Wahre Verbrechen I Das verschwundene Kind I True C...

Wahre Verbrechen I Das verschwundene Kind I True Crime Dokumentation T

Wahre Verbrechen I Das verschwundene Kind I True Crime Dokumentation 

Ich habe viel gemerkt, dass ich ähm wirklich kämpfen muss, um zu überleben, aber als er mit den vielen Messern auf mich eingestochen hat, da habe ich eine Zeit lang wirklich gedacht, das schaffst du nicht, das kannst du niemals überleben. Ja, dann hat er mein Kind genommen und ist mit meinem Auto weggefahren.

Wenn die Kinder nicht gewesen wären, weder meine entführte Tochter noch haltes ungeborene Kind, dann hätte ich wahrscheinlich nicht diesen Überlebenswillen aufgebracht. Alles war in Aufruhr. Wo ist das Kind? Wo kann das Kind versteckt sein? Wer kann helfen bei der Suche? ist erstaunlich für uns, wie sich ein Opfer in einer solchen Situation den Täter einprägen konnte.

 Ich habe ihm verziehen, was er mir angetan hat, aber was er meinen Kindern angetan hat, das habe ich ihm nicht verziehen und das werde ich ihm auch nie verzeihen. Was sich hier in diesem Waldstück im Westerwald abgespielt hat, ist der schlimmste Fall, den Mordermittler Gerhard Starke in seiner Polizeikarriere bearbeiten musste.

Ein unbekannter Täter hat hier eine Frau vergewaltigt und anschließend versucht sie zu töten. Das neun Monate alte Baby der Frau wirft der Unbekannte wie Müll eine Schlucht hinunter. Nun, dieser Ort als Tatort war schon schlimm anzusehen. Und wenn ich mir das heute so ansehe, die Erinnerungen, das Blut, man hat es am Weg verfolgen können.

Wir mussten davon ausgehen, dass es also ganz schlimme Folgen hat. Das schwerst verletzte Opfer des Angriffs ist Heike S. Sie überlebt mit lebensgefährlichen Verletzungen. Heute 27 Jahre später spricht sie erstmals öffentlich darüber, wie sie den mörderischen Angriff erlebte und bis heute damit leben muss.

 Ich habe viel viel gemerkt, dass ich ähm wirklich kämpfen muss, um zu überleben. Aber als er mit den vielen Messern auf mich eingestochen hat, da habe ich eine Zeit lang wirklich gedacht, das schaffst du nicht, das kannst du niemals überleben. Juli 1991. Ein Autofahrer findet an dieser Bundesstraße die schwerst verletzte Hike.

 Offenbar hat sich die Frau mit letzter Kraft zur Straße geschleppt, um Hilfe zu bekommen. Der Autofahrer ruf den Notarzt und die Polizei. Die Frau war schwerst verletzt, sie war blut überströmt. Eigentlich hat hin und wieder das Bewusstsein verloren und war dann rum wiederum ansprechbar für kurze Zeit. Sie hat in dieser Phase auch schon darum gebeten, wo ist mein Kind? Wo ist mein Kind? Sucht mein Kind.

Keiner wusste damit was anzufangen. Für mich war das furchtbar so hilflos dazu liegen, mittlerweile dann im Krankenwagen und immer zu sagen, mein Kind, mein Kind ist weg. Und das kam irgendwie überhaupt nicht rüber. Das war furchtbar für mich. Ermittlerstarke weiß zu diesem Zeitpunkt weder um wen es sich bei der Frau handelt, noch was ihr zugestoßen ist.

Schon gar nicht ahnt er, dass das Baby der verletzten Frau, die neun Monate alte Sophia tatsächlich in der Gewalt des Täters ist. Als seine Kollegen und er das begreifen, setzen sie eine beispiellose Suchaktion in Gang. Man kann sich das eigentlich nur so vorstellen, dass gesamte Altenkirschen Kreisstadt, alles hier rundum war in Aufruhr.

 Wo ist das Kind? Wo kann das Kind versteckt sein? Wer kann helfen bei der Suche? technisches Hilfswerk, die Feuerwehr, Sportvereine, Hundeführer, die Polizei, Hubschrauber, hier war hier war alles unterwegs, was zwei Beiner hatte und äh die Sorge galt gar nicht mal der Mutter das des eigentlichen Opfers. Da wusste man, die ist also in ärztlicher Behandler, stationärer Behandlung, der wird wahrscheinlich geholfen, aber das Kind, das das man kann sich das gar nicht ausmalen, was hier an Aktivitäten los war, um dieses Kind zu finden.

Währenddessen kämpfen die Ärzte im Krankenhaus um das Leben von Heike S. Die Frau ist nicht nur mit Handschellen gefesselt. Die Ärzte stellen außerdem fest, die junge Frau ist schwanger. Mir hat bestimmt das Leben gerettet, dass ich an beide Kinder gedacht habe. Wenn die Kinder nicht gewesen wären, weder meine entführte Tochter noch haltes ungeborene Kind, dann hätte ich wahrscheinlich nicht diesen Überlebenswillen aufgebracht.

Die OP dauert mehrere Stunden. Die Ärzte tun alles, um Heiks und ihr ungeborenes Kind zu retten. Sie hatte ganz erhebliche Verletzungen im Halsbereich, im Oberkörperbereich. Die Lunge war eingefallen und äh Rückenverletzungen gab’s ganz massiv durch die vielen Messerstiche. In der Zwischenzeit läuft die Suche nach Heikes enthühtem Baby Sophia auf Hochtouren.

 Doch bis zum Einbruch der Dunkelheit kann das Mädchen nicht gefunden werden. Starke und seine Kollegen verlieren die Hoffnung, Sophia noch lebend zu finden. Doch einen Tag später erhalten die Ermittler einen unglaublichen Anruf. Einen Tag nach der Tat sind hier Spaziergänge entlang gegangen und haben in diesem Bereich gehört, dass ein Kind wimmert, jammert.

Der Mann wollte das nicht wahr haben. Seine Frau hat ih allerdings geschickt. Er ist diesen diese Böschung hinunter und hat hier das Kind gefunden. Sopia lebt und ist nahezu unverletzt. Rund 24 Stunden lag das Baby alleine im Wald. Das war ein Gefühl, meine Tochter zu sehen wie eine zweite Geburt, als ob sie mir ein zweites Mal geschenkt worden ist. So habe ich mich gefühlt.

Die totale Erleichterung. Also, es war als ob mir ein riesen Klotz von der Seele fiel. Nicht nur ein Stein oder ein Fels, sondern wirklich ein Riesenklotz. Von nun an verbessert sich Heikes Gesundheitszustand schnell. Jetzt kann sie endlich zu Protokoll geben, was überhaupt passiert ist. Die schwangere Mutter war gemeinsam mit ihrer Tochter einkaufen.

Dann habe ich meine Tochter ins Auto eingeladen. Zweitürer, Kind auf dem Rücksitz, also Sitz nach vorne klappen, Sitz hin, dann wieder zurückklappen, Buggy in Kofferraum, ich mich auf dem Fahrrersitz gesetzt. War schon bisschen umständlich, weil mein Beuchlein wuchs ja schon. Ich war ja wieder schwanger und auf einmal reißt der Typ die Beifahrertüre auf, die auf war, weil ich mein Kind ja ins Auto geladen hab.

Schmeißt sich einfach in mein Auto und hält mir eine Pistole vor die Nase. Da fragst du nicht, ist die echt? Da geht einfach nur dein Herz irgendwo. Ich war total panisch. Ich konnte eigentlich überhaupt nichts mehr machen. Und dann sagt er zu mir: “Fah los. Der unbekannte bewaffnete Mann dirigiert die damals 31-jährige in dieses Waldstück bei alten Kirchen.

 Was ein Opfer nicht ahnt, er hat hier bereits zuvor mehrere scharfe Küchenmesser und Fesselungswerkzeuge wie Klebeband und Handschellen deponiert. Ja, und dann kam so richtig zur Sache, hat angefangen meine Kleider auseinander zu schneiden und ähm den Rest kannst dir denken, ne? Und weil weil das bei ihm nicht so wirklich klappte, war er dann so sauer, dass er aus dem Rucksack, den er da liegen hatte, seine Messer rausgeholt hat und hat dann angefangen wirklich wahllos auf mich einzustechen.

Auf auf dem Rücken, auf die Brust. Ähm, ich weiß gar nicht, wo er mich überall getroffen hat und gleichzeitig hat er mir dann noch ins Gesicht geschlagen, hat nach mir getreten. Heike glaubt, sie wird hier niemals lebend rauskommen und in diesem Wald sterben. Immer wieder sticht der Unbekannte wie von Sinnen auf sie ein.

Und dann hat er erst versucht mir den Hals aufzuschneiden. Das hat nicht so ganz geklappt, aber es hat natürlich wie wild geblutet und dieses ganze Blut ist auch auf meine Tochter gelaufen, die ich dann immer versucht habe von ihm wegzudrehen, damit er an das Kind nicht dran kam. Na ja, und ganz zum Schluss hat er dann dieses lange Brotmesser genommen und habe mir das so richtig mit Gewalt in die Seite gehauen.

 Aber das habe ich schon gar nicht mehr als Schmerz empfunden. Ich habe es gemerkt, aber es hat nicht weh getan. Da war ich schon irgendwie neben mir. Es war fast so als als ob ich das gar nicht mehr bin, als ob das jemand anders ist. Und dann habe ich mich einfach umfallen lassen und habe so getan, als ob ich tot bin oder zumindest sterbe, weil ich gedacht habe, wenn der jetzt nicht abhaut, dann dann ist wirklich vorbei.

Ja, dann hat er mein Kind genommen und ist mit meinem Auto weggefahren. Blut überströmt und lebensgefährlich verletzt, schleppt sich Heike zu dieser Straße und wird gerettet. Erst Tage später ist sie in der Lage, den Ermittlern äußerst wichtige Hinweise über den Flüchtigen Täter zu geben. Die Täterbeschreibung ähm vom Opfer war genial.

Ist erstaunlich für uns, wie sich ein Opfer in einer solchen Situation den Täter einprägen konnte. Sie konnte berichten, dass er ins rötlich gehende Haare hatte, dass er eine große Brille trug, sie wusste von einem bunten Hemd oder T-Shirt. Sie wusste von einer abgeschnittenen Jeanshose, die der Täter getragen hat.

 Sie konnte die Figürlichkeit beschreiben und sie konnte sich daran erinnern, dass er also äh Tunschuhe drog äh an der auffällig rote Flecken oder rote äh Streifen erkennbar war. Starke und seine Kollegen entschließen sich schnell dazu, mit einer Täterbeschreibung an die Öffentlichkeit zu gehen, um dem brandgefährlichen Mann auf die Spur zu kommen.

Unter den vielen Hinweisen, die aufgrund der Öffentlichkeitsverhandlung bei uns eingegangen sind, war auch ein Hinweis von einer Frau, die den Verdacht äußere äußerte, dass ein Verwander von ihr als Täter in Frage kommen könnte. Ihr war aufgefallen nach dem Tattag, dass er sein äußeres verändert hat, dass er die Haare geschnitten hatte, dass er die Haare getönt hatte, dass er auch im Besitz der beschriebenen Täterkleidung ist oder war.

Und äh sie hatte natürlich ihre Bedenken bei ihren Aussagen, weil es ein Familienmitglied betrifft. Dennoch hat sie gesagt, ich kann das nicht für gut finden. Und wenn er dann als Täter in Frage kommt, bitttechön, dann will ich ein reines ein reines Gewissen haben. Bei dem Mann handelt es sich um Reiner N. Er arbeitet in Frankfurt.

 Starke will ihn jetzt schnell festnehmen. Wir haben sein Haus, wo er gewohnt hat, äh observiert und dann kam er äh frühen Abend von seiner Arbeitsstelle zurück und ging ins Haus. Wir haben das beobachtet und äh haben dann den Zugriff durchgeführt. Er ließ sich widerstandslos festnehmen. Er war unmittelbar, nachdem wir ihn mitgenommen hatten auf die Dienststelle schon geständig in dieser Sache.

 Man hat ihm vorgehalten, so und so sieht das aus. Du stehst im Verdacht, das und das getan zu haben. Und dann sagt er: “Ja, das ist also so richtig. Ich brauche auch keinen Rechtsanwalt, der kostet nur Geld. Ich weiß, was ich getan habe und ich schildere das auch. Reiner N. N gibt zu Protokoll, dass er bereits seit Tagen ein Opfer gesucht hat, um es zu vergewaltigen.

 Die Tatsache, dass er außerdem auch noch ein Baby im Wald einfach wegwirft, ist in den Augen von Gerhard Schlake besonders kaltblütig. Man kann sich das nicht ausmalen. So ein neun monatiger äh Säugling ähm hier wegzuwerfen, dem dem Leben auszusetzen oder dem Tod auszusetzen, je nachdem, wie man es also sieht, ist äh unmenschlich und äh nicht nachvollziehbar.

Ähm, das habe ich dem Täter auch zu verstehen gegeben, insbesondere als wir an dem Ort waren, wo das Kind gefunden wurde. Er hat mich angeschrien und gesagt, äh äh was schreien Sie mich so an? Habe ich denn sowas Schlimmes getan? Die Nerven äh sind gespannt, wie ein Bogen äh dass man nicht austickt, ist eigentlich Charakterstärke, sonst äh müsste man auf den Täter gleich losgehen.

Reiner N wird am Landgericht Koplenz wegen zweifachen versuchten Mordes zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt. Sein Opfer wird bis zum Ende seines Lebens unter der Tat leiden. Aufgrund ihrer schweren Verletzungen bringt Heike ein behindertes Kind zur Welt. Ihr Sohn Alexander stirbt an den Folgen des Angriffs mit 14 Jahren.

Auch Heikes Tochter leidet bis heute unter den Geschehnissen. Ich habe ihm verziehen, was er mir angetan hat, aber was er meinen Kindern angetan hat. Sowohl meiner Tochter, die er ja einfach in Wald geworfen hat, als auch meinem ungeborenen Kind. Das habe ich ihm nicht verziehen und das werde ich ihm auch nie verzeigen.

Die E-Mails, die wir auf dem Computer sicherstellen konnten, die wiesen eindeutig darauf hin, dass es da Absprachen gab zu einem möglichen äh zu einer möglichen Tötung, zu einem möglichen Kannibalismus äh zwischen ihm und einer Person, die wir bisher noch nicht identifiziert hatten. Erst später haben wir dann erfahren, dass es sich dabei um eine sogenannte Kannibalismusseite handelt, wo Menschen mit diesen Neigung entweder andere aufessen wollen oder selbst gegessen zu werden, sich da im Prinzip anmelden können und sich da austauschen können.

Er hat mit einem Schlachtfest gepralt und dass er dass es für ihn ja wahrscheinlich das größte sein wird, was er in seinem Leben bis jetzt gemacht hat. Er hätte weiter gemordet. Wenn er Opfer gefunden hätte, hätte er sicherlich weitere Taten begangen. Wir sind uns sicher, dass wir in diesem Fall eine Mordserie verhindert haben.

Auf diesen Aufnahmen einer Polizeidrohne sieht man einen Mann, der die Ermittler zum Schauplatz eines der bizarrsten Verbrechen der deutschen Kriminalgeschichte führt. Kurze Zeit später werden die Beamten fündig.  Es sind mehr als 50 Leichenteile, die der Täter auf dem Grundstück vergraben hat.

 Frank Haschke, Polizeihauptkommissar aus Dresden, leitete damals die Ermittlungen und kehrt mit uns an den Tatort dieses aufsehenerregenden Falls zurück. Das Besondere an dem Fall war der Umfang, die Intensität und die Komplexität der Spurenuntersuchung. Hannover November 2013. Auf einer Polizeidienstelle meldet ein Mann seinen Geschäftspartner als vermisst.

 Vock S, so der Name des Vermissten, seit zu mehreren Treffen nicht erschienen und seit ein paar Tagen auch telefonisch nicht mehr erreichbar. Kriminaloberkommissar Matthias Hilse wird auf den Sachverhalt aufmerksam und beginnt zu ermitteln. In der Wohnung stellen die Beamten einen Laptop sicher. Es gelingt auf zuletzt gelöschte Daten von Vocheck S zuzugreifen.

Die E-Mails, die wir auf dem Computer des Vocheck Sicherstellen konnten, die wiesen eindeutig darauf hin, dass es da Absprachen gab zu einem möglichen zu einer möglichen Tötung, zu einem möglichen Kannibalismus zwischen ihm und einer Person, die wir bisher noch nicht identifiziert hatten. so dass wir natürlich die Sache ab dem Zeitpunkt sehr noch ernster genommen haben als ohnehin schon und wir dann mit versucht haben, die Identität dieses dieser Kontaktpersonen zu ermitteln.

Will sich Vocheck S von der bisher unbekannten Internetbekanntschaft tatsächlich umbringen und essen lassen? Wenig später wendet sich die neue Lebensgefährtin des vermissten Polen mit der nächsten beunruhigenden Nachricht an die Polizei. Die hat davon berichtet, dass Essens sogenannte Autokannibalismusneigung hatte.

 Das heißt, die hat davon berichtet, dass der schon seit frühster Kindheit daran gedacht habe, wenn er gebadet wurde, äh in einem Kochtopf zu sitzen. Und ähm die hatte auch, als er sie mal besucht hat in Polen äh Screenshots gemacht von einer äh Internetseite, die sich zbianmeet.com nennt. Ähm das war uns bis zu der Zeit auch noch nicht bekannt.

 Später haben wir dann erfahren, dass es sich dabei um eine sogenannte Kannibalismusseite handelt, wo Menschen mit diesen Neigung entweder andere aufessen wollen oder selbst gegessen zu werden, sich da im Prinzip anmelden können und sich da austauschen können. Kaligula 31, so nennt sich die Person auf der Internetplattform, die sich kurz vor dem Verschwinden mit dem Vermissten ausgetauscht hat.

Spezialisten der Polizei können die privaten Daten dieses Users feststellen. Sein Name Detlef G. Sein Wohnort das Gimlitzal. Ein abgelegener Ort 35 km von Dresden entfernt. Befindet sich hier auch Vochek S. Die Hannoveraner schalten jetzt die Kollegen in Dresden ein. Hauptkommissar Haschke schickt seine Mitarbeiter zur besagten Adresse.

 Die ersten Ermittlungen ergeben Detlef G betreibt hier diese Pension. Er ist geschieden und hat zwei Kinder. In zweiter Ehe hat er einen Mann geheiratet. Durch einen Zufall wird noch ein brisantes Detail bekannt. Als wir mit dem Kollegen telefonierten und ein dort weiterbefindlicher Mitarbeiter ihn quasi auf dem Foto erkannte aus seiner früheren Tätigkeit im LKA.

 Erkannt ihn persönlich und hat gesagt, das ist Gettlef G. der ist Schriftsachverstanden hier im Landeskriminallamt und ab dann wussten wir Bescheid, mit wem wir es zu tun hatten. Das gab der Sache natürlich einen besonderen Charakter. Zum einen ist man als Polizeibeamter auch Waffenträger, was die Sache natürlich äh was man wodurch man bestimmte Vorbereitungen benötigt und zum anderen ähm war das für uns überraschend, dass sich quasi ein Polizeibeamter so im Internet da präsentiert.

Hat sich der LKA Beamte tatsächlich zum Mord verabredet? Frank Haschke will nicht länger warten. Das Gelände, auf dem sich die Pension von der TLEFG befindet, ist riesig. Spürhunde und Sucheinheiten werden hinzugezogen. Während die Dresner Beamten nach dem mutmaßlichen Opfer suchen, nimmt Matthias Hilse den Verdächtigen der TLEFG fest in seinem Dienstzimmer im Landeskriminalamt.

wurde dazu in das Büro seines Vorgesetzten zitiert und zeigte sich, nachdem wir eben den Tatvorwurf gemacht haben, äh völlig äh unbeindruckt von dem Tatvorwurf, der schon aus meiner Sicht oder ein ganz extremer war zu der Zeit und äh das hat uns halt alle, die wir da vor Ort waren, überrascht, dass er sich da völlig unbeeindruckt und völlig regungslos gezeigt hat.

FG legt ein erstes Geständnis ab. Der äh Beschuldigte sprach davon, dass äh ein Wunsch des Opfers gewesen ist, dass man ihm die Kehle durchschneiden möge, unter anderem. Und das hätte er dann auch gemacht. der hätte ihm die Kehle durchgeschnitten und hätte dann äh wäre dann ohnmächtig geworden aufgrund der extremen Eindrücke dieser Tat und hätte danach nur noch versucht im Prinzip die das äh den den Leichnamen zu beseitigen, um halt äh nicht äh keine Spuren auf sich zu lenken.

 Wir sind dann gemeinsam, also die Vernehmer sind dann gemeinsam mit ihm nach ins Gimnlitzal gefahren und er hat quasi vor gezeigt, wo er die Leichenteile quasi verbracht hat und dort wurden dann im Zuge der kriminaltechnischen Untersuchung die entsprechenden Grabung vorgenommen und dann auch die Leichenteile gefunden. Die Kriminaltechniker bergen mehr als 50 Leichenteile.

 Parallel zu den Grabungen wird auch die gesamte Pension durchsucht. Mehr als 55 Zimmer verbunden durch verwinkelte Korridore. Neben einem Raum, der an das Praxiszimmer eines Arztes erinnert, stoßen die Beamten außerdem auf eine Art Folterkammer. Sie fand in dem Raum einen Metallkäfig vor, wo man Menschen einsperren konnte. Man fand eine elektrische Seilwinde vor und andere diverse Gerätschaften und Instrumente, die Szenypisch der SM Szene zuzuordnen sind.

Hier, so sagt Deadlefg, habe sich die Tat abgespielt. Sage und schreibe 14 Tage lang durchsuchen die Beamten den gesamten Komplex, sichern über 800 Spuren, darunter mehrere Kameras. In einem Camcorder finden die Ermittler eine Speicherkarte. Die Dateien wurden gelöscht, aber Spezialisten des LKA können das Material wiederherstellen.

Auf dieser SD-Karte wurden fünf verschiedene Videosequenzen reproduziert, also quasi wiederhergestellt. Auf der ersten Videosequenz war zu sehen, wie Deadlif G seine Tat ankündigt. Dieses geschah offensichtlich am Vorabend. In 20 Sekunden hat er quasi geschildert, was er am Folgetag vorhat und wie er es machen will.

 Auf dem restlichen Material ist unter anderem der tote Vocheck S zu sehen. Auch die Zerteilung der Leiche hat Detlef G aufgezeichnet. Die entscheidenden Sekunden der Tötung sind jedoch nicht zu sehen. Als Haschke Delflef G mit dem Video konfrontiert, behauptet er, Vocheck S habe sich selbst erhängt.

 Er habe ihm eine Schlinge um den Hals gelegt und danach den Raum verlassen. Hätte sich alles so abgespielt, hätte defg wohl kaum wegen Mordes verurteilt werden können, erklärt Oberstaatsanwalt Jürgen Schmidt vom Landgericht Dresden. Wenn ein Suizid vorgelegen hätte, also wir sprechen von einem frei verantwortlichen Suizid, das heißt, sich das Opfer tatsächlich selbst in freier Willenschließung getötet hätte, wäre das straflos gewesen für den Angeklagten.

Ja, die Selbsttötung ist straflos, so sie frei verantwortlich ist und auch die Teilnahme hieran Unterstützungshandlung sind straflos. Dann wäre tatsächlich nur die Störung der Totenruhe geblieben. Befreistrafe bis zu 3 Jahren oder Geldstrafe. Kann Dadlef G nachgewiesen werden, dass er ein Mörder ist? Die Ermittler müssen jetzt den Tathergang rekonstruieren.

 In einem aufwendigen Verfahren werden Gewicht und Größe des Opfers mit Hilfe eines 3DSAN mit der Beschaffenheit des Seiles in Bezug gesetzt. Das Ergebnis ist eindeutig. Aufgrund dieser Messung und dieses dieses Gutachtens konnte dann nachgewiesen werden vorgericht, dass ich es sich nicht selber in diese hängende Position hätte bringen können und dadurch kommt nur noch Detlef Gursacher, als der Durchführende dieser Handlung in Frage.

 Wegen Mordes und Störung der Totenruh wird Detlegg am Dresner Landgericht 2016 zunächst zu 8 Jahren und 7 Monaten Haft verurteilt. Wegen des unbedingten Todeswunsch des Opfers verhängt der Richter nicht die Höchstrafe, die normalerweise lebenslang ausfällt. Und da hat der Bundesgerechtshof dann gesagt, auf die zweite Revision hin, die wiederum Verteidigung und Staatsanwaltschaft eingelegt hatten, das geht nicht.

 Mord ist Mord und hat deswegen gleich im zweiten Anlauf dann die lebenslange Freiheitsstrafe festgesetzt im Revisionsverfang. Detlef G habe zur Befriedigung seines Geschlechtstriebs gemordet und die Analyse der Chatverläufe lassen für Frank Haschke folgenden Schluss zu. In der Rückbetrachtung des Falles, jetzt auch nach 6 Jahren, kann man als Fazit für unsere Mordkommission sehen, dass Detlefg wahrscheinlich weitergesucht hätte nach möglichen Opfer im Netz in diversen Foren und wir sind so sicher, dass wir mit diesen dieser Verurteilung von Detlifke

zu lebenslangehaft immer sehr verhindert haben. Die Todessehüte des Opfers hinterlassen genau wie die Tat immer noch Fassungslosigkeit. Voek S wollte getötet werden und fand in Deadlef G die Person, die diese Fantasie Realität werden ließ. Kurz nach äh 8 Uhr ähm nahm der Tennistrainer ein Knallw. Das ganze Bild, was ich uns bot, war recht brutal und grausam.

Die ersten Hinweise, die wir auch erhielten aufgrund der Geschäftsbeziehung von Alexander G nach Russland ähm war natürlich ähm das jetzt nicht um ein Auftragsmord hätte handeln können. Wir haben dieses Gebäude durchsucht mit damals einem Spezialeinsatzkommando, weil wir um die Gefährlichkeit äh des äh Täters wussten, das war Rache.

 ihn für seinen beruflichen und äh privaten äh Niedergang verantwortlich. Gegen Ende des Gesprächs äh äußerte er dann, dass man Alexander erschießen müsse wie ein M. Eine Tennishalle in Westfalen. Zwei Männer beenden gerade ihr Training. Sie ahnen nicht, dass sie beobachtet werden. Kurz darauf ist einer der Männer tot mit drei gezielten Schüssen niedergestreckt.

Der erste Kriminalhauptkommissar Carsten Philips leitete damals die Ermittlungen. Der Fall ist in seiner Laufbahn einzigartig. Die Besonderheit an äh diesem Fall ist ganz klar das Szenario in der Tennishalle. Äh wenn man eine Tennishalle als Sportler kennt und äh dann die Bilder am Tatort äh sieht ähm und verinnerlicht, dann äh vergisst man diese Bilder sein Leben lang nicht.

Das Verbrechen geschieht am 24. November 2013 in Ham in Westfalen in der Tennishalle des Ruderclubs. Beim Eintreffen am Tatort bietet sich Kommissar Philips und seinen Kollegen ein schreckliches Bild. In der Halle war die Deckenbeleuchtung äh an ähm am Rande äh des vorderen Spielfeldes ähm zum Doppelfeld hin lag äh ein lebloser Körper ähm das 41-jährige Opfer Alexander G.

 Das ganze Bild, was ich uns bot, war recht brutal und grausam. Von dem vollkommen schockierten Tennistrainer erfahren Kommissar Philips und sein Team den genauen Ablauf der Tat. Auf einmal etwa gegen kurz nach äh 8 Uhr ähm nahm der Tennistrainer einen Knall wahr. Anschließend ähm sah der Tennistrainer, dass die Tür zum Vorraum der Tennishalle leicht geöffnet war.

 Er entdeckte eine Hand, in der Hand eine Faustfeuerwaffe, eine Pistole und er sah ein Mündungsfeuer. Es brachen fünf Schüsse insgesamt. Drei Schüsse trafen das Opfer Alexander G. tödlich in den Kopf. Ein vierter streifte das Kinn. Der fünfte Schuss verfehlte das Ziel. Im Vorraum der Tennishalle machen die Ermittler der Kripo Dortmund eine rätselhafte Entdeckung.

Das war die einzige Möglichkeit, um in die Halle zu gelangen. Ähm in diesem Vorraum ähm fanden äh die Kollegen vom Erkennungsdienst äh eine Patronenhülse auf dem Boden. Die Hülse auf dem Boden machte für uns äh keinen Sinn, äh weil wir wussten aufgrund der Projektile, die wir im Kopf des Opfers äh sicherstellen konnten, dass es sich bei der Tatwaffe um einen Revolver handeln musste.

Hat der Täter die Patrone absichtlich dort platziert? Die Suche nach weiteren verwertbaren Spuren ist für die Dortmunderbeamten auf dem weitläufigen Gelände besonders schwierig. Es gab keine Video Anlagen an der Tennishalle. Wir haben keine weiteren Tatzeugen gehabt, außer des Tennistrainers.

 Wir haben Taucher eingesetzt an der nahelegenen Lippe. Wir haben äh Spürhunde, Maintrailerhunde eingesetzt, hatten einen Hubschrauber, der Luftbildaufnahmen gefertigt hat, um Tatrelevantes zu finden. Eventuell die Tatwaffe, was uns leider nicht gelang. Alexander G. Gezielt aus dem Hinterhalt erschossen.

 Haben es Kommissar Philips und sein Team womöglich mit einem Profikiller zu tun, mit einer bestellten Hinrichtung? Die ersten Hinweise, die wir auch erhielten aufgrund der Geschäftsbeziehung von Alexander G nach Russland ähm war natürlich ähm, dass es sich um ein Auftragsmord hätte handeln können. Alexander G. kaufte mit seinen Geschäftspartnern hochwertige Fahrzeuge, bereitete sie auf und verkaufte sie dann weiter nach Russland.

Wir haben die Unterlagen der Firma gesichtet, konnten aber absolut keine Hinweise finden. Also, die Firma war grundsolide, äh funktionierte gut und es gab keine Hinweise, dass ähm hier irgendwo der Grund für die Tat hätte zu finden sein können. Von einem Freund des Autohändlers erhalten die Ermittler dann einen bemerkenswerten Hinweis.

 Und zwar sagte er, dass er äh etwa eine Woche vor der Tat einen Anruf bekommen habe von einem ehemaligen Arbeitgeber. Äh bei äh diesem Mann ähm handelte es sich um Heinrich H. Ein äh Deutschrusse 44 Jahre alt damals, der das Opfer früher sehr gut gekannt hat, der mit ihm befreundet war und der auch geschäftlich Beziehung zum Opfer hatte.

Heinrich H. machte demnach in dem Gespräch Alexander G. seinen Ruinen verantwortlich. Allerdings sei er bei dem Telefonat stark betrunken gewesen. Ja, habe selber eingeräumt, zwei Flaschen Wodka Intus zu haben. Insbesondere hatte er kurz vor diesem Anruf von ja zwei befreundeten Autohändern erfahren, dass ähm seine Ehefrau, von der er inzwischen getrennt war, eine Affäre mit Alexander G gehabt haben soll.

 Das ganze Liege zwar schon 10 Jahre zurück, allerdings machte er Alexander deshalb dafür verantwortlich, dass dieser auch seine Ehe zerstört habe. Gegen Ende des Gesprächs und das war natürlich für uns sehr bemerkenswert, äh äußerte er dann, dass man Alexander erschießen müsse wie ein Hund. Der Zeuge nimmt das Gespräch mit dem betrunkenen Heinrich Har zunächst nicht sonderlich ernst.

Insgesamt äh so sagte der Zeuge, würde er Heinrich einer solche Tat auch gar nicht zutrauen. Seit der Trennung von seiner Frau ist Heinrich H hier gemeldet im Industriegebiet von Dortmund. Es handelt sich um einen Gebäudekomplex, der relativ unübersichtlich ist. Es sind einige Firmen dort ansässig, äh zwei Bodellbetriebe und äh in dem Gebäude gibt es Wohnungen ähm ja, die an die Damen vermietet werden, die äh in diesen Modellbetrieben arbeiten.

 Letztendlich konnten wir die Wohnung ausfindig machen und auch das Zimmer, in dem Heinrich untergeschlüpft war. Allerdings haben wir ihn leider dort nicht antreffen können. Weitere Nachforschungen ergeben. Die Familien von Alexander G. Und Heinrich H. kannten sich bereits aus Russland. So.

 kam es auch zu Beginn der Zeit in Deutschland dazu, dass Alexander G die Familie H aufgenommen hat, bei sich wohnen ließ in dem Haus und dass Alexander G. ihm sogar einen Büroraum zur Verfügung stellte in dem Unternehmen, was er führte, dass das der Autohandel. So konnte Heinrich H. in Deutschland auch geschäftlich Fuß fassen. Heinrich HS Ehefrau bestätigt schließlich die Affäre mit Alexander G.

Der Grund für die Trennung war das demnach aber nicht. Heinrich sei faul gewesen. Ähm, das sei auch der eigentliche Grund für den, ich sag mal, Niedergang seiner seiner Firma. Darüber hinaus sei er sehr eifersüchtig gewesen. Eifersüchtig genug, um seinen früheren Nebenboler mit mehreren Schüssen zu töten.

 Fest steht, mit der Tennishalle in Hamm ist Heinrich H gut vertraut. Es war so, dass Heinrich seine Frau regelmäßig dorthinefahren hat und auch abgeholt hat. Insofern ähm kannte er die Tatörtlichkeit und wusste auch um den Umstand, wann Alexander G dort Tennis spielte. Das war nämlich zumeist sonntagsabends hin und wieder mal samstags. Anfang Dezember 2013 geht die Kripo Dortmund in die Offensive.

 Sie verandert nun öffentlich nach Heinrich H. Sein Bild erscheint in den Medien. Ein Anruf bei der Mordkommission kommt danach ausgerechnet vom Gesuchten selbst. Es sei schlimm. Äh so gab er an, dass überall Bilder von ihm in der Zeitung und in den Medien sein. Ähm wir sollten ihn abholen und wörtlich sagt er gegen Ende des Gesprächs noch: “Bitte kommen Sie ohne Alarm.

” Heinrich H. wird festgenommen. In der anschließenden Befragung versucht der Mann sämtliche Verdachtsmomente gegen sich auszuräumen. Er war emotional während dieser Befragung, äh weinte häufig und ähm ja räumte schon ein, dass er Alexander G für das äh persönliche, private und auch berufliche Scheitern verantwortlich machte.

 Ähm allerdings äh sagte er wörtlich gegen Ende der Befragung, dass er kein Mörder sei und äh Alexander G nicht erschossen habe. Dennoch mehrere Indizien belasten Heinrich H schwer. Überwachungsaufnahmen zeigen den Mann am Tatabend in einem Lokal in der Nähe der Tennishalle. An dem roten T-Shirt und der Jacke findet die Polizei später Schmauchspuren.

 Ein weiteres Indiz wird im Industriegebiet von Dortmund entdeckt. Wir haben im Nahbereich äh dieser Anschrift den Roller gefunden, von dem wir wussten äh dass Heinrich H ihn von Bekannten gekauft hatte. Äh, wir haben den Roller dann äh untersucht, spurentechnisch untersucht und konnten am Roller an den Griffen und an der Satteltasche äh Schmauchspuren entdecken, sodass es nahiegend war, dass er dieses Fahrzeug zur Flucht vom Tatort genutzt haben dürfte.

Heinrich H kommt in Untersuchungshaft. Kurz vor Weihnachten will er dann in der JVA Dortmund erneut mit Kommissar Philips sprechen. Der Tatverdächtige ist in einem schlimmen Zustand. Er hatte eine sogenannte Knastpsychose entwickelt. Äh im Anschluss wurde auch eine äh paranoide Schizophrenie akut äh testiert.

 Er äh gab an, dass äh zwei Mithäftlinge, zwei inhaftierte Russen äh ihn vergewaltigen und töten wollen würden. Ähm seine Zelle sei nachts nicht abgeschlossen gewesen. Er hatte sich auch ein Werkzeug gebastelt, was in seiner Zelle gefunden worden war äh zur Verteidigung, wie er angab. Und äh richtig skoril war, dass er sagte, als wir dort zusammen saßen, äh im Innerhof hätten sich alle gefangenen versammelt, würden rhythmisch klatschen und seinen Namen skandieren.

 Ich weiß, dass ich damals noch in den Inof blickte und dieser war natürlich Menschen lernen. In diesem Zustand war es unmöglich, ihn tatsächlich vernehmen zu können. Das hätte vor keinem Gericht dieser Welt standgehalten. Gleich wohl äh hatte er sich an uns gewandt und wollte uns äh Sachen erzählen. Heinrich H.

 äußert sich zu der Patronenhülse, die im Vorraum der Tennishalle gefunden wurde. Angesprochen auf die Hülse gab Heinricher an, dass das keinen Sinn machen würde, weil ähm es sei ein Revolver gewesen, mit dem geschossen worden sei. Insofern hatten wir tatsächlich Täterwissen von ihm in Erfahrung bringen können. Ähm und es lag jetzt dem Gericht zu bewerten, inwiit das eben verfahrensrelevant sein durfte.

Im November 2014 beginnt am Landgericht Dortmund der Prozess gegen Heinrich H. Heinrich H wurde zu lebenslanger Freiheitsstrafe verurteilt. Das Urteil hielt auch eine Revision stand. Es war ein reiner Indizienprozess. Heinrich ließ sich nicht zur Sache ein, sondern nur anwaltlich vertreten. Zwei Jahre später erhält Kommissar Philips dann noch einen letzten Hinweis zum Tennisplatzmord.

 Er erfährt, dass im Zuge anderer Ermittlungen auch ein Telefongespräch in der JVA Dortmund abgehört worden sei. Ein Gespräch zwischen Heinrich H und einem Cousin. In diesem Gespräch sprach ihn der Cousin darauf an, warum er denn lebenslang verurteilt worden sei. Und Heinrich H. gab ihm gegenüber an, er sitze im Knast, weil er den Stecher seiner Exfrau erschossen habe.

 Das war natürlich zwei Jahre nach dem Urteil äh eine Bestätigung dessen, was wir mühsam ermittelt hatten. Ähm und es äh gibt einem als Ermittler ein sehr gutes Gefühl, dass man, wenn der Angeklagte vor Gericht schweigt und die Tat nicht einräumt und man nur Indizien äh ähm hat, die man liefern konnte, dass man natürlich äh das Gefühl hat und die Gewissheit hat, den richtigen Vorgericht gebracht zwar aus Eifersucht hat Heinrich H.

 seinen früheren Freund Alexander G. erschossen. Der Mord auf dem Tennisplatz, einer der außergewöhnlichsten Fälle in der Karriere von Mordermittler Carsten Philips. Als die Putzffordern in die Wohnung ging, fand sie in der Badewanne die Leiche von Jochen S. Außerdem haben wir festgestellt, dass aus dem Besitz von Jochen S eine Bankkarte fehlte.

Meiner Zeit bei der Modkommission seit 2007 gehört dieser Fall hier sicherlich zu den interessanteren. Jochen S betrieb den berühmt berüchtigten First Club. Er wurde von Gästen und Mitarbeitern uns gegenüber überwiegend positiv beschrieben. Jeder mochte ihn. Über die Mitarbeiter wussten wir, dass in unregelmäßigen Abständen im Firstop ein bestimmter Mann verkehrte, den sie nur unter dem Namen Giuliano kannten.

 Er war aus einem Hafturlaub nicht zurückgekehrt und war also quasi auf der Flucht. Kriminalhauptkommissar Bernt Glatzel ist Mordermittler beim Berliner LKA. Am 5. März 2013 werden seine Kollegen und er in eine Wohnung in Berlin Schöneberg rufen. Der 59 Jahre alte Jochen S liegt erstochen in seiner Badewanne. Der Körper wies mehrere Einstichstellen vor allem im Rücken und im Hals auf und es gab auch Schnittstellen am Arm, die wir ähm mitin als ähm Abwehrverletzung erkannt haben.

 Wir fanden die Wohnung durch wüt vor. Es waren sämtliche Schränke geöffnet, sämtliche Schublehnen. Wir sind also sehr schnell äh von einer Raubtat ausgegangen, von einem Raubmord. Jochen Esalt als Vermögen. Vermutlich wussten der oder die Täter, dass es in der Wohnung des Opfers einiges zu erbeuten gab. Zu vermuten ist, dass die Täter auch Bargeld mitgenommen haben.

 Wir wissen aber nicht äh in welcher Höhe. Was wir allerdings durch die Bekannten von Jochen erfahren haben, ist, dass er recht freizügig mit seinen Einnahmen aus der Diskothek First umgegangen ist. Er hat die Einnahmen regelmäßig mit nach Hause genommen, hat sie dort offen liegen gelassen. Das war auch ein offenes Geheimnis, muss man dazu sagen.

Doch obwohl die Täter die Wohnung gründlich durchsucht haben, lassen sie einige Wertgegenstände am Tatort zurück. Außerdem haben wir festgestellt, dass äh aus dem Besitz von Jochen S eine Bankkarte fehlte und wir konnten ähm recht schnell ähm ermitteln, dass mit dieser Bankkarte auch Geld abgehoben wurde und ähm von einer Bank konnten wir dann auch Videoaufnahmen sichern.

Hat sich hier der Mörder selbst am Konto seines Opfers bedient? Eine weitere wichtige Spur wird in der Wanne der Leiche entdeckt. Wir konnten im in der Badewanne äh das Handy des Opfers vorfinden in Blut und Wasser getränkt. Wir hatten die Hoffnung ähm auf dem Handy möglicherweise Daten zu finden, die uns äh zum Täter führen.

Während die Kriminaltechniker versuchen, das gefundene Handy wieder in Gang zu bekommen, gelingt es Kommissar Glatzel und seinen Kollegen, den Zeitpunkt des Mordes recht genau einzugrenzen. nämlich insofern als dass wir ja wussten äh dass es in der Wohnung einen Wasserschaden gegeben hat, den Nachbarn bereits am Sonntag den 3.

 März bemerkt hatten. Und wir wussten aber auch, dass Jochen S in der Nacht von Samstag zu Sonntag noch im First gearbeitet hat. Der First Club in der Joachimstaler Straße ist 2013 einer der bekanntesten und beliebtesten der Stadt. Genauso wie der damalige Betreiber Jochen S. besonders positiv äh ist in Erinnerung geblieben, dass er äh sehr herzlich äh gegenüber Kunden und Mitarbeitern gewesen ist.

 Ähm und wenn es gut lief, dann steckte er den Mitarbeitern auch mal ein bisschen Geld zu und so weiter, aber er hatte eben auch eine etwas finstere Art zum Teil. Die Mitarbeiter erinnern sich später an einen Gast, für den sich Jochen S Ende 2012 ganz besonders interessierte. Giuliano, südländischer Phänotyp, groß und kräftig, entsprach genau diesen Typ von Mann, den Jochen S äh bevorzugte.

Wir haben auch erfahren, dass Jochen S diesen Giuliano sogar äh angeboten hatte bei sich zu übernachten, aber Giuliano hat das wohl abgelehnt. Einige Monate ist von dem ominösen Giuliano im First Club nichts mehr zu sehen. Bis zum Abend vor dem Mord. Giuliano blieb dann noch bis tief in der Nacht im First Club und Mitarbeiter konnten sich dann später noch dran erinnern, wie Jochen es sich von Giuliano verabschiedet hat, nämlich mit den Worten bis später, meine Schönheit.

Hatte Jochen S noch am Morgen der Tat eine Verabredung mit Giuliano? Der Verdacht wird größer als tatsächlich durch das Handy aus der Badewanne neue Anhaltspunkte auftauchen. Unsere Kriminaltechniker konnten das Handy, obwohl es mit Blut und Wasser getränkt war, tatsächlich wieder zum Laufen bringen.

 Und wir haben auf dem Handy etwas sehr Interessantes gefunden, nämlich einen Chat zwischen Jochen S und einem Fremden genau am Tag, also an diesem besagten Sonntag. Wir konnten natürlich dann ähm auch feststellen, dass diese Kommunikation offenbar das fortsetzt, was Jochen mit dem vorher schon benannten Giuliano ähm im First besprochen hat.

 Er hatte sich ja von ihm verabschiedet mit den Worten: “Bis später meine Schönheit und im übrigen nennt er den Fremden in dem Chat auch meine Schönheit.” Die Ermittler können also klären, mit welcher Nummer Jochen S gechattet hatte. Doch wer diese Nummer benutzte, bleibt erst einmal unklar. Wir konnten aber feststellen, dass das Handy, das für die Tat benutzt wurde, vorher mit einer anderen SIM-Karte verwendet wurde, mit einer anderen Rufnummer, die gegenwärtig immer noch verwendet wurde, aber in einem anderen Telefon, in einem Smartphone. Und hier

haben unsere Ermittlungen gezeigt, wen dieses Smartphone gehört, wer dieses Smartphone benutzt, nämlich ein gewisser Pavel Car. Pavel K. 35 Jahre alt und einschlägig vorbestraft. Während die Fahung nach dem Mann läuft, führt eine DNA-Spur aus der Küche des Opfers auf eine ganz neue Spur. Diese DNA Spur gehörte ähm einem gewissen Murat S, der also schon in der DNA Datei gespeichert war.

 Wir waren recht verwundert darüber, weil wir zu der Zeit nur Pavel K. Schirm hatten mit Jochen S kommuniziert zu haben und ihn möglicherweise dann auch getötet zu haben. Aber diesen Murat S, den hatten wir noch gar nicht auf dem Schirm. Die Mitarbeiter des First Clubs bestätigen den Ermittlern. Murat S ist der gesuchte Giuliano.

 Offenbar hatte er sich Jochen S. mit einem falschen Namen vorgestellt. Zum Tatzeitpunkt sollte Murat S. eigentlich wegen Raubes hinter Gittern sitzen, doch er war aus einem Hafturlaub nicht ins Gefängnis zurückgekehrt. Wir haben auch festgestellt, dass es Überschneidungen gab zwischen den Haftenthalten von Murad S und den Haftenthalten von Pavel K.

 Die beiden haben sich im Gefängnis kennengelernt und haben nach ihren Haft aufenthalten die Verbindung gehalten und haben gemeinsam weiter Straftaten begangen. Während die Fahndung nach den Verdächtigen auf Hochtouren läuft, durchsucht die fünfte Mordkommission auch die Wohnung von Pavel Car. Meine Kollegen, äh, die Wohnung von Pavel K ähm anschließend durchsucht haben, haben bei ihm eins der Handys gefunden, äh die für die Tat zum Nachteil von Jochen S verwendet wurden.

Und auf diesem Handy konnten wir sogar ähm Nachrichten rekonstruieren, die er sich während der Tat mit Murat S ausgetauscht hat. Eine weitere Spur auf die Männer führt in die Rostocker Straße nach Altmoabit. Hier planten Murat S und Pavel K ihre Taten, auch den Mord an Jochen S. Wir haben in Erfahrung gebracht, dass ähm Murat S regelmäßig Kokain konsumierte und ähm wir haben hier natürlich die Vermutung gehabt, dass das auch möglicherweise ein Motiv für den Mord an Jochen Ess ist, nämlich dass er vielleicht Geld brauchte. um sich Kokain

zu besorgen. Wir haben tatsächlich auch ermitteln können, dass Murat S unmittelbar nach der Tat Kontakt aufgenommen hat mit einem anderen Mann, der uns bereits polizeilich aufgrund von BTM Delikten bekannt gewesen ist. Also möglicherweise hat Murat S bei ihm auch Kokain gekauft. Zielfahn gelingt es schließlich Murat S und Pavel K festzunehmen, während die mit einem Mietwagen in Berlin unterwegs sind.

Und tatsächlich hatten sie zur Zeit der Festnahme schon wieder weitere schlimme Dinge geplant. Also so konnten meine Kollegen in dem Fahrzeug ähm Utensilien finden, die für eine mögliche weitere Raubtat ähm gedacht waren, nämlich sowas wie Sturmhauben, Schreckschuss Pistolen und dergleichen. Während der anschließenden Vernehmung im Landeskriminalamt ist Pavel K.

Derjenige, der sich als erster zur Tat äußert. Er verweigerte zwar die Angaben, ähm ich konnte dann allerdings ähm einen relativ guten Draht zu ihm gewinnen. Er erklärte selbst, dass ähm einer der Täter möglicherweise draußen gewartet haben könnte, während der andere die Tat beging.

 Und er konnte etwas erzählen zu den Verletzungen des Opfers, was auch stimmte, aber nie veröffentlicht worden war. Und insofern wussten wir, dieser Mann gibt absolutes Täterwessenpreis. Mit der Aussage von Pavel K kann der Tatablauf am Morgen des März 2013 rekonstruiert werden. Während Jochen S ihm mit dem Rücken zugewandt vor der Badewanne stand, ähm begann dann Murat mit einem spitzen Gegenstand auf ihn auf seinen Rücken ähm einzustechen.

Ähm und dadurch wurde Jochen bewusstlos und der Murat S ähm hiefte dann den bewusstlosen Jochen S in die Badewanne und holte sein Mittäter Pavel K, der ja draußen wartete, hinzu. [seufzt] PWK ähm bemerkte dann durch Messen des Pulses oder durch Fühlen des Pulses, dass Jochen S noch am Leben war und er gab ihm dann tatsächlich den Rest äh durch entsprechende Stiche in den Hals.

Während der Prozess gegen die Tatverdächtigen vorbereitet wird, gelingt Murat S am 19. Mai 2014 die Flucht aus dem Gefängnis in Berlin Moabit. Er sägt die Gitterstäbe seiner Zelle durch und überwindet mehrere Mauern. Zwei Monate lang bleibt er verschwunden. Dann wird der Ausbruch, ein Fall für die ZFSendung Aktenzeichen XY ungelöst.

Unsere Topfahndung heute. Es geht um diesen Mann hier. Er soll im März 2013 einen Berliner Clubbetreiber ausgeraubt und ermordet haben. Die Verhandung bei Aktenzeichen XY war wirklich ein voller Erfolg. Es kam ein Hinweis rein auf den Aufenthalt von Murat S und der konnte dort festgenommen werden.

 Bei seiner Festnahme äh konnten meine Kollegen feststellen, dass Murat S. bereits einen höheren Geldbetrag und gefälschte Personalpapiere für seine Ausreise bereitgelegt hatte. Im Juni 2015 fällt vor dem Berliner Landgericht dann das Urteil gegen Murat S und Pavel K. Das Gerichtsverfahren erstreckte sich über einen recht langen Zeitraum, soweit ich weiß, etwa anderthalb Jahre, aber am Ende äh wurden beide zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt und Pavel K.

 auch mit anschließender Sicherungsverwahrung. Wer mit der Bankkarte des Ermordeten nach dem Verbrechen Geld abgehoben hat, konnte bis heute nicht geklärt werden. Der Mord an dem Berliner Clubbetreiber Jochen keinen anderen Fall in seiner Laufbahn hat sich Ermittler Bernt Klatzel so gut eingeprägt. Hi, ich bin Diane Helscher und ihr hört Serienkiller Mörder und ihre Geschichten.

 Diese Folge ist einer unserer sechsteiligen Miniserie mit den berüchtigsten Serienkillerfällen aller Zeiten. Viel Spaß. Achtung, in diesem Podcast werden Themen wie Mord, Folter, Sexualverbrechen und extreme Gewalt auch gegenüber Minderjährigen behandelt. Der Inhalt kann deswegen vor allem auf Menschen mit posttraumatischen Belastungsstörungen retraumatisierend wirken.

[glocke] Unsere Kindheit ist voll mit Geschichten. Einige sind lustig, einige fantastisch und manche Geschichten machen uns Angst. Z.B. hören wir als Kinder mehr oder weniger gruselige Geschichten über alle möglichen Monster. Große, kleine, harmlose und gefährliche. Doch eines von ihnen ist älter als die anderen und ja Kindern schon über Generationen Angst ein.

Continue reading….
Part 1 of 3Part 2 of 3Part 3 of 3 Next »

Related Articles