Washington D. C. – Er ist einer der reichsten Männer der Welt und muss nun kleinlaut über die Abgründe seines Privatlebens reden. Microsoft-Gründer Bill Gates (70) sprach am Mittwoch (Ortszeit) vor einem Ausschuss des US-Kongresses in Washington D.C. und behauptete: Der tote Sexualstraftäter Jeffrey Epstein (†66) habe ihn erpresst. Mit Affären. Mit Lügen. Und um ihn gefügig zu machen.
Laut Gates sei es dabei um außereheliche Affären gegangen: „Epstein versuchte, Informationen über meine Untreue – zusätzlich zu vielen Lügen, die er darüber legte – zu nutzen, um mich unter Druck zu setzen, wieder mit ihm zusammenzuarbeiten.“ Aus jüngst veröffentlichten Dokumenten geht hervor, dass sich das Tech-Genie und Epstein nach dessen erster Haftstrafe im Jahr 2008 wiederholt trafen. Gates habe damals das Ausmaß von Epsteins Verbrechen nicht vollständig begriffen. Er habe aber nie kriminelles Verhalten beobachtet und sei weder auf Epsteins berüchtigter Insel noch auf seiner Ranch oder in seinem Haus in Florida gewesen.
„Ich hätte Epstein niemals treffen dürfen“
Gates habe zwar damals von dessen juristischen Problemen gewusst, das Ausmaß des Missbrauchsfalls jedoch nicht verstanden. Dabei sei er nicht vorsichtig genug gewesen: „Ich hätte Epstein niemals treffen dürfen.“
Gates äußerte sich vor dem Aufsichtsausschuss des Repräsentantenhauses zu seinen Epstein-Verbindungen. Das Gremium untersucht den Umgang des US-Justizministeriums mit den Ermittlungen gegen Epstein und dessen Komplizin Ghislaine Maxwell (64). Die Anhörung von Gates im Kapitol fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Der republikanische Abgeordnete Tim Burchett (61) sagte danach, Gates’ Aussage habe „gut einstudiert“ gewirkt. Das vollständige Protokoll der Anhörung dürfte in wenigen Tagen veröffentlicht werden.
Dieses Foto von Bill Gates mit einer Frau tauchte in den Epstein-Akten auf. US-Behörden machten seine Begleitung unkenntlich
Interne Dokumente, die das Justizministerium nach langem Zögern freigab, offenbarten Epsteins Verbindungen zu zahlreichen Prominenten, darunter auch US-Präsident Donald Trump (79). Dieser hatte sich gegen die Veröffentlichung der Akten gewehrt, bis der Kongress diese per Gesetz erzwang. In den Epstein-Akten waren auch Bilder von Gates enthalten, auf denen er mit Frauen posiert, deren Gesichter unkenntlich gemacht wurden. Unter den Dokumenten ist auch ein E-Mail-Entwurf von 2013, in dem Epstein von außerehelichen Affären des Microsoft-Gründers sprach. Der Sexualstraftäter schrieb darin, er habe dem Milliardär geholfen, „Medikamente zu besorgen, um die Folgen von Sex mit russischen Mädchen zu bewältigen“. Gates gab nach Veröffentlichung der Akten Affären mit zwei russischen Frauen zu.
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