Wahre Verbrechen I Das verschwundene Kind I True Crime Dokumentation T – Part 2
Und auch wenn der Butzemann im deutschsprachigen Raum über die letzten Jahrzehnte als Kinderschreck etwas in Vergessenheit geraten ist, in den USA kennt man dieses Monster unter dem Namen The Boogie Man noch heute. The Boogie Man ist ein Monster, das Kinder jagt, sie stielt und verschlingt. Wenn Kinder von Boogie Man hören, ist das oft ihre erste Begegnung mit der Angst an sich.
Er ist eine Warnung vor den unbekannten Bedrohungen, die in der Welt um uns herumlauern. Wenn wir älter werden, verstehen wir, dass die teuflische Gestalt des Butzemanns, des Monsters unterm Bett oder eben des Boogie Man nur ausgedacht ist. Reine Fiktion, alles nur eine gruselige Geschichte. Doch manchmal gibt es Menschen, die diesen ausgedachten Monstern an Grausamkeit in nichts nachstehen.
Und über so einen Menschen wollen wir heute sprechen. Sein Name war Albert Fish und er war ein echter Boogy einer, der Kinder jagte, sie entführte und verschlang. Dieser Boogie Man war kein Monster mit roten Augen und scharfen Clownen, das die Kinder nachts aus dem Bett holte, wenn sie schliefen. Albert Fish war ein älterer Herr mit grauen Haaren und blauen Augen, der Kinder am helligsten Tag an die Hand nahm und wegführte.
Seine niederträchtigsten Verbrechen beging er zwischen 1924 und 1928 in New York. Und wenn man von seinen Taten hört, fällt es manchmal leichter, sich ihn als albtraumhaftes Monster vorzustellen und nicht als das, was er war. Ein Mensch aus Fleisch und Blut, so real wie wir alle. Ein echter Mensch, der einige der schlimmsten Verbrechen begangen hat, die man Kindern antun kann.
Hi, ich bin Diane Hilcher und ich bin Max Spalle. Jeden Montag beschäftigen wir uns in diesem Podcast mit einem berühmten Serienkiller. Mit seinem Leben, seiner Psyche und seinen Taten. Serienkiller Mörder und ihre Geschichten ist ein Spotify und Podcast Original. Heute geht es um Albert Fisch, Ehemann, Vater von sechs Kindern und äußerlich ein freundlicher, älterer Herr.
Doch hinter der Fassade verbarg sich einer der grausamsten Serienmörder des 20. Jahrhunderts. Er ist die Straße entlang geschlurft, hat mit sich selbst gesprochen und komische Bewegungen mit seinen Händen gemacht. Ich werde diese Hände niemals vergessen. Es schaudert mich, wenn ich an sie denke. Wie er sie immer wieder auf und zugemacht hat. Auf und zu.
Auf und zu. Ich habe gesehen, wie er Francis und die anderen angeguckt hat. Ich habe sein dichtes graues Haar gesehen, seinen hängenden grauen Schnurrbart. Alles an ihm wirkte verblasst und grau. Der graue Mann hat sich zu mir gedreht und sich an den Hut getippt. Dann verschwand er. Das waren die Worte von Anna McDonald, die den Mann beschrieb, der ihren achtjährigen Sohn Francis entführt und ermordet hat. Das geschah 1924.
Francis Mörder gestand die Tat erst, als man ihn schon zum Tode verurteilt hatte, 11 Jahre später im Jahr 1935. Der Name des Mörders war Albert Fish. Anna McDonald’s Beschreibung von Albert Fish lässt erahnen, was diesen Mann so gefährlich machte. Auf die meisten Menschen wirkte Fisch wie ein exzentrischer, aber letztlich harmloser alter Mann.
In Wirklichkeit war er jedoch ein kaltes, gerissenes und opportunistisches Raubtier. Selbst nachdem er seine Taten gestanden hatte, hatten die Leute immer noch Schwierigkeiten zu glauben, dass er zu diesen Dingen fähig war, die er behauptete, getan zu haben. Für alle, die zum ersten Mal von Albert Fish und seinen Verbrechen hören, hier ein kurzer Überblick.
Es wird angenommen, daß Fisch in seinem Leben über hundert Kinder sexuell missbraucht, 15 ermordet und vier von ihnen gegessen hat. Am Ende wurde er nur für einen Mord verurteilt, an dem der Zehnjährigen Grace Butt. Nach seinem Schuldspruch und dem Todesurteil für diesen Mord gestand Fisch auch den Mord an Francis McDonald und an einem weiteren Jungen, dem vierjährigen Billy Gffney.
Fisch konnte nie genau sagen, wieso er den Drang verspürte, Kinder zu missbrauchen und umzubringen. Manchmal machte er seine Erfahrung als kleiner Junge in einem Weisenhaus dafür verantwortlich. Bei anderer Gelegenheit sagte er, dass seine Morde Opfer für Gott gewesen sein, um für seine Sünden zu büßen. Wohl dem, der deine Kinder packt und sie am Felsen zerschmettert.
Albert Fish wurde zu Lebzeiten von vielen Ärzten untersucht, doch der Psychiater, der die meiste Zeit mit ihm verbrachte, war Dr. Frederick Wortham. Neben den Sitzung mit Fisch selbst recherchierte Wortham auch zu Fischs Vergangenheit und führte Gespräche mit denen, die ihn kannten. Als er seine Diagnose stellte, sagte er, dass er einen Fall wie den von Fisch noch nie zuvor gesehen habe.
Albert Fish kam aus einer Familie, in der es viele psychische Erkrankungen gab. Dazu zählte ein Onkel mit religiöser Psychose und die Mutter von Albert Fisch, die unter Halluzination l. In seinem abschließenden Befund diagnostizierte Dr. Wortham Fisch eine paranoide Psychose mit einem religiösen Komplex.
Das heißt, dass er Halluzinationen und Warnvorstellungen hatte, die vor allem religiöser Natur waren. Dabei entwickelt sich das wissenschaftliche Verständnis von psychischen Störung natürlich ständig weiter. Und auch Worthams Diagnose von 1935 kann auf einen modernen Stand gebracht werden. Demnach ist es wahrscheinlich, dass Fisch schizophren war.
Schizophrenie ist eine Form von psychotischer Störung, bei der die Betroffenen unter Realitätsverlust leiden können. Die Krankheit macht sich über abnormale Gedanken und Verhaltensweise der Betroffenen bemerkbar. Im Fall von Albert Fish waren das Warnvorstellungen und Halluzinationen. Unter Warnvorstellung versteht man irrationale Gedanken oder Vorstellungen, von denen die Person glaubt, dass sie wahr sind, trotz der Faktenlage, die das Gegenteil beweist.
Bei Halluzination sehen oder hören wir Dinge, die schlicht nicht da sind. Albert Fish erzählte Dr. Worthom einmal: “Durch Abraham, der seinen Sohn Isaak opfern soll, hatte ich so einen Gedanken. Es schien mir immer so, als müsste ich ein Kind als Opfer darbringen, um mich vor Gott von meiner Ungerechtigkeit, meinen Sünden und meinen Greultaten reinzuwaschen.
” Fisch glaubte, dass er für seine Sünden büste, indem er Kinder opferte. Obwohl seine Religion ebenfalls sagt, du sollst nicht töten. Das ist ein gutes Beispiel für seine Warnvorstellungen. Auch wenn Fisch wusste, dass Töten eine Sünde war, tat er es trotzdem, weil er glaubte im Recht zu sein. Wenn es falsch wäre, dann würde mich ein Engel im letzten Moment davon abhalten.
Natürlich passierte das nicht. Was seine Halluzination betraf, behauptete Fisch mehrmals verschiedene religiöse Figuren gesehen oder gehört zu haben. Er sagte, sie alle würden ihm befehlen, Dinge zu tun. Einmal verbrachte Fisch die ganze Nacht eingerollt im Teppich auf dem Fußboden, weil es ihm der Heilige Johannes befohlen habe.
Ein anderen Mal wurde Fisch von seinem ältesten Sohn dabei beobachtet, wie er versuchte, eine schwarze Katze zu fangen und zu töten. Nachdem er eine Falle für die Katze gebaut hatte, rief Fisch seinen Sohn Albert Junior in den Keller, weil er ihm helfen sollte. Fisch lief kreuz und quer durch den Keller und versuchte die Katze mit der Hand zu fangen.
Doch laut Albert Junior war nirgends eine schwarze Katze zu sehen. Darüber hinaus gab es noch einen weiteren wichtigen Abschnitt in Worthams Diagnose. Wortham zu dem Schluss, dass Fisch vor allem durch den Drang getrieben war, anderen Schmerzen zuzufügen und dass andere wiederum ihm Schmerzen zufügen mußten. Zu seiner sexuellen Befriedigung.
Wthom schrieb: “Es gab keine uns bekannte Perversion, die Fisch nicht auslebte und er lebte sie häufig aus.” Mit Perversionen meint Wortham hier die krankhaften sexuellen Praktiken und Fantasien, die Fisch an seinen Opfern auslebte. Heutzutage würde man diese sogenannten Perversionen als paraphile Störung bezeichnen.
Eine paraphile Störung kann knapp als extremes sexuelles Verlangen beschrieben werden, bei der die aktive Person oder andere zu Schaden kommen können, wenn die Person ihre Neigungen auslebt. Basierend auf Worthams Schlussfolgerungen kann bei Fisch von mehreren paraphilenstörungen ausgegangen werden. Die beträchtlichsten in seinem Fall sind sexuell motivierter Masochismus, sexuell motivierter Sadismus und Pädophilie.
In Kombination mit der Theorie, dass Fisch auch Symptome von Schizophrenie zeigte, kann man davon ausgehen, dass dies ein Mann mit einem äußerst ungesunden Geist war, um es milde auszudrücken. Gehen wir nun mehrere Jahre zurück und schauen uns die möglichen Ursachen dafür an, warum Albert Fish sich zu dem entwickelte, was er war.
Um die Geschichte von Albert Fish zu verstehen, muss man sich mit der Kindheit dieses Kindermörders befassen. Albert Fish wurde am 19. Mai 1870 als Hamilton Howard Fish in Washington DC geboren. Seine Eltern waren Randall und Allenfish. Hamilton war ihr jüngstes von vier Kindern. 1875, als Hamilton 5 Jahre alt war, starb sein Vater Rand Fish überraschend an einem Herzinfarkt.
Allenfisch musste sich daraufhin alleine um die vier Kinder kümmern. Außerstande, alle Kinder versorgen zu können, gab Allen ihren Sohn in die Opphut des St. John’s Openage, ein Weisenhaus, in dem er bis 1879 blieb. Hier eine kurze Passage aus Dr. Worthams Aussage während des Prozesses gegen Albert Fisch.
Die Erlebnisse im Weisenhaus sind von großer Bedeutung, weil er seine frühsten sexuellen Abnormitäten mit dieser Zeit verknüpft. Er hat mir lebhaft geschildert, dass die Menschen dort nicht nur sexuelle Handlung miteinander vollzogen haben, sondern dass er auch an solchen teilgenommen und dass es den größten Eindruck auf ihn gemacht hat.
Eine der Aufseherinen dort, eine Schwester oder Lehrerin, hatte es sich zu Gewohnheit gemacht, die Jungen auszupeitschen. Sechs von ihnen gleichzeitig, wobei sie sich ausziehen mussten und immer ein Junge dabei zusehen musste, was mit den anderen passierte. Er erinnert sich genau daran, wie er beim Auspeitschen der anderen Jungen zuschauen musste und dass er das Gefühl sexueller Erregung zum ersten Mal schon vor seinem siebten Lebensjahr verspürte.
Dieses Gefühl trat ein, als er selbst ausgepeitscht wurde und als er dabei zuschaute. In diesem Teil seiner Aussage beschreibt Worham die Ursprünge dessen, was Fisch antrieb, die Basis seiner Motive. Fisch selbst faßte die vier Jahre im Weisenhaus als Zeit zusammen, in der er gelernt habe, zu lügen, zu betteln und zu stehlen.
Er sagte: “Ich war dort, bis ich fast 9 Jahre alt war und da bin ich auf die schiefe Bahn gebracht worden. Wir wurden erbarmungslos ausgepeitscht. Ich habe viele Jungs Sachen machen sehen, die sie nicht hätten tun sollen. Es scheint als sein diese Jahre prägend für Albert Fisch gewesen, was seine vielen Störungen und kriminellen Aktivitäten betrifft.
Als Kind körperlicher Misshandlung und sexuellem Missbrauch ausgesetzt zu sein und gezwungen zu werden, dasselbe bei anderen mit ansehen zu müssen, richtet enorme Schäden an. Für Fisch war das ein Trauma, das er verinnerlichte und dann immer wieder aufleben ließ mit den Kindern, die zu seinen Opfern wurden.
Wahrscheinlich entwickelte sich als Folge der Erlebnisse im Weisenhaus seine sexuelle Vorliebe für kleine Kinder, besonders für kleine Jungen. Außerdem stellte er hier die Verbindung zwischen Sex und Gewalt her. Er fing an Gewalt und Schmerz mit sexueller Befriedigung ins Verhältnis zu setzen.
Gewalt, die er anderen antat und die ihm selbst angetan wurde. Das Bedürfnis anderen Schmerz zuzufügen und selbst welchen zu spüren, war sein Hauptimpuls. Er sagte: “Ich hatte immer das Verlangen, anderen Schmerz zuzufügen und dass mir Schmerz zugefügt wird. Mir hat schon immer alles gefallen, was weh tut. Das Verlangen den anderen Schmerzen zu bereiten, das ist [räuspern] das Höchste.
Das steht an erster Stelle. Hier haben wir es mit sexuell motiviertem Sadismus und Masochismus zu tun. Zwei der paraaphielen Störungen, über die wir schon gesprochen haben. Bei einer sexuellsadistischen Störung wird sexuelle Befriedigung erlangt, indem einer anderen Person nicht einvernehmlich Gewalt angetan wird. Eine sexuell masochistische Störung liegt vor, wenn eine Person sexuelle Befriedigung über Schmerzen und Gewalt erlangt, die ihr selbst zugefügt wird.
Sexueller Masochismus wird aber nur dann als Störung eingestuft, wenn die Person unter ihrem Sexualverhalten leidet und dadurch in ihrem täglichen Leben beeinträchtigt wird. Während sich der sexuelle Sadismus bei Fisch eindeutig in der Natur seiner Verbrechen spiegelte, manifestierte sich sein sexueller Masochismus auf andere Weise.
Oft peitschte er sich selbst aus, meistens während er masturbierte. Er wurde außerdem mehrmals dabei beobachtet, wie er sich bei Masturbieren mit einem Paddle schlug, das mit Nägeln besetzt war. Es star sich auch häufig Nadeln in sein Unterleib und seine Genitalien manchmal so tief, dass er sie nicht wieder herausziehen konnte.
Nach seiner Verhaftung sprach er über diese Angewohnheit, doch man glaubte ihm nicht, zumindest so lange nicht, bis seine Röndgenaufnahme zeigte, dass ich in seiner Beckenregion 27 Nadeln befanden. Als Fisch gefragt wurde, warum er sich Nadeln in den Körper steckte, schwankten seine Antworten zwischen simpel und hochtrabend.
Einmal sagte er, ich gerate dann in so eine Stimmung und kann dann einfach nicht anders. Als ihm dieselbe Frage ein andermal gestellt wurde, war seine Antwort eine ganz andere. Er sagte diesmal: “Jesus hat mir eine Nachricht geschickt.” Die Jahre, die Fisch im Weisenhaus verbracht hat, könnten der Ursprung seines religiösen Warns und seiner Halluzination sein.
Wham sagte, dass die Jungen dort eventuell missbraucht wurden von einer Schwester, einer Nonne. zu sehen, dass eine religiöse Autoritätsperson so brutale sadistische Dinge tut, könnte bei Fisch den Glauben geweckt haben, dass all diese Dinge von Gott selbst gut geheißen wurden. Wenden wir uns wieder der Biografie von Albert Fish zu.
Im Jahr fand seine Mutter eine Arbeit beim Start und konnte ihren Sohn endlich aus dem Weisenhaus holen. Als er 15 war, änderte Hamilton seinen Namen zu Albert, um einen lästigen Spitznamen loszuwerden, den ihm seine Freunde gegeben hatten. Ham and Ernahm den Namen Albert von einem jüngeren Geschwisterkind, das als Baby gestorben war.
Mit dem neuen Namen befreite Fisch von seinem erniedrigenden Spitznamen. Er konnte sich dadurch aber auch von traumatischen Erlebnissen aus seinem bisherigen Leben befreien. Indem er sich einen neuen Namen gab, vor allem den des verstorbenen Bruders, erlebte Fisch eine Art Wiedergeburt, einen Neuanfang. Es war als würde Fisch sein eigenes Leben neu beginnen, wo sein kleiner Bruder aufgehört hatte, als er starb.
Hamilton war ein Opfer gewesen, von anderen missbraucht und drangsaliert. Über seinen neuen Namen konnte sich Fisch von dieser alten Identität lösen. Als Albert konnte er seine Identität selbst definieren und zum ersten Mal Kontrolle über sein Leben übernehmen. Wie über sein ganzes Leben ist auch über die Jugend von Albert Fish nicht viel bekannt.
Fish erzählte Wortham, dass er in seiner Jugend als Prostituierter gearbeitet habe, dass er Geld genommen habe für Sex mit Männern. Es ist unklar, wann genau das war und wie lange es ging. Als er 17 war, fing Fisch an Gelegenheitsarbeiten zu machen, vor allem als Anstreicher. Diese Station in Fischs Leben wird später noch wichtig werden. In den 1890ern gab es zwei wichtige Ereignisse in Fischs Leben.
Er zog mit seiner Mutter von Washington DC nach New York City und dann im Jahr 1898 heiratete er seine erste Frau Anna. Im Laufe der nächsten 19 Jahre bekamen Albert und Anna sechs Kinder. Doch wie geht das zusammen? Mörder und Triebtäter auf der einen, Ehemann und Vater auf der anderen [räuspern] Seite. Diese Frage werden wir uns als nächstes widmen.
Albert arbeitete als Maler und Tapezierer, um seine Familie zu versorgen. Um Aufträge zu bekommen, fuhr er in andere Städte und Staaten, während seine Frau mit den sechs Kindern zu Hause blieb. Aus Alberts Sicht muß alles gut gewesen sein, denn was dann passierte, war ein enormer Schock für ihn. Im Jahr 1917 nach 19 Jahren Ehe verließ Anna, Albert und die Kinder plötzlich, um mit einem anderen Mann davon zu laufen.
Anna verkaufte alles har und gut im Haus der Familie, sodassbert und die Kinder mit buchstäblich leeren Händen daasten. Ert war auf einmal alleinerziehender Vater und Versorger für sechs Kinder. Später würde Fisch das Weglaufen seiner Frau mit den Verbrechen gleichsetzen, die er an Kindern verübt hatte. mit dem Missbrauch und den Morden.
Aus dem Gefängnis heraus schrieb er an eine seiner Töchter: “Ich möchte nur noch dafür leben, dass ich vor Gericht erzählen kann, was ihr für eine [ __ ] als Mutter hattet, was für eine Frau ich hatte.” In diesem Brief scheint Fisch den Eindruck, erwecken zu wollen, dass er das Opfer seiner Frau war. Er schien tatsächlich zu glauben, daß man ihm mehr Sympathie entgegenbringen würde, wenn erst einmal herauskam, was seine Frau ihm angetan hatte.
So als wäre das, was er getan hatte, genauso schlimm wie seinen Mann und seine Kinder zu verlassen. Vielleicht markierte das Weglaufen seiner Frau ein Wendepunkt im Leben von Albert Fish. Es könnte ein so einschneidendes Erlebnis gewesen sein, dass es das Fass zum Überlaufen brachte. Wenn Fisch erst kriminell wurde, nachdem ihn seine Frau verlassen hatte, dann könnte das sein.
Mit sechs Kindern im Stich gelassen zu werden, wäre für jeden ein traumatisches Erlebnis. Wenn Fisch diese gewalttätigen sexuellen Triebe schon vorher hatte, sie bis dahin aber nie ausgelebt hat, dann hätte ihn dieses Ereignis dazu bringen können, seine Gewaltfantasien in die Tat umzusetzen. Doch Dr.
Worthams Erkenntnissen zufolge hatte sich Fisch schon über Jahre davor an Kindern vergangen. Während des Prozesses versuchte James Damsey, der Rechtsanwalt von Albert Fisch, zu beweisen, dass sein Mandant aufgrund der extremen Natur seiner Verbrechen unzurechnungsfähig war. Zu seiner Strategie gehörte Dr. Worthham nach Fischs langer und brutaler Vorgeschichte in Bezug auf sexuellen Missbrauch zu befragen.
Der erklärte: “Seine sexuelle Karriere, wenn man das so nennen will, begann er mit 17, als er Anstreicher wurde. Diesen Beruf hat er zu seinem Vorteil genutzt. Er hat in allen möglichen Einrichtungen gearbeitet, in jeder Sorte heim, wo es Kinder gab, wo er dachte, dass er an Kinder herankommen könnte. An diesen Orten machte er die Keller zu seinem Quartier.
Jetzt streift dieser Mann schon seit 50 Jahren durch die Keller. In dieser Zeit gab es so viele, ja, unzählige Fälle, dass ich Ihnen nicht sagen kann, wie viele es sind. Aber ich glaube nach bestem Wissen, dass er 100 Kinder vergewaltigt hat, mindestens. Durch sein Beruf als Anstreicher war Albert Fish viel unterwegs. Es scheint, dass er die meisten seiner Verbrechen fernabuse verübt hat.
Wenn etwas schiefging oder jemand misstrauisch wurde, konnte Fisch schnell seine Sachen packen und zu seinem nächsten Auftraggeber fahren. Worham ging detailliert auf einige grausame Verbrechen in dieser Zeit ein, von denen Fisch ihm erzählt hatte. Eines davon ereignete sich 1911, als Fisch auf einen 19-jährigen namens Thomas Cadden traf.

Cadden sah jung aus für sein Alter und war wahrscheinlich geistig behindert. Als Warnung für unsere Zuhörerinnen und Zuhörer, was nun folgt, enthält explizite Gewaltbeschreibungen. Fisch brachte Cadden zu einer verlassenen Scheune, wo er ihn fesselte und wochenlang folterte. Als seine Arbeit als Anstreicher abgeschlossen war, konnte er es sich nicht länger leisten, Cadden als seinen Gefangenen zu behalten.
Als letzten sadistischen Akt wollte er Cadden zerstückeln und fing an, ihm tiefe Schnittwunden zuzufügen. Doch dann hielt er inne. Wortham sagte aus, dass Fisch offenbar einen Sinneswandel hatte, als er die Qual in Caddens Gesicht sah. Fisch reinigte die Wunden so gut er konnte. Erband Cadden los, legte ihm seine Kleidung und einen Dollar Schein hin und floh.
Fish sagte, dass er nicht wüsse, ob Kden überlebt hat oder nicht. Er habe nie versucht, es herauszufinden. Auch wenn es bestimmt nicht förderlich für seine psychische Gesundheit war, dass seine Frau ihn verlassen hatte, war dieses Ereignis nicht der Auslöser für Albert Fischs grausame Taten. Fisch hatte schon jahrelang Verbrechen wie dieses begangen, bevor er verheiratet war und dann als Ehemann und Familienvater.
Und er machte weiter, nachdem seine Frau das weitergesucht hatte. Wenn wir uns den Fall Thomas Cadden noch einmal anschauen, fällt zuerst auf, wie brutal Fisch sein Opfer gequält hat. Dem gegenüber steht das, was als Sinneswandel bezeichnet wurde, als Fisch sich dazu entschied, Cden am Leben zu lassen.
Angeblich, nachdem Fisch das Leid in Caddens Gesicht gesehen hat. Dieses Umschwenken klingt fast so, als hätte dieser Serienmörder noch einen Funken Empathie in sich gehabt. Das ist möglich. Fisch wurde von seinem Bedürfnis getrieben, Menschen Schmerzen zuzufügen, aber vielleicht hatte er hier das Gefühl, zu weit zu gehen.
Kans Light könnte in ihm Erinnerungen ans Weisenhaus wachgerufen haben, wo er selbst eingesperrt war und von seinen Schutzbefohlenen gefoltert wurde. Diese Erinnerung könnte ihn dazu gebracht haben, aufzuhören. Schauen wir uns nun an, was für ein Ehemann und Vater Albert Fish gewesen ist. Im Prozess sagte Dr. Worthom, sexuell war Fisch hauptsächlich an Kindern interessiert, die ungefähr zwischen fünf und 16 Jahre alt waren.
Als Wortham nach Fischs Ehe gefragt wurde, sagte er, dass Fisch nicht fähig sei, echte Gefühle für eine reife Person zu entwickeln. einschließlich Gefühle wie Freundschaft und Liebe. Gleichzeitig hielt die Ehe von Albert und Anna fast zwei Jahrzehnte und nachdem Anna ihn verlassen hatte, heiratete Fisch noch drei weitere Male.
Über all diese Beziehung ist nicht viel bekannt. Fish hat aber ausgesagt, dass er beim Sex mit all seinen Frauen Sadomasochismus praktiziert hat. Er hatte sich von jeder Frau versichern lassen, dass sie offen dafür war, bevor er sie geheiratet hat. Anna war erst 19un, als sie Albert Fish im Jahr 1898 geheiratet hat. Er war 28.
Sie wird voll und ganz auf ihren Mann als Versorger angewiesen gewesen sein. Es ist also nicht unwahrscheinlich, dass sie allem zustimmte, was er machen wollte, egal, ob sie wollte oder nicht. Es ergibt Sinn, dass sie Albert erst verlassen hat, als sie schon einen anderen Mann gefunden hatte, einen neuen Versorger.
Aber wenn dieser andere Mann imstande war, für sie zu sorgen, wäre es eigentlich nicht nötig gewesen, alle Möbel und sonstige Harbseligkeiten der Familie zu verkaufen. Es ist nicht klar, was Anna Fish über die wahre Natur ihres Mannes wusste oder herausgefunden hat, aber die Art und Weise, wie sie ging, dass sie Albert und die Kinder mit nichts zurückließ, ist auffällig hart.
Es kann natürlich sein, dass sie ihrer Familie absichtlich Schaden zufügen wollte. Angesichts Albert Fishs sadistischer Tendenzen ist es möglich, dass Anna in der Ehe missbraucht wurde. Vielleicht wollte sie ihm so weh tun, wie er ihr weh getan hat. Eine andere Möglichkeit ist, dass Anna wusste, dass ihr Mann kriminell war oder es zumindest vermutete.
Vielleicht war der Verkauf des Hausinventars all der irdischen Besitztümer für sie eine Art Säuberung, eine Reinwaschung sozusagen. Sie hat sich allem entledigt und mit allem Schluss gemacht, um eine Kluft zu ziehen zwischen sich und dem, was sie herausgefunden oder erlebt hat. Schauen wir uns Fisch als Vaterfigur an. [räuspern] Als seine Kinder zu ihrem Vater befragt wurden, beschrieben sie ihn als sanften Mann, der sie in keinster Weise misshandelt habe.
Er habe weder geraucht, noch getrunken, er sei ein frommer Mann gewesen, alles in allem ein treusorgender Vater. Es kommt vor, dass ein so brutaler krimineller Mensch gleichzeitig ein liebevoller Vater sein kann. Zu den psychischen Abwehrmechanismen bei Serienmördern gehört die Bereichsbildung. bei der alles in verschiedene Schubladen sortiert wird.
Es ist die Fähigkeit, die eigene Identität zu teilen, soß gegensätzliche Gedanken, Emotionen oder Triebe voneinander getrennt bleiben. [räuspern] Es ist möglich, dass Fisch seine Identität als Vater von seiner Identität als pädophiler Sexualstraftäter trennen konnte. Hier stützen wir uns aber auch auf die Aussagen seiner Kinder während eines Gerichtsverfahrens.
Das meiste, was Sie über Ihren Vater gesagt haben, kam während seines Prozesses heraus, als sie für seine Verteidigung aussagen sollten. Sie haben absichtlich versucht, ihn in ein gutes Licht zu rücken. Es ist durchaus möglich, dass schlimme Dinge passiert sind, über die sie nicht sprechen wollten oder sprechen konnten, wenn sie sich in einem Zustand der Verleugnung befunden haben.
Sie könnten von ihrem Vater übernommen haben, sein Verhalten in verschiedene Bereiche zu unterteilen, was es ihnen möglich machte, seine dunklen Eigenschaften zu ignorieren oder zu leugnen. Das könnte der Fall gewesen sein, denn unter dem Druck der Nachfragen gaben all seine Kinder zu über die seltsamen Verhaltensweisen ihres Vaters Bescheid zu wissen, auch über seine Selbstgeißelung und seine Halluzination.
Sein ältester Sohn Albert Fish Junior konnte sich an eine Ereignis besonders gut erinnern. Er erzählte: “Es war im Jahr 1922. Meine Brüder Henry, Jean und ich spielten Football, als wir unseren Vater auf einem Hügel stehen sahen, nicht weit von uns entfernt. Er hatte die Hand gehoben und immer wieder etwas geschrien.
Er hat geschrien: “Ich bin Jesus Christus.” Es ist auch interessant, dass es die Töchter von Albert Fisch waren, die ihren Vater am positivsten beschrieben haben. Im Gegensatz zu den Söhnen. Bedenkt man, dass Fisch angeblich kleine Jungen als Opfer vorzog, könnte das ein wichtiges Detail sein, das eventuell einen Hinweis darauf gibt, was wirklich in dieser Familie vor sich ging.
Als Fisch den Mord an Grace But gestanden hatte, spürten Reporter sein Sohn Albert Fish Jr. auf, um einen Kommentar von ihm zu bekommen. Er sagte: “Der alte Schweinehund. Ich wusste, dass so etwas früher oder später passieren wird. Ich will nichts mit ihm zu tun haben und ich werde nichts unternehmen, um ihm zu helfen.
Aber Junior könnte also schon immer mehr gewusst haben, als er zuvor Preisgeben wollte oder konnte. Als er hörte, was sein Vater getan hatte, glaubte er es sofort und reagierte mit Abscheu. Albert Fish macht in einem Brief an eine seiner Töchter klar, was er von den Worten seines Sohnes hielt. Er schrieb: “Das ist nicht mein Sohn.
Wenn du noch mal irgendetwas für mich tun willst, dann nennst du ihn nie wieder deinen Bruder. Lass ihn nie wieder in dein Haus. Bring deinen Kindern bei, ihn zu verachten. In diesem Auszug zeigt Albert Fisch sein wahres Ich, sein Bedürfnis auf Menschen loszugehen und ihnen Schmerzen zuzufügen. Er wollte seinen Sohn auf die gleiche Weise treffen, wie er ihn getroffen hatte.
Und auch wenn sie vielleicht nicht sexueller Natur war, muss es ihm eine gewisse Befriedigung verschafft haben, Macht über seinen ältesten Sohn auszuüben, indem er seine Familie gegen ihn aufbrachte. Am Ende werden wir nie erfahren, ob Fisch auch seinen eigenen Kindern etwas angetan hat. Es ist aber unbestreitbar, dass er viele andere Kinder im ganzen Land missbraucht hat.
Wie am Anfang dieser Folge erwähnt, hat Fisch nur drei Morde gestanden. Den ersten davon verübte er am 14. Juli 1924. Es war ein heißer Sommertag im Stadtteil Port Richmond of Staten Island, New York. Der achtjährige Francis McDonald spielte alleine draußen, als seine Mutter Anna McDonald nach ihm schaute. Anna ließ ihren Blick über die Nachbarschaft wandern und sah, wie ein älterer Mann mit schlurfendem Schritt die Straße herunterkam.
Der Mann starrte ihren Sohn an. Als er bemerkte, dass sie ihn beobachtete, grüßte er kurz und ging weg. Später am Tag war Anna McDonald in der Wohnung und kümmerte sich um ihre kleine Tochter. Francis ging raus, um mit seinen Freunden und seinem jüngeren Bruder auf der Straße zu spielen. Enna wusste nicht, dass der alte Mann zurückgekommen war und auf eine neue Gelegenheit gewartet hatte.
Laut Francis Freunden hatte der alte Mann Francis zu sich gewunken, während sie weiterspielten. Als sie das nächste Mal in die Richtung ihres Freundes schauten, waren Francis und der alte Mann verschwunden. Als Francis nicht zum Abendessen nach Hause kam, erzählte sein kleiner Bruder den Eltern von dem alten Mann.
Francis Vater, der Polizist in Staten Island war, rief einen Suchtrup zusammen, der das ganze Viertel absuchte. Die Leiche des Jungen wurde schließlich in einem nahe gelegten Wald entdeckt, versteckt unter Blättern und Ästen. Zeitungsberichten zufolge wurde Francis grausam misshandelt und dann mit seinen eigenen Hosenträgern erwirkt.
Die Autopsie ergab, dass Francis noch unverdaute Rosinen im Magen hatte. Die Beamten gingen davon aus, dass der Kidnapper die Rosinen benutzt hat, um Francis Vertrauen zu gewinnen und ihn von seinen Freunden wegzulocken. Die Beamten hatten keine Spuren oder Hinweise, wer das Verbrechen begangen haben könnte.
Als Fisch 1934 verhaftet und zu diesem Mord befragt wurde, bestritt er seine Schuld und sagte, dass er nichts damit zu tun hatte. Erst nachdem er den Mord an Grace But gestanden und zum Tode verurteilt worden war, gestand er auch den Mord an Francis McDonal. Fisch hatte geplant, den Jungen zu zerstückeln, doch glaubte jemanden im Wald in seine Richtung kommen zu hören.
Also versteckte er die Leiche so gut er konnte und floh. Dieser Fall ist von besonderer Bedeutung, weil er zeigt, wie Fisch bei seinen Morden vorgegangen ist. Er suchte sich seine Opfer in einkommenschwachen Vierteln wie Paul Richmond auf Staten Island. Fish sagte, dass er Gegenden wie diese bevorzugte, insbesondere Viertel mit überwiegend schwarzer Bevölkerung.
Er sagte, wenn ein Kind in einem dieser Viertel verschwand, wurde darum nicht so viel Aufhebens gemacht. Das könnte der Grund sein, warum die meisten Opfer von Fisch unbekannt waren. Er hatte es auf besonders schutzlose Kinder abgesehen, auf solche, deren Verschwinden aufgrund ihrer Klassenzugehörigkeit und ihrer Hautfarbe nicht in den Zeitung gemeldet wurde.
Fisch verließ sich bei seinen Verbrechen auf das Desinteresse der Öffentlichkeit. Im Fall von Francis McDonald passiert aber das Gegenteil. Die Zeitung in New York berichteten ausgiebig über die Entführung und den Mord. Es war eine große Story, zumindest am Anfang. Fisch hatte sich anscheinend verkalkuliert, als er sich Francis McDonald als Opfer aussuchte.
Es muss ihm entgangen sein, dass dieser Junge der Sohn eines Polizeibeamten war, dem alle Mittel zur Verfügung standen, um sicherzustellen, dass das Verschwinden seines Sohnes angezeigt und untersucht wurde. Trotzdem wurde Fisch nicht gefasst. Die Ermittlung liefen ins Leere. Fisch war geübt darin, unauffällig durch die Viertel zu streifen und er war sehr gut darin, nicht gefasst zu werden.
Wie Fisch sagte, wollte er Francis McDonald noch mehr antun. Er wollte den Jungen zerstückeln, doch dann hörte er ein Geräusch. Obwohl Fisch gerade dabei war, sich seinen mörderischen Trieben hinzugeben, achtete er auf seine Umgebung und blieb wachsam, um nicht entdeckt zu werden. Er nahm sich genügend Zeit, seinen Verbrechen zu verbergen.
Erst dann machte er sich davon. W im Fall Francis McDonald benutzte Fisch Bonbons, Rosinen oder andere Süßigkeiten, um seine Opfer dazu zu bringen, mit ihm mitzugehen. Manchmal gab er ihn auch Geld, was in den armen Gegenden, in denen die Kinder lebten, ein noch größerer Anreiz war. Das zeigt, dass Fisch sich gut mit dem Wesen von Kindern auskannte.
Er wusste, dass man das Vertrauen eines Kindes relativ einfach herauslocken und gewinnen konnte. Alles was er brauchte waren ein paar Rosinen und Francis kam mit ihm mit den ganzen Weg bis zum Wald. Francis McDonald war mit seinen Freunden und seinem kleinen Bruder unterwegs. Es ist nicht klar, warum sich Fisch ausgerechnet Francis als Opfer ausgesucht hat.
Anna McDonald gab zu Protokoll, dass sie sah, wie Fisch ihren Sohn beobachtete. Das war wahrscheinlich der Moment, als Fish Francis als Opfer auswählte. Ein Grund für seine Wahl gab Fisch nie an. Vielleicht war Francis einfach das erste unbeaufsichtigte Kind, das Fisch an diesem Tag gesehen hat. Fisch war ein Opportunist und wie schon gesagt, er war sehr vorsichtig und darauf bedacht, nicht gefasst zu werden.
Als er merkte, dass Anna McDonald ihn gesehen hatte, ging er weiter und wartete dann auf eine gute Gelegenheit, an Francis heranzukommen, ohne dass die Mutter es mitbekam. Es ist interessant, dass Fisch wußte, daß er sich Francis nicht nähern konnte, wendndessen Mutter, eine Erwachsene in der Nähe war. Stattdessen näherte er sich ihm, als er von anderen Kindern umgeben war.
Im Gegensatz zu Anna McDonald, die sofort misstrauisch wurde, schöpften die Kinder überhaupt keinen Verdacht. Es hat sie anscheinend nicht beunruhigt, dass Fisch aufgetaucht und dann mit ihrem Freund verschwunden ist. Und das ist ein weiteres Beispiel dafür, wie gut sich Fisch mit dem Wesen von Kindern auskannte.
Er wusste, dass die anderen Kinder kein Hindernis und später keine verlässlichen Zeugen abgeben würden. Der nächste Mord, den Fisch gestand, war der des Vierjährigen Billy Gffney im Jahr 1927. Diese Tat war dem Mord an Francis McDonald sehr, sehr ähnlich. Billy war ein kleiner Junge aus einer armen Gegend, der entführt wurde, als sich die passende Gelegenheit bot.
Grace But dagegen war ein anderer Fall. Im Vergleich zu den anderen Morden waren Fischs Bemühungen, an sie heranzukommen, sehr viel aufwendiger. Und es war dieses Abweichen von seiner üblichen Methode, das ihm zum Verhängnis wurde. Der Mort Grace But löste eine Reihe von Ereignissen aus, die zu Fishs Gefangennahme und seinem Geständnis führten.
In der nächsten Folge werden wir uns mit dem Fall Grace But und der Festname von Albert Fish beschäftigen. Und außerdem befassen wir uns mit seiner Zeit im Gefängnis und seiner Gerichtsverhandlung. Denn erst nach seiner Festnahme wurden die grausamsten Details seiner Verbrechen bekannt, einschließlich seines Kannibalismus.
Vielen Dank, dass ihr Serienkiller eingeschaltet habt. Mein Name ist Diane Helchscher. Ich bin Max Spek. Bis nächste Woche. Serienkiller Mörder und ihre Geschichten ist ein Spotify und Podcast Original. Produziert in Zusammenarbeit mit Bose Park Productions. Adaptiert von dem amerikanischen von Max Cutler kreierten Original.
Serial Killers. Produziert von Max und Ron Cutler. Deutsche Produktion und Redaktion wieb geachter Winter. Suholder, Daniel Nicolao, Matz Leubner, Sebastian Simmert, Fabio Lautenschläger und Chris Guse. Das Originalskript wurde ins Deutsche übersetzt von Klaus Schwartau. Hi, ich bin Diane Helscher und ihr hört Serienkiller, Mörder und ihre Geschichten.
Diese Folge ist einer unserer sechsteiligen Miniserie mit den berüchtigsten Serienkillerfällen aller Zeiten. Viel Spaß. Achtung, in diesem Podcast werden Themen wie Mord, Folter, Sexualverbrechen und extreme Gewalt auch gegenüber Minderjährigen behandelt. Der Inhalt kann deswegen vor allem auf Menschen mit posttraumatischen Belastungsstörungen retraumatisierend wirken.
[glocke] Albert Fish hatte viele Namen und Gesichter. Er selbst hätte sich wohl als Maler und Tapezierer, Familienmensch und Christ vorgestellt. Doch als seine wahre Natur ans Licht kam, nannte die Welt ihn den Werwolf von Wiseria, den Vampir von Brooklyn und den Boogie Man. Wie die Monster in Sagen und Märchen verbargisch sein wahres Gesicht hinter einer Maske, hinter einer anderen Gestalt.
Äußerlich war er ein freundlicher, großväterlich wirkender Herr, der Kinder näher und näher an sich heranlockte, um dann über sie herzufallen. Albert Fish hat über einen Zeitraum von 47 Jahren in 23 Staaten der USA Kinder missbraucht und ermordet. Seine bekanntesten und niederträchtigsten Verbrechen verübte er jedoch zwischen 1924 und 28.
Er war ein Sexualstraftäter, ein Serienmörder und ein Kannibale angetrieben von sexuellen und psychischen Störung, über die wir im ersten Teil ausführlich gesprochen haben. In Teil 2 werden wir uns mit dem Mord an Grace But und der Festname von Albert Fish beschäftigen. Und außerdem befassen wir uns mit seiner Zeit im Gefängnis und seiner Gerichtsverhandlung, denn erst nachdem er gefasst worden war, wurden die grausamsten Details seiner Verbrechen bekannt.
Ich bin Diane Helscher und ich bin Max Spalleck. Jeden Montag beschäftigen wir uns in diesem Podcast mit einem berühmten Serienkiller. Mit seinem Leben, seiner Psyche und seinen Taten. Serienkiller, Mörder und ihre Geschichten, ein Spotify und Podcast Original. Heute geht es erneut um Albert Fisch, Ehemann, Vater von sechs Kindern und äußerlich ein freundlicher, älterer Herr.
Doch hinter der Fassade verbarg sich einer der grausamsten Serienmörder des 20. Jahrhunderts. In Teil 1 haben wir ausführlich über das frühe Leben des Serienmörders Albert Fisch gesprochen. Fisch wurde als Kind in einem Weisenhaus missbraucht und entwickelte sad masochistische Züge. Er war vom Drang getrieben, anderen Schmerzen zuzufügen.
Gleichzeitig wollte er, dass man ihm Schmerzen zufügt. Darüber hinaus war Fisch wahrscheinlich schizophren. Er l unter religiösen Warnvorstellungen und Halluzinationen. Er sagte, seine Morde sein Opfer für Gott gewesen. Fisch hat nur drei seiner Morde gestanden. Er soll jedoch über 100 Kinder missbraucht, 15 von ihnen ermordet und vier von ihnen gegessen haben.
Im ersten Teil haben wir über eines seiner Opfer gesprochen, den achtjährigen Francis McDonald, den Fisch 1924 entführt und ermordet hat. Der Mord an Francis McDonald wies Ähnlichkeiten zum Mord am 4 Jahre alten Billy Gffney im Jahr 1927 auf, der mord den Fisch als nächstes gestand, aber es gab auch deutliche Unterschiede. Am 11.
Februar 1927 spielte Billy Gaffney im Flur des Kleinen Mietshauses in Brooklyn, in dem er lebte. Er spielte mit seinem Freund, dem dreijährigen Nachbarsjungen Billy Beaton. Billy Beatons Vater kam, um nach seinem Sohn zu schauen und sah, dass beide Jungen verschwunden waren. Billys Vater lief um das Wohnhaus herum und suchte die beiden Kinder überall.
Er hatte Angst, dass die Jungen vielleicht alleine nach draußen und auf die Straße gelaufen waren. Am Ende fand Mr. Beaton nur seinen Sohn im obersten Stockwerk des Hauses und als er ihn fragte, wo Billy Gffney sei, bekam er eine einfache Antwort. Der Boogie Man hat ihn geholt. Natürlich glaubte dem dreijährigen Kind niemand.
Wie bei McDonald Mord gestand Albert Fish den Mord an Billy Gffney, erst nachdem er schon zum Tode verurteilt worden war. Und bisher war die Methode, wie Fisch sein Opfer auswählte und entführte, dem McDonald Fall sehr ähnlich. Fisch suchte sich seine Opfer meistens in Armengegenden. Er wartete, bis ein Kind unbeaufsichtigt war.
Dann schlug er zu. Er benutzte meistens Süßigkeiten, um die Kinder anzulocken und sie dazu zu bringen, freiwillig mit ihm mitzugehen. Wie Francis lebte auch Billy in einer armen Gegend und spielte mit einem anderen Kind, als Fisch sich ihnen näherte. Zuerst nahm Fisch beide Jungen mit, ließ dann aber einen von ihnen zurück, den jüngeren Billy Beaten.
Fisch [räuspern] fürchtete wahrscheinlich ein höheres Risiko einzugehen, wenn er beide Kinder mitnahm. Also entschied er sich für eines. Warum die Wahl auf Billy Gffney fiel und nicht auf den anderen Jungen, ist unklar. Doch nachdem er sich für ein Kind entschieden hatte, ging er etwas anders vor als beim McDonald Mord.
Der einzige verlässliche Zeuge, den die Polizei hatte, war ein Straßenbahnschaffner. Dieser sagte aus, einen älteren Mann mit einem kleinen Jungen in einem Wagon gesehen zu haben am Tag, als Billy Gffney verschwunden war. Dem Schaffner zufolge habe der Junge die ganze Zeit geweint. Der Straßenbahnfahrer bestätigte die Aussage des Schaffners.
Doch trotz dieser Zeugenaussage führten die Ermittlung ins Leere. Billy Gffnis Leiche ist nie gefunden worden. Anstatt sich einen Ort in der Nähe zu suchen, so wie er es bei Francis McDonald gemacht hatte, gestand Fish Billy Gffney den ganzen Weg von Brooklyn zu einer Müldeponie nachia in Queens gebracht zu haben.
Es ist interessant, dass Fisch hier von seinem üblichen Tatmuster abgewichen ist, wo er doch sonst immer so darauf bedacht war, keine Aufmerksamkeit zu erregen, um nicht gefasst zu werden. Den Jungen in eine Straßenbahn zu setzen und mit ihm 15 km in den nächsten Stadtteil zu fahren war ein riskantes Unterfangen, das mit den Bahnangestellten prompt zwei Zeugen auf den Plan rief.
Aber vielleicht wollte Fisch zum Müllhalde nach Estia fahren, weil er davon ausging, dass ihn dort niemand stören würde. Als er Francis McDonald in den nahe gelegenen Wald gebracht hatte, musste er seinen Plan aufgeben, den Jungen zu zerstückeln, weil er dachte, dass jemand in der Nähe war. Fish sagte in seinem Geständnis, daß er die Müllhalde in Astoria kannte, weil sie sich in der Nähe eines Hauses befand, dass er einst gestrichen habe.
Es ist möglich, dass Fisch nach Orten wie diesem in der ganzen Stadt gesucht hat. Verlassene, abgelegene Orte, wo er seine Opfer hinbringen konnte und wo niemand ihn stören würde. Es ist auch möglich, dass Billy Gffney nicht das erste Kind war, das Fisch an diesen Ort gebracht hat. Der Rest von Fischs Geständnis beinhaltet die grausamen Details dessen, was passierte, als Fisch und Billy bei der Müllhalde angekommen waren.
Als Warnung für unsere Zuhörerinnen und Zuhörer, was nun folgt, enthält explizite Gewaltbeschreibungen. Fisch zog Billy aus, band ihn fest und knebelte ihn. Dann ließ er den Jungen über Nacht allein. 12 Stunden später kam er zurück. Er hatte ein mit Nägeln besetztes Holzpaddle. ein Messer und einen Gürtel bei sich.
Damit folterte er Billy, bis er starb. Dann zerstückelte Fisch die Leiche. Die meisten Körperteile steckte er in einen Sack, den er mit Steinen beschwerte und ins Wasser warf. Den Rest nahm er mit nach Hause. Er bereitete die einzelnen Körperteile auf verschiedene Weisen zu und verspeiste sie im Laufe der nächsten vier Tage. Dieses Verbrechen zeigt die sadistische Seite von Albert Fisch, wie er sein Opfer gefesselt und über Nacht verlassen hat, um dann wiederzukommen und es zu foltern, erinnert stark an den Fall Thomas Cadden, über den wir im ersten
Teil gesprochen haben. Thomas Cadden war eines von Fischs ersten Opfern. daß er 1911 über Wochen gefangen gehalten und gequält hat. Jedoch hat er Cadden nicht getötet und gegessen, auch wenn Fisch zugab, daran gedacht zu haben. Stattdessen ließ er ihn gehen. Dabei lässt Fischgeständnis die Vermutung zu, dass Billigne nicht das erste Opfer war, bei dem Fisch zum Kannibalen wurde, denn er beschreibt darin sehr sachlich, welche Körperteile er am liebsten aß und wie er sie gekocht hat.
In seiner Aussage geht er detailliert auf die verschiedenen Zubereitungsmethoden ein, wie er bestimmte Körperteile gebraten und andere in einen Eintopf gegeben hat. Es klingt, als seien dies Rezepte für ihn gewesen. Rezepte, die er sehr gut kannte. Aus Fischs Geständnis des McDonaldmords wissen wir auch, dass er dort ebenfalls geplant hatte, die Leiche des Jungen zu zerstückeln, bevor er gestört wurde und fliehen musste.
Fisch ist nicht darauf eingegangen, ob er die Körperteile essen wollte, aber die Annahme liegt nahe. Kannibalismus gab es schon bei unseren ältesten Vorfahren und in manchen Kulturen wird er auch heute noch praktiziert, wenn auch selten. Aus diesem Grund wird Kannibalismus an sich auch nicht als psychische Störung angesehen oder als per se kriminelle Handlung.
In den USA beispielsweise ist Kannibalismus heute größtenteils eigentlich nicht illegal. Der einzige US-Staat, der ein spezifisches Gesetz hat, das Kannibalismus verbietet, ist Eideho. Meistens geht dem Kannibalismus aber ein Verbrechen voraus, wie Mord oder Störung der Totenruhe. In modernen Gesellschaften wird Kannibalismus oft als grausam und barbarisch dargestellt und das zurecht, wenn man sich Kriminalfälle wie den von Albert Fish anschaut.
In manchen Kulturen und Religionen war Kannibalismus dagegen Teil der Tradition. Ein Stamm in Neugin verspeiste seine Toten, um den Geist aus dem Körper zu befreien. Ein anderer Stamm aß Menschen, von denen geglaubt wurde, sie sein von bösen Geistern besessen. Der Körper wurde verspeist, um sich an den bösen Geistern zu rechen.
Es gibt also verschiedene Ansichten über Kannibalismus, die vom Glauben der jeweiligen Kultur abhängen. Und nicht immer liegt ihm eine kriminelle Intention zugrunde. Nun wollen wir uns auf die kriminelle Motivation von Kannibalismus konzentrieren und über Albert Fishs Motivation sprechen, seine Opfer zu verspeisen.
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