DER HORROR BEGANN MITTEN IN DER NACHT … Der Fall van Breda und die Frage nach dem WARUM … T
DER HORROR BEGANN MITTEN IN DER NACHT … Der Fall van Breda und die Frage nach dem WARUM …

Hallo meine Lieben und willkommen zu diesem neuen Video. Ja, heute geht’s hier auf meinem Kanal schon wieder weiter mit True Crime und damit auch mit einem neuen Fall, den ich mir ausgesucht habe und über den ich euch gerne berichten möchte. Am Morgen des 27. Januar 2015 geht bei der Polizei in Stellenbosch 50 km östlich von Kapstadt ein Anruf ein.
Ein Anruf, der ganz bald im ganzen Land Schlagzeilen machen wird. Denn als die Einsatzkräfte nur wenige Minuten nach diesem Anruf dann am Anwesen der Familie Van Breda eintreffen, zeigt sich ihnen dort ein Bild unvorstellbarer Gewalt. Eine Axt als Tatwaffe, drei Familienmitglieder, blut überströmt, liegend auf dem Fußboden, ein Mädchen, das schwer verletzt ums Überleben kämpft und ein junger Mann, der eine unglaubliche Geschichte zu erzählen hat darüber, was sich angeblich in den zurückliegenden Stunden im Laufe der
Nacht in diesem Haus abgespielt haben soll. Doch schon in den ersten Stunden und Tagen nach der Tat scheint genau diese Geschichte nicht recht zu dem passen zu wollen, was die Spurensicherung vorort bisher gefunden bzw. nicht gefunden hat. Was ist im Haus der Familie Vanbreda in der Nacht von 26. auf 27.
Januar 2015 wirklich passiert? Die Antwort auf diese Frage offenbart nicht nur ein grausames Verbrechen, sondern auch eine Familientragödie, die weit über die Grenzen Südafrikas hinaus Schlagzeahlen machen und schließlich zu einem der bekanntesten Kriminalfälle des Landes werden sollte. Aber bevor wir zu dieser verhängnisvollen Nacht Ende Januar 2015 überhaupt kommen können, müssen wir uns erst einmal ansehen, wer die Menschen, über die wir heute sprechen, überhaupt gewesen sind.
Und dazu machen wir zunächst eine Reise an die Westküste Australiens, denn genau dort im wohlhabenden Perter Vorort Clemmond lebt seit einigen Jahren zu dieser Zeit die Familie Van Bredar, bestehend aus dem 54 Jahre alten Martin Van Bredar, seiner Ehefrau Teresa und den drei Kindern des Paares, ihrem ältesten Sohn Rudy, seinem zwei Jahre jüngeren Bruder Henry hier ganz links im Bild, und dem Nesthäckchen der Familie der 16 Jahre alten Mali.
Die Funbradars stammten ursprünglich aus Südafrika, verließen das Land jedoch im Jahr 2005, um sich an Australiens Westküste niederzulassen, wo die Familie seitdem in einem luxuriösen Anwesen 10 km westlich der 2 Millionen Einwohnerstadt Perth lebt. Der studierte Ingenieur und Betriebswissenschaftler Martin Vanbridger, der bereits in seiner Heimat Südafrika als Geschäftsmann äußerst erfolgreich war, ist jetzt in Australien nicht nur Besitzer der Tochterfirma der internationalen Immobiliengruppe Engel und Völkers. Er fungiert darüber hinaus
auch als Direktor für weitere Unternehmen, vor allem in der Immobilien und Bildungsbranche. Während seine Frau Theresa nach ihrem Informatikstudium in Johannesburg viele Jahre für das IT und Technologieunternehmen IBM tätig gewesen ist mit einem Vermögen von umgerechnet ungefähr 15 Millionen Dollar.
Hauptsächlich erworben durch Immobiliengeschäfte, Firmenanteile und auch dem Verkauf eines privaten Colleges damals noch in Südafrika gehören die Funbreds also zu jener privilegierten gesellschaftlichen Schicht, die in finanzieller Hinsicht ein vollkommen sorgenfreies Leben führen und ihren Kindern auch die Ausbildung an den besten Privatschulen Australiens ermöglichen können.
Was auch ganz genauso der Fall gewesen ist. Die beiden Söhne, Henry und Rudy besuchten zunächst das prestigächtige Scotch College im Nobelvor Swanburn und studierten später beide an der Universität von Melbourne. Rudy Ingenieurswissenschaften. Henry schreibt sich dort für ein Physikstudium ein und auch Tochter Mali gehen mit ihren 15 Jahren auf das exklusive Presbyan Ladies College in Peppermint Grove.
Die Funbrydars galten als vorbildliche äußerst erfolgreiche Familie, die sich in ihrer Zeit in Australien dort sehr gut integriert und auch ein lebendiger Teil der südafrikanischen Expert Community gewesen sind, also jener Gesellschaft ausgewanderter Landsleute, die sich auch fern der Heimat immer unterstützt und Kontakt zueinander gepflegt haben.
Und von außen sah das eben alles nach großem Zusammenhalt und Stabilität innerhalb dieser Familie aus. Vater Martin, der durchaus etwas strenge und zielorientierte Kopf der Familie, der viel Wert auf Leistung und Disziplin gelegt hat und wohl vor allen Dingen gegenüber seinen Söhnen Henry und Rudy eine gewisse Erwartungshaltung hatte.
Mutter Theresa, die später von Bekannten als sehr warmherzig, engagiert und fürsorglich beschrieben worden ist und die ihren Kindern stets eine Stütze war. Rudy, der älteste Sohn von Martin und Theresa, der im Gegensatz zu seinem eher zurückhaltenden Bruder Henry sehr humorvoll, aber auch durchaus ehrgeizig und zielstrebig gewesen sein soll.
Und schließlich Mali, die Jüngste, allzeits beliebt, sportegistert und voller Lebensfreude. Im Jahr 2012. Die Familie lebt inzwischen seit etwas über 7 Jahren in Australien. Da beschließen die Funbreds noch einmal umzuziehen und zwar von Clarmond, wo sie bisher gelebt haben, an die Sunshine Coast nach Queensland.
Und für diesen Umzug gab es offenbar gleich zwei gute Gründe. Zum einen wollten Martin und Theresa etwas näher an ihren beiden in Melbourne studierenden Söhnen Henry und Rudy sein. Zum anderen haben aber auch geschäftliche Gründe eine Rolle gespielt, denn Martin van Breder hatte zu dieser Zeit die Leitung einer Immobilienfirma in Molaba im Südosten von Queensland inne und durch diesen Umzug war er natürlich in dieser Firma viel präsenter.
Dieser Umzug an die Sunshine Coast fand also statt. Doch nur zwei weitere Jahre später, Anfang 2014, beschlossen Martin und Theresa nach inzwischen fast 9 Jahren, in denen sie mit ihren Kindern in Australien gelebt haben, wieder zurück in ihre alte Heimat nach Südafrika zu ziehen. Und dabei wurden sie aber jetzt zunächst nur von ihrer jüngsten Tochter Mali begleitet, während Henry und Rudy aufgrund ihres Studiums zunächst in Australien zurückgeblieben sind.
Und jetzt also einige Wochen später nach dem Umzug zurück in Südafrika lassen sich Martin Theresa und ihre jüngste Tochter Mali in der traditionsreichen Universitätsstadt Stellenbusch ca. 50 km östlich von Kapstadt nieder, wo Martin für sich und seine Familie ein luxuriöses Anwesen innerhalb der streng gesicherten Dasalsa Winlands Golf Estate Wohnanlage erwirbt.
Stellenbosch im übrigen eine Stadt, in der ich mit dieser Recherche nicht zum ersten Mal gewesen bin. Auch als ich euch vor einiger Zeit hier auf diesem Kanal über den Mord an Ingel Lotz aus dem Jahr 2005 berichtet habe, spielte diese Stadt eine zentrale Rolle. genauso auch die zahlreichen gesicherten Wohnanlagen, die es dort gibt.
Denn auch Inge Lotz lebte in so einer Anlage. Denn auch wenn Stellenbosch im Herzen des malerischen Westkups gelegen eine der schönsten und lebendigsten Städte Südafrikas ist, geprägt von Jahrhunderte alten Eichenalleen, einer renommierten Universität und umgeben von weltberühmten Weinbergen, so gilt sie mit einem Kriminalitätsindex von rund 65 laut Numbeo.
Dennoch als Ort mit hoher Kriminalität, wo Einbrüche, Diebstehle und Überfälle den Alltag stärker prägen, als man es Angesichts der wunderschönen Kulisse vermuten könnte. Und ganz genau darum werden die sogenannten Gated Residential Security Estates, also diese abgegrenzten gesicherten Wohnanlagen, umgeben von hohen Elektrozäunen, Toren, Sicherheitspersonal, Kameras und Zugangskontrollen auch zumindest für diejenigen, die sich es am Ende leisten können, immer attraktiver im Land und das nicht nur aus Sicherheitsgründen heraus, sondern
auch, weil diese Anlagen mit einem sehr exklusivem Lebensstil locken. Sie verfügen zum Teil über Golfplätze, Weinberge, Fitnessstudios, Parks oder Clubhäuser und sind wie kleine Dörfer aufgebaut, in denen sich Familien oft abgeschottet vom Rest der Gesellschaft bewegen. Kritiker sehen darin zwar durchaus eine neue Form sozialer Abschottung, doch für viele Menschen stellen diese geschützten Wohnanlagen eben eine attraktive Kombination aus Sicherheit, Prestige und Lebensqualität da. So offenbar auch für die Funbradars,
die sich jetzt also nach ihrer Rückkehr für ein Haus innerhalb des Dasalsa Winlands Golf Estate, einer 300 Hektar großen Anlage am südlichen Rand von Stellenbosch entschieden haben und sich dort auch schnell einleben. Einige Monate später kehrt dann aber nach dieser ersten doch aufregenden Zeit nach dem Umzug für die Funbradars ein Stück Normalität zurück.
Denn Rudy und Henry, die, wie ich euch vorher ja schon kurz gesagt habe, aufgrund ihres Studiums in Melbourne zunächst in Australien zurückgeblieben sind, kommen Ende 2014 über Weihnachten jetzt auch zum ersten Mal in das neue Haus ihrer Eltern nach Stellenbosch, wo die beiden Brüder auch ihre mehrwöchigen Ferien bis weit in den Januar 2015 hinein verbringen werden.
Die Familie ist jetzt also wieder komplett. alle zusammen unter einem Dach. Auch in der Nacht von 26. auf 27. Januar 2015, in der sich alles für immer verändern sollte. Und das, obwohl der Abend zuvor, der Abend des 26. Januar, zunächst offenbar vollkommen normal verlaufen ist. Theresa hatte nämlich für ihre Familie gekocht.
Man saß also zunächst gemütlich beim Abendessen zusammen und saß sich danach noch den Science Fiction Streifen Star Trek 2 Into the Darkness an, bevor sich jeder schließlich zum Schlafen in den ersten Stock des Hauses zurückgezogen hat. Einige Stunden später um kurz nach 7 Uhr am frühen Morgen des 27.
Januar 2015 geht bei der Notrufzentrale von Stellenbosch ein Anruf ein. Am Telefon ist der 20 Jahre alte Henry Funbra, der zwar zunächst stockend, jedoch mit ruhiger und gefasster Stimme darum bittet, man möge doch einen Krankenwagen zu seiner Adresse schicken. Nach einigem hin und Her aufgrund von Missverständnissen bezüglich der Adresse immer wieder länger einsetzenden Pausen und unklaren Angaben erwähnt Henry dann allerdings erst gegen Ende des fast 10 Minuten andauernden Gesprächs den Grund für seinen Anruf, nämlich, dass jemand
seine Familie mit einer Axt angegriffen hätte. Als jetzt nur wenige Minuten später mehrere Polizeistreifen zusammen mit dem Rettungsdienst am Haus der Funbrads an der Goskis Street innerhalb ihrer gesicherten Wohnanlage ankommen, steht Henry, der angespannt wirkt, jedoch offenbar in der Lage war, sich normal zu bewegen, bereits wartend in der Nähe der Eingangstür.
Henry, der ohne T-Shirt nur mit einer kurzen Short und Socken bekleidet, dort offenbar bereits auf die Polizei gewartet hat, scheint verletzt zu sein, denn an seinem Oberkörper zeigten sich einige blutende Wunden, weswegen er dann auch direkt von einem der Notärzte in einen Krankenwagen gesetzt und vor dem Haus erst versorgt wird, während die Polizisten sich jetzt ins Innere des Hauses aufmachen.
Bereits im Eingangsbereich und auch auf der Treppe nach oben waren deutlich Blutspuren auf dem Boden auszumachen, die weiter hinauf in den ersten Stock geführt haben, wo sich den Polizisten jetzt ein schockierendes Bild eröffnet. In einem der Gästeschlafzimmer im Obergeschoss finden sie den 22 Jahre alten Rudy Van Bredar stark blutend mit schweren Kopfverletzungen leblos in seinem Bett vor.
Für ihn kommt jede Hilfe zu spät. Wenige Meter von ihm entfernt im Gästarfzimmer liegt sein Vater ebenfalls tot. Auch der 54-jährige Martin van Bredar hat massive Kopfverletzungen erlitten. Auf dem Flur vor dem Schlafzimmer finden die Polizisten Theresa. Genau wie ihr Mann und ihr älterster Sohne Rudy ist auch sie nicht mehr am Leben und ihre Kopfwunden zeigen, dass sie offenbar auf dieselbe Art und Weise getötet wurde wie die beiden.
Die 16 Jahre alte Mali wird ebenfalls im ersten Stock in unmittelbarer Nähe ihrer Mutter auf dem Flur gefunden. Doch trotz ihrer lebensgefährlichen Verletzungen an Kopf und Hals atmet sie noch und wird in kritischem Zustand sofort ins nächste Krankenhaus gebracht. Auf dem Fußboden, an den Wänden, auf Möbelstücken, praktisch überall im Obergeschoss dieses Hauses wird Blut gefunden.
Dazwischen drei brutal ermordete Familienmitglieder und die 16 Jahre alte Mali, deren Leben am seidenen Faden hängt. Was um alles in der Welt ist hier passiert? Auch wenn die Ermittler zu diesem frühen Zeitpunkt darauf freilich noch keine Antwort haben, so finden sie zumindest die Waffe, mit der die Familie sehr wahrscheinlich angegriffen wurde, nämlich eine blutverschmierte Axt, die dann später auch tatsächlich als Tatwaffe identifiziert worden ist.
Und während man jetzt also erst einmal die komplette Wohnanlage, das Haus und das Grundstück absperrt und die Spurensicherung sich an ihrer Arbeit macht, sprechen die Ermittler zum ersten Mal noch direkt vor Ort mit Henry, der im Gegensatz zum Rest seiner Familie nur leicht verletzt worden ist. Im Krankenwagen stellt man fest, dass Henry zwar einige kleine Stich und Schnittwunden, insbesondere an Bauch und Brust und ein paar Kratzer an seinen Armen und Händen hatte, jedoch war keine seiner Verletzungen lebensgefährlich. In
seiner ersten Aussage schildert Henry jetzt gegenüber der Polizei vor Ort, dass die Familie am Abend zuvor erst gemeinsam gegessen, anschließend dann zusammen Fernseh geschaut hätte, bevor dann gegen Mitternacht schließlich jeder zum Schlafen in den ersten Stock gegangen ist. Doch im Gegensatz zu allen anderen wäre es ihm in dieser Nacht nicht gelungen, einzuschlafen.
Nachdem er also erst über mehrere Stunden wach mit seinem Handy im Bett gelegen hat, ist er irgendwann aufgestanden, um zur Toilette zu gehen. Und während er in der Toilette war, hat er durch die geschlossene Tür draußen polternde, schlagende Geräusche wahrgenommen. Daraufhin hätte er dann das Badezimmer verlassen und ist auf den Flur hinausgegangen in Richtung des Gästeschlafzimmers, wo sein Bruder Rudy zu dieser Zeit in seinem Bett gelegen und geschlafen hat.
Und als Henry dann ins Gästeschlafzimmer hineinging, hätte er dort einen schwarz gekleideten Mann mit Handschuhen und einer Sturmhaube gesehen, der eine Axt in der Hand hatte und damit auf seinen schlafenden Bruder eingeschlagen hat. Bei diesem Anblick sei Henry zunächst vollkommen erstarrt und hat einfach nur angefangen zu schreien, woraufhin dann sein Vater Martin ebenfalls ins Gästeschlafzimmer hineinlief und versucht hat, den Angreifer zu überwältigen und seinen Sohn Rudy zu schützen. In dem jetzt darauffolgenden
Handgemenge jedoch habe der maskierte Einringling dann auch seinen Vater mit der Axt attackiert, der daraufhin zu Boden ging und schwer verletzt liegen geblieben ist. Nach dem Angriff auf seinen Vater will Henry dann direkt die Stimme seiner Mutter Theresa wahrgenommen haben, die laut geschrien haben soll: “What’s going on?” Also, was ist hier los? woraufhin der Täter vom Gästeschlafzimmer mit der Axt hinaus auf den Flur ging und dort dann auch auf Theresa und auch auf Mali, die ebenfalls dazu kam, eingeschlagen haben soll.
Henry sagt allerdings, dass er den Angriff auf seine Mutter und seine Schwester durch den Täter nicht direkt, sondern nur verschwommen und flüchtig wahrnehmen konnte, weil er zu diesem Zeitpunkt noch im Gästeschlafzimmer war und der Täter mit dem Rücken zu ihm stand und ihm somit die Sicht versperrte. Als der Eindringling sich jedoch dann als nächstes wieder umgedreht und auf ihn zugekommen ist, hat Henry versucht, diesem die Axt abzunehmen.
Es kam also zu einem Gerangel zwischen ihm und dem maskierten Eindringling, in dessen Folge es Henry tatsächlich gelungen sein will, die Axt in die Hände zu bekommen. Doch dann in dem Moment, als er die Axt in der Hand hatte, hätte der Täter ein Messer gezogen und mit diesem Messer Henry dann die Schnitt und Stichverletzungen an seinem Oberkörper und im Bauchgereich zugefügt.
Doch trotz seiner Verletzungen durch das Messer war Henry in der Lage dazu, immer noch mit der Axt in seiner Hand, den Täter zu verfolgen, der inzwischen auf dem Flur hinausging und in Richtung Treppe nach unten davon lief. Henry, der oben an der Treppe stand, hätte dann die Axt, die er dem Täter ja abgerungen hat, nach diesem geworfen und sei aber dabei ausgerutscht und die Treppe bis nach unten gefallen, wobei er dann auch kurzzeitig das Bewusstsein verloren haben will.
Als er am Fuß der Treppe einige Sekunden später wieder zu sich kam, hätte er nur noch wahrnehmen können, wie der Täter durch die Küche hindurchlief. und dann das Haus durch die Hintertür verlassen hat. Soweit also Henry Vanreds Schilderungen, was sich in der zurückliegenden Nacht im Haus seiner Eltern abgespielt haben soll.
Doch die Frage der Ermittler an diesem Punkt ist natürlich, was passierte danach, denn Henrys Anruf bei der Notrufzentrale ging um 7:12 Uhr morgens ein. Der Angriff auf ihn und seine Familie ereignete sich aber Stunden zuvor, vermutlich zwischen 3 und 4 Uhr nachts. Was also hat er in all der Zeit, nachdem der Täter aus dem Haus geflüchtet ist, getan? Henry gab zu diesem Punkt an, dass nach dem Sturz die Treppe hinunter und nachdem der Täter aus dem Haus geflüchtet ist, er direkt Hilfe für seine Familie rufen wollte.
Dass er aber Schwierigkeiten in dem Moment hatte, sich an die richtige Nummer in Südafrika wäre das unter anderem die 10111 zu erinnern, weswegen er stattdessen erst einmal seine damalige Freundin per WhatsApp kontaktiert hat. Das konnte man später tatsächlich auch nachverfolgen, denn Henry hat um 4:24 Uhr versucht seine damalige Freundin anzurufen und er hat ja auch zwei Nachrichten um diese Uhrzeit hinterlassen, nachdem sie nicht ans Telefon ging.
Zum einen hat Henry seine Freundin per WhatsApp gefragt, ob sie schon wach ist und zum anderen hat er sie darum gebeten, ihn zurückzurufen. Im Anschluss daran hat Henry gesagt, er hätte sich dann den Laptop geholt und nach Notrufnummern angefangen zu googeln. Doch während er das getan hat, sei er wieder ohnmächtig geworden.
Er hat erneut das Bewusstsein verloren und ist erst Stunden später genauer gesagt um kurz nach 7 Uhr morgens wieder zu sich gekommen und erst dann um 7:12 Uhr hat er tatsächlich den Notruf gewählt. Henry Version der Ereignisse, was sich im Haus abgespielt haben soll, klingt vor allen Dingen, wenn man seine nur leichten Verletzungen, im Gegensatz zu denen der anderen Familienmitglieder bedenkt, im ersten Moment nicht gerade glaubwürdig.
Und was die Ermittler in den kommenden Stunden und Tagen herausfinden, lässt daran weitere Zweifel aufkommen. Zuallerst einmal muss man sich nämlich die Frage stellen, wie es einem vermeintlichen Einbrecher überhaupt gelungen sein soll, in diese hochgesicherte Wohlage mit elektrischen Zäunen, Sicherheitspersonal, Kameras und Zugangskontrollen am Tor einzudringen und nach der Tat sehr wahrscheinlich von oben bis unten mit Blut besudelt, wenn man den Tatort bedenkt, wieder hinauszulaufen, ohne dabei von irgendjemandem gesehen oder von einer
Kamera aufgezeichnet worden zu sein. Dazu kommt, dass man aber ohnehin nach einer genauen Inspektion am Haus der Funbreeders dort keine Spuren auf gewaltsames Eindringen feststellen konnte. Keine aufgebrochenen Türen, keine eingeschlagenen Fenster, absolut nichts, was darauf hindeutet, dass jemand versucht hat, sich von außen Zutritt zu diesem Haus zu verschaffen.
Bereits, nachdem die Polizei zum ersten Mal an den Tatort kam, fand man sowohl eine Axt als auch ein Küchenmesser auf dem Boden vor. Henry hatte in seiner Aussage beschrieben, dass der Täter beide Waffen bei sich hatte und dass er selbst mit dem Messer angegriffen wurde. Allerdings stammten, wie die Polizei jetzt bald herausfinden wird, beide Gegenstände aus dem Besitz der Familie.
Die Axt stammte aus dem Werkzeugkasten, das Messer aus einer Köchenschublade. Wobei wir damit also wieder einmal bei der Frage angekommen wären, warum ein Täter, egal ob er vorhat, ein Haus auszurauben oder aber einen Mord zu begehen, nicht seine eigenen Waffen mitbringen sollte. Das macht einfach jedes Mal wieder aufs Neue keinen Sinn.
Erst dringt man also ninjaäßig in eine topgesicherte Wohnanlage ein. Rüber über den elektrischen Zaun und über die hohen Mauern, gar kein Problem. vorbei an Überwachungskameras und Sicherheitspersonal, ohne dabei gefilmt oder gesehen zu werden. Dann bricht man in ein Haus ein, ohne dabei die geringste Spur zu hinterlassen.
Und kaum ist man drin, beginnt man jetzt erst einmal damit, sich nach einer oder mehreren Waffen umzusehen, um sein Vorhaben, welches es auch immer sein mag, überhaupt in die Tat umsetzen zu können. Warum sollte man so vorgehen? Im Haus der Funbradars befanden sich in der Tatnacht fünf Personen, darunter zwei junge sportliche kräftige Männer Anfang 20, die es mit einem unbewaffneten Täter sehr wahrscheinlich gut hätten aufnehmen können.
Warum also sollte sich jemand, ich wiederhole, unbewaffnet überhaupt so einem Risiko aussetzen? Wie gesagt, das macht einfach immer wieder aufs Neue keinen Sinn und lässt auch in diesem Fall die Polizei mit allem, was man darüber hinaus schon hat, an Henrys Einbrecherversion erheblich zweifeln, noch dazu, weil im Haus auch nicht das Geringste gefehlt hat.
Bargeld, Laptops, Uhren, andere Wertgegenstände. Nichts wurde gestohlen. Dazu kommt Henrys Verhalten unmittelbar nach der Tat. Statt direkt, nachdem er am Fuß der Treppe zu sich kam, Hilfe für seine schwer verletzten Eltern und seine Geschwister zu rufen und wenn ihm die Notrufnummer nicht einfällt, einfach aus dem Haus zu laufen, laut zu schreien, zum Tor hinunterzurennen, dort Sicherheitsleute zu informieren oder ähnliches, schreibt Henry erst einmal seiner Freundin und wählt erst Stunden später, angeblich, weil er bewusstlos
war in aller Zeit, den Notruf. Und auch in diesem Telefonat klang er keineswegs aufgeregt, sondern äußerst ruhig, kontrolliert und gefasst, was, wenn man bedenkt, was geschehen ist und dass es hier um Leben und Tod geht, schlichtweg nicht nachvollziehbar war. Ebenfalls für die Polizei nicht nachvollziehbar war der Umstand, dass Henry mit ein paar oberflächlichen Schnittverletzungen davon gekommen ist, während der Rest seiner Familie getötet oder im Fall seiner Schwester Mali schwer verletzt worden ist. Warum sollte ein Täter
ausgerechnet Henry, der ihm ja unter Umständen hätte gefährlich werden können, am Leben lassen, alle anderen aber schwer verletzen oder umbringen? noch dazu auf die Gefahr hin, dass Henry, wenn er überlebt, später ein möglicher Zeuge ist, der der Polizei, auch wenn der Täter angeblich maskiert gewesen ist, durchaus Informationen geben könnte, die zu einer Identifizierung beitragen.
Ein weiteres interessantes Detail, das sich bald herausstellen wird, war, dass Henry keine Gehirnerschütterung davon getragen hat und das, obwohl er laut seiner Aussage die ganzen Stufen vom ersten Stock bis hinunter ins Erdgeschoss gefallen und dann dort unten über viele Stunden hinweg bewusstlos gewesen sein will.
Die Schnittverletzungen an Brust und Bauch, die laut Henry beim Angriff durch den Täter mit dem Messer entstanden sein sollen, erwiesen sich alles samt als oberflächlich und ließen zudem den Eindruck entstehen, er könnte sich diese möglicherweise auch selbst zugefügt haben. Eine forensische Rekonstruktion basierend auf den Spuren im Haus und die Ergebnisse der Autopsie durchgeführt an allen drei verstorbenen Familienmitgliedern von Rechtsmedizinerin Dr.
Dey Anthony zeigen ein erschütterndes Bild der Tatnacht, denn demnach starb der 22 Jahre alte Rudy von Bredar zuerst, da man bei der Autopsie bei ihm so gut wie keine Abwehrverletzungen finden konnte, ist davon auszugehen, dass Rudy schlafend in seinem Bett überrascht wurde, als jemand mit der Axt auf ihn eingeschlagen hat. Und obwohl Rudy dabei mehrere traumatische Kopfverletzungen erlitt bei diesem Angriff, lebte er danach noch eine ganze Zeit lang, was das Blut, dass man bei der Autopsie in seinem Magen gefunden hat, auch belegt. Denn da man
das Blut in seinem Magen fand, muss Rudy, nachdem er bereits geblutet hat, noch in der Lage gewesen sein, zu schlucken. Nach der Attacke auf Rudy im Gästeschlafzimmer muss dann als nächstes sein Vater Martin angegriffen worden sein, dessen Verletzungen ebenfalls wie bei der Autopsie bestätigt wurde durch die Axt entstanden sind.
Martin wurde mehrfach am Hinterkopf und auch an seinem Rücken mit der Axt verlässt, was dafür spricht, dass er eben auch mit dem Rücken zum Täter gestanden hat und sich dementsprechend überhaupt nicht wehren konnte. Es sah offenbar danach aus, als hätte Martin van Bredar versucht, sich vor Rudy zu stellen, seinen ältesten Sohn quasi abzuschirmen vorm Täter und dann hat dieser ihm die Axt in den Hinterkopf und in den Rücken geschlagen, woraufhin Martin dann ebenfalls im Gästeschlafzimmer zusammengebrochen ist.
Nach ihrem Ehemann, wie die Spuren im Haus zeigen, starb dann Teresa Vanbreeder, die offenbar noch versucht hat, den ersten Schlag mit der Axt draußen auf dem Flur vorm Gästeschlafzimmer abzuwehren, denn sie hatte eine massive Abwehrverletzungen im Bereich ihres Daumens, weswegen man also davon ausging, dass sie die Hand noch gehoben hat.
Die Autopsieergebnisse legen nahe, dass die 55-jährige ihr Mörder beim Angriff auf dem Flur direkt gegenübergestanden hat, dass das aus nächster Nähe stattfand. Auch sie starb an ihren schweren Verletzungen durch die Axt und durch den damit einhergehenden Blutverlust. Die einzig überlebende, abgesehen von Henry ist die 16 Jahre alte Marley Van Breder, die offenbar als letzte attackiert wurde und die sich gegen diesen Angriff offenbar mit allem, was sie zur Verfügung hatte, zur Wehr gesetzt hat, was ihre massiven
Abwehrverletzungen an Armen und Händen gezeigt haben. Als Mali ins Krankenhaus eingeliefert wurde, war sie in äußerst kritischem Zustand. Sie hatte genau wie ihre Eltern und ihr Bruder massive Kopfverletzungen erlitten und ihre Jugularwene am Hals war durch Trend. Doch trotz des Blutverlustes und trotz mehrerer Wochen im Kummer überlebte sie wie durch ein Wunder.
In der Phase ihrer Rehabilitation begann Mali dann wohl neben vielen anderen Behandlungen eine Sprach und Physiotherapie und erholte sich nach und nach zumindest körperlich. Allerdings l sie unter einer retrograden Amnesie, also unter einem Gedächtnisverlust, was zurfolge hatte, dass sie sich an die Tatnacht selbst, aber auch an die Zeit kurz davor nicht mehr erinnern konnte.
Nach dem Krankenhaus Haufentilt und ihrer langen Rehabilitation wurde Mali von ihrem Onkel und ihrer Tante müterlicherseits aufgenommen, die dann auch die Vormundschaft für sie übernommen haben. Und einige Monate später war Mali dann in der Lage dazu auch wieder zur Schule zu gehen. Allerdings wurde sie konsequent von ihrem Bruder Henry getrennt.
Es wurde festgesetzt, dass die beiden keinerlei Kontakt zueinander haben dürfen und auch während des späteren Gerichtsverfahrens trat Mali nie in Erscheinung und sie hat sich auch nie öffentlich geäußert. Der einzige Zeuge, der also zu dem, was angeblich passiert sein soll, überhaupt etwas sagen kann, ist Henry Vanbridder, der nach dem Tod seiner Eltern und seines Bruders Rudy offenbar zunächst auch erst einmal bei Verwandten unterkam, später jedoch, während die Ermittlungen noch in vollem Gange waren, wohl mit seiner neuen Freundin Daniel
Janse zusammenlebte. Das was in der Nacht von 26. auf 27. Januar im Haus der Funbreders geschah, erlangt in kürzester Zeit enorme Aufmerksamkeit und macht vergleichbar mit anderen spektakulären Fällen aus Südafrika wie z.B. dem von Oscar Pestorius landesweit Schlagzeahlen. Jede Phase der Ermittlungen wird durch die Medien intensiv verfolgt und führt dadurch selbstverständlich zu den unterschiedlichsten Debatten, vor allem in Bezug auf die wichtigste Frage.
War es tatsächlich ein Einbrecher? der nachts ins Haus dieser Familie kam oder steckt möglicherweise Henry selbst dahinter? Noch während die Polizei also ermittelt, wurde in den Medien derweil schon heftig darüber spekuliert, was Henry, wenn er denn der Täter gewesen ist, für ein Motiv gehabt haben könnte, diese unfassbare Tat zu begehen.
Und es gab dann anscheinend nach und nach immer mehr Hinweise darauf, dass Henry ein Drogenproblem gehabt haben könnte. In einigen Berichten war zu lesen, dass er immer wieder Crystal Mat konsumiert haben soll und ein Mann, der behauptet hat, Henry Steeler zu sein, trat dann anscheinend auch in Erscheinung und hat behauptet, dass er ihn auch jetzt immer noch mit dieser Droge versorgt.
In diesem Zusammenhang war sogar von einem Aufenthalt Henrys in einer Entzugsklinik in Kapstadt in der Vergangenheit die Rede. Darüber hinaus auch wieder in Bezug auf das Motiv war zu lesen, dass gerade die Beziehung zwischen Henry und seinem Vater Martin sehr angespannt gewesen sein soll vor der Tat. Bei diesen Auseinandersetzungen innerhalb der Familie ging es anscheinend unter anderem darum, dass Henry sein Studium abbrechen oder unterbrechen wollte, aber auf die finanzielle Unterstützung seiner Eltern nicht verzichten wollte, was zu
einem gewissen Druck und immer wieder auch zu Konflikten geführt haben soll, da vermutlich im Raum stand, dass Henry Eltern ihm das Geld streichen wollten, wenn er sein Studium abbricht oder eben es auch für längere Zeit unterbricht. Aber abgesehen davon, was jetzt alles zu dieser Zeit in den Medien geschrieben und worüber spekuliert worden ist, die Ermittler haben abgesehen von dem, was sie ohnehin schon zusammengesammelt haben, weitere Indizien und auch forenzische Beweise, die den Verdacht Henry könnte tatsächlich der Täter
gewesen sein, weiter untermauern, denn Henrys weiße Sportsocken und auch seine kurze Short dia trug, als die Polizei am Morgen des 27. Januar zum Haus kam, wurden im Labor untersucht. Darauf fand man sowohl das Blut seines Bruders Rudy als auch das seines Vaters Martin und das seiner Mutter Theresa.
Das Muster der Blutspuren, die Art und Weise, wie sich die Spritzer auf Henry Kleidung gezeigt haben, deuteten darauf hin, dass er sich in unmittelbarer Nähe zu allen drei Opfern befunden haben muss, als diese mit der Axt verletzt worden sind. Was dazu kam war, dass man weder im Haus selbst noch um das Haus der Funbrys herum, noch in dieser gesicherten Wohnanlage irgendwo eine Spur oder einen Hinweis darauf fand, dass es einen Täter von außen gegeben hat.
Zwar hatte Henry bereits in seiner ersten Aussage angegeben, dass der maskierte Täter Handschuhe getragen hätte. Trotzdem fand man eben keine Spuren im Haus darauf, dass abgesehen von den fünf Familienmitgliedern überhaupt noch jemand anders dort gewesen ist. Nach den massiven Angriffen mit der Axt, die aus nächster Nähe stattgefunden haben müssen, kann man davon ausgehen, dass ein Täter von oben bis unten mit dem Blut seiner Opfer besudelt gewesen ist, als er aus diesem Haus hinausrannte.
Trotzdem ließen sich im Blut auf dem Fußboden, das dort überall gegeben hat, keine Schuhabdrücke eines solchen Eindringlings finden. Ähnlich verhielt es sich auch mit den beiden Tatwaffen, die beide nachweislich aus dem Besitz der Funbreds gestammt haben. Zwar fand man sowohl an der Axt als auch an dem Messer DNA Spuren von allen fünf Familienmitgliedern, jedoch eben kein fremdes genetisches Profil.
oder einen fremden Fingerabdruck. Was dazu kam, war, dass die Spurensicherung im ersten Stock des Hauses im dortigen Badezimmer Blutspuren gefunden hat. Henry hatte in seiner ersten Aussage berichtet, dass er vor dem Angriff auf seinen Bruder, als er nicht schlafen konnte, zur Toilette ging und von dort aus dann laute polternde Geräusche hörte, was ihn dazu veranlasst hat, die Toilette zu verlassen und ins Zimmer seines Bruders hineinzugehen, wo er dann gesehen hat, Rudy wird von einem Mann mit einer Axt angegriffen. Mit keinem Wort hatte Henry
van Bredar jemals in irgendeiner Aussage später erwähnt, dass er oder auch ein anderes Familienmitglied jemals nach dem Angriff durch den Täter wieder in diesem Badezimmer im ersten Stock gewesen ist. Trotzdem wurde dort sowohl Henrys Blut als auch minimale Spuren von Rudys Blut gefunden und zwar anscheinend an den Fliesen und auch in der Dusche.
Die Ermittler, genauso auch die Staatsanwaltschaft später, werteten diese Blutspuren im Badezimmer offenbar als Hinweis darauf, dass Henry sich nach der Tat in diesem Raum gewaschen, sauber gemacht hat und das so sein Blut und auch geringe Spuren vom Blut seines Bruders Rudy auf diesem Weg dort hingekommen sind. Und dazu kommt eben noch alles andere, was man bisher hat.
die starken Indizien, die forensischen Beweise, das Fehlen von Einbruchspuren am Haus, die Tatsache, dass es für jemanden von außen so gut wie unmöglich ist, überhaupt in dieser gesicherte Wohnanlage einzudringen. Das fehlende Spurenbild im Haus einer fremden Person. Mit anderen Worten, alles was man bisher zusammentragen konnte, sprach klar dafür, dass es einen Täter von außen erst gar nicht gegeben hat.
Nach fast anderthalb Jahren intensiver Ermittlungsarbeit hat man dann genug, um Henry Vanbreeder festzunehmen. Und nachdem man seinen Rechtsbeistand über den jetzt vorliegenden Haftbefehl in Kenntnis gesetzt hat, stellt sich Henry dann am 16. Juni 2016 freiwillig. Zusammen mit seinem Anwalt erscheint er auf dem Polizeirevier in Stellenbosch, wo er dann auch direkt verhaftet und wegen dreifachem Mordes versuchten Mord an seiner Schwester Mali und Behinderung der Justiz angeklagt wird.
Bis zum Prozessbeginn jedoch kam Henry dann, nachdem er eine Kaution hinterlegt hat, unter strengen Auflagen erst einmal wieder auf freien Fuß. Er musste regelmäßig bei der Polizei vorsprechen. Er musste seinen Pass abgeben, durfte die Provinz Westcup nicht verlassen und es war ihm weiterhin strengstens untersagt, Kontakt zu seiner Schwester Marle aufzunehmen.
In der Zeit bis zu seinem Prozess lebte Henry weiterhin bei seiner Lebensgefährtin Daniel Janse rund 140 km von Stellenbosch entfernt im September 2016. Also nur wenige Monate, nachdem Henry auf Kaution erst einmal wieder auf freien Fuß kam, war er aber schon erneut wieder in den Schlagzeilen, denn er und seine Freundin wurden wegen Drogenbesitz festgenommen.
Die beiden hatten anscheinend geringe Mengen Marihuana bei sich, was aber in dem Moment keine unmittelbaren Konsequenzen auf den anstehenden Gerichtsprozess gehabt hat. Doch als dieser dann endlich mit einer weiteren Verzögerung am 4. April 2017 vor dem Western Cape High Court in Kapstadt beginnt, pläiert Henry auf nicht schuldig.
Sein Verteidiger Peter Boter verlas im Gerichtssal eine eidestattliche Erklärung, in der er noch einmal detailliert Henrys Schilderungen der Tatnacht dargelegt hat. Dieser blieb nämlich auch jetzt im Prozess weiterhin bei seiner Einbrecherversion und auch dabei, dass am Abend zuvor im Haus zwischen ihm und seiner Familie alles völlig normal und harmonisch verlaufen war.
Ein gemeinsames Abendessen, dann hat man zusammen Star Trek geschaut und dann gingen alle schlafen. Um 3 Uhr morgens muss er dann zur Toilette. Dort hört er polternde laute Geräusche. Er geht hinaus auf den Flur, betritt das Gästeschlafzimmer und sieht dort, wie ein maskierter Mann mit einer Axt auf seinen Bruder Rudy einschlägt. Henry fängt an laut zu schreien.
Sein Vater kommt dazu, der ebenfalls angegriffen wird. Dann seine Mutter, dann seine Schwester, dann der Kampf zwischen ihm und Mr. X, in dessen Verlauf Henry die Axt in seine Hände bekommen hat, aber dann mit dem Messer verletzt wurde. Dann die Flucht des Täters raus aus dem Haus. Henry stürzt die Treppe hinunter, seine Ohnmacht und dann um kurz nach 7 Uhr morgens der Anruf in der Notrufzentrale.
Interessant an dieser Stelle jetzt im Gerichtsprozess war aber auch, dass dort anscheinend zum ersten Mal über einen möglichen zweiten Täter gesprochen worden ist. Vor allen Dingen in seinem Kreuzverhör mit der Staatsanwaltschaft hat Henry immer wieder von mindestens einem Täter gesprochen und damit also nicht ausgeschlossen, dass möglicherweise noch ein zweiter Täter in der Tatnacht im Haus war.
Verteidiger Peter Bota führte darüber hinaus auch an, dass Henry seit vielen Jahren an einer Sprechstörung leiden würde, weswegen er oftmals gerade in stressigen Situationen anfängt zu stottern und sehr langsam spricht. Genau darum, das zumindest ist jetzt das Argument der Verteidigung, hat Henry auch in seinem Notruf so gefasst geklungen, weil er sich ganz besonders darauf konzentrieren musste, so klar wie möglich zu sein, was ihm aber sowohl in der Öffentlichkeit als auch auf Seiten der Polizei stets negativ ausgelegt
worden ist. Darüber hinaus gab die Verteidigung auch zu bedenken, dass es kein Motiv auf Seiten von Henry für diese Tat gegeben hat. Die Gerüchte über einen möglichen Streit um Geld, Auseinandersetzungen zwischen Henry und vor allen Dingen seinem Vater Martin und auch ein Drogenmissbrauch in der Vergangenheit konnte nie zweifelsfrei belegt werden.
Und auch Henry’s Behauptung, er sei über Stunden hinweg bewusstlos gewesen, was ja sowohl die Ermittler als auch die Staatsanwaltschaft extrem angezweifelt hat, war laut Verteidigung bzw. Laut eines Gutachters, der Verteidigung, der im Zeugenstand saß, unter Berücksichtigung einer posttraumatischen Ohnmacht nicht völlig ausgeschlossen.
Trotzdem kann man durchaus festhalten und das zeigte sich wohl auch im Laufe dieses 66 Tage andauernden Prozesses, dass die Staatsanwaltschaft die weitaus überzeugenderen Argumente und Beweise auf ihrer Seite hatte. Staatsanwältin Susan Gallowway bringt die Darstellung der Verteidigung sowohl während ihres Kreuzverhörs, aber auch durch ihre eigenen Zeugen und Sachverständigen gründlich in Zwanken.
Besonders eindrücklich war dabei wohl die Aussage des forensischen Experten Marius Schober, der anhand des Blutspurenmusters auf Henrys Kleidung ein klares Bild des Tathergangs zeichnen konnte. Anhand der Spuren, die er ausgewertet hat, konnte Marius Schuber aufzeigen, dass Henry sich zum Tatzeitpunkt, zumindest was seinen Vater, seinen Bruder und seine Mutter angeht, in unmittelbarer Nähe zu diesen dreien befand, als sie angegriffen wurden und darum mit hoher Wahrscheinlichkeit auch er derjenige war, der die Axt zu diesem Zeitpunkt in
der Hand hatte. Das Blut von Mali fand man zwar nicht auf Henry Kleidung, jedoch gab der Experte zu bedenken, dass das nicht zwingend bedeutet, dass er nicht auch in ihrer direkten Nähe war, als sie attackiert wurde. Auch Gerichtsmedizinerin Dr. Dapne Anthony sitzt selbstverständlich im Zeugenstand und berichtet noch einmal ausführlich über das, was sie bei der Autopsie gefunden hat.
Und sie bestätigt auch noch einmal, dass alle vier Opfer mit derselben Waffe, in diesem Fall mit der Axt angegriffen worden sind. Darüber hinaus sitzen aber natürlich auch die Polizisten und Rettungskräfte im Zeugenstand, die am Morgen des 27. Januar zuerst vor Ort waren und dabei wird auch noch mal über Henry Verhalten an diesem Morgen gesprochen.
Unter anderem sagte wohl auch ein Sanitäter aus, dass ihm im Krankenwagen aufgefallen ist, dass Henry, abgesehen davon, dass er sehr ruhig und gefasst gewirkt hat, nach Alkohol roch. Auch der Notruf um 7:12 Uhr und die Zeit davor spielte in diesem Gerichtsverfahren wohl eine große Rolle. Die Staatsanwaltschaft hat argumentiert, dass diese lange Zeitspanne zwischen der Tat an sich und dem getätigten Notruf von Henry einfach nur dazu diente, Zeit vergehen zu lassen. Und dann ist da noch etwas.
Die Anklage konnte nämlich belegen, dass sich in der Köche der Funbrads am Kühlschrank ein großer Zettel mit sämtlichen Notrufnummern darauf befand. Das Argument der Staatsanwaltschaft ist also jetzt hier, dass Henry, der ja zu diesem Zeitpunkt bereits seit vielen, vielen Wochen in seinen Ferien im Haus seiner Eltern wohnte, diesen Zettel in aller Zeit irgendwann doch hätte sehen oder wahrnehmen müssen.
Trotzdem will er eben nicht gewusst haben, welche Nummer er im Notfall wählen soll, sondern hat stattdessen seine Freundin angerufen und ihren Nachrichten per WhatsApp geschrieben. Eine weitere wichtige Zeugin auf Seiten der Staatsanwaltschaft war eine Nachbarin der Funbraders, die zum Tatzeitpunkt direkt nebenan gewohnt hat.
Diese sagte im Zeugenstand aus, dass sie am späten Abend des 26. Januar zwischen 22 Uhr und Mitternacht laute wohl vor allen Dingen männliche Stimmen aus dem Haus nebenan gehört hat, die für sie so klangen, als würde da jemand miteinander streiten. Henry hat im Kreuzverhör zwar angegeben, dass die Nachbarin sehr wahrscheinlich nur den Fernseher gehört hat, denn er und seine Familie hätten ja zusammen Star Trek geschaut.
Allerdings hat die Nachbarin gesagt, dass sie den Unterschied zwischen einem Film, den sie selbst schon gesehen hat und sehr gut kannte und streitenden lauten Stimmen sehr wohl erkennen könnte und dass es für sie eindeutig nicht der Fernseh war. Und ja, diese Aussage legte eben nahe, dass es möglicherweise bereits am Abend vor der Tat zu einer verbalen Auseinandersetzung, zu einem Streit gekommen sein könnte.
Da sowohl die Axt als auch das Messer aus dem Besitz der Familie gestammt haben und es darüber hinaus keinerlei Spuren eines Täters von außen gab, war ebenfalls sehr aussagekräftig. Und auch was das Motiv anging, hatte die Staatsanwaltschaft auch ohne eindeutige Beweise dafür durchaus die Theorie, dass Henry sich von seinen Eltern in erster Linie anscheinend von seinem Vater unter Druck gesetzt gefühlt haben könnte.
Er dachte offenbar darüber nach, sein Studium abzubrechen oder sich zumindest eine Zeit lang freizunehmen und war im Gegensatz zu seinen erfolgreichen Geschwistern, die beide gute Schüler gewesen sind, sehr unsteht, was seine zukünftige Lebensplanung anging. Darüber hinaus, wobei auch das wohl nicht zweifelsfrei belegt werden konnte, stand eine Drogenabhängigkeit von Henry und auch das Streichen der finanziellen Unterstützung durch seine Eltern im Raum, was durchaus zu verstärkten Streitereien und zu einer Eskalation in
der Tatnacht hätte führen können. So die Argumentation der Staatsanwaltschaft. Am 21. Mai 2018 verkündet dann Richter Desai das mit Spannung erwartete Urteil. Henry Van Bredar wird in allen Anklagepunkten schuldig gesprochen. Das Urteil lautet dreimal lebenslängig für den Mord an seinen Eltern und seinem Bruder Rudy.
Zusätzlich 15 Jahre Gefängnis für den versuchten Mord an seiner Schwester Mali und 12 Monate für den Anklagepunkt Behinderung der Justiz. Ein Einspruch auf Seiten von Henry Verteidigung gegen dieses Urteil 6 Monate später im November 2018 wurde vor Gericht abgelehnt. Der Mord an Teresa Martin und Rudy Vanbreada und auch der versuchte Mord an Mali ist einer der aufsehenregendsten Fälle der jüngeren südafrikanischen Geschichte.
vor allem über die Hintergründe und das mögliche Motiv für diese Tat. Habgier, Geld, Drogenprobleme wurde heftig spekuliert. Am Ende jedoch muss man sagen, dass das Warum nie endgültig geklärt werden konnte. Doch und das sind wir am Ende meiner Videos wie immer auch bei meiner ganz persönlichen Meinung und Einschätzung zu all dem, was ich euch heute erzählt habe angekommen.
Eine Staatsanwaltschaft muss in einem Prozess kein Motiv beweisen. Entscheidend ist, ob die Tat und die Täterschaft zweifelsfrei nachgewiesen werden konnte. Und das ist zumindest in meinen Augen in Bezug auf Henry Funbra der Fall gewesen. Besonders hervorzuheben war dabei für mich die Tatortanalyse und das Blutspurenmuster, dass man auf Henrys Kleidungsstücken gefunden hat.
genauso auch wie die Ergebnisse aus der Gerichtsmedizin und das Fehlen sämtlicher Spuren eines Täters von außen. Ich persönlich habe keinerlei Zweifel daran, dass Henry seine Eltern und auch seinen Bruder getötet hat in dieser Nacht und dass er sehr wohl auch versucht hat, seine Schwester Mali umzubringen, die aber ja, wie gesagt, wie durch ein Wunder überlebt hat und darum wurde er meiner Meinung nach auch vollkommen zurecht schuldig gesprochen und verbringt jetzt sehr wahrscheinlich den größten Teil seines Lebens hinter
Gittern. Ja, meine Lieben, aber was denkt ihr? Ich weiß, es waren in diesem Fall wieder sehr, sehr viele Informationen, aber zu so einem komplexen Fall gehört das eben auch dazu, um für euch ein möglichst genaues Bild der Umstände zeichnen zu können, so dass ihr überhaupt in der Lage dazu seid, mir jetzt eure Meinung dazu unten in den Kommentaren zu hinterlassen.
Und ich bin wie immer sehr gespannt darauf, was ihr sagt. Glaubt ihr, wie ich, und in diesem Fall auch das Gericht, dass Henry schuldig ist, dass er der Täter war? Oder könntet ihr euch vorstellen, dass das vielleicht doch ganz anders gewesen ist, dass doch irgendwie jemand ins Haus eingebrochen sein könnte und dann diese Tat begangen hat.
Also für mich ist das anhand des Spurenbilds völlig ausgeschlossen, muss ich ehrlich sagen. Und ich lege mich da nicht immer so schnell hundertprozentig fest, aber in diesem Fall ist das für mich ganz klar. Trotzdem interessiert mich natürlich, was ihr denkt. Wie schätzt ihr das alles ein? Schreibt mir eure Meinung dazu unten in die Kommentare.
Ja, meine Lieben, damit verabschiede ich mich jetzt für heute von euch. Ich wünsche euch noch einen schönen restlichen Tag und hoffe, wir sehen uns dann ganz bald im nächsten Video wieder. Bis dahin macht’s gut.