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Blutige Koffer im Stuttgarter Schlossgarten: Wie ein grausamer Doppelmord die Stadt erschütterte und die Ermittler den Täter überführten T

Blutige Koffer im Stuttgarter Schlossgarten: Wie ein grausamer Doppelmord die Stadt erschütterte und die Ermittler den Täter überführten

Es ist der 1. Juni 2014, ein strahlend schöner Frühsommertag in Baden-Württemberg. Bei angenehmen Temperaturen um die zwanzig Grad zieht es hunderte, wenn nicht tausende Menschen in den Stuttgarter Schlossgarten. Auf den Wiesen wird gelacht, Familien machen Picknick, Spaziergänger und Jogger nutzen die beliebte Platanenallee, um dem Trubel der Großstadt zu entfliehen. Niemand der Anwesenden ahnt zu diesem Zeitpunkt, dass sich nur wenige Meter abseits des bunten Treibens eine Szenerie verbirgt, die selbst erfahrene Kriminalisten an ihre Grenzen bringen wird. Die sommerliche Idylle soll binnen weniger Augenblicke unwiderruflich zerstört werden.

Gegen 18:00 Uhr verweilen zwei Personen an einem Grillplatz in der Parkanlage. Sie beschließen, sich ein Stück von den belebten Wiesen zu entfernen, und gehen hinter eine steinerne Mauer, die parallel zu den nahegelegenen Bahngleisen verläuft. Es ist eine unzugängliche Böschung, in die sich normalerweise kaum ein Passant verirrt. Doch genau dort, versteckt im Dickicht und abseits aller Blicke, fällt ihr Blick auf zwei nebeneinander stehende Rollkoffer. Einer von ihnen weist auffällige, getrocknete Blutspuren an der Außenseite auf. Verunsichert und von einer dunklen Vorahnung getrieben, verständigen die Passanten unverzüglich den Polizeinotruf.

Als die ersten Streifenwagen eintreffen, sperrt die Polizei den Bereich rund um den Fundort weiträumig ab. Spezialisten der Kriminaltechnik und Spurensicherung werden hinzugezogen. Als die Beamten die beiden Gepäckstücke vorsichtig öffnen, bestätigt sich das Schlimmste: In jedem der Koffer liegt ein toter menschlicher Körper. Es handelt sich um eine Frau und einen Mann, beide im mittleren Alter und vollständig entkleidet. Sie sind auffallend zierlich gebaut und wiegen jeweils nur etwa sechzig Kilogramm. Entgegen erster Gerüchte, die sich wie ein Lauffeuer in der Stadt verbreiten, wurden die Leichen nicht zerstückelt. Der Täter hatte die Körper vielmehr mit roher Gewalt in das Innere der Rollkoffer gepresst. Schon die erste Begutachtung vor Ort lässt keinen Zweifel daran, dass hier ein brutales Tötungsdelikt vorliegt.

Die Obduktion in der Stuttgarter Rechtsmedizin offenbart das ganze Ausmaß der ausgeübten Grausamkeit. Der männliche Leichnam weist schwerste Verletzungen im Kopf- und Schädelbereich auf, die durch massive stumpfe Gewalteinwirkung entstanden sind. Darüber hinaus dokumentieren die Rechtsmediziner zahlreiche Schnitt- und Stichwunden am Oberkörper und im Halsbereich. Später stellt sich heraus, dass der Mann mit einem schweren Feuerlöscher erschlagen wurde; im Gewebe finden sich sogar Spuren von Löschschaum. Das weibliche Opfer weist ebenfalls tiefe Schnitt- und Stichverletzungen auf, die mutmaßlich mit einem großen Küchenmesser zugefügt wurden. An ihren Händen und Armen finden sich zudem ausgeprägte Abwehrverletzungen, was zeigt, dass sie bis zuletzt verzweifelt um ihr Leben gekämpft haben muss. Bei beiden Opfern wurden viele der schweren Verletzungen erst postmortal zugefügt.

Die Identifizierung des männlichen Opfers gelingt der Kriminalpolizei relativ zügig. Es handelt sich um den 50-jährigen Peter G. Sein Leben war von schweren Schicksalsschlägen gezeichnet. Nach einer soliden Berufsausbildung verlor er vor Jahren den Halt im Leben, rutschte in eine schwere Alkoholsucht ab und landete schließlich in der Wohnungslosigkeit. Bei der Polizei war er lediglich wegen kleinerer Delikte wie Schwarzfahrens oder geringfügigen Diebstahls aktenkundig.

Deutlich schwieriger gestaltet sich zunächst die Identifizierung der toten Frau. Die Ermittler wissen, dass sich Peter G. häufig in der Trinker- und Wohnungslosenszene rund um den Stuttgarter Ostendplatz aufgehalten hatte. Beamte der zuständigen Polizeiwache durchforsten ihr Bildmaterial und stoßen auf eine Frau, deren Beschreibung exakt auf die Tote zutrifft. Nach dem Sicherstellen von persönlichen Gegenständen und einem darauf folgenden DNA-Abgleich herrscht traurige Gewissheit: Die Tote ist die 47-jährige Silvia C., im Bekanntenkreis oft Silvi genannt. Silvia und Peter kannten sich seit längerer Zeit sehr gut und führten eine partnerschaftliche Beziehung am Rande der Gesellschaft.

In der Landeshauptstadt löst das Verbrechen eine Welle der Verunsicherung aus. Um den Doppelmord mit höchster Priorität aufzuklären, richtet die Stuttgarter Kriminalpolizei umgehend eine vierzigköpfige Sonderkommission ein. Die Ermittler bitten die Bevölkerung um Mithilfe und loben eine Belohnung für sachdienliche Hinweise aus. Über 250 Hinweise gehen bei den Ermittlungsbehörden ein, doch die entscheidende Spur erarbeiten sich die Ermittler durch akribische forensische Detailarbeit. An den Griffen und Reißverschlüssen der Koffer sichert die Spurensicherung eine fremde DNA-Spur. Beim Abgleich mit den polizeilichen Datenbanken ergibt sich ein Treffer: Exakt diese DNA war bereits im Jahr 2011 an einem Tatort gesichert worden, als ein damals unbekannter Mann die Schaufensterscheibe eines Lokals eingeschlagen und dabei eine Blutspur hinterlassen hatte.

Aus dem Vorfall von 2011 lag den Behörden eine Personenbeschreibung vor. Die Sonderkommission gleicht dieses Profil mit bekannten Personen aus dem Umfeld des Ostendplatzes ab und stößt auf einen Mann: Günther H., 47 Jahre alt, von Beruf Möbelpacker und den Behörden bestens bekannt. H. ist einschlägig vorbestraft, unter anderem wegen zweier Gewaltdelikte. In der Szene gilt er zwar im nüchternen Zustand als unauffällig, doch unter starkem Alkoholeinfluss neigt er zu plötzlichen, unkontrollierten Gewaltausbrüchen.

Im Gegensatz zu vielen anderen Personen aus dem Milieu hat Günther H. eine feste Meldeadresse im Stuttgarter Stadtteil Gablenberg. Als die Ermittler seine Wohnung durchsuchen, treffen sie ihn dort nicht an. Dafür stoßen die Kriminaltechniker auf ein Bild des Grauens: An Wänden und sogar an der Zimmerdecke finden sich Blutspritzer sowie winzige Reste von Gehirnmasse. Die anschließende Laboruntersuchung belegt eindeutig, dass das Blut von Silvia C. und Peter G. stammt. Die Wohnung des Möbelpackers ist zweifelsfrei der Tatort des Verbrechens.

Günther H. befindet sich zu diesem Zeitpunkt bereits auf der Flucht. Doch sein Versteck währt nicht lange: Die Ermittler orten ihn in der Stuttgarter Innenstadt, wo er in der Sophienstraße bei einem Bekannten untergekommen ist. Da der Gesuchte als extrem gewalttätig und unberechenbar eingestuft wird, fordert die Einsatzleitung ein Spezialeinsatzkommando an. Am 16. Juni 2014, genau fünfzehn Tage nach dem Fund der Koffer, stürmt das SEK die Wohnung und nimmt Günther H. fest. Der Zugriff erfolgt so überraschend, dass der Tatverdächtige keinen Widerstand leisten kann.

Noch bevor die Beamten ihm den genauen Vorwurf eröffnen können, streitet Günther H. vehement ab, Silvia C. und Peter G. ermordet zu haben. In den folgenden Verhören verstrickt er sich jedoch in ein Netz aus Lügen und bizarren Schutzbehauptungen. Zwar räumt er ein, die Leichen in die Koffer gepackt und im Schlossgarten abgelegt zu haben, will mit dem eigentlichen Tod der beiden jedoch nichts zu tun haben. Seine Version der Ereignisse: Silvia habe Peter im Streit mit einem Feuerlöscher erschlagen und sich anschließend selbst das Leben genommen. Aus Angst vor der Polizei habe er die Leichen daraufhin weggeschafft. Rechtsmedizinische Gutachten entlarven diese Behauptung rasch als biologisch und physikalisch unmöglich. Silvia C. war durch ihre schwere Alkoholkrankheit körperlich derart geschwächt, dass sie niemals die ungeheure Wucht hätte aufbringen können, um einen zehn Kilogramm schweren Feuerlöscher mit tödlicher Kraft mehrfach auf den Kopf eines Menschen zu schlagen.

Im anschließenden Prozess vor dem Landgericht Stuttgart rekonstruiert die Staatsanwaltschaft die verhängnisvolle Tatnacht des 30. Mai 2014 im Detail. Das Motiv wurzelt in Zurückweisung, Eifersucht und verletztem Stolz. Günther H. hatte schon länger ein Auge auf Silvia geworfen und die Beziehung zwischen ihr und Peter mit Missgunst betrachtet. Am Vorabend der Tat, an Christi Himmelfahrt, besuchten Günther H. und Silvia C. gemeinsam ein griechisches Lokal in der Hausmannstraße. Zeugen berichteten, die beiden hätten ausgelassen gewirkt. Peter G. befand sich zu dieser Zeit vermutlich bereits in der Wohnung von Günther H., um dort im Vollrausch seinen Alkoholpegel auszuschlafen.

Nach der Rückkehr aus dem Restaurant versuchte Günther H., sich Silvia anzunähern. Als die Frau seine Avancen entschieden zurückwies, schlug die Stimmung in hemmungslose Wut um. In seiner Kränkung griff Günther H. zu einem massiven Küchenmesser und stach Silvia mehrfach in den Hals- und Oberkörperbereich. Die Frau verblutete in der Wohnung. Um keine Zeugen zu hinterlassen, wandte sich der Täter anschließend dem wehrlos auf der Couch schlafenden Peter G. zu. Er griff nach einem zehn Kilogramm schweren Feuerlöscher und schlug damit mit voller Wucht mehrfach auf den Kopf des Schlafenden ein, bis dieser tot war.

Um die Spuren der grausamen Tat zu verwischen, entkleidete Günther H. die beiden Leichen, presste sie in die Rollkoffer und lud diese nacheinander auf den Anhänger seines Fahrrads. Mitten in der Nacht fuhr er zweimal die Strecke von seiner Wohnung bis in den Stuttgarter Schlossgarten, trug die Koffer hinter die Bahnmauer und deponierte sie in der Böschung, in der irrigen Hoffnung, dass sie dort niemals entdeckt werden würden.

Vor Gericht zeigte der Angeklagte keinerlei Reue. Bis zum letzten Verhandlungstag behauptete er, unschuldig zu sein, und verstieg sich sogar in die absurde Anschuldigung, die Ermittlungsbehörden hätten den Opfern die Verletzungen nachträglich zugefügt, um ihm die Morde anzuhängen. Das Landgericht Stuttgart schenkte seinen Einlassungen keinen Glauben. Im Jahr 2015 wurde Günther H. wegen zweifachen Mordes zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt. Das Gericht stellte zudem die besondere Schwere der Schuld fest und ordnete die anschließende Sicherungsverwahrung an. Damit ist sichergestellt, dass der Verurteilte für sehr lange Zeit, möglicherweise für den Rest seines Lebens, hinter Gittern bleiben wird.

Der Fall der Stuttgarter Kofferleichen bleibt als eines der dunkelsten und erschütterndsten Kapitel der regionalen Kriminalgeschichte in Erinnerung – ein Zeugnis unfassbarer Gewalt gegen zwei Menschen, die am Rande der Gesellschaft lebten und Schutzlosigkeit mit ihrem Leben bezahlten.

Disclaimer: This story is fictional and created for entertainment purposes only. Any names, characters, places, or events are fictitious or used fictitiously. No real person or organization is intended to be portrayed.

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