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DIE „ENTFÜHRUNG“ DER SHERRI PAPINI … Lügen, Lügen und noch mehr Lügen … T

DIE „ENTFÜHRUNG“ DER SHERRI PAPINI … Lügen, Lügen und noch mehr Lügen …  

Hallo meine Lieben und willkommen zu diesem neuen Video. Ja, heute geht’s hier auf meinem Kanal schon wieder weiter mit True Crime und damit auch mit einem neuen Fall, den ich mir ausgesucht habe und über den ich euch gerne berichten möchte. Am 2. November 2016, einem Mittwoch, beschließ die 34 Jahre alte Sherry Papini eine Runde joggen zu gehen.

 Seit einigen Wochen bereitet sich die zweifache Mutter jetzt schon auf den Superhero Run, einen Wohltätigkeitslauf in ihrer Heimatstadt Redding im Norden von Kalifornien vor und an diesem heutigen Mittwoch möchte sie genau dafür weiter trainieren. Während ihr Ehemann, also bei der Arbeit und ihre Kinder in der Tagesbetreuung sind, schlüpft Cherry gegen 10:30 Uhr am Vormittag in ihre Joggingklamotten und läuft los.

 Doch als Keith Papini, Sherry’s Ehemann, gegen siehn Uhr dann von der Arbeit nach Hause kommt, ist er direkt verwundert, denn normalerweise wird er bereits an der Eingangstür überschwänglich von seinem 4 Jahre alten Sohn Tyler begrüßt. Und in der Regel ist auch seine Frau und seine kleine Tochter Violet da.

 Doch es ist Totenstill im Haus. Nichts ist zu hören, nichts rührt sich. Sherry’s Auto steht draußen vor dem Haus in der Einfahrt. Sie ist also ganz offensichtlich nicht weggefahren. Doch wo kann sie um diese Uhrzeit sein und wo sind die Kinder? Was genau an diesem Tag, an diesem 2. November 2016 mit Sherry Papini passiert ist? Darauf wird es zunächst keine Antwort geben, denn sie bleibt spurlos verschwunden.

22 Tage lang. Denn was zunächst wie ein tragischer vermissten Fall wirkt, wird dann eben genau 22 Tage später zu etwas ganz anderem, nämlich zu einem Fall, der unheimlich viele Menschen bewegt, irritiert und wütend gemacht hat. zu einem Fall, der sowohl national als auch international massiv Aufmerksamkeit hervorgerufen hat und auch zu einem Fall der Projektionsfläche wurde für Mitleid, Zweifel, Faszination, Fassungslosigkeit und Enttäuschung mit einer Frau im Zentrum des Geschehens, deren Geschichte zunächst tragisch, doch dann ganz bald

als trügerisch galt. Aber warum? Warum war es ausgerechnet dieser Fall, der zu so etwas gigantisch großem wurde? Und warum wird auch heute noch so viele Jahre später über ihn gesprochen, gestritten und diskutiert? Genau darüber und über vieles, vieles mehr sprechen wir in meinem heutigen Video.

 Und damit, meine Lieben, ihr wisst es, fangen wir hier wie immer ganz am Anfang an. Im Norden des US-Bundesstaates Kalifornien, etwa 200 km von Sacramento entfernt, liegt mitten im Zasta County die 90.000 Einwohnerstadt Redding. Bekannt für ihre malerische Lage mit dem Sacramento River, der mitten durch die Stadt läuft und einem der höchsten Berge Kaliforniens, dem Mount Sasta in unmittelbarer Umgebung, ist die ländlich geprägte Stadt seit vielen Jahren vor allem bei Naturliebhabern und Outdoorsportlern sehr beliebt.

 Und die Menschen, die in und um Reading herumleben, gelten als freundlich und entspannt, gemeinschaftlich und naturverbunden. Genau dort, etwa 15 km nördlich der Stadt, lebt im Jahr 2016 auch die damals 34 Jahre alte Sherry Papini mit ihrer Familie, ihrem Ehemann Keith und ihren beiden kleinen Kindern, dem vierjährigen Teiler und der 2 Jahre alten Violette.

Und wie viele Menschen aus der Gegend haben sich auch die Papinis etwas außerhalb von Redding in einem der zahlreichen ländlichen Wohngebiete niedergelassen. Das schöne Haus der Familie liegt umgeben von viel Wald und Feldern mitten in der kleinen Gemeinde Mountainate. Und abseits vom Trubel der Stadt schätzt man hier mit nur wenigen Nachbarn die Abgeschiedenheit und Ruhe.

Keith und Sherry Papini sind im Jahr 2016 seit sieben Jahren miteinander verheiratet. Doch kennengelernt haben sie sich bereits während ihrer gemeinsamen Schulzeit Mitte der 90er Jahre. Und genau dort, beide besuchten damals die achte Klasse der Enterprise Middle School in Redding, verlieben sie sich auch ineinander.

 Jedoch die Teenager Romanze hielt nicht lange, weswegen Sherry und Keith nach ihrem Schulabschluss auch erst einmal getrennte Wege gingen. Jerry verließ gemeinsam mit ihrer Familie die Stadt Redding und heiratete dann auch mit Mitte 20 im Jahr 2006 einen Jugendfreund von ihr, den US-Soldaten David Drifis. Jedoch die Ehe war nicht von Dauer und als Sherry nach der Scheidung von ihrem ersten Mann David dann beschlossen hat, wieder in ihre alte Heimatstadt Redding zurückzukehren, hat es auch nicht lange gedauert und sie ist genau dem Mann über

den Weg gelaufen, von dem sie damals in der achten Klasse in der Highschool ihren ersten Kuss bekommen hat, Keith Papini. Als man sich dann also wieder begegnet ist, tauscht man Nummern aus, verabredet sich immer wieder und aus diesen gelegentlichen Verabredungen wurde bald mehr. Bereits nach unserer dritten Verabredung waren wir im Prinzip unzertrennlich und haben jeden Tag zusammen verbracht, schrieb Sherry später in einem ihrer Bloginträge.

 Und auch Keith sagte später in einem Interview, dass Sherry seine erste große Liebe gewesen ist und er beschrieb es als eine Art Plan des Schicksals, dass sich die beiden so viele Jahre nach der Highchool in Redding wieder über den Weg gelaufen sind. Und nachdem man also jetzt fest zusammen und unzertrennlich war, zogen Keith und Sherry auch nach kurzer Zeit in Redding zusammen in ein Haus und lebten von jetzt an auch zusammen.

 Im Juni 2008, kurz vor Sherry Geburtstag, plant Keith dann eine Überraschungsreise nach Las Vegas, wobei die Reise an sich nicht die einzige Geburtstagsüberraschung für Sherry sein sollte, denn Keith hatte darüber hinaus auch vor, während dieses Trips um ihre Hand anzuhalten. Und ganz genau das passiert dann auch.

 Während ihrer Reise hält das Paar auf dem Rückweg in der Küstenstadt Half Moon Bay, wo Keith nicht nur ein Zimmer im edlen Ritz Caron Hotel reserviert hat, sondern wo er dann auch in einem extra aufgebauten Pavillon bei Sonnenuntergang am Meer auf die Knie fällt und Sherry fragt, ob sie ihn heiraten will.

 Ein Antrag wie aus einem, wie es später hieß, Hollywood Film, den Sherry unter Freudentränen auch angenommen hat und über den sie später ebenfalls in ihrem Blog schrieb, wie romantisch und einmalig dieser Heiratsantrag von Keith gewesen ist und wie unheimlich glücklich sie in diesem Moment war. Und nachdem die Reise jetzt ein Ende gefunden hat, kehrt das frisch verlobte Paar wieder zurück nach Hause nach Redding, wo sie dann auch ein Jahr später im Sommer 2009 tatsächlich geheiratet haben und damit begannen, sich ein gemeinsames Leben aufzubauen.

Und damit kommen wir wieder zurück zu dem Bild, dass ich euch am Anfang in diesem Video bereits gezeigt habe. Denn genau das sich ein gemeinsames Leben aufgebaut, haben Keith und Sherry Papini getan in den vergangenen 7 Jahren seit ihrer Hochzeit. Sie haben sich ein Haus etwas außerhalb von Redding in der kleinen Gemeinde Mountainate gekauft und mit der Geburt ihres Sohnes Tyler im Jahr 2012 und der ihrer Tochter Violette zwei Jahre später auch eine Familie gegründet.

 Und bei den Papinis scheint alles einfach perfekt zu sein. Und ja, ich weiß, dass dieser Ausdruck an sich perfekt, bei dem mir persönlich, wenn wir über wahre Verbrechen sprechen, ja immer eine Gänsehaut läuft. Im Zusammenhang mit diesen wunderschönen Bildern, die aussehen, als wären sie einem Hochglanzmagazin für markellose Familien entsprungen, immer wieder auftaucht.

 Aber im Fall von Sherry und Keith konnte man von außen tatsächlich genau diesen Eindruck bekommen, denn die beiden galten eben nicht nur als Team, als beste Freunde, sondern auch als ein Paar, das sich in geliebt hat, dass ich auch nach der Hochzeit und nach der Geburt der beiden Kinder immer wieder kleine Geschenke gemacht, sich gegenseitig überrascht hat und fürinander da war.

 Und vor allen Dingen Sherry galt darüber hinaus wohl auch noch als der Inbegriff einer engagierten Mutter für ihre beiden Kinder Violette und Tyler, was ihr Spitznam, den sie hatte, Super Mom auch in gewisser Weise unterstreicht. Und wenn man sich die Bilder der Papinis aus dieser Zeit so ansieht und den Leuten zuhört, die der Familie und vor allen Dingen Sherry nahe standen, dann könnte man eben tatsächlich den Eindruck einer vollkommen und makellosen Ehefrau und Mutter bekommen, denn für Sherry schien alles einfach nur Leichtigkeit und

Harmonie pur zu sein. Sie führte scheinbar eine wundervolle Ehe, hatte einen Ehemann, der sie auf Händen trägt, ein schönes Häuschen mitten im Grünen mit einem weißen Gartenzaun außenrum herum, zwei zauberhafte Kinder. Sie war in der Community von Redding gut vernetzt und integriert. Sie galt als querlich, offen, intelligent, freundlich, lebensfroh.

 Dazu ist sie noch äußerst attraktiv und kontaktfreudig und sie macht lange tägliche Spaziergänge mit den Kindern draußen in der Natur, lässt sich Bastelprojekte einfallen, backt leidenschaftlich gerne Muffins, plant Familienausflüge, engagiert sich in der Kindertagesstätte bzw. Weise in der Tagesbetreuung der Kinder und sportlich ist sie auch noch, denn neben all dem, was Sherry anscheinend so nebenbei in ihrem Alltag bewerkstelligt, läuft sie auch noch regelmäßig, geht joggen und nimmt immer wieder an Marathons und Spendenläufen

teil, um Geld für benachteiligte Kinder zu sammeln. Und ehrlich gesagt, wenn man das alles so hört, ähm bzw. Weise, das ist nur meine persönliche Meinung, dann wirkt das auf mich nicht wirklich echt. Denn auch wenn ich keine Kinder habe, keine Kinder im Alter von 2 und 4 Jahren, so kenne ich Menschen, die Kinder in diesem Alter haben.

 Und das ist eben nicht immer alles Heiti Leichtigkeit und Harmonie und es läuft alles so nebenbei und wunderbar, sondern das ist anstrengend oftmals, das ist stressig. Ich kann mir das wirklich vorstellen, denn ich habe keine Kinder und mir fällt es oftmals nicht so leicht in meinem Alltag alles unterzukriegen. Und wenn ich mir vorstelle noch zwei kleine Kinder und ein riesengroßes Haus und einen Garten zu haben, dann glaube ich schon, dass man da manchmal richtig beschissene Tage hat, wo man morgens aufsteht und das Gefühl hat, man

will sich einfach direkt wieder hinlegen und das ist menschlich und das ist normal. Und wie gesagt, bei mir kommen da immer Zweifel, wenn ich dann so höre, dass das jemand mit vollkommener Leichtigkeit wuppt, ohne auch nur mal schlecht drauf zu sein. Aber bei Sherry Papini, wenn man das alles so liest und alles so hört, super M und Bastelprojekte hier und Muffins da und Kinder und Ausflüge und sie plant das alles und so weiter, dann kann das durchaus so sein, dass das alles wirklich so war.

 Aber es klingt für mich immer etwas fantastisch. Aber auch in anderen Bereichen, z.B. Spiel in finanzieller Hinsicht schien es bei den Papinis ebenfalls keine großen Schwierigkeiten zu geben. Während Sherry, die vor der Geburt ihrer beiden Kinder viele Jahre lang als Kundenbetreuerin bei AT&T gearbeitet hat, sich jetzt voll und ganz ihrer Familie widmet, arbeitet Keith vollzeit als IT-Techniker bei der US Elektronikkette Bestby, wo er auch gutes Geld verdient.

 Man unternimmt viel zusammen, macht regelmäßig Ausflüge mit den Kids am Wochenende und es schien eben tatsächlich so zu sein, als würden die Papinis im Jahr 2016 ein gutes Leben führen und alles sah nach der perfekten Familie aus, die ihr idyllisches Leben auf dem Land führt. Doch mit allem sollte es jetzt ganz bald für immer vorbei sein, denn an einem so schien es ganz normalen Mittwochvormittag wird Jerry Papini unter mysteriösen Umständen spurlos verschwinden und dieses Verschwinden wird etwas gewaltiges auslösen. Etwas, das zu dem Zeitpunkt,

als sie verschwunden ist, wirklich niemand hätte ahnen können. Es ist der 2. November. 2016. Und dieser herbstliche Mittwoch beginnt im Haus der Familie Papini. Zunächst wie jeder andere auch unter der Woche, während Keith das gemeinsame Haus in Mountainate wie immer um kurz vor 7 Uhr morgens verlässt, um an seinen Arbeitsplatz bei Bestbuy zu fahren, bringt Sherry ihre beiden Kinder Tyler und Violette nach dem Frühstück in die Tagesbetreuung und fährt im Anschluss daran wieder zurück nach Hause.

 Sherry ist jetzt also am Vormittag dieses 2. November zunächst einmal alleine im Haus. Und trotzdem, dass Halloween erst wenige Tage zurückliegt und die Dekoration in und um das Haus herum gerade erst entfernt wurde, macht sich Sherry offenbar bereits Gedanken um die Vorbereitung und das Schmücken ihres Hauses in Bezug auf Weihnachten, denn man fand später im Wohnzimmer einige Kisten mit Weihnachtsdekoration, die Sherry an diesem Vormittag wohl hervorgeholt und teilweise auch geöffnet hat. Doch irgendwann muss sie sich dann

dazu entschieden haben, ihr Haus zu verlassen, um laufen zu gehen. Und das war jetzt bei Leibe nichts ungewöhnliches, denn wie ich vorher schon einmal kurz angesprochen habe, Sherry war sehr sportlich. Der Sport spielte in ihrem Leben und in ihrem Alltag eine sehr große Rolle und gerade in den zurückliegenden Tagen und Wochen trainierte sie regelmäßig für einen Wohltätigkeitslauf über 10 km den Superhero Run, um sich darauf vorzubereiten, denn dieser Lauf sollte in 3 Tagen, also am 5.

 November 2016 in Redding stattfinden. Gegen 10:30 Uhr schlüpft sie jetzt also in ihre Sportklamotten, schnappt sich ihr iPhone und ihre Kopfhörer und läuft los. Und in der Regel jogt Cherry eigentlich immer dieselbe Strecke entlang eines unbefestigten Weges bis hinunter zum Sunrise Drive, also der Hauptstraße, die von ihrem Haus etwa 3 km entfernt ist.

6 Stunden später gegen 17 Uhr kommt Keith Papini von der Arbeit nach Hause und wundert sich, denn als er seine Haustür ausschließ, kommt ihm nicht wie sonst üblich sein kleiner Sohn Teiler entgegengelaufen, der sonst immer der Erste ist, der seinem Vater um den Hals fällt, wenn er nach Hause kommt. Stattdessen ist es ungewöhnlich still und das, obwohl Sherryys Auto draußen vor dem Haus in der Einfahrt steht und sie eigentlich gemeinsam mit den Kindern um diese Zeit immer zu Hause ist.

Doch nachdem Keith jetzt als nächstes sowohl das Haus als auch den Garten und das Grundstück absucht, ist klar, weder seine Frau noch seine Kinder sind hier irgendwo. Keith Papini wurde später in einem Interview gefragt, ob er sich an diesem Punkt bereits Sorgen um seine Frau und seine Kinder gemacht hat, weil sie nicht zu Hause waren.

 Und das hat er verneint, denn Keith hat erklärt, dass Sherry Tyler und Violette in der Regel immer zwischen 16 und 16:30 Uhr von der Tagesbetreuung abgeholt hat und jetzt war es ja erst kurz nach 17 Uhr. Vielleicht hatte Sherry beschlossen, als sie nach Hause kam, mit den Kindern noch ein wenig draußen spazieren zu gehen.

 Es lag wohl sehr viel Laub draußen auf der Straße und gerade in den zurückliegenden Tagen hatte Sherry mit den Kindern wieder sehr viel gebastelt und dazu Herbstlaub und auch Tannenzapfen regelmäßig von draußen ins Haus geholt, um damit zu basteln. Es hätte also durchaus sein können, dass sie nach dem Abholen der Kinder aus der Tagesbetreuung spontan sich dazu entschieden hat, rauszugehen und für die Bastelprojekte noch etwas zu sammeln oder einfach noch etwas frische Luft zu schnappen. Doch um herauszufinden, wo

genau seine Frau sich jetzt aufhält, nutzt Keys die Find My iPhone App auf seinem Handy, die mit Sherry Handy verbunden ist. Und was er nach dem Benutzen der App jetzt erfährt, hat Keith wohl zunächst einmal beruhigt, denn die App hat angezeigt, dass sich Sherry bzw. ihr Handy nur etwa 1 km vom Haus entfernt in der Nähe des Briefkastens der Familie aufhält.

 Man muss nämlich wissen, dass die Papinis keinen eigenen Briefkasten vor ihrem Haus gehabt haben, wie man das so kennt, sondern dass es einen Sammelbriefkasten unten an der Hauptstraße, genauer gesagt an der Kreuzung Old Oregon Trail Sunrise Drive gegeben hat, wo die Post für die Bewohner dieses Teils der Gemeinde von Mountainate eingeworfen wird.

 Es sah also so aus, dass zumindest hat die App jetzt angezeigt, als sei Sherry sehr wahrscheinlich zusammen mit den Kindern hinunter zum Briefkasten gegangen. Doch um sicherzug gehen, dass das tatsächlich auch so ist, setzt sich Keys jetzt in Sherryys Auto, das ja vor der Einfahrt gestanden hat, und fährt die kurze Strecke hinunter zur Hauptstraße.

Doch nachdem er dort weder Sherry noch die Kinder irgendwo ausmachen konnte, stellt er sein Auto ab, steigt aus und zieht sich jetzt zu Fuß unter anderem direkt beim Briefkasten um. Und dort macht Keith eine äußerst beunruhigende Entdeckung, denn am Straßenrand findet er das iPhone seiner Frau, ihr Handy zusammen mit ihren weißen Kopfhörern im Gras liegend vor.

 Im Kabel der Kopfhörer hatten sich offenbar einige blonde Haare befunden, die so aussahen, als seien sie gewaltsam ausgerissen worden und von Sherry selbst oder auch von den Kindern keine Spur. Wie man sich vorstellen kann, war der Fund des Handys seiner Frau am Straßenrand für Keith Papini etwas, das ihn direkt in Angst und Panik versetzt hat.

 Hatte er zuvor noch gedacht, dass Sherry mit den Kindern vielleicht nur einen kurzen Spaziergang hinunter zum Briefkasten unternommen hat, war er jetzt davon überzeugt, dass hier etwas ganz und gar nicht stimmt, dass Sherry etwas zugestoßen sein muss. Zunächst ruft er darum vom Briefkasten aus jetzt erst einmal seine Mutter an in der Hoffnung, dass Sherry vielleicht zu ihr gegangen ist.

 Doch als ihm seine Mutter versichert, dass sie sie weder gesehen noch etwas von ihr gehört hat, wählt Keith jetzt als nächstes die Nummer der Tagesbetreuung seiner Kinder, um herauszufinden, wann Sherry Tyler und Violette dort abgeholt hat. Das erste, was ich gefragt habe, war, wann hat Sherry heute die Kinder abgeholt? Und als ich dann erfahren habe, dass die beiden nach wie vor da sind, war endgültig klar, hier stimmt etwas ganz und gar nicht.

 So Keith Papini später in einem Interview mit der ABC. Und ich meine, man muss sich diese Situation wirklich einmal vorstellen. Du kommst von der Arbeit nach Hause und erwartest wie immer dort auf deine Frau und deine beiden Kinder zu treffen, doch sie sind nicht da. Dann findest du heraus, dass das Handy deiner Frau sich an einer bestimmten Stelle nicht weit vom Haus entfernt befindet.

 Du fährst dorthin, doch anstatt deine Familie zu sehen, findest du das Handy deiner Frau im Gras vor, noch dazu mit den weißen Kopfhörern, an denen sich ausgerissene Haare befinden. Und dann sagt dir auch noch jemand, dass deine beiden Kinder nach wie vor in der Tagesbetreuung sind und gar nicht erst abgeholt wurden.

 Und machen wir uns nichts vor. Sherry Papini Alias Superm hätte niemals vergessen ihre Kinder abzuholen. Um 17:51 Uhr geht bei der Notrufzentrale von Redding ein Anruf ein und Keith Papini schildert in diesem Telefonat inzwischen hörbar aufgewühlt und panisch, was passiert ist. Er sagt, dass seine Frau verschwunden ist, dass sie die beiden Kinder nicht von der Tagesbetreuung abgeholt hat, dass er ihr Handy am Straßenrand fand und Keith sagt auch, dass er davon überzeugt ist, dass seiner Frau etwas zugestoßen sein muss, dass

sie möglicherweise entführt worden ist, denn Keith wusste, dass Sherry täglich laufen geht, dass sie dabei auch Musik hört und an der Stelle, an der ihr iPhone fand, das ist eigentlich eine Stelle die zu ihrer üblichen Joggingrunde gehört. Die Annahme, dass sie an dieser abgelegenen, nicht vielbefahrenen Landstraße von jemanden angegriffen, in ein Auto hineinezehrt oder entführt wurde, ist vor allem, wenn man bedenkt, wie und wo ihr Handy gefunden wurde und dass sie offenbar seit Stunden spurlos verschwunden zu sein und sich bei

niemanden gemeldet hat, nicht recht weit hergeholt. Doch am selben Abend beginnt auf Seiten des Juster County Police Department unter der Leitung von Sheriff Tom Bosenko die erste groß angelegte Suaktion nach der 34 Jahre alten Sherry Papini. Und aufgrund der Art und Weise ihres Verschwindens wird Sherry auch als missing Person at risk, also als vermisste Person, unter verdächtigen oder gefährlichen Umständen geführt.

Innerhalb weniger Stunden wächst die Zahl der beteiligten Polizisten und auch die der Freiwilligen Helfer massiv an und die Suchdrups durch kämen zum Teil auch schon mit Spürhunden noch im Laufe der Nacht die Umgebung rund um die Fundstelle von Sherry Handy. Und auch in den jetzt kommenden Tagen, in denen weiterhin jede Spur von ihr fehlt, weitet sich das Suchgebiet und auch die Menge der Menschen, die nach Sherry suchen, weiter aus.

Flyer mit ihrem Bild und einer genauen Beschreibung werden gedruckt und überall in der Gegend und auch in der 15 km entfernten Stadt Redding verteilt. Man stellt große Suchplakate auf. Freiwillige Helfer aus der Gegend organisieren sich. Über Facebook und andere Social Media Plattformen wird zum Teilen von Sherryys Bild und den dazugehörenden Informationen aufgerufen.

Es wird eine Belohnung von 50.000$ für Hinweise, die zum Auffinden von Sherry führen, ausgesetzt und man hatte wohl in den Stunden und Tagen nach ihrem Verschwinden das Gefühl, dass jeder in der Stadt auf den Beinen ist, um sich an der Suche zu beteiligen. So zumindest beschrieb es Sherryys Schwester Sheila später in einem Interview.

 Und parallel dazu laufen die polizeilichen Suchmaßnahmen auf Hochtouren. Innerhalb von nur wenigen Tagen gehen über 150 Hinweise aus der Bevölkerung ein, wobei die Polizei jedem einzelnen davon sorgfältig nachgeht. Auch die Überwachungskameras aus der Umgebung werden akribisch ausgewertet und das Material gesichtet in der Hoffnung dort entweder Sherry verdächtige Personen oder Fahrzeuge ausmachen zu können, die mit ihrem Verschwinden in Verbindung gebracht werden können.

 Außerdem überprüft man auch in kürzester Zeit alle registrierten Sexualstraftäter aus der Gegend. Man klopft an Türen, spricht mit Anwohnern und wertet nebenbei auch sämtliche Handyddaten, E-Mails, Bankkonten und Sheries Aktivitäten auf Social Media aus. Von bis zu 20 Durchsuchungsbeschlüssen, die die Polizei innerhalb weniger Tage erwirkt hat, ist die Rede, um verschiedenen Spuren und Hinweisen nachzugehen, unter anderem wohl auch außerhalb des Bundesstaates Kalifornien.

Und auch das FBI schaltet sich bereits kurz nach Sherry Verschwinden in die Suche mit ein und unterstützt die Polizei vor Ort, vor allen Dingen bei der forensischen Analyse. Man kann also durchaus festhalten, dass nach Sherryes plötzlichem Verschwinden auf Seiten der Polizei sämtliche Ressourcen genutzt und nichts, aber auch gar nichts unversucht gelassen worden ist, um herauszufinden, was mit ihr passiert sein könnte.

 Doch trotz alledem muss man sagen, dass sich die Ermittler mit Informationen an die Öffentlichkeit in den Stunden und Tagen nach Sherry Verschwinden sehr zurückgehalten haben. Sheriff Bosenko bestätigte zwar die durchaus verdächtigen Umstände, sagte jedoch gleichzeitig, dass man zu diesem Zeitpunkt keine eindeutigen Beweise für ein Verbrechen hat.

 Man wust zwar inzwischen sicher, dass Sherry tatsächlich am Vormittag des 2. November ihr Haus verlassen hat, um laufen zu gehen, denn es hat sich ein Zeuge gemeldet, der sie joggend an der Straße in der Nähe der Stelle, wo ihr Handy später gefunden worden ist, gesehen hat. Der Zeuge sagte, Sherry sei ihm durch ihre pinke Jacke aufgefallen, die sie getragen hat.

Allerdings wurde sie nach dieser Sichtung nicht noch einmal gesehen und es fanden sich auch keine weiteren Zeugen, denen an dieser Landstraße an diesem Tag etwas anderes ungewöhnliches aufgefallen ist, wie z.B. ein Fahrzeug, das dort längere Zeit stand oder auch Personen, die sich dort aufgehalten oder auffällig verhalten hätten.

 Und abgesehen von ihrem Handy und den dazugehörenden Kopfhörern fand man eben trotz der intensiven, direkt anlaufenden Suche keine weiteren Spuren und Hinweise auf ein Verbrechen. Die Polizei schloss zwar nicht aus, dass Sherry tatsächlich einem Verbrechen zum Opfer gefallen sein könnte, aber man hatte dafür keinen eindeutigen Beweis.

Doch ihre Familie war offenbar von Anfang an genau davon überzeugt, davon überzeugt, dass Sherry entführt wurde und darüber hat man auch öffentlich mit den Medien gesprochen. Keith Papini wendete sich mit einem emotionalen Appell an die Presse, wo er unter anderem auch unter Tränen einen vermeintlichen Entführer angesprochen und diesen darum gebeten hat, seine Frau zurück nach Hause zu bringen.

 Und ich muss ehrlich sagen, ich habe mir diese Appelle, diese Interviews von Keith auch soweit sie verfügbar waren, allamt angesehen und mir ist das sehr nahe gegangen, denn man sieht diesen Mann seine Verzweiflung wirklich im Gesicht an. Die Tränen laufen ihm nur so aus den Augen.

 Er sagt immer wieder, wie sehr er Sherry liebt und wie sehr sie ihm und den Kindern fehlt. Und während ich mir das so angesehen habe, ist mir ganz unbewusst Chris Watt eingefallen, der ja auch nach dem Verschwinden seiner Frau Chan und seiner beiden Kinder mit den Medien gesprochen hat vor seinem Haus. Allerdings hat Chris Watz das in einem Ton und mit einer Attitüte gemacht, als würde es hier um eine belanglose Bagatelle gehen.

 Und der Unterschied war so extrem zu Keith Papini, der ehrlich erschüttert und verzweifelt war in diesen Interviews. Und auch wenn ich jemand bin, der Fälle grundsätzlich irgendwie nicht miteinander vergleicht und man halt auch immer in Betracht ziehen muss, dass Menschen auf so etwas vollkommen unterschiedlich reagieren können, so war dieser Unterschied extrem, wenn man sich Chris Watz anguckt, der da mit verschränkten Armen auf seiner Veranda steht und mit den Medien spricht, als würde er eine Pizza bestellen wollen.

Dann sieht man Keith Papini, der wirklich ehrlich erschüttert und verzweifelt war. Also diesen Eindruck hatte ich zumindest. Und man muss auch sagen, dass vor allen Dingen wohl nachdem Kieh dann mit den Medien gesprochen hat, sich auch in der Bevölkerung die Überzeugung durchgesetzt hat, dass Sherry entführt worden sein muss.

 Sie war als liebevolle Ehefrau und Mutter bekannt, die keine Feinde hatte. Und die Art und Weise, wie sie so plötzlich am helligten Tag offenbar mitten von der Straße weg verschwunden ist, weckte zusätzlich auch Unsicherheit und Ängste bei den Menschen in und um die Stadt Redding herum. Doch auch wenn die Polizei von Tag 1 an intensiv nach Sherry gesucht hat und eine Entführung nicht ausschließen konnte, so begannen die Ermittlungen, wie in den meisten Fällen dieser Art von innen nach außen.

 Man hat also auch sehr wohl die Menschen unter die Lupe genommen, die Sherry am nächsten standen. Und darum war Keith Papini als Ehemann und auch als derjenige, der ihr Verschwinden ja zuerst gemeldet hat, anfangs durchaus verdächtig. Doch man muss klar festhalten, dass Keith von Anfang an voll umfänglich mit den Ermittlern kooperiert hat.

 Er hat nicht nur Sherryes, sondern auch sein Handy, sämtliche Laptops, iPads und Computer zur Auswertung an die Polizei ausgehändigt und alle Fragen beantwortet. Außerdem hat er sich auch sofort bereit erklärt, sich einem Lügendetektortest zu unterziehen, den er mit fliegenden Fahnen bestanden hat. Und darüber hinaus hatte Keith auch in der Zeit, in der Sherry mutmaßlich verschwunden ist, ein Alibi, denn erhielt sich am 2.

 November 2016 von früh morgens bis zum späten Nachmittag an seinem Arbeitsplatz bei Best Buy auf, wofür es auch Zeugen gab. Nach dem Verschwinden von Sherry wirkte Keith darüber hinaus ehrlich erschüttert, hat sich an der Suche beteiligt, bat unter Tränen die Öffentlichkeit um Mithilfe und allgemein muss man sagen, dass man auf Seiten der Polizei offenbar keinen Hinweis darauf hatte, dass er etwas mit dem Verschwinden seiner Frau zu tun haben könnte.

 Doch dieser Fall bekommt in kürzester Zeit massiv Aufmerksamkeit und das nicht nur in und um die Stadt Redding herum. Es dauert nur wenige Tage und die Medien berichten landesweit über das mysteriöse Verschwinden der, wie es hieß Superm aus Kalifornien. Und auch wenn sich die Polizei wie gesagt öffentlich nicht zu einer möglichen Entführung äußern wollte, so blieb das vor allen Dingen in den Medien das Hauptszenario, denn ein freiwilliges Verschwinden von Sherry, über das wohl auch diskutiert wurde, war so schien es zumindest wenig plausibel.

Niemals, so beteuerte Keith und auch ihre Familie immer wieder, hätte Sherry ihre Kinder freiwillig verlassen. Sie war glücklich und alles schien ja bestens in Ordnung zu sein. Ihr muss also etwas zugestoßen sein, denn anders ist all das nicht zu erklären. Doch die Tage und auch die Wochen vergehen und es gibt kein Lebenszeichen der 34-jährigen.

Niemand hat Sherry gesehen, niemand hat irgendetwas von ihr gehört und es gibt auch kein Bekennerschreiben eines möglichen Entführers oder eine Lösegeldforderung. Nichts dergleichen. Der 23. November 2016 war der Tag vor Thanksgiving und wie man sich vorstellen kann, war die Tatsache, dass Sherry nach wie vor verschwunden war für ihren Mann, ihre Kinder, ihre Familie, ihre vielen Freunde jetzt zu diesem anstehenden besonderen Feiertag noch schwerer zu ertragen, denn es sind jetzt fast drei Wochen vergangen ohne die geringste

Spur. Doch was an diesem 23. November wärden sich wieder hunderte von Menschen zusammengeschlossen und gelbe Luftballons haben steigen lassen, um an Sherry und ihr Verschwinden zu erinnern, noch niemand ahnen konnte, war es wird jetzt nur noch wenige Stunden dauern, da wird Sherry Papini genauso plötzlich wieder auftauchen, wie sie 22 Tage zuvor verschwunden ist.

 In den frühen Morgenstunden des 24. November nämlich fährt eine Frau namens Alison Satten zusammen mit ihrer 14 Jahre alten Tochter die Interstate 5 nahe der Ortschaft Yolo, etwa 250 km von Redding entfernt entlang, als ihr eine offensichtlich verstörte und verletzte Frau auffällt, die sich am Rand der Landstraße aufhält, mit dem Armen winkt und augenscheinlich versucht, Autofahrer auf sich aufmerksam zu machen.

 Der Highway ist jedoch um diese frühe Uhrzeit, es ist erst 4:30 Uhr morgens, kaum befahren und es ist auch noch dunkel draußen. Deswegen Alison beschließt, vom Auto aus mit ihrem Handy die Highway Patrol über ihre Sichtung, also darüber, dass sie diese Frau dort gesehen hat zu informieren. Und als die Highway Patrol wenige Minuten später an der Stelle der Interstate 5 ankommt, die Alison Sat in ihrem Anruf beschrieben hat, treffen sie dort auch tatsächlich auf eine vollkommen panische Frau, bei der es sich, wie sich jetzt bald

herausstellen wird, um die seit über drei Wochen vermisste Sherry Papini gehandelt hat. Und Sherry ist in einem desolaten Zustand. Nur leicht bekleidet und sichtlich abgemagert ist Ihr Körper mit blauen Flecken übersäht. Ihre Hände sind fixiert und es liegt eine schwere Kette um ihre Taille, die offenbar mit den Fesseln an ihren Händen verbunden gewesen ist.

 Außerdem trägt sie auch eine Art Sack über dem Kopf, den sie sich aber offenbar zum Teil herunterziehen konnte, um etwas sehen zu können. Es gibt verschiedene Informationen darüber, wie Sherryys Familie, in erster Linie ihr Mann Kies davon erfahren hat, dass sie gefunden wurde. Ich habe in einigen Quellen gelesen, dass Keys vom Krankenhaus über Sherry Auffinden in Kenntnis gesetzt worden ist.

 In anderen Quellen stand, dass einer der Polizisten vor an der Interstate 5 Sherry sein Handy direkt gegeben hat, so dass sie Keith anrufen und mit ihm sprechen konnte. Aber wie es jetzt auch immer genau gewesen ist, in den frühen Morgenstunden des 24. November wird Sherry vom Highway aus direkt ins nächste Krankenhaus ins Woodland Memorial Hospital nach Yolo County gebracht und der Fundort von Sherry in der Nähe der kleinen Ortschaft Yolo ist etwa 250 km von ihrem Wohnort in Redding entfernt, sodass es noch ein wenig gedauert hat, bis Keith dann im

Krankenhaus ankam. Aber als er da war, wurde er sofort zu Sherry vorgelassen und Keith hat diesen Moment, als er sie wiedergesehen hat, später auch in einem Interview beschrieben. Ich bin einfach nur zu ihr gerannt. Ich habe den Vorhang zur Seite gerissen und da war sie. Sie lag in diesem Bett und ich habe sie einfach nur in den Arm genommen und sie gehalten.

 Ich hatte das Gefühl, ich habe sie 20 Minuten lang einfach nur festgehalten. Ich war so glücklich, dass sie da war. Ich habe sie geküsst. Ich habe sie einfach nur angesehen. Es war so hart für mich, sie so zu sehen. Und mit diesem sie so zu sehen meinte Keith sehr wahrscheinlich den Zustand, in dem sich seine Frau befunden hat. Denn wie ich gerade vorhin schon einmal kurz angesprochen habe, Sherry war in desolatemzustand verwahllost, als man sie an dieser Interstate 5 aufgefunden hat und an ihrem Körper zeigten sich zahlreiche Verletzungen.

Neben den vielen blauen Flecken und Hämertomen, die in verschiedenen Stadien vorhanden waren, einige davon schienen schon etwas älter zu sein als andere, war Sherry Nase gebrochen. Ihre Haare waren offenbar abgeschnitten worden und sie wog nur noch 39 kg. Auf ihrer rechten Schulter befand sich darüber hinaus eine Brandwunde.

 Genauer gesagt ein Brandzeichen mit zum Teil bereits verkrusteten Gewebe außenrum herum, was darauf hindeutet, dass ihr dieses Brandzeichen sehr wahrscheinlich bereits kurz nach ihrem Verschwunden beigebracht worden sein muss. Sherry war wohl die ganze Zeit nach ihrem Auffinden im Krankenhaus bei Bewusstsein und auch ansprechbar, jedoch extrem aufgewühlt und emotional.

Die Tatsache, dass Sherry Papini nach 22 Tagen lebend gefunden wurde, verbreitet sich wie ein Lauffeuer und auch Sheriff Tombosenko, der die Ermittlungen bis dahin geleitet hat, bestätigte wenige Stunden später gegenüber der Presse, dass er überglücklich sei, berichten zu können, dass Sherry wieder mit ihrem Mann und ihren Kindern vereint ist.

 Und das Wort Wunder war wohl eines, das in den Stunden und Tagen nach ihrem Auffinden praktisch überall aufgetaucht ist. Es ist ein Wunder, dass diese Frau lebend gefunden werden konnte. Und wie man sich vorstellen kann, wollte jeder jetzt einfach nur wissen, was eigentlich passiert ist.

 Wo ist Cherry die ganze Zeit über in den 22 Tagen gewesen? Wer hat sie entführt? Wo wurde sie festgehalten und wie konnte sie entkommen? Und auch wenn Sherry anscheinend direkt nach ihrem Auffinden im Krankenhaus erst einmal kaum Informationen, weder gegenüber ihr Mann noch gegenüber der Polizei Preis gegeben hat darüber, was ihr passiert ist.

So begann sie dann mit der Zeit nach und nach doch mehr zu erzählen und eine Aussage zu machen. Laut Sherry Aussage verließ sie am 2. November 2016 tatsächlich ihr Haus, um eine Runde laufen zu gehen. Dabei hätte sie wie üblich auch ihre Kopfhörer in den Ohren gehabt und Musik gehört. Doch als sie dann in der Nähe der Briefkästen am Old Oregon Trail entlanglief, habe plötzlich ein Fahrzeug neben ihr am Straßenrand angehalten, aus dem dann zwei Frauen ausgestiegen sind.

 Die beiden Frauen wären dann auf sie zugelaufen, hätten sie geparkt und mit vorgehaltener Waffe überwältigt in das Auto. Sherry beschrieb den Wagen als dunklen SUV hineingezerrt, wobei während der Attacke auf sie durch die beiden Frauen ihr Handy und auch ihre Kopfhörer auf den Boden gefallen sind.

 Nachdem sie also jetzt in den Wagen hineinverschleppt wurde, hätte eine der Frauen ihr etwas über den Kopf gezogen, sodass es Sherry nicht möglich war etwas zu sehen. Und dementsprechend konnte sie auch nicht sagen, in welche Richtung das Auto weiterfuhr. Außerdem gab Sherry auch an, dass sie während der Fahrt immer wieder das Bewusstsein verloren hat und sie hat darüber spekuliert, dass ihr ihre Entführerinnen möglicherweise etwas gespritzt haben könnten, weil sie Erinnerungslücken hatte und eben wie gesagt das Bewusstsein verlor. In ihrer

weiteren Aussage beschrieb Sherry Papini jetzt eine albtraumhafte 22 Tage andauernde Gefangenschaft. Denn nachdem sie von diesen beiden Frauen an einen für sie unbekannten Ort verschleppt worden ist, will sie über die folgenden drei Wochen in einem offenbar abgeschiedenen Gebäude festgehalten und täglichen Qualen durch ihre Kidnapperinnen ausgesetzt gewesen sein, die sie als Frauen mit hispanischem Erscheinungsbild beschrieb.

Eine der beiden sei etwas jünger gewesen mit langen gelockten dunklen Haaren und dünnen Augenbrauen. Die ältere der beiden hätte glatte ebenfalls dunkle Haare mit grauen Strähnen gehabt. Da die beiden jedoch die ganze Zeit über zum großen Teil maskiert waren bzw. ihre Gesichter mit Tüchern verhüllt haben, konnte Sherry keine genaue Beschreibung bezüglich des Aussehens abgeben.

Außerdem hätten ihre Entführerinnen miteinander ausschließlich Spanisch gesprochen, eine Sprache, die Sherry nicht verstand. Darüber hinaus konnte sie auch oftmals laute mexikanische Musik hören und der Fernseher lief laut Sherryes Aussage praktisch rund um die Uhr und war sehr laut gestellt. Während der Zeit, in der sie gefangen gehalten wurde, war sie die meiste Zeit übergefesselt und musste auch sehr oft einen Stoffsack über ihrem Kopf tragen, damit sie nichts sieht.

 Sie wurde von ihren Entführerinnen misshandelt, gequält, gebranntmarkt und auch geschlagen. Einmal so heftig, dass dabei ihre Nase gebrochen ist. Außerdem schnitt man ihr auch die Haare ab, um sie zusätzlich zu demütigen. Sherry war sich sicher, dass sie während ihrer Gefangenschaft Beruhigungsmittel oder auch Drogen bekommen hat, denn sie hatte Erinnerungslücken und das Gefühl, Zeit verloren zu haben.

 Schlafen musste Sherry laut ihrer Beschreibung auf einer dreckigen Matratze auf dem Fußboden in einem scheinbar fensterlosen kalten Raum und sie bekam auch nur unregelmäßig Nahrung, meist nur etwas Reis und Tortilias und hin und wieder Obst, weswegen sie auch in kürzester Zeit drastisch an Gewicht verloren hat. Wir erinnern uns zurück, als Sherry gefunden wurde, wog sie nur noch 39 kg.

 Außerdem gab sie an, dass sie ihre Kinder während ihrer Gefangenschaft so unglaublich vermisst hat, dass sie hin und wieder die Kleidung, die sie getragen hat, ausgezogen und zusammengeknühlt hat und sich diese Kleidung so an die Brust und ans Gesicht gedrückt hat und sich dabei vorstellte, dass das ihre kleine Tochter Violette ist.

 Sie hat Höllenqualen durchlitten und um ihr Leben gefürchtet. Andererseits hat sie aber auch nie aufgegeben, weil sie immer die Hoffnung hatte, ihre Familie, ihren Mann und ihre Kinder wiederzusehen. Und genau deswegen hat sie auch versucht, sich in ihrem Verlies fit zu halten. Es gab wohl Aussagen von Sherry, dass sie es zum Teil geschafft hat, die Kabelbinder, mit denen ihre Hände zusammengefesselt waren, aufzubrechen.

Und sie hat auch immer wieder sportliche Übungen in ihrem Kellerverließ gemacht, also Liegestützen und Klimmzüge. Und sie hat auch versucht sich dort viel zu bewegen, um bei Kräften zu bleiben. Sherry beschrieben Frauen, die sie dort gefangen gehalten haben, als wechselhaft. Während die Ältere der beiden wohl meist sehr aggressiv ihr gegenüber aufgetreten ist, hatte sie anscheinend bei der jüngeren Frau das Gefühl, eher mit ihr kommunizieren zu können.

 Und dabei hat Sherry dann auch erfahren, was hinter ihrer Entführung wirklich steckt. Nämlich nicht der Plan, sie umzubringen, sondern stattdessen sollte Sherry offensichtlich verkauft werden. Doch dazu, also dass Sherry an eine dritte Person weiterverkauft wird, kam es ja erst gar nicht, denn rund dre Wochen nach ihrer Gefangenschaft hätte sie durch die jüngere der beiden Entführerinnen erfahren, dass sie jetzt freigelassen werden soll.

 Sherry berichtete wohl in ihrer Aussage, dass es am Tag vor Thanksgiving, also am 23. November zu einem Streit einer verbalen Auseinandersetzung zwischen ihren beiden Kidnapperinnen gekommen ist, wobei sie nicht verstehen konnte, worum es dabei genau ging. Aber ihr wurde eben mitgeteilt, dass sie freigelassen wird.

Und in den frühen Morgenstunden des 24. November wurde sie dann gefesselt. Ihr wurde wieder ein Sack über den Kopf gezogen. Man verfrachtete sie erneut ins Auto und fuhr los. Sherry sagte dann auch, dass sie erneut auf der Fahrt wieder Zeit verloren hat, wieder das Gefühl hatte, dass ihr etwas gegeben worden ist, ein Beruhigungsmittel oder etwas in der Richtung, denn sie hat nicht mitbekommen, in welche Richtung sie gefahren sind und wie lang sie unterwegs waren, bis der Wagen dann gegen 4:30 Uhr anhielt, die Tür geöffnet wurde und man

sie in der Nähe der Interstate 5 nahe der Ausfahrt Woodland praktisch aus dem Auto hinausgestoßen hat und Videoaufnahmen, die an diesem frühen Morgen auf einem Supermarktparkplatz entstanden sind, zeigen, wie eine offenbar völlig orientierungslose Sherry Papini dort zunächst herumirrt, bevor sie dann auf den Highway hinaufläuft, wo sie ja dann, wir erinnern uns zurück von der Autofahrerin, von der Zeugin Allison Satten gesehen wurde, die dann die Highway Patrol informiert hat.

 Die Verletzungen, die sich an Sherrys Körper gezeigt haben, passten auf den ersten Blick zu ihren Aussagen in Bezug auf ihre Entführung und ihre Gefangenschaft. Die zahlreichen blauen Flecken und Hämmerome, die offensichtlich durch Schläge entstanden sind. Die Fesselmale an ihren Handgelenken, ihre gebrochene Nase, das Brandzeichen, die abgeschnittenen Haare, der massive Gewichtsverlust, all das schien ihre Angaben zu bestätigen und zu stützen.

Und auch wenn Sherry ihre beiden Entführerinnen nie vollständig unmaskiert gesehen hat, so war sie trotzdem in der Lage dazu, mit Hilfe einer Polizeizichin Phantombilder zu erstellen, die dann auch später an die Öffentlichkeit mit einer dementsprechenden Beschreibung herausgegeben worden sind. Und als eben jetzt immer mehr nach und nach Informationen darüber, was Sherry zugestoßen sein soll, den Weg in die Öffentlichkeit finden, ist die Anteilnahme und auch die Bestürzung bei den Menschen sehr, sehr groß. Die

Familie Papini wurde unterstützt. Auf einer Go Fund Me Page wurden fast 50.000$ 000$ zusammengesammelt und man beschrieb tatsache, dass sie diese Tortur, diese Gefangenschaft, diese Entführung, alles was mit ihr passiert ist, überlebt hat weiterhin als ein großes Wunder und sie bekam national und inzwischen auch international große Aufmerksamkeit.

Jedoch muss man sagen, dass es innerhalb der Ermittlungsbehörden wohl bereits früh erste Zweifel an Sherrys Geschichte gegeben hat, denn viele ihrer Schilderungen wirkten einfach sehr ungewöhnlich, denn zum einen ist es so, dass statistisch gesehen Entführungsopfer nur selten einfach so, ohne das Lösegeld gezahlt worden wäde oder dass es eine andere Erklärung gibt.

wieder freigelassen werden. Auch das angeblich zwei Frauen als Täterinnen fungiert haben sollen, ist ebenfalls statistisch betrachtet eher selten der Fall und dazu kommt, dass es nach wie vor kein erkennbares Motiv für diese Entführung an sich gegeben hat. Denn man kann sich freilich schon die Frage stellen, warum zwei Frauen, eine Mutter von zwei Kindern, am helligten Tag auf offener Straße entführen sollten und sie dann aber nach 22 Tagen Gefangenschaft einfach wieder freilassen.

 Sherry hatte ja behauptet, ihr sei irgendwann mitgeteilt worden, dass sie verkauft werden soll. Jedoch auch das macht nicht wirklich Sinn, denn wenn der Plan der beiden Entführerinnen wirklich der gewesen ist, Sherry an jemanden weiter zu verkaufen, warum sollten sie sie dann täglich quälen, sie schlagen, sie verletzen, sie brandmarken, sie hungern lassen und damit natürlich gleichzeitig das Risiko eingehen, dass Sherry möglicherweise sterben könnte.

 Wenn es doch einen Käufer gibt, der so zynisch sich das jetzt auch anhören mag, die Ware lieber unbeschädigt in Empfang nehmen würde. Außerdem gab es darüber hinaus auch noch eine weitere Ungereimtheit, die von Anfang an Fragen aufgeworfen hat. Als Sherry, nachdem sie am Highway aufgefunden wurde, ins Krankenhaus gebracht worden ist, hat man sowohl ihren Körper als auch die Kleidung, die sie getragen hat, auf DNA Spuren untersucht.

 Dabei konnten zwei unterschiedliche DNA Profile gesichert werden. Das einer unbekannten weiblichen Person und auch die DNA eines unbekannten Mannes. Jerry hatte ja behauptet, dass sie in den drei Wochen, in denen sie festgehalten wurde, ausschließlich Kontakt mit ihren beiden weiblichen Entführerinnen hatte. Wo also ist die Frage, kommt die männliche DNA Spur auf ihrem Körper und auf ihrer Kleidung her? Ein Abgleich dieser beiden Spuren in der DNA Datenbank Codes ergab jeweils keinen Treffer und somit gab es auf diese Frage erst einmal keine

Antwort. Verwunderlich ist es trotzdem vor allen Dingen, wenn man die unbekannte männliche DNAspur bedenkt. Und dazu kam jetzt auch noch etwas anderes, denn als man Sherry ins Krankenhaus gebracht hat, hat man nicht nur ihren Körper und ihre Kleidung auf DNA Spuren untersucht, man hat ihr auch sofort Blut abgenommen und dieses Blut ganz genau analysiert, denn man wollte herausfinden, ob Sherry Drogen bzw.

Beruhigungsmittel verabreicht worden sind, denn sie selbst hatte ja genau das in ihrer Aussage gesagt. Sie hat beschrieben, dass sie immer wieder sowohl auf den Fahen hin und zurück als auch während ihrer Gefangenschaft das Bewusstsein verloren hat, dass sie das Gefühl hatte, Zeit verloren zu haben und dementsprechend war man sich sicher, dass man irgendwelche Stoffe in ihrem Blut feststellen wird.

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Disclaimer: This story is fictional and created for entertainment purposes only. Any names, characters, places, or events are fictitious or used fictitiously. No real person or organization is intended to be portrayed.

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