Der Hollywood-Stalker | Der Fall Rebecca Schaeffer T
Der Hollywood-Stalker | Der Fall Rebecca Schaeffer

Mit jemandem oder mit etwas Obsess zu sein. Durch Social Media hat es dieser Anglizismus in unserer Umgangssprache geschafft. Leute sind mit allen möglichen Obsess, mit einem aktuellen Lieblingssong, einem Gericht oder Getränk, mit einem Hobby. Im Englischen benutzt man diese Redewendung schon länger so für Dinge, die harmlos sind, trivial alltäglich.
Aber es gibt eben auch die klinische Bedeutung von Obsess sein, wenn man nicht nur verrückt nach etwas ist und nicht mehr genug davon bekommen kann, sondern wenn man richtig besessen davon ist oder von jemandem. Auch Robert hat so eine Obsession, das weiß er auch selbst. Und Robert hat nicht nur seine Obsession, er hat auch die nötigen Mittel, um seine Obsession zu vollenden.
Ein Busticket nach Los Angeles, 250$ und eine Waffe. Die Wintermonate stehen vor der Tür und damit auch die Zeit, in der man erfahrungsgemäß irgendwie am meisten Geld ausgibt und das, obwohl man bei den Preissteigerung der letzten Jahre eigentlich eher sparsam unterwegs sein will und sich in Verzicht übt, aber manche Anschaffungen oder Beiträge müssen einfach sein.
Dabei ist es wohl auch leichter, denn je Schulden aufzubauen. Dass daraus durch hohe Zinsen schnell eine unangenehme Spirale werden kann, muss ich euch wohl nicht erzählen. Es gibt dafür aber glücklicherweise eine Lösung, die super easy zur Hand haben ist. Mitfin könnt ihr eure Finanzen noch einmal ganz einfach überprüfen lassen.
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Seit 1986 spielt Rebecca eine der beiden Hauptrollen der Sitcom My Sister San, die sie über Nacht zum Star gemacht hat. Spätestens mit diesem Erfolg ist sicher Rebecca ganz sicher, dass sie Schauspielerin sein möchte. Das war nicht immer so. Rebecca Shafer wird 1967 in Oregon geboren in einer Stadt namens Euge.
Schon als Kind ist Rebecca ziemlich schlau und dementsprechend steckt sie sich schon früh ehrgeizige Berufsziele. Einmal Ärztin oder Anwältin werden, das ist ihr Wunsch. Das ändert sich, als Rebecca 1981 von einer Modelagentur entdeckt wird. Durch ihre ersten Modelerfahrung bemerkt sie, wie viel Spaß es ihr macht, vor der Kamera zu arbeiten.
Rebecca bekommt Lust, Schauspielerei auszuprobieren, aber zu Hause in Oregon sind die Möglichkeiten da eher begrenzt. 1983 darf Rebecca auf Einladung eines Magazins ein paar Wochen New York City verbringen. Rebecca bittelt ihre Eltern an dort bleiben zu dürfen, um ihre Karriere aufzubauen. In New York gibt es zahlreiche Kontakte und Chancen für die inzwischen 16-Jährige.
Ihre Eltern sind zwar erst einmal ein wenig skeptisch, aber sie sehen auch, wie ernst Rebecca es mit ihrem Wunsch meint. Also erlauben sie ihrer Tochter nach New York zu ziehen. Sie wollen einfach nur, dass ihre Tochter glücklich wird. Rebeccas Vater ist erfolgreicher Kinderpsycholog und hat selbst einige Zeit lang New York gelebt.
Ihre Mutter ist Schriftstellerin. Vor allem sie leidet stark unter Rebecas Eigenständigkeit. Nachdem die Tochter ausgezogen ist, weint sich ihre Mutter immer wieder in den Schlaf, weil sie Rebecca so vermisst. Aber sie vertraut ihrem einzigen Kind auch. Und die Sache geht auf. Rebecca bekommt nicht nur weitere Model Jobs, sondern auch Rollenangebote.
Sie spielt eine kleine Rolle in einem Film von Woody Allen und eine Nebenrolle in einer Sitcom namens One Life to Live. Am Anfang ist es trotzdem hart. Das Leben New York und die Reisen zu all den Model und Schauspielcastings sind teuer. Rebecca will sich unbedingt allein durchbeißen und nimmt nebenbei Jobs als Kellnerin an, um ihren Eltern nicht auf der Tasche zu liegen.
Und als die inzwischen 19-Jährige 1986 eines Tages nach Hause kommt, liegt ein Schreiben im Briefkasten, das alles verändern wird. Es ist eine Castinginladung von Warner Bros. Die Produktionsfirma will, dass Rebecca für eine Hauptrolle in der neuen Sitcom My Sister Sam vorspricht. Die Produzenten haben ein Videotape von Rebecca gesehen und können sich vorstellen, sie zu casten.
Und genau das passiert dann auch. Rebecca Shafer bekommt die Rolle, die ihr den ersten Durchbruch bringt. In My Sister Sam spielt sie Patty, die kleine Schwester der Protagonistin Sam, die nach dem Tod der Eltern zusammenzieht. Die Kritiken sind nach der Ausstrahlung zwar nicht überschwänglich, aber die Einschaltquoten sind gut genug.
Die Sitcom läuft zur besten Sendezeit auf dem Sender CBS. Da ist Rebecca gerade 20 Jahre alt und eigentlich scheint ihr Leben ein wahrgewordener Traum zu sein. Sie zieht mit ihrer Schauspielkollegin Pam Dorber in eine Veg nach Los Angeles. Beide verstehen sich nicht nur am Set von My Sister Sam Perfect, sondern sind auch abseits der Kameras richtig gute Freundinnen.
Pam ist ein paar Jahre älter als Rebecca. Sie ist schon länger im Geschäft und kann Rebecca an die Hand nehmen, während sie durchstartet. Das dürfte sicherlich auch Rebeccas Eltern zu Hause in Oregon etwas beruhigt haben. Zumal Rebecas Großvater auch in Los Angeles lebt, so ist sie wieder etwas näher an der Familie.
Rebeccas Wohnung ist in einem ruhig gelegenen Haus auf der North Suiza Avenue. Es ist kein typischer USA Wohnblock, sondern sieht von außen eher aus wie ein dillisches europäisches Haus aus der Tudorzeit. In Los Angeles lernt Rebecca auch noch ihren neuen Freund kennen. Ein Jungen Mann namens Brad Silberling, der in der UCLA Film studiert.
Trotz ihres plötzlichen Erfolgs bleibt Rebecca bodenständig. Sie ist selbstbewusst und weiß, was sie kann, aber ohne überheblich zu sein. Sie sieht sich nicht als einen Star, sondern einfach als eine junge Frau, die die Ehre hat, ihr Hobby zum Beruf gemacht zu haben. Mit der Ausstrahlung von My Sister Sam geht für Rebecca alles ganz schnell.
Sie wird in Talkshows eingeladen und gibt Interviews. Sie landet sogar auf dem Cover der 17, dem US-amerikanischen Pondor Bravo. Um die Sitcom weiter zu promoten, moderiert sie auch ein paar kleinere Beiträge für CBS. Nach einiger Zeit in ihrer WG mit Pamieht Rebecca aus. Sie hat ja noch nie alleine gewohnt.
Jetzt wo ihre Karriere an Fahrt aufnimmt, sehen Sie sicherlich nach einem Rückzugsort, der ganz allein ihr gehört. Zumal sie und Pam auch beide feste Beziehungen haben. Rebecca mit dem Filmstudenten Brad, Pam mit dem Schauspieler Mark Harman. Also sucht sich Rebecca eine eigene Wohnung in West Hollywoods. Als Rebecca ihren Umzug vorbereitet, bekommt sie von Pam noch einen unheilvollen Tipp.
Rebecca soll es auf jeden Fall vermeiden, ihren echten Namen an ihren Briefkasten zu schreiben oder sonst irgendwie offensichtlich zu machen, in welchem Haus sie wohnt. Pam spricht da leider aus Erfahrung. Vor ein paar Jahren hatte sie einen Stalker, der ihr nachgestellt und sie terrorisiert hat. Glücklicherweise konnte sich dieses Problem für Pam aber durch die Polizei erledigen.
Für Rebecca wird genau diese Sache ihren Tod bedeuten. Im Oktober 1986 schauen Millionen Menschen die Sitcom My Sister Sam Rebecca Shafer an. Die Serie wird zu einem guten Erfolg bei der jungen Zielgruppe. Einer der vielen Zuschauer ist ein 17 Jahre alter junger Mann namens Robert John Bado. Als er Rebecca zum ersten Mal in einem Trailer für die Sitcom sieht, ist er sofort auf sie fixiert.
Er verpasst keine einzige Folge von My Sister Sam. Er nimmt die Folgen auch auf VS Kassetten auf, damit er sich die Serie immer und immer wieder anschauen kann. Vor allem wegen Rebecca. Er schreibt ja auch regelmäßig Fanpost. Das ist erstmal gar nicht so ungewöhnlich. Rebecca bekommt damals jede Woche dutzende Briefe von Teenagern, die ihre Serie mögen und sie cool finden.
Für die bodenständige Rebecca ist diese Wertschätzung von ihren Fans keine Selbstverständlichkeit. Deshalb nimmt sie sich so oft es geht auch Zeit, um ein paar Briefe zu beantworten. Auch Robert John Bardo erhält irgendwann tatsächlich eine Antwort von Rebecca. Sie schreibt: “Sein Brief sei einer der nettesten gewesen, den sie je bekommen hat.
” Was die junge Schauspielerin einfach lieb meint, ist für Robert ein eindeutiges Zeichen. Er muss Rebecca treffen. Es ist nicht das erste Mal, dass Robert sich zu einer berühmten Person hingezogen gefühlt hat. Vor ein paar Jahren war Robert besessen von der Kinderrechtsaktivistin Samantha Smith. Er hat immer wieder versucht sie zu treffen und ist dafür sogar in den US-Bundesstaat Main gereist.
Samantha Smith starb allerdings 1985 bei einem Flugzeugabsturz. Damit nahm auch Roberts Faszination ein schnelles Ende. Eine Weile lang fand er dann die Popmusikerin Tiffany und Debby Gibson gut. Er ist auch nach New York gereist, um die beiden zu sehen. Aber jetzt mit Rebecca Shafer ist es anders. Bei ihr rechnet sich Robert eine echte Chance aus.
Offenbar fixiert sich Robert Bardo immer wieder auf verschiedenste weibliche Celebrities. Über die Ursachen von so ungesunden Obsessionen können wir nur Mutmaßen. Oft geht das Stalkingverhalten mit emotionaler Unsicherheit und einem gestörten Selbstwertgefühl einher. Oft fehlen auch stabile Bindungen im eigentlichen Leben der Stock.
Eine emotionale Bindung wird dann auf eine außenstehende, in diesem Fall berühmte Person ausgelagert. So ein Promi kann man natürlich gut auf einen Podest stellen, sich die Person so vorstellen, wie man es sich eben wünscht. Den richtigen Charakter von Samtha, Smith, Tiffany oder eben Rebecca Schäfer kennt Robert ja gar nicht, aber sie sind für ihn eine Projektionsfläche, mit der sich eine Fantasiewelt aufbauen kann.
Und bei Stalker geht das weit über harmlose Schwärmereien oder Tagträume hinaus. So auch bei Robert Bado und seiner Faszination für Rebecca. Er kriegte heraus, dass sie im Sommer 1987 auf dem Gelände der Warner Bro Studios und Burbank drehen soll. Mein Sister Sam wurde nämlich für eine zweite Staffel verlängert. Für Robert die perfekte Gelegenheit, Rebecca persönlich zu treffen.
Also setzt er sich in einen Bus nach Los Angeles und versucht sein Glück. Erstmal probiert Robert es sogar auf offiziellem Wege. Er ruft am 2. Juni Büro der Produktion an und bittet um ein Gespräch mit Rebecca. Wie ihr euch bestimmt vorstellen könnt, interessiert ein hartnäckiger Fan das Produktionsbüro herzlich wenig.
Er wird aufgefordert, das Studiogelände zu verlassen. Die Blumen und den riesengroßen Stoffteddybeären lässt Robert bei der Security. Er hofft, dass die Geschenke an Rebecca weitergegeben werden. Aber Robert versucht es noch ein weiteres Mal. Er ist wütend und besteht darauf, Rebecca endlich zu sehen. Er müsse sie sehen, aber die Security vor Ort bekommt die Sache in den Griff.
Es wird nicht einmal die Polizei hinzugerufen. Er wird einfach gebeten, das Gelände zu verlassen. Der Security Chef fährt Robert sogar noch in seinem Privatauto zurück zu seinem Hotel in West Hollywood. Auf der Fahrt redet er mit Robert ein ernstes Wort. Vor sich hat er einen 17 Jahre alten jungen Mann, der ziemlich verloren wirkt und offensichtlich eine junge Schauspielerin anhimmelt.
Der Security Chef sagt Robert klipp und klar, dass er zurück nach Hause fahren soll. Auf der Autofahrt ist Robert sogar einigermaßen verständnisvoll. Er wirkt beinah glücklich darüber, dass der Security vom Filmstudie in persönlich mit dem Auto herumfährt. Im Nachhinein ist das vielleicht ein großer Fehler. Andererseits konnte man wohl auch nicht absehen, wie sich Roberts Obsession den nächsten Monaten entwickeln würde.
Dass Fans gerne mal in die Filmsets kommen wollen oder einzelne Stars persönlich treffen möchten, kommt in den Filmstudios und Burbing eigentlich regelmäßig vor. Die meisten lassen sich mit ein paar sanften, aber bestimmten Worten abwen. Der Security Chef sagt später: “Ebe nicht wissen können, dass es bei Robert anders sein würde.
” Der Security Chef weiß auch nicht, dass Robert noch bei einer Apotheke halt macht, bevor er auf sein Hotelzimmer zurückgeht. Dort kauft er eine Packung Schlaftabletten. Zurück auf seinem Zimmer schluckt er die gesamte Packung in der Absicht danach nicht mehr aufzuwachen. Aber der Plan geht nicht auf. Robert wacht wieder auf und ist wütend.
wütend auf Rebecca Shafer. Er findet es arrogant von ihr, dass sie seine Geschenke nicht annehmen wollte. Und wenn Robert so darüber nachdenkt, fand er auch eines der letzten Interviews von Rebecca in einer TV Zeitschrift ziemlich arrogant. Er versucht sich abzulenken. In einer Buchhandlung kauft er ein Buch über die Beatles.
In einem Kapitel geht es auch um den Mord an John Lenn durch Mark Chapman. In diesem Kapitel findet Robert Trost. Er kann sich mit Mark Chapman identifizieren. Genau wie der spätere Mörder von John Lenn ist er mit seinem Leben unzufrieden. Beide haben Väter, die in der USA Army gedient haben. Vielleicht weiß Robert es damals selbst noch nicht, aber etwa zwei Jahre später werden er und Mark Chapman eine weitere Gemeinsamkeit haben.
Beide werden ihr Idolget getötet haben. Es ist der 18. Juli 1989. Rebecca ist an diesem Tag wahrscheinlich richtig aufgeregt und das aus gutem Grunde. Es könnte der bislang wichtigste Tag ihrer Schauspielerkarriere werden, denn an diesem Tag soll ihr noch per Kurier ein Filmskript zugestellt werden. Sie ist die erste Wahl im dritten Teil von The Godfather eine wichtige Nebenrolle zu spielen.
Am Abend ist sie sogar mit dem Regisseur Francis Ford Copol verabredet. Rebecca ist eine absolute Favoritin für die Rolle der Mary C Leon und eine Nebenrolle in einem Sequel zu einem der erfolgreichsten Filme aller Zeiten wäre für Rebecca nicht nur ein riesiger Karriereschritt, sondern auch das endgültige Ticket in den Hollywood.
Aber wenn ihr den Film gesehen habt, dann wisst ihr, dass Rebecca Shafer im dritten Teil von The Godfather nicht mitspielt. Die Rolle wird stattdessen von Sophia Copola gespielt, denn Rebecca Shafer wird das Skript an diesem Tag nie in ihren Händen halten. Stattdessen wird sie sterben. Ein paar Wochen zuvor blättert Robert John Bade durch eine Ausgabe des People Magazines.
Darin liest er ein Bericht über die Schauspielerin Theresa Seldana und darüber, was ihr zugestoßen ist. Theresa Seldana war gut 10 Jahre vor Rebecca Schäfer ein aufsteigender Star in Hollywood. Sie hat eine große Rolle im Film Raging Bull von Martin Scass und spielt darin an der Seite von Robert de Nero.
In diesem Film wird sie auch von einem Mann namens Arthur Richard Jackson entdeckt. Zuerst ist Arthur ein Fan von Theresa, doch mit der Zeit wird er zum Fanatiker. Dem Artikel im People Magazine wird geschildert, wie Arthur Theresa eines Tages eine Falle gestellt hat. Er hat ein Privatdetektiv beauftragt, um die private Handynummer von Theresas Mutter herauszufinden.
Dann hat er bei ihr angerufen und sich als Assistent von Regisseur Martins Cosessi ausgegeben. Er brauche Theresas private Adresse, um mir ein Skript für einen neuen Film vorbeizubringen. Theresas Mutter gibt Arthur die Adresse, nicht ahnt, dass er kein Assistent von Scorsessi, sondern ein Stalker ihrer Tochter ist.
Arthur Jackson lauert Theresa in der Nähe ihres Zuhauses auf mit einem Messer. Am helligten Tag stecht er mehrfach auf die Schauspielerin ein und kann durch einen mutigen Passanten gestoppt werden. Wie durch ein Wunder überlebt Theresa Seldana den Mordversuch schwer verletzt und er holt sich nach einem vier Monate langen Krankenhausaufenthalt.
Arthur Jackson wird zu einer Freiheitsstrafe von 14 Jahren und anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt. Genau diese Geschichte liest Rebecca Shafers Super Fan Robert eben im People Magazine. Allerdings ist er von dem Artikel nicht schockiert, sondern inspiriert. Genau wie Arthur Jackson will nun auch Robert ein Privatdetektiv beauftragen, um Rebeccas Adresse herauszukriegen.
Der Privatdetektiv Anthony Zinkes nimmt den Auftrag im Mai 1989 an. Robert soll ihm erklärt haben, bei Rebecca handelt es sich um eine alte Freundin, die er wieder aufspüren wolle. Er habe ein Geschenk für sie. Und nur kurze Zeit später liegt Robert Bado die Anschrift von Rebecca vor. Das hat Robert gerade einmal 250$ gekostet.
Für den Detektiv Anthony Zinkus war es ganz einfach, die Adresse herauszufinden. Es geht damals in den USA einfach über das Department of Motor Vehicles, das US-amerikanische Kraftfahrzeugamt. Gegen die Zahlung einer Geldgebühr kann man damals als Privatdetektiv die Führerscheindaten von jedem abrufen, der eben einen Führerschein hat.
Und auf dem Führerschein steht üblicherweise auch die Privatadresse. So ist es auch bei Rebecca Shafe. Mit nur ein paar Dollar und minimalem Aufwand sind die sensiblen Daten der Schauspielerin zunächst bei dem Privatdetektiv und dann direkt in den Händen ihres Stalkers. Damals gibt es keine Regeln, die vorsehen, dass die Person, deren Daten abgefragt werden, informiert wird oder gar Zustimmung geben muss.
Wieder einmal plant Robert mit diesen neuen Informationen eine Reise nach Los Angeles. Dieses Mal kommt er nicht mit Blumen und Stofftier, sondern mit einer Schusswaffe. In seinem Tagebuch notiert er aber in Obsession mit dem, was er nicht haben könne. Und was er nicht haben könne, müsste er zerstören. Zu diesem Entschluss kommt er, nachdem er Rebeccas neuesten Film gesehen hat.
Sie hat eine Rolle in dem Film Scenes from the Class Struggle in Beverly Hills gekriegt. Allerdings ist der Film für Rebecca eine Abweichung zu ihren bisherigen Schauspieljobs. Die Rolle ist erwachsener, anspruchsvoller. Sie hat sogar eine Sexszene. Und das gefällt Robert überhaupt nicht. Er ist eifersüchtig.
Anfang Juli besucht Robert einen Waffenladen in seiner Heimat Task in Arizona. Er stellt sich beim Ladeninhaber vor. Er würde gerne eine Waffe kaufen, aber der Ladenbesitzer findet Robert merkwürdig. Irgendetwas stimmt nicht. Also verwickelt er den jungen Mann stattdessen in ein Gespräch. Im Laufe der Unterhaltung lässt Robert durchblicken, dass er einige Probleme mit seiner psychischen Gesundheit habe.
Deshalb sagt ihm der Ladenbesitzer auch klip und klar, dass er ihm keine Waffe verkaufen wird. Die Geschichte könnte hier zu Ende sein. Hätte Robert nicht einen älteren Bruder namens Edward, der ihm einen gefallen tut. Edward kauft die Waffe und denkt sich nicht viel dabei. Am 18.
Juli lungert Robert schon früh morgens in Rebeccas Nachbarschaft in West Hollywood herum. Er ist schon um 5 Uhr morgens mit dem Bus aus Arizona eingetroffen. In West Hollywood fällt er mehreren Leuten auf, weil er ganz offensichtlich nicht in das Viertel gehört. Er schaut sich immer wieder nervös um, klopft seine Taschen ab und macht merkwürdige Kopfbewegung.
Mindestens zwei Nachbarn von Rebecca spricht er sogar an. Er zeigt ihnen Fotos der Schauspielerin und fragt sie, ob sie hier in der Nähe wohnen würde. Obwohl das Robert ja eigentlich genau weiß, dafür hat er schließlich den Detektiv beauftragt. Aber offenbar will er wirklich auf Nummer sicher gehen. Von einer Telefonzelle aus ruft Robert seine Schwester Aline an.
Für sie klingt das, was er sagt, ziemlich unzusammenhängend. Sie begreift nicht so richtig, was er ihr eigentlich sagen will. Alin kann nur verstehen, dass Robert sagt, er sei nur etwa anderthalb Blocks von Rebecca Schäfers Wohnung entfernt. Alin kommt das Gespräch zwar sehr komisch vor, aber sie weiß, dass ihr Bruder Fan der Schauspielerin ist.
Gegen 10:15 Uhr am Morgen klingelt er bei Rebecca Schäf. Eigentlich hat Rebeccaas Wohnung eine Gegensprechanlage, aber die ist kaputt. Wenn sie sehen will, wer geklingelt hat, muss sie also direkt an die Tür kommen. Rebecca öffnet ihm die Tür noch im Morgenmantel. Als sie das Klingeln gehört hat, stand sie gerade unter der Dusche.
her Tag zuvor ist es für sie etwas später geworden. Ihr Großvater ist 71 geworden und sie hat für ihn eine Party organisiert. Nun macht Rebecca sich fertig und wartet darauf, dass ihr Filmscript geliefert wird. Vielleicht hätte sie auch gar nicht aufgemacht, würde sie nicht den Kurier mit dem Skript zum neuen Gottvaterfilm erwarten.
Stattdessen steht Robert vor der Tür, der sich als Fan zu erkennen gibt. Er zieht das Autogramm aus der Tasche, dass sie ihm einige Zeit zuvor per Post geschickt hat. Rebecca reagiert höflich, aber bestimmt. Sie sagt, sie habe jetzt keine Zeit für ihn. Sie müsse sich für einen wichtigen Termin fertig machen.
Tatsächlich zieht Robert ab. Er geht in ein nah gelegenes Diner und frühstückt dort. In dieser Zeit hat er eigentlich die Möglichkeit, sich zu besinnen, sich darüber klar zu werden, wie wahnsinnig sein Vorhaben eigentlich ist. Aber dazu kommt es nicht. Stattdessen fasst Robert den Entschluss, die Sache so durchzuziehen, wie geplant.
Nun, da Rebecca ihn bei seinem ersten Besuch abgewiesen hat, erst recht. Nach dem Essen geht er noch mal zurück zu Rebeccas Wohnung. Er klingelt noch einmal. Wieder öffnet Rebecca. Sie wartet immer noch dringend auf den Kurier. Als sie sieht, dass wieder derselbe Fan wie kurz zuvor vor der Tür steht, ist sie genervt, verständlicherweise.
Sie sagt Robert, er soll nicht länger ihre Zeit verschwenden. Robert tut so, als habe er noch ein Geschenk für Rebecca. Er sagt, er wolle ihr noch etwas geben und macht einen Schritt auf sie zu. Dann packt er sie am Arm, greift hinter sich und zieht seine Waffe aus dem Holz. Why? Why? Why? Was genau Robert in diesem Moment durch den Kopf geht, weiß nur er selbst.
Aber wenn er von dem Moment erzählt, indem er Rebecca Schäfer ermordet, dann tut er das mit einem Lächel. Folgendes ist spekulativ, aber vielleicht ist es so. Der Tod ist banal betrachtet ein unfassbar intimer Moment. Vielleicht der intimste überhaupt, abgesehen von der Geburt. Und aus Sicht von Robert gehört der Moment von Rebeccas Tod nun nicht nur ihr selbst, sondern auch ihm.

Der Schuss auf Rebecca ist laut. Ihre Nachbarin Linn hört ihn und zuckt in ihrer eigenen Wohnung zusammen. Sie rennt sofort zu ihrem Telefon und wählt den Notruf. Als sie am Telefon ist, hört sie Schreie von ihrer Nachbarin Rebecca. Ihr ist sofort klar, dass gerade jemand durch eine Schusswaffe schwer verletzt wurde.
Auch ein Nachbar von ihr gegenüber hat den Schuss und die Schreie gehört. Er öffnet seine Haustür. Im Haus gegenüber steht die Tür offen. Er sieht die Beine einer Frau, die reglos am Boden liegt. Ein Mann mit ungekämmten Haaren in einem gelben Schirt geht seelenruhig von Rebecca Schäfers Haus aus die Straße hinauf.
Der Nachbar entscheidet sich dazu, die Verfolgung aufzunehmen. Das merkt auch der Mann im gelben Shirt. Er wirft seine Pistole und sein Holz da auf die Straße. Im Laufen zieht er sich auch sein Shirt aus und schmeißt es auf ein Hausdach. Ebenso wie ein Taschenbuch von der Fänger im Roggen von JD Sellinger. Genau dieses Buch hat auch Mark Chapman bei sich gehabt, als er 1981 John Lennon ermordet hat.
Der Nachbar verliert die Spur des Angreifers im Morgensrubel von Los Angeles. Der Rebecca Shafer kommt jede Hilfe zu spät. Sie wurde durch eine einzelne Kugel getötet, die aus nächster Nähe abgefeuert wurde. Der Schuss ging direkt in Rebeccas Herz. Sie hatte keine Chance, die Verletzung zu überleben. Sie wird zwar noch ins Krankenhaus gebracht, dort aber für Tod erklärt.
Als die Nachricht von Rebecca Schäfers Tod sich am Armen den Medien verbereitet, ist der Schock groß. auch bei der Familie von Robert Bado, denn dieser zählt eins und eins zusammen und befürchtet, dass ihr Sohn etwas schreckliches getan hat. Auch Roberts Schwester Alan erfährt aus den Abendnachrichten von der Ermordung von Rebecca Schäfer.
Sie begreift sofort, wer dafür verantwortlich sein muss. Alin wendet sich an ihren Nachbarn, der als Polizist arbeitet, der wiederum die Kollegin Los Angeles kontaktiert. Dort läuft seit dem Mittaghin eine große Suche nach dem Mörder von Rebecca. Gefunden wird Robert allerdings woanders, nämlich in seiner Heimat. Am 19.
Juli, dem Tag nach Rebeccas Ermordung, wird die Polizei zu einer Schnellstraße in Robertsheimer Task in Arizona gerufen. Ein Mann läuft dort in scheinbar verwirrten Zustand an der Straßenabfahrt herum und behindert den Verkehr dadurch massiv. Es wirkt als würde der Mann versuchen, direkt in den Gegenverkehr zu rennen, um sich selbst zu verletzen.
Wie ihr euch sicherlich denken könnt, handelt es sich um Robert Bado. Wie sich herausstellt, ist er nach dem Mord an Rebecca wieder mit einem Fernbus von Los Angeles nach Tasken gefahren. Als die Polizei ihn beiseite nimmt, lassen die Beamten jemanden von der Zentrale aus erstmal bei den Eltern von Robert anrufen.
Der Vater warnt die Polizisten am Telefon. Es könnte sein, dass Robert bewaffnet ist und dass er am Vortag die Schauspielerin Rebecca Shafer in Kalifornien ermordet hat. Als Robert daraufhin von der Polizei abgetastet wird, bricht er in Tränen aus. Eine Waffe findet man nicht bei ihm. Die hat er ja auf seiner Flucht durch Los Angeles auf die Straße geworfen.
Dafür ist das signierte Foto von Rebecca Schäfer in seiner Tasche. Robert fordert den Polizisten weiend auf, ihn am besten direkt zu verhaften. Als der Polizist fragt, warum, sagt Robert nur, weil ich jemanden erschossen habe. Mit der Ermordung von Rebecca Schäfer müssen ihre Eltern unvorstellbares durchmachen.
Kein Elternteil sollte sich gezwungen sehen, die Beerdigung des eigenen Kindes zu organisieren, die Wohnung auszuräumen und Blut aus dem Hausflur zu schruppen. Als ihre Eltern in Rebeccas Wohnung gehen, finden ihre Eltern zwei Säcke voller Fanpost. Sie gehen die vielen Briefe durch und finden zwei von Robert Bado, der wegen des Mordes an ihrer Tochter in Untersuchungshaft sitzt.
Einer der beiden Briefe wurde 1986 geschrieben, der andere 1987. Die Eltern von Rebecca entscheiden sich dazu, die Briefe zu lesen. In ihnen klingt Robert gar nicht, als wäre er gewaltbereit, eher als würde er Rebecca anbeten. Einem der beiden Briefe hat der Lyrics zu einem John Lenn Song beigelegt. Wie wir wissen, hat er sich besonders für John Lenn Mörder Mark Chapman interessiert.
Davon hat Robert in seinem Brief aber nichts geschrieben. Stattdessen steht darin, er habe ein Demotape einer Rockband, dass er Rebecca unbedingt mal vorspielen will. Zudem schreibt, er würde sich besonders mit einer Folge von My Sister Sam identifizieren, in der Rebeccas Charakter Patty davon träumt, berühmt zu werden.
Er wüsste ganz genau, was damit gemeint gewesen sei und wie sich das anfühlen würde. Nicht zuletzt deshalb vermuten viele, dass Teil von Roberts Motiv gewesen ist, durch den Morter Rebecca selbst berühmt zu werden, denn sein eigenes Leben kann von dem eines Stars nicht weiter entfernt sein. Nachdem er die Schule abgebrochen hat, hat Robert zuletzt im Fastfood Restaurant Jack in the Box als Hausmeister gearbeitet.
Er hat sieben Geschwister und kommt aus einem konflikt behafteten Elternhaus. Was genau hinter dem Mord steckt, muss vor Gericht geklärt werden. Der Anwalt von Robert versucht den Schaden für seinen Mandanten irgendwie zu begrenzen. Dass er Rebecca umgebracht hat, ist ja unstrittig. Aber der Verteidiger probiert Robert als unzurechnungsfähig einstufen zu lassen.
Er argumentiert, Robert habe seinen Handel nicht richtig einschätzen können und habe nie konkret geplant, Rebecca das Leben zu nehmen. Dazu sei er aufgrund seiner mentalen Verfassung gar nicht in der Lage gewesen. Tatsächlich hatte Robert in den letzten anderthalb Jahren viel Ärger. In den 18 Monaten vor der Ermordung von Rebecca wurde er dreimal festgenommen, unter anderem wegen häuslicher Gewalt und Ordnungswidrigen Benehmen.
Er wurde dazu verurteilt, an einem Hilfsprogramm teilzunehmen. Allerdings hat er sich dort nie angemeldet. Roberts Vater erzählt, dass sein Sohn in seiner eigenen Welt gelebt habe. Oft habe er tagelang in seinem Bett gelegen, im abgedunkelten Zimmer und einfach nur Musik gehört oder Fernsehen. Robert Haby jede Form von Lärm gehasst.
Nachbarn berichten, Robert habe ihn ohne ersichtlichen Grund des öfteren den Mittelfinger gezeigt. Andere schildern, Robert sei immer wieder durch ihre Gärten getrampelt ohne ersichtlichen Grund. Ein Nachbar bezeichnet ihn als Psychotyp. Als eine US-Mxikanerin der Nachbarschaft im Juli 89 eine Party gefeiert hat und dementsprechend Verwandtschaft eingeladen war, soll Robert unvermittelt auf die Leute zugestürmt sein.
Er habe sie angeschrien, sie sollten alle zurück nach Mexiko gehen. Robert hat übrigens selbst internationale Wurzel. Seine Mutter ist Japanerin. Das hat Robert nicht davon abgehalten, einen der Partygäste konkret zu bedrohen. Zu einem Mann soll er gesagt haben, wenn du nicht die hältst, hole ich meine Magnum und knall dich ab.
Ein paar mal war Robert auch beim Psychologen seiner Junior High School. Dieser hat Robert als einen ziemlich wütenden, rastlosen jungen Mann wahrgenommen. Der Psychologe erklärt, irgendwann habe Robert nicht mehr einfach geglaubt, ständig Fehler zu machen. Er habe geglaubt, er selbst sei ein Fehler.
In den alten Akten, die dem gerecht vorliegen, notiert der Psychologe Robert sei emotional instabil und er habe während der Sitzung konkrete Andeutung gemacht, einen Menschen als Geisel nehmen und bedrohen oder mit einem Messer oder einer Schusswaffe umbringen zu wollen. Auch ein Zitat von Robert ist in der Akte vermerkt. Die Leute an der Schule haben einen guten Job dabei gemacht, mich davor zu retten, mich umzubringen.
Sie haben einen Fehler gemacht, denn sie haben den Teufel gerettet. Nun muss der Teufel töten. An anderer Stelle, wen interessieren Strafen? Die einzige Strafe ist mein Zuhause. Ich werde der nächste sein. An wieder anderer Stelle: Heil mir. Seid verdammt. Ich bestimme. Ich bin Gott. Ich erschaffe meine eigene Gesellschaft. Rache.
Die Verteidigung legt aber auch Briefe vor, in denen Robert über mehrere Zeilen ausführt, dass er Hilfe brauche. Er schreibt: “Ich muss weg. Hilfe, bitte ignorieren Sie das nicht. Bitte nicht. Ich brauche jetzt Hilfe. Es wird nicht gesagt, an wen der Brief adressiert war, aber es ist ein eindeutiger Hilfeschrei.
Einer, der beim Schulpsychologen ankommt. Doch trotzdem beendet er die Behandlung von Robert im Laufe seiner Junior Highchoolzeit. Der Grund? Roberts Mutter habe sich geweigert in Sachen der Behandlung zu kooperieren. Wie sich noch vor dem Mord an Rebecca Schäfer herausstellt, ist es ein fataler Fehler, denn Anfang 1984, das Robert 17, bekommt er eine neue Lehrerin, Ms.
Morris. Schnell wird sie Roberts Lieblingslehrerin. Er macht immer persönlichere Bemerkungen ihr gegenüber und fragt sie auch nach ihrer privaten Telefon. M. Morris fühlt sich dadurch bedrängt. Das alles wird noch extremer, als Ms. Morris einmal über Roberts Bruder Jeffrey eine nachlässige Bemerkung macht.
Denn Mus Morris nennt Jeffrey vor Robert Zitat behindert. Robert ist daraufhin wütend, aber nicht, weil er findet, dass Miss Morris unsensibel gegenüber seinem Bruder war, sondern weil er befürchtet, sie könnte über ihn genau das Gleiche denken. Roberts Konklusion des Ganzen: er muss Mes Morris umbringen oder sich selbst oder sie alle beide.
1984 kommt Robert dann auch in eine Klinik. Gegenüber Therapeuten soll Robert dort gesagt haben, bei ihm zu Hause würde er sich unwohl fühlen. Zudem würde er sich selbst als minderwertig betrachten. Ein schlechteren, weniger klügeren Mensch als seine Mitmenschen, obwohl er immer ein Einserchüler gewesen ist.
Er berichtet von dem Wunsch tot zu sein, dass seine Eltern sich oft streiten würden, aber auch, dass er gern ein Star werden würde, vielleicht als Musiker oder Schauspieler. Nach der neunten Klasse kehrt Robert nicht mehr in die Schule zurück. Der Prozess findet noch zu einer Zeit statt, in der auch Experten oft annehmen, Rockmusik oder gruselige Filme könnten zum Begehen von Straftaten beitragen.
Deshalb wird bei der Gerichtsverhandlung auch ein Song von You2 gespielt. Die Band hat heute wohl kaum einer als annäher skandalträchtig oder berüchtigt im Kopf. Eher im Gegenteil, aber damals sind es eben andere Zeiten. Der Song Exit wird abgespielt, um zu präsentieren, was für vermeintlich harte Musik sich der Angeklagte so zu Hause anhört.
Tatsächlich ist Robert wie ausgewechselt, als die Musik auf einmal läuft. Zvor hat er sich kaum bewegt und nur ab und zu an seiner Lippe herumgezupft. Als der YouTube Song läuft, wippt er auf seinem Stuhl auf und ab, scheint beinah im Sitzen zu tanzen und singt den Text mit.
Ich muss wohl kaum erwähnen, dass ihm dieses Verhalten nicht gerade einen Vorteil einbringt. In diesem Fall wird das Abspielen des Songs sogar von Roberts Verteidigung beantragt. Sein Anwalt will aufzeigen, dass der Text des Songs ihn zum Mord an Rebecca Schfer inspiriert hat. Er soll auch zu einem Gefängnispsychiater gesagt haben, dass er sich mit dem Lied identifizieren konnte, vor allem mit den Zeilen The Pistol weight heavy.
His heart hey could feel was beating, beating, beating, beating. Oh my love, my love. Diese Zeilen hätten ihn erst auf die Idee zu dem Mord mit der Schusswaffe gebracht. Das Gegenargument kommt ausgerechnet von der Anklage. Die Staatsanwältin stellt klar, sicherlich habe sich jeder schon einmal mit einem Songtext identifiziert.
Sie glaubt durchaus, dass Robert in der Musik Trost gefunden hat. Zum Mord animiert hat sie ihn aber nicht. Das war ganz allein er selbst. Einige von euch werden die Staatsanwältin übrigens kennen. Es ist Martial Clark, die ein paar Jahre später als Hauptklägerin im Prozess gegen OJ Simpson weltberühmt geworden ist.
Auch Roberts älterer Bruder Edward sagt vorgerecht aus. Er war es, der die Schusswaffe gekauft hat, mit der Robert Rebecca ermordet hat. Zu Edward hat Robert gesagt, er würde sich für den Schießsport interessieren. Edward hat ihm deshalb geholfen, an die Waffe zu kommen. Er wusste, dass Robert total auf Rebecca Schäfer fixiert war und auch, dass er ein Privatdetektiv engagiert hatte, um ihre Adresse ausfindig zu machen.
Er wusste auch, dass Robert davon gesprochen hatte, die Waffe mit nach Los Angeles zu nehmen. Edward hat Robert gesagt, er sollle das lassen, auch weil es für Robert illegal wäre, die Schusswaffe zwischen zwei Bundesstaaten hin und her zu bringen. Aber er hat nicht mehr gemacht. Auch Roberts Schwester sagt im Zeugenstand aus.
Noch bevor sie ein Wort herausgebracht hat, bricht sie in Tränen aus. Ganz offensichtlich ist sie schwer bewegt von dem, was ihr Bruder einer unschuldigen jungen Frau angetan hat. Erline erinnert sich daran, wie ihr Bruder ihr einmal stolz ein Foto von Rebecca gezeigt hat, dass sie für ihn unterschrieben hat. Keine drei Wochen vor Rebeccas Ermordung hat Robert seine Schwester Len einen Brief zugesteckt.
Was genau darin stand, wird vor Gericht nicht zitiert, aber Len hat sich nach dem Brief große Sorgen gemacht. Ihr Bruder könne sich selbst etwas antun. Unter dem Brief hat er einen Grabstein gemalt mit den Daten 1967 bis 1989. Alin hatte das so verstanden, dass das impliziert, Robert wolle sich das Leben nehmen.
Allerdings wurde Robert gar nicht 1967 geboren. Rebecca Schäfer allerdings schon. Damit ist dieser Brief ein weiteres Indiz dafür, dass er die Ermordung der Schauspielerin sorgfältig geplant hat. Schon drei Wochen vor der eigentlichen Tat hat er ihren Grabstein auf ein Blatt Papier gemalt. Robert Bado wird wegen Mord ersten Grades schuldig gesprochen. Am 20.
Dezember 1991 wird er zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt ohne eine Möglichkeit auf Bewährung. Auch heute sitzt er noch im Gefängnis. In einem Interview sagt Mark Chapman, der Mörder von John Lenn, dass Robert ihm einen Brief ins Gefängnis geschickt habe. Auch das spricht dafür, dass Robert Bado Mark Chapman idolisiert und sich an seiner Tat orientiert hat.
2024 schreibt der inzwischen 54 Jahre alte Robert Bado einen Brief an einen Privatermittler, den er vom Gefängnis aus in einer TV-Show über Hollywood Stalker gesehen hat. In Roberts Schreiben heißt es: “Ich bin wegen eines berüchtigten Falls im Zusammenhang mit Hollywood im Gefängnis. Ich möchte mit ihrer Erlaubniszustimmung mit Ihnen über dieses Thema des Talkingverhaltens korrespondieren, um Ihnen meine Einsichten so gut wie möglich mitzuteilen.
Ich habe versucht, die Bedrohungsmanagement Einheit des LAPD zu kontaktieren, aber sie haben nicht reagiert, obwohl ich der Grund für ihre Existenz bin. Ein stalking Fall ist wie ein Asteroid, der auf die Erde zurast. Ihre Bemühungen sind wie ein kleiner Schub der Schwerkraft, der seine Flugbahn lange vor dem Aufprall sicher ändert.
Viele Stalker klammern sich an ihre Warnvorstellung wie Linus in den Peanuts Comics an seine Kuscheldecke. Es ist eine maladaptive Bewältigungsstrategie für ihr Leben. Das ist beängstigend. Das Schreiben von Robert wirkt wie irgendetwas zwischen totaler Hybris und einem Stück Selbsterkenntnis. Was von beidem zutrifft oder ob es eine Mischung ist, wissen wohl nur die psychologischen Fachkräfte, die Robert inzwischen im Gefängnis betreuen.
Ob der Privatermittler, dem Robert diesen Brief geschrieben hat, inzwischen auf Roberts Korrespondenzangebot eingegangen ist, ist nicht bekannt. Er sagt damals, es wäre zwar schon spannend mit Robert über sein stalking Verhalten von damals zu reden, aber er wolle Robert nicht dabei helfen, sich selbst zu einem Star zu machen.
Und wie wir aus Roberts alten Briefen wussten, ist es genau das, was er immer gewollt hat. Nach dem Urteil gegen den Mörder ihrer Tochter treten die Eltern von Rebecca in einen Verein ein, der die Eltern ermordeter Kinder betreut. Zudem setzen sie sich in ihrem Heimatstad Oregon für schärfere Waffengesetze ein. Auch Rebeccas Schauspielkollegin Pam Dorber macht sich stark dafür.
Schon kurz nach der Ermordung sagt Rebeccas Mutter, es sei nicht Robert Bado, auf den sie wütend ist, sondern auf die Waffengesetze in den USA. Sie sagt, ich bin wütend auf das System, das solche Dinge zulässt, dass es einem gestörten Menschen ermöglicht, an eine tödliche Waffe zu gelangen. Ein Statement, dem die meisten von uns sicherlich zustimmen dürften, das in den USA aber durchaus kontrovers betrachtet werden kann.
maches worse 1989. Trotzdem hat sich nach der Ermordung von Rebecca Schäfer etwas geändert. Die Vorschriften für die Weitergabe von den Daten des Department of Motor Viic wurde verschärft. Und nicht nur das. Nach Rebecas Ermordung ist Kalifornien der erste US-Staat der Stalking 1990 als eine Straftat einordnet.
Inzwischen ist das in allen 50 Bundesstaaten gesetzt. Bei uns in Deutschland ist Stalking erst seit 2007 explizit als Straftatgesetzlich geregelt. Einzelne Stalkinghandlungen wie etwa Hausfriedensbruch, Beleidigung oder Bedrohung waren zwar schon vorher als Straftaten eingeordnet, aber das ist ja nur die Spitze des Eisbergs und verfehlt auch die Komplexität des Themas.
Erst mit dem 2007 verabschiedeten Gesetz ist auch das systematische Nachstellen einer Person unter Strafe gestellt. Rebecca Schers damaliger Freund Brad Silberling ist inzwischen ein erfolgreicher Regisseur. 1995 hat er den Film Casper über den kleinen animierten Geist gedreht, den ihr vielleicht noch aus eurer Kindheit kennt.
Seine Trauer nach Rebeccas Tod hat er in seinem Film Moonlight Mil aus 2002 verarbeitet. Jake Jillenhall und Susan Serendon spielen darin die Hauptrolle. Namen und Orts in dem Film sind abgeändert. Außerdem spielt die Handlung in den 70ern. Trotzdem ist Moonlight Mile auch ein Tribut an Rebecca Schfer. Mit dem Film hat Brad seiner ermordeten Freundin ein Denkmal gesetzt und trägt dazu bei, dass sie auch Jahrzehnte nach ihrem Tod nicht vergessen wird.
Mich würden eure Gedanken zu dem Fall interessieren und auch dazu, ob ihr gern mehr solcher Fälle bei Insolito sehen möchtet. Die Thematik ist immer sehr spannend und ich denke auch, dass es wichtig ist über das Thema Stalking zu reden. Andererseits spricht man gerade bei diesem Thema unweigerlich viel über den Täter, sein Verhalten und wozu es geführt hat.
Und eigentlich sollten ja die Geschädigten im Vordergrund stehen. Wie gesagt, schreibt mir eure Gedanken dazu gerne in die Kommentare und wenn ihr konkrete Fälle habt, zu denen ihr gerne ein Video sehen möchtet, schreibt mir das auch gerne in die Kommentare oder sonst irgendwelche Anmerkungen, Gedanken oder Kritik.
Ich freue mich darauf von euch zu lesen. Hinterlass auch gerne einen Like und abonniert den Kanal. keine weiteren Dokos zu verpassen. Wenn ihr mich noch weiter unterstützen wollt, abonniert mich auch gerne bei Patrick. Den Link dazu findet ihr in der Infobox. Wenn ihr das tut, könnt ihr die Videos ohne Werbung und ohne Zensur sehen. Ansonsten gibt es nicht mehr viel zu sagen.
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