Letzte Sichtung St. Pauli | Wo ist Andreas Dünkler? T
Letzte Sichtung St. Pauli | Wo ist Andreas Dünkler?

Am 18. Februar 1997 ist es mal wieder soweit. Heimspiel für den FC St. Pauli. Trotz des schrimmenden Regens drängen sich gut 20.000 Fans zum Mellanorstadion. Ein paar von ihnen laufen vom Hauptbahnhof aus und nutzen den Weg für ein paar Bier. Andere nehmen Busse und Bahn Richtung Feldstraße und stimmen sich auf das Spiel gegen den VfL Bochum ein.
Leider läuft die Saison aber nicht so gut für St. Pauli. Ein Heimsieg wäre für das Team und die Fans wirklich wichtig. Auch Andreas Dünkler macht sich auf den Weg zum Stadion. Er freut sich auf einen entspannten Fußballabend mit zwei Freunden. Doch stattdessen wird alles ganz anders kommen. Der Regen wird nicht aufhören, das Spiel wird gar nicht erst angepfiffen und Andreas wird für immer verschwinden.
Andre. Andreas Dünkler lebt in der Hansestadt Hamburg, Deutschlands zweitgrößter Stadt. Andreas wurde als Junge im Alter von 10 Jahren adoptiert. Seitdem hat er ein sehr enges Verhältnis mit seiner Familie. Seine Eltern haben bereits einen Sohn und drei Töchter und noch genug Platz in ihrem Zuhause und ihrem Herzen für ein weiteres Kind.
Andreas lebt sich schnell ein und gehört von Anfang an fest zur Familie dazu. Eine seiner Schwestern sagte in einem Interview zwischen Andreas und ihren leiblichen Geschwistern gebe es für sie gar keinen Unterschied. Er ist einfach ihr Bruder. Auch als Erwachsener wohnt Andreas gemeinsam mit seiner Mutter und einer seiner Schwestern in einer Wohnung in Hamburg Eptendorf.
Zwischenzeitlich hat er in se Göttingen studiert, ist nun aber zurück in seiner Heimatstadt. Trotzdem ist es ihm wichtig auf eigenen Beinen zu stehen. Er besteht auf sein eigenes Fach im Kühlschrank. nicht aus Geid, sondern weil er selbständig für seine Lebensmittel aufkommen möchte. Andrea studiert zwar noch immer Jura, arbeitet aber nebenbei schon der Kanzlei eines Notars und dort läuft es richtig gut.
Sein Arbeitgeber ist mit ihm rund um zufrieden. Alles sieht nach einer Festanstellung nach dem Studienabschluss aus. So ein Jura Studium ist natürlich hart. Für den 29-Jährigen steht 1997 das zweite Staatsexamen kurz bevor. Es ist eine stressige Zeit zwischen Job und Uni, aber in seiner Freizeit findet er einen Ausgleich beim Segeln oder beim Kochen oder eben im Fußballstadion.
Am 18. Februar 1997 kommt Andreas nach einem Arbeitstag in der Kanzlei nach Hause. Den Nachmittag hat er frei, sodass er gegen 14 Uhr heimkommt und mit seiner Mutter einen Kaffee trinken kann. Um 15 Uhr setzt er sich dann noch mal in den Schreibtisch. Das zweite Staatsexamen ist natürlich kein Kinderspiel und er will bestmöglich vorbereitet sein.
Er ist zuversichtig, die Prüfung zu bestehen, aber dafür muss eben gelernt werden. Vielleicht lernt es sich an diesem Nachmittag auch etwas leichter, weil Andreas weiß, dass er am Abend noch etwas Schönes vorhat. Gemeinsam mit zwei Freunden soll es zum Fußballspiel St. Pauli gegen den VfL Bochum gehen.
Es regnet zwar in Strömen, aber das tut Andreas guter Laune keinen Abbruch. Als er sich das letzte Mal von seiner Mutter verabschiedet, tut er es mit einem breiten Grinsen. Er ist gut gelaunt und hofft St. Pauli zum Heimsieg jubeln zu können. Als er um etwa 18 Uhr aus der Wohnung tritt, trifft er zufällig noch seine Schwester auf der Straße. Sie kommt gerade von der Arbeit.
Die beiden reden nur kurz miteinander. Dann macht sich Andreas auf den Weg nach St. Pauli. Um etwa 19:15 Uhr hat er es geschafft, sich durch die Fanmassen zu schlängeln und trifft am Millantor Stadion seine beiden Freunde Thorsten und Thomas. Obwohl es immer noch regnet, sind die Fans bei bester Laune. Allerdings wird bald klar, dass die Dinger an diesem Spielzeug nicht so ganz nach Plan laufen, denn die Fans warten vergeblich vor dem Stadion auf den Einlass.
Die Pen vom Stadion bleiben an diesem Abend geschlossen. Am Abend des 18. Februar 97 regnet es nicht nur, es ist auch wie so oft in Hamburg windig. Normalerweise keine große Sache, aber an diesem Abend ist das Wetter zu extrem und der Zustand des Stadions einfach zu schlecht. Teile des Stadionachs sind lose.
Ein paar Werbezafeln sind über den Platz gewählt. Das Sicherheitsrisiko durch weitere mögliche Sturmschäden wird als zu groß für die Fußballfans eingestuft. Also muss die Partie St. Pauli gegen den VfL Bochum kurzfristig abgesagt werden. Diese Nachricht wird den Fans erst um 19:32 Uhr per Lautsprecher überbracht, 28 Minuten bevor der Ball eigentlich schon rollen sollte.
Das ist für alle natürlich maximal ärgerlich, zumal es kurioserweise schon das vierte Mal ist, dass das Spiel verschoben werden musste. Eigentlich war Pauli gegen Bochum schon für den 1. Dezember 96 angesetzt. Schon da musste das Spiel aber wegen des Wetters abgesagt werden. Absage Nummer 2 und 3 folgten in den nächsten Monaten.
Bei Absage Nummer 4 sind Andreas, Thorsten und Thomas direkt vorm Stadion dabei. Der Fußballabend fällt im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser. Die Fans haben lange bei Wind und Wetter vollkommen umsonst am Stadion gewartet und jetzt dürfen sie sich völlig durch Nest in überfüllte Busse und U-Bahn quetschen, um unverrichteter Dinge wieder heimzufahren.
Ich muss euch wohl nicht erzählen, dass die Stimmung nicht gerade die beste ist. Aus den Kreisen der 500 angereisten Bochumfans fliegen ein paar Dosen und Flaschen. Auch Andreas, Thomas und Thorsten sind enttäuscht, aber ändern können sie an der Situation ohnehin nichts. Also machen die drei das Beste draus.
Thomas schlägt vor in der Hamburger Innenstadt in ein Irish Pub zu gehen. Der Irish Rover Pub liegt im Afrikahaus in der großen reichen Straße 14. Inzwischen gibt es die Kneipe nicht mehr. Heute befindet sich im Afrika Haus ein Steakraurant. Die drei Freunde setzen sich gemütlich an einen der Tische und unterhalten sich bei einem Glas Bier.
Es bleibt tatsächlich auch bei einem Bier. Danach hat Andreas genug für den Abend. Zu Hause liegen noch ein paar Akten für die Kanzlei auf dem Schreibtisch. Wenn das Spiel schon abgesagt ist, kann er sich vielleicht wenigstens noch mal in die Arbeit setzen. Andreas und sein Freund Thorsten brechen gemeinsam auf. Sie gehen zum nah gelegenen Hauptbahnhof.
Beide wollen mit der U-Bahn nach Hause fahren. Die beiden fahren zwar mit derselben Linie, aber in unterschiedliche Richtung. Für Torsten geht es nach Wzbeck, für Andreas nach Eppendorf. Die Uhr 1 Richtung Nordstedtmitte für Torsten kommt als erstes. Er und Andreas verabschieden sich voneinander und Andreas muss noch kurz auf die Uhr 1 Richtung Olsdorf warten.
Als Torsten in seine U-Bahn steigt, kann er Andreas noch am Gleis sehen. Sein Freund winkt ihm zu. Dann fährt die U-Bahn los und der winkende Andreas wird immer kleiner und kleiner. Es ist das letzte Mal, dass Thorsten seinen Freund sehen wird. Was Andreas Dünkler danach zustößt, ist vollkommen unklar. Im Fall Andreas Dünkler gibt es ein großes Problem und das sind die Überwachungskameras.
Eigentlich würde man ja denken, dass Andreas auch im Jahr 1997 schon am Hamburger Hauptbahnhof bestimmt von Kameras aufgenommen worden sein muss. Und eigentlich ist das auch so. Damals liefen die Dinge aber trotzdem noch anders als heute. Und genau in dem Zeitraum, in dem Andreas am Hauptbahnhof war, wurden gerade die Bänder der Überwachungskameras ausgetauscht.

Bilder von den entscheidenden Momenten gibt es also leider nicht. Es ist bis heute unklar, was passiert ist, nachdem Torsten Andreas am Bahnhof zurückgelassen hat. Vielleicht ist Andreas wie geplant nur Minuten später in die Uhr 1 gestiegen. Vielleicht ist er noch mal in die Wandelhalle des Bahnhofs gegangen, um sich etwas zu essen zu holen.
Vielleicht hat er jemanden getroffen. Vielleicht war er allein. Leider weiß man schlichtwg gar nichts. Andreas Mutter bemerkt erst am nächsten Morgen, dass er in der Nacht nicht nach Hause gekommen ist. Sie hat sofort das Gefühl, dass etwas passiert ist. Seine Schwester hingegen versucht die Sache rational anzugehen.
Vielleicht hat Andreas nach der Spielabsage spontan bei einem Freund übernachtet. 1997 ist man noch nicht ständig per Handy erreichbar. Spontane Planänderung gibt es auch mal ohne eine erklärende SMS oder einen Anruf. Und Andreas ist ja immerhin 29 Jahre alt und ein selbständiger Mann. Also machen Mutter und Schwester ab ganz normal zur Arbeit zu fahren.
Sie legen Andreas einen Zettel hin, dass er sich melden soll, wenn er wieder da ist. Aber am Nachmittag kommen die beiden Frauen zurück nach Hause und finden alles unberührt vor. Andreas Bett ist noch immer feinsäuberlich gemacht, seine Lernunterlagen liegen auf dem Schreibtisch und der Zettel ist unangetastet. Am Abend und in der Nacht kommt Andreas auch nicht nach Hause. Am 20.
Februar geht seine Schwester deshalb zur Polizei und gibt eine vorläufige vermissten Anzeige auf. Aber wenn ihr schon ein paar Folgen in Solito geschaut habt, kennt ihr das Problem, das jetzt auftaucht. Die Polizei kann erstmal gar nicht viel machen. Wie gesagt, Andreas ist erwachsen. Er kann seinen Aufenthaltsort dementsprechend frei bestimmen und ist niemanden eine Erklärung oder Rechenschaft schuldig.
Es liegen keine Hinweise auf eine Eigengefährdung vor. Dass es keine Eigengefährdung gibt, sieht Andreas Familie auch so, aber trotzdem machen sie sich große Sorgen. Einfach so abzutauchen ergibt für den 29jährigen einfach keinen Sinn. Das Gefühl seiner Mutter, dass sie ihm etwas zugestoßen sein muss, entwickelt sich mehr und mehr zu einer Gewissheit.
Gemeinsam mit Andreas Schwester erstellt sie Suchplakate und Flyer, die in Hamburg verteilt werden. Aber niemand scheint zu wissen, was nach der Spielabsage und dem Pappbesuch mit Andreas passiert ist. Nach ein paar Tagen steigt die Polizei dann doch in die Suchbemühung mit ein. Man versucht Andreas Bewegung vom 18.
Februar nachzuvollziehen, aber viel mehr außer Arbeit, Kaffee, lernen, zu Hause und Fußball war da nicht. Mit einer Ausnahme. Am Tag seines Verschwindens hat Andreas bei seiner Bank in der Eppendorfer Landstraße Bargeld abgehoben. Und zwar nicht gerade wenig, insgesamt 600 Dmark. Aber das ist auch noch vor der Zeit von halbwegs allgegenwärtiger Kartenzahlung.
Dass Andreas so viel Geld abgehoben hat, muss nichts heißen. Es kann auch einfach sein persönliches Budget für die nächsten Tage oder Wochen gewesen sein. Weil es einfach nichts gibt, worüber man berichten kann, wird es leider schnell recht still um den Fall. Andreas scheint wie vom Erdboden verschluckt zu sein.
Neuigkeiten gibt es erst 18 Monate später. Am 1. November 1998 wird etwas Wichtiges gefunden, nämlich Andreas Personalausweis. Allerdings nicht etwa an einer Straße, in einem Park oder in einem Bahnsteig, nicht in Eppendorf oder in einem anderen Hamburger Stadtteil, sondern in Brogdorf im Kreis Steinburg in Schleswig Holstein am Elbstand.
Dort geht ein Mädchen mit ihrem Hund spazieren, als sie auf Höhe des Freibades an Dieg etwas im Sand entdeckt, nämlich den Perso des vermissten Andreas Dünkler. Mehr als 60 km von Andreas letzten bekannten Aufenthalsort entfernt. Der Personalausweis ist im großen und ganzen unversehrt, bis auf ein paar Gebrauchsspuren.
Er lag nicht länger im Wasser und wahrscheinlich auch nicht lange am Fundort am Elbstrand. Das das Dokument in die Elbe gefallen und dann auf wundersame Weise von der Strömung aus Hamburg nach Bruckdorf getragen wurde, kann also nicht sein. Für seine Familie ist das der erste Hinweis seit anderthalb Jahren. Allerdings weicht die Hoffnung schnell wieder der Sorge, denn seine Angehörigen sind sicher, dass Andreas sein Perso immer in sein Portemonnaie getragen hat.
Er hat wohl sehr viel Wert darauf gelegt, seine Papiere ordentlich aufzubefahren. Der Perso war damals nämlich noch nicht diese Plastikkarte wie heute, sondern eben Papier. Und der Ausweis von Andreas hat solche Abnutzungsspuren, dass es aussieht, als sei über längere Zeit in der Gesäßasche einer Hose herumgetragen worden.
Etwas, was Andreas laut seiner Familie eigentlich nie machen würde. Bis heute ist unklar, wie der Ausweis von Andreas von Hamburg nach Brogdorf gekommen ist und wo er in den anderthalb Jahren dazwischen war. An dieser Stelle ein wichtiger Hinweis. Wenn jemand den Ausweis von Andreas an sich genommen hat und ihn benutzt hat, wofür und warum auch immer, dann ist das inzwischen verhrt.
Man kann kein Ärger mehr dafür bekommen, wenn man sich bei der Polizei meldet. Man könnte aber durchaus helfen, ein wichtiges Rätsel in diesem Fall zu lösen. Denn das neue Entwicklung auch nach Jahren noch möglich sind, wird sich in anderer Sache bald herausstellen. Es ist der 15. Juli 2002. Mehr als fünf Jahre sind seit dem Verschwinden von Andreas Dünkler vergangen.
Der Hamburger PM ließ gemütlich in eine Ausgabe des Hamburger Abendplatz. Darin befindet sich in dieser Ausgabe ein großer Artikel zum Verschwinden von Andreas Dünkler. Und als Peter das abgedruckte Foto von Andreas sieht, wird er stutzig, denn er ist sich ganz sicher, sich an diesen Mann zu erinnern und mit ihm an ein ziemlich merkwürdiges Erlebnis in der Hamburger U-Bahn und zwar in der U1, in der Linie, die Andreas tatsächlich nehmen musste.
Eines vorweg, leider lässt sich nicht mehr genau sagen, wann Peter das beobachtet hat, was jetzt kommt. Es könnte aber der Tag von Andreas verschwinden gewesen sein. Vieles passt hier zusammen. Denn Peter hat eines Abends folgendes erlebt. Er saß gegen 23 Uhr in einem Wagon der U-Bahnlinie 1 Richtung Olsdorf.
Dort ist ihm ein Mann aufgefallen, der von zwei weiteren männlichen Personen gestützt wurde. Die Dreiergruppe saß auf einem der Vierersitze und Peter schräg gegenüber, sodass er eine gute Sicht auf die Männer hatte. Einer der Männer wirkte, wie Peter es beschrieb, verletzt, abwesend und schlapp. Und bei diesem Mann könnte es sich laut seiner Aussage durchaus um Andreas Dünkler gehandelt haben.
Die drei Personen seien an der Haltestelle Kelling Husenstraße ausgestiegen. Das ist zumindest heute die siebte Haltestelle auf der Linie ungefähr 12 Minuten vom Hauptbahnhof entfernt. Der Zeuge will gesehen haben, dass die gestützte Person beim Aufstehen einen Fleck auf dem Sitzpolzer der Rückenlehne zurückgelassen hat.
Peter ist daraufhin selbst aufgestanden und hat den Fleck berührt. Es war frisches Blut. Genau wie die drei Männer ist auf Peter in der Kellinghusenstraße ausgestiegen. Zu diesem Zeitpunkt kam ih das alles längst mehr als komisch vor, weshalb er die Situation ganz genau beobachtet hat. Die beiden Männer, die die Person in der Mitte gestützt haben, haben eine für den Zeugen fremde Sprache miteinander gesprochen.
Also kein Deutsch und wahrscheinlich auch kein Englisch. Es soll wohl nach einer osteuropäischen Sprache geklungen haben. Er hat beobachtet, wie die drei an der Kellinghusenstraßen die Treppen runter zur Straße gegangen sind. Der Zeuge gibt an, der Mann in der Mitte, der Andreas gewesen sein könnte, sei zu diesem Zeitpunkt gar nicht mehr auf eigenen Beinen gegangen.
Stattdessen sei er von den anderen beiden die Treppe heruntergeschleift worden. Peter sagt auch, dass er einen dunklen Fleck auf dem Rücken des Kerls in der Mitte gesehen habe. Das passt zu dem Blutfleck auf der Sitzbank. Peter hat daraufhin vorbildlich gehandelt. An den Bahnsteigen gibt es nämlich Notrufsäulen. Er ist zu einer hingegangen und hat seine Beobachtung direkt durchgegeben.
Leider gibt es die Aufzeichnung der Notrufzentrale aber nicht mehr. Deshalb kann nicht abgeglichen werden, ob Peter die Situation wirklich am 18. Februar 1997 gemacht hat. Diese Aussage ist für die Polizei natürlich höchst interessant, auch weil sie so genau ist. Peter konnte sogar alle drei Personen beschreiben. Der Mann, der Andreas gewesen sein könnte, sah demnach wie folgt aus.
War 1,80 m groß, um die 30 kräftige Statur, kakifarbener Militärparker und nach hinten gedrehte Cap. Und die Cap ist ein wichtiges Detail. Die hatte Andreas nämlich wirklich auf. Die beiden Begleiter sollen beide schlank gewesen sein, einer aber eher dünn, der andere auffällig durchrainiert. Der erste war etwa 1,80 m groß mit dunkelblonden Haaren, die vorn kurz geschnitten und hinten zurückgekämt waren.
Er trug eine verwaschene Jeans mit ausgefranzten Löchern und eine dünne blusonartige Jacke. Der zweite Mann war etwas kleiner, so um die 1,75 m. Er hatte dunkelbraune Haare, die nacken zu einem kurzen Pferdeschwanz gebunden waren und trug eine Trainingshose und ein Blusor mit einer Aufschrift. Auch heute wird noch nach anderen Zeugen gesucht, die diese Männer oder diese Situation am Abend des 18.
Februar 1997 beobachtet haben. Der Ausstieg an der Kellinghusenstraße würde für Andreas durchaus Sinn machen, denn die Haltestelle liegt in Eppendorf, wo Andreas ja mit seiner Mutter und seiner Schwester gelebt hat. Auch die Uhrzeit mit 23 Uhr geht auf. Die Frage ist nur, was könnte Andreas passiert sein? Wenn man annimmt, dass Peters Aussage glaubhaft ist, dann muss Andreas irgendwie am Rücken verletzt worden sein.
Entweder am Bahnsteig im Hamburger Hauptbahnhof oder in der Uhr 1 selbst. Aber von wem und weshalb? Sind die beiden Männer bei ihm womöglich die Täter gewesen? Wenn ja, weshalb hat Andreas dann nicht andere Fahrgäste auf sich aufmerksam gemacht? Oder handelt es sich bei den zwei Männern vielleicht sogar um Zeugen, die Andreas geholfen haben und ihre Wege haben sich an der Kellinghusenstraße irgendwie getrennt? All das weiß man leider nicht, aber die Polizei nimmt die Beobachtung von Peter sehr ernst.
Sie ist wohl auch einer der Gründe dafür, daß die Polizei und die Staatsanwaltschaft mittlerweile ausdrücklich von einem möglichen Tötungsselikt ausgehen. 2017 wird der vermissten Fall von Andreas noch mal von einer Coldcase Einheit aufgegriffen. Im Oktober 2018 wird ein Special der Sendung Aktenzeichen XY ungelöst ausgestrahlt mit dem Motto Wo ist mein Kind? Auch der Fall Andreas Dünkler wird behandelt.
Seine Mutter, eine Schwester, sein Freund Thorsten und Zeuge Peter M. erzählen von ihren Beobachtung. Zudem gibt es einen Einspieler, in dem die wichtigsten Szenen des Abends und Peters Beobachtung nachgestellt werden. Andreas Mutter ist außerdem gemeinsam mit einem Ermittler der Hamburger Coldcase Einheit live im Studio zu Gast. Die Polizei fragte in der Sendung unter anderem nach ehemaligen Kommon von Andreas, die ab 1989 mit ihm in Sabrücken oder Götzigen studiert haben und nach Leuten, die während seiner Zeit in der Kanzlei Hamburg Reinbeck Kontakt
zu ihm hatten. Dazu sagte er mittlerem Studio, es gilt einfach der Kernsatz, je mehr wir über Andreas Dünkler erfahren, desto näher kommen wir dem Täter. Und natürlich wird auch nach Angaben von Zeugen zu Peters Beobachtungen gefragt und nach Personen, die die beiden beschriebenen Begleiter des Verletzten kennen könnten.
Ich weiß, dass man bei solchen Aufrufen oft vor dem Fernseher sitzt und sich denkt, ich weiß nicht mehr, was ich letzten Sommer getan habe. Wie soll ich mich an einen Abend vor 20, 30 Jahren erinnern? Aber der Abend von Andreas Verschwinden war ein besonderer. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass sich vor allem Fußballfans noch an den Abend des 18. Februar 1997 erinnern.
Eine Spielabsage wegen schlechten Wetters erlebt man schließlich auch in Hamburg nicht alle Tage. Fans von St. Pauli oder dem VfL, die in Hamburg waren, Kneipengänger und Pendler könnten durchaus noch Erinnerung an diesen Abend haben. Wenn irgendjemand noch mit Andreas gesprochen hat, am Hauptbahnhof, im Irish Pub im Afrikaus, auf dem Weg zum Millantorstadion oder vielleicht sogar in der U-Bahn, dann wäre das enorm wichtig.
Schon kurz nach der Ausstrahlung von Aktenzeichen XY gehen erste Hinweise bei der Polizei ein. Wie viele Anrufe reingekommen sind und was dabei herumgekommen ist, wird leider nicht veröffentlicht. Und leider ist das auch das letzte, was über den Fall Andreas Dünkler zu finden ist. 2023 hat seine Mutter noch einmal mit der Bildzeizung über ihren vermissten Sohn gesprochen.
Zu diesem Zeitpunkt war sie bereits 84 Jahre alt. Sie hofft, dass sie noch erfahren kann, was ihrem Sohn am 18. Februar 1997 zugestoßen ist. Leider gibt es zu diesem Fall vergleichsweise wenig Berichte, weshalb es mir wichtig war, ihn hierbei in Solito zu behandeln. Es ist einfach unmöglich, dass niemand etwas gesehen hat.
Der Tag von Andreas Verschwinden war zwar in Dienstag und mit 22, 23 Uhr war es im relevanten Zeitraum schon relativ spät, aber am Hamburger Hauptbahnhof ist es um diese Uhrzeit trotzdem nicht Menschen leer, auch an der Kellinghusenstraße nicht, die ein Knotenpunkt zwischen den Linien U1 und U3 ist. Es muss mehr Menschen wie den Zeugen Peter geben, Menschen, die etwas gesehen haben.
Und es ist nie zu spät, sich mit Hinweisen zu melden. Andreas Mutter und seine Geschwister und Freunde warten noch heute auf Antworten. Es wird Zeit, dass sie sie bekommen. Wenn ihr vielleicht selbst aus Hamburg kommt, teilt das Video gern mit anderen Bekannten oder auch mit Leuten, die vielleicht als auswärts Fans vom VFL in der Stadt waren.
Jede noch so kleine Beobachtung könnte wichtig sein. Wenn ihr den Algorithmus ein bisschen anfeuern wollt, lasst gerne ein Like oder einen Kommentar da. So wird das Video Leuten vorgeschlagen, die sonst nicht regelmäßig bei Insolito reinschauen. Und gerade bei vermissten Fällen wie diesem hier ist das extrem wichtig, denn ich bin fest davon überzeugt, dass der Fall Andreas Dünkler lösbar ist.
Und damit sind wir am Ende des heutigen Videos. Wenn ihr den Kanal noch weiter unterstützen wollt, abonniert mich gerne bei Patron. Da bekommt ihr die Videos ohne Zensur und ohne Werbung. Den Link dazu findet ihr in der Infobox, genauso wie die Links zu meinem Instagramkanal und meinem Discord. Ansonsten gibt es nicht mehr viel zu sagen.
Ich wünsche euch einen guten Morgen, Mittag oder Abend oder je nachdem wann ihr das Video seht und hoffe, dass wir uns im nächsten Video wiedersehen. Bis dahin, ciao Leute. Yeah.