Es gibt Ereignisse in der Weltpolitik, die den Schleier der Objektivität, den viele Medienhäuser und Experten so gerne vor sich hertragen, schonungslos in Fetzen reißen. Ein solches Ereignis spielte sich vor wenigen Tagen ab, als die Vereinigten Staaten erneut von der Nachricht eines Attentatsversuchs auf Donald Trump erschüttert wurden. Was in den darauffolgenden Stunden und Tagen in den Nachrichtensendungen und auf den sozialen Plattformen passierte, gleicht einem beispiellosen Lehrstück darüber, wie Informationen gefiltert, umgedeutet und für politische Narrative instrumentalisiert werden. Im Zentrum der Kritik stehen dabei nicht nur die öffentlich-rechtlichen Sender, sondern auch etablierte TV-Korrespondenten, deren Einordnungen der Geschehnisse bei vielen Zuschauern nur noch ungläubiges Kopfschütteln hervorrufen.

Beginnen wir mit der Informationslage direkt nach dem Vorfall. Auf Plattformen wie X (ehemals Twitter) verbreiteten sich rasend schnell Videos, die unmissverständlich auf eine extreme Bedrohungslage hindeuteten. Schwer bewaffnete SWAT-Einheiten stürmten umher, Evakuierungsmaßnahmen für hochrangige Politiker liefen auf Hochtouren, und die Anspannung war greifbar. Doch wie reagierten bestimmte etablierte Medien zunächst auf diese Bilder? Anstatt die Schwere des Vorfalls einzuordnen, kursierten plötzlich Berichte über angebliche Verwechslungen. Es wurde gar suggeriert, dass lediglich ein übereifriger Kellner eine Champagnerflasche zu schwungvoll geöffnet hätte und dieses Knallgeräusch die Panik ausgelöst habe. Diese absurde Verharmlosung, die erst später revidiert werden musste, als sich herausstellte, dass tatsächlich ein Mitglied des Secret Service, geschützt durch eine kugelsichere Weste, getroffen wurde, offenbart eine tiefe strukturelle Voreingenommenheit. Es scheint fast so, als wolle man die Realität so lange biegen, bis sie in das eigene, oft Trump-kritische Weltbild passt.

Doch die mediale Inszenierung erreichte erst durch die Analysen von TV-Experten wie Elmar Theveßen ihren traurigen Höhepunkt. Theveßen, der als USA-Korrespondent für das ZDF oft die erste Instanz für viele deutsche Fernsehzuschauer ist, nutzte die Gelegenheit nicht etwa für eine nüchterne Aufarbeitung der Tat, sondern präsentierte Thesen, die viele Beobachter als völlig “wirres Zeug” abtun. Anstatt sich primär mit der offensichtlichen Radikalisierung des Täters auseinanderzusetzen, lenkte Theveßen den Fokus sofort auf Trump selbst. Er warnte vor einer neuen Taskforce zur präventiven Terrorismusbekämpfung und skizzierte das Schreckensszenario, dass Trump den Begriff des Terrorismus nun so weit fassen könnte, dass Bürgerrechtsgruppen und die demokratische Opposition ins Visier geraten könnten.

Diese Argumentationslinie gleicht einer gefährlichen Täter-Opfer-Umkehr. Ein Präsidentschaftskandidat wird wiederholt zum Ziel von Attentaten, doch in der medialen Analyse wird er nicht als Opfer, sondern als potenzieller Despot dargestellt, der diese Vorfälle lediglich instrumentalisiert, um seine politische Macht auszubauen. Man muss die Frage stellen dürfen: Wie oft muss ein Politiker beschossen, mit Sprengsätzen bedroht oder angegriffen werden, bevor es legitim ist, die Täter als das zu benennen, was sie sind – nämlich Terroristen?

Die Doppelmoral wird noch offensichtlicher, wenn man sich die politische Heimat und die Ideologie des mutmaßlichen Attentäters Cole Allen ansieht. Allen war kein unbeschriebenes Blatt und schon gar kein unpolitischer Einzeltäter. Er präsentierte sich im Netz als durch und durch radikalisierter, linksorientierter Demokrat. Auf Plattformen wie Blue Sky äußerte er sich verächtlich über die politische Lage und zog krude historische Vergleiche, in denen er die Trump-Administration implizit mit “Nazis” gleichsetzte. Für jemanden mit einem solch geschlossenen, extremen Weltbild mutiert ein Mordanschlag schnell zu einem vermeintlich heroischen “Kampf gegen den Faschismus”.

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Die Beweislage gegen Allen ist erdrückend und skurril zugleich. Er verfasste ein tausend Wörter langes Bekennerschreiben an seine Familie, in dem er sich selbst zynisch als “Friendly Federal Assassin” betitelte und präzise erklärte, er wolle Mitglieder der Trump-Regierung in der Reihenfolge ihres Ranges systematisch ausschalten. Diese eiskalte Planung und die bewiesene Teilnahme an aggressiven “No Kings”-Protesten zeigen eindeutig, aus welchem politischen Sumpf diese Gewalt entspringt. Doch anstatt diese linke Radikalisierung als handfestes gesellschaftliches Problem zu thematisieren, wird in der medialen Aufbereitung oft die Erzählung bevorzugt, Trump habe das Land derart gespalten, dass solche Taten quasi die unausweichliche Konsequenz seiner eigenen Rhetorik seien.

Wie einseitig dieses Narrativ ist, zeigt ein einfacher Umkehrschluss: Wie viele vergleichbare, lebensbedrohliche Attentate gab es in den letzten Jahren auf prominente Vertreter der Demokraten, wie etwa Joe Biden? Die Diskrepanz in der politischen Gewalt ist unübersehbar. Wer politische Gegner jahrelang in Leitartikeln, auf Magazin-Covern – man denke nur an die einschlägigen Titelbilder des “Spiegel”, die Trump teilweise geradezu dämonisierten – und in TV-Talkshows als Faschisten, Diktatoren und Bedrohung für die Weltordnung darstellt, darf sich nicht wundern, wenn psychisch instabile oder radikalisierte Personen diese Metaphern irgendwann wörtlich nehmen und zur Waffe greifen. Die mediale Hetze bereitet den Boden für die physische Gewalt.

Zu dieser toxischen Mischung aus Gewalt und politischer Berichterstattung gesellen sich in der modernen Medienwelt unweigerlich wilde Netzmythen und Verschwörungstheorien. Ein Profil auf der Plattform X, benannt nach einem Henry Martinez, sorgte für erhebliches Aufsehen. Dieses Profil, das bereits Ende 2023 erstellt wurde, enthielt angeblich nur einen einzigen Post, der den Namen des Attentäters “Cole Allen” beinhaltete. Sofort sprossen die Theorien aus dem Boden: Waren hier Geheimdienste am Werk? Handelte es sich um sogenannte “Troll-Accounts”, die massenhaft Namen posten und im Nachhinein alle falschen Vorhersagen löschen, um als scheinbares Orakel dazustehen? Oder, und hier betreten wir den Bereich der absoluten Absurdität, arbeiteten die Betreiber der verlinkten Webseiten gar an einer funktionierenden “Zeitmaschine”? Auch wenn man sich an diesen wilden Spekulationen nicht beteiligen sollte, zeigen sie doch eines deutlich: Das Vertrauen der Bevölkerung in die offiziellen Darstellungen der Behörden und Leitmedien ist derart erodiert, dass selbst die verrücktesten Theorien auf fruchtbaren Boden fallen.

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Am Ende dieses journalistischen Tiefpunkts bleibt eine erschütternde Erkenntnis: Wenn Medien und Experten nicht mehr in der Lage oder willens sind, einen Mordanschlag primär als Verbrechen eines radikalisierten Täters zu verurteilen, sondern sofort reflexartig nach Wegen suchen, dem Opfer eine Mitschuld zu geben, dann ist der journalistische Kompass zerbrochen. Die Einordnungen von Korrespondenten wie Theveßen tragen paradoxerweise genau zu jener Spaltung der Gesellschaft bei, die sie Trump stets vorwerfen. Wenn die Realität derart verdreht wird, dass aus einem feigen Attentäter ein Resultat des “Klimas der Verunsicherung” und aus dem Zielperson ein “potenzieller Diktator auf dem Weg zum Polizeistaat” gemacht wird, dann verliert die Berichterstattung jeden Anspruch auf Wahrheit. Es wird höchste Zeit, dass kritische Denker diese Mechanismen durchschauen und eine ehrliche, faktenbasierte Aufarbeitung fordern – unabhängig davon, welche politische Farbe das Opfer trägt.