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Doppelgänger-Mord in Ingolstadt T

Doppelgänger-Mord in Ingolstadt  

Eine Frau hat mich angeschrieben zu wechsen Videodreh angeblich von dir und jetzt ich ich weiß nicht, ich bin mir nicht sicher, ob das Fake ist. Es ist der 16. August 2022, 23:15 Uhr. Die Polizei wird in die Peißerstraße im bayerischen Ingolstadt gerufen. Ein Elternpaar hat seine Tochter vermisst und den ganzen Abend über nach ihr gesucht.

 Nun haben die Eltern das Auto ihrer Tochter gefunden und darin eine blutüberströmte junge Frau. Die eintreffende Polizei kann nichts mehr für sie tun. Die Frau wurde mit mehr als 50 Messerstichen getötet. Mutter und Vater der Vermissten müssen die Wiederbelebungsversuche mit ansehen. Doch es ist vergeblich. Die Frau ist bereits an ihren Verletzungen verstorben.

 Die Eltern bestätigen den Einsatzkräften vor Ort. Die Tote im Auto, das ist ihre vermisste Tochter. Aber dies ist nicht das Ende der tragischen und unfassbaren Geschichte. Es ist eher der Anfang, der Anfang eines Kriminalfalls, der weltweit für Schlagzeilen sorgt. Denn in diesem Fall ist alles anders als es scheint. Wer tot scheint, ist lebendig.

 Und nicht nur das, wer tot scheint, ist auch der eigentliche Täter. oder besser gesagt einer der Zäter. Man könnte sagen, mit dieser Tat ist das Morden endgültig im Internet auch angekommen. Also quasi Mord 2.0. Irgendwann im Sommer 2022 scrollt die 23 Jahre alte Kadija durch Social Media. Sie checkt ihr Instagram Profil und öffnet ihre DMs.

 Auf Insta blogt sie zum Thema Beauty. Dementsprechend hat Kadij immer mal wieder ein paar neue Privatnachrichten. Zwischen Spam und Nachrichten von Freunden sieht sie eine Anfrage, die ihr auffällt. Es ist keine simple Reaktion auf eine Story oder so, sondern ein Angebot. Eines, das erstmal ziemlich gut klingt.

 In der DM an Kadija heißt es: “Die Rapperin Lun würde für ein neues Musikvideo eine Darstellerin suchen und Kadija wäre da eine gute Wahl.” Lun ist in Süddeutschland schon damals recht bekannt und konnte sich inzwischen auch darüber hinaus eine große Fangemeinde aufbauen. Eine Rolle in einem Musikvideo von ihr wäre also auf jeden Fall eine tolle Möglichkeit, aber Kadija ist skeptisch.

 Das Ganze ist irgendwie zu schön, um wahr zu sein, zumallen der DM auf absolute Geheimhaltung gepocht wird. Und die Nachricht kommt auch gar nicht von Luns offiziellem Insta Account. Also wir Kadija auf Nummer sicher gehen und schreibt der Rapperin selbst eine DM, ob dieses Angebot mit dem Videodreh echt sein. Eine Frau hat mich angeschrieben zwecks Videodreh angeblich von dir und jetzt ich ich weiß nicht, ich bin mir nicht sicher, ob das Fake ist würd, weil sie meint es auch in Offenburg und alles, also nicht, dass ich dahinfah und dann

passiert irgendwas. Lun antwortet auch umgehend und warnt die 23-jährige: “Alles Fake, geh nicht hin.” Also schließt Kadija ihre DMs wieder und geht nicht zu diesem angeblichen Video drin. Es ist gut, dass sie bei der Künstlerin selbst nachgefragt hat. Sie ist gerade vermutlich einer großen Gefahr entgangen.

 Einer Gefahr, die sie leider trotzdem bald einholen wird. Kadija ist wie gesagt 23 Jahre alt. Sie lebt in Apping in der Nähe von Heilbron in Badenwürttemberg. In ihrer Jugend hatte die junge Frau alles andere als leicht. Kadija wurde in Algerien geboren und kam als Kind nach Deutschland. Doch nach einem Vorfall häuslicher Gewalt durch ihren Vater kam Kadija mit 14 Jahren in eine Einrichtung für betreutes Wohn.

 Nun, mit 23 hält sie sich mit zwei Jobs in der Gastronomie über Wasser. Es ist hart, aber Kadija steht auf eigenen Beinen, hat ihre Jobs und ihre eigene Wohnung. Das Bloggen auf Instagram dürfte da sicherlich nicht nur ein Hobby, sondern auch eine willkommene Ablenkung vom Alltagsstress sein. Katja beschäftigt sich gern mit Beauty und Mode und ist gut in dem, was sie macht.

Instagram ist für sie eine tolle Möglichkeit, ihre Interessen zu teilen. Sie ist keine große Influencerin oder so. In einer Quelle ist von um die 400 Follower die Rede, in anderen von um die 4000. Unabhängig von der genauen Zahl sind das offenbar genug voller für das ein oder andere gelegentliche Angebot per DM, wie eben z.B.

 die vermeintliche Einladung zum Videodreh von Lou. Und ein paar Wochen später bekommt Kadija wieder eine Instagram D Dieses Mal aber kein zwielichtiges Angebot für ein Musikvide drehen. Stattdessen eine Art Kooperationsanfragen. Sie kommt von einer Kosmetikerin, die sich auf Insta Lemnt. Die Nachricht sieht erstmal ganz unverfänglich aus.

Darin steht: “Hey Liebes, wir suchen Mädels, die unseren Diodenlaser testen. Hättest du Lust auf eine Kooperation? Kadija wird hier eine kostenlose Laserbehandlung in einem Beautyalon angeboten. Je nach Behandlungsart kann so etwas schon schnell mal ein paar hundert oder sogar 1000 € kosten. So ein Treatment gratis zu bekommen ist für die 23-jährige verlockend.

Sie bespricht das Ganze sogar noch mit ihrer besten Freundin. Wie warnt sie? Dass Kadija mit ihren paar Followern so eine großzügige Anfrage bekommt, wirkt für ihre beste Freundin komisch. Aber Kadija sagt trotzdem zu. Sie glaubt, dass das Ganze harmlos sei. Im steckt hinter dem Account eine Frau. Das weiß sie wegen Sprachnachrichten, die ihr darüber geschickt wurden.

 Die Verabredung mit der Kosmetikerin ist für den Abend des 16. August geplant. Vorher treffen sich Kadija und ihre beste Freundin noch in einem Café. Da erzählt Kadija, sie haben den Termin abgesagt. Stattdessen wolle sie abends mit einem Freund weggehen. Diesem Freund erzählt Kadija aber, sie würde mit ihrer besten Freundin zu dem Lasertermin fahren.

Weshalb sie da nicht ganz ehrlich war, werden wir wohl nie erfahren. Entweder ist sie da zeitlich etwas durcheinander geraten oder Kadija wollte nicht, dass sich einer der beiden Sorgen macht. Sie hat auch noch eine andere Freundin gefragt, ob sie mit zu dem Termin kommen möchte, aber diese Freundin hatte keine Zeit.

 Vielleicht hat das dieser Freundin das Leben gerettet. Denn anders als Kadija es ihrer besten Freundin und ihrem Freund erzählt, wird sie den Termin wahrnehmen allein. Am 16. August 2023 um 18:3 Uhr schickt Kadija Kosmetikerin den Standort ihrer Wohnung. Gegen 18:45 Uhr holt die Frau Kadija von zu Hause ab, um sie in ihr Studio zu fahren.

 Immerhin teilt Kadija trotz allem noch den Livestandort mit ihrem Freund, aber die Übertragung bricht schon bald ab. Es wird das letzte Lebenszeichen der 23-jährigen sein. Sie wird nach diesem Abend nicht zurück nach Hause kommen. Später am selben Tag ist etwa 240 km von Khadijas Wohnort entfernt eine Familie in heller Aufregung.

 Die Eltern der ebenfallsundig Jahre alten Scharaban Chaos München machen unvorstellbares durch. Ihre Tochter ist in Ingoldstadt verschwunden, also gut eine Stunde Autofahrt von dem Wohnort ihrer Eltern in München entfernt. Dort in Ingolstadt hat die junge Deutschirakerin Sharaban zuletzt gelebt, gemeinsam mit ihrem Ehemann Rav.

 Die Familie von Sharaban und Ravn sind Jesiden. Jesiden sind eine etnoreligiöse Gemeinschaft, die vor allem Nordirak, in Syrien und der Türkei lebt. Diese Gemeinschaft zeichnet sich durch eine eigene monotheistische Religion aus, die mehr als 4000 Jahre alt ist. Nach jesidischen Rechts sind Scharaban und Ravn verheiratet. Gemeinsam haben die beiden wie gesagt in Ingolstadt gewohnt.

 Allerdings haben sie sich vor kurzem getrennt. Nach der Trennung ist die 23 Jahre alte Schareban wieder zu ihren Eltern nach München gezogen. Und nun am 16. August 2023 verschwindet die junge Frau. Zuvor hatte Scharaban ihren Eltern erzählt, nach Ingolstadt fahren zu wollen, um sich mit ihrem noch Ehemann Ravn auszusprechen. Als sie am Abend nicht wieder nach Hause kommt, beginnen Scharabans Eltern nach ihr zu suchen.

 Und nun sind wir da, wo wir schon zu Beginn des Videos gewesen sind. in der Peiserstraße in Ingoldstadt direkt am Ufer der Donau, dort wo die Eltern der 23-jährigen Scharaban K um etwa 23:30 Uhr das Auto ihrer Tochter finden und darin eine leblose blutüberströmte Frau. Um die Uhrzeit ist es natürlich schon dunkel draußen.

 Zudem sind die Scheiben des Autos gezönt. Ganz genau kann man also nicht in das Auto reinschauen, aber man sieht eindeutig eine zierliche junge Frau mit langen dunklen Haaren, die sich nicht bewegt. Und dieser Anblick muss für Scharabans Eltern die Hölle sein. Sharabans Vater und Mutter versuchen irgendwie die Scheiben des Autos einzuschlagen.

 Anwohner hören die panischen Schreie der Eltern und wählen den Notruf. Mutter und Vater sehen alles mit an. das Eintreffen der Rettungskräfte, wie sie eine junge Frau aus dem Auto ziehen und die Wiederbelebungsversuche. Und letztendlich sind sie da, als die Sanitäter ihnen mitteilen müssen, dass für die junge Frau aus dem Auto jede Hilfe zu spät kommt.

 Sie ist tot und ganz offensichtlich Opfer eines schrecklichen Gewaltverbrechens geworden. Als die Meldung durch die Presse geht, wird sofort über eine Beziehungstat spekuliert. Vermutlich, weil die Eltern der Polizei erzählt haben dürften, dass ihre Tochter sich mit ihrem Mann treffen wollte, von dem sie getrennt lebte. Der Leichtam von Scharaban K wird in die Gerichtsmedizin gebracht.

 Die Todesursache ist schnell geklärt. Mehrere Stichwunden verursacht durch einen Messer oder einen anderen Spitzengegenstand. Allerdings ist die Obduktion trotzdem alles andere als simpel, denn etwas stimmt hier nicht. Sharaban K hat nämlich keine Tätowierung, aber die junge Frau auf dem Abduktionstisch schon.

 Auf ihrem Unterarm sind kleine Rosen tätowiert zusammen mit einer Uhr, die kurz vor 12 steht. Und eigentlich sind die Fingerabdrücke von Scharaban der Kartei der Polizei gespeichert wegen anderer Delikte, über die wir später sprechen werden. Aber die Fingerabdrücke der Toten stimmen nicht überein. Die tote Frau, die in der Rechtsmedizin liegt, ist überhaupt nicht Sharaban, sondern eine Frau, die er einfach zum Verwechseln ähnlich sieht.

So ähnlich, dass selbst Scharabans Eltern sie vor der Polizei eindeutig als ihre Tochter identifiziert haben. Fälschlicherweise, denn die Tote ist nicht Scharaban, sondern die 23 Jahre alte Kadija, die am Vorabend im 200 km entfernten Epping verschwunden ist. Sie liegt nun ermordet in der Rechtsmedizin in Ingolstadt, nachdem sie im Auto von der ebenfalls verschwundenen Sharaban K gefunden wurde.

 Parallel melden sich Bekannte von Scharaban bei der Polizei, denn während in den Nachrichten von ihrer Ermordung berichtet wird, läuft die angebliche Tote durch Ingoldstadt und trifft dabei auf verschiedene Personen. Für die Polizei ist schnell klar, wenn Shareban Kaga nicht tot ist, dann ist sie verdächtig. Nein, Sharaban K ist nicht tot.

 Sie ist quick, lebendig und selbst in Ingolstadt unterwegs, während ihre Eltern erst verzweifelt nach ihr suchen und sie dann tot glauben. Sie ist in Begleitung eines gleichaltrigen Bekannten namens Schekier K. Am Abend des 16. August laufen Scharaban und Shekier ein paar Bekannten über den Weg.

 vor dem Oldtimer Hotel in Ingoldstadt nur einen Katzensprung von dem Ort entfernt, an dem Schabans Eltern glauben, ihre Tochter ermordet aufgefunden zu haben. Shakier bittet dort wohl einen Freund der Klicke mit seinem Motorroller mal rüber in die Peißerstraße zu fahren. Er slechschauen, ob Polizei dort sei. Das macht dieser Freund auch, sogar gleich zweimal.

 Bei der zweiten Runde sieht er dann auch Blaulicht. Später wird ein Zeuge sagen, Shaki habe vor dem Oldtime Hotel mit einem Kumpel ein Gespräch gehabt. Der Kumpel habe im Verlauf des Gesprächs geschrien: “Verpiss dich, ich werde dir niemals helfen bei sowas.” Was damit gemeint gewesen ist, wissen nur die zwei selbst.

Aber angesichts des Gesamtbildes kann man sich seinen Teil vielleicht denken. Shake gesteht wohl nicht direkt, was er und Schaban an diesem Abend getan haben, aber mindestens einer Person gegenüber soll er eine Geste machen, die darauf schließen lässt. Zumindest soweit, dass eine Person aus der Gruppe Scharaban konfrontiert.

 Man wüsste, was für einen Scheiß sie und Schake hier gemacht hätten. Darauf soll Scharaban wohl lächeln und sagen, ich habe gar nichts gemacht. Allerdings soll Schabann gegenüber den Bekannten am Oldtimer Hotel sehr wohl andeuten, ihren eigenen Tod vortäuschen zu wollen, weil sie von der Familie ihres Exfreundes gejagt werde. Es sei sicherer für sie, wenn die Familie denken würde, sie sei tot.

Später in der Nacht schreibt sie einem anderen Bekannten eine Nachricht. Werde niemals auf die richtige Bahn kommen. Ich wünsche mir so sehr ein normales Leben. Zu einem anderen Mann sagt sie ebenfalls an diesem Abend: “Wegen mir musste ein unschuldiger Mensch sterben.” Die vermeintlich tote Scharaban ist also mehr als umtriebig.

 Sie tut nicht viel, um ihre Spuren zu verwischen. Ganz im Gegenteil. Um 3 Uhr morgens klingelt Scharaban bei einem Mann namens Jakob. Als er ihr öffnet, macht die junge Frau einen verwirrten Eindruck. Jakob kennt Schareban erst seit Februar und im Frühjahr hatten die zwei eine Freundschaft Plus. Schareban soll sogar von Jakob schwanger gewesen sein, aber sie hat das Kind nicht bekommen.

 Seit Juli sei aber laut Jakob nichts mehr gelaufen, obwohl man sich ab und dann noch gesehen habe. Und früh morgens am 17. August steht Scharaban nun eben vor seiner Haustür. Sie sagt, sie brauche dringend einen Schlafplatz. Jemand sei gestorben und jemand anderes woll ihr etwas anhängen. Jakob sagt, sie solle zur Polizei gehen, aber Schab besteht darauf, die Polizei würde in der Sache mit drin hängen.

 Da es eben mitten in der Nacht ist, lässt Jakob Scharaban in seinem Haus auf der Couch schlafen. Am nächsten Morgen gibt er ihr ein neues Handy und setzt sie dann in der Münchener Straße in Ingoldstadt vor einem Imbis ab. Später am 17. August besucht Sharaban K eine Pizzeria in Ingoldstadt. Die 23-jährige soll den Besitzer wohl darum bitten, telefonieren zu dürfen.

 Ihre eigene Simkarte würde nicht mehr funktionieren. Scharaban wirkt aufgelöst und weint. Was seit dem Vorabend geschehen ist, ist schwierig zu rekonstruieren. Später werden Zeugen von einer Verfolgungsjagd durch Ingolstadt berichten. Laut den späteren Schilderungen dieser Zeugen passiert folgendes.

 Der Mitarbeiter der Pizzeria kann beobachten, wie Scharabahn von drei Männern vor dem Laden in ein Auto gezehrt wird. Diese drei Männer haben Sharaban erkannt. Sharaban, die laut den Medienberichten aus der Nacht zuvor eigentlich tot sein sollte. Mindestens einer der Männer hat Sharaban wohl am Vorabend auch am Oldtimer Hotel gesehen.

 Inzwischen ist der Leichenfund in Scharabans Auto durch die Medien gegangen. Die breite Öffentlichkeit geht zu diesem Zeitpunkt noch davon aus, dass Scharaban tot sei. Aber die Zeugen erkennen sie und da einer von ihnen am Vorabend selbst von Scharaban gehört hat, dass sie ihren Tod vortäuschen will, wird den Männern nun klar, dass sie dafür offenbar wirklich eine Platzhalterin umgebracht hat.

Denn auch wenn Sharaban nun lebendig vor ihn steht, eine Leiche, die jeder für Sharaban hält, gibt es ja trotzdem. Die Männer wollen Schaban nun festhalten und dann an die Polizei übergeben. Sie rufen aber auch noch Freunde an, die in der Nähe abhängen und dazu kommen. Einer der Männer sagt wohl zu Sharaban: “Wen habt ihr umgebracht?” Sie soll antworten, sie wisse das nicht.

 Sie habe sie damit meint sie Kadija nicht gekannt. Nur ein paar Meter weiter steht eine unbeteiligte Autofahrerin bei der Zufahrt zur Asamstraße. Sharaban reißt sich von den Männern los und kommt auf diese Autofahrerin zugerat. Sie springt bei der fremden Frau ins Auto und bittet sie loszufahren.

 Für die Autofahrerin sieht es so aus, als würde die junge Frau von den Männern bedroht werden. Also macht sie das, was in so einer überrumpelten Situation jeder hilfsbereite Mensch tun würde. Sie gibt Gas. Sharemann sagt zu der Autofahrerin, diese Männer wollten ihr einen Mord anhängen, den aber eigentlich ein Vater von einem dieser Männer begangen habe.

Sharaban selbst beteuert gegenüber ihrer unfreiwilligen Fluchthelferin. Sie habe nichts gemacht, das würde sie auf ihren toten Bruder schwören. Die Autofahrerin lenkt ihren Wagen in Richtung der nächstgelegenen Polizeistation. Auch das würde in dieser Situation wohl jeder so machen. Also fährt sie über die westliche und östliche Ringstraße in Richtung des Nordbahnhofs.

 Dabei werden sie und Schab von zwei Autos verfolgt, von den Männern, die Scharabahn mitnehmen wollten. Diese haben inzwischen den Notruf gewählt und erklären der Zentrale, was los. Dass sie gerade die Frau verfolgen, die gestern vermeintlich ermordet, aufgefunden wurde. Wie man sich vorstellen kann, sind die Beamten beim Notruf total verwirrt, denn die sind ja immer noch auf dem Stand, dass Scharaban Kart tot ist.

 Immerhin wurde sie von ihren Eltern vor Ort identifiziert. Als Schabahn bemerkt, dass die Autofahrer in Richtung Polizei will, ruft sie, das würde nicht gehen. Sie ist an ihrem Handy und scheint jemanden anzurufen. Die 23-jährige sagt zu jemandem Telefon: “Sie haben uns gefunden.” Vor einer Wäscherei springt sie dann plötzlich aus dem Auto der Fahrerin.

Dort steigt sie an der Ringlerstraße in einen weißen Tesla ein. Am Steuer sitzt Jakob, bei dem sie in der Nacht zuvor geschlafen hat. Eigentlich wollte er mit der ganzen Sache nichts mehr zu tun haben, aber sie hat ihn nachmittags mit mehreren Anrufen und Nachrichten bombardiert. Als er irgendwann rangegangen ist, soll Schab ihn panisch angeschrien haben.

 Die albanische Mafia würde sie verfolgen und sie sehen Lebensgefahr. Als sie über den Notruf angeforderte Polizeistreife endlich eintrifft, ist der weiße Tesla weg. Aber die Männer, die Scharabahn bis dorthin verfolgt haben, können das Auto beschreiben. Wenig später wird der Wagen von Jakob dann auf der Schillerbrücke gestoppt.

 Sharaban K sitzt noch auf dem Beifahrersitz. Sie wird festgenommen, denn inzwischen steht sie unter Mordverdacht. Als ein paar Polizisten den Eltern von Scharaban diese Nachricht überbringen, sitzt die Familie K gerade im Wohnzimmer zusammen. Eigentlich um Scharaban zu trauen. In der Wohnung ist eine Art Schrein aufgebaut mit einem Foto der jungen Frau und einer Kerze.

 Als die Polizisten mitteilen, dass Scharaban nun als Tatverdächtige aufgetaucht und Polizeigewahrsam sei, scheinen ihre Eltern erleichtert. Sie fragen nicht groß weiter nach, was passiert ist, sondern werfen sich erleichtert auf den Boden und beten. Kurze Zeit später wird auch Schabans Kumpel Shaky in seiner Wohnung verhaftet.

 Die Wohnung liegt in der Peißerstraße, nur wenige Meter vom Fundort der Leiche entfernt. Das erklärt dann wohl auch, weshalb Scharabans Auto ausgerechnet dort abgestellt wurde. Freunde von ihm sollen ihn wohl bei der Polizei gemeldet und gesagt haben, er habe Andeutung über eine mögliche Täterschaft gemacht. Später findet man Shaky DNA auf Kadijas Leich und in seiner Wohnung einen Schlagring, der einige der Verletzung von Kadija herbeigeführt haben könnte.

Und bald macht schon ein mögliches Motiv die Rund. Am 23. August wimmelt es am Donaufer von Beamten. Eine Woche nach dem Leichenfund wird nach der Tatwaffe gesucht. Dabei kann die Polizei mehrere Messer sicherstellen. Die Tatwaffe ist aber aller Wahrscheinlichkeit nach nicht dabei. Sie fehlt bis heute. Parallel werden erste Zeugenhinweise ausgewertet in dem Versuch, diesen verworrenen Fall irgendwie zu ordnen.

Ein paar Tage später glaubt die Polizei ein mutmaßliches Motiv für die Tat gefunden zu haben. Taraban K. Habe ihren eigenen Tod vortäuschen wollen, eventuell um ihrem streng religiösen familiären Umfeld zu entfliehen, wie es in den Medien heißt. Dazu habe Scharaban über Social Media nach einer Frau gesucht, die ihr möglichst ähnlich sehen sollte.

 Es sei von Beginn an der Plan gewesen, eine Doppelgängerin von Scharaban zu ermorden und den Leichnam dann als den der 23-jährigen zu präsentieren, damit sie sich absetzen kann. Und in genau diese Falle sei Kadija über Instagram getappt. Das ist erstmal die Hypothese, um die sich jetzt die Ermittlung entfalten. Die Hypothese reicht aber, um den Fall als den Doppelgängeren Mord von Ingolstadt bekannt zu machen.

 Dabei macht das Verbrechen nicht nur in Deutschland Schlagzeilen, sondern auch international. Netflix hat wohl sogar Interesse daran, eine Dokumentation zu dem Fall zu produzieren. Im folgenden erläutere ich euch noch mal, wie der Mord an Kadija von Statten gegangen sein soll. Damit greife ich an dieser Stelle schon ein wenig vor und beziehe mich auf die Variante, die vor Gericht als der tatsächliche Tatergang beurteilt wurde.

 Im nächsten Kapitel werden wir noch mal ganz in Ruhe über den Prozess sprechen. Denn auch wenn das, was ich euch gleich erklären werde, genauso schlüssig wie unglaublich klingt, vieles in diesem Fall ist eben nicht so einfach zu erklären. Deshalb nun erstmal die grobe Zusammenfassung von dem, was Kadija wohl zugestoßen ist. Und auf dieser Basis gehen wir im folgenden Kapitel dann noch mal auf die Einzelheiten ein.

 Also lasst uns zurück in den August 2022 gehen. In den Tagen vor Kadijas Ermordung hat Scharaban mehreren jungen Frauen Instagram DMs geschrieben. All diese Frauen und Scharabann sahen sich mehr oder weniger ähnlich. Dunkle Augen, dunkle lange Haare, dunkler Tar in etwa dieselbe Größe und Figur. All diesen Frauen hat Sharaban via DM eine vermeintliche Beautybehandlung versprochen.

Zuvor soll sie es auch schon mit einem angeblichen Musikvideodreh probiert haben. Daher auch die DM an Kadija zum angeblichen Lo Musikvideo. Insgesamt kontaktiert Sharaban über Social Media wohl 24 verschiedene Profile und Kadija reagiert und sagt schließlich zu. Vor dem Treffen mit ihr kauft Sharaban ein Kanister Benzin.

 Dementsprechend ist ursprünglich wohl der Plan, das Auto mit samt Leiche anzuzünden. Sharaban holt Kadija zu Hause in Apping ab um etwa 18:45 Uhr. Sharaban ist nicht allein, sondern hat einen Bekannten dabei. Sheekier K. Ihre Nachnamen beginnt zwar mit demselben Buchstaben, verwandt sind Scharaban und Sheki aber nicht.

 Im Gegenteil, die beiden kennen sich wohl erst seit zwei Wochen. In diesen zwei Wochen haben sich die beiden zukünftigen Zäter mehrfach getroffen, allerdings auf rein platonischer Ebene. Weshalb Schekier bei dem Plan überhaupt mitmacht, ist bis heute nicht bekannt. Manche Mutmaßen Sheki könnte Gefühle für Scharaban gehabt haben, die sie ausgenutzt hat.

Gerade am Anfang gab es aber auch Gerüchte darum, dass Sharaban ihm für eine Ermordung eine fünfstellige Geldsumme versprochen habe. Sheki ist auch nicht die erste Person, die von Sharaban für einen potenziellen Auftragsmord angefragt wird. Sofort hat die junge Frau sich schon bei anderen aus ihrem Freundeskreis erkundigt.

Allerdings hat niemand Scharabans Worte ernst genommen. Bis auf Schekier. Der hört Scharaban nicht nur zu, sondern ist offensichtlich auch noch dabei. Auf jeden Fall holen Scharaban und Shik Kadija zu Hause in Apping ab, um die Beautybloggerin zu ihrer vermeintlichen gratis Laserbehandlung zu fahren. Nach etwa 23 Minuten Autofahrt biegt Sheki aber in ein Waldstück namens Stückhach ab. Er sagt, er müsste mal pinkeln.

Kader und Schab schnappen der Zwischenzeit frische Luft. Das denkt zumindest Kadij. Stattdessen bringt Scheki die 23-jährige mit einem Schlagring zu fallen. Dann sticht er auf die junge Frau ein. Insgesamt 56 mal. Kad hat vermutlich keine Chance, sich auch nur ansatzweise gegen diese brutale Attacke zu wehren.

 Ihr lebloser Körper wird danach ins Auto gelegt. Sharaban und Schekier fahren weiter. Sharaban sitzt dabei am Steuer. Sie halten zunächst an einem Baumarkt. Auf dem Parkplatz vergewissern sie sich noch mal, dass Kadija wirklich nicht mehr lebt. Dann fahren sie weiter nach Ingolstadt zu Schekier nach Hause, wo das Auto abgestellt wird.

 Der Leicht der jungen Frau bleibt auf dem Rücksitz. Wie wir wissen, treffen die beiden danach im Alltime Hotel in der Nähe Bekannte. Beide haben auch über ihre Handys mit anderen Leuten Kontakt. Der eigentliche Plan der beiden funktioniert aber nicht, denn das abgestellte Auto wird von Sharabans Eltern gefunden, ehe sie und Shaki es mit dem extra gekauften Benzin aus dem Kanister anzünden können.

Schaaban verbringt die Nacht bei ihrer Exaffäre Jakob. Schekier vermutlich zu Hause. Am Abend des 16. August wird die Leiche gefunden und Khadija als Doppelgängerin von Sharaban offenbar so gut geeignet, dass selbst ihre Eltern erst auf die Sache reinfallen. Die Staatsanwaltschaft vermutet, dass es Scharabans Ziel gewesen ist, ihren eigenen Tod vorzutäuschen, um sich abzusetzen und ein neues Leben zu beginnen.

Möglicherweise aus Angst vor Ächtung in Folge ihrer gescheiterten Ehe zu ihrem Mann Rav. Soweit die Vorwürfe gegen Scharaban und Schekier, die sich in einem Prozess vor dem Gericht in Ingoldstadt verantworten müssen. Aber auch das hier ist erst ein Teil der Geschichte, denn während des Prozesses kommen noch weitere Details raus, die diesen Fall nur noch mysteriöser machen.

Am 16. Januar 2024 beginnt der Prozess gegen Sharaban K und Schek. Der Prozess ist zunächst auf insgesamt 28 Verhandlungstage angesetzt. Der Vater von Kadija tritt dabei als Nebenkläger auf. Alle Prozesstage sind öffentlich. Vertreter verschiedenster Medien dürfen bei den Anhörungen also dabei sein. Das führt dazu, dass der Prozess gut dokumentiert ist, aber auch zu einer krassen Informationsflut, durch die man kaum durchsteigen kann.

 Denn die Indizienlage gegen Sharaban und Schekier ist recht stark. Trotzdem versuchen die Anwälte der beiden natürlich das Best Caseario für ihren jeweiligen Mandanten zu erreichen. Deshalb wird in diesem Prozess viel beantragt, diskutiert und in Frage gestellt. Jeder der beiden hat ein separates Anwaltsteam und eine eigene Verteidigungsstrategie.

Sie werden zwar gemeinsam angeklagt, aber die Verteidigung arbeitet für jeden der beiden allein. Schon zu Beginn fordern die Anwälter von Scharaban eine Aussetzung des Verfahrens. Demnach sei nach der Erhebung der Anklage gegen die Mandantzen noch neues Beweismaterial in die Akten aufgenommen worden, unter anderem digitale.

 Das sei unfair, weil die Verteidigung sich so nicht ausreichend hätte vorbereiten können. Dieser Antrag auf Aussetzung wird jedoch am zweiten Prozesstag abgelehnt, denn der grundsätzliche Vorwurf gegen Scharaban bleibt bestehen, auch unabhängig von diesen digitalen Daten. Aber dieser erste Antrag ist ein passender Wegweiser für das, was in diesem Prozess immer wieder passieren wird. Es zieht sich.

 Schon an diesem zweiten Verhandlungstag kristallisiert sich heraus, dass die angesetzten 28 Verhandlungstage nicht ausreichen dürften. Am Ende werden es über 50. Zum Tattergang habt ihr ja schon die Version der Staatsanwaltschaft gehört. Um das ein wenig vorwegzunehmen, im Kern ist das auch die Version, bei der das Gericht am Ende des Prozesses landen wird.

 Aber es gibt auch Gegendarstellung und zwar von Sharaban K selbst. Schekier K schweigt während des gesamten Prozesses. Er sagt nicht aus und belastet weder sich selbst noch seine mitangeklagte Scharaban. Er sagt wirklich einfach überhaupt gar nichts. Für Scharaban ist das eine günstige Gelegenheit, um ihre Strategie anzupassen.

 Denn wenn Schekier nichts sagt, dann kann er auch nichts dagegen einwenden, wenn Sharaban ihn als den alleinigen Täter hinstellt. Denn laut Sharaban hat sich das alles am 16. August eigentlich so abgespielt. Scharaban berichtet, sie habe Sheki am 16. August 2022 mit dem Auto abgeholt. Er habe ihr dann das Handy abgenommen und sie angewiesen zu Khadijas Adresse nach Apping zu fahren.

 Bei Kadija angekommen habe Sharaban den Eindruck bekommen, als würden Sheki und Kadija sich kennen. Wieder sei Sharaban gefahren. Shekier habe sie gelotzt und letztlich auch angewiesen, in das Waldstück zu fahren. Dort habe Sheki während einer Raucherpause Kadija auf einmal mit einem Schlagring und einem Messer attackiert.

 Weshalb wisste Scha? Sie habe nur angst erfüllt daneben gestanden und zugesehen. Dann habe sie noch versucht wegzulaufen. Shekier habe Kadichi auf den Rücksitz geworfen und dann Schab wieder auf den Fahrersitz gezwungen. Sollte sie weglaufen, würde Sheki ihre Familie ermorden. Dann habe er sie gezwungen, wieder loszufahren und abermals den Weg angegeben.

 Bei dem Stopp auf dem Parkplatz se Scheki noch mal ausgestiegen und habe einen Klappmesser ausgepackt. Mit dem habe er Kadija, die zu diesem Zeitpunkt noch am Leben gewesen sei, attackiert. Die 23-jährige habe laut geschrienen, versucht sich zu wehren. Das Messer habe Shek danach an der Straße weggeschmissen. Dann sei er wieder auf den Beifahrersitz gestiegen und habe Scharaban dazu gebracht, weiterzufahren.

 In der Peißerstraße sollen die beiden ausgestiegen sein. Am nahgelegenen Oldtime Hotel seien sie auf Bekannte getroffen. Kurz darauf habe Schar aber den Moment genutzt, um wegzulaufen und sich vor Schekier zu verstecken. Soweit also die Darstellung von Sharaban kam. Ganz vorab Staatsanwaltschaft glaubt ihr nicht.

 Die Indizien gegen Sharaban sind einfach zu belastend. Die vielen Gespräche mit Freunden und Bekannten, die Instagram DMs, der Kauf von Benzin, ihr gewalttätiges Verhalten gegen ihren Ehemann und der Versuch eines Auftragsmordes an ihrem Schwag. All das spricht Bend. Zudem klingt es bei Scharebn so, als sei Kadij im Inneren des Autos erstochen wurden.

 Das würde aber gewisse Blutspuren mit sich bringen, die es im Wagen aber gar nicht gibt. Dass die Tat sich wenigstens zum großen Teil außerhalb des Autos zugetragen hat, ist einfach deutlich plausibler. Scharaban unterzieht sich auch einem freiwilligen Testgutachen. So kann man ihre Psycher ein Stück weit evaluieren. Ihr Intelligenzkurtizent liegt laut eines Tests bei 86.

 Bei einem Wert von unter 85 würde man schon von einer klar unterdurchschnittlichen Intelligenz sprechen. Der Durchschnitt liegt etwa bei 100. Ein Psychiater attestiert Scharaban eine emotionale Instabilität und beschreibt sie als histrionisch. Das Wort kommt vom lateinischen Histrio, was Schauspieler heißt.

 Wenn jemand als histrionisch bezeichnet wird, meint das ein Verhalten, das durch übertriebene Emotionalität, starke Bedürftigkeit nach Aufmerksamkeit und ein dramatisch theatralisches Auftreten gekennzeichnet ist. Weiterhin berichtet der Psychiater, es sei Scharaban gelungen, Menschen um sie herum zu manipulieren. In gewisser Hinsicht vielleicht auch Schekier K.

Trotzdem sieht die Fachperson von einer Diagnostizierung einer psychischen Störung ab. Stattdessen nennt er die eben beschriebenen Verhaltensweisen eine Verhaltensakzentuierung. Dementsprechend liegt keine psychische Krankheit vor. Das heißt auch, Shaban K ist voll schuldfähig. Auch bei ihrem komplizen Schekier gibt es keine Auffälligkeiten im Gutachten, keine besondere Gewaltneigung und keine besonderen psychischen Beeinträchtigung.

Allerdings hat sich Shakia auch gegenüber der Psychiaterin nicht zu der Tat geäußert, sodass ihre Beobachtung nur auf den Akten und Shakes Verhalten vor Gericht basieren. Es bleibt nach Sharabans Darstellung diesen Gutachten bei der Version der Staatsanwaltschaft. Kadija o sollte alsrabans Doppelgängerin ermordet werden.

Die Verteidigung der Angeklagten hält aber dagegen. Das ganze Doppelgängerinnen narrativ stimme gar nicht. Es sei eher diskriminierend bis rassistisch, wenn man in einem vornehmlich weißen Land wie Deutschland davon ausgehe, dass Scharaban und Kadijacha sich so ähnlich sahen, dass sie als Doppelgängerin der jeweils anderen hätten durchgehen können.

 Selbst Kadijas beste Freundin sagt im Zeugenstand, sie würde nicht finden, dass Kadija und Sharaban eininander ähnlich sehen würden. Das versuchen die Anwälte der Angeklagten natürlich sich zu Nutze zu machen. Allerdings kann man das alles auch ganz gut entkräften, nämlich erstmal damit, dass die Ähnlichkeit zwischen Sharaban und Kadija vielleicht wirklich gar nicht so groß war, sie das aber auch nicht sein musste, denn der eigentliche Plan war gar nicht, dass das Auto mit Kadijas Leiche einfach so gefunden wird.

Eigentlich wollten Sharaban und Shek das Auto mit dem Leichtnam darin anzünden. Das weiß man, weil Schaann vor der Tat extra einen großen Kanister und eine große Menge Benzin organisiert hat. Offensichtlich sind sie und ihr Komplize nicht davon ausgegangen, noch an diesem Abend gesucht zu werden und davon, dass man direkt das Auto mit der weiblichen Leiche findet.

 Und immerhin war die Ähnlichkeit zwischen Täterin und Geschädigte ja doch so groß, dass selbst Scharabans Eltern erst einmal dachten, die Tote sei ihre Tochter. Allein das sagt ja schon viel aus. Weiterhin soll Sharaban Kadija ja auf Basis von Instagram Bildern ausgewählt haben und Dinge wie Tagesmake-up, Kamerawinkel und Filter können den Eindruck auf Bildern natürlich auch das entscheidende bisschen verfälschen.

 Es kann schon sein, dass sich die jungen Frauen auf Fotos ähnlich sahen, in echt dann vielleicht einfach doch nicht so sehr. Darüber hinaus war der Plan aber, das kann man wohl ganz nüchtern so sagen, einfach unüberlegt bis naiv. Sharaban vermutete wohl, wenn man ihr brennendes Auto finden würde mit einer Leiche, die ihren ungefähren Merkmalen entspricht, hätte man direkt angenommen, dass sie die Tote sei.

 Das wäre sicherlich auch so gewesen, aber auch dann hätte es trotzdem eine Obduktion gegeben. Und man kann auch bei verbrannten Leichen noch anhand von Zahnabgleichen eine Identifikation vornehmen. Also hätte das alles selbst nach dem angenommenen Plan nicht geklappt. Gegen Schabans Eltern wird übrigens zeitweise auch ein Verfahren geöffnet.

Es wird in der Weegung gezogen, dass die beiden irgendwie in der Sache mit drin gehangen und nur so getan hätten, als würden sie Schabans Leichen dem Auto vermuten. Dieses Verfahren wurde mittlerweile aber eingestellt. Man muss eben sagen, dass sie das Auto nachts gefunden und nur durch die abgedunkelten Fensterscheiben geschaut haben.

 Und wenn man das Auto der Tochter findet, darin eine offensichtlich leblose Person, die grob wie das eigene Kind aussieht, wie soll man damit irgendetwas anderem rechnen als mit dem Schlimmsten? Oder gar mit einem so chaotischen Umstand, wie er hier letztendlich gegeben war? Über Scharamans Familie reden wir aber gleich noch mal genau.

 Erst einmal gibt es aber tatsächlich noch eine dritte Version der Ereignisse. Eine, die sowohl von den Darstellung der Staatsanwaltschaft als auch von der Aussage von Scharabahn abweicht. Gut, wir haben jetzt erstmal die Version der Staatsanwaltschaft gehört und dann die Version der Geschehnisse laut Scharaban bzw.

 laut Scharabans Aussage vor Gericht, denn am sechsten Prozesstag tritt eine Zeugin auf und die behauptet, Charaban habe ihr gegenüber auch über den Mord an Kadija geredet. Allerdings ganz anders und mit einem anderen möglichen Tathänger. Die Frau hat sich für etwa 5 Monate eine Gefängniszelle mit Scharaman gezeilt während ihrer Untersuchungshaft.

Demnach soll Scharaban erzählt haben, sie hätte schon seit vier Jahren versucht, den Bruder ihres Ehemanns umzubringen. Dieser und die Mutter von Rav sein gegen die Ehe gewesen. Laut der Zeugin habe Schaban erzählt, sie habe überlegt, das Haus des Schwagen. Nach der endgültigen Trennung im Juni habe Sharaban die Doppelgängerin Idee gehabt, um ihren eigenen Tod vorzutäuschen und aus Deutschland zu fliehen.

 Laut der Zeugen mit ihrem Ehremann. Wie das alles in die bisherige Story passt, bleibt laut den Berichten aus dem Gerichtssal aber offen. Die Mitgefangene behauptet, Scharaban erzählt, Sheki eine halbe Million Euro geboten zu haben, sollte er ihr dabei helfen. Laut der Zeugin habe Sheki die Hälfte des Geldes schon als Anzahlung bekommen.

 Außerdem sollte Shakies Mutter monatlich 5000 € bekommen, denn Shakier lebte mit seiner Mutter und einem Bruder von ihm zusammen, der eine Behinderung hat. Sheki soll sich immer aufopferungsvoll um beide gekümmert haben. Die Aussage der Zeugin impliziert, dass die finanzielle Versorgung der beiden ein Grund für Sheki gewesen sein könnte, sich an dem Mord zu betigen.

Wenn ihr euch jetzt fragt, woher Scharaban denn mal eben eine Viertel Million als Anzahlung gehabt haben soll, das will das Gericht natürlich auch wissen. Die Zeugin sagt dazu, Scharaban habe ihr mal von gewissen Drogenfahrten erzählt. So könnte sie an das Geld gekommen sein. Die Sache mit den Drogenfahrten wird auch von einem weiteren Zeugen im Verlauf des Verfahrens erzählt.

 Nach öffentlichem Kenntnisstand wurde aber nicht weiter wegen Drogendelikten gegen Scharaban ermittelt. Ihr bemerkt an dieser Stelle vielleicht schon, dass die Angaben alle etwas wild klingen. Andererseits, was klingt in diesem Fall nicht wild? Laut der Zeugin hat Schaban ihr gegenüber auch einen völlig anderen Tathergang geschildert.

 Einen, der bislang in noch gar keiner Darstellung vorkam. Demnach hätten sich Kadija, Sheeki und Scharamann gar nicht in Apping bei Kadija getroffen, sondern Kadija sei mit dem Zug nach Ingoldstadt gefahren. Dort hätten Sheki und Schaban sie am Bahnhof abgeholt. Als Kadija während der Autofahrt auf die Toilette wollte, sein Scharaban und Shekia mit ihr ausgestiegen.

 Beide hätten auf sie eingeschlagen. Shekier habe Kadija dann im Auto erstochen. Allerdings wissen wir ja, dass Kadij ihren Standort zumindest teilweise mit ihrem Freund geteilt hat. Darum und weil die Staatsanwaltschaft sicherlich weitere Handydaten ausgewertet hat, würde ich mit dieser Schilderung vorsichtig umgehen.

 Die Staatsanwaltschaft hat ja nämlich ganz klar das Szenario abholen Waldstück Mord etabliert und das sicherlich nicht ohne Grund. Sollten diese Elemente in der Story der Zeugin falsch sein, ist auch fraglich, was mit dem Rest ist. den Drogenfahrten von Sharaban, Shakers möglichen Motiv und Sharabans Geständnis ihr gegenüber insgesamt.

Jedenfalls erzählt die Zeugend weiter, Schaet nach dem Mord Angst vor Scheki bekommen zu haben. Sie habe gefürchtet, er könnte auch ihr etwas antun. Weil Schekier zu Hause angekommen, hat er sich umgezogen und sauber gemacht. Da hat Scharaban die Gelegenheit genutzt und sei abgehauen und habe versucht einen Bekannten zu erreichen.

Die Zeugin sagt, in der gemeinsamen Haft habe sie den Eindruck gewonnen, dass Scharaban eine öffentliche Gefahr darstellen würde. Sie habe ein Gesicht wie ein Engel, aber eine böse Seele. Allerdings gibt es zwischen dieser Zeugin und Schabans Familie wohl auch eine Vorgeschichte, als könnte dieser Fall nicht noch verworrener werden.

 Es ist wohl so, dass der Ehemann dieser Zeugin auch mal im Gefängnis saß. Scharaban habe zu der Zeugin wohl gesagt, ihre Eltern könnten dem Ehemann helfen. Der Ehemann habe dann einmal bei Scharabans Vater angerufen und mit ihm telefoniert, wie sie zugibt. Warum es dabei genau ging, wie das alles vielleicht die Zeugin zu diesen belastenen Aussagen gegen Scharaban verleitet haben kann, das können wir als Beobachter nicht wissen.

Aber die Variante der Mitinsassen ist wohl, wie schon angedeutet, eher vorsichtig zu betrachten. Im weiteren Verlauf des Verfahrens sind vor allem die ersten zwei Varianten wichtig. die Doppelgängerinese der Staatsanwaltschaft und Schabans Version, wonach Sheeki am Waldstück spontan ausgerastet sei und Kadija aus unerfindlichen Gründen dort und im Auto ermordet habe.

 Wie in so vielen Fällen vermutet die Staatsanwaltschaft den Schlüsseln der Vergangenheit der Täterin und auch die Kammer interessiert sich sehr für die Dinge, die im folgenden über Sharaban K rauskommen. Für die Version der Staatsanwaltschaft ist es wichtig zu verstehen, was Scharaban dazu bewegt haben könnte, so aus ihrem bisherigen Leben aussteigen zu wollen.

 Trennung und Scheidung gibt es ja täglich, aber den eigenen Tod vortäuschen wollen und dafür eine fremde Frau umbringen, das ist eher ungewöhnlich. Also schauen wir uns doch einmal an, was vor Gericht über das Leben von Sharaban berichtet wird, über ihre Ehe, ihre Familie und möglicherweise schon frühere Mordpläne. Sharaban hat ihren Mann Rav 2018 nach jesidischem Recht geheiratet.

 Da war Schaban 18 oder 19 Jahre alt. In Deutschland ist die Ehe nicht rechtlich anerkannt, aber für gläubige Jesiden ist sie dadurch nicht weniger valid. Laut Ravan sei die Ehe direkt holprich losgegangen. Schon am Hochzeitstag habe Schaban ihren Ehering während eines Wutanfalls aus dem Fenster geworfen. Auch als das Ehepaar 2019 gemeinsam einen Schönheitssalon eröffnet hat, habe es Probleme gegeben.

 Demnach habe Scharaban auf der Ladenfläche randaliert. Da soll Rav erstmals über eine Trennung nachgedacht haben. Letztendlich blieb er aber und das, obwohl es in der Ehe körperliche Gewalt gegeben haben soll. Von Sharaban aus. So soll sie einmal den Kopf ihres Mannes gegen einen Spiegel geschlagen haben. Ein anderes Mal habe sie ihn mit ihrem Auto angefangen, gelegentlich auch Geschirr nach ihm geworfen.

 Zudem habe er für sie den Kontakt zu seiner eigenen Familie abgebrochen. Gut, dreiviertel aller Betroffenen von häuslicher Gewalt sind Frauen, aber es gibt allein in Deutschland eben auch 10 000 betroffene Männer und die Dunkelziffer wird wahrscheinlich sogar noch höher sein. In vielen Fällen wird Partnerschaftsgewalt entweder gar nicht angezeigt oder wenn sie von Frauen ausgeht, auch von den betroffenen Männern gar nicht unbedingt als solche erkannt.

 Nur im Rande, wenn ihr Betroffene kennt oder vielleicht sogar selbst betroffen seid, gibt es auch für solche Fälle spezialisierte Hilfseinrichtungen, an die ihr euch wenden könnt. In der Ehe von Sharaban und Ravn bleibt es nicht bei körperlicher Gewalt. Anfang 2022 soll Rav herausgefunden haben, dass seine Ehefrau ihn betrogen hat.

 Im Sommer2 erreichte die toxische Beziehung dann einen traurigen Höhepunkt, als Sharaban Ravroht haben soll. Danach zog Ravern den Schlussstrich. Zudem landete der Fall bei der Justiz und das führte dazu, dass Scharaban sich ihrem Ehemann nicht mehr nähern durfte. Deshalb waren auch ihre Fingerabdrücke im System der Polizei gespeichert.

 Laut eines Podcast der Augsburger Allgemein hat es auch von Seiten des Ehemannsgewaltende Beziehung gegeben. Genauere Einzelheiten dazu konnten wir aber nicht rauskriegen. So oder so für die 23-jährige Schaban ist das Ende ihrer Ehe wohl mit einer Katastrophe gleichzusetzen, denn sie hat mit ihrem Ehemann gemeinsam in Ingolstadt gewohnt.

Sie verlierte im Sommer 2022, also nicht nur ihren Mann, sondern auch ihre Wohnung. und noch mehr, denn sie und ihr Mann Rav haben ja gemeinsam einen Kosmetik und Friseursalon geführt. Mit der Trennung geht für Sharaban also auch eine berufliche Veränderung einher. Rav hat durch das Gericht einen Beschluss nach dem Gewaltschutzgesetz bekommen.

 In diesem konkreten Fall hatte dieser Beschluss zurfolge, dass Scharaban die gemeinsame Wohnung und den gemeinsamen Salon nicht mehr betreten durfte. Sie verliert durch die Trennung also ihren Job, ihr Zuhause und natürlich ihre Ehe. Auch Scharavans eigene Eltern sind von dem Scheitern der Beziehung enttäuscht.

Ihr Vater soll Rav sogar gedroht haben. Verlässt du meine Tochter, wird das zwei Menschenleben kosten. Insbesondere ihr Schwager soll Schabans Mann während der Trennung unterstützt haben. Schon Jahre zuvor soll Schaban ihren Schwager selbst tätlich angegriffen haben mit einem Elektroschock.

 Und nach der Trennung soll Scharaban in ihrem Freundeskreis nach jemandem gesucht haben, der ihren Schwager gegen Geld ermorden würde. Der Mord an Kadija ist also gar nicht der erste Plan, der 23-jährigen. Ein Kumpel fragt sich per Chat, wie weit er für sie gehen würde. Im persönlichen Gespräch, ob er jemanden für sie umbringen würde.

 Demselben Kumpel soll sie auch gesagt haben, sie würde aus Angst vor ihrem Schwager in Hotels leben. Der Schwager wolle sie angeblich umbringen. Dieser Kumpel geht aber nicht weiter auf die Sache ein. Stattdessen hat sie einen bekannten Geld angeboten, um ihren Schwager zu beseitigen. Scharaban soll demnach einen Mann namens Volkan A kennengelernt haben und diesem Volkan soll sie 10.

000 € angeboten haben, um im Gegenzug ihren Schwager umzubringen. Sie hat sogar eine Anzahlung von 5000 € gemacht. Die konkrete Idee war wohl, ein Badeunfall im Starnberger See zu inszenieren. Scharaban soll den Mann sogar damit beauftragt haben, alles per Video aufzuzeichnen. Die Anzahlung hat sie Wolkan A persönlich bei dem Treffen einer Tiefgarage übergeben.

 Das weiß man deshalb so genau, weil Scharaban selbst das Gespräch aufgenommen hat und die Tonspur erhalten geblieben ist. Auf der Aufnahme ist zu hören, wie Scharaban Wolkan mehrmals die Anweisung gibt, auf gar keinen Fall Gnade zu zeigen. Zum Glück des Schwagers ist der vermeintliche Auftragsmörder allerdings gar kein Auftragsmörder.

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Disclaimer: This story is fictional and created for entertainment purposes only. Any names, characters, places, or events are fictitious or used fictitiously. No real person or organization is intended to be portrayed.

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