VERSCHWUNDEN IM HOCHHAUS ??? … Was geschah mit Nicole Morin ? T
VERSCHWUNDEN IM HOCHHAUS ??? … Was geschah mit Nicole Morin ?

Hallo meine Lieben und willkommen zu diesem neuen Video. Ja, heute geht’s hier auf meinem Kanal schon wieder weiter mit True Crime und damit auch mit einem neuen Fall, den ich mir ausgesucht habe und über den ich euch gerne berichten möchte. Der 30. Juli 1985 beginnt als ein klarer warmer Tag in der 2 Millionen Einwohnerstadt Toronto.
Ein Tag auf den sich die 8 Jahre alte Nicole Morin zusammen mit ihrer Mutter im Westen der Stadt wohnt, ganz besonders freut. Denn es sind Sommerferien. Das bedeutet für Nicole jede Menge Freizeit, Sonne, Spaß und vor allen Dingen bedeutet es unbeschwerte Stunden am Swimmingpool. ihrer Wohnanlage. Um kurz vor 11 Uhr, am Vormittag dieses 30.
Juli zieht sich Nicole jetzt darum ihren Badeanzug an, packt ein paar Dinge zusammen, schnappt sich eine Decke und ein Handtuch, verabschiedet sich von ihrer Mutter Jeanette und macht sich auf den Weg vom 20. Stock ihres Wohnhauses hinunter in die Lobby, wo ihre beste Freundin Jennifer, mit der sie sich kurz zuvor verabredet hat, bereits auf Nicole wartet, denn die beiden Mädchen wollen wie so oft in der Vergangenheit den Tag wieder einmal am Hause eigenen Swimmingpool verbringen.
Doch Nicole kommt erst gar nicht unten in der Lobby an. Was zunächst wie ein Missverständnis aussieht, entwickelt sich binnen Stunden zu einem absoluten Albtraum, denn Nicole ist innerhalb weniger Minuten wie vom Erdboden verschluckt und jeder stellt sich dieselbe Frage. Wie kann es sein, dass ein 8 Jahre altes Kind am helligten Tag mitten in einem belebten Wohnhaus auf dem Weg von ihrer Haustür im 20 Stock hinunter ins Erdgeschoss spurlos? verschwindet.
Die Polizei von Toronto reagiert sofort und was als Routineeinsatz beginnt, wächst sich innerhalb kürzester Zeit zur größten und aufwendigsten Succhaktion nach einem vermissten Kind in der Geschichte der Stadt aus. Und während Nicoes Eltern zwischen Angst, Panik und Hoffnung hin und her gerissen sind, vergeht Stunde um Stunde.
Die Uhr tickt und jeder weiß, umso länger Nicole verschwunden ist, umso geringer die Chance, sie lebend wiederzufinden. Was ist an diesem sonnigen Morgen im Juli 1985 wirklich mit Nicole Morren geschehen? eine Frage, die nicht nur die Polizei, sondern bald auch eine ganze Stadt beschäftigen wird. Und genau mit dieser Frage beschäftigen wir uns auch in meinem heutigen Video.
Und damit, meine Lieben, ihr wisst es, fangen wir immer ganz am Anfang an. Nicole Louise Moren kommt am 1. April 1977 als einziges Kind ihrer Eltern Jeanette und Art Moren in Kanadas größter Stadt Toronto zur Welt. Einige Jahre nach Nicools Geburt jedoch trennen sich ihre Eltern, was zurfolge hat, dass Art Moren nach Missaga, einer Stadt ca.
25 km außerhalb von Toronto umzieht, während Nicole bei ihrer Mutter bleibt. Doch trotz der räumlichen Distanz ist der Kontakt weiterhin sehr eng. Nicole sieht ihren Vater regelmäßig, verbringt viel Zeit mit ihm und ihre Eltern haben sich wohl auch nach der Trennung stets ein freundschaftliches Verhältnis bewahrt. Moren war ein Kind der 80er Jahre und wuchs darum auf in einer Zeit, die etwas langsamer und in mancher Hinsicht vielleicht auch einfacher und unbeschwerter war als die, in der wir heute leben, ohne dass sie deshalb besser oder schlechter gewesen wäre,
aber eben einfach anders. Und im Sommer 1985 ist Nicole 8 Jahre alt und besucht die dritte Klasse der Wellenworth Junior School im Westen von Toronto. Sie ist eine gute Schülerin, hat viele Freunde und wird später von den Menschen, die sie gut kannten, als unheimlich liebes, aufgewecktes und fröhliches Mädchen beschrieben.
Herzlich, neugierig, hilfsbereit, ein Kind, das gern lacht, andere mit ihrer guten Laune ansteckt und sich über die kleinen Dinge wie z.B. den gelegentlichen Besuch bei McDonald’s riesig freuen konnte. Nach der Schule ist Nicole am liebsten draußen, wo sie mit vielen anderen Kindern aus der Nachbarschaft herumteult, spielt und Nicole liebt den Sommer, denn es gab wohl nichts Schöneres für sie als bei warm Wetter draußen zu schwimmen und zu baden.
Und was das anging, muss man sagen, hatte Nicole Morren dank ihres Wohnorts praktisch uneingeschränkte Möglichkeiten, denn im Juli 1985 lebt sie zusammen mit ihrer Mutter Jeanette im Summit Royal, einem großen Apartmentkomplex an der Westmall im Torontoa Stadtteil Etonico. 400 Wohnungen verteilt auf 20 Stockwerke.
ein riesiges Gebäude, das allerdings auch zahlreiche Vorteile hat. Dort leben nämlich nicht nur viele andere Familien mit Kindern in Nicoles Alter, darunter auch die Familie ihrer besten Freundin Melissa und auch die Familie ihrer Freundin Jennifer. Der große Komplex verfügt darüber hinaus über zwei Swimmingpools, einen im Untergeschoss des Gebäudes mit angrenzenden Fitnessraum und einen Außenpool auf der Rückseite, der natürlich gerade im Sommer von den Bewohnern allen voran von den Kindern gerne genutzt wird. Nicole beste
Freundin Melissa Ellerschuk sagte später: “Nicole und ich gingen jeden Tag zusammen zur Schule. Wir hatten immer sehr viel Spaß, erfanden unsere eigenen Spiele, ließen unserer fantasiefreien Lauf, haben zusammen draußen gespielt und wir sind auch ständig schwimmen gegangen in den Pool, der zu unserem Wohnhaus gehört hat.
Und ganz genau das mit einer ihrer Freundinnen schwimmen gehen hatte Nicole Moren auch an einem schönen warmen Sommertag im Juli 1985 vor. Ein Tag, der zunächst vollkommen normal begann, jedoch in einem Albtraum enden wird. Der 30. Juli 1985 ist ein Dienstag, mitten in den Sommerferien und bereits früh am Morgen strahlt die Sonne vom Himmel und es ist auch schon recht heiß draußen.
Der perfekte Tag also für Nicole wieder einmal unbeschwerte Stunden am Außenpool ihrer Wohnanlage zu verbringen. Und genau dazu hatte sie sich an diesem Dienstagvormittag mit ihrer Freundin Jennifer, die imselben Haus wie Nicole und ihre Mutter mit ihrer Familie gelebt hat, verabredet. Doch zuvor passiert jetzt erst einmal noch etwas anderes, denn nachdem sie morgens aufgestanden ist, hat Nicole zunächst einmal mit ihrer Mutter Chanette gefrühstückt, ihr danach noch etwas beim Aufräumen der Wohnung geholfen und dann um 10:30 Uhr zum
ersten Mal an diesem Tag kurz die Wohnung verlassen, um unten die Post zu holen. Wichtig an dieser Stelle zu wissen ist, dass Nicole und ihre Mutter ganz oben, genauer gesagt im 20. Stock des Hauses an der Westmall gewohnt haben. Um also jetzt die Post zu holen, was Nicole wohl sehr gerne und auch regelmäßig getan hat, fährt sie mit dem Aufzug nach unten in die Lobby, wo die Briefkästen angebracht sind, holt die Post heraus und ist wenige Minuten später um kurz nach 10:30 Uhr wieder oben in der Wohnung bei ihrer Mutter
angekommen. Soweit so gut. Doch jetzt wird es für Nicole langsam Zeit, sich fertig zu machen. Schließlich ist sie um 11 Uhr mit Jennifer unten in der Lobby verabredet. Sie geht also in ihr Zimmer, zieht sich dort ihren pfirsigfarbenen einteiligen Badeanzug an, bindet sich ihre Haare mit einem grünen Stirnband ein bisschen zurück und schlüpft in ihre roten Leinenschuhe.
Danach schnappt sich Nicole einen Plastikbeutel, in den sie ihre Haarbürste, Sonnencreme, ein lilafarbenes Handtuch und auch etwas Kleidung zum Wechseln einpackt, darunter ihre grünweiße Short und ein helles T-Shirt und auch ihre orangefarbene Lieblingsdecke nimmt sie mit. Bevor sie jetzt allerdings aus der Wohnung hinausgeht, spricht Nicole durch die Gegensprechanlage noch einmal mit ihrer Freundin Jennifer, die zu diesem Zeitpunkt bereits unten in der Lobby wartet.
Nicole soll durch die Gegensprechanlage nur kurz gefragt haben, bist du schon da? Und als Jennifer geantwortet hat: “Ja, ich bin unten. Ich warte, soll Nicole gesagt haben: “Okay, ich komme gleich.” Und nur Sekunden später verabschiedet sie sich von ihrer Mutter und verlässt um Punkt 11 Uhr die Wohnung im 20. Stock.
Dabei trägt Nicole jetzt nur ihren pfirsigfarbenen Badeanzug und hat ihre persönlichen Gegenstände in einem Plastikbeutel bei sich. Im 20. Stock befinden sich drei Aufzüge. Die Polizei ging später wohl zunächst davon aus, dass Nicole direkt nach dem Verlassen der Wohnung in einen dieser drei Aufzüge eingestiegen ist, um nach unten zu fahren.
Doch Nicole Morren wird niemals in der Lobby ankommen. Sie verschwindet spurlos, irgendwo auf dem Weg vom 20. Stock nach unten. 15 Minuten vergehen jetzt. 15 Minuten, in denen Nicoleys Freundin Jennifer nach wie vor unten in der Lobby vor dem Eingang auf sie wartet und langsam ungeduldig wird. Genau darum entschließt sich Jennifer um 11:15 Uhr auch dazu, hinauf in den 20.
Stock zu fahren und nachzufragen, was los ist, warum Nicole so lange braucht, warum sie nicht runterkommt. Doch, wie wir wissen, Nicole war zu diesem Zeitpunkt ja schon nicht mehr in der Wohnung. Soweit ich das bei meiner Recherche nachvollziehen konnte, war Jeanette Moren Nico Mutter jetzt nicht direkt gleich besorgt, als Jennifer vor der Tür stand und nach Nicole gefragt hat.
Denn Jeanette hatte angenommen, dass sich die beiden Mädchen unten in der Lobby einfach verpasst haben und dass Nicole sehr wahrscheinlich schon zum Pool vorausgelaufen ist oder andere Kinder getroffen hat, mit denen sie auf dem Gelände spielt oder mit denen sie zum Swimmingpool auf die Rückseite gelaufen ist.
Man muss sich einfach klar machen, dass es in diesem großen Wohnkomplex an der Westmall über 400 Wohnungen gab. Das bedeutet ganz automatisch den ganzen Tag über viel Betrieb ein ständiges Kommen und gehen der Anwohner. Viele Familien mit Kindern lebten dort, darunter auch einige von Nico Mitschülern und engsten Freundinnen.
Und gerade jetzt während der Sommerferien hatten die Kinder wohl überall auf dem Gelände gespielt. Da ist es nicht weit hergeholt zu vermuten, dass Nicole und Jennifer sich einfach verpasst haben. Und genau darum geht Jennifer jetzt also erst einmal wieder und Nicools Mutter Jeanette bleibt in der Wohnung zurück.
Während ich mich mit diesem Fall beschäftigt habe, habe ich zwar nicht überwiegend, aber doch zum Teil den Eindruck gewonnen, dass das Verhalten von Nicole Mutter in dieser Situation kritisiert wurde. Zwar nicht damals im Jahr 1985, da war das wohl kein großes, wenn überhaupt ein Thema, aber jetzt heute im Jahr 2025 wurde das doch sehr kritisiert.
Also so ganz nach dem Motto, wie kann man ein 8 Jahre altes Kind überhaupt grundsätzlich alleine aus der Wohnung oder geschweige denn da irgendwo raus zu einem Swimmingpool gehen lassen? Und dann klingelt auch noch kurze Zeit später die Freundin und sagt, dass Nicole nicht aufgetaucht ist. Und man nimmt einfach an, sie ist schon zum Pool vorausgelaufen oder spielt irgendwo auf dem Gelände mit anderen Kindern.
Und ja, auf den ersten Blick, wie gesagt, aus unserer 2025er Perspektive heraus, mag das Verhalten von Nicole Mutter ungewöhnlich erscheinen, aber man muss sich eben auch klar machen, wann man hier ist, nämlich im Jahr 1985, da ich selbst ein Kind der 80er bin, kann ich in diesem Punkt tatsächlich mal aus eigener Erfahrung heraussprechen.
Wenn ich euch sage, dass auch ich als 7, 8, 9, 10-Jährige praktisch ununterbrochen alleine draußen war. Sommer wie Winter, wir waren einfach immer draußen. Wasserschlachten, Drachen steigen, Schlitten fahren, Fahrradrennen, Gummihüpfen, den ganzen lieben langen Tag nach der Schule an den Wochenenden und vor allem natürlich während der Ferien.
Und dabei waren wir Kinder immer unter uns. Ich bin auch alleine nach draußen gegangen, um mich mit den Kids aus meiner Nachbarschaft am Sandkasten zu treffen. Manchmal waren wir dort zu zweit, manchmal waren wir 30. Und wenn es Essen gab, dann hat meine Mutter irgendwo aus dem Fenster gerufen: “Essen ja und dann ist man rein, hat schnell was reingeschlungen, um danach sofort wieder rauszugehen.
” Versteht mich nicht falsch. Ich finde es absolut richtig und wichtig, dass wir heutzutage eine andere Sichtweise auf das alles haben, stärker sensibilisiert sind, was Gefahren angeht, dass wir aufmerksamer und wachsamer sind, gerade wenn es um Kinder geht. Trotzdem möchte ich an dieser Stelle anmerken, dass ich persönlich die Kritik, die es zum Teil jetzt an Nicole Mutter gibt, nicht ganz fair finde.
Vor allen Dingen, wenn man die damalige Zeit und auch die Umstände berücksichtigt, denn Nicole Moren hat an diesem 30. Juni 1985 nicht zum ersten Mal alleine ihre Wohnung verlassen. Nur 15 Minuten zuvor fuhr sie schon alleine nach unten, um die Post zu holen und auch in der Vergangenheit spielte sie mit Kindern aus der Nachbarschaft auf dem Gelände oder ging zum Swimmingpool hinunter, an dem sich im übrigen auch tagsüber immer ein Bademeister aufhielt, der dort nach dem Rechten gesehen hat.
Und als Nicole Freundin Jennifer jetzt also um 11:15 Uhr an der Tür von Jeanette Moren klingelt und nach Nicole fragt, da ist Jeanette eben nicht gleich vom schlimmsten ausgegangen. Sie ist nicht davon ausgegangen, dass ihrer Tochter in diesem scheinbar geschützten Wohnkomplex inmitten einer vertrauten Nachbarschaft etwas zugestoßen sein könnte, sondern sie ist davon ausgegangen, dass die Mädchen sich unten in der Lobby verpasst haben und dass Nicole zusammen mit anderen Kindern spielt oder bereits am Pool ist. Als Jennifer jetzt aber von
Nicoes Mutter erfahren hat, sie ist nicht mehr zu Hause, ist sie erst einmal alleine hinunter zum Pool auf die Rückseite des Gebäudes gegangen. Doch als sie dort ankam, hat sie Nicole auch am Pool nirgendwo gefunden, weswegen Jennifer ihre Zeit jetzt dort mit anderen Kindern verbracht und gespielt hat. Und dadurch vergehen jetzt einige Stunden.
Genauer gesagt vergehen 4 Stunden. Denn um 15 Uhr am Nachmittag wundert sich Jeanette Moren dann doch, dass Nicole in der Zwischenzeit nicht wieder nach oben in die Wohnung zurückgekommen ist. Ja, beim Schwimmen und beim Planschen kann man durchaus mal die Zeit vergessen, aber es ist inzwischen doch schon Nachmittag geworden.
Leider kann ich euch an dieser Stelle nicht sagen, was Nicole Mutter jetzt daraufhin genau getan hat, denn das wurde nirgendwo klar dokumentiert. Ich gehe aber einfach mal davon aus, dass sie nach unten fuhr und überall angefangen hat nach ihrer Tochter zu suchen im Haus, auf dem Gelände, am Swimmingpool. Sie wird mit Sicherheit auch viele Menschen gefragt haben, denen sie über den Weg gelaufen ist, ob sie Nicole gesehen haben.
Vielleicht hat sie auch noch mal Jennifer irgendwo getroffen und so erfahren, dass Nicole in den vergangenen vier Stunden nicht am Pool war. Was ich euch mit Sicherheit sagen kann, ist, dass Jeanette Moren irgendwann nach 15 Uhr die Polizei gerufen hat und dass dann nur kurze Zeit später auch die ersten Streifenwagen des Toronto Police Department an der Westmall angekommen sind.
Und was jetzt folgt, ist die umfangreichste Suche nach einem vermissten Kind in der Geschichte der Stadt, denn Nicole Morin scheint wie vom Erdboden verschluckt zu sein und die Polizei arbeitet schnell. Am späten Nachmittag ist nämlich nicht nur der riesige Gebäudekomplex komplett abgesperrt, sondern auch gleich das ganze Wohnviertel.
Während ein Teil der Polizisten draußen auf der Straße sucht, Autos anhält, Leute befragt und mit Lautsprechern Anwohner darauf aufmerksam macht, nach Nicole ausschau zu halten, beginnt ein anderer Teil der Einsatzkräfte damit, das riesige Wohngebäude zu durchsuchen. Treppenhäuser, Stockwerke, Aufzüge, Kellerabteile, die Tiefgarage, das Schwimmbad im Untergeschoss und alle angrenzenden Räume werden akribisch durchsucht.
Die Polizei klingelt darüber hinaus, an jeder einzelnen der 429 Türen des Wohnkomplexes betritt alle Wohnungen. Und wer sich weigert aufzumachen, dessen Tür wird gewaltsam geöffnet. Und während das alles den Rest des Tages und die Nacht hindurch weitergeht, werden Nicoles Eltern jetzt getrennt voneinander befragt, denn inzwischen hat auch Art Moren Nicole Vater, vom Verschwinden seiner Tochter erfahren und er und seine Ex-Frau Jeanette sprechen mit der Polizei vor Ort.
Und auch wenn beim Verschwinden eines Kindes, wie wir wissen, zunächst immer erst einmal die Menschen im Fokus der Ermittlungen stehen, die am nächsten dran waren, in diesem Fall die Eltern, so muss man sagen, dass sehr bald ausgeschlossen werden konnte, dass Art und Jeanette Moren etwas mit dem Verschwinden ihrer Tochter zu tun hatten, denn Art Moren, Nicole Vater, war von Anfang an kooperativ und bot der Polizei direkt an, sich freiwillig einem Lügendetektortest zu unterziehen, den er auch bestanden hat.
Und darüber hinaus hatte Art auch ein wasserdichtes Alibi, denn um 11 Uhr am Vormittag dieses 30. Juli, also zu der Zeit, als Nicole zuletzt gesehen wurde, war er nachweislich an seinem Arbeitsplatz in Missaga, was von seinen Kollegen und auch von seinem Arbeitgeber bestätigt worden ist. Das gleiche galt auch für Nicoes Mutter Jeanette.
Wie die Ermittlungen ergaben, hatte sie bis zum Zeitpunkt, als sie gegen 15 Uhr anfing nach Nicole zu suchen, ihre Wohnung im 20. Stock nicht verlassen und dafür gab es Zeugen. Jeanette arbeitete nämlich seit einiger Zeit als Tagesmutter und betreute vor allem in den Ferien täglich mehrere Kinder in ihrer Wohnung, so auch am 30. Juli.
Sowohl die Kinder als auch die Eltern bestätigten später, dass Jeanette am Vormittag die ganze Zeit in ihrer Wohnung zu Hause war. Darüber hinaus verhielt sich auch Jeanette den Ermittlern gegenüber kooperativ und man sah ihr ihre Angst und Panik aufgrund von Nicols Verschwinden deutlich an. Nach allen Überprüfungen, Befragungen und Zeugenaussagen stand also für die Polizei fest, Nikols Eltern hatten nichts mit ihrem Verschwinden zu tun und beide galten als vollständig entlastet.
Doch von Nicole selbst fehlt auch weiterhin jede Spur, weswegen der Suchradius am Abend und auch im Laufe der Nacht ausgeweitet wird. Dutzende Streifenwagen sind in der Innenstadt von Toronto unterwegs. Bootseinheiten der Marine kommen zum Einsatz. Hubschrauber fliegen am Nachthimmel. Pferdepatrouillen und Suchtrups durchkämmen die Umgebung entlang des nahegelegenen Highway 27 nach Hinweisen.
Darüber hinaus rücken in den frühen Morgenstunden des nächsten Tages Polizisten erneut mit Suchen an der Westmall an. Das gesamte Gelände inklusive aller Abwasserkanäle, Technikräume und die Tiefgarage wird ein zweites Mal systematisch abgesucht. Auch das Gebäude selbst wird dabei noch einmal Stockwerk für Stockwerk durchkämmt.
Diesmal unterstützt durch die Hunde. Und während die Ermittler im Inneren suchen, läuft draußen längst eine der größten Succhaaktionen, die Toronto bis dahin erlebt hat. Mehr als 900 Freiwillige aus der Nachbarschaft beteiligen sich. Eltern, Anwohner, sogar völlig fremde. Menschen, die Nicole gar nicht kannten, ziehen in kleinen Gruppen los durch Streifenparks, Grünflächen, Schulhöfe, Baustellen, Hinterhöfe.
Auch die örtlichen Crime Stopper Organization schaltet sich ein. Sie setzt eine Belohnung von 1000$ aus, druckt Flugblätter, hängen Plakate in der ganzen Innenstadt auf und produzieren kurze TV-Spots, die dann in den Nachrichten ausgestrahlt werden. Und auch die Medien sind dementsprechend involviert.
Allein der Toronto Star druckt weitere 6000 Flugblätter mit Nicole Foto und einer Telefonnummer für Hinweise, die in Einkaufszentren, Tankstellen, Schulen und auch in Bussen und Straßenbahnen aufgehängt werden. Dann richtet darüber hinaus eine Sondereinheit mit 20 Ermittlern ein, die in den jetzt kommenden Wochen jedem einzelnen Hinweis nachgehen und bis in den November 1985 hinein über 6000 Personen befragt hat, darunter auch hunderte registrierte Sexualstraftäter in der Stadt und auch solche, die im Umkreis von Toronto leben. Die Suche nach Nicole Moren
verschlingt in den ersten Wochen und Monaten nach ihrem Verschwinden fast 2 Millionen kanadische Dollar. Eine unglaubliche Summe für die damalige Zeit. Und schließlich wächst die Belohnung für Hinweise, die zur Aufklärung führen von anfangs 000$ auf 100.000$ an. Nicole Eltern sind so verzweifelt, daß sie sich im Laufe der Zeit auch an Helsea wenden.
Jeanette Moren fährt dazu extra nach Calgary, um dort ein besonderes Medium aufzusuchen, das wohl vorgab, etwas über Nico Verschwinden zu wissen. Doch auch das blieb erfolglos, denn sie bleibt unauffindbar. Als wäre die Tatsache, daß ein acht Jahre altes Kind am helligten Tag innerhalb von nur wenigen Minuten in einem scheinbar geschützten Gebäudekomplex mit einer vertrauten Nachbarschaft plötzlich spurlos verschwindet, nicht schon verstörend genug, macht man auf Seiten der Polizei, während der Ermittlungen in den ersten Tagen nach Nikolus verschwinden, eine
weitere bizarre Entdeckung. Und Achtung, meine Lieben, denn es wird jetzt wirklich, ja, ich weiß gar nicht, wie ich das sagen soll, unglaublich. Kurz nach Nico Verschwinden hatte man nämlich genau wie alle anderen Wohnungen an der Westmall selbstverständlich auch das Apartment der Morens im 20.
Stock genau unter die Lupe genommen und sich dabei auch in Nicole Kinderzimmer umgesehen, um möglicherweise einen Hinweis auf ihr Verschwinden oder irgendwelche Spuren zu finden. Und dabei fand man eine Art Tagebuch, wobei ich an dieser Stelle festhalten möchte, dass zwar in vielen Quellen diesbezüglich tatsächlich von einem Diary, also zu Deutsch von einem Tagebuch die Rede war, das aber nicht ganz klar ist, ob es sich dabei um ein Tagebuch im eigentlichen Sinne gehandelt hat oder nur um ein Heft, in das Nicole einfach immer wieder mal etwas
hineingemalt oder hineingekritzelt hat. Aber wie auch immer, in diesem Heft oder Tagebuch fand man eine mit Bleistift verfasste Notiz von Nicole, geschrieben einige Monate vor ihrem Verschwinden und diese Notiz bestand nur aus einem Satz und dieser lautete: “I’m going to disappear, also ich werde verschwinden.
” Es konnte wohl sicher nachgewiesen werden, dass dieser Satz von Nicole Moren selbst geschrieben wurde, denn es war ihre Handschrift. Die Notiz oder besser gesagt dieser eine kurze Satz war mit Bleistift geschrieben und stand wohl für sich allein auf einer einzelnen Seite in diesem Heft. Außerdem wurde wie gesagt auch noch bekannt gemacht, dass Nicole das bereits einige Monate vor ihrem Verschwinden im Juli 1985 schrieb, auch wenn ich euch nicht genau sagen kann, wie die Polizei zu diesem Schluss kam, vielleicht stand doch ein
Datum auf dieser Seite mit drauf. Going to disappear. Ich werde verschwinden. Notiert eine Achtjährige nur wenige Monate bevor genau das dann wirklich passiert. Die Polizei hatte und hat wohl bis heute dafür keine Erklärung. Man wies dem ganzen anscheinend aber jetzt auch nicht allzu tiefe Bedeutung bei, denn man wusste, dass Nicole ein sehr fantasievolles Kind und auch bekannt dafür war, sich Spiele auszudenken, Geschichten zu erfinden.
Und sie war eben auch in einem Alter, indem man sich gerne in das eine oder andere Abenteuer hineinträumt. Vielleicht hatte sie in dem Moment, als sie das aufgeschrieben hat, eine Idee im Kopf. hatte zuvor ein Buch gelesen oder einen Film gesehen, indem es darum ging, dass jemand verschwindet und aus der Perspektive eines Kindes heraus hat sie das dann einfach in einem ruhigen Moment in ihrem Kinderzimmer aufgeschrieben.
Und auch wenn die Polizei, wie gesagt, dieser Notiz nicht allzu viel Bedeutung beim wollte, so war sich doch relativ sicher, dass sie nicht auf ein freiwilliges Verschwinden von Nicole hingedeutet hat, geschweige denn auf eine geplante Flucht oder eine gewisse Vorbereitung von zu Hause weglaufen zu wollen.
Denn als sie am 30. Juli 1985 um 11 Uhr ihre Wohnung im 20. Stock verließ, war sie glücklich und ausgeglichen. Sie hatte sich sehr auf den bevorstehenden Tag am Swimmingpool gemeinsam mit ihrer Freundin Jennifer gefreut und sie trug ja auch, als sie losging, nur ihren Badeanzug und hatte ein paar Habseligkeiten in ihrer Plastiktüte, die eindeutig für den Badetag bestimmt gewesen sind.
also ihre Haarbürste, Sonnencreme, ein Handtuch und etwas zum Wechseln, dass wenn sie aus dem Wasser rausgeht, sie sich umziehen kann, bevor sie wieder zurück in die Wohnung geht. Sie hatte kein Geld dabei, keine gepackte Tasche in dem Sinne und darüber hinaus gab es auch keinerlei Hinweise darauf, dass Nicole Moren Probleme oder Schwierigkeiten zu Hause gehabt hat.
Sie war eine gute Schülerin, hatte dutzende Freunde, ein sehr enges Verhältnis zu ihren Eltern. Am Ende bleibt also dieser von ihr geschriebene Satz: “I am going to disappear, ich werde verschwinden.” Ein Rätsel. Und ehrlich gesagt, was diese Notiz angeht, auch ich persönlich glaube in keiner Weise, dass Nicole damit ankündigen wollte, Monate bevor sie verschwunden ist, dass sie vorhat von zu Hause wegzulaufen.
Ich habe mir darüber sehr lange, auch nachdem ich diese Recherche bereits abgeschlossen hatte, Gedanken gemacht, denn I am going to disappear heißt ja, ich werde verschwinden. hätte sie geschrieben, I’m going to run away, also ich werde weglaufen. Dann könnte man das anders sehen, denn weglaufen, Runaway, wenn man das aufschreibt, das hat für mich was aktives, was bewusstes in gewisser Weise etwas geplantes.
Disappear dagegen, also ich werde verschwinden ist für mich jetzt eher passiv und in gewisser Weise auch geheimnisvoll, denn darunter kann man sich ja nicht wirklich etwas vorstellen, wenn das eine Achtjährige schreibt. In meinen Augen ist das sehr bizarr und mysteriös. Das sage ich euch ganz ehrlich, auch wenn ich weiß, dass wir es hier eben mit einer Achtjährigen zu tun haben, die durchaus auch nur etwas aufgeschrieben haben könnte, was ihr gerade, warum auch immer durch den Kopf ging. Wie man sich vorstellen kann, hat
die Polizei neben der Durchsuchung des Wohnkomplexes an der Westmall an sich und der massiv anlaufenden Suche auch direkt nach Zeugen gesucht, die Nicole möglicherweise nach 11 Uhr irgendwo auf dem Gelände oder auch im Gebäude selbst noch gesehen haben. Und auch wenn es einige Menschen gab, die in ihren Aussagen behaupteten, Nicole tatsächlich nach 11 Uhr noch gesehen zu haben, auch im Gebäude an sich, so war für die Polizei nichts greifbares dabei, denn viele dieser Aussagen passten nicht zu dem, was man bisher ermitteln konnte.
Die Uhrzeit stimmte nicht überein. Viele beschrieben Nico Aussehen falsch. Deswegen man konnte keine dieser Aussagen verifizieren, weswegen sie die Polizei nicht weitergebracht hat. Darum muss man am Ende festhalten, dass die letzte gesicherte Sichtung von Nicole Moren um 11 Uhr war durch ihre Mutter Jeanette, die gesehen hat, wie sie die Wohnung verließ.
Und die Frage ist eben, was passierte dann mit ihr? Anfangs hatte man auf Seiten der Ermittler wohl noch den Verdacht, dass sich Nicole im Gebäude schlichtweg verlaufen haben könnte, dass sie vielleicht statt nach unten in die Lobby zu fahren mit dem Aufzug woanders anhielt, ausstieg und dann nicht mehr wusste, wo sie war, dass sie vielleicht gestürzt ist, eine Treppe hinunter fiel und verletzt liegen blieb.
Doch nachdem man eben das gesamte Gebäude zweimal das zweite Mal mit Suchhunden akribisch abgesucht hat, wurde das ausgeschlossen, denn Nicole war nicht mehr im Gebäude. Und man muss ja auch bedenken, dass zwischen der letzten Sichtung von ihr um 11 Uhr durch ihre Mutter beim Verlassen der Wohnung und der Polizei, die irgendwann nach 15 Uhr eintraf, mehrere Stunden liegen.
Und in dieser Zeit könnte mit Nicole natürlich alles mögliche geschehen sein. Doch das mysteriöse an diesem gesamten Fall ist eben nicht nur die Tatsache, dass niemand mehr etwas konkretes beobachtet hat, sondern auch, dass die Hunde, die ja am frühen nächsten Morgen nach ihrem Verschwinden im Gebäude eingesetzt worden sind, Nikols Spur nicht mehr weiter als bis vor ihre Wohnungstür auf dem Flur verfolgen konnten.
Der Toronto Star schrieb im August 1985 folgendes dazu: “Tracking dogs followed Nicole sent to the hallway outside her apartment and then it stopped cold.” Also, die Suchhunde verfolgten Nikols Spur noch auf den Flur vor ihrem Apartment und dann wurde die Spur kalt. Ich muss ehrlich sagen, dass ich mich darüber doch ein wenig gewundert habe und ich will euch auch erklären, warum, denn man weiß ja, dass Nicole Moren um kurz nach 10:30 Uhr schon einmal ihre Wohnung verlassen hat und wir erinnern uns zurück zum Briefkasten hinunterging, um die Post zu holen. Sie kam dann
wenige Minuten später wieder oben bei ihrer Mutter an und hat die Post auch abgeliefert, bevor sie sich zum Schwimmen fertig gemacht hat. Das heißt also, Nicole war diesem 30. Juli schon einmal unten am Postkasten. Mich hat es einfach gewundert, dass die Hunde trotzdem bereits vor ihrer Haustür oben im 20.
Stock ihre Spur verloren haben, denn eigentlich sollte man ja annehmen, dass die Hunde zumindest ihre Spur bis zum Briefkasten hinunter verfolgen konnten, wenn sie da erst kurz vor ihrem Verschwinden gewesen ist. Aber das war nicht der Fall, denn wie gesagt, auch in diesem Artikel aus dem Toronto Star hieß es, die Hunde verloren ihre Spur auf dem Flur vorm Apartment.
Dafür kann es natürlich Gründe geben, denn auch wenn Suchhunde sehr hilfreich sind bei der Verbrechensbekämpfung und sie immer wieder eingesetzt werden und dabei auch große Erfolge verzeichnen, so sind sie in diesem Zusammenhang auch einfach nur ein Werkzeug, das selbstverständlich Fehler machen kann.
Vielleicht waren die Hunde nicht gut ausgebildet. Vielleicht hatte es auch andere Gründe, warum sie Nicools Spur nicht mehr weiter verfolgen konnten, obwohl sie vielleicht auch nach 11 Uhr noch bis zum Aufzug kam oder vielleicht sogar in den Aufzug eingestiegen und hinuntergefahren ist. Es gab vielleicht Gründe, warum die Hunde die Spuren nicht mehr aufnehmen konnten.
Entweder weil sie schlecht ausgebildet gewesen sind oder aber, weil es tatsächlich so war, dass Nicole Moren als sie um 11 Uhr zum Schwimmen gehen wollte, direkt vor ihrer Wohnungstür verschwunden ist. Wie auch immer, Art Moren kündigte nach dem Verschwinden seiner Tochter seinen Job und richtete sich ein eigenes Büro ein, um sich fortan unermüdlich der Suche nach Nicole zu widmen.
In ganz Kanada, aber auch in den USA, um jeden weiteren Hinweis nachzugehen. Jeanette Moren zog in den Jahren nach Niolys Verschwinden wohl nach Ontario, wo sie 2007 an einem Herzinfarkt verstarb, ohne jemals erfahren zu haben, was mit ihrem Kind geschehen ist. Die Polizei von Toronto hat den Fall zu Nicoes Verschwinden immer offen gehalten, ist Tipps und Hinweisen nachgegangen und hat mit den Jahren zuletzt im Dezember 2019 auch sogenannte Age Progression Bilder veröffentlicht, die zeigen, wie sie als Erwachsene mit etwa Anfang 40 ausgesehen
haben könnte. Zum 40. Jahrestag ihres Verschwindens am 30. Juli 2025 gab es dann auch noch eine Pressekonferenz, auf der eine neue Belohnung von 50.000$ 000$ füren, die zur Aufklärung führen können, ausgelobt wurde. Außerdem betonte der leitende Ermittler, dass der Fall nicht geschlossen und erst recht nicht vergessen sei und nutzte Pressekonferenz auch erneut, um an die Öffentlichkeit zu appellieren, denn jede noch so kleine Information kann wichtig sein, auch nach vier Jahrzehnten, die inzwischen vergangen sind.
Doch man muß trotzdem festhalten, bis heute existieren keinerlei gesicherte Beweise für einen konkreten Tathergang oder auch einen Aufenthaltsort von Nicole Moren nach dem 30. Juli 1985. Und damit wird der Fall weitergeführt als offener Coldase. Wie man sich vorstellen kann, gab und gibt es. In einem so ungewöhnlichen und mysteriösen vermissten Fall, wie es dieser eindeutig einer ist, über die Jahre sehr viele Spekulationen und Theorien, was mit Nicole Morren wirklich passiert sein könnte. Theorien, die zum Teil auch
bereits 1985 und in den Jahren danach von der Polizei ins Auge gefasst wurden, aber auch solche, die erst später mit dazu kamen und diskutiert wurden. Und über einige davon sprechen wir jetzt. Theorie Nummer 1: Ein freiwilliges Verschwinden oder auch ein Unfall. Auch wenn einige Ermittler bereits damals im Jahr 1985 nicht direkt von Anfang an ausschließen konnten, dass Nicole möglicherweise auch freiwillig verschwunden ist oder einen Unfall gehabt haben könnte, so kam man ganz bald zu dem Schluss, dass beide
Möglichkeiten eher unwahrscheinlich, wenn nicht sogar ausgeschlossen sind. Denn Nicole wurde nirgendwo mehr in diesem Wohnkomplex gefunden. Es gab keine Blutspuren, keine Gegenstände, die sie an diesem Vormittag bei sich hatte, ließen sich irgendwo ausmachen. So z.B. auch ihre orangefarbene Decke oder auch die Dinge, die sie in der Plastiktüte mit dabei hatte.
Und auch für ein freiwilliges Verspinden sprach nichts. Nicole wollte schwimmen gehen an diesem heißen Vormittag und sie war dafür nicht nur dementsprechend angezogen und vorbereitet, sie war ja auch zum Schwimmen verabredet mit ihrer Freundin Jennifer, die bereits unten in der Lobby auf sie gewartet hat. Und wenn ihr mich fragt, ich persönlich glaube weder an ein freiwilliges Verschwinden noch an einen Unfall.
Theorie Nummer 2, die Entführung am Swimmingpool. Es gab wohl einige Menschen damals wie auch heute, die spekuliert haben, Nicole könnte nach dem Verlassen ihrer Wohnung um 11 Uhr tatsächlich am Swimmingpool auf der Rückseite des Gebäudes angekommen sein. Dass sie und Jennifer sich unten in der Lobby tatsächlich verpasst haben. Z.B.
Weil Jennifer schon nach draußen gegangen ist, weil sie sich mit anderen Kindern vielleicht unterhalten hat, Nicole nicht gesehen hat, als sie an ihr vorbeiging und Nicole wiederum dachte, Jennifer ist schon am Pool, dass sie rausgegangen ist alleine und dann dort aber Jennifer nicht gesehen hat und dann gewartet hat und in dieser Zeit möglicherweise von jemand angesprochen wurde, der sie vom Pool weggelockt hat, hinaus auf die Straße bis zu einem Auto, wo sie dann entführt wurde.
Und auch wenn das natürlich nicht ausgeschlossen werden kann, ich persönlich glaube auch das nicht, denn die Suchhunde haben natürlich auch am Pool nach Spuren von Nicole gesucht und auch dort nicht angeschlagen. Und natürlich kann man jetzt wieder das Argument bringen, dass die Hunde vielleicht nicht zuverlässig gewesen sind, nicht gut ausgebildet waren.
Allerdings ist da ja auch noch etwas anderes. Nicole war mit ihrer Freundin Jennifer in der Lobby zum Schwimmen verabredet. Nur Minuten zuvor hatte sie über die Sprechanlage mit Jennifer unten noch gesprochen und gesagt, dass sie gleich da sein wird. Es macht für mich einfach persönlich keinen Sinn, dass sie dann einfach alleine zum Pool gehen soll, obwohl Jennifer unten auf sie wartet.
Warum sollte sie ihre Freundin dort einfach stehen lassen und von sich aus zu diesem Pool gehen, wenn die beiden doch miteinander verabredet waren, sich beide auf diesen Tag gefreut hatten und gemeinsam zum Pool gehen wollten? Wenn ihr mich fragt, ich glaube, dass Nicole erst gar nicht aus diesem Wohngebäude hinausgekommen ist. jedenfalls nicht freiwillig, was uns zu Theorie Nummer 3, nämlich einer Entführung im Wohnhaus an sich bringt.
Niemand weiß, wie weit es Nicole Moren eigentlich noch geschafft hat. Nachdem sie um 11 Uhr aus ihrer Wohnung ging, wurde sie unmittelbar vor ihrer Haustür von jemanden gepackt, der ihr den Mund zuhielt und sie dann direkt mit sich gezogen hat. hat sie es noch bis zu den drei Aufzügen auf dem Flur geschafft, ist eingestiegen, nach unten gefahren und beim nach unten fahren dann im Fahrstuhl inneren auf ihrem Entführer getroffen oder hielt der Aufzug vielleicht auf dem Weg nach unten in einem Stockwerk an, wo jemand zu Nicole
mit eingestiegen ist, der sie dann geschnappt hat. Jedes dieser Szenarien, aber im Prinzip auch noch dutzende darüber hinaus sind denkbar. Ich persönlich glaube an eine Entführung innerhalb dieses Hauses. Doch die Frage ist eben, wie genau? Unter welchen Umständen, wer, warum und was hat ein möglicher Entführer dann mit Nicole gemacht? Es ist eher unwahrscheinlich, dass er sie am helligsten Tag hinunter in die Lobby gefahren und dann aus dem Haus gewaltsam hinausgezehrt oder auch hinausgetragen hat. Und auch in der Garage fand man
keinerlei Hinweise darauf, dass Nicole von dort aus das Haus verlassen haben könnte. Die Polizei hat dort wirklich alles akribisch durchsucht. Man fand auch keine Fasern oder irgendwelche anderen Dinge, die sie eben bei sich getragen hat. Die Hunde konnten in der Garage auch keine Spur aufnehmen. Und wenn man an eine Entführung in diesem Gebäude glaubt, muss man sich natürlich auch fragen, in welcher Beziehung ein mutmaßlicher Entführer zu diesem Wohnhaus gestanden hat.
Lebte er selbst dort? Hatte er dort eine Wohnung? und hat Nicole darum, direkt nachdem er sie geschnappt hat, in seine Wohnung hineinebracht und dann erst einmal abgewartet und sie später dann woanders hingebracht. Ausgeschlossen werden kann das natürlich nicht. Wobei ich euch sagen kann, dass alle Menschen, die zu dieser Zeit dort eine Wohnung hatten, zu dieser Zeit dort lebten, von der Polizei befragt und alle Wohnungen, jede einzelne akribisch durchsucht wurde und zwar noch am Nachmittag bzw.
im Laufe des Abends und der Nacht von 30. auf 31. Juli und man fand exakt nichts. Vielleicht lebte der Täter aber auch gar nicht in diesem Gebäudekomplex. Vielleicht war es jemand, der Nicole schon zuvor irgendwie beobachtet hat. Möglicherweise, und ich spekuliere an dieser Stelle natürlich nur, lungerte er vor dem Haus irgendwo herum oder auch in der Lobby, hat sich dort aufgehalten und hat gesehen, wie Nicole um kurz nach 10:30 Uhr die Post geholt hat.
Ist ihr dann in den 20. Stock vielleicht nachgefahren mit dem Aufzug oder auch durchs Treppenhaus nach oben gekommen, hat sie dann, als sie um 11 Uhr wieder aus der Wohnung ging, um schwimmen zu gehen, abgefangen und sie entführt. Aber auch bei diesem Szenario stellt sich natürlich die Frage, wie Nicole dann aus dem Haus hinausgekommen sein soll und warum ein Mensch, der vorhat ein Kind zu entführen, so zynisch sich das anhört, so ein Risiko eingehen sollte, das am helligten Tag in einem gut frequentierten Wohnhaus zu machen. Und allgemein muss man sagen,
auch wenn ich persönlich wie gesagt daran glaube, für eine Entführung in diesem Wohnhaus. gab es keine Anhaltspunkte. Allen voran im Internet wurde in jüngster Vergangenheit immer wieder einmal darüber diskutiert, ob das Verschwinden von Nicole nicht mit dem Mord an Christine Jessep in Verbindung stehen könnte.
Die neunjährige Christine Jessep verschwand im Oktober 1984, also 9 Monate vor Nicole Moren in Queensville, Ontario. Drei Monate später fand man ihre Leiche in einem Waldstück. Doch auch dieser Fall blieb über Jahrzehnte hinweg ungeklärt, bis man dann 2020 dank genetischer Gene einen Mann namens Kelvin Huer als Täter identifizieren konnte.
Eine Verbindung zu Nicole Morrents Verschwinden jedoch bleibt reine Spekulation, denn Kelvin Hoover starb 2015, konnte also dementsprechend in diesem Zusammenhang nicht mehr befragt werden und es gab wohl auch nie konkrete Hinweise, die in seine Richtung gedeutet haben. Der Fall zum Verschwinden von Nicole Moren gilt auch heute noch als einer der rätselhaftesten vermissten Fälle Kanadas.
Denn trotz monatelanger intensiver Suche, die noch am selben Tag begann, Jahre und jahrzehntelanger Ermittlungsarbeit und einer massiven Berichterstattung in den Medien ist er nach wie vor ungelöst. Und es ist eben auch einmal wieder so ein Fall, den ich auch nicht wirklich aus dem Kopf bekomme, muss ich sagen, denn es ist schlichtweg unvorstellbar.
Da verlässt ein 8 Jahre altes Kind eine Wohnung im 20. Stock und ist Minuten später spurlos verschwunden und kommt nie mehr wieder zurück nach Hause. Ich will mir gar nicht vorstellen, wie das für Niels Eltern Art und Jeanette Moren gewesen sein muss, gerade auch in den ersten Stunden dieses Realisieren der eigenen Situation, diesem Wahnsinn, in dem man sich gerade befindet, was hier eigentlich passiert und dann die grausamen Tage, Wochen, Monate und Jahre, die folgen immer dieses hin und her gerissen sein, wahrscheinlich
zwischen Hoffnung und totaler Verzweiflung. Ja, meine Lieben, damit sind wir aber jetzt am Ende dieses Videos angekommen und ich hatte ja vorher, als ich über die Theorien gesprochen habe, schon gesagt, dass ich glaube, dass Nicole nie aus ihrem Wohnhaus rausgekommen ist, dass sie im Gebäude irgendwie entführt wurde, auch wenn ich keine Vorstellung davon habe, wie das abgelaufen sein könnte und auch was danach mit ihr geschehen ist.
Und was wir ebenfalls nicht aus dem Kopf geht, das ist eben so eine Sache, wenn man sich lange Zeit intensiv mit diesen Fällen auseinandersetzt. I’m going to disappear. Ich werde verschwinden. Warum hat sie das geschrieben? Was könnte sie, wenn überhaupt damit gemeint haben? Ja, meine Lieben, aber was denkt ihr hat es damit auf sich? Und was denkt ihr über diesen gesamten Fall? Schreibt mir gerne eure ganz persönliche Meinung und Einschätzung unten in die Kommentare.
Ich bin wie immer sehr gespannt, was ihr dazu zu sagen habt. Damit verabschiede ich mich jetzt für heute von euch, meine Lieben. Ich wünsche euch noch einen schönen restlichen Tag und hoffe, wir sehen uns dann ganz bald im nächsten Video wieder. Bis dahin macht’s gut