Wahre Verbrechen I Mord am Flussufer I True Crime Dokumentation T – Part 2
Da standen so viele detaillierte Informationen, sowohl aus dem privaten Bereich der Eheleute Länden, aber auch zu äh Umständen mit einzelnen Mitgliedern der Beatles. Äh, also es waren sehr detaillierte Informationen, die man auch jederzeit hätte überprüfen können. Zahnarzttermine, Gewicht äh des gemeinsamen Kindes.
Also, das war so ein richtiges Tagebuch mit sehr vielen persönlichen Informationen. Der letzte Eintrag stammt vom 8. Dezember 1980, Lennons Todestag. Es war dort notiert, dass es einen Fototermin mit der NLOVitz gab, dass man noch mal ins Studio gehen wolltet zu einer bestimmten Uhrzeit. Es war noch ein Titel äh von dem letzten Album Double Fantasy dort notiert und ich glaube, es war sogar die Zeit notiert wann er aufgestanden ist an dem Tag.
Also, er muss es irgendwann ähm im Laufe des äh Mittags, Nachmittags verfasst haben diese letzten Zeilen. Gegen 22:45 Uhr wird John Lennon an diesem Abend von einem Psychopathen erschossen. Auf der Spur der Lennen Tagebücher nimmt Kommissar Lange beim insolventen Auktionshaus in der Franklinstraße in Berlin das Konvolut der 86 Andenken an John Lennon genau unter die Lupe.
Hier waren die Sachen 2014 eingeliefert worden. Ihr Wert wurde auf 3,14 Millionen Euro geschätzt. Findet heraus, bereits vor diesem Deal wurde eine Uhr von John Lennon auf der Online Plattform Auktionata versteigert. Herzlich willkommen bei Auktionata Live aus Berlin zur letzten Auktion in diesem Jahr.
Der Countdown hat schon längst begonnen, meine Damen und Herren. Ich zähle hier nur die Sekunden. 2013 wurde diese Uhr damals eingeliefert bei Auktionata und ist dann praktisch äh versteigert worden für über 600.000 € an einen Uhrensammler aus Italien. Damals hatte sich das Auktionshaus darauf verlassen auf eine eidestattliche ja Versicherung des Einlieferers, dass er rechtmäßig im Besitz dieser Uhr gewesen wäre.
Er hätte sie von Joko geschenkt bekommen und das hat den damaligen Verantwortlichen gereicht und sie haben die Uhr versteigert. Kommissar Allange will es genauer wissen. Die Uhr und die anderen Andenken wurden von einem türkischen Geschäftsmann aus Berlin eingeliefert. Er sagt aus, es gäbe einen Hintermann in der Türkei. Er hat uns äh erklärt äh, dass er diesen Mann kennengelernt habe im Zusammenhang mit einem Verkauf einer Immobilie in der Türkei. Und ähm die 500.
000 1000 € konnte praktisch dieser türkische Hintermann nicht aufbringen, konnte damals nur 250.000 1000 € aufbringen und hätte dann für den Rest diese goldene Uhr übergeben, die dann versteigert wurde. Und so sei man sich dann praktisch näher gekommen und weil das so gut lief mit der goldenen Uhr, hätte man dann weitere Stücke hier in Berlin eingeliefert.
Dieser Hintermann in der Türkei ist kein geringerer als Coral K, der langjährige Chauffeur von Yokoono. Mittlerweile hat Kommissar Lange Post aus New York erhalten, doch die Anwälte von Yoko, die er angeschrieben hatte, erzählen eine andere Geschichte als der ehemalige Chauffeur der Lennenwittwe. Joko Ono schien offensichtlich Opfer eines Diebstahls oder einer Veruntreuung, Unterschlagung äh geworden zu sein. Das ist natürlich strafbar.
Äh und wenn dann solche Stücke aus einer strafbaren Handlung hier in Deutschland äh zur Versteigerung kommen sollen, dann kann es sein, dass der Verdacht der Hälerei oder des versuchten Betruges im Raume steht. Und dementsprechend haben wir nach dieser Rückmeldung auch offizielle Ermittlungen eingeleitet und dann die Staatsanwaltschaft eingeschaltet.
Wie in jedem Verfahren will er die Geschädigte persönlich vernehmen. Joko stimmt dem zu. Wir haben uns damals dazu entschlossen, äh das äh die Vernehmung von Joko im deutschen Generalkonsulat in New York zu machen. Äh auch vor dem Hintergrund ähm dass wir dadurch die ganzen äh Wege etwas vereinfachen, weil es ist ein ähm deutsches Territorium, wo praktisch die Vernehmung stattfindet.
Am 31. Oktober 2017 ist es soweit. Zwei Staatsanmälte, zwei Ermittler und das Personal des deutschen Generalkonsulats warten auf Joko da saßen also schon einige Personen in diesem großen Raum und irgendwann äh klopfte es dann an der Tür, die Tür ging auf und Joko wurde von ihrem Anwalt in einem Rollstuhl in den Raum gefahren und dann konnte es beginnen.
Kommissar Elang beginnt jetzt die Andenken Joko Stück für Stück vorzulegen. Bei allen 86 Stücken hat sie uns eindeutig gesagt, dass es ihr Eigentum ist. Und der einbrcksamste Moment in dieser Vernehmung war die Identifizierung des letzten Tagebuches aus dem Jahr 1980, auch mit der letzten handschriftlichen Eintragung äh ihres ermordeten Ehemannes.
Diese Zeilen, da hat sie immer wieder mit dem Finger drüber äh gestrichen. Sie hat sehr leise gesprochen. Äh mit unter brauchte sie sehr lange, um zu antworten. Also sie war sehr betroffen von der Situation. Zurückgekehrt nach Berlin erwirkt Kommissar einen Durchsuchungsbeschluss für das Haus des Berliner Geschäftsmanns, der die Gegenstände beim Auktionshaus eingeliefert hatte.
Ich glaube, den Fund des Tages hat eine Kollegin gemacht in der Tiefgarage in einem Zweitwagen dieses Berliner Geschäftsmanns, wo im Kofferraum in einer Radmulde eine Tasche war und dort waren die Notenpartituren sehr bekannter Biedelsstücke enthalten, aber auch eine weitere Brille von John Lenn und die konnten wir diesmal ganz genau ihm zuordnen, weil da war noch das ärztliche Rezept mit drinne seines Augenarztes.
ist mit der jaoktrinen Stärke auch und das war dann kein Zweifel, dass es auch eine authentische Brille war. Der ehemalige Chauffeur Coral K bleibt in der Türkei für die deutschen Behörden unerreichbar. Doch sein Berliner Komplize kommt in Untersuchungshaft und kooperiert nun voll umfänglich mit den Behörden.
Seine Aussage, die hat sich auch für ihn selber ähm für die Bewertung seines Handelns gelohnt. Er ist letztenendes um eine Anklage herumgekommen. Er hat also einen Strafbefehl damals äh über einen hohen fünfstelligen Betrag akzeptiert und hat auch noch mal äh eine weitere größere Summe an eine gemeinnützige Einrichtung äh gezahlt.
Er hat dann auch noch zugestimmt, dass alle Sachen, die gefunden wurden und also bei im in der Konkursmasse von Auktionater, aber auch bei ihm zu Hause, dass die umgehend an die Yoko Uno zurückgegeben werden können. Der Anwalt von Yoko Uno kommt nach Berlin, um die kostbaren Andenken an den weltberühmten Musiker zu übernehmen und nach New York zu bringen.
Kommissar Lange bleibt eine Begegnung. Eine Begegnung mit einer anderen Seite des verstorbenen John Lennon, die nur sehr wenige kennenlernen durften. Die Lektüre der Tagebücher hat mir vor allen eines gezeigt. Ähm, neben dieser großen Berühmtheit John Lenn gab es auch den Privatmenschen. John Lenn, der so wie alle anderen Menschen auch ist, der seine Probleme hat, der diese Probleme auch mit seinem Tagebuch ausgetragen hat, ähm der auch im Zwiespalt über viele ähm Dinge war, sowohl mit den Beatles, aber auch mit zeitgeschichtlichen Ereignissen, ähm der
sehr politisch interessiert war. der auch eine enorme Gabe hatte, nämlich er konnte offensichtlich sehr gut zeichnen. Das war mir überhaupt nicht bewusst. Er konnte also zu Lebenssituationen, die ihn gerade bewegten, offensichtlich aus dem Stehgreif auch äh Karikaturen erstellen. Das war also wirklich ein wahrer Fundus an interessanten Lebensgeschichten, die er dort dokumentiert hatte.
Lebensgeschichten, die Ren immer erinnern werden an einen der wohl außergewöhnlichsten Fälle seiner Ermittlerkarriere. Achtung, in diesem Podcast werden Themen wie Mord, Folter, Tierquellerei, Sexualverbrechen und extreme Gewalt auch gegenüber Minderjährigen behandelt. Der Inhalt kann deswegen vor allem auf Menschen mit posttraumatischen Belastungsstörungen retraumatisierend wirken.
Das Urban Dictionary definiert einen Casanova als einen Charmeur, der die Kunst beherrscht, schöne Frauen zu finden, zu treffen, sie anzuziehen und sie zu verführen. Sobald er sein Ziel erreicht hat, verlässt er die Frau wieder aus Angst vor einer Beziehung und macht sich auf die Suche nach der Nächsten, die er erobern kann.
Der Begriff geht zurück auf Jomo Casanova, einen italienischen Schriftsteller und Abenteurer aus dem 18. Jahrhundert, der in der westlichen Welt bis heute als der Inbegriff des Frauenhelden gilt. In den 1970er Jahren erhielt ein Mann namens Paul John Noles, den Beinamen Casanova. Er traf sich mit Frauen und verführte sie.
Doch anstatt in die Nacht zu fliehen, um sich vor einer lästigen Beziehung zu drücken, ermordete er die Frauen. Es war dieser perfide Modus Operandi, von dem sich sein später Spitzname ableitete, The Casanova Killer. Eine Frau, die Noles Charm all, überlebte jedoch. Ihr Name war Sandy Fox. Es passierte im Jahr 197 in der Polaris Lounge, einer sich drehenden und futuristisch aussehenden Bar über den Dächern Atlantis.
Die britische Journalistin Sandy FS war mit einem Mann namens Daryl Golden zum Abendessen verabredet. Sie hatte Golden vor ein paar Tagen an der Bar im Holiday in Kennon gelernt. Sie beschrieb ihn später als etwas seltsam und sogar unheimlich. Trotzdem fiel es ihr schwer, ihn einfach so in den Wind zu schießen.
Er war charmant, intelligent und groß und mit seinem etwas längeren rötlichen Haar sah er ein bisschen aus wie Robert Redford oder Ryan O’er. Er fragte Sandy, ob sie ein Buch über ihn schreiben würde, weil er nicht mehr viel Zeit auf Erden habe. Er sagte, dass man ihn töten werde und zwar schon bald wegen einer Sache, die er in der Vergangenheit getan habe.
Er habe seinem Anwalt einige Bänder gegeben. Wenn er tot sei, würden die Bänder herauskommen und für eine ganze Menge Schlagzeilen sorgen. Sandy war sich sicher, dass Dary nur Spaß machte. Sie mochte ihn, also machte sie mit ihm einen Roadtrip. Eine Woche später fand Sandy Fox heraus, dass Daryl Golden in Wirklichkeit Paul John Noles hieß.
Und er hatte recht gehabt, denn einen Monat später war er tot. Sie schrieb schließlich wirklich ein Buch über ihn, indem sie auch von der Unterhaltung in der Bar berichtet. Sandy wußte damals nicht, dass sie mit einem Serienkiller unterwegs war. Einem Serienkiller, der schon bald im Mittelpunkt der öffentlichen Aufmerksamkeit stehen würde.
Einige Wochen vor seinem Tod wurde Noles nach Millville, Georgia gebracht, wo er wegen einiger seiner Morde angeklagt werden sollte. Eine riesige Menschenmenge säumte die Straße. Alle wollten einen Blick auf den Killer erhaschen. Eine Woche später war Noles tot. Er wurde in Polizehrsam erschossen, als er versuchte aus einem Streifenwagen zu springen.
Als das Whitey and the Titwell Funeral Home seiner Leiche für die Beerdigung vorbereitete, erhielt Bestatte einen Anruf von einem jungen Mädchen. Sie fragte, ob sie Nols Leiche sehen könne. Ihre Begründung? Sie habe noch nie einen Massenmörder gesehen. Es gibt immer wieder Menschen, die eine regelrechte Besessenheit für Serienkiller entwickeln.
Ein Grund dafür kann der permanente Nervenkitze sein. Genau wie die anhaltende aktive Auseinandersetzung mit der eigenen Angst. Und John Noles jagte vielen Menschen Angst ein. Von Juli bis November 1974 fuhr er kreuz und quer durch die USA und ermordete Männer, Frauen und Kinder. Seine Morde und seine Mordmethoden schienen keinem bestimmten Muster zu folgen, was die Polizei extrem verwirrte.
Es ist immer noch nicht klar, wie viele Menschen Noles getötet hat. 18 Opfer wurden offiziell bestätigt. Nosses selbst behauptete, fast doppelt so viele ermordet zu haben. Sandy Fox fragte sich irgendwann, warum Noles sie nicht getötet hatte. Dieselbe Frage stellte sich auch Barbara Tua Radiotexterin, die Noles 36 Stunden in einem Motel in Florida als Geisel hielt und dann wieder freiließ.
Warum hatte er ausgerechnet sie verschont? Die Antwort könnte damit zusammenhängen, warum er all die anderen getötet hat. Hi, ich bin Diane Hilcher. Und ich bin Mark Augustat. In jeder Folge dieses Podcasts beschäftigen wir uns mit einem berühmten Serienkiller, mit seinem Leben, seiner Psyche und seinen Taten.
Serienkiller, Mörder und ihre Geschichten. Ein Spotify Original von Podcast. In dieser und der nächsten Folge geht es um Paul John Nols, alias the Casanova Killer. Innerhalb weniger Monate soll er bis zu 35 Menschen in 37 US-Bundesstaaten ermordet haben. Heute werden wir uns mit Noles Biographie befassen, von seinen Aufenthalten in der Erziehungsanstalt als Jugendlicher bis zu seinen vielen Haftstrafen in Florida.
Dch widmen wir uns seiner Mordserie und seinem Aufsehen erregenden Tod durch eine Polizeikugel. Außerdem wollen wir den Fragen nachgehen, was Noles überhaupt dazu brachte, so viele Menschen zu ermorden und wie es kam, dass er einige von ihnen verschonte. Die Presse nannte Paul John Notes the Casanova Killer wegen seines Charms und attraktiven Äußeren.
Er selbst verglich sich aber mit einer Möwe oder auf Englisch Seagle, aber nicht mit irgendeiner Seele, sondern mit Jonathan Livingston Seel. Jonathan Livingston Seegle ist eine Erzählung des amerikanischen Schriftstellers Richard Back. Das Buch erschien 1970 und schaffte es in den darauffolgenden Jahren bis auf Platz 1 der New York Times Bestsellerliste.
1972 und 73 war es das meist verkaufte Buch in den USA. Auf Deutsch ist es als die Möwe Jonathan bekannt. In der Geschichte geht es um eine Möwe namens Jonathan oder Jonathan, die sich nicht anpassen will. Jonathan interessiert sich nicht für das normale Möwenleben. Stattdessen will er einfach nur fliegen und das Fliegen perfektionieren.
Ergeiz und Streben sind zwei Themen der Geschichte. Sie scheinen aber die einzigen zu sein, die Nol Stars mitgenommen hat. In die Möwe Jonathan geht es nämlich auch darum, ein positives Leben zu führen. Es geht um Liebe, Respekt und Vergebung und darum anderen zu helfen. Es war also nicht gerade die Art von Literatur, die man sofort mit dem Mindset eines Serienkillers in Verbindung bringen würde.
Trotzdem schol sehr fasziniert von der Geschichte gewesen zu sein. Die Gründe dafür könnten zum Teil in seiner Kindheit zu finden sein. Gehen wir also noch ein paar Jahrzehnte weiter zurück ins Jacksonville des Jahres 1953. Paul John Noles war 7, als er das erste Mal mit der Polizei zu tun bekam. Er klaute ein Fahrrad und fuhr den Kops direkt in die Arme.
Noles Eltern, Thomas und Bonnie, hatten alle Hände voll mit ihm zu tun. Er weigerte sich standhaft, seine Hausaufgaben zu machen und scheint schon früh ein Problem mit Autoritäten gehabt zu haben. Aber auch ohne Hausaufgaben stellte sich bald heraus, dass Noles sehr intelligent war. Als Erwachsener schnitt er bei einem IQ-Test im Gefängnis weit über Durchschnitt ab. Er las sehr viel.
Es ist möglich, daß Nol sich nichts aus Respektspersonen und Hausaufgaben machte, weil er das Gefühl hatte, sie gar nicht zu brauchen. Gleichzeitig genoss er es sehr, im Mittelpunkt zu stehen. Und wenn er rebellierte, stand er im Mittelpunkt. Er war frech zu Erwachsenen und Stahl, was das Zeug hielt.
Wenn er in Schwierigkeiten geriet, lachten seine Freunde und stachelten ihn zum Weitermachen an. Es war ein Muster, das Noles in seinen Grundzügen auch als Erwachsener nicht ablete. Als Minderjähriger wurde Noles sechs mal wegen verschiedener Delikte in die Florida School for Boys geschickt, darunter Einbruch und schwerer Diebstahl. Die Florida School for Boys war eine Reformschule und Jugendstrafanstalt in Marianna, Florida.
Man geht davon aus, daß Nols dort als Kind erheblicher emotionaler und psychischer Schaden zugefügt wurde. In den 111 Jahren des Bestehens der Schule gab es immer wieder Vorwürfe, dass Teile des Personals die Schüler missbraucht, gefoltert und sogar ermordet habe. Nach ihrer Schließung im Jahr 2011 fand man die sterblichen Überreste von über 50 Schülern auf dem Gelände.
Leider waren Vorfälle wie diese an Reformschulen keine Seltenheit, weshalb das Modell in den USA heute kaum noch existiert. 1968, nur ein paar Jahre nach Noles letztem Aufenthalt, stattete der Gouverneur von Florida der Schule einen Besuch ab. Damals waren dort über 500 Schüler untergebracht, die unter schrecklichen Bedingungen lebten.
Die Prügelstrafe wurde nach dem Besuch des Gouverneurs offiziell verboten, aber eben nur offiziell. Unter der Hand ging alles weiter wie zuvor. Es ist möglich, dass die Brutalität und der Missbrauch an der Florida School for Boys direkten Einfluss auf die späteren Verbrechen von Paul John Noles hatten. Während natürlich nicht alle Opfer von körperlicher Gewalt in der Kindheit später selbst zu Tätern und Täterinnen werden, liegt die Zahl der verurteilten Serienkiller mit Missbrauchserfahrungen bei 42%.
Auf der anderen Seite soll er schon als Kind sehr launisch und schwierig gewesen sein. Und wenn seine Eltern oder Lehrer und Lehrerinnen ihn bestrafen wollten, schlug ihnen jedes Mal eine schier unbändige Wut entgegen. Er wurde auch gegenüber Mädchen in der Schule gewalttätig. Laut der Schwester eines Freundes wollte Noles immer zu Aufmerksamkeit und wurde handgreiflich, wenn man sie ihm verweigerte.
Einmal soll er eine Mädchen sogar ins Gesicht geschlagen haben, als sie seine Annäherungsversuche zurückwies. Einem seiner Freunde erzählte Noles, dass er eines Tages ein Big famous Bad Guy sein würde, ein mächtiger und berühmter Verbrecher. Sein Traum kam nicht von ungefähr. Nes vergötterte Outlaws.
Er las alles, was er über berühmte Kriminelle in die Finger kriegen konnte. John Dillinger, Baby Face Nelson, Bonnie und Cly, das waren seine Heldinnen und Helden. Und sie alle hatten mindestens drei Sachen gemeinsam. Sie fuhren quer durchs Land, um Überfälle und Morde zu begehen. Sie kamen bei spektakulären Schießereien ums Leben und sie alle erlangten eine Berühmtheit, die auf einer Stufe mit Schauspielern und Schauspielerinnen und professionellen Sportlern und Sportlerinnen war.
Nur daß sie nicht so viel arbeiten mußten wie eine Marilyn Monroe oder ein Joy Magio? Wenn Nols nach Aufmerksamkeit strebte, war eine kriminelle Karriere wohl der einfachste Weg, sie zu bekommen. Dazu muss gesagt werden, die Figur des Bösewichts, Gangsters oder Monsters in Geschichten fasziniert natürlich auch Kinder.
Und selbst wenn ein Junge oder Jugendlicher in den 50ern oder 60ern damit prte eines Tages so berühmt zu sein wie John Dillinger, könnte es immer noch nicht mehr als eine harmlose Räuber und John Daren Fantasie gewesen sein. Nicht die ersten Schritte eines Killers oder sogar Serienkillers. Bei Paul John Noles kamen aber noch andere Faktoren dazu.
Da waren zum einen seine Wutanfälle, seine Diebstäle und sein früher Hang zur Gewalt. Damit hörte es aber nicht auf. Im März 1965 tat der 19-jährige Noles etwas, das tatsächlich schon auf einer Stufe mit den Verbrecherinnen und Verbrechern war, denen er nacheifern wollte. Er entführte jemanden.
Es war eine Eskalation, die mit den Fantasien eines Halbstarken nichts mehr zu tun hatte. Die Nacht begann wie viele andere für Noles. Er stahl ein Auto. Wie schon zuvor wurde er irgendwann von der Polizei angehalten. Dieses Mal gelang es ihm jedoch, den Officer zu entwaffnen und ihn als Geisel zu nehmen. Zwei Stunden später ließ Noles den Officer wieder frei, unversehrt.
Das war aber nicht das einzige Mal, dass Noles einen Polizisten bedrohte oder ihm die Dienstwaffe abnahm. In einem Fall hatte Noles eine abgesägte Schrotflinte dabei, die erzog, als sich der Officer dem Auto näherte. Bei einer anderen Verhaftung gelang es ihm, das Schloss seiner Handschellen zu knacken und dem Polizisten am Steuer die Pistole aus dem Holster zu ziehen.
Über die Entführung von 1965 ist nicht allzu viel bekannt, nur dass Noles es irgendwie schaffte, sich die Waffe des Officers zu schnappen, bevor der Officer reagieren konnte. Wie kam es, daß Noles Verbrechen plötzlich so eskalierten von kleineren Diebstehlen zu Entführung? Vielleicht hatte es zum einen mit seiner alten Abneigung gegen die Obrigkeit und seiner Verehrung für Outlaws zu tun.
John Dinger wurde schließlich auch nicht zum Staatsfeind Nummer 1, indem er immer schön nett zur Polizei war. Zum anderen hatte Noles zu diesem Zeitpunkt schon mehrere Aufenthalte in der Jugendhaftanstalt hinter sich. Und für viele junge Straftäter und Straftäterinnen waren die Jugendgefängnisse und Reformschulen wie Schulen für Kriminalität.
Je länger sie in Haft waren, desto schlimmer waren ihre Folgedelikte. Wenn Noles also gewissermaßen seinen Highchool Abschluss in Diebstahl und Einbruch an der Florida School for Boys machte, war die Entführung eines Polizisten die reifeprüfung, die ihm die Tür zu Kapitalverbrechen öffnete. Es war auf jeden Fall seine Eintrittskarte ins Rayford Prison.
Das zweieinhalb Stunden nördlich von Orlando gelegene Rayford gehört zu den bekannteren Gefängnissen Floridas. Es wurde 1913 eröffnet und hört heute auf den Namen Union Correctional Institution. Andere Serienkiller wie Ted Bundy und Danny Rowling haben in Rayford eingesessen und Ly Skinnet haben einen Song über das Gefängnis geschrieben.
The Four Walls of Rayford. Von 1965 bis zu seinem Tod verbrachte Noles jedes Jahr etwa 6 Monate im Gefängnis. In den USA gab und gibt es viele soziale und strafrechtliche Faktoren, die zu teilweise extrem hohen Rückfallquoten führen. In Noles Fall scheint es etwas mit seinem sozialen Umfeld zu tun gehabt zu haben.
Immer wenn Noles entlassen wurde, tat er sich wieder mit denselben Leuten zusammen. Sie gingen aus und tranken zusammen. Und es dauerte nie lange, bis Noles wegen irgendeiner Sache zurück in den Knast musste. Während dieser Phase seines Lebens soll es auch ein paar Beziehungen gegeben haben, die prägend für Noles sexuelle Identität waren.
Die Presse nannte Noles später The Casanova Killer, weil er sein gutes Aussehen und seinen Scharm einsetzte, um Frauen davon zu überzeugen, dass keine Gefahr von ihm ausging. Worüber weniger berichtet wurde, war, dass er auf dieselbe Weise auch männliche Opfer in die Falle lockte. Zwei von ihnen lernte er in Schwolenbs kennen.
Es ist nicht bekannt, ob Noles sich als homosexuell oder bisexuell identifizierte. Der Nolesbiograph Jack Smith behauptet, er habe während seiner Zeit in Rayford mehrere Beziehungen mit Männern gehabt. Unterm Strich kann man jedenfalls sagen, dass Gender für Noles kein Ausschlusskriterium war, was auch für seine Morde galt.
Niemand war sicher. Während er im Gefängnis war, führte er auch mit zwei Frauen eine Beziehung. Die erste war Jackie Knight. Mit Kight hätte Noles fast einen ganz anderen Weg eingeschlagen, einen, der ihm eine Familie mit drei Kindern beschert und wahrscheinlich das Leben von mindestens 18 Menschen gerettet hätte.
Nes lernte Kight in einer Bar kennen und freundete sich mit ihr und ihrem Mann an. Noles mochte auch ihre drei Kinder sehr und verbrachte viel Zeit mit der Familie. Sie machten Ausflüge und gingen auf Jahrmärkte, wo Nols alle möglichen Preise für sie gewann. Doch es dauerte nicht lange, bis Noles gegen seine Bewährungsauflagen verstieß und zurück ins Gefängnis musste.
Jackie Knight besuchte Noles im Gefängnis und schrieb ihm regelmäßig Briefe. Dann ließ sie sich scheiden. Kight und Noles kamen sich näher, bis Noles ihr eines Tages einen Heiratsantrag machte, ebenfalls per Brief. Am 10. Mai 1970 wurde Noles entlassen. Kurze Zeit später gaben sich Jackie Knight und Paul John Noles das Jahwort.
Danach finges an nach einem richtigen Job zu suchen, was für Exgefangenen nicht einfach war. Viele Arbeitgeber weigerten sich kategorisch vorbestrafte Männer einzustellen. Es dauerte nicht lange, bis Noles wieder mit seinen alten Freunden um die Häuser zog. Er rutschte in alte Gewohnheiten ab und die Beziehung mit Jackie ging in die Brüche.
Sie zog nach Georgia und ließ die Ehe annullieren. 1972 beginn Noes dann eine weitere Straftat, die auch bei seiner späteren Mordserie eine große Rolle spielen sollte. Er floh ns erste Flucht aus der Haft war aber kein Hollywood reifer Gefängnisausbruch. Er kam einfach nicht wieder. Nachdem Noles 1972 schon ein Jahr wegen eines Einbruchs abgesessen hatte, wurde sein Vollzug gelockert und er durfte Hafturlaub nehmen.
Bei dieser Art von Lockerung, die in den USA Prison Furlow genannt wird, durften manche Insassen schon damals das Gefängnis unter bestimmten Auflagen für einige Tage verlassen, z.B. Übers Wochenende. Während ihres Hafturlaubs hatten die Gefangenen die Möglichkeit, sich draußen schon mal nach Jobs umzuschauen und sich langsam wieder an das gesellschaftliche Leben zu gewöhnen.
Nach den Urlaubstagen mussten sie sich wieder im Gefängnis zurückmelden. Es war eine gute Maßnahme zur Resozialisierung, die von manchen Gefangenen aber auch einfach zur Flucht genutzt wurde. So auch von Paul Noles. Er tauchte unter und war drei Wochen auf der Flucht, bis die Polizei ihn schließlich fand. So leicht wollte er sich aber nicht geschlagen geben.
Er ging auf die Beamten los, was ihm drei weitere Jahre zu seiner bereits bestehenden Haftstrafe einbrachte. Während dieser drei Jahre verliebte sich Noles erneut in die Frau, die ihn auf gewisse Weise zum Morden inspirierte. Aber wie lernt man überhaupt eine Frau kennen, wenn man drei Jahre in Haft sitzt und keine Chance mehr auf Hafturlaub hat? In Paul John Noles Fall lautete die Antwort: American Astrology Magazine.
Noles war ein Fan von Horoskopen. Wenn seine Sterne gut standen, war er gut gelaunt und optimistisch. Wenn es schlechte Nachrichten gab, war auch seine Laune nie besonders. Noles selbst sagte einmal, daß er zu dieser Zeit vor allem wütend und ziellos gewesen sei. Er kam immer wieder ins Gefängnis und seine Ehe war gerade in die Brüche gegangen.
Wenn er allein war und sein Horoskop las, um etwas mehr Halte und Orientierung zu finden, dann ergibt es schon Sinn, dass sich die guten oder schlechten Nachrichten tatsächlich auf seine Stimmung auswirkten. Angela Kowic Mutter war damals eine bekannte Hellseherin. Noles las über Angela in American Astrology.
Irgendwann beschloss er, ihr einen Brief zu schreiben. Angela gefiel Noles Handschrift, also antwortete sie. Die Briefreundschaft entwickelte sich in eine Fernbeziehung. Noles kriminelle Vergangenheit störte Covid nicht. Ihr erster Mann war auch vorbestraft. Sie nannte ihren neuen Freund sogar liebevoll Mad Dog Noles. Noles nannte Kovik My Jidisher Angel.
Nach längerem Briefwechsel besuchte Angela Noles schließlich im Gefängnis. Er machte ihr sofort einen Heiratsantrag, aber zuerst musste er aus dem Gefängnis raus und das war gar nicht so einfach. Noss war Wiederholungstäter, inklusiver Fluchtversuch und er war schon einmal in genau dieser Lage gewesen.
Seine früheren Handlungen sprachen also nicht gerade dafür, dass er sich an seine Bewährungsauflagen halten würde. Der einzige Unterschied war, dass er nicht zurück nach Jacksonville gehen würde. Stattdessen wollte er zu Angela ins weit entfernte San Francisco ziehen, was bedeutete, dass er nicht zu seinen alten Freunden zurückkehren würde, die schon immer ein schlechter Einfluss für ihn waren.
Er machte seinen Highschoolabschluss und schrieb sich für Collegekurse ein und er war guter Dinge, dass er vielleicht einen Job als Schildermaler bekommen würde. Dieses Mal schien Noles sein Leben wirklich ändern zu wollen. Anscheinend war er es leid, ein wütender und zielloser Junge zu sein. Er hing sich also rein, das Beste aus sich zu machen.
Kovik fand einen Anwalt für Noses in Miami. Sein Name war Sheldon Javitz. Jawitz vertrat jede Sorte von klein und schwerkriminellen, Drogendealer, Mörder, Diebe und so weiter. Er gewann seine Prozesse meistens über irgendwelche Polizei und Justizfehler. Paul Noles erwies sich dagegen als Klient von ganz anderem Kaliber.
Bis dahin sollte es aber noch ein paar Monate dauern. In der Zwischenzeit gelang es Javidz tatsächlich Notes aus dem Gefängnis zu holen. Am 14. Mai 1974 wurde er vorzeitig entlassen und war wieder auf freiem Fuß. Bevor Noles nach San Francisco aufbrach, ging Angela Kovik zu einer Hellseherin, die sie warnte, dass ein gefährlicher Mann in ihr Leben treten würde.
Nach Noles erster Woche in San Francisco eröffnete Kowik ihm dann, dass sie ihn doch nicht heiraten wolle. Sie kam stattdessen wieder mit ihrem Exmann zusammen. Als Noles gerade dachte, daß er Angela Kovic einen Neuanfang gefunden hatte, ließ sie ihn von einem Tag auf den anderen hängen. Er hatte noch nicht einmal richtig zum Flug ansetzen können und war schon wieder abgestürzt.
Noch am selben Abend zog Noles los und tötete drei Menschen. Das behauptete er jedenfalls. Offiziell geht man bis heute von 18 Opfern im Nullsfall aus. Er selbst sagte damals, dass er insgesamt 35 Menschen getötet habe, der unter drei in San Francisco am Abend, an dem Kovik mit ihm Schluss machte. Es ist wahrscheinlich, daß Noles bei der Zahl seiner Opfer übertrieb, um noch mehr Aufsehen zu erregen.
Seinen ersten bestätigten Mord beging er erst zwei Monate später, am 26. Juli 1974. Nach dem Fiasco mit Angela Kovik kehrte Noles nach Jacksonville, Florida zurück. In der Nacht vom 26. Juli zog er durch die Bars und betrank sich. Er geriet in eine Schlägerei, stach auf einen Türsteher ein und landete im Gefängnis. Er knackte das Schloss seiner Zelle und floh.
Auf der Suche nach Geld und einem Auto brach Noles ins Haus der 65-jährigen Lehrerin Alice Curtis ein. Nachdem er Curtis aus dem Schlaf gerissen hatte, fesselte und knebelte er sie. Niemand weiß genau, was als nächstes passierte und ob Nol sich darüber bewusst war. Der Knebel drückte gegen Curtis künstliches Gebiß, so daß es verrutschte und ihr die Luft nahm.
Sie erstickte qualvoll. Wenn Noles zu diesem Zeitpunkt noch mit ihr im Raum war und sah, was passierte, hat er ihr nicht geholfen. Aber selbst wenn er schon weg gewesen war und gar nicht vorgehabt hatte, Alice Curtis zu töten, hatte er ihren Tod trotzdem zu verantworten. Wenn man ihn zu diesem Zeitpunkt schon gefasst hätte, wäre er mindestens wegen Totschlags vor Gericht gekommen.
NS wird spätestens aus der Presse von Curtis Tod erfahren haben. Danach muss ihm sofort klar gewesen sein, dass ihm eine sehr lange Haftstrafe drohte, wenn nicht sogar der elektrische Stuhl. So oder so schien es für ihn jetzt nicht mehr in Frage zu kommen, sich zu stellen. Noles setzte sich in Alice Curtis gelben Dodge Demon und raste davon.
Fünf Tage später traf er auf seine nächsten beiden Opfer. Es war der Anfang einer schrecklichen und brutalen Mordserie. Vielen Dank fürs Zuhören. Mein Name ist Diane Helscher und ich bin Mark Augustad. Du kannst jetzt eine Bewertung für den Podcast daassen und die Glocke aktivieren, um keine Folge zu verpassen.
Serienkiller ist ein Spotify Original von Parcast. Produziert in Zusammenarbeit mit Bosepark Productions. Adaptiert von dem amerikanischen von Max Cutler kreierten Original Serial Killers. Deutsche Produktion wieb Geachter Winter. Chris Guse, Suholder, Carlie Köhler, Fabio Lautenschläger, Simon Uter Kirschei und Daniel Nicolao.
Das Originalskript wurde ins Deutsche übersetzt von Klaus Schwatau. Vielen Dank an Julien Buirot. Achtung, in diesem Podcast werden Themen wie Mord, Folter, Tierquellerei, Sexualverbrechen und extreme Gewalt auch gegenüber Minderjährigen behandelt. Der Inhalt kann deswegen vor allem auf Menschen mit posttraumatischen Belastungsstörungen retraumatisierend wirken.
Als die Gefängniswerter John Paul Nols Zelle in Georgia leerräumten, fanden sie einen Brief an Angela Kovic, seine Exverlobte, die ihn nur wenige Monate zuvor verlassen hatte. Darin veröcklich er sich mit Bonnie und Cleid. Nes schrieb: “Wenn die Sache hier vorbei ist, werde ich noch berühmter sein.” An die Wand hatte er geschrieben: Paul John Nols, 4.
Dezember 1974 bis und dann ein Fragezeichen. Die Werter fanden auch ein Bild von einem elektrischen Stuhl, das Noles aus seinem Magazin herausgerissen hatte. Es gab wenig, wovor Paul John Noles Angst hatte. Er hatte Autos gestohlen, Polizisten entführt und fast wahllos azehn Menschen ermordet. John Huey, ein Redakteur der Atlanta Constitution Zeitung, schrieb, dass Noles unbeschreiblich böse sei.
Aber der elektrische Stuhl, der jag ihm Angst ein. Noss sagte Sheldon Javitz, einem seiner Anwälte, daß er so nicht hingerichtet werden wolle, weil es eine schreckliche Art zu sterben sei. Am Ende bekam Paul John Nols, was er wollte. Er entging dem elektrischen Stuhl. Stattdessen starb er wie seine Idole, die berühmt berüchtigten amerikanischen Outlaws Bonnie und Clyde, John Dillinger oder auch Baby Face Nelson durch die Kugel eines Polizisten.
Hi, ich bin Diane Hilscher. Und ich bin Mark Augustat. In jeder Folge dieses Podcasts beschäftigen wir uns mit einem berühmten Serienkiller, mit seinem Leben, seiner Psyche und seinen Taten. Serienkiller, Mörder und ihre Geschichten. Ein Spotify Original von Parcast. In dieser Folge befassen wir uns noch einmal mit Paul John Nols, alias The Casanova Killer.
Innerhalb weniger Monate soll er bis zu 35 Menschen in 37 US-Bundesstaaten ermordet haben. Nachdem wir uns in Folge 1 mit Notes Jugend als Dieb und Einbrecher und mit seinen ersten Haftstrafen beschäftigt haben, geht es heute vor allem um seine brutale Mordserie im Jahr 1974 und um seinen eigenen Aufsehen erregenden Tod in den Händen der Polizei.
Paul John Noles wuchs in Jacksonville, Florida, auf. Schon als kleiner Junge fing er an zu stehlen. Seine ganze Jugend überlandete er immer wieder in der Fluda School for Boys, einer Reformschule, in der Schläger an der Tagesordnung waren und die später wegen des Missbraus und Mordes an mehreren Schülern in die Schlagzeilen geriet.
Die Aufenthalte in der Reformschule halfen nichts von der schiefen Bahn zu holen. Doch als Erwachsener landete er immer wieder im Gefängnis. 1. Mai 1974 zeichnete sich ein Sinneswandel ab. No war auf Bewährung draußen und wollte nach San Francisco ziehen. Er wollte ganz von vorn anfangen zusammen mit seiner Verlobten Angela Kovik.
Nachdem Kovik aber von einer Hellseherin gewarnt wurde, dass ein gefährlicher Mann in ihr Leben treten würde, ließ sie Noles fallen. Noles kehrte nach Jacksonville zurück. Dort geriet er in eine Schlägerei, bei der er einen Türsteher niederstach. Danach wurde er zwar schnell verhaftet und ins Gefängnis gesteckt, aber irgendwie gelang es ihm, das Schloss seiner Zelle zu knacken und zu fliehen.
Nach seinem Ausbruch kannte Noss kein Halten mehr. Er schien nun fest entschlossen zu sein, selbst ein gefürchteter Outlord zu werden, genau wie seine Vorbilder. Nach seiner Flucht brach er bei der 65-jährigen Lehrerin Alice Curtis ein. Er brauchte Geld. Notes fesselte und knebelte Curtis.
Dabei löste sich jedoch ihr künstliches Gebiss und Curtis erstickte qualvoll. Noles Stahl derweil ihren gelben Dodge Demon und raste davon. Man weiß bis heute nicht, ob Noles Recht war, daß Curtis starb oder ob es ein Unfall war. Er selbst hat sich nie dazu geäußert. So oder so, Noss war für Kurtes Tod verantwortlich, so dass diese Tat als sein erster bestätigter Mord gewertet wurde.
Seine nächsten Opfer fand Nols am Abend des 1. August 1974. Als Elizabeth Anderson ihre beiden Töchter allein zu Hause ließ, hoffte sie, dass es nur für eine Stunde sein würde. Schließlich würde ihr Mann bald von der Arbeit kommen. Aber Jack Anderson verspätete sich. Er war bei der Arbeit aufgehalten worden.
Als er endlich nach Hause kam, konnte er die Mädchen nirgends finden. Sie waren verschwunden. Jack und Elizabeth wussten, dass ihre Töchter nicht einfach so weglaufen würden. Metette hatte Asthma und Lilan Schilddrüsenprobleme. Beide brauchten Medikamente. Die Polizei suchte mehrere Monate nach Lilan und Millette ohne Erfolg.
Sie fanden keine einzige Spur. Die Nachbarn und Nachbarinnen hatten nur gesehen, daß am Tag ihres Verschwindens ein gelber Wagen in der Straße geparkt hatte. Dass es Paul Noles in Alice Curtis Dodge Demon gewesen sein könnte, kam niemandem in den Sinn. Ein paar Monate später stahl Noles bei einem seiner Opfer einen Kassettenrecorder.
Er benutzte ihn, um die Geständnisse seiner Morde auf Band aufzunehmen. Erst als die Polizei die Kassetten in ihr Hände bekam, wussten sie, was mit den Anderson Schwestern passiert war. Nes beschrieb den Tathergang so. Er begegnete den Mädchen in einer Straße, in der er Alice Kurtes Auto stehen lassen wollte.
Das Auto zu parken und wegzugehen wäre eigentlich nicht weiter verdächtig gewesen, aber Noles und die Mädchen kannten sich. Noles Mutter Bonnie war mit Lilians und Miletts Mutter Elizabeth befreundet. Nosses fürchtete, dassß die Mädchen ihren Eltern erzählen könnten, daß sie ihn in dem gelben Auto gesehen hatten und dass die Eltern dann sofort die Polizei rufen würden.
Er entführte die Schwestern also er wirkte sie und warf ihre Leichen in einen Sumpf. Elizabeth Anderson kaufte erst Jahrzehnte später einen Grabstein für ihre Töchter, nachdem ihr Mann Jack gestorben war. Jack hatte nie glauben wollen, dass die Mädchen wirklich ermordet worden. Er war sich sicher, dass Noles gelogen hatte, wie bei vielen anderen seiner Morder.
Jack hoffte, dass seine Töchter noch lebten, auch weil man nie ihre Leichen gefunden hatte. Er klammerte sich den Rest seines Lebens an diese Hoffnung. Komisch an der Sache ist, dass Noles zuerst versucht hatte, den gelben Dodge in Jacksonville wieder loszuwerden. Doch dann, nachdem er die Anderson Schwestern ermordet hatte, fuhr er noch einen ganzen Monat mit diesem Auto weiter.
Es ist möglich, dass er sich entschied, das Auto zu behalten, weil es ein größerer Nervenkitzel war. Wie wir später noch sehen werden, entspricht Noles dem Profil eines sogenannten Thrill Killers. Er genooss es, die Polizei auszutrixen. Er liebte die Aufmerksamkeit der Medien. Er machte sich genaue Notizen zu seinen Morden und seinen Erfolgen, wie er es nannte.
Er sammelte Zeitungsausschnitte und nahm seine Geständnisse auf Kassette auf. Zu dieser Art von Thrill gehörte bei Notes dann eben wahrscheinlich auch in einem Auto herumzufahren, das Potenzial hatte ihn zu verraten. Für seinen nächsten Mord fuhr Noles noch nicht einmal besonders weit. Am 2. August 1974 fand Marjery How in Atlantic Beach, Florida, einer kleinen Stadt östlich von Jacksonville.
Eine von Hausnachbarinnen sagte der Polizei, daß an dem Tag, an dem Haus starb, ein zweim Meter großer Mann mit hellbraunem Haar an ihre eigene Tür geklopft und nach einer gewissen Betty Johnson gefragt habe. Die Nachbarin kannte aber keine Betty Johnson und How anscheinend auch nicht. Es war wahrscheinlich nur ein Fake Name, den Noles benutzte, um die Leute dazu zu bringen, ihm die Tür aufzumachen.
Es ist interessant, dass die Nachbarin Noles Haarfarbe als hellbraun beschrieb, weil er ganz eindeutig rote Haare hatte. Vielleicht hatte er seine Haare gefärbt. Vielleicht lag es auch am Lichteinfall, dass sie eher bräunlich aussahen, als die Nachbarin ihn durch den Türspalt sah.
Reingelassen hat sie ihn jedenfalls nicht. Er sei daraufhin mit einem Auto weggefahren, das ein eigentümliches Logo auf dem Heck gehabt habe, einen kleinen roten Dämon. Es war ein Dodge Demon, das gleiche Auto, das Noles bei Alice Curtis gestohlen hatte. Irgendwann muss Noles zurückgekommen und dasselbe noch einmal bei Marjery Ha versucht haben.
Er erwirkte sie mit einem Nylonstrumpf. Nachdem er Hau getötet hatte, stahl Noles zwei Dinge aus ihrem Haus. ein Gewehr und einen Fernseher. Den Fernseher schenkte er Jackie Knight. Jackie Knight war Noes Exfrau. Sie hatte damals die Ehe annullieren lassen, nachdem er wieder straffällig geworden war.
Sie blieben aber weiter in Kontakt und Noles ließ sich auf seiner Mordtour immer wieder bei Jackie und ihren Kindern blicken. Er brachte ihn jedes Mal Geschenke mit, weigerte sich aber über sein Leben und seinen aktuellen Job zu sprechen. Stattdessen riss er Witze, dass er jetzt ein erfolgreicher Einbrecher und Dieb sei, der immer die besten Sachen bekomme.
Jackie nahm das alles nicht so ernst, obwohl sie bei Noles Vergangenheit hätte wissen müssen, dass Witze wie diese nie einfach nur Witze waren. Auf seinen Tonbändern behauptet Noles nach dem Mord an Marjerie How, eine Anhalterin namens Alma mitgenommen zu haben. Er vergewaltigte und erwirkte sie.
Ihre Leiche ließ er in einem Waldstück zurück. Die Polizei konnte aber nirgends etwas über eine vermißte Frau namens Elma finden. Sie blieben daher skeptisch, was den Mord anging. Das mag vielleicht töricht klingen, aber man wusste schon kurz nach Noles Festnahme, dass er stark übertrieb, was die Zahl seiner Opfer anging. Auf der anderen Seite war Noles Aussage zu diesem Mord bemerkenswert detailliert. Nachdem er Maru am 2.
August 1974 in Atlantic Beach getötet hatte, fuhr er nach Nordwesten in Richtung Warner Robbins, Georgia, in einer kleinen Stadt etwa 4er Stunden von Jacksonville entfernt. Einen Tag zuvor, am 1. August, hatte eine 13-jährige Schülerin namens Ima Jean Sanders ihr Zuhause in Warner Robbins verlassen. Sie hätte eigentlich den Tag über auf ihre kleine Schwester aufpassen sollen, aber Freunde kamen vorbei, um einmal abzuholen.
Sie sagte zu ihrer Schwester, dass sie die Tür hinter ihr abschließen solle. Dann ging sie aus dem Haus. Ein Jean war schon öfter von zu Hause ausgerissen und immer wieder nach Hause gekommen, so dass ihre Eltern irgendwann aufgehört hatten, der Polizei Bescheid zu sagen. Dieses Mal blieb sie aber verschwunden. Ihre Eltern riefen schließlich doch bei der Polizei an.
und meldeten sie als vermisst. Einmal Jean Sanders ging also am 1. August aus dem Haus und Paul John Noles brach am 2. August in Atlantic Beach auf. Kurze Zeit später, das genaue Datum ist nicht bekannt, nahm Noles eine Anhalterin mit, von der er glaubte, dass sie Alma hieß. Es ist also möglich, dass Alma in Wirklichkeit einer Jean Sanders war.
Wie schon erwähnt behauptete er weiter sie vergewaltigt, erwirkt und im Wald zurückgelassen zu haben. Als er eine Woche später zu der Stelle im Wald zurückkehrte, sah er, dass Wildtiere sich über die Leiche hergemacht hatten. Er hob ihren Kieferknochen auf und vergrub ihn ein paar Meter weiter.
Vielleicht um Beweise zu verstecken, vielleicht auch wegen des Nervenkitzels zum Tatort zurückzukehren und die Taten noch komplexer zu machen. Was genau Noles Absicht war, ist nicht bekannt. Wenn er es tat, um Beweise zu verstecken, war er nicht besonders gründlich, denn den Rest der Leiche ließ er einfach liegen, wo er war. 1976 wurde das Skelett von Eimer Jean Senders gefunden.
Zu diesem Zeitpunkt war kaum noch zu erkennen, dass es sich um menschliche Überreste handelte. 2011 gaben Eimer Jeans Mutter und Schwester DNA Proben bei einer Datenbank für ungelöste Verbrechen ab. Die DNA-proben stimmten mit den Daten vom Skelett aus dem Wald überein. Jetzt wußte die Polizei mit Sicherheit, wer die Alma auf Paul John Noles Tonbändern war.
Nach 37 Jahren konnte die Familie ein Jeans Sanders endlich nach Hause holen und in einem richtigen Grab beisetzen. Der Coldase war gelöst. Nach dem Mord an Eimer Sanders schaute Noles noch erneut bei Jackie Knight und ihrer Familie vorbei und übernachtete die nächsten drei Wochen bei ihnen. Das könnte auch eine Erklärung dafür sein, warum er noch einmal an den Tatort zurückkehrte.
Im Fall Eimer Sanders bli länger in der Gegend als bei allen anderen Morden. Nach drei Wochen schien Jackys Gastfreundschaft schon etwas überstrapaziert zu haben. Sie legte ihm nahe, sich eine andere Bleibe zu suchen. Am 23. August war Nes wieder auf der Straße. Er fuhr durch Musella Georgia. Dort fand er sein nächstes Opfer, eine 24-jährige Mutter namens Su Pierce.
Er erwirkte sie in ihrem Haus mit einem Telefonkabel vor den Augen ihres dreijahre alten Sohnes, den er aber verschonte. Es ist möglich, daß er den kleinen Jungen am Leben ließ, weil er noch zu jung war, um ihm vor Gericht gefährlich werden zu können. Im Gegensatz zu den Anderson Schwestern, die schon 7 und 11 Jahre alt waren.
Nolz ließ Su Peierce Leiche im Badezimmer liegen, stahl ihr Bargeld und fuhr nach Norden. Sehr weit nach Norden. Zwei Wochen später verschwand ein Mann namens William Bates spurlos. Er wurde zuletzt mit einem rothaarigen Mann in einer Bar gesehen in Lima, Ohio, über 1000 km von Newella Georgia entfernt. In der Nähe der Bar stellte die Polizei Alice Curtis gelben Dodge Demon sicher.
An Thanksgiving 1974 fand ein Jäger Bates nackte Leiche in einem Wald. Noles hatte ihn erwirkt. Zuvor hatte er ihn mit Isolierband gefesselt. und ihm den Mund zugeklebt. Notes Stahl Bats roten Chevy im Parler und seine Kreditkarten. Er fuhr den Chevy bis zu seiner Verhaftung. Unterwegs stall er immer wieder neue Nummernchilder, um seine Spuren zu verwischen.
Als nächstes fuhr Noles nach Südwesten. Er durchquerte Montana, Uta und Nevada. In Nevada fuhr er durch einen Ort namens I Osten des Staates. Er war inzwischen fast 3000 km von Lima Ohio entfernt. William Bates Kreditkarten waren alle am Limit. Nols brauchte also dringend neues Geld und er war bereit dafür zu töten.
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