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Ritualmord in Mexiko  T

Ritualmord in Mexiko 

Im Frühling 1989 will der 21-Jährige Medizinstudent Mark Kilroy mit drei Freunden Springbreak feiern. Dafür fahren sie an einen Ort, der für billige Getränke, lockere Regeln und ein wildes Nachtleben bekannt ist. Doch was niemand weiß, seit Januar sind hier bereits über 60 Menschen verschwunden.

 Und Mark wird der Nächste sein. Ich kann wirklich kaum glauben, dass dieses Jahr sich schon wieder dem Ende neigt. Sowohl privat als auch beruflich in Sachen Insolitos bei mir dieses Jahr so vieles passiert und ich konnte einige große Ziele abhaken. Auch wegen euch, wofür ich euch super dankbar bin. Das Ende des Jahres ist für mich insgesamt nicht nur eine Zeit, um das Geschehene zu reflektieren, sondern auch um Ordnung in alles zu bringen, was das Jahr so überliegen geblieben ist.

 Vielleicht ist das bei euch auch so und ich kann mir vorstellen, dass gerade das Thema Finanzen bei dem ein oder anderen auf der Strecke geblieben ist. Gerade im Zuge der Inflation und Preiserhöhungen in den letzten Jahren ist das Ganze ja auch einfach oft wenig erfreulich. Es ist also wirklich einfacher denn je, Schulden aufzubauen und gerade durch hohe Zinsen gerät man auch schnell in unnötig hohe monatliche Kosten, auch bei vermeintlich harmlosen Konsumkrediten.

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 März 1968 in Chicago geboren, wächst jedoch im texanischen Santa Fe auf. Er lebt dort mit seinem jüngeren Bruder Keith und seinen Eltern Jim und Helen. Jim ist Chemieingenieur, Helen kümmert sich um die Familie. Beide legen großen Wert auf Bildung, Glaube und ein stabiles familiäres Umfeld. Die Familie ist katholisch und sehr beliebt in der Gemeinde.

 Mark ist ein sportliches und engagiertes Kind. Er spielt Baseball, Golf und Basketball und schreibt gute Noten. Er ist außerdem Ehrenstudent, Mitglied im Schülerrat und hat einige gute Freunde. Nach dem Schulabschluss studiert Mark im sogenannten Pre-Med-Programm, das ihn auf ein Medizinstudium vorbereiten soll. Im Frühjahr 1989 hat er gerade zwei schwierige Prüfungen hinter sich gebracht und freut sich auf eine kurze Auszeit mit Freunden.

Gemeinsam mit seinen Freunden Brett Moore, Bill Huddleston und Brent Martin plant Mark einen Springbreak-Trip nach South Padre Island, einem studentenbeliebten Urlaubsziel. Am 10. März 1989 brechen die vier auf und erreichen, nachdem sie die Nacht durchgefahren sind, am Samstagmorgen ihr Hotel, das Sheraton.

Bereits am ersten Tag besuchen sie eine Poolparty, die von einer örtlichen Biermarke gesponsert wird. Später lernen sie Studentinnen aus dem Nachbarzimmer kennen und besuchen zusammen einen Miss Teen Line Wettbewerb. Die Stimmung ist ausgelassen. Es wird viel gefeiert, die Tage sind warm und lang.

 Es fließt viel Alkohol und die Gruppe genießt die unbeschwerte Zeit. Am nächsten Tag fahren sie in das etwa eine halbe Stunde entfernte Brownsville. Dort treffen sie auf zwei Studentinnen aus Kansas, die wissen wollen, wie man nach Matamoros gelangt, einer mexikanischen Stadt direkt hinter der Grenze. Matamoros ist bekannt für wenig Regeln und günstigen Alkohol, weshalb sich dort vor allem während des Spring Breaks zahlreiche amerikanische Jugendliche aufhalten.

Mark und seine Freunde finden die Idee gut. Kurz darauf überqueren sie die Grenze und feiern auch dort weiter. Was sie zu diesem Zeitpunkt nicht wissen, die Region rund um Matamoros hat sich in den letzten Jahren stark verändert. Der Drogenhandel hat zugenommen, ebenso wie Gewaltverbrechen. Immer wieder kommt es zu Entführungen und Übergriffen.

 Doch die Studenten, die zum Feiern kommen, bemerken davon wenig. Am Abend des 13. März sind die vier erneut in Matamoros unterwegs. Die Stadt ist überfüllt. Schätzungen zufolge sollen sich allein an diesem Abend rund 15.000 amerikanische Studenten dort aufhalten. Mark unterhält sich mit einer Teilnehmerin des Miss Teen Line Wettbewerbs, während Brad und Brent sich bereits auf den Rückweg zur Grenze machen.

 Mark und Bill folgen ihm mit einigem Abstand. Kurz darauf geht sich Bill kurz erleichtern und als er zurückkommt, sieht er Mark noch mit einem mexikanischen Mann sprechen, bevor die beiden spurlos verschwinden. Er hofft darauf, seinen Freund gleich wieder zu treffen. Doch stattdessen nimmt an dieser Stelle ein perfides Verbrechen seinen Lauf.

Marks Freunde merken zunächst nicht, dass etwas nicht stimmt. Sie warten an der Grenze und als Mark nicht kommt, suchen sie in der Umgebung und hoffen schließlich, dass Mark allein zurück in die USA gegangen ist. Als sie aber bemerken, dass dem nicht so ist, informieren sie am nächsten Morgen das amerikanische Konsulat.

 Es wird zunächst der Verdacht geäußert, Mark sei betrunken bei einem Mädchen gelandet. Trotzdem verspricht das Konsulat in den Krankenhäusern und Gefängnissen nachzufragen. Währenddessen lassen die Freunde nicht locker und suchen selbst weiter nach Mark. Am Abend des 14. März informieren sie Marks Eltern.

 Sein Vater Jim kontaktiert sofort seinen Bruder Ken, der beim US-Zoll arbeitet. Daraufhin reisen Jim und Helen an die Grenze und organisieren Suchmaßnahmen. Sie verteilen über 20.000 Flugblätter, sprechen mit Journalisten und suchen die Umgebung ab. Und auch die Polizei beginnt nun zu ermitteln. Die mexikanische Polizei durchsucht Hotels, Krankenhäuser und Gefängnisse.

Es werden Helikopter und Geländewagen eingesetzt. Doch es findet sich leider keine Spur von ihm. Die amerikanischen Behörden erklären sich für nicht zuständig, da sich Marks letzter bekannter Aufenthaltsort in Mexiko befindet. Es vergehen mehrere Tage ohne weitere Hinweise und schließlich müssen Jim und Helen unverrichteter Dinge wieder abreisen.

Eine Belohnung von 55.000 Dollar wird ausgesetzt und der Fall wird in der Fernsehsendung “America’s Most Wanted” vorgestellt. Noch in der Nacht der Ausstrahlung gehen mehr als 80 Hinweise ein. In den folgenden Tagen steigt die Zahl auf über 1.300. Doch keiner dieser Hinweise führt zu einem Ergebnis. Schließlich geht ein anonymer Anruf ein, der Marks Familie schockiert.

 Eine Frau behauptet, Mark sei tot. Sie sagt, dass sehr schlechte Menschen ihn getötet hätten und kündigt an, sich erneut zu melden, was jedoch nicht geschieht. In Matamoros entdeckten Polizisten später ein mit Sprühfarbe beschriftetes Betonrohr. Darauf steht: “Mark Kilroy war der Erste.” Was damit gemeint ist, bleibt unklar.

Die Ermittler nehmen den Fund aber ernst. Durch die Aussage von Bilz sehen die Ermittler in Betracht, dass Mark Opfer eines organisierten Verbrechens geworden sein könnte. Möglicherweise war ein korruptes Mitglied der Polizei oder ein Kartell daran beteiligt. Die Zeit drängt, doch es fehlt an konkreten Spuren.

Am 4. April 1989, drei Wochen nach Marks Verschwinden, erhält Helen Kilroy einen Anruf. Der Anrufer behauptet, Mark sei am Leben und werde in Houston festgehalten. Er nennt eine Adresse und fordert zunächst 2000 und später 8000 Dollar. Helen geht auf die Forderung ein, informiert aber gleichzeitig auch die Polizei.

Am 5. April bringt sie das Geld unter Polizeischutz zu einer Tankstelle. Eine Frau und zwei Männer erscheinen kurz, verschwinden jedoch schnell wieder. Der Anrufer meldet sich erneut und sagt, es sei nur ein Test gewesen. Sollte jemand festgenommen werden, werde man Mark etwas antun und Helen seine Körperteile zuschicken.

Am 6. April bringt Helen das Geld auf einen Friedhof. Wieder tauchen dieselben Personen auf und verschwinden kurze Zeit später wieder. Die Polizei kann die Anrufe schließlich zurückverfolgen. Sie stammen aus dem Gefängnis von Galveston County. Zwei Häftlinge, Robert Miller und Wilton Smith, hatten gemeinsam mit Wiltons Schwester Becky Corrado eine Entführung erfunden, um von Marks Eltern Geld zu erpressen.

Auch wenn das für Marks Familie ein herber Rückschlag ist, kommt gleichzeitig Bewegung in die Ermittlung. Wenige Tage zuvor hatte die Polizei in Mexiko ein Fahrzeug beobachtet, das sich einer Drogenkontrolle entzogen hatte. Die Beamten haben das Auto bis zu einer abgelegenen Ranch mit dem Namen Santa Elena verfolgt.

 Diese Ranch liegt etwa 30 km außerhalb von Matamoros. Auf dem Gelände haben sie zunächst 30 kg Marihuana gefunden, das in einem Schuppen gelagert gewesen ist. Der Verwalter der Ranch, Domingo Bustamante, wurde festgenommen. Die Ermittler zeigen ihm ein Foto von Mark Kilroy. Bustamante hat daraufhin gesagt, dass dieser Junge auf der Ranch gewesen sei.

Er hat auf einen kleinen Schuppen mit Zinkdach und danach geschwiegen. Die Santa Elena Ranch liegt abgelegen und ist von Natur umgeben. Auf den ersten Blick wirkt sie unscheinbar. Sie besteht aus einem einfachen Gelände mit Drahtzaun, einem Schuppen mit Zinnach und ein paar Viehgehegen. Doch als die Ermittler den Schuppen betreten, sind sie fassungslos.

Es befinden sich Blutspuren an den Wänden und am Boden. In der Mitte steht eine eiserne Liege, auf der offensichtlich jemand gefesselt wurde. Daneben liegen Werkzeuge, eine Machete und verrostete Ketten. In einem großen Kessel, der mitten im Raum auf einem improvisierten Altar steht, entdecken sie Tierüberreste und etwas, das aussieht wie ein menschliches Gehirn, das in einer dunklen Flüssigkeit schwimmt.

Ein Ermittler beschreibt den Fund später als menschlichen Schlachthof. Die Beamten gehen schnell davon aus, dass sie es mit Ritualmorden zu tun haben. Sie gehen davon aus, dass es sich um Anhänger der Palo Monte Religion handelt und dass der Kessel ein Nganga, ein wichtiges spirituelles Symbol ist. Auf dem Altar stehen Kerzen, Schädel und Opfergaben.

In der Ecke des Raumes steht eine Skelettfigur in einer langen Robe. Sie stellt Santa Muerte dar, die Heilige des Todes, die von vielen Kriminellen in Mexiko verehrt wird. Der festgenommene Verwalter Domingo Bustamante fährt, dass Mark tatsächlich hier gewesen sei. Er habe ihm vor drei oder vier Wochen Eier und Brot gebracht.

Mark habe da gefesselt in einem Auto gesessen. Nachdem er sich um die Ziegen gekümmert habe, sei der Junge verschwunden gewesen. Die Ermittler befürchten, dass Mark hier gefangen gehalten und schließlich in einem rituellen Akt ermordet wurde. Der Fahrer des Wagens, der die Ermittler unbeabsichtigt zur Ranch geführt hatte, wird identifiziert.

Es ist Serafin Hernandez Garcia, ein junger Mann, der in Houston Strafrecht studiert. Bei seinem Onkel handelt es sich jedoch um Elio Hernandez Rivera, einen berüchtigten Drogenboss. Die Familie Hernandez betreibt ein Drogenimperium, das sich bis in die USA erstreckt. Serafin selbst hat auch ein Doppelleben geführt.

 Tagsüber war er Student und nachts arbeitete er für das Kartell. Für die Ermittler ist er der Schlüssel. Statt ihn sofort zu verhaften, entscheiden sie ihn zu beobachten, um mehr über die Strukturen des Kartells zu erfahren. Währenddessen nehmen die Ermittlungen rund um die Ranch Fahrt auf. Beamte sichern das Gelände und dokumentieren jeden Fund.

Für die mexikanische Polizei ist jetzt klar, dass hier auf jeden Fall Ritualmorde verübt wurden. Und das mehr als einmal. Sie holen einen sogenannten weißen Magier, der das Gelände spirituell reinigen soll. Mit Knoblauch, Kerzen und Gebeten versucht er die Energie des Ortes zu neutralisieren. Die Beamten können nicht ahnen, wie komplex der Fall ist, in den sie sich hier rein begeben haben.

Nach der Entdeckung auf der Santa Elena Ranch beginnt die Polizei systematisch alle Personen aus dem Umfeld der Hernandez-Familie zu überprüfen. Dabei stoßen sie auf immer verstörendere Hinweise und es wird klar, dass es sich nicht nur um ein Drogenkartell handelt, sondern um eine Gruppe, die sich selbst als religiöse Sekte versteht.

Angeführt von einem Mann namens Adolfo de Jesús Constanzo. Constanzo ist zu diesem Zeitpunkt 26 Jahre alt. Seine Mutter ist eine kubanische Einwanderin, die sich schon früh der afro-karibischen Religion Palo Monte verschrieben hat. Diese vermischt westafrikanische Rituale mit katholischen Symbolen und ist eng mit der Santeria verbunden.

Anders als die Santeria nutzt Palo Monte auch menschliche Überreste, um mit Geistern Kontakt aufzunehmen. Es ist eine düstere geheimnisvolle Glaubensform, die von vielen gefürchtet wird. Schon als Kleinkind wird Constanzo von einem Priester dieser Religion gesegnet und seine Mutter glaubt an eine besondere spirituelle Bestimmung ihres Sohnes.

 Die beiden ziehen nach Puerto Rico und dann wieder zurück nach Miami. Dort wird Constanzo im Teenageralter zum Lehrling eines erfahrenen Palo Monte Priesters. Er lernt, wie man Rituale durchführt, wie man Opfergaben vorbereitet und wie man mit Geistern kommuniziert. Und bald beginnt er Friedhöfe aufzusuchen, um Knochen zu sammeln. In den frühen 80ern zieht er nach Mexiko-Stadt.

Dort wird er als charismatischer Mann bekannt, der gutaussehend, selbstbewusst und voller Überzeugungskraft ist. Er beginnt unter dem Namen El Padrino, also der Pate, spirituelle Dienstleistungen anzubieten, vor allem für wohlhabende Kunden. Mit Ritualen verspricht er Schutz vor der Polizei, geschäftlichen Erfolg und sogar Unverwundbarkeit.

Unter seinen Kunden sind nicht nur Drogendealer, sondern auch Schauspieler und bekannte Musiker. Constanzo baut sich einen festen Kreis von Anhängern auf und führt mit vielen von ihnen intime Beziehung. Eine von ihnen ist Sara Aldrete. Sie ist zu diesem Zeitpunkt Cheerleaderin, Ehrenstudentin und lebt in Matamoros.

Nach außen wirkt sie wie eine vorbildliche junge Frau, doch als sie Constanzo kennenlernt, lässt sie sich von seiner Aura mitreißen. Bald nennt sie sich La Madrina, die Patin, und wird seine rechte Hand. Zusammen gründen sie eine Art Kult, der sowohl okkulte Rituale als auch Drogenhandel betreibt. Neue Mitglieder werden durch eine Mischung aus Gewalt und Versprechung von Macht rekrutiert.

Als Teil der Gehirnwäsche zeigt Constanzo ihnen den Film The Believers, in dem ein Vater in einen Kreis schwarzer Magie hineingezogen wird. Der Film dient als Lehrstück und Warnung zugleich. Zunächst beginnt alles mit Tieropfern. Hühner, Ziegen und Schildkröten werden im Rahmen von Palo Monte Ritualen um die Enganga zu füttern.

 Die Enganga ist ein eiserner Kessel, gefüllt mit Erde, Knochen, Kreuzen und Tierzeit. In ihr lebt, so glauben die Kultmitglieder, ein Geist, der sie schützt und leitet. Je mächtiger die Opfergaben, desto stärker der Schutz. Irgendwann reicht Constanzo das nicht mehr. Und er beginnt Menschen zu opfern. Zuerst sind das rivalisierende Dealer, korrupte Polizisten oder Verräter aus den eigenen Reihen.

Die Opfer werden auf die Santa Elena Ranch gebracht, gefesselt, gefesselt, gefoltert und getötet. Teile ihrer Körper werden in der Enganga gekocht und die übrigen Knochen werden vergraben oder zu Ketten verarbeitet, die die Mitglieder als Amulette tragen. Die Kartelle glauben an die Macht dieser Rituale.

 Constanzo wird zum spirituellen Anführer und zum unantastbaren Paten, dem niemand widerspricht. Nach und nach werden seine Rituale immer brutaler und grausamer. In den Monaten vor Marks Entführung opfert der Kult mindestens 12 Menschen. Einer von ihnen ist ein 14-jähriger Junge, den Constanzo offenbar zufällig auswählt.

 Ein anderes Opfer ist der Ex-Freund von Sara Aldrete. Bevor Constanzo ihn kocht, lässt er ihm die Brustwarzen abschneiden. Zu diesem Zeitpunkt glauben Constanzo und seine Anhänger unbesiegbar zu sein. Für eine geplante Schmuggelaktion mit 800 kg Marihuana will Constanzo ein besonders starkes Opfer. Einen jungen, sportlichen Amerikaner.

Am 13. März 1989 gibt er seinen Leuten den Befehl: “Bringt mir jemanden, den ich benutzen kann. Jemanden, der schreien wird.” Sie fahren los und in den frühen Morgenstunden des 14. März entdecken sie Mark Kilroy. Am frühen Morgen des 14. März 1989 ist Mark Kilroy nur noch wenige Schritte von der US-Grenze entfernt.

 Seine Freunde laufen voraus, während er kurz zurückbleibt. Er ist betrunken und müde, aber gut gelaunt. In dem Moment, als Bill sich am Straßenrand erleichtert und Mark kurz allein ist, treten zwei Männer an ihn heran. Sie sprechen freundlich und behaupten, sie würden ihn zurück zur Grenze bringen.

 Mark geht in ihre Richtung und noch bevor er reagieren kann, wird er gepackt und in einen Truck gezerrt. Er ist gefesselt und hat verbundene Augen. Zunächst ist er bewusstlos, kommt aber noch während der Fahrt wieder zu Bewusstsein. Die Männer fahren durch Matamoros, dann hinaus in abgelegene Gebiete, bis hin zur Santa Elena Ranch.

 Dort bleibt Mark stundenlang im Fahrzeug eingesperrt. Bei Sonnenaufgang bringt ihm Domingo Bustamante Wasser, Brot und gekochte Eier. Es ist ein kurzer Moment der Menschlichkeit, bevor der Horror beginnt. Etwa 12 Stunden nach seiner Entführung holen ihn Constanzo und mehrere Kultmitglieder aus dem Wagen. Sie wickeln Klebeband um seine Augen und seinen Mund und fesseln ihn.

Mark wird über ein offenes Feld zum Schuppen geführt, ohne zu wissen, was ihn erwartet. Dort beginnt seine persönliche Hölle. Laut späteren Aussagen foltert Constanzo ihn über Stunden hinweg, missbraucht ihn sexuell und schlägt ihm schließlich mit einer Machete auf Kopf und Nacken, bis er tot ist. Anschließend wird sein Körper zum Altar getragen.

Constanzo schneidet ein Stück Schädeldecke ab, nimmt Teile des Gehirns und legt sie gemeinsam mit Tierköpfen, Schildkröten und weiteren Zutaten in die Nganga. Die Mischung wird erhitzt und angeblich trinken die Kultmitglieder davon, in dem Glauben, dadurch unverwundbar zu werden. In den Medienberichten heißt es später, dass sie anschließend, um Marks Leiche später leichter ausgraben zu können, seine Beine oberhalb der Knie abschneiden und ihm einen Draht durch seine Wirbelsäule ziehen, damit sie später die Knochen einfacher bergen

können. Anschließend wird der verstümmelte Körper nahe dem Viehgehege vergraben. Am 9. April 1989 kehren die Ermittler zur Santa Elena Ranch zurück. Diesmal sind sie mit einem Durchsuchungsbefehl und ausreichend Verstärkung ausgestattet. Vor Ort nehmen sie mehrere Männer fest, darunter auch Serafin Hernandez, der bereits zuvor von den Behörden beobachtet worden war.

Ebenfalls verhaftet werden Elio Hernandez, David Serna Valdez und Sergio Martinez Salinas. Alle vier gelten als Teil der Organisation rund um Adolfo Constanzo. Die Männer zeigen sich bei ihrer Festnahme wenig beeindruckt und wirken geradezu gelassen. Sie behaupten durch übernatürliche Kräfte geschützt zu sein.

Die Polizei befragt die Männer noch vor Ort. Besonders Serafin Hernandez steht im Fokus der Ermittlung. Nach zwei Tagen beginnt er zu sprechen. Seine Aussagen bestätigen, was die Ermittler bereits vermutet hatten. In den vergangenen Monaten seien insgesamt 13 Menschen auf der Ranch getötet worden.

 Die Morde seien Teil ritueller Praktiken gewesen, die Schutz und Macht bringen sollten. Als die Ermittler ihn nach Mark fragen, gibt Serafin an, dass dieser ebenfalls auf dem Gelände getötet worden sei. Er beschreibt, wo die Leiche vergraben wurde. Ein Draht, der aus der Erde ragt, dient als Markierung.

 Die Ermittler beginnen mit der Ausgrabung und wenig später finden sie die sterblichen Überreste von Mark Kilroy. Im Anschluss beginnen die Ermittler damit, das umliegende Gelände systematisch abzusuchen. Serafin führt zu weiteren Gräbern. Insgesamt werden an diesem Tag zwölf weitere männliche Leichen gefunden. Einige der Opfer können anhand der Zähne oder persönlichen Gegenständen identifiziert werden, aber drei der Leichen haben bis heute keinen Namen.

Die Polizei lässt das Gelände weiträumig absperren. Unter ständiger Bewachung werden die Gräber geöffnet und dokumentiert. Die Bilder der Ermittlung gehen um die Welt und Reporter aus den USA und Mexiko berichten live. Schnell fällt in den Medien der Begriff Nacosatanisten und auch wenn Palo Monte keine satanistische Religion ist, setzt sich diese Bezeichnung durch.

Die Polizei erlaubt einigen Pressevertretern die Ranch zu betreten. Sie fotografieren den Schuppen, den Altar und den Kessel. Die Mischung aus Drogenhandel, Gewalt und religiösen Fanatismus sorgt für weltweites Interesse und so sich die Geschichte von Mark Kilroy und den rituellen Morden zu einem der aufsehenerregendsten Kriminalfälle der späten 80er Jahre.

Es finden in den nächsten Wochen zahlreiche große Gedenkgottesdienste statt. Zwei Wochen nach den Funden kehrt die mexikanische Polizei zur Ranch zurück, lässt den Ort spirituell reinigen und brennt anschließend den Schuppen ab. Eine offizielle Erklärung dafür gibt es nicht, aber es ist die Rede von übernatürlichen Motiven, davon Adolfo Constanzo damit Schaden zu wollen.

Apropos Adolfo Constanzo, er ist zu diesem Zeitpunkt noch nicht gefasst und auch Sara Aldrete bleibt zunächst verschwunden. Die Polizei startet eine Großfahndung. Mehrere Zeugen berichten, dass sie gemeinsam mit anderen Kultmitgliedern zuletzt in einem Holiday Inn in Brownsville gesehen wurden, bevor sie von McAllen nach Mexiko-City fliegen und sich ihre Spur verliert.

Die mexikanischen Behörden koordinieren sich mit den US-amerikanischen Ermittlern. Auf amerikanischer Seite stehen schon lange Anklagen und Haftbefehle aufgrund von Drogendelikten im Raum. In den nächsten Wochen werden mehrere ihrer mutmaßlichen Verstecke durchsucht, doch zunächst bleibt die Suche erfolglos. Am 6.

 Mai 1989 erhalten die Ermittler schließlich einen entscheidenden Hinweis. Constanzo soll sich in einem Apartment in Mexiko-Stadt aufhalten, gemeinsam mit mehreren seiner engsten Vertrauten. Die Polizei beginnt damit, das Gebäude unauffällig zu beobachten. Als Constanzo das bemerkt, gerät er offenbar in Panik. Er verbrennt 3000 Dollar Bargeld, wirft Goldmünzen aus dem Fenster und beginnt mit einem Maschinengewehr auf die Straße zu schießen.

Die Polizei ruft Verstärkung und die Situation spitzt sich zu. Constanzo erkennt, dass es keinen Ausweg mehr gibt und befiehlt einem seiner Gefolgsleute namens El Dubi ihn zu erschießen. Dieser zögert zunächst, führt den Befehl dann aber aus. Constanzo und sein Partner Martin Quintana sterben durch die Schüsse noch im Apartment.

Sara Aldrete, die sich ebenfalls in der Wohnung aufhält, überlebt. Kurz nach Constanzos Tod rennt sie schreiend aus dem Gebäude und ruft, dass Constanzo erschossen wurde. Die Polizei nimmt sie noch vor Ort fest und mit ihr zusammen werden noch Omar Orea und El Dubi verhaftet. In der Wohnung finden die Ermittler rituelle Gegenstände, Kerzen, Altäre, Klingen, ein Modell eines Totenschädels aus Wachs.

 Die Einrichtung gleicht in Teilen dem Schuppen auf der Santa Elena Ranch. Selbst in seinem Versteck scheint Constanzo weitere Rituale durchgeführt zu haben. Noch am selben Tag werden die Festnahmen öffentlich bekannt gegeben. Die Behörden präsentieren die Ergebnisse auf einer Pressekonferenz. Aldrete sagt dort, sie habe Constanzo zwar bewundert, ihn aber nicht geliebt und bestreitet an den Morden beteiligt gewesen zu sein.

Später erklärt sie, sie habe von den Gräueltaten erst aus den Nachrichten erfahren, was ihr die Polizei jedoch nicht glaubt. In der Folgezeit werden weitere Mitglieder der Gruppe verhaftet. Die meisten von ihnen bestreiten etwas mit den Ritualen oder Morden zu tun zu haben. Einige geben an, lediglich wegen familiärer Verbindung oder aus Angst gehandelt zu haben.

 Andere gestehen ihre Beteiligung offen, darunter El Dubi. Er zeigt der Polizei mehrere Brandzeichen auf seinem Körper, die er im Rahmen der Rituale erhalten haben soll und sagt, dass Constanzo persönlich Mark Kilroy getötet hat. Nach den Festnahmen beginnt für die mexikanische Justiz die juristische Aufarbeitung eines der spektakulärsten Kriminalfälle des Landes.

 Mehrere Mitglieder des Kults werden in folgenden Monaten und Jahren vor Gericht gestellt. Die Anklagen umfassen unter anderem Mord, Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung, Drogenhandel, Entführung und Leichenschändung. Sara Aldrete wird zunächst wegen Mitgliedschaft in einer kriminellen Organisation zu sechs Jahren Haft verurteilt.

In einem zweiten Verfahren, dass sich gezielt mit den Morden befasst, erhält sie eine weitere Strafe von 62 Jahren. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass sie aktiv an mehreren zu allen beteiligt war. Insbesondere auch am Tod ihres ehemaligen Freundes Gilberto Sosa. Auch El Duby, der Constanzo auf dessen eigenen Befehl hin erschossen hat, wird verurteilt.

Er erhält eine Haftstrafe von 35 Jahren. In seiner Aussage hatte er zugegeben, bei mehreren Ritualen anwesend gewesen zu sein. Die übrigen männlichen Mitglieder der Gruppe werden ebenfalls zu langen Haftstrafen verurteilt. Ein Teil der Verurteilten sitzt ihre Strafen in Hochsicherheitsgefängnissen ab.

 Andere werden in regulären Haftanstalten untergebracht. Zwei Mitglieder des Kults, Ponce Torres und Oviedo Hernandez, bleiben bis heute flüchtig. Die Polizei geht davon aus, dass sie entweder unter falscher Identität in Mexiko leben oder das Land längst verlassen haben. Ihre Namen befinden sich weiterhin auf internationalen Fahndungslisten.

Mehrere der Verurteilten, darunter auch Sara Aldrete, behaupten im Laufe der Jahre, dass sie ihre Geständnisse nur unter Zwang und Folter abgelegt hätten. Sie beteuert bis heute ihre Unschuld. In mehreren Interviews spricht sie von körperlicher Misshandlung durch die Polizei, von sexueller Gewalt und psychischer Einschüchterung.

Sie veröffentlicht später eine Autobiografie. In dem Buch stellt sie sich als Opfer und nicht Täterin dar. Sie behauptet außerdem, dass sie dazu gezwungen worden sei, Constanzos Herz aus seiner Leiche zu schneiden. Die Die weist diese Vorwürfe zurück und sagt, dass alle Aussagen rechtskonform aufgenommen wurden.

Dennoch zweifeln manche Menschenrechtsorganisationen daran und weisen darauf hin, dass zu dieser Zeit in Mexiko regelmäßig umstrittene Verhörmethoden eingesetzt wurden. Dazu gehören auch Elektroschocks, das Herausziehen von Fingernägeln oder das Verweigern von Schlaf und Nahrung. Ob solche Mittel auch in diesem Fall angewendet wurden, lässt sich heute nicht mehr mit Sicherheit sagen.

Für Jim und Helen Kilroy verändert sich mit dem Tod ihres Sohnes alles. Trotz der Brutalität, mit der Mark ermordet wurde, treten sie öffentlich ruhig und gefasst auf und sprechen von Vergebung und Mitgefühl, auch gegenüber den Tätern. Helen sagte in einem Interview, dass sie glaube, die Täter seien vom Zweifel besessen gewesen.

 Sie wolle für sie beten, damit sie erkennen, wie falsch ihre Taten gewesen seien. Jim Kilroy betont, dass er keinen Hass empfindet. Er hoffe, dass die Täter eines Tages Reue zeigen und sich bei Mark entschuldigen. Jim und Helen gründen die Mark Kilroy Foundation, Jugendliche über Drogenmissbrauch aufzuklären und Prävention zu leisten.

 Gemeinsam mit Unterstützern und Experten entwickeln sie das SAFE-Programm, eine Initiative, die sich an Schulen und Jugendgruppen richtet und für ein drogenfreies Umfeld eintritt. Die Stiftung organisiert unter anderem Sommercamps, Sportveranstaltungen und Informationsabende für Eltern und Lehrer. Ihr Engagement findet großen Anklang.

Sie werden sogar zu Gesprächen ins Weiße Haus eingeladen und treffen sich mit Präsident George Bush. Sie betonen dort, dass sie nicht nur auf die Gefahren des Drogenhandels hinweisen wollen, sondern auch auf die Lücken im Schutz von Jugendlichen aufreißen. Marks Geschichte wird in zahlreichen Reportagen, Fernsehsendungen und Zeitungsartikeln thematisiert.

 Und der Fall führt zu zahlreichen Diskussionen über religiösen Extremismus, rituelle Gewalt und die Rolle von Drogenkartellen in Mexiko. Mark wird in Santa Fe beigesetzt. Helen Kilroy stirbt im Jahr 2014 an ALS. Ihr Mann Jim lebt zurückgezogen und verarbeitet bis heute den grausamen Verlust von seinem Sohn, der gerade einmal 21 Jahre alt geworden ist.

Und damit sind wir am Ende des heutigen Videos. Ich hoffe für Max Familie, dass sie trotz allem irgendwann Frieden finden konnten. Der Verlust ihres Sohnes, die Umstände seines Todes und das Wissen, was ihm angetan wurde, sind kaum vorstellbar. Doch was die Kilroys aus diesem Schmerz gemacht haben, verdient großen Respekt.

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Bis dahin. Ciao, Leute.

 

Disclaimer: This story is fictional and created for entertainment purposes only. Any names, characters, places, or events are fictitious or used fictitiously. No real person or organization is intended to be portrayed.

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