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Vier seiner sechs Ehefrauen starben – was geschah wirklich mit Becky Gault? T

Vier seiner sechs Ehefrauen starben – was geschah wirklich mit Becky Gault?  

Las Vegas, achter Mai zweitausendacht, kurz vor neun Uhr abends. Ein Mann ruft den Notruf. Seine Frau sei angeschossen worden. In seinem Haus sei ein Fremder gewesen, und er habe ihn erschossen. Der Anrufer heißt Thomas Randolph. Seine Frau Sharon ist tot. Der Mann in der Garage auch. Neben ihm liegt eine Skimaske.

Der Tote ist Michael Miller, Randolphs eigener Handwerker. Sharon ist Randolphs sechste Ehefrau. Und sie ist nicht die erste, die stirbt. Insgesamt sterben vier seiner sechs Ehefrauen. Zweiundzwanzig Jahre vor dieser Nacht lag schon einmal eine Ehefrau von ihm mit einem Kopfschuss tot im gemeinsamen Haus.

Randolph kam deshalb vor Gericht und wurde freigesprochen. Dieser Film erzählt die Geschichte eines Mannes, der sich selbst einen netten Kerl nennt. Von Von zwei Prozessen, einem Todesurteil, das wieder aufgehoben wurde, und einer Frage, die bis heute offen ist: Was geschah wirklich mit Becky Gault? Thomas Randolph wächst in den sechziger Jahren auf.

Seine erste Ehe schließt er Mitte der siebziger Jahre mit Kathryn Thomas. Die beiden bekommen zwei Kinder. Kathryn beschreibt ihn später als sehr charmant und witzig. Doch mit den Jahren, sagt sie, habe sie Angst vor ihm bekommen. Er sei kontrollierend gewesen. Neunzehnhundertdreiundachtzig wird die Ehe geschieden.

Randolph selbst hat für sein Leben eine eigene Erzählung. In Interviews sagt er Sätze wie: Ich bin ein kluger Mann. Ich lüge nicht. Lügen bringt nichts. Und über die Vorwürfe gegen ihn sagt er: Ich bin ein netter Kerl. Ich bin großspurig, ein bisschen auffällig. Aber das macht mich noch lange nicht zum Mörder.

Am selben Tag, an dem seine Scheidung rechtskräftig wird, heiratet Thomas Randolph zum zweiten Mal. Seine neue Frau heißt Becky Gault. Die beiden leben in Utah, nördlich von Salt Lake City. Clearfield, Davis County, siebter November neunzehnhundertsechsundachtzig. Im Haus der Randolphs fällt ein Schuss. Becky Gault liegt tot im Haus, getroffen am Kopf.

Thomas Randolph sagt, seine Frau habe sich selbst erschossen. Sie habe einen Abschiedsbrief hinterlassen. Und er selbst sei zum Zeitpunkt des Schusses nach eigener Darstellung gar nicht zu Hause gewesen. Randolph wird diese Version über Jahrzehnte wiederholen. In einem Interview sagt er später: Sie hat Selbstmord begangen.

Sie hat einen Abschiedsbrief hinterlassen. Der Nachbar hat den Schuss gehört und die Polizei gerufen. Und ich habe ein wasserdichtes Alibi. Ich war vierzehn Minuten entfernt, am Telefon. Überprüfen lässt sich vieles davon heute nicht mehr. Die Akten des Falls sind fast vierzig Jahre alt. Für die Polizei bleibt zunächst vieles offen.

Becky hatte Probleme, das bestreitet niemand. Sie war in Behandlung, kämpfte mit Drogen und Depressionen. Ein Suizid erscheint denkbar. Doch es gibt eine Lebensversicherung auf Beckys Leben, über mehrere hunderttausend Dollar. Begünstigter ist ihr Ehemann. Die Ermittlungen dauern rund zwei Jahre. Dann wird Thomas Randolph wegen Mordes angeklagt.

Die Anklage geht von einem Kapitalverbrechen aus, damit steht in Utah auch die Todesstrafe im Raum. Die Staatsanwaltschaft beschreibt ihn im Prozess als berechnend und manipulativ, als einen Mann, der besessen davon gewesen sei, Wege zu planen, seine Frau zu töten. Ein Suchtberater, der Becky betreut hatte, sagt aus, Randolph habe nach ihrem Tod gesagt, Menschen wie sie bekämen, was sie verdienen.

Der wichtigste Zeuge der Anklage ist ein Mann namens Eric Tarantino. Er sagt, Randolph habe mit ihm darüber gesprochen, wie man Becky töten könnte. Es sollte aussehen wie ein Unfall, eine Überdosis oder ein Einbruch, der schiefgeht. Tarantino sagt, er habe abgelehnt und Becky davon erzählt. Daraufhin habe Randolph ihn verprügelt.

Als Tarantino mit den Ermittlern zusammenarbeitet, passiert etwas, das den Fall noch merkwürdiger macht. Randolph sucht nach jemandem, der Tarantino zum Schweigen bringen soll. Der Mann, an den er sich wendet, ist ein verdeckter Ermittler. Randolph wird festgenommen. In diesem Punkt bekennt er sich später schuldig, wegen Beeinflussung eines Zeugen.

Er selbst stellt das heute anders dar. Tarantino sei ein Lügner, sagt er. Er habe ihm nur Drogen ins Auto legen lassen wollen, damit die Polizei ihn erwischt. Getötet habe er niemanden. Für die Geschworenen ergibt sich damit ein schwieriges Bild. Ein Mann, der nachweislich versucht hat, einen Zeugen auszuschalten.

Aber auch ein Zeuge, dessen Glaubwürdigkeit die Verteidigung angreift. Und eine Ehefrau, die tatsächlich schwer krank war. Neunzehnhundertneunundachtzig fällt das Urteil. Die Jury in Davis County spricht Thomas Randolph frei. Nach dem Urteil bedankt sich Randolph bei den Geschworenen, sie seien so aufmerksam gewesen.

Beckys Mutter, Martha Degraw, sieht das anders. Nach dem Freispruch sagt sie: Ich finde das sehr unfair und ungerecht. Er ist schuldig, und er wird die Tochter von jemand anderem töten. Also passt auf. Mit dem Freispruch ist der Tod von Becky Gault rechtlich abgeschlossen. Thomas Randolph kann für diese Tat nie wieder angeklagt werden.

Was in jener Novembernacht in Clearfield genau geschah, hat kein Gericht je festgestellt. Und der Satz ihrer Mutter wird fast zwanzig Jahre später auf eine Weise wieder auftauchen, mit der kaum jemand gerechnet hätte. Nach dem Prozess heiratet Randolph erneut. Mit Gayna Allmon. Die Ehe endet, nachdem sie ihm vorwirft, er habe in ihre Richtung geschossen.

Randolph erklärt, die Waffe sei beim Reinigen losgegangen. Neunzehnhundertsiebenundneunzig heiratet er Francis. Zweitausendvier stirbt sie im Krankenhaus, nach einer Herzoperation. Ihre Tochter Rachel Gaskins erhebt später schwere Vorwürfe. Randolph habe verhindert, dass sie ihre Mutter nach der Operation besucht.

Er sei der Letzte bei ihr gewesen. Und er habe ihre Mutter gleich am nächsten Tag einäschern lassen. Eine Obduktion war damit nicht mehr möglich. Später sagt ein Mann namens Glenn Morrison vor Gericht aus, Randolph habe ihn gebeten, Francis zu töten und es wie einen Einbruch aussehen zu lassen. Morrison sagt, er habe abgelehnt, auch aus Angst um sein eigenes Leben.

Angeklagt wurde Randolph im Fall Francis nie. Ihr Tod gilt offiziell als Folge der Operation. Dazu kommt eine kurze Ehe mit Leona Stapleton in den neunziger Jahren. Sie hält nur wenige Monate. Leona stirbt Jahre später an Krebs. Bevor wir zur Nacht in Las Vegas kommen, eine kurze Bitte. Wenn dich solche Fälle interessieren, abonniere AKTE zweihundertelf.

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Danke dir. Sharon Causse lernt Thomas Randolph über eine Partnerbörse im Internet kennen. Sie ist Mitte fünfzig, er Anfang fünfzig. Zweitausendsechs heiraten die beiden in Mexiko. Sie ziehen in ein Haus im Nordwesten von Las Vegas. Anfang zweitausendacht stellt Randolph einen Handwerker ein. Michael Miller ist siebenundfünfzig, erst kurz zuvor nach Las Vegas gezogen und wohnt bei Tante und Onkel.

Randolph und Miller freunden sich an. Sharon lebte lange in New Jersey. Sie hat eine Ausbildung zur Friseurin gemacht und arbeitet in Las Vegas in einem Salon. Sie hat eine erwachsene Tochter, Colleen, und Enkelkinder. Sogar Randolph schwärmt später von ihr. Vor Gericht erzählt er, Sharon sei in Woodstock gewesen.

Zusammen hätten sie jedes Wort jedes Rocksongs gekannt. Und er beschreibt ihr Lächeln am Morgen, egal, wie der Tag davor gewesen sei. Auf Sharons Leben bestehen mehrere Lebensversicherungen. Im Todesfall stünden Randolph nach Angaben der Anklage bis zu dreihundertsechzigtausend Dollar zu. Nach Recherchen des NBC-Magazins Dateline zahlt Randolph seinem Handwerker sechshundert Dollar pro Woche für Arbeiten rund um das Haus.

Und er gibt Miller eine Pistole, eine Neun-Millimeter. Achter Mai zweitausendacht. Sharon und Thomas kommen von einem Abendessen in einem Steakhouse zurück. Sharon steigt in der Garage aus und geht ins Haus. Randolph bleibt nach eigener Aussage noch einen Moment im Auto sitzen und hört Musik. Eine Woche nach der Tat führt Randolph die Ermittler freiwillig durch das Haus und schildert, was er erlebt haben will.

Die Polizei filmt diese Begehung. Er sagt, er sei ins Haus gegangen und habe Sharon im Flur auf dem Boden liegen sehen. Dann habe er seine Pistole geholt, eine Neun-Millimeter. Und als er wieder in Richtung Garage ging, sei ihm ein maskierter Mann entgegengekommen. Dann habe er geschossen. Mehrmals. Der Mann sei zu Boden gegangen, in der Garage, neben dem Auto.

Am Telefon fragt ihn die Notrufzentrale nach der Waffe des Angreifers. Randolph sucht. Er findet einen Revolver in der Hand des Mannes, nimmt ihn an sich und bringt ihn in einen anderen Raum. Damit verändert der Mann, der den Notruf gewählt hat, selbst noch den Tatort. Als die Polizei eintrifft, findet sie Sharon tot im Flur.

In der Garage liegt Michael Miller. Neben ihm eine Skimaske und eine offene Tasche mit Schmuck. Es sieht aus wie ein Einbruch, der schiefgegangen ist. Doch es gibt keine Spuren eines gewaltsamen Eindringens. Der Schmuck in der Tasche ist Modeschmuck. In Millers Hosentasche steckt ein goldener Ring. Und die Patronenhülsen liegen nach Angaben der Ermittler nicht dort, wo sie nach Randolphs Schilderung liegen müssten.

Dann ist da die Zeit. Ein Nachbar auf der anderen Straßenseite gibt an, er habe gegen halb neun Schüsse gehört. Der Notruf von Thomas Randolph geht erst gegen Viertel vor neun ein. Dazwischen liegen nach Darstellung der Ermittler rund zwölf Minuten. Zwölf Minuten, in denen ein Mann seine Frau im Flur gefunden und einen Einbrecher erschossen haben will.

Und in denen er nach Ansicht der Ermittler genug Zeit hatte, einen Tatort zu gestalten. Und die Skimaske, die neben Michael Miller liegt, passt nicht ins Bild. Die Ermittler finden darin weder Einschusslöcher noch Blut. Wenn Miller die Maske trug, als er erschossen wurde, warum ist sie unversehrt? Die Ermittler beginnen, Michael Miller zu durchleuchten.

Und sie stoßen auf eine enge Verbindung. In den Monaten vor der Tat stehen Randolph und Miller nahezu täglich in Kontakt. Millers Verwandte erzählen den Ermittlern, er habe davon gesprochen, bald Geld von Randolph zu bekommen. Danach wolle er Nevada verlassen. Die Anklage formt daraus ein klares Bild. Randolph habe Miller angeheuert, um Sharon zu töten und einen Einbruch vorzutäuschen.

Danach habe er Miller erschossen, den einzigen Zeugen, der ihn hätte belasten können. Ein Mord, um einen Mord zu verdecken. Dazu kommt ein Muster, das die Ermittler schon kennen. Ein vorgetäuschter Einbruch. Genau diese Idee hatte nach Aussage von Eric Tarantino schon im Fall Becky Gault eine Rolle gespielt.

Und nach Aussage von Glenn Morrison im Fall Francis. Im Januar zweitausendneun wird Thomas Randolph in Clearfield in Utah festgenommen. Ausgerechnet in der Stadt, in der Becky Gault gestorben war. Angeklagt wird er wegen Verschwörung und zweifachen Mordes. Bis zum Prozess vergehen mehr als acht Jahre. Im Juni zweitausendsiebzehn spricht eine Jury in Las Vegas ihn nach rund neun Stunden Beratung schuldig.

Kurz darauf entscheidet dieselbe Jury: Thomas Randolph soll sterben. Für die Geschworenen war die Tat genau geplant. Ein Mann, der seine Frau töten lässt und anschließend den Täter tötet, damit niemand gegen ihn aussagen kann. In Nevada reicht das für die Todesstrafe. Thomas Randolph kommt in den Todestrakt.

Im Prozess hatten die Geschworenen auch ausführlich vom Tod Becky Gaults gehört. Genau das wird zum Problem. Das Oberste Gericht von Nevada hebt das Urteil auf. Die Beweise aus dem Fall in Utah hätten nicht verwendet werden dürfen. Sie hätten vor allem gezeigt, dass Randolph zu Gewalt und Täuschung neige, nicht aber, dass er diese Tat begangen habe.

Im Sommer zweitausenddreiundzwanzig beginnt der zweite Prozess, diesmal ohne den Fall Becky Gault. Die Anklage stützt sich auf den Kontakt zu Miller, auf die Aussagen seiner Familie und auf den Tatort. Im August zweitausenddreiundzwanzig wird Randolph erneut schuldig gesprochen. Im zweiten Prozess verzichtet die Staatsanwaltschaft auf die Todesstrafe, wegen Randolphs Alter.

Sie fordert stattdessen lebenslange Haft ohne die Möglichkeit einer vorzeitigen Entlassung. April zweitausendvierundzwanzig, Urteilsverkündung in Las Vegas. Er kündigt an, er wolle nun Verantwortung übernehmen. Dann spricht er lange über Sharon, über ihre Kochkunst, ihr Lächeln, über Woodstock. Und er gibt anderen Menschen die Schuld an den Problemen in seiner Ehe.

Am Ende sagt er: Ich habe Sharon nicht getötet. Ich habe damit nichts zu tun. Der Richter antwortet: Viel von dieser Zeit sei nicht darauf verwendet worden, Verantwortung zu übernehmen, sondern darauf, anderen die Schuld zu geben. Vierundzwanzig Geschworene in zwei Prozessen hätten den Fall entschieden. Das Strafmaß: sechzig Jahre bis lebenslang.

Staatsanwalt Chris Hamner sagt danach: Er wird niemals Verantwortung übernehmen. Es wird immer die Schuld eines anderen sein. Randolph geht erneut in Berufung. Am einunddreißigsten August zweitausendsechsundzwanzig entscheidet das Oberste Gericht von Nevada. Es weist alle Rügen zurück, auch die Behauptung, seine Aussagen bei der Begehung des Tatorts seien nicht freiwillig gewesen.

Das Urteil bleibt bestehen. Wenige Wochen später erscheint bei Netflix der Dokumentarfilm „The Widower: Till Death Do Us Part“, produziert von NBC News Studios. Er steigt bis an die Spitze der Netflix-Dokumentationen. Im Mittelpunkt steht der Dateline-Reporter Dan Slepian. Er hatte zweitausendzwei für eine Serie über die Mordkommission von Las Vegas recherchiert.

Am neunten Mai zweitausendacht, einen Tag nach der Tat, ruft ihn ein Ermittler an: Diesen Fall solle er sich ansehen. Der leitende Ermittler ist Dean O’Kelley. Slepian interviewt Thomas Randolph über mehr als ein Jahrzehnt, rund zehn Mal. In dreißig Jahren als Journalist, sagt er, sei das der merkwürdigste Fall, den er je bearbeitet habe.

Normalerweise werde eine Ermittlung mit jeder Frage enger. Hier sei es umgekehrt gewesen. In jedem Bundesstaat habe man eine weitere Ehe gefunden, einen weiteren Toten. Randolph beschreibt er als einen Mann, der Verdacht wie eine Auszeichnung trägt. Charmant und charismatisch, und zugleich unangemessen. Die Kamera, sagt Slepian, sei für ihn wie Sauerstoff gewesen.

Thomas Randolph ist heute einundsiebzig Jahre alt. Er sitzt im Lovelock Correctional Center im Norden Nevadas. Nach der Entscheidung vom August zweitausendsechsundzwanzig ist das Urteil bestätigt. Er bestreitet bis heute, Sharon oder Michael Miller ermordet zu haben. Und Becky Gault? Für ihren Tod wurde nie jemand verurteilt.

Randolph wurde freigesprochen, und dabei bleibt es. Ob sie sich selbst das Leben nahm, wie er sagt, oder ob ihre Mutter recht hatte, wird kein Gericht mehr klären. Sicher ist nur: Zweiundzwanzig Jahre später lag wieder eine Ehefrau von Thomas Randolph tot in ihrem Haus. Und wieder sollte es ein Fremder gewesen sein.

Sharon Causse und Michael Miller wurden beide siebenundfünfzig Jahre alt. Sie starben am selben Abend im Mai, im selben Haus. In einem Haus, in dem es nach dem Urteil der Geschworenen nie einen Einbrecher gab. Wenn du sehen willst, was in einem amerikanischen Todestrakt gerade passiert, schau dir als Nächstes unseren Film über Floridas Hinrichtungsrekord an.

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Disclaimer: This story is fictional and created for entertainment purposes only. Any names, characters, places, or events are fictitious or used fictitiously. No real person or organization is intended to be portrayed.

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