Zwischen Bürgergeld und Rundum-Service: Wie Beate und Pascal das Leben in den Benz-Baracken genießen T
Zwischen Bürgergeld und Rundum-Service: Wie Beate und Pascal das Leben in den Benz-Baracken genießen

Das Leben in den bekannten Mannheimer Benz-Baracken stellt viele Menschen vor große finanzielle Herausforderungen, bei denen jeder Cent genau umgedreht werden muss. Inmitten dieser von Sparsamkeit geprägten Umgebung spielt der nachbarschaftliche Zusammenhalt eine übergeordnete Rolle, da man sich in schwierigen Zeiten gegenseitig unterstützt. Doch während dieser Zusammenhalt normalerweise auf gegenseitiger Hilfe basiert, wirft das Verhalten bestimmter Bewohner immer wieder Fragen auf. Besonders die Bürgergeld-Empfängerin Beate und ihr inzwischen 24-jähriger Sohn Pascal sind dafür bekannt, dass sie diese Hilfsbereitschaft regelmäßig auf eine harte Probe stellen und sich im Alltag gerne von ihrem Umfeld bedienen lassen.
Beate, die bereits seit vielen Jahren zu den Stammgästen beim Mannheimer Jobcenter gehört, sorgte in den neuen Folgen der Dokumentation wieder einmal für beträchtliche Aufregung. Sie schreckte nicht davor zurück, sich kurzerhand selbst zum Essen bei ihrer Nachbarin Sandra einzuladen, obwohl diese eigentlich ein kleines Festmahl exklusiv für eine andere Freundin vorbereitet hatte. Für die 58-jährige Protagonistin scheint es keinerlei Hürde darzustellen, andere Menschen um Gefälle oder materielle Unterstützung zu bitten, ohne dabei ein schlechtes Gewissen zu zeigen. Diese Eigenschaft teilt Beate offenkundig mit ihrem Sohn Pascal, der sich ebenfalls auf die Hilfsbereitschaft seiner Mitmenschen verlässt, anstatt eigeninitiativ zu handeln.
Der 24-jährige Pascal zeigt im Alltag erhebliche Defizite und lässt erkennen, dass ihm zahlreiche grundlegende Aufgaben des täglichen Lebens schwerfallen. Der junge Bürgergeld-Empfänger ist nicht nur mit der Bewältigung seines Haushalts völlig überfordert, sondern benötigt sogar bei der elementaren Körperpflege intensive Unterstützung. So gesteht Pascal offen, dass er sich nicht einmal selbst rasieren kann. Anstatt zu versuchen, diese Fähigkeit zu erlernen oder einen professionellen Barbier aufzusuchen, zieht er es vor, seinen Kumpel Lota um Hilfe zu bitten. Lota, der eigentlich in einem Hausmeisterbetrieb angestellt ist und fest im Arbeitsleben steht, nimmt sich dennoch die Zeit für seinen Freund. Er kommt extra vorbei, um den zotteligen Bart des jungen Mannes wieder in Form zu bringen. Pascal muss währenddessen keine eigene Leistung erbringen; er kann entspannt dasitzen und die professionelle sowie freundschaftliche Zuwendung genießen.

Nur einen Tag später stellt Beate eindrucksvoll unter Beweis, dass auch sie die Kunst beherrscht, sich rundum versorgen zu lassen. Eigentlich möchte ihr Sohn Pascal frische Smoothies zubereiten, doch dem Haushalt fehlt das dafür notwendige technische Gerät. Anstatt nach einer eigenen Lösung zu suchen oder den Weg auf sich zu nehmen, wird kurzerhand das Telefon gezückt, um eine Bekannte um Hilfe zu bitten. Ohne große Umschweife ruft Beate ihre Nachbarin Sandra an und fragt in einem selbstverständlichen Ton, ob sie so lieb wäre und den benötigten Mixer direkt vorbeibringen könnte. Warum sollte man schließlich den Weg auf sich nehmen und das Gerät selbst abholen, wenn die hilfsbereite Nachbarin diesen Service ebenfalls übernehmen kann?
Kurze Zeit später steht Sandra tatsächlich vor Beates Haustür und hat im Gepäck sogar ein nagelneues Gerät dabei. Doch mit der bloßen Bereitstellung des Mixers ist Sandras Hilfsbereitschaft noch lange nicht erschöpft, denn die Situation entwickelt sich rasch in eine andere Richtung. Die gutmütige Mannheimerin wird von den Bewohnern direkt in die Pflicht genommen und für die Zubereitung der Smoothies eingespannt. Während Sandra in der Küche steht, die Ananas schneidet und die harten Vorbereitungen trifft, richtet sie schließlich eine direkte und leicht kritische Frage an Beate: Ob sie denn nicht auch ein wenig mithelfen wolle? Beate bleibt jedoch völlig gelassen, zeigt keinerlei Anzeichen von Unrechtsbewusstsein und erklärt ganz pragmatisch, dass schließlich ihr Sohn Pascal die Smoothies zubereiten wolle und sie selbst daher keinen Handlungsbedarf sehe. Diese Szene verdeutlicht einmal mehr, wie stark sich das Mutter-Sohn-Duo auf die Hilfsbereitschaft des sozialen Umfelds verlässt und die Grenzen zwischen echter Nachbarschaftshilfe und reiner Ausnutzung verschwimmen lässt. Die Zuschauer und die Nachbarschaft diskutieren seither intensiv über dieses Verhalten, während Beate und Pascal ihr komfortables System der ständigen Unterstützung ungerührt fortführen.