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Ein „WAHRES GENIE“ und sein „FAST PERFEKTER MORD“ … Der Fall Linda Curry T

Ein „WAHRES GENIE“ und sein „FAST PERFEKTER MORD“ … Der Fall Linda Curry 

Hallo meine Lieben und willkommen zu diesem neuen Video. Ja, heute geht’s hier auf meinem Kanal schon wieder weiter mit True Crime und damit auch mit einem neuen Fall, den ich mir ausgesucht habe und über den ich euch gerne berichten möchte. In meinem heutigen Video sprechen wir über eine Frau, die scheinbar alles hatte.

 Sie ist in einer stabilen Familie aufgewachsen, war beruflich extrem erfolgreich und damit finanziell vollkommen unabhängig. Sie lebt in einem wunderschönen Haus im Süden von Kalifornien, hat einen großen Freundes und Bekanntenkreis und gilt als loyal, zuverlässig und lebensfroh. Nach außenhin wirkt das Leben, das Linda King Kate Ende der 80er Jahre geführt hat, also geordnet, bodenständig und gefestigt.

 Und trotzdem gab es da eine Sache, die Linda trotz oder gerade aufgrund bereits zweier gescheiteter en nach wie vor verzweifelt gesucht hat, nämlich einen Menschen, der sie ehrlich und aufrichtig liebt, dem sie vertrauen kann und der dazu bereit ist, sein Leben mit ihr zu teilen. Und genau diese Suche nach diesem einen Menschen hatte, so schien es, für die inzwischen 45 Jahre alte Linda Kincate Ende der 80er Jahre dann endlich ein Ende gefunden, als sie bei der Arbeit einen Mann namens Paul Curry kennengelernt hat.

 Und für Linda war diese Beziehung offenbar nicht nur wieder einmal ein Neuanfang, sondern für sie war es die große Liebe und diesmal sollte sie auch halten. Doch das wird sie nicht, denn gerade einmal knapp zwei Jahre, nachdem Linda und Paul in Las Vegas geheiratet haben, hört sie in der Nacht von 9. auf 10. Juni 1994 aufzuatmen.

Und auch wenn Linda sofort ins nächste Krankenhaus gefahren wird, sie kann nicht mehr ins Leben zurückgeholt werden. Doch was ist hier eigentlich genau passiert? Woran ist Linda gestorben? Und was hat sich in ihrem Leben ereignet in den Monaten vor ihrem Tod? Über all das und vieles mehr im Zusammenhang mit diesem wirklich unglaublichen Fall sprechen wir in meinem heutigen Video.

 Und meine Lieben, ich sage es gleich vorne weg, dieser Fall ist wieder sehr groß, sehr komplex, gespickt mit vielen Details und er ist auch erschütternd und unheimlich frustrierend zugleich. Aber um das ganze Ausmaß dessen, was mit Linda Curry passiert ist zu verstehen, müssen wir erst einmal an den Anfang zurückgehen.

 Linda Lee King Kate kommt am 18. Februar 1944 in Südkalifornien zur Welt. Über ihre Kindheit und Jugend ist nicht sehr viel bekannt. Jedoch wuch sie gemeinsam mit ihrer sech Jahre älteren Schwester Pett, zu der sie ein sehr enges Verhältnis hatte, im Haus ihrer Mutter auf und entwickelte sich zu einer warmherzigen, lebensfrohen jungen Frau, die das warme Wetter im Süden von Kalifornien geliebt hat, eine große Leidenschaft für Pferde und das Reiten hatte und mit ihrer Familie stets in besonderer Weise verbunden war.

Linda ist sehr attraktiv, intelligent, großzügig und aufgrund ihrer natürlich herzlichen Art auch überall beliebt. Und sie ist darüber hinaus auch beruflich, äußerst erfolgreich. Bereits in jungen Jahren beginnt sie nämlich für den Energieversorger Southern California Edison zunächst als Sekretärin in dessen Kernkraftwerk im Norden von San Diego zu arbeiten, wobei sie in den 27 Jahren, in denen sie dort angestellt war, immer weiter aufgestiegen und am Ende eine leitende Position als Ausbildungskoordinatorin im Kraftwerk inne hatte. Und genau wie

Familie und Freunde hatten auch Lindas Kollegen, die in all den Jahren mit ihr zusammengearbeitet haben, offenbar nur positives über sie zu sagen. Als verlässlich, engagiert, klug und organisiert wurde sie später von vielen dort beschrieben. Und der Job im Kraftwerk, ihr Engagement und auch die Tatsache, dass Linda sich bis ins Management hochgearbeitet hat, brachte ihr mit den Jahren finanzielle Unabhängigkeit ein.

Linda verdient gutes Geld. Sie steht auf eigenen Beinen und ihre finanzielle Situation erlaubt es ihr auch bald, sich ein eigenes großes Haus in einer der schönsten Wohngegenden von St. Clementi im Süden von Kalifornien nur etwa 10 km von ihrem Arbeitsplatz entfernt zu kaufen.

 Und Linda genoss ihr Leben wohl in vollen Zügen. Sie kauft sich gerne die neuesten Schuhe, trägt schöne Kleider und sie gönnt sich auch viele Dinge. Sie gibt das Geld, dass sie verdient, unheimlich gerne aus, wobei sie gleichzeitig, und auch das haben viele Menschen, die ihr nahe standen, später immer wieder betont, sehr bodenständig geblieben ist und vor allen Dingen großzügig war.

 Doch trotz all dem beruflichen Erfolg, den sie gehabt hat, konnte Linda ihr privates Glück nie finden und das, obwohl sie in der Vergangenheit zweimal verheiratet gewesen ist. Doch ihre Ehen endeten jeweils mit einer Scheidung und trotzdem hat Linda den Glauben und die Hoffnung darauf doch noch den Mann fürs Leben zu finden, nie aufgeben wollen.

 In den frühen 80er Jahren z.B. führte sie eine langjährige Beziehung mit dem Makler Bill Sandreto. Und auch wenn die beiden in den 8 Jahren, in denen sie zusammen waren, auch gute Zeiten hatten, um die Welt gereist sind und es zum Teil auch den Anschein hatte, als könnte es für immer sein, so war es das am Ende nicht.

Doch man muss sagen, Linda und Bill waren auch nach ihrer Trennung weiterhin stets freundschaftlich verbunden. Sie hatten immer wieder Kontakt zueinander und Bill Sandretto gehörte später ebenfalls zu den Menschen, die sich durchweg positiv über Linda geäußert haben. Freunde berichteten später, dass Linda vor allen Dingen auch nach der Trennung von Bill Sandreto, mit dem sie lange zusammen war, weiterhin fast schon verzweifelt nach dauerhafter Liebe, Beständigkeit und nach Nähe gesucht hat.

Und auch wenn sie nach Bill noch mit verschiedenen Männern zusammen gewesen ist, der Richtige war nicht dabei. Bis dann, im Jahr 1989, Linda ist inzwischen 45 Jahre alt, die lange Suche endlich ein Ende zu haben schien, als sie an ihrem Arbeitsplatz im Kernkraftwerk dem 13 Jahre jüngeren Paul Curry begegnet.

Paul Marshall Curry, der ursprünglich aus dem mittleren Westen stammte, hatte sich bereits einige Zeit zuvor mit einem beeindruckenden Lebenslauf, mit einer Lizenz als Reaktoroperator und der Angabe Er sei Nuklearingenieur im Kraftwerk vorgestellt und begann dann kurze Zeit später dort im Bereich der Anlagen zu arbeiten.

 ein Kandidat mit so schienes außergewöhnlichen Qualifikationen und das nicht nur was seinen beruflichen Hintergrund anging, denn Paul Curry bezeichnete sich offenbar selbst als Genie und trug dies nur allzu gern nach außen. Nicht nur war er Mitglied der Mensa und im Verein für hochbegabte, Ende der 80er Jahre trat er darüber hinaus auch als zweifacher Champion in der bekannten Fernsehquizhow Jeopardy auf und gewann dort nicht nur ein Preisgeld in Höhe von 24 000$, sondern diese Auftritte und die Art und Weise, wie Paul gewonnen hat in dieser Quizshow, hat ihm

auch Aufmerksamkeit und Ansehen eingebracht. wissbegierig, geistreich, belesen und hoch intelligent. So wirkte Paul Curry also auf sein Umfeld. Und genau damit und mit seinem außergewöhnlichen Scham, den er ebenfalls besessen haben soll, macht er auch großen Eindruck auf Linda, die von seinem selbstsicheren Auftreten, seiner Wortgewandtheit und Präsenz offenbar direkt angetan gewesen ist.

Denn Paul Curry weiß zu jedem Thema etwas zu sagen. Er dominiert Gespräche, indem er mit seinem Wissen über Mathematik, Technik, Musik, Philosophie und Geschichte glänzt. Und dabei steht er vor allen Dingen in Gesellschaft nur allzu gern im Mittelpunkt. Darüber hinaus kleidet er sich äußerst geschmackvoll, strahlt großes Selbstbewusstsein aus und Linda, die wie eine Freundin von ihr später berichtet hat, sich von intelligenten Menschen grundsätzlich sehr angezogen gefühlt hat, fühlte sich genau darum auch schnell zu Paul hingezogen, der es mit

der Art und Weise seines Auftretens, wie er sich gegeben hat, schnell geschafft hat, Linda für sich zu gewinnen. Die beiden werden also ein Paar und Linda, die sich ja nichts mehr als eine erfüllte Partnerschaft gewünscht hat, war offenbar davon überzeugt, mit Paul endlich den richtigen gefunden zu haben und genau danach sah es auch aus.

 Linda berichtet Freunden von Pauls Aufmerksamkeit und seiner Hingabe ihr gegenüber, dass er sie auf Händen tragen würde und dass auch der Altersunterschied zwischen ihr und ihm, die 13 Jahre, die sie getrennt haben, kein Problem, sondern viel mehr aufregend für sie, für Linda gewesen sind, jetzt mit einem jüngeren Mann zusammen zu sein.

 Und dass Linda und Paul offenbar sehr verliebt und glücklich miteinander gewesen sind, ständig zusammen waren, sich Kosenamen gegeben haben und so weiter. Davon berichteten später wohl auch Arbeitskollegen und Freunde von Linda, darunter ihre Ängste Freundin Mary Sebold, die mit einem Schmunzeln im Gesicht berichtet hat, dass diese Beziehung zwischen Paul und Linda fast schon ein wenig zu kitschig mit anzusehen war.

 Doch so wunderbar, dass alles jetzt auch erst einmal ausgesehen haben mag, so ist es trotzdem wichtig zu wissen, dass es Menschen in Lindas Umfeld gegeben hat, die Paul von Anfang an doch eher skeptisch gegenübergestanden haben. Auf viele wirkte er doch sehr arrogant, neunm klug, überheblich und abgehoben, denn dieses ständige Herausstellen der eigenen Brillianz wurde anscheinend von vielen als unangenehm selbstverliebt und rechthaberisch wahrgenommen.

Und dazu kam, dass man wohl zum Teil auch der Ansicht war, dass die beiden ja aus völlig verschiedenen Welten kamen und gar nicht richtig zusammengepasst haben. die großgewachsene bodenständige Linda, die mit ihren 45 Jahren sehr gefestigt und finanziell unabhängig war auf der einen Seite und dann Paul, der von jemanden einmal als eher kleiner und unscheinbarer Mann beschrieben wurde, der im Gegensatz zu Linda kaum eigenes Vermögen hatte und in diesen Dingen weit weniger solide war als sie.

 Aber wie auch immer, Linda und Paul waren fest zusammen und blieben es auch. Und Jahre nach ihrem Kennenlernen machen sie dann den nächsten Schritt am 12. September 1992, nämlich heiraten Sie in Las Vegas. Und kurze Zeit später zieht das Paar dann gemeinsam in Lindas prachtvolles Anwesen nach Saint Clementi. Trotzdem, dass die beiden jedoch weiterhin in ihren Jobs im Kraftwerk bei Southern California Edison gearbeitet und somit beide über ein festes Einkommen verfügt haben, muss man trotzdem sagen, dass es am Ende Linda

war, die nicht nur die finanzielle Stabilität, sondern auch ein bereits bestehendes Fundament, ein wunderschönes Haus, eine hochwertige Einrichtung, Ersparnisse und auch einen großen Freundes und Bekanntenkreis mit in diese Ehe gebracht hat. wobei Paul von diesem etablierten Lebensstandard seiner Frau durchaus profitiert hat.

 Aber ja, die beiden sind also jetzt verheiratet, leben zusammen und nach außen hin wirkte all das jetzt erst einmal weiterhin sehr vielversprechend und geordnet. Doch genau das hielt nicht lange an, denn kaum ist der Alltag in das Leben der Curryes eingekehrt, da treten auch schon die ersten feinen Risse in dem harmonischen Bild auf, dass das Paar bis dahin abgegeben hat.

 Denn in dieser Ehe scheint seit Neuesten etwas Entscheidendes zu fehlen, nämlich Leidenschaft. Zumindest auf Paul Seite, denn für ihn spielte körperliche Nähe und Intimität mit Linda nach der Hochzeit. kaum noch eine Rolle, worüber sie sich unter anderem auch mit ihrer besten Freundin Mary Sebold unterhalten hat. Doch auch wenn Linda dieses Desinteresse ihres Mannes am körperlichen Aspekt der Ehe offenbar doch sehr verunsichert hat, so beschrieb sie Paul weiterhin als sehr hingebungsvoll und aufmerksam ihr gegenüber. Und man muss klar sagen, das

war er auch, denn Paul kocht fast jeden Tag für seine Frau, wobei er genau darauf achtet, dass alles eigenhändig von ihm zubereitet wird. Wenn Linda von der Arbeit nach Hause kommt, hat er ihr schon ein Schaumbad eingelossen, sodass sie sich entspannen kann. Paul macht ihr immer wieder kleine Geschenke, überrascht sie mit liebevollen Gesten und verhält sich Linda gegenüber, wie es später hieß, fast schon überfürsorglich.

Und als ich an dieser Stelle in meiner Recherche angekommen war, und das ist natürlich nur meine persönliche Wahrnehmung gewesen und Spekulation oben drein, aber als ich das alles so gelesen habe, hatte ich schon ein wenig den Eindruck, als würde Paul mit dieser Überfürsorglichkeit, die ja Linda gegenüber da an den Tag gelegt hat, versuchen sie bei der Stange zu halten, denn wie gesagt, die Tatsache, dass er keine Intimität mehr mit ihr wollte, hat sie ja sehr irritiert.

 Darüber hat sie ja auch unter anderem mit ihrer Freundin Mary immer wieder gesprochen. Und ich könnte mir vorstellen, dass Paul genau darum sich gerade zuu überschlagen hat, den Kümmer und den perfekten Ehemann vorzugeben. blinder Aufmerksamkeit und Zuwendung in allen anderen Bereichen des täglichen Lebens zu geben, um sie zu beruhigen und ihr keinen Grund zu geben, an ihm oder auch an der Ehe mit ihm zu zweifeln.

 Und genau das hat Paul ja auch geschafft, denn die beiden blieben weiterhin zusammen. Und obwohl Linda ganz offensichtlich verwundert darüber war, dass ihr 13 Jahre jüngerer Ehemann mit ihr keine körperliche Nähe mehr wollte, schien sie trotzdem glücklich zu sein. Doch dann etwa einen Monat nach der Hochzeit passiert etwas, dass Teile von Lindas Umfeld, diejenigen offenbar, die Paul von Anfang an skeptisch gegenübergestanden haben, mehr denn je alarmiert hat.

Ihr besten Freundin Mary Sebold nämlich soll Linda anvertraut haben, dass Paul von ihr verlangt hat, eine Lebensversicherung in Höhe von einer Million Dollar abzuschließen und ihn darin als Begünstigten einzusetzen. Damit nicht genug soll er weiterhin darauf gedrängt haben, sämtliche finanzielle Angelegenheiten, die Hypothekenzahlung auf das Haus, alle Konten und sonstige Absicherungen auf ihn auf seinen Namen umzuschreiben mit der Begründung, dass Linda aufgrund ihres Alters Vorsorgen und eher abgesichert sein müsste. Und auch wenn

Lindas Freundin Mary, mit der sie ja als erstes darüber gesprochen hat, ihr strikt abgeraten hat, das zu tun, Linda wollte Paul anscheinend nicht enttäuschen. Sie wollte offenbar Harmonie um jeden Preis. Sie wollte, dass diese Ehe funktioniert, weswegen sie dann zumindest erst einmal die Police für die Lebensversicherung in Höhe von einer Million Dollar wie von Paul gewünscht beantragt hat.

 Allerdings ist wichtig zu wissen, dass Linda am Ende diese Lebensversicherung nicht abgeschlossen hat. Soweit ich das bei meiner Recherche nachvollziehen konnte, hatte sie nämlich auch noch mit anderen Menschen in ihrem Umfeld über all das gesprochen. Unter anderem auch mit ihrem Ex-partner Bill Sandretto, mit dem sie ja viele Jahre zusammen war und zu dem sie nach wie vor ein freundschaftliches Verhältnis hatte.

 Und auch dieser gab Linder den Rat, das auf gar keinen Fall zu tun. Die eine Million Dollar Versicherung, in der Paul als Begünstigter eingetragen werden wollte, kam also nicht zustande. Auf der anderen Seite war das aber auch nicht wirklich nötig, denn wie sich herausgestellt hat, besaß Linda bereits vor ihrer Ehe mit Paul mehrere andere Lebensversicherungen, die insgesamt ebenfalls einen Gesamtwert von rund einer Million Dollar gehabt haben soll.

Und in diesen Lebensversicherungen war Paul, nachdem die beiden geheiratet hatten, schon als begünstigter eingetragen gewesen. Mit anderen Worten, wäre Linda etwas zugestoßen, auch ohne die neue Versicherung, er hätte sehr viel Geld bekommen. Doch was das Finanzielle angeht, nehmen die Ungereimtheiten in der Ehe der Curryes jetzt mit der Zeit weiter zu und zwar so stark, dass auch Linda sie irgendwann nicht mehr ignorieren kann.

 Denn trotz des gemeinsamen eigentlich sehr guten Einkommens, das Paar gehabt hat, fehlt Geld. Und warum Geld fehlt und wohin es offenbar verschwunden ist, das bekommt Linda unfreiwillig heraus, als eines Tages, während Paul anscheinend nicht zu Hause war, das Telefon klingelt. Am anderen Ende der Leitung nämlich meldet sich eine Frau, die sich nach dem Unterhalt für ihre Kinder erkundigt und anfragt, wann sie mit dem Eingang der ausstehenden Zahlungen rechnen kann.

 und sie ist nicht die einzige, denn nach diesem Anruf stellt sich heraus, dass Paul nicht nur eine, sondern gleich zwei Exfrauen und insgesamt drei Kinder hat, von denen Linda bis zu diesem Zeitpunkt nichts wusste. Paul hat ihr all das verschwiegen und um die ausstehenden Zahlungen an seine Ex-Frauen zu leisten, hat er gemeinsames Geld von ihm und Linda genommen und noch dazu Schulden angehäuft.

 Ein massiverensbruch, also weswegen die Ehe der Currys nach nur wenigen gemeinsamen Monaten auf der Kippe stand, großen Belastungen ausgesetzt gewesen ist und Linda, wie man sich vorstellen kann, am Boden zerstört war. Für sie bricht eine Welt zusammen. Sie stellt ihren Mann also zur Rede und Paul hat auch alles zugegeben. Er entschuldigt sich überschwänglich bei Linda und versucht in den kommenden Wochen ihr Vertrauen zurückzugewinnen.

Er arrangiert einen gemeinsamen Urlaub, eine romantische Kreuzfahrt und setzt alles daran, dass Linda ihm verzeiht. Und sie auf der anderen Seite hat anscheinend versucht einen Weg zu finden, genau das zu tun, Paul zu verzeihen und das hat sie anscheinend auch getan, denn trotzdem, was Linda erfahren hat über Pauls Vergangenheit und darüber, was er alles vor ihr verheimlicht hat, blieben sie zusammen.

 Doch trotzdem, dass Linda ihr Mann also all das, was jetzt ans Licht gekommen ist, offenbar verziehen hat, war sie ab diesem Zeitpunkt doch wachsamer und auch misstrauischer ihm gegenüber, was sich auch deutlich gezeigt hat daran, was Linda als nächstes getan hat. Denn um ihre Zweifel und ihr offenbar ungutes Gefühl ihrem Mann gegenüber zu zerstreuen, greift sie zu einer ungewöhnlichen Maßnahme.

 Sie bittet eine enge Freundin und Kollegin, eine Frau namens Frankie Therber, unter einem Vorwand darum, für eine gewisse Zeit bei ihr und Paul ins Haus einzuziehen. Dabei hat es sich ganz gut getroffen, dass Frankie zu diesem Zeitpunkt auf Wohnungssuche war. Sie musste aus ihrer alten Wohnung ausziehen und hat eine vorübergehende Bleibe gesucht.

 Und als Linda das erfahren hat, hat sie Frankie eben angeboten, vorübergehend zu ihr und Paul ins Haus zu ziehen. Allerdings war das nicht ganz uneigennützig von Linda, denn bereits zuvor hatte sie mit Frankie darüber gesprochen, dass sie Zweifel an Pauls Liebe zu ihr hat. Und jetzt sollte Frankie eben eine Zeit lang bei den Currys wohnen, um sozusagen im Alltag Paul mit fremden Augen von außen zu beobachten, um sein Verhalten einfach einzuschätzen.

Und nachdem Frankie Therber sich einverstanden erklärt hat, Linda diesen gefallen zu tun, zieht sie ins Haus ein und zwar für mehrere Wochen. Und zu Lindas Erleichterung viel Frankies Einschätzung, was Paul und sein Verhalten angeht, sehr positiv aus, denn dieser gab sich, wie er es auch schon zuvor getan hat, sehr bemüht, aufmerksam und fürsorglich.

 Er kocht jeden Abend, experimentiert mit ausgefallenen Gerichten und selbstgemachten Salatdressings. Er umsorgt und kümmert sich vorbildlich nicht nur um seine Frau Linda, sondern auch um ihren Hausgast Frankie. Und als Frankie dann einige Wochen später wieder ausgezogen ist, hat sie mit Linda noch mal unter vier Augen gesprochen und ihr auch gesagt, dass sie absolut nichts Negatives, nichts ungewöhnliches an Pauls Verhalten feststellen konnte, dass das Gegenteil der Fall war.

 Linda hält also an ihrer Ehe fest und im Frühjahr 1993, etwa ein halbes Jahr nach der Hochzeit, scheint sich die Beziehung zwischen ihr und Paul auch zu stabilisieren, denn inzwischen sprach man anscheinend darüber, eine Familie gründen zu wollen. Doch dazu wird es nicht mehr kommen, denn kurze Zeit später, im Sommer 1993, wird Linda Curry plötzlich schwer krank.

Was mit allgemeinem Unwohlsein, Schwindel und einer tiefen Erschöpfung beginnt, verschlimmert sich in kürzester Zeit Rapide. Linda leidet unter starkem Erbrechen, heftigem Durchfall und extremer Müdigkeit und ihr Zustand verschlechtert sich so schnell, dass sie im Juli 1993 notfallmäßig ins Samaritan Hospital eingeliefert werden muss, wo die bis dahin lebensfrohe, energiegeladene und kräftige Linda innerhalb weniger Tage stark abmagert und völlig entkräftet ist.

Sie sah aus wie eine Frau. Erinnert sich Lindas Freundin Mary Sebold später an diese Zeit. Und es kommt noch schlimmer, denn bereits kurz nach ihrer Einlieferung ins Krankenhaus beginnen Lindas Organe teilweise zu versagen und sie erleidet auch einen kleinen Schlaganfall, wobei die Ärzte auf der anderen Seite aufgrund ihres Zustands vor einem Rätsel stehen.

Zwar zieht man verschiedene Diagnosen in Betracht, darunter eine mögliche Virusinfektion, Hepatitis, Nierenversagen, sogar über eine mögliche radioaktive Kontamination aufgrund von Lindas Arbeit im Kraftwerk wird diskutiert, aber ihre Symptome passen eben in kein klares Krankheitsbild, weswegen man am Ende auch eine psychosomatische Ursache, wie etwa das Münchhausen Syndrom in Erwegung zieht, wobei man auch darauf keine konkret konkreten Hinweise gefunden hat.

Interessant an dieser Stelle ist auch, dass Linda und Paul, die ja einige Monate zuvor, wie ich euch vorher schon gesagt habe, einen Urlaub auf einem Kreuzfahrtschiff unternommen haben, sich mit dem Huntervirus infiziert haben während dieser Reise und auch das wird natürlich von den Ärzten im Krankenhaus jetzt in Betracht gezogen, dass das damit noch mal irgendwas zu tun haben könnte.

 Aber wie gesagt, das alles wurde untersucht und in gewisser Weise ausgeschlossen. Man steht vor einem Rätsel, was Lindas Zustand, der lebensgefährlich war, ausgelöst haben könnte. Aber abgesehen von Lindas äußerst kritischem Zustand und der Tatsache, dass man einfach nicht herausfinden kann, was genau ihr eigentlich fehlt, ereignet sich während ihres wochenlangen Krankenhausaufenthaltes jetzt auch noch etwas anderes, etwas schockierendes.

Denn als die Krankenschwester Sherry Bundy in Lindas Zimmer kommt, um nach dem Rechten zu sehen, fällt ihr aufmerksamer Blick auf den Infusionsbeutel. Und mit Erschrecken stellt Sherry Bundy fest, die Flüssigkeit im Beutel ist trüb. Die Kochsalzlösung erscheint milchig, was keinesfalls normal ist, weswegen die Krankenschwester sofort Alarm schlägt.

Während Linda also im Koma liegt, wird jetzt sofort die verdächtige Flüssigkeit im Infusionsbeutel ins Labor gebracht und dort untersucht. Und die Ergebnisse sind unglaublich, denn im Kochsalz fand man Spuren von Lidokain, also einem Lokalanästhetikum eines Betäubungsmittels, das in dieser Infusion nichts zu suchen hatte und offensichtlich injiziert worden sein muss in diesen Beutel hinein.

 Der Verdacht einer Vergiftung steht also jetzt im Raum, weswegen das Krankenhaus auch die Polizei informiert. In den 21 Tagen, die Linda Curry im Krankenhaus verbracht hat, hat sie insgesamt 11 kg Körpergewicht verloren und eine Zeit lang, wie gesagt, war fraglich, ob sie überhaupt überleben wird.

 Doch nach und nach verschwanden ihre Symptome dann langsam und es ging ihr, auch wenn sie weiterhin stark geschwächt war, besser. Die Ursache ihres Zustand allerdings blieb ungeklärt. Doch mit der Entdeckung des manipulierten Infusionsbeutels, einen Herstellungsfehler oder eine versehentliche Verunreinigung, schloss man wohl aus, beginnt jetzt eine polizeiliche Ermittlung und dabei rückt Einnahme in den Fokus.

 Paul Curry hatte in all der Zeit, in der seine Frau im Krankenhaus war, nämlich Zugang zu ihr. Er war oft alleine zusammen mit Linda in ihrem Zimmer und auch wenn man keine Beweise hatte, dass er sich an dem Infusionsbeutel zu schaffen gemacht haben könnte, so beschloss man auf Seiten der Polizei trotzdem jetzt mit Linda über all das zu sprechen.

 Nachdem sie also lange Zeit auf der Intensivstation war und jetzt auf die normale Krankenstation verlegt worden ist, suchen Sie Beamte des Orange County Sheriffs Office auf und sprechen. Am 11. August 1993 am Krankenbett mit ihr, wobei nebenbei auch ein Tonband läuft, das dieses Gespräch aufzeichnet. Und zuallererst einmal wird Linda die wichtigste Frage überhaupt gestellt, nämlich ob sie sich vorstellen könnte, wer ihr etwas hätte antun wollen.

 Und was Linda daraufhin sagt, ist durchaus interessant. Die einzige Person, die einen Grund hätte, so etwas zu tun, wäre mein Mann Paul. Und das einzige Motiv, das mir einfällt, ist Geld. Aber ich will das gar nicht glauben oder mir vorstellen. So Linda gegenüber der Polizei. Weiterhin gibt Linda in dem Gespräch mit der Polizei auch an, dass ihr Mann sich ihr gegenüber in der letzten Zeit oftmals merkwürdig verhalten und ihr auch Dinge verheimlicht hat, wie z.B.

 die Tatsache, dass er bereits zweimal verheiratet gewesen ist und drei Kinder hat. Doch im selben Atemzug verteidigt Linda Paul vor den Ermittlern. Sie sagt, dass sie ihn sehr lieben würde und dass sie davon überzeugt ist, dass auch er sie liebt. Paul seh ein wunderbarer Mann, der immer gut zu ihr war, betont Linda ebenfalls in diesem Gespräch.

 Trotzdem, dass es also durchaus Indizien gegeben hat, dafür, dass ihr Mann versucht hat, ihr etwas anzutun, weigert sich Linda offenbar das Offensichtliche auch nur in Erwägung zu ziehen. Und so laufen die Ermittlungen der Polizei ins Lehre, denn ein starker Beweis, um Paul Curry eines Verbrechens zu überführen, fehlt. Und ich kann mir durchaus gut vorstellen, was sich die einen oder anderen von euch, wahrscheinlich die meisten, an diesem Punkt jetzt denken oder sich fragen werden.

 Und ich hatte ja auch am Anfang in diesem Video schon gesagt, dass wir es bei diesem Fall mit einem sehr komplexen, erschütternden, aber auch frustrierenden zu tun haben. Und die Frustration setzt spätestens jetzt ein. Zumindest ging es mir bei meiner Recherche so, denn man kann sich natürlich schon fragen, warum tut Linda das? Warum verteidigt sie ihren Mann vor der Polizei, anstatt ihn aus ihrem Haus zu werfen, die Scheidung einzureichen und möglicherweise ein Kontaktverbot zu erwirken? Nachdem was bisher schon alles passiert ist. Paul hatte sie über seine

Vergangenheit belogen. Paul hatte von ihr verlangt, eine Versicherung, eine Lebensversicherung über eine Million Dollar abzuschließen und ihn als Begünstigten einzusetzen. Und jetzt haben wir also einen Infusionsbeutel mit Lidokain inklusive, dessen Flüssigkeit in ihre Venen gelaufen ist, während sie im Koma war und ihr Mann einer der wenigen gewesen ist, der eigentlich mehr oder weniger ununterbrochen Zugang zu ihr gehabt hat.

Und natürlich verstehen das die meisten Leute inklusive mir nicht, warum sie dann trotzdem noch versucht ihn zu verteidigen und die mögliche sogar wahrscheinliche Realität nicht anerkennen will. Ich kann das also durchaus verstehen. Auf der anderen Seite muss ich sagen, ich tue mich immer schwer damit ein Urteil zu fällen.

 Und ich habe das immer wieder erlebt in den Kommentaren, dass bei Fällen dieser Art dann so Sätze stehen wie selber Schuld, wie kann man nur so doof sein, wie naiv. Aber ich bin mit sowas immer sehr vorsichtig. Ich mache mir meine eigenen Gedanken und bin auch fest der Meinung, dass ich niemals so reagiert hätte. Aber ich bin auch nicht Linda Curry und niemand von euch ist Linda Curry.

 Wir sind jetzt hier 30 Jahre später zu Hause auf unserer Couch. Das einzige, was ich tun kann, ist diesen Fall zu recherchieren und so viele Informationen wie möglich dazu herauszufinden und euch zu sagen, aber man steckt selbst nicht drin, weswegen ich durchaus verstehen kann, dass manche von euch die Hände über den Kopf zusammenschlagen, aber mit einem Urteil wäre ich trotzdem vorsichtig.

 Das ist zumindest meine Ansicht. Jedoch muss man an dieser Stelle trotzdem festhalten, es wird noch schlimmer, denn während Linda sich von all dem, was passiert ist, von ihrer schweren Krankheit und von ihrem Krankenhausenthalt zu Hause erholt, wird sie knapp 5 Monate später erneut krank. Am 31. Dezember 1993 am Silvesterabend treten erneut Durchfall, Erbrechen, stark Kopfschmerzen und ein Schwindelgefühl bei Linda auf.

 Die Symptome sind so gut wie identisch zu denen, die sie bereits im Sommer erlebt hat, weswegen sie noch in derselben Nacht erneut von Paul ins Krankenhaus, diesmal allerdings in ein anderes ins Mission Veo Hospital gebracht wird. Doch auch wenn Paul sich vermutlich ganz bewusst, um keine weitere Aufmerksamkeit zu erregen, dazu entschieden hat, seine Frau diesmal in eine andere Klinik zu bringen.

Die Dinge wiederholen sich auch in diesem Krankenhaus auf erschreckende Art und Weise. Denn während Linda in den jetzt kommenden Tagen behandelt wird und die Ärzte auch hier erneut vor einem Rätsel stehen, was der Auslöser für ihre starken Symptome sein könnte, entdeckt eine Krankenschwester beim Betreten ihres Zimmers wieder eine Manipulation an der Infusion.

 Dabei soll es sich diesmal um eine Einstichstelle in der IV-Leitung selbst, also im Infusionsschlauch gehandelt haben, woraufhin das Klinikpersonal auch sofort reagiert hat. Linda darf keinen unbegleiteten Besuch mehr empfangen und ihr Mann Paul Curry wird der Zutritt zu ihrem Zimmer nur noch in Begleitung erlaubt, was deutlich zeigt, dass auch Ärzte, Pfleger und Krankenschwestern dieses Krankenhauses offenbar einen konkreten Gefahrenverdacht hatten.

 Und noch während Linda, also sich jetzt in Krankenhaus Nummer 2 von ihrer zweiten schweren Erkrankung innerhalb von nur wenigen Monaten versucht zu erholen, wird erneut die Polizei verständigt, die ihre Ermittlungen jetzt auch intensiviert. Denn nicht nur Linda wird diesmal wieder befragt, auch Paul Curry wird jetzt eingehend von der Polizei verhört.

 Man stellt ihm viele Fragen, man hakt immer wieder nach. Doch auch wenn sich der Verdacht gegen Paul erhärtet, für eine Festnahme oder Anklage ist die Beweislage nach wie vor schlicht und ergreifend zu dünn, wohingegen Linders Umfeld schon längst davon überzeugt war, dass dies bereits Pauls zweiter Versuch gewesen ist, sie umzubringen.

 Bill Sandretto, wir erinnern uns zurück, Lindas Ex-Freund, mit dem sie viele Jahre zusammen war, greift darum jetzt direkt ein. Und zwar nicht nur mit Worten. Er bringt Linder dazu, ihre Lebensversicherungspolisen zu ändern, was sie wichtig zum Teil dann auch getan hat und statt Paul in einigen ihrer Lebensversicherungen, stattdessen ihre Schwester Pet als begünstigte einsetzte.

 Darüber hinaus reden Lindas Freunde vor allen Dingen ihre Ängste Freundin Mary auf sie ein, sich endlich von Paul zu trennen, aus dem gemeinsamen Haus auszuziehen und sich vorübergebend eine eigene Wohnung zu suchen. Und zunächst war Linda anscheinend auch bereit, genau das zu tun. Sie hat gegenüber ihren Freunden den Eindruck vermittelt, als hätte auch sie Angst vor Paul und als wüsste sie, dass hier etwas ganz und gar nicht stimmt.

 Jedoch, nachdem sie dann aus dem Krankenhaus entlassen worden ist, ging sie zurück nach Hause in ihr Haus, wo auch Paul nach wie vor gewohnt hat und die beiden blieben zusammen. Es ist kurz vor Mitternacht in der Nacht von 9. auf 10. Juni 1994, als bei der Notrufzentrale von Orange County ein Anruf eingeht.

 Am Telefon ist der 34 Jahre alte Paul Curry, der aufgeregt berichtet, er habe gerade seine Ehefrau Linda bewusstlos neben ihm im Bett liegend vorgefunden und Linda würde nicht mehr atmen. Und als die Sanitäter kurze Zeit später am Haus der Currys ankommen, beginnen sie sofort mit Wiederbelebungsmaßnahmen. Doch trotzdem, dass Linda sofort ins nächste Krankenhaus, diesmal wieder ins Samaritan Hospital gebracht wird.

Ihr Leben kann nicht gerettet werden. Linda Curry stirbt in den frühen Morgenstunden des 10. Juni 1994 im Alter von 49 Jahren. Die Nachricht von Lindas Tod löst entsetzen aus. Jedoch für einige Menschen kommt sie tragischerweise nicht überraschend. Bereits zuvor hatten Teile von Lindas Freundeskreis Paul in Verdacht gehabt und auch die Krankenschwester Sherry Bundy, die Linda bei ihrer ersten Einlieferung ins Krankenhaus betreut und auch die Manipulation am Infusionsbeutel festgestellt hat. Er fährt bereits am

darauf folgenden Tag, was passiert ist. Und auch sie hat später dann in einem Interview gesagt, dass ihr erster Gedanke, den sie hatte, der war, dass Paul es jetzt endgültig geschafft hat. Aufgrund der hier vorliegenden Vorgeschichte wird das, was mit Linda geschehen ist, nicht als rein natürlicher Todesfall betrachtet.

 ihre rätselhaften Erkrankungen im Vorfeld, die Manipulation an der Infusion während ihrer Krankenhausaufenthalte und das Verhalten ihres Ehemanns Paul in den zurückliegenden vielen Monaten. All das lässt die Umstände um ihren Tod hochgradig verdächtig erscheinen. Und weil wir gerade ohnehin schon bei Pauls Verhalten sind, das blieb auch in den Tagen nach ihrem Tod irritierend.

 Nach der Beerdigung seiner Frau am 15. Juni 1994, nämlich hatte Paul Curry offenbar nichts eiligeres zu tun, als sich mit den diversen Versicherungsgesellschaften in Verbindung zu setzen, um seine Ansprüche an Lindas Lebensversicherungen geltend zu machen. Doch dabei hat Paul feststellen müssen, dass seine Frau vor ihrem Tod ohne sein Wissen einige ihrer Polisen geändert und statt ihn ihre Schwester Pet als Begünstigte eintragen ließ.

 Und darüber war Paul sehr wütend, denn er hat, kurz nachdem er das erfahren hat, Lindas beste Freundin Mary, die vor Trauer außer sich gewesen ist, über ihren Tod angerufen und sich darüber beklagt. Er war sehr wütend in diesem Telefonat und konnte es gar nicht fassen, dass Linda das getan hat. Und Mary hat später auch genau darüber berichtet über dieses Telefonat mit Paul und darüber, wie unfassbar er die Tatsache fand, dass seine Frau ohne sein Wissen diese Polisen geändert hat.

 Und ich meine, das sagt ja schon sehr viel. Der Mann, der eigentlich um seine Frau trauern sollte, hat nichts besseres zu tun, als direkt zu kassieren oder kassieren zu wollen. Und als er feststellt, dass er die schöne Kohle teilen muss, flippt er aus. Das ist jetzt meine Interpretation, aber so kann ich mir das sehr gut vorstellen.

 Damit nicht genug und auch das wird sich herausstellen, hat Paul, nachdem er also erfahren hat, dass er aus einigen der Polisen als Begünstigter herausgenommen worden ist, direkt versucht, das bei den Versicherungen anzufechten. Und auch wenn ihm das nicht bis zur Gänze gelungen ist, so muss man trotzdem sagen, dass er am Ende die Summe aus zwei Lebensversicherungen von Linda und auch die Summe aus ihrer betrieblichen Altersvorsorge ausbezahlt bekam.

 Dabei handelte es sich um rund 419 000$. In manchen Quellen wird sogar von bis zu 500.000$ gesprochen, die Paul zugeflossen sind. Und während es also nicht einmal 24 Stunden nach Lindas Beerdigung offenbar gedauert hat, bis Paul das alles für sich in die Wege leitete, hat er sich im Anschluss daran erstmal einen neuen Caddyck gegönnt und nebenbei gegenüber den Ermittlern aber trotzdem das Bild eines trauernden und gebrochenen Ehemannes gezeichnet.

Doch wenn Paul Curry mutmaßlich nach zwei zuvor gescheiterten Versuchen tatsächlich für den Tod seiner Frau verantwortlich war, wie lässt sich das beweisen? Die Antwort darauf liegt in der Frage, woran Linda wirklich gestorben ist. Und die ausführliche toxikologische Untersuchung, die im Zuge der Autopsie in der Gerichtsmedizin durchgeführt wurde, brachte erschreckendes ans Licht.

In Lindas Körper fanden sich nämlich nicht nur Spuren des Schlafmittels Zollpidem, also eines sehr stark wirksamen Sedativums. Darüber hinaus zeigte sich eine extrem hohe Konzentration an Nikotin in ihren Blut und Gewebeproben. Wir sprechen hier von Mengen, die 50 bis 100ach höher lagen als die Werte eines durchschnittlichen Rauchers, wobei Linda Curry ohnehin nicht Raucherin war.

Todesursache: akute Nikotinvergiftung. Zwar ist Nikotin vor allen Dingen als Suchtstoff im Tabak bekannt, doch in reiner oder konzentrierter Form handelt es sich um ein hochwirksames Gift, weswegen bereits geringe Mengen zu Atemlehmung, Herzstillstand oder zum Tod führen. Dass jemand eine derart massive Nikotinbelastung aufweist, wie es bei Linda Curry der Fall war, lässt nur einen einzigen Schluss zu, nämlich Fremdeinwirkung.

Jemand muss Linda dieses Nikotin auf welche Art und Weise auch immer zugeführt haben, weswegen ihr Tod mit diesen vorliegenden Ergebnissen jetzt offiziell zu einem Mordfall erklärt wird und die Polizei ein Ermittlungsverfahren eröffnet. Die Ermittler kamen zu dem Schluss, daß Linda Curry über einen längeren Zeitraum hinweg von jemanden zunächst einmal mit kleineren Dosen Nikotin vergiftet worden sein muss.

 Dosen, die zwar nicht sofort tödlich waren, jedoch eben schwere Symptome wie z.B. erbrechen, Durchfall, Schwäche oder auch neurologische Ausfälle hervorgerufen haben, was Linda ja bei ihren zwei zurückliegenden Krankenhausenthalten vor ihrem Tod erleben musste. Die Ermittler gingen außerdem davon aus, dass Linda das Nikotin sehr wahrscheinlich über die Nahrung möglicherweise in flüssiger oder pulverisierter Form zu sich genommen und deswegen gar nicht gemerkt hat, was sie da istst oder trinkt.

 Wobei hierbei die Tatsache, dass Paul derjenige gewesen ist, der seiner Frau stets ihr Essen serviert hat, eine maßgebliche Rolle spielt, insbesondere, wenn man bedenkt, dass er penibel darauf geachtet hat, gerade das Dressing für Lindas Salat selbst zu machen und vorzubereiten. Und ich habe bei meiner Recherche in einer Quelle auch gelesen, dass Linda regelmäßig und gerne Tee getrunken hat und dass dieser Tee anscheinend auch von Paul zubereitet worden ist.

 Es soll anscheinend ganz oft so gewesen sein, dass Linda, wenn sie von der Arbeit nach Hause kam, ihr Bad genommen hat, was Paul ja schon für sie vorbereitet hat, damit sie sich entspannen kann. Und dann hat er ihr oftmals auch ein Getränk gebracht, wie z.B. ihren Tee. Es könnte also durchaus sein, dass er das Nikotin in den Tee gepackt hat, in zu Linda brachte, wie gesagt, noch in geringeren Dosen.

 Sie hat gar nicht gemerkt, was sie da getrunken hat und so sind eben die Dosen nach und nach in ihren Körper gekommen. Das zumindest ist jetzt erst einmal die Theorie der Polizei. Darüber hinaus erklärt all das, was man bei der Autopsie festgestellt hat, bzw. das was man im toxikologischen Gutachten finden konnte auch warum Lindas Zustand während ihrer Aufenthalte im Krankenhaus rätselhaft geblieben ist, denn geringe Mengen Nikotin sind nur schwer nachzuweisen und verursachen eben auch Symptome, die durchaus mit einer Virusinfektion oder etwas ähnlichem

verwechselt werden können. Und dann ist da noch etwas bei der Autopsie stellt die Gerichtsmedizin nämlich eine kleine Verletzung hinter Lindas Ohr fest an einer Stelle also, die sich anatomisch gut eignet für eine Injektion. Wichtig zu wissen ist allerdings, dass der Pathologe im Jahr 1994, der die Autopsie durchgeführt hat, das alles in seinem Bericht zwar niederschrieb, dass man jedoch erst später rückblickend diese Einstichstelle hinter dem Ohr als möglichen Hinweis eingeordnet hat.

 Aber trotz all dieser belastenden Indizien kann Paul Curry zunächst nicht festgenommen oder angeklagt werden. Bei der Durchsuchung seines Hauses fand man kein offensichtliches Tatwerkzeug, wie z.B. eine Spritze oder ähnliches. Keine Kaufbelege, die darauf hingedeutet haben, dass er Nikotin in flüssiger Form irgendwie erworben hat.

 Auch kein Zeuge, der Paul bei der Beschaffung oder auch beim Verabreichen des Giftes beobachtet hat. Und so steht die Polizei und die Staatsanwaltschaft vor einem klassischen Problem, ein Motiv, eine Gelegenheit. Die Ergebnisse aus der Gerichtsmedizin und das toxikologische Gutachten sind zwar da, doch das entscheidende Element, nämlich ein gerichtsfester Beweis fehlt, weswegen die Ermittlungen Mitte der 90er Jahre dann ins Stocken geraten und Linda Curry Tod zum Cold case wird.

 Nachdem Paul Curry jetzt also um etwa 000 Dollar reicher nach dem Tod seiner Frau Kalifornien verlassen und offenbar auch keine Zeit mehr verschwenden will sein neues Leben zu beginnen, holen ihn aber dennoch zumindest teilweise die Konsequenzen seines jahrelangen Doppellebens ein. Im Zuge einer routinemäßigen Überprüfung nach Lindas Tod wird nämlich klar, dass Paul, was seine Qualifikationen und seinen Lebenslauf angeht, gelogen hat.

Es stellt sich heraus, daß er entgegen seinen Angaben bei der Einstellung im Kernkraftwerk nie über einen akademischen Abschluss verfügt hat und die formale Qualifikation als Nuklearingenieur existiert auch nicht, weswegen er Ende 1994 nicht nur mit diesen Falschangaben konfrontiert, sondern auch entlassen wird.

 Aber ja, wie gesagt, Paul hatte anscheinend ohnehin vor, Kalifornien zu verlassen, was er dann auch kurze Zeit später getan hat. Die Hypotheken für Lindas Haus zahlt er auch nicht weiter und lässt es stattdessen in die Zwangsversteigerung rutschen. Und wie Lindas Freunde und ihre Familie später erfahren werden, hat sich Paul erst einmal in Las Vegas niedergelassen.

 Doch er blieb nie lange an ein und demselben Ort. Er wohnt einmal hier, einmal da. zieht durchs ganze Land. Aber einige Jahre später hat man dann gehört, dass Paul wieder geheiratet hat. Was auch tatsächlich der Fall war, mit seiner neuen Frau Theresa lebt er in Salina in einer Stadt im US-Bundesstaat Kansas und dort arbeitet Paul ab dem Jahr 2010 dann als städtischer Bauinspekteur, wobei niemand geahnt hat, dass dieser unscheinbare Mann eine dunkle Vergangenheit hat.

Denn bereits im Jahr 2002 hat sich Sergeant Yvon Schull von der Cold Case Einheit des Orange County Sheriffs Office die Akte Curry erneut vorgenommen, wobei sie dabei von einem weiteren Detective von Detective Mike Thompson, einem Experten für Finanzermittlungen, unterstützt worden ist. Man hört sich jede einzelne Aussage von Linda, die damals auf Tonband aufgezeichnet wurde, wieder und wieder an, geht den Autopsiebericht durch.

 Man spricht mit Lindas Familie, mit ihren Freunden und man ermittelt auch weiter in Pauls Vergangenheit, wobei dabei erneut erschreckendes zutage kommt. Ich hatte euch ja im Verlauf dieses Videos bereits gesagt, dass Paul schon vor seiner Ehe mit Linda zweimal verheiratet gewesen ist. Und im Zuge dieser neu aufgenommenen Ermittlungen jetzt im Jahr 2002 hat man auch mit Pauls Exfrauen gesprochen.

 Und eine davon Leslie hat den Ermittlern berichtet, dass Paul während ihrer Ehe auch sie dazu bringen wollte, eine Lebensversicherung abzuschließen. Wesley äußerte außerdem, dass sie, während sie mit Paul verheiratet war, genau in der Zeit, in der sie diese Lebensversicherung abschließen sollte, krank geworden ist und unter erheblichen gesundheitlichen Problemen gelitten hat, darunter Schwindel, Übelkeit und ihr ging es teilweise so schlecht, dass sie morgens kaum noch aus dem Bett kam.

 Aber auch bei Leslie konnten erstaunlicherweise die Ärzte nie eine Ursache für ihre Symptome finden. Und was noch erstaunlicher und noch erschreckender war, Leslie hatte dann irgendwann erfahren, dass keine Lebensversicherung zustande kommen wird aufgrund dessen, dass sie so oft krank war.

 Also die Versicherung hat quasi die Police, die sie beantragt hat, abgelehnt und danach ging es ihr seltsamerweise wieder besser und sie wurde nicht mehr krank. Für die Polizei deutete diese Aussage von Pauls Ex-Frau darauf hin, dass er offenbar bereits vor seiner Ehe mit Linda versucht hat, bei einer anderen Frau eine ähnliche Vergiftungsstrategie anzuwenden, dass er auch versucht hat Leslie Schleichen zu vergiften, um an Versicherungszahlungen heranzukommen.

jedoch aus besagten Gründen, weil das abgelehnt worden ist, aufgab und sich nach der Trennung auf die Suche machte nach einem neuen Opfer, nach einer neuen Möglichkeit. In den kommenden 4er Jahren sammeln Sergeant Scholl und auch ihre Kollegen von der Cold Case Einheit jetzt weiter Beweise, Zeitabläufe, Zeugenaussagen, Gutachten und alte Ermittlungsaken, die im Jahr 2006 mittlerweile 25 Aktenordner füllen.

 Darunter sind auch die Ergebnisse des renommierten Toxikologen Professor Dr. Benitz, dessen Neubewertung des Falles eine zentrale Rolle spielt. Zwar war Dr. Benowitz wohl auch schon im Jahr 1994 in die Ermittlungen in gewisser Weise involviert. Doch jetzt wurde das Ganze eben neu aufgerollt und noch einmal neu ermittelt und bewertet.

 Und die extrem hohen Nikotinwerte, die damals in den Blut und Gewebeproben von Linda gefunden worden sind, waren auch für Dr. Benoitz außergewöhnlich. Nikotin, so bestätigt er, sei zwar als Mordwaffe an sich ungewöhnlich, jedoch hochgradig tödlich und erhält außerdem noch etwas anderes in seiner Neubewertung fest, nämlich etwas entscheidendes im Zusammenhang mit den weiteren Ermittlungen, das Zeitfenster.

 Wenn Linda Curry nämlich die letztendlich tödliche Dosis Nikotin per Injektion erhalten hat, was bei der Menge, die sie in ihrem Blut und ihrem Gewebe hatte, aus toxikologischer Sicht am wahrscheinlichsten ist, wäre sie innerhalb von maximal 30 Minuten gestorben. Und dieses enge Zeitfenster, um das es hier jetzt geht, lässt nur einen einzig logischen Schluss zu.

Nämlich, dass ihr das Nikotin von demjenigen verabreicht worden sein muss, der in der Nacht ihres Todes bei ihr gewesen ist. Paul Curry wurde im Jahr 1994 mehrfach gefragt, ob abgesehen von ihm selbst in der Nacht von 9. auf 10. Juni 1994 noch jemand anders mit Linda im Haus gewesen ist, was Paul stets verneint hat.

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Disclaimer: This story is fictional and created for entertainment purposes only. Any names, characters, places, or events are fictitious or used fictitiously. No real person or organization is intended to be portrayed.

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