möglich, dass die Klinik einfach genug von ihm und seinen Ausbrüchen hatte, wie schon bei seinem ersten Aufenthalt, als sie ihn einfach für ungefährlich erklärt hatten, obwohl sie genau wussten, wie instabil und wie unbrechenbar.

Bis heute gibt es für diese Annahme aber keine Beweise. Aber was auch immer zu seiner Entlassung geführt hatte, Earl war frei und konnte wieder tun und lassen, was er wollte. Und leider war seine Mordlust während seiner Zeit im Nepper State Hospital nur stärker geworden. Seine Entlassung sollte schon bald mehreren Frauen im ganzen Land das Leben kosten.

Einigen Quellen zufolge begann seine Mordserie nur wenige Wochen nach seiner Entlassung. Bei drei Morden, die sich im Jahr 1925 ereigneten, galt Nelson als Hauptverdächtiger. An dieser Stelle wollen wir uns aber nur mit den Morden befassen, bei denen eindeutig geklärt ist, dass Earl Nelson der Täter war. 1926 konnte Earl seinen Tötungsdrang kaum noch im Zaum halten.

 Als er eines Tages die Kleinanzeigen durchblätterte, entdeckte er eine Annse, die sein Interesse weckte. Eine 62-jährige Frau namens Clara Newman vermietete ein Zimmer in ihrem Haus. In ihrer Anzeige hieß es ausdrücklich, dass Trinker und Seemner als Mieter unerwünscht seien. Für Earl las sich die Anzeige wie die perfekte Gelegenheit, seine Gewaltfantasien auszuleben.

 Er wusste, dass die Frau ihn sofort reinlassen würde, wenn er sich nur richtig präsentierte. Er packte also seine Bibel ein, besorgte sich einen guten Anzug und machte sich auf den Weg zu Clara Newmans Haus. Als Clara ihm die Tür öffnete, stellte sich Earl unter falschem Namen vor. Er sprach klar und deutlich und benutzte viele religiöse Wörter, um Clara das Gefühl zu geben, dass er ein ehrlicher und gottesfürchtiger Mann war.

Er fragte, ob er sich das Zimmer einmal anschauen dürfe, worauf Clara ihn hereinbat. Als Clara Earl durchs Haus führte, überschlugen sich seine Gedanken. Er dachte an all die Dinge, die er der Frau antun würde. Nichts davon war gut. Sie gingen den Flur hinunter, bis sie zum Badezimmer kamen.

 Clara fragte, ob Earl die Toilette sehen wolle, was er freundlich bejahrte. Earl folgte Clara ins Badezimmer und schloss die Tür hinter ihnen. Als die Tür ins Schloss fiel, stürzte sich Earl auf die nichtsahnende Clara. Er packte sie mit beiden Händen am Hals und drückte zu. Er wirkte sie so lange, bis sie aufhörte zu atmen. Earl Nelson hatte gerade sein erstes Opfer getötet.

 Es reicht ihm aber nicht, Clara Newman nur zu ermorden. Earl zog Clara aus und hatte Geschlechtsverkehr mit ihrer Leiche. Dass er sie nicht vergewaltigte, als sie noch lebte, deutet daraufhin, dass er nekrophil war, also explizit Sex mit toten Menschen wollte. Danach ging Earl aus dem Badezimmer Richtung Haustür.

 Er stellte seinen Kragen auf und zog den Hut tiefer, um sein Gesicht zu verbergen. Als er gerade die Tür öffnen wollte, hörte er Schritte hinter sich. Sie kamen von der Treppe. Es war Clara’s Neffe Mert Newman, der seine Wohnung im ersten Stock hatte. Als er Earl sah, fragte er, ob er ihm helfen könne.

 Earl drehte sich ein Stück zu Mörton um, ohne ihm sein ganzes Gesicht zu zeigen. Er musste sich schnell etwas einfallen lassen und sagte, schließlich sagte Vermieterin, dass ich in einer Stunde zurückkomme. Ich hätte das Zimmer gern. Mit diesen Worten ging Earl aus dem Haus und brannte davon. Mton ging vor die Tür, um noch einmal einen Blick auf den Fremden zu werfen, aber er war zu spät.

 Der Mann war längst verschwunden. Mert war perplex. Das Verhalten des Mannes war ihm komisch vorgekommen. Er hatte ihn nicht einmal richtig angesehen. Er wollte seiner Tante aber sofort ausrichten, was der Fremde gesagt hatte und ging in die Küche. Aber Clara war nicht mehr in der Küche. Stattdessen fand Mörton nur eine halb gekochte Wurst auf dem Herd.

Mört ging durchs Haus und rief nach Clara, bis er sie schließlich im Badezimmer fand. erwirkt und vergewaltigt. Mon rief sofort die Polizei. Er konnte den Verdächtigen aber kaum beschreiben. Er hatte nur gesehen, dass der Mann einen olivfarbenen Hautton hatte. Die Polizei konnte nicht viel machen. Der Täter hatte keine Spuren hinterlassen.

 Earl hatte also nichts zu befürchten und er hatte gerade erst angefangen. Nach dem Mord an Clara Newman verließ Earl Nelson San Francisco. Man weiß nicht, ob er von seiner typischen Rastlosigkeit getrieben war oder ob er der Polizei aus dem Weg gehen wollte. Er machte jedenfalls erst im gut 70 km entfernten San Jose Wiederhalt. Dort dauerte es nicht lange, bis er ein weiteres Mal zuschlug.

Der erste Mord hatte ihn ermutigt. Earl war sich sicher, die perfekte Methode gefunden zu haben und als er in San Jose ankam, durchstöberte er sofort wieder die Kleinanzeigen nach Hausbesitzerinnen, die Zimmer zur Untermiete anboten. Er musste sich nur als freundlich, aufgeräumt und rechtschaffen präsentieren, damit die Frauen ihn reinließen.

Sobald er im Haus war, konnte er sie überwältigen und mit ihnen machen, was er wollte. Schon mit seinem ersten Mord hatte Earl seinen Modus Operandi gefunden. Am 2. März 196 fand der 28-jährige Earl die perfekte Anne. Die 60-jährige Laura Beel war auf der Suche nach einem Untermieter. Earl machte sich sofort auf den Weg zu ihr und wie schon bei Clara Newman stellte er sich Laura als frommer freundlicher Mann vor, der kein Wässerchen trüben konnte.

 Laura bat ihn ohne zu zögern herein und zeigte ihm das Zimmer. Als Earl merkte, dass Laura sicher fühlte, fiel er über sie her. Er hielt sie mit einer Hand fest und zog ihr mit der anderen Hand den Seidengürtel aus dem Morgenmantel. Dann legte er ihr den Gürtel um den Hals und zog. Er zog den Gürtel so eng, dass er in Lauras Haut schnitt.

 Sie blutete stark und bekam keine Luft mehr, bis sie schließlich tot war. Genau wie bei seinem ersten Opfer hatte Earl auch mit Lauras Leiche Geschlechtsverkehr. Danach ließ er die Tote in dem leerstehenden Zimmer liegen und ging lockeren Schrittes aus dem Haus. Er achtete darauf, möglichst entspannt zu wirken und keinen Verdacht zu erregen.

 Und obwohl ein Nachbar Earl aus dem Haus kommen sah, konnte er ihn später nur als fahgesichtig beschreiben. Mehr hatte er nicht gesehen. Mehrere Stunden später fand Lauras Ehemann ihre Leiche im Haus. Er rief die Polizei, doch wie schon beim ersten Mord hatte der Täter keine Spuren am Tatort hinterlassen. Kurz darauf waren die Morde auf allen Titelseiten.

 Die Zeitungen verkündeten, dass ein wahnsinniger Umgeher, der es auf ahnungslose Vermieterinnen abgesehen habe, sie nannten ihn The Dark Strangler. Man geht davon aus, dass Earl die Zeitungsberichte verfolgte und sich entschied eine Weile zu warten, bis sich die Lage wieder beruhigt hatte. Als die Wochen ohne weitere Vorfälle ins Land zogen, verschwanden die Stranglerberichte nach und nach von den Titelseiten und aus dem Bewusstsein der Leute. Die Aufregung hatte sich gelegt.

Genau darauf hatte Earl Nelson gewartet. Jetzt konnte er endlich seinen nächsten Überfall planen. Am 10. Juni 1926 fand Earl die Annce einer 63-jährigen Witwe namens Lilian St. Mary. Sie hatte ein Haus in San Francisco, in dem sie schon mehrere Mieter untergebracht hatte. Ein freies Zimmer gab es aber noch. Wie zuvor machte sich Earl mitten am Tag auf den Weg zu Lilian St.

 Marys Haus mit frisch gebügeltem Anzug und Biebel in der Hand. Mes St. Mary öffnete Earl die Tür und führte ihn die Treppe hinauf zu ihrem letzten freien Zimmer. In dem Moment, als sie den Raum betraten, schloss Earl die Tür hinter ihnen ab. Lillian blieb keine Zeit zu reagieren. Earl packte sie am Hals, warf sie aufs Bett und strangulierte sie mit beiden Händen.

Als sie tot war, zog Earl sie aus und hatte Geschlechtsverkehr mit ihrer Leiche, so wie die beiden Male zuvor. Danach schlich sich L so leise wie möglich aus dem Haus. Er war sogar so leise gewesen, dass der Mieter im Zimmer unter ihnen absolut nichts mitbekommen hatte. Er hatte Earl und Lilian nicht reden hören und er hatte vom Mord nichts mitbekommen.

 Er wusste gar nicht, dass ein Fremder im Haus gewesen war. Erst als er ein paar Stunden später nach seiner Vermieterin suchte, merkte er, dass etwas nicht stimmte. Er ging hoch in den ersten Stock, wo ihm sofort auffiel, dass die Tür zum freien Zimmer nur angelehnt war. Als er die Tür vorsichtig weiter öffnete, sah er Lillians Leiche auf dem Bett.

Nach dem dritten Mord an einer Vermieterin war sich die Polizei sicher, dass ein einzelner umherziehender Täter für alle drei Morde verantwortlich war. Der Polizeichef warnte die Leute in der Bay Area, dass ein gefährlicher Keller in ihrer Region unterwegs sei. Er allen Vermieterinnen, keine fremden Männer mehr ins Haus zu lassen, wenn keine zweite Person anwesend war.

Die Polizei suchte überall nach Verdächtigen, aber ohne Erfolg. Kurz nach dem Mord an Lilan St. Mary floh Earl aus San Jose und zog weiter nach Süden. Ende Juni erreichte er Santa Barbara, wo man noch nichts von der Bedrohung durch den Dark Strangler mitbekommen hatte. Genau zwei Wochen nach dem Mord an Lilan St.

 Mary rief Earl bei einer 53-jährigen Hauswirtin an. Ihr Name war Mes Russell. Er sagte, dass er an ihrem freien Zimmer interessiert sei und es sich gerne am frühen Nachmittag anschauen wolle. Earl wusste, dass Misses Russells Mann um diese Zeit sicher nicht zu Hause sein würde. Mes Russell sagte den Termin zu und ein paar Stunden später stand Earl bei ihr vor der Tür, wie immer in bester Montur.

Sie ließ ihn ins Haus und wies. Als sie allein im Zimmer waren, erwirkte Earl Miss Russell mit einem Strick und vergewaltigte ihre Leiche. Alles lief genauso ab wie bei den vorherigen Morden. Doch dieses Mal blieb Earl nicht unbemerkt. Earl glaubte allein im Haus zu sein, aber einer von Mus Russells Mietern schlief nebenan in seinem Bett.

 Sein Name war William Franyie. Fryete in der Nachtschicht. Und als er vom Lärm nebenan aufwachte, war er vor allem wütend, dass jemand es wagte, ihn, um seinen wohlverdienten Schlaf zu bringen. Fry schlich über den Flur und kniete sich vor die Tür des Nebenzimmers. Er späte durchs Schlüsselloch. Was zur Hölle ging davor? Frenie sah einen großen Mann, der Sex mit seiner Vermieterin hatte.

 Aber Fran wusste, dass Miss Russell ihren Mann niemals einfach so betrügen würde. Doch dann sah er, dass Mes Russell sich überhaupt nicht mehr bewegte und dass die Bettlagen voll Blut waren. Entsetzt und verwirrt wartete Frany, bis Earl den schrecklichen Akt beendet hatte. Als Earl auf die Tür zukam, ging Fran schnell zurück in sein Zimmer und wartete, bis der Unbekannte verschwunden war.

 Dann verließ auf Fran und eilte zur Arbeitsstelle von Miss Russells Ehemann George. Franny erzählte George Russell, was er gesehen hatte und die beiden fuhren auf schnellstem Wege zum Haus zurück, wo sie die tote Miss Russell auf dem Bett fanden. [räuspern] Sie meldeten den Mord sofort bei der Polizei und zum ersten Mal erhielten die Beamten eine genaue Beschreibung des Dark Stranglers.

Eine Lokalzeitung aus Los Angeles beschrieb ihn als wahrscheinlich griechisch um die 35 ca. 175 groß, hohe Wangenknochen, schmales Gesicht und ein langes welliges sandfarbenes Haar. In Wirklichkeit soll Earl englische und spanische Vorfahren gehabt haben und er war zum Tatzeitpunkt erst 29. Trotzdem half Franys Beschreibung der Polizei sehr, einer Identifikation des Mörders näher zu kommen.

Doch leider gelang es den Detectives auch mit der Täterbeschreibung nicht Earl Ding festzumachen. Er blieb nie lange an einem Ort und als ihr Suche richtig losging, hatte er Santa Barbara schon längst wieder verlassen. Mit William Frenie hatte die Polizei jetzt zwar einen verlässlichen Zeugen, das hielt Earl Nelson aber nicht davon ab in anderen Bundesstaaten weiterzumorden.

In den kommenden zwei Monaten sollte der Strangler Terror das Leben von fast zwei dutzend weiteren Frauen fordern. Earl war schon wieder unterwegs. Er zog so schnell von einer Stadt zur nächsten, dass die Polizei keine Chance hatte, seine Pferde aufzunehmen. Er war zu Fuß oder per Anhalter unterwegs.

 Manchmal sprang er auch auf leere Güterzüge. In den 1920ern war die Technik noch nicht so weit fortgeschritten, dass die Polizeidienststellen permanent miteinander kommunizieren konnten. Manchmal gab es überhaupt keinen Austausch. Die beschränkten Mittel der Polizei und Earths permanentes umherreisen machten es fast unmöglich, ihm auf die Spur zu kommen.

Nach seinem letzten Mord in Santa Barbara fuhr Earl nach Oakland, Californien. Dort ging er nach derselben bewährten Methode vor und fand sein fünftes Opfer, die 52-jährige Mary Nespleanzeigen Teil einer Lokalzeitung. Earl betrat Marys Haus am 16. August 1926. Als die Luft rein war, warf er sie zu Boden und schlug ihren Kopf gegen die Badezimmerfliesen.

Dann erwirkte er sie mit einem Geschirrtuch. Als Marys Mann abends nach Hause kam, fand er ausgeschlagene Zähne und Blut auf dem Boden. Dann entdeckte er Marys Leiche. Der Täter hatte sie ermordet, vergewaltigt und dann regelrecht in eine Ecke im Badezimmer gestopft. Als die Polizei die Suche nach Marys Mörder aufnahm, floh Earl nach Portland, Oregon.

 Dort ermordnete er kurz nacheinander drei weitere Frauen. Am 19. Oktober erwirkte und vergewaltigte Earl die 35-jährige Beata Withers. Er brachte ihre Leiche auf den Dachboden und steckte sie in einen Koffer. Indem er Biata versteckte, gelang es ihm den Fund der Leiche hinauszuzögern. Ihr 15-jähriger Sohn fand sie erst einen Tag später.

 Zu diesem Zeitpunkt hatte Earl schon ein weiteres Mal zugeschlagen. Am 20. Oktober erwirkte und vergewaltigte Earl eine 37-jährige Witwe namens Mabel Flug. Auch sie versteckte er auf dem Dachboden. Einen Tag später tötete sein drittes Opfer in Portland, die 59-jährige Virginia Grant. Ihre Leiche versteckte er hinterm Heizkessel im Keller.

Bei Earls Morten in Portland ist eine wichtige Veränderung seines Modus Operandi zu beobachten. Er hatte gesehen, mit welcher Geschwindigkeit die Presse und Polizei an seinen Morden dran waren. Das brachte ihn in Bedrängnis. Als Reaktion darauf begann er also seine Opfer zu verstecken. Auf diese Weise hatte er etwas mehr Zeit, aus der jeweiligen Stadt zu fliehen.

In Portland blieb er aber noch eine Weile. Er kontaktierte noch weitere Vermieterinnen und stellte sich ihnen vor. Anstatt sie jedoch zu töten, umgarnte er sie mit Bibelversen und miete Zimmer bei ihnen. Den ersten Teil der Miete zahlte er jedes Mal mit gestohlenen Waren als Pfand. Dann zog er ein und blieb ein paar Tage.

  Als die Gesamtmiete fällig war, machte sich Earl ohne zu zahlen davon. Es war diese Zechprellerei, die Earl am Ende zum Verhängnis werden sollte. Die betrogenen Vermieterinnen zeigten ihn mit Namen und Beschreibung beim Portland Police Department an. Als sie die Angaben zu Earl Nelson mit der Täterbeschreibung des Dark Stranglers verglichen, begann die Polizei zu vermuten, dass sie ihren Mörder gefunden hatte.

Sie fanden schnell heraus, dass Earl Nelson Polizei beekannt war. Er galt als Psychopath, war mehrfach aus einer Klinik ausgebrochen und hatte versucht, ein kleines Mädchen zu ermorden. Die Polizei machte Earls Namen öffentlich und die Medien berichteten über alles, was sie über den mutmaßlichen [räuspern] Killer in Erfahrung bringen konnten.

Einige Reporter und Reporterinnen interviewten sogar Earls Tante Lilan. Lilan erzählte den Reportern und Reporterinnen, dass Earl früher oft auf Händen gelaufen sei und schwere Sachen zwischen den Zähnen herumgetragen habe. Sie erwähnte auch, dass er gern durch dunkle Keller geschlichen sei. Dieses seltsame Verhalten zusammen mit Earls langen Armen erinnerte die Presseleute an eine alte Edgar Allen Po Geschichte.

 In The Murders in the Roomork werden zwei Frauen auf schreckliche Weise von einem ausgebrochenen Orangutan getötet. Aber nur, weil jetzt alle Welt seinen Namen kannte, war es noch lange nicht leichter geworden, Earl Nelson auch zu fangen. Er gab immer wieder falsche Namen an und hatte ein Fable fürs Umherziehen. Schon diese beiden Faktoren machten es so gut wie unmöglich, ihnen aufzuspüren.

Er konnte ungehindert weiter durchs Land ziehen und immer wenn er einen Stopp einlegte, mordete er. Von Portland fuhr Earl erstmal zurück nach San Francisco. Am 18. November 1926 ermordete er dort die Vermieterin Mes Adms und versteckte ihre Leiche unterm Bett. Ihr Mann fand sie noch am selben Abend.

Die nächsten fünf Tage fuhr Earl nach Norden, bis er Seattle im US-Bundesstaat Washington erreichte. Dort tötete er am 23. November die 48-jährige Florence Monks stahl ihren Schmuck und verließ die Stadt so schnell wie er gekommen war. Er kehrte nach Portland zurück. Dort machte er am 29. November einen Termin mit der ebenfalls 48-jährigen Vermieterin Blanch Myers.

 Er erwirkte sie und Stahlschmuck und Bargeld aus ihrem Haus. Das Geld benutzte er, um nach Osten zu reisen. Ende Dezember war Earl in Council Bluffs Iowa angekommen, einem der damals größten Bahnknotenpunkte im Land. Am 23. Dezember erwirkte Earl die 49-jährige Elizabeth Beard und versteckte ihre Leiche unterm Bett.

 Sie wurde noch am selben Abend gefunden. Nach dem Mord stieg Earl sofort in den Zug und verließ Iowa. Innerhalb weniger Tage hatte er Kansas City Missouri erreicht. In Kansas tötete Earl eines seiner jüngsten Opfer, die 23 Jahre alte Bonnie Pace. Der Mord ereignete sich am 27. Dezember.

 Sein nächstes Opfer fand Earl schon am nächsten Tag. Am 28. Dezember erwirkte Earl die 28-jährige Germania Harpin. Doch das war nicht alles. Er errosselte auch Germania 8 Monate altes Baby mit einer Windel. Man weiß nicht, was Earl dazu brachte, ein Baby zu töten. Es gibt nur die Theorie, dass er es spontan tat, nachdem er zuvor die Mutter des Kindes im selben Zimmer ermordet hatte.

 Doch was auch immer der Grund war, es war diese Tat, die den sowieso schon gefürchteten Gorilla Man in der Öffentlichkeit zum Monstrum machte. Die Leute wollten ihn so schnell wie möglich hintergittern sehen. Earl verließ Kansas City und zog weiter durch die Vereinigten Staaten. Was er in den nächsten vier Monaten genau tat, ist jedoch nicht eindeutig geklärt.

Es gibt Grund zur Annahme, dass er in dieser Zeit für mindestens drei weitere Morde verantwortlich war. Wir werden uns an dieser Stelle aber weiter nur auf die Morde konzentrieren, die Earl erwiesenermaßen begangen hat. Earls nächster Mord ereignete sich am 27. April 1927 in Philadelphia, Pennsylvania. Dort erwirkte und vergewaltigte er die 60-jährige Mary McConnell.

 Er versteckte ihre Leiche, stahl ihren Schmuck und fuhr weiter in die nächste Stadt. Am 12. Mai wurde Earl 30. Er feierte seinen Geburtstag am 27. Mai mit dem Mord an der 35-jährigen Jenny Randolf aus Buffalo, New York. Anfang Juni war er schon bis nach Detroit, Michigan gekommen, wo er seinen zweiten Doppelmord beging. Am 1.

 Juni erwirkte und vergewaltigte er eine 53-jährige Hausbesitzerin namens Mini May mit einem Stromkabel. Danach tötete er eine ihrer Mieterinnen, die 64-jährige Marine Adworthy. Auch mit ihrer Leiche hatte er Geschlechtsverkehr. Earl war der Polizei immer einen Schritt voraus. Er ließ Detroit sofort nach den Morden hinter sich und fuhr nach Chicago, Illinois. Dort tötete er am 3.

Juni die 27-jährige Mary Siema. Ebenfalls mit einem Stromkabel. Ihr Mann fand sie noch am selben Tag. Innerhalb von 17 Monaten war der Gorillam Earl Nelson quer durch die USA gefahren und hatte 19 Frauen und ein Baby ermordet. Das ganze Land war in Schockstarre und die Angst wurde mit jedem neuen Opfer größer.

Für die Öffentlichkeit wirkte L geradezu unaufhaltbar. Er tauchte plötzlich irgendwo auf, tötete jemanden und schlüpfte der Polizei jedes Mal durch die Finger, ohne irgendwelche Spuren zu hinterlassen. Für die Leute war er das personifizierte Böse, ein Dämon aus den Schatten. Earl selbst hatte der Wall nicht das Gefühl, unverwundbar zu sein.

 Seine Morde waren überall in der Zeitung, egal wo er hinging. Während die Leute glaubten, dass es kein Entkommen vor ihnen gab, hatte er das Gefühl, den Blicken der Leute nicht entkommen zu können. Es war jedenfalls nicht so, dass er in Ruhe durch die Stadt schlendern und nach Lust und Laune morden konnte. Außerdem hatte Earl irgendwann das Gefühl, dass die gesamte amerikanische Polizei hinter ihm her war.

 Er glaubte, jeden Moment geschnappt werden zu können. Der Druck war einfach zu groß. Er beschloss also die USA zu verlassen und nach Kanada zu gehen. Nachdem er die Grenze überquert hatte, erreichte er am 8. Juni 1927 Winnipe Manny Toba. Auf der Suche nach einer Bleibe schmeichelte er sich bei einer Vermieterin namens Katherine Hill ein.

Er gab einen falschen Namen an, zahlte einen Dollar Kaution und versprach Katherine ihr bis Ende der Woche weitere 3$ zu zahlen. Noch am selben Tag kam ein 14-jähriges Mädchen namens Lola Cohen am Haus vorbei. Sie ging von Tür zu Tür und verkaufte Papierblumen. Vielleicht klopfte sie bei Katherine und Earl machte ihr auf.

 Vielleicht hatte Earl sie aber auch auf der Straße getroffen und sie irgendwie dazu gebracht, mit ihm ins Haus zu kommen. So oder so gelang es Earl Lola mit auf sein Zimmer zu nehmen, wo er sie nach seiner typischen Methode mit bloßen Händen erwirkte. Earl versteckte Lolas Leiche unterm Bett und legte sich schlafen.

 Am nächsten Morgen schloss er die Zimmertür hinter sich ab und ging aus dem Haus. Er streifte durch Winnie Pack und suchte nach einem neuen Opfer. Lange mußte er nicht suchen. Emily Patterson war gerade mit Aufräumen beschäftigt, als Earl sie durchs Fenster entdeckte. Im Gegensatz zu den meisten von Earls Opfern war Emily keine Vermieterin.

Es ist nicht bekannt, wie es Earl gelang, sich Zutritt zum Haus der Pattersons zu verschaffen, aber als er drin war, erwirkte und vergewaltigte er Emily sofort. Ihre Leiche versteckte er unterm Bett. Earl Stahl einen der Anzüge von Emilys Ehemann. Dollar in Bar und Emilys goldenen Ehering. Kurz darauf verließ er das Haus und erkundete weiter die Gegend.

Als Emilys Mann William abends nach Hause kam, machte er sich große Sorgen. Emily war nirgends zu finden. Nachdem er mehrere Stunden gesucht hatte, war William klar, dass er in dieser Nacht nichts mehr tun konnte. Er kniete sich nebens Bett und flehte Gott an ihm zu helfen, Emily zu finden. Beim Aufstehen hob er mit einem Bein ein Stück von der Überdecke an, die die Seite des Bettes verdeckte.

Dahinter kam ein Stück von Emilys Pullover zum Vorschein. William stutzte. Er kniete sich wiederhin und zog die Decke zur Seite. Unter dem Bett lag seine Frau. Sie war tot. William alarmierte die Polizei. Als er ihnen die Einzelheiten beschrieb, wussten sie sofort, wer den Mord begangen hatte.

 In Kanada hatte man längst von Earls grausamen Verbrechen gehört. Die Geschichte vom umherziehenden Killer war die erste ihre Art und das gruselige Bild vom mordenden Landstreicher faszinierte die Menschen auch über die Grenzen der USA hinaus. Die Polizei von Winnipe machte sich sofort auf die Suche nach Emily Pattersons Mörder.

 Dabei benutzte sie einfach eine Täterbeschreibung aus einer US-amerikanischen Zeitung. Sie befragten Ladenbesitzerinnen und Ladenbesitzer und Passantinnen und Passantin in der Gegend und es gelang der Polizei tatsächlich Earl bis zu Katherine Hills Zimmervermietung zurückzuverfolgen. Als sie ihr erzählten, hinter wem sie her waren, glaubte sie zunächst nicht, dass der charmante und gottesfürchtige Mann, den sie in ihr Haus gelassen hatte, ein Mörder sein sollte.

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