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Warum waren deutsche U Boote so gefaehrlich

Ein Frachter am Horizont. Auf dem Turm eines U-Bootes heben Männer ihre Ferngläser. Noch ist das Ziel weit entfernt. Trotzdem hat der Angriff bereits begonnen. Gefährlich war nicht nur der Torpedo, sondern wie früh das U-Boot sein Ziel fand. Und 1943 begann genau dieser Vorteil zu zerbrechen.

 Um zu verstehen, was 1943 zerbrach, muss man an den Anfang zurück. 1940 lag dieser Vorteil noch klar auf der Seite der U-Boote. Ein Typ 7 war rund 67 m lang, doch an der Oberfläche lag sein Rumpf tief im Wasser. Aus größerer Entfernung blieben vor allem der niedrige Turm, wenige Männer und eine schmale dunkle Silhouette über den Wellen.

 Gegen einen Frachter mit hohen Aufbauten war das ein winziges Ziel. Genau deshalb suchten viele Kommandanten die Nacht. Auf dem Turm tasteten Ferngläser den Horizont nach Rauch, Masten oder Lichtern ab. Auf dem Handelsschiff sah der Ausguck dagegen oft nur schwarze See. Radar war zu Beginn des Krieges auf Schiffen noch keineswegs flächendeckend verfügbar und die Suche hing nachts häufig weiterhin von menschlichen Augen ab.

 Für die U-Bootmänner bedeutete das beobachten, herankommen, zuerst erkennen. Für die Männer auf dem Frachter konnte dieselbe Dunkelheit bedeuten, dass der Angreifer bereits näher kam, bevor jemand seine Silhouette überhaupt bemerkte. Doch Tarnung allein versenkte kein Schiff. Sobald das Ziel gefunden war, musste aus einem Punkt am Horizont eine brauchbare Schusslösung werden.

 Das Ziel war gefunden. Jetzt musste aus der Sichtung eine brauchbare Schusslösung werden. Aufgetaucht beobachtete der Kommandant den Frachter meist durch das UZO, unter Wasser durch das Periskop. Entscheidend waren drei Werte: Entfernung, Geschwindigkeit und der Winkel, in dem das Schiff zum U-Boot lief. Diese Angaben gingen an den Torpedovorhaltrechner, einen elektromechanischen Feuerleitrechner.

Er verband die Daten miteinander und berechnete daraus den Gyroinkel, mit dem der Torpedo nach dem Verlassen des Rohres auf Abfangkurs drehen sollte. Auf dem Papier klang das präzise. In Wirklichkeit bewegte sich das Ziel weiter, während die Männer noch beobachteten und rechneten. Der Frachter konnte den Kurs ändern.

Seine Geschwindigkeit ließ sich falsch einschätzen und auch die Entfernung war nicht immer eindeutig. Am Rechner bedeutete das hohen Druck. Jede neue Beobachtung musste schnell übernommen werden. War nur einer der Werte falsch, konnte ein Torpedo wenige Minuten später sauber am Ziel vorbeilaufen. Erst wenn Kurs und Winkel zusammenpassten, kam der Feuerbefehl, doch selbst ein perfekter Angriff löste das nächste Problem nicht.

 Ein einzelnes U-Boot konnte immer nur einen kleinen Teil des Atlantiks beobachten. Ein einzelnes U-Boot konnte immer nur einen schmalen Streifen des Atlantiks absuchen. Dönz versuchte dieses Problem zu lösen, [musik] indem er seine Boote in weit auseinandergezogenen Patrouillenlinien aufstellte. entdeckte eines von ihnen einen Konvoi, sollte es nicht sofort angreifen.

Es blieb zunächst auf Abstand und übernahm die Rolle des Fühlungshalters, des Shadower. Vom Turm aus wurde der Konvoi immer wieder beobachtet. Kurs, Geschwindigkeit und Position gingen per Funk an den Befehlshaber der U-Boote, den BDU. Dort erschienen die Meldungen auf der Lagekarte. Nun konnten andere Boote in der Umgebung neue Befehle erhalten und auf denselben Konvoi zulaufen.

 Für den Fühlungshalter bedeutete das Geduld. Er musste nah genug bleiben, um den Kontakt nicht zu verlieren, durfte sich aber nicht zu früh verraten. Gleichzeitig liefen über Stunden weitere U-Boote heran. Erst wenn genügend Boote in Reichweite waren, begann häufig in der Nacht der Angriff. nicht als eine einzige Salwe, sondern aus mehreren Richtungen und oft in schneller Folge.

 Gerade 1940, während der später sogenannten glücklichen Zeit zeigte sich, wie gefährlich dieses Prinzip werden konnte. Aus einer einzigen Sichtung war ein Rudel geworden, doch der Erfolg hatte einen Preis. Damit Bote über hunderte Kilometer zusammengeführt werden konnten, mußten immer wieder Funksprüche durch den Atlantik gehen.

 Noch war das ein Vorteil. Später sollte genau diese Verbindung eine Spur hinterlassen. Genau diese Funksprüche hinterließen die Spur. Deutsche U-Boote versuchten das Risiko mit Kurzsignalen zu begrenzen, oft nur etwa 20 Sekunden lang. Viele Kommandanten glaubten, eine so kurze Sendung [musik] könne kaum geortet werden.

 Doch britisches HF DF Hufdu machte diese Annahme zunehmend gefährlich. Ältere Peilanlagen brauchten Zeit. Die neuen Hochfrequenzppeilgeräte konnten die Richtung eines Signals auf einer Kathodenstrahlanzeige, ähnlich einem Oszilloskop, nahezu sofort sichtbar machen. Selbst ein kurzer Funkspruch konnte nun einen Peilwinkel liefern.

 Ab 1942 kamen solche Geräte auch auf immer mehr Geleitschiffe. Besonders riskant wurde das für den Fühlungshalter. Ebennoch hatte er den Konvoi verfolgt und seine Position an den BDU gemeldet. Jetzt konnte jede neue Meldung den Eskorten verraten, aus welcher Richtung die unsichtbare Begleitung sendete. Im Funkraum sah alles zunächst aus wie zuvor.

 Nachricht vorbereiten, Taste drücken, senden, schweigen. Doch draußen konnte in diesem Moment bereits ein Peiler ausschlagen und ein Zerstörer den Kurs ändern. Die Verbindung, die mehrere U-Boote zu einem Rudel gemacht hatte, half nun dem Gegner den Jäger selbst zu finden. Und Funkpeilung war erst der Anfang. Bald bekam der Atlantik noch andere Augen.

 Was nach dem Funkspruch begann, traf bald auch die Dunkelheit selbst. Met konnte die älteren britischen Radargeräte mit ihren längeren Wellen warnen. Für viele U-Bootbesatzungen wurde sein Alarm deshalb zum Zeichen, jetzt musste getaucht werden. Doch Anfang 1943 änderte sich die Technik. Neue britische Geräte wie ASV Mark 3 in Flugzeugen und Type 271 auf Schiffen arbeiteten mit etwa 10 cm Wellenlänge.

Möglich machte das das Hohlraummagnetron. Met blieb auf diesen Frequenzen stumm. Für die Männer auf dem Turm konnte eine Nacht deshalb völlig normal beginnen. Das Boot lief aufgetaucht, die Batterien wurden geladen, der Horizont blieb schwarz. Und das Warngerät meldete nichts. Dann erschien plötzlich ein Flugzeug.

 In manchen Angriffen riss der Laylight die Dunkelheit mit einem grellen Lichtkegel auf. Sekunden zuvor war das U-Boot kaum sichtbar gewesen. Nun lag es hell auf dem Wasser, während der Pilot bereits zum Angriff ansetzte. Im Frühjahr und Sommer 1943 stiegen die deutschen Verluste stark. Erst nach Monaten standen mit Geräten wie Naxus U mittelbereit, die auch die neuen Zentimeterwellen erfassen konnten.

Bis dahin waren erst die Funksprüche, dann die Oberfläche und schließlich selbst die [musik] Nacht zu etwas geworden, dass der Gegner finden konnte. Damit blieb die entscheidende Frage: Wo konnte ein U-Boot überhaupt noch sicher operieren? Die Antwort kam im Mai 1943. Auf dem Nordatlantik liefen U-Boote noch immer gegen Konvois an, doch die Bedingungen hatten sich verändert.

Ein Boot konnte nachts aufgetaucht werden, per Funk Verstärkung rufen und einen Angriff vorbereiten. Aber genau dabei hinterließ es nun Spuren. HF DF fing Funksprüche auf. Radar fand die niedrige Silhouette. Flugzeuge schlossen die Lücken über dem Ozean. Die Verluste stiegen in wenigen Wochen auf ein Ausmaß, das die U-Bootwaffe noch nicht erlebt hatte.

 Im Mai gingen 43 Boote verloren, etwa ein Viertel der einsatzfähigen Streitmacht. Das war fast dreimal so viel wie im bis dahin schlimmsten Monat und mehr als im gesamten Jahr 1941. Auf den Lagekarten des BDU verschwanden Boot für Boot [musik] die Meldungen. Konvois wurden weiterhin gesichtet, doch immer häufiger erreichten die Angreifer ihre Position nicht mehr oder kehrten nicht zurück.

Am 24. Mai zog Dönit die Konsequenz. Die Angriffsoperationen gegen die Nordatlantik Konvois wurden vorerst abgebrochen. Der Monat ging als schwarzer Mai in die Geschichte der U-Bootwaffe ein. Die Boote verschwanden damit nicht aus dem Atlantik. Aber nach diesem Mai mussten sie in einem Krieg weiterkämpfen, indem der Gegner ihre alten Vorteile bereits kannte und systematisch gegen sie einsetzte.

Nach dem schwarzen Mai kämpften die U-Boote weiter, doch nicht mehr mit denselben Voraussetzungen wie zu Beginn des Krieges. Gefährlich waren sie nie nur wegen ihrer Torpedos. Ihre Stärke entstand aus einer Kette, einer niedrigen Silhouette, die sie spät sichtbar machte, Männern, die eine Schusslösung berechneten und Funkverbindungen, die aus einem einzelnen Boot einen Rudel machen konnten.

 Ein Ausguck entdeckte Rauch am Horizont. Daten gingen zum Vorhaltrechner. Ein Funkspruch rief weitere Boote heran. Genau diese Kette zerlegten die Alliierten Stück für Stück. H F DF machte den Funk sichtbar. Radar nahm der Nacht ihren Schutz. Flugzeuge und Eskorten verkürzten die Zeit zum Tauchen. Die gefährlichste Waffe des U-Bootes war deshalb nicht der Torpedo, sondern die Kette von Vorteilen, die es bis zum Ziel brachte.

 Und als diese Kette brach, verlor auch der Jäger seinen Vorsprung. Eine ähnliche Kette machte auch die deutsche Artillerie stark und verwundbar. Im eingeblendeten Video zeigen wir, wie Beobachter, Feuerleitung und Nachschub zusammenwirkten und warum dieses System 1944 zu zerbrechen begann. M.

 

Disclaimer: This story is fictional and created for entertainment purposes only. Any names, characters, places, or events are fictitious or used fictitiously. No real person or organization is intended to be portrayed.

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