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Volksmusik-Mord von Magdeburg… T

Volksmusik-Mord von Magdeburg…  

Am 5. März 1998 stehen Magdeburg die Castelruter Spatzen auf der Bühne. So wie schon hunderte Male zuvor und hunderte Male danach. Auf der Bühne transportiert die Volksmusikgruppe ein Bild der heilen Welt. Familien in den Bergen, Treue und Loyalität zu Freunden und natürlich die ganz große Liebe zur norditalienischen Natur.

 Obwohl die Castelruter Spatzen ihre Südtiroler Heimat besingen, haben sie vor allem in Osten Deutschlands viele Fans. Auch wenn die Landschaft hier denkbar wenig mit der Kulisse der Dolomiten zu tun hat, aber vielleicht ist es auch genau das, was die 2000 Fans am 5. März 98 in die Magdeburger Stadthalle zieht.

 Die Flucht aus dem Alltag rein in die malerische Südtiroler Atmosphäre. Dieses Bild der heilen Welt, an dem Fans sich an diesem Abend erfreuen, wird keine 24 Stunden später zerstört. Der Manager der Castelruter Spatzen wird tot aufgefunden mit brutalen Verletzung im strömenden Regen mitten in einem verlassenen Industriegebiet am Rande der Stadt.

 Karlheinz Groß wurde infolge des Konzerts der Kastelruter Spatzen in Magdeburg grausam umgebracht. Zunächst glaubt die Polizei den Fall zügig lösen zu können. Einer der Polizisten verspricht dem Keyboarder der Band, der auch der Bruder des Getöteten ist. Fahren Sie nach Hause, begraben Sie Ihren Bruder und lassen Sie uns unsere Arbeit machen.

 Wir haben das in ein paar Tagen geklärt. Doch ein paar Tagen werden Jahre. Inzwischen sind es fast drei Jahrzehnte. Der gewaltsame Tod von Karlheinz Groß gibt mehr Rätsel auf, als man auf den ersten Blick glauben mag. Eine Theorie reit sich an die nächste. Ist der Manager an zwielichtige Leute geraten? War jemand eifersüchtig auf seinen Job in der Volksmusik? Und was hat es mit einem Hardcore Castle Router Spatzenfan auf sich, der zum Hauptverdächtigen wird? Genau dem wollen wir heute auf den Grund gehen.

Das Konzert der Castelruter Spatzen in der Magdeburger Stadthalle ist restlos ausverkauft. Wie so oft, wenn die Volksmusikgruppe in den neuen Bundesländern halt macht. Knapp 2000 Fans konnten sich zu Preisen zwischen 40 und 70 DM ein Ticket sichern. Magteburg ist nur einer von vielen Stops für die Turnier, die das Album Herzschlag für Herzschlag promoten soll.

 Es wird sich am Ende mehr als 350.000 mal verkaufen. Damit kommt man zwar nicht ganz an die Verkaufszahlen des Kassenschlagers Feuer im ewigen Eis heran, aber trotzdem ist es wohl gerechtfertigt zu sagen, dass die Spatzen sich auf ihrem kommerziellen Zenit befinden. Sie zählen zu einer der größten Volksmusikgruppen in ganz Europa.

 Das ist den gut 2000 Fans in der Magtebeburger Stadthalle vermutlich relativ gleichgültig. Für sie zählt, dass ihre Stars an diesem Abend da sind und alle gemeinsam ein unterhaltsames Konzert erleben. Und dafür legen sich die Castelrouter Spatzen ins Zeug. Die beliebten Hits werden gespielt. In der Pause steht Manager Karlhe Heinz groß persönlich am Merchstand, um CDs und Fanartikel unter die Leute zu bringen.

Und nach dem Ende des Konzerts gibt es sogar noch eine Autogrammstunde. Nach dem wohlverdienten Feierabend geht es für die Musiker zurück in die Hotel. Währenddessen läuft an der Halle der Abbau. Instrumente müssen abgebaut und eingepackt werden, die Kasse gezählt, die nicht verkauften Merchandise Artikel wieder verstaut werden.

 Der Bandmanager Karl Heinz Groß hat alles im Blick. Sorgen bereitet ihm vor allem der Kleinlaster, dem die Fanartikel durchs Land gefahren werden. Der Wagen macht Ärger und hat schon auf dem Weg nach Magdeburg immer wieder bedenkliche Geräusche von sich gegeben. Eigentlich ist sogar schon ein neuer Transporter bestellt, aber wenigstens diese Tournee sollte der damals recht moderne Wagen noch mitmachen.

Schon am Nachmittag war ein anderer Mann aus der SpatzenCW Thomas mit dem Transporter bei einer Werkstatt. Ihm wurde die Man Autowerkstatt empfohlen, die damals in der Liebknechtstraße am Industriehafen von Magdeburg liegt. praktischerweise nur einige Autominuten von der Konzertlocation entfernt. Schon vor dem Konzert wurde der Wagen etwa 2 Stunden durchgecheckt mit dem Urteil, dass wohl das Getriebe gewechselt werden muss.

 Aber am Nachmittag konnte Thomas den Wagen nicht in der Werkstatt lassen. Darin war ja das ganze Merchandise verladen, das noch am Abend beim Konzert unter die Leute gebracht werden sollte. Also hat Thomas ausgemacht, dass der Wagen noch in der Nacht nach dem Konzert rüber zur Werkstatt gefahren werden könnte. So biegen Thomas und Manager Karlhe Heinz Groß nach dem erfolgreichen Konzert gegen Mitternacht in die Einfahrt der Mänwerkstatt ein.

 Von der Werkstatt wurde extra ein Mitarbeiter herbeigerufen, der ihn zu später Stunde noch mal aufmacht. Der Wagen wird in der Halle geparkt, die Stimmung ist zuversichtlich. Am Morgen können die Mechaniker sofort an die Arbeit gehen und bis zum Mittag sollte das Problem dann hoffentlich behoben sein. Allerdings sollen die Kastelruter Spatzen am besagten nächsten Abend schon im knapp 400 km entfernten Essen auf der Bühne stehen.

 Die ganze Crew muss also eigentlich morgens direkt losfahren, damit zeitlich alles passt. Am Morgen des 6. März treffen sich die Castelrouter Spatzen und ihre Crew zwischen 8:30 Uhr und 9 Uhr zum gemeinsamen Frühstück im Hotel Marizin. Manager Karl Heinz Groß kündigt den Plan des Tages an. Der ganze Tross soll schon mal wie geplant nach Essen vorfahren.

 Er selbst würde noch in Magdeburg bleiben, um später die Sache mit dem Auto zu reden. Sobald der Wagen wieder fit ist, würde er dann einfach nach Essen nachkommen. Also verabschieden sich Musiker und Mitarbeiter von Karlheins Groß und machen sich auf den Weg Richtung Westen. Es ist das letzte Mal, dass sie ihren Manager lebend sehen werden.

 Nur etwa 12 Stunden später wird groß tot sein. Schon um 10:15 Uhr steht Karlheinz Groß also wieder bei der Autowerkstatt auf der Mathe. Eigentlich geht er davon aus, dass er ruckzuck den Transporter zurückbekommen und nach Essen weiterfahren wird. Allerdings stellt sich vor Ort schnell heraus, dass die Sache doch noch etwas länger dauern wird.

 Auf so einer Tournee ist das eine kleine Katastrophe. Wenn da ein Zahnrad in der gut geölten Tourmaschine ausfällt, hat das Auswirkung. Das weiß gerade groß als Manager. Anstatt auf der Autobahn nach NRW verbringt er den Großteil seines Tages in der Autowerkstadt im Magdeburger Industriehafen. Im Laufe des Tages telefoniert er mehrfach mit Mitgliedern der Band und Crew, darunter auch mit seinem Bruder Albin, der bei den Casteluter Spatzen Keyboard spielt.

Laut Alben ist Karlheinsinz Groß ein ziemlich aufbrausender Mensch und auch von der Situation in der Werkstatt zunehmend genervt. Am Telefon spricht er sogar von einem Fusch. In einem Telefonat um etwa 12:50 Uhr mit seinem Kollegen Thomas sagt Karl Heinz: “Das Getriebe sei jetzt zwar ausgetauscht, dafür gebä es nun auf einmal Probleme mit der Kadanwelle.

 Die ganze Sache kostet nicht nur mehr Zeit als gedacht, sondern auch Geld. Und das, wo der Wagen ja eigentlich eh nach der laufenden Tour ausrangiert werden soll.” Nach fast 3 Stunden Wartezeit kehrt groß für ein notdürftiges Mittagessen gegen 13 Uhr bei McDonald’s ein. Die Filiale befindet sich damals am August Bebeldam und damit unweit der Werkstatt.

Aber auch nach dem Ausflug ins Fastfood Restaurant ist der Wagen noch immer nicht fertig. Selbst mit Vollgas würde Karlheins Großes jetzt nicht mehr pünktlich nach Essen schaffen. Um 16:50 Uhr ruft er noch mal bei Thomas an. Jetzt sei auch die Kadanwelle ausgetauscht worden, aber angeblich sei nur noch etwas mit dem Lager verkehrt.

Groß sagt, er werde den Tourstopp in Essen wohl oder übel sausen lassen. Stattdessen würde sich einen Zug nach Nürnberg buchen. Dort soll ihn der Tourtraoss am nächsten Tag auf dem Rückweg nach Südtirol einsammeln. Ein Mitarbeiter aus Deutschland sollte das Auto dann einfach in den nächsten Tagen aus der Werkstatt abholen.

Die Hoffnung, den Wagen noch an diesem Tag zurückzubekommen, hat Groß also offenbar komplett aufgegeben. Später sagt ein Mitarbeiter der Werkstatt, man habe groß auch einen Leiwagen von Man angeboten. Den habe groß aber nicht haben wollen. Etwa 20 Minuten später um 17:8 Uhr gibt es von Groß Handynummer aus einen Anruf bei seiner Familie in Südtirol.

 Dort geht allerdings niemand ans Telefon. Es klingelt auch nicht lang. Der Verbindungsaufbau dauert nur 4 Sekunden. Es wäre wohl das letzte Gespräch mit Karlheinz groß gewesen, denn etwa eine Stunde später ist ein LKW-Fahrer im Industriegebiet Rotensee unterwegs. Auf der Steinkopfinsel findet er um ca. 18:15 Uhr einen blutüberströmten Mann.

Er liegt auf dem Rücken und scheint nicht mehr aufstehen zu können, ist aber laut einem Spiegelbericht bei Bewusstsein. Er fuchtelt wild mit den Armen herum, als würde er versuchen, sich vor etwas oder jemanden zu schützen. Seine Armbanduhr sowie seine Brille, die ziemlich lediert ist, liegen neben dem Verletzten auf dem Boden.

Der LKW-Fahrer alarmiert rasch Hilfe, sodass der Verletzte ins Krankenhaus gebracht werden kann. Doch dort verschlechtert sich sein Zustand trotz einer Notop am Kopf. Um 22:15 Uhr wird er für Tod erklärt. Bei dem Verstorbenen handelt es sich um Karl Heinz groß. Karl Heinz Groß ist mehr als der Manager einer erfolgreichen Volksmusikgruppe.

 Er ist auch ein Sohn, ein Freund, ein Ehemann und Vater von vier Kindern im Schulalter. Das jüngste ist erst 7 Jahre alt und er ist der Bruder von Albin Groß, der den Castelruter Spatzen Keyboard spielt. Dem wird in den Tagen nach der Schocknachricht die schwere Aufgabe zur Teil den Leichtam seines Bruders zu identifizieren.

Die Band war schon längst in Essen, als sie informiert wurde, dass Karlheins groß zunächst in ein Krankenhaus eingeliefert wurde. Bei diesem ersten Anruf gab es keine konkreten Infos. Wie ernst die Lage für den Manager wirklich war, konnten die Musiker nicht absehen. Carin Groß hatte wohl vor kurzem eine radikale Abnehmkour hinter sich.

 Die Band befürchtete wohl, sein Kreislauf könnte dadurch zusammengeklappt sein und er sei nun aber in der Klinik in guten Händen. Nach einigem Hin und her hatten sie sich entschieden, das Konzert am Abend durchzuziehen. Zahlreiche Fans standen schon in der Essener Grugerhalle vor der Bühne und hatten sich auf ihren Konzertabend gefreut.

Nach dem Ende der Show rief Keyboarder Albin groß sofort wieder im Krankenhaus an und sich nach seinem Bruder zu erkundigen. Am Telefon wurde ihm von einem Arzt mitgeteilt, dass Karl Heinz in der Zwischenzeit verstorben sei. Und der Tod des 38-jährigen muss ein grausamer gewesen sein. Er hat mehrere Knochenbrüche.

 Der Schädel wird in Medienberichten sogar als zerschmettert beschrieben. Entsprechend wurde das Gehirn stark beschädigt. Die erwähnten anderen Knochenbrüche befinden sich an den Rippen, an mehreren Fingern, am Schlüsselbein, an der Wirbelsäule und dem rechten Schulterblatt. Außerdem gibt es Verletzung an Lunge und Leber, die mit inneren Blutung einhergehen.

 Zudem weiß sein Körper Quetschung und Prellung auf. Die Ärzte, die noch behandelt haben, gehen von einer massiven Gewalteinwirkung gegen seinen Oberkörper und seinen Kopf aus und zwar von hinten rechts. An der Steinkopfinsel steht die Polizei vor einem großen Rätsel, denn es ist überhaupt nicht klar, wie Karlins groß hier hingekommen sein soll oder warum.

Die Steinkopfinsel liegt zwar im Industriehafen, also in dem Gebiet, wo auch die Autowerkstatt ist, die groß besucht hat. Allerdings ist die Insel noch mal 2 bis 3 km von der Werkstatt entfernt und vor allem ist dort absolut nichts los. Ein Großteil der DDR Industriebauten liegt 1998 schon längst still.

 Einzig der Magdeburger Elphafen wird dort noch betrieben. Die Steinkopfinsel ist nur über einen einzigen Zufahrtsweg über eine Brücke im Süden erreichbar. Also nicht einfach zugänglich. Schon gar nicht, wenn man nicht ortskundig ist. Die Wege im Gebiet sind dort damals unbefestigt und Anfang März auch noch total schlammig. Das ist also wahrlich kein Ort für einen Spaziergang oder um sich die Beine zu vertreten, schon gar nicht bei dem strömenden Regen vom Abend des 6. März.

Dazu kommt, dass die Schuhe von groß relativ sauber sind. Auch die Kleidung ist nicht schmutzig, wie es der schlammige Untergrund vermuten lassen würde. Wahrscheinlich ist er also nicht wirklich im Industriehafen rumgelaufen. Das bedeutet auch, der Auffinderort wird nicht auch der Tatort sein. Dazu passt, dass auf der Steinkopfinsel nicht annähernd so viel Blut am Boden haftet, wie er mit seinen schweren Verletzungen verloren haben muss.

Es gibt in dem grausamen Tod des Managers der Castelruter Spatzen also mindestens einen Täter und das muss jemand sein, der sehr gute Ortskenntnisse hat. Deshalb wird auf der Steinkopfinsel am 7. März alles akribisch abgesucht. Sowohl eine Hundertschaft als auch Spürhunde schauen sich dort nach Indizien um.

 Leider ohne nennenswertes Ergebnis. Zum einen war der Auffindeort halt nicht der Tatort und zum anderen werden durch den starken Regenfall möglicherweise einige Spuren vernichtet. Es heißt, Groß habe schätzungsweise etwa eine halbe Stunde lang schwer verletzt auf der Steinkopfinsel gelegen, bevor er gefunden wurde.

 Das ist eine recht lange Zeit, gerade weil die Stelle gut einsehbar ist, sowohl von der Straße als auch von der Brücke aus. An der Brücke befindet sich auch ein kleines Lokal, das allerdings zum fraglichen Zeitpunkt schon geschlossen hatte. Trotzdem steht fest, groß wurde zwar woanders hin transportiert, versteckt aber nicht. Hinter oder gleich in einer der Lagerhallen auf der Insel hätte man ihn leicht verschwinden lassen können.

 An tatsächlichen Fundort in der unmitteltebaren Nähe zur Halle und zur Brücke muss eigentlich auch dem Täter klar gewesen sein, dass groß schnell gefunden würde. Aber besagter Täter ist nicht mehr als ein Phantom. Es gibt keine Zeugen, die im Bereich der Steinkopfinsel etwas Verdächtiges beobachtet haben.

 Also muss die Polizei anders vorgehen und das bedeutet in diesem speziellen Fall sehr viele Personen befragen. Die Mitarbeiter der Werkstatt, das Umfeld der Band, die Familie des Getöteten. Für die Ehefrau von Karlhe Heinz Groß ist sein brutaler Tod natürlich ein heftiger Schock. Sie hat ja noch am 5. März mit ihrem Mann telefoniert, also dem Tag, an dem die Castelruter Spatzen ihr Magdeburger Konzert gespielt haben.

Er wirkte nervlich am Boden, wie sie der Polizei erzählt. Er habe etwas von großen und kleinen Schwierigkeiten erzählt. Das kann alles und nichts bedeuten. Das Management für eine Band of Tour ist in jedem Fall ein anstrengender Job und Karlins Groß macht ihn auch noch nicht sehr lang. Seine Frau berichtet Großhabe gesagt, ihr Zuhause von diesen Schwierigkeiten erzählen zu wollen.

 Am Telefon ist er nicht weiter darauf eingegangen. Die Frage ist nun natürlich, ob Groß hier einfach über die Herausforderung seines stressigen Alltags gesprochen hat oder ob er ahnte, dass es irgendetwas gibt, das wirklich zu einem größeren Problem für ihn werden könnte. Vielleicht meint er überklich etwas ganz banales, z.B.

die Sache mit dem kaputten Kleinlaster oder einen Streit, den er in diesem Konzerttag mit einem Fan hat. Dazu kommen wir gleich noch genauer. Tatsächlich konzentrieren sich die Ermittlung zuerst auf die Band selbst. Es heißt, die Castelrouter Spatzen seinen stundenlang von der Polizei verhört worden.

 Im Rückblick hätten die Mittler dabei viel Zeit verloren, kritisiert er später, denn im direkten Umfeld der Band gibt es nichts, was den gewaltsamen Tod des Managers irgendwie erklären könnte. Auch wenn die Gerüchte Küche schnell brodelt, vielleicht hinge das Ganze mit einem eifersüchtigen Ex-Manager zusammen.

 Karlhe Heinz Groß hat sein Managerposten für die Gruppe erst einige Monate vor seinem brutalen Tod angetreten. Zuvor war Charlie Matzak der Manager Casteluter Spatzen. Groß war laut Medienberichten gerade erst dabei in seinen Job reinzukommen und sich einzufinden. Einige Managementen auf der 98er Tournee wurden auch gar nicht von ihm übernommen, sondern vom Leiter einer Nürnberger Konzertur namens Palace.

10 Jahre später endete die Geschäftsbeziehung zwischen Palace und den Castelruter Spatzen übrigens in einem Rechtsstreff, weil die Agentur zuletzt wohl zu geringe Honorare überwiesen hatte. Aber das ist in der Winterturnee 1998 noch in ferner Zukunft. Zurück also zu Großvorgänger Matzak. Der hatte die Castelrouter Spatzen seit ihrer Gründung bis 1997 gemanaged.

 Er soll aus Kostengründen entlassen worden sein. Das Tiroler Wochenmagazin FF zitiert ihn dazu: “Ja, ein bisschen enttäuscht bin ich schon vom Verhalten der Gruppe. Menschlich finde ich es nicht ganz in Ordnung, aber so ist halt das Geschäft. Er scheint seine Entlassung also durchaus sportlich zu nehmen.

 Auch Alvin Groß hat auf Nachfrage zu Matzak gesagt: “Wer glaubt, dass dieser Mord mit irgendeinem vermeintlichen Streit zu tun hat, kennt uns nichts. Auch was die Auflösung mit Charlie Mazak betrifft, kann ich völlig ausschließen, dass es da irgendetwas gegeben hat. Klar war der Charlie nicht glücklich, aber nie würde ich ihm irgendetwas in dieser Richtung zutrauen.

Dazu kommt ja auch, dass der oder die Täter gute Ortskenntnisse in Magdeburg gehabt haben müssen. Das trifft auf den Ex-Manager nicht zu. Diese Spur kann also genau wie etweige andere Zusammenhänge mit den Bandmitgliedern getrost gestrichen werden. Anders sieht es dann natürlich mit den Angestellten der Autowerkstatt aus.

 Die habt ihr sicherlich auch zuerst gedacht, zumindest als wichtige Zeugen. Aber so einfach ist das in diesem mysteriösen Fall leider alles nicht. Die Angestellten der Autowerkstatt sind in jedem Fall die letzten, die Karlheins groß gesehen haben. Vom Täter oder den Tätern abgesehen. Wie es der Bruder des Toten schon angedeutet hat, bestätigt sich auch von Seiten der Werkstatt, dass die Reparatur des Wagens nicht gerade toll gelaufen ist.

 Die Werkstatt ist für Trucks ausgelegt und ziemlich groß. Dementsprechend hätten sich der Manager und die Mechaniker hier eigentlich gut aus dem Weg gehen können. Allerdings kamen sich die beiden Parteien trotzdem in die Quere. Groß war von den langen Reparaturen nämlich zunehmend genervt. Ist ja auch verständlich.

 Für ihn war es eigentlich wichtig, den Wagen noch am selben Tag nach Essen zu bekommen. Dass das nicht klappen würde, wurde im Tagesverlauf immer klarer. Zudem hat er vor seiner Zeit als Manager mal als Busfahrer gearbeitet und hatte eine ganz eigene Theorie, was mit dem Kleinlaster mechanisch verkehrt sein könnte. Ein defektes Radlager auf der rechten Seite war sein Tipp.

 Stattdessen wurden ja aber x andere Dinge unternommen, die gar nichts damit zu tun haben. Erst der Ersatz des Getriebes und dann der Austausch der Kadanwelle. Die Uhr zickte, die Sache wurde merklich teurer und groß war sich sicher, dass das Problem des Autos eigentlich ganz woanders war und das seit 10 Uhr morgens. Irgendwann so sagen die Mechaniker sei groß ihn richtig auf die Pelle gerückt und habe sich in die Reparaturversuche eingemischt.

 Für Mechaniker, die Platz und Ruhe zum Arbeiten brauchen, natürlich unangenehm. Für Groß ebenfalls unangenehm, da er sicher war, dass das Radlager kaputt war. Und wahrscheinlich wurde alles noch unangenehmer für die Mechaniker, als ich herausstellte, dass der ungeduldige Kunde die ganze Zeit recht gehabt hat. Das Radlager war nämlich wirklich defekt.

 Eine der Monseure erzählt der Polizei habe groß das defekte Radlager dann zeigen wollen. Doch auf einmal so der Monseur sei der Kunde verschwunden gewesen. Keine der Mitarbeiter der Werkstatt gibt an, dass groß sich von ihnen verabschiedet hat. Im findet das zwar komisch, aber A hat er noch genug anderes zu tun und b ist es vielleicht gar nicht so komisch, dass der frustrierte Kunde irgendwann einfach geht, nachdem er den ganzen Tag umsonst in der Werkstatt verbracht hat.

 Das Groß nicht mehr in der Werkstatt war, sei um etwa 16:45 Uhr aufgefallen. Tatsächlich passt das recht gut in die Chronologie. Etwa um diese Zeit hat er auch sein letztes Telefonat mit Thomas geführt. Wie Albin Groß später in einem Interview angibt, sei Karl Heinz bei diesem Telefonat zu Fuß unterwegs gewesen in Richtung der Stadt.

 Wohin genau er wollte und ob er nur spazieren war, sei unklar. Um kurz nach 17 Uhr gab es dann noch mal den versuchten Anruf bei Karlheinz groß zu Haus und um 18:15 Uhr wurde er schon mit schwersten Verletzungen aufgefunden. Was in diesen 90 Minuten zwischen dem Verlassen der Werkstatt und dem Auffinden von groß passiert ist, weiß bis heute niemand.

 Hat er die Werkstatthalle vielleicht nur verlassen, um seine Telefonate zu führen und dabei ist ihm etwas zugestoßen? Oder wollte er in Richtung der Stadt, vielleicht sogar in Richtung des Bahnhofs laufen? Mehrere Kilometer strömmen den Regen ohne Ortskenntnis und Navi? Oder hat er sich hier mit irgendwem verabredet, der ihn mit dem Auto mitnehmen würde? Was auch immer in diesen 90 Minuten geschehen sein mag, am Ende war Karlheinz groß tot, umgebracht auf brutalste Art und Weise.

Als er in Südtirol beigesetzt wird, ist die Anteilnahme überwältigend. Mehr als 2000 Personen kommen zur Trauerfeier und unter ihnen ist auch der damalige Hauptverdächtige. Auch wenn der Fall bis heute nicht gelöst wurde, die Magdeburger Polizei verweist darauf, dass die Ermittlung der Sokospat sehr umfangreich gewesen sei.

Die Zahlen sprechen für sich. 62 Aktenordner mit rund 5000 Seiten Ermittlungsakten, mehr als 400 vernommene Zeugen, zeitweise bis zu 60 Ermittler. Dazu hat es insgesamt fünf Personen gegeben, die im Laufe der Ermittlung als tatverdächtig eingestuft wurden. Auch wenn die Auffindesituation, das Geschehen am Tattag schnelle Schlüsse zulassen, ist der Fall Carlins groß, also ziemlich mysteriös.

Das werden wir gleich noch genauer sehen, wenn wir uns einige der Theorien zu seinem Tod anschauen. Auf den ersten Blick mag die Sache recht nahiegend aussehen, aber ich verspreche euch, dass hier wirklich einiges möglich ist. Nicht umsonst ist der Fall auch heute noch ungelöst. Der Elefant im Raum sind natürlich die Mechaniker und Monteurin der Autowerkstatt.

 Lass uns darum gleich am Anfang darüber reden, eben noch etwas tiefer einsteigen. Nachdem die Befragung der Bandmitglieder nichts gebracht hat, konzentrieren sich die Polizisten als nächstes auf die Manwerkstatt, in der Karlheinz groß die letzten Stunden seines Lebens verbracht hat. Die Arbeitshypothese, vielleicht wurde groß dort bei einem Unfall von einem LKW überrollt und sein Panik hat man ihn dann zum Aufwendeort gebracht.

 Oder vielleicht hat es einen Streit zwischen Groß und einem Monteur gegeben, der eskaliert ist. und danach wurde ein Unfall vorgetäuscht. Alle Fahrzeuge, die am 6. März 1998 in dieser Werkstatt waren, wurden spurentechnisch untersucht, leider aber erst zwei Tage später. In der Zwischenzeit war der Betrieb ganz normal weitergegangen.

 Sollte in der Werkstatt etwas passiert sein, könnten mögliche Spuren dadurch wissentlich oder unwissentlich verwischt worden sein. 14 Angestellte der Werkstatt müssen eine Speichelprobe abgeben. Das heißt, einige Alibis seien ganz dicht gewesen. Einige Zeugen hätten widersprüchliche Angaben gemacht.

 An einem Wagen und bei zwei Monöruren wird die Spurensicherung fündig. An der Kleidung der Männer und dem Auto gibt es blutverdächtige Anhaftung, wie es heißt. Allerdings stammt das Blut nicht von Karlins Groß, sondern von den Monöruren selbst, die sich bei ihrer Arbeit verletzt haben. Und die Widersprüche in den Aussagen könnten wenigstens in Teilen einen ganz einfachen Grund haben.

Am 6. März hatten einige Mitarbeiter Dosenbier getrunken. Das geht während der Arbeitszeit natürlich gar nicht und das dürfte den Männern auch klar gewesen sein. Möglich entstanden einige Ungereimtheiten einfach bei dem Versuch, den Dosenbierkonsum in der Werkstatt zu vertauschen.

 Auch wenn die Verdächtigung gegen Mitarbeiter der Werkstatt nie ganz vom Tisch sind, kann man ihnen einfach keine Schuld am Tod von Karlheinz groß nachweisen. Man muss ja auch bedenken, wenn etwas in der Autowerkstatt passiert ist, gibt es entweder mehrere Täter oder zumindest mehrere Mitwisser. Der Fall Karlheins groß ist aber bis zum heutigen Tage ungelöst.

 Ob es ein Mord oder ein Unfall war, ist nicht einmal ganz klar. Dazu müsste man ja das Motiv und den Tatergang kennen. Wenn es kein Mord war, könnte die Sache inzwischen aber sogar verjrt sein. Trotzdem hat es in all den Jahren nie jemanden gegeben, der ein Mitarbeiter der Werkstatt konkret belastet hat.

 Dass ein Täter selbst fast 30 Jahre dicht hält, ist das eine. Bei mehreren Tätern oder Mitwissern ist es aber schon deutlich schwieriger und unwahrscheinlicher. In der Theorie ist es sicherlich möglich, dass sich Komplizen oder Mitwisser der verschwören, dass sie wirklich über Jahrzehnte nicht einknicken. Aber wie gesagt, die Wahrscheinlichkeit ist da meiner Meinung nach eine andere Frage, zumal es in diesem Fall noch eine andere interessante Theorie gibt.

 Thomas, der mit Karl Heinz in der Werkstatt war, hat jedenfalls gegenüber den Mitarbeitern nichts Negatives berichtet. Im Gegenteil, man sei dort wirklich sehr freundlich gewesen. Die zweite Theorie führt uns direkt zu der Person, die Karlheinz groß gefunden hat. Dieser LKW-Fahrer verhält sich nämlich aus Sicht der Polizei ziemlich sonderbar.

Damit ist er in diesem Fall keine Einzelerscheinung, wie wir noch sehen werden. Aber da er derjenige ist, der groß entdeckt hat, ist das Ganze besonders spannend. Nach eigenen Angaben hat er groß auf dem Weg liegen sehen, als er mit seinem LKW gerade auf die Steinkopfinsel gebogen ist. Allerdings ist der LKW-Fahrer nicht direkt ausgestiegen, um erste Hilfe zu leisten.

Das heißt, er sei stattdessen erstmal nur so weit rangefahren, bis er gute Sicht auf den Schwerverletzten hatte. Vom Anblick schockiert sei er dann zur Lagerhalle weitergefahren, die sich direkt am Fundort befindet. Von dort habe er erstmal seinen Chef angerufen, der in der Nähe gewesen sei, ebenfalls in einem LKW unterwegs.

Danach habe er noch seinen Anhänger abgekoppelt. In der Lagerhalle sollte er nämlich altes Brot ablegen, bevor es weiterentorgt wurde. Sein Chef sei 5 Minuten später dazuekommen und habe einen Krankenwagen gerufen. Außerdem habe den Verletzten mit einer Plane abgedeckt. An dem Abend hat es ja stark geregnet und die Temperaturen lagen am Gefrierpunkt, darum wohl dieses Abdecken.

 Dass er nicht selbst sofort die Rettungskräfte gerufen hat, erklärt der LKW-Fahrer mit seinem Schock angesichts des grausamen Anbliks des Schwerverletzten. Für die Polizei stellt sich aber die Frage, was ist, wenn es genau dieser LKW-Fahrer war, der Karlheinz Groß irgendwo versehentlich angefahren hat und wenn sein Chef ihm dann geholfen hat, groß in sein LKW zu verfrachten und seinen Fundort abzulegen.

 Ob das eine stabile These ist, ließ er sich ja eigentlich recht einfach überprüfen. Allerdings soll der LKW des Finders damals nicht hinreichend untersucht worden sein. Als er Fall später noch einmal aufgerollt wurde, war der Lastwagen bereits ins Ausland verkauft worden. Die Polizei konnte ihn trotzdem aufspüren und noch mal untersuchen.

Hinweise auf Karlins Groß oder irgendeinen Unfall mit dem LKW konnte man allerdings nicht finden. Trotzdem war der Verdacht gegen den LKW-Fahrer wohl so konkret, dass die Polizei versucht haben soll, Anklage gegen ihn zu erheben. Auf mehrere pressende Nachfragen hin habe der Fahrer selbst nicht mehr ausgeschlossen, dass er Karl Heinz Groß vielleicht versehentlich im Rückwärtsgang angefahren habe.

 Aber die Anklageerhebung wird von der Staatsanwaltschaft abgelehnt. Begründung. Die Fragen der Ermittler waren zu suggestiv. Dazu kommt auch, dass der Rechtsmediziner anhand der Spurlage nicht glaubt, dass groß versehentlich angefahren wurde, wie es beim Unfall mit dem LKW-Fahrer eben passiert wäre. Dafür gebä es keinerlei Anhaltspunkte.

Interessanterweise wird auch in einem Zeitungsartikel kurz nach dem Tod von Groß schon geschrieben, dass die Polizei ein Unfall genauso ausschließen würde wie ein Raubmond. Erst 2003 gibt es einen Bericht über eine neue Spur und damit verbunden über die Unfallstheorie. Konkreter wird es da allerdings auch nichts, dafür aber an anderer Stelle, vielleicht dort, wo man es in der Volksmusikbranche gar nicht vermuten würde.

Es gibt die verschiedensten Gerüchte zum Tod von Karlheins Groß. Vielleicht sein Groß oder gar die Castelruter Spatzen selbst von der russischen Mafia erpresst worden, heißt es. Cusieren auch Gerüchte zu einem Mann, der der Band gedroht haben soll, weil seine Ehefrau angeblich eine Affäre mit dem Spatzensänger gehabt haben.

Vielleicht habe dieser sich rechen wollen und Karl Heinz groß mit dem Sänger verwechselt. Ob diese spezielle Anschuldigung nun stimmt oder nicht, sei man dahingestellt. Feststeht aber, dass die Polizei durchaus in die Richtung der Spatzenfans ermittelt. Vor allem gerätt ein Mann ins Visier der Ermittler, der gemeinsam mit seiner Ehefrau den Magdeburger Fanclub für die Kastelouter Spatzen leitet.

 Sein Name wurde nie bekannt gegeben. Der Einfachheit halber nenne ich ihn hier Bernt. Bernt und seine Ehefrau sind riesige Fans der Kastelruter Spatzen. Wie es sich für einen Diehard Fan gehört, ist das heimische Wohnzimmer vollgestopft mit Fanartikeln und Zeitungsausschnitten. Allerdings heißt es, in der Wohnung habe sich sogar ein regelrechter Althaf für die Castelrouzen befunden.

 Ein Schrein, der weit über normales Fansin hinausgeht. Den Spatzen ist das im Nachhinein unangenehm genug, dass die Familie von Großdisen Bernt als zwielichtige Gestalt beschreibt. Es heißt auch, dass gerade die Ehefrau von Bernt bei Konzerten gerne mal übers Ziel hinausschießen soll, indem sie nämlich die Bühne stürmt, um den Castelruter Spatzen Fangeschenke zu überreichen.

Allerdings hat es am Abend vor dem Tod von Karlheins Groß heftig zwischen ihm und Bernt gekracht. Die Casteluter Spatzen zählen Ende der 90er Jahre mehr als 100 offizielle Fanclubs. Die Fanclub Leiter kümmern sich darum, Konzertreisen zu organisieren, Meet and Greets mit der Band, gemeinsame Aktion und so weiter.

Dazu arbeiten die Fanclubschefs auch eng mit dem Management und den Künstlern zusammen, meistens ehrenamtlich. und der soll angeblich planen im Fanclub Mitgliedsbeiträge zu sammeln, wie Manager Karlheinz Groß am 5. März erfährt. Und das finden weder er noch die Band eine gute Idee. Außerdem soll ein Fan mit einer Behinderung diskriminiert und beleidigt worden sein.

Warum und von wem wird aus der Quellenlage nicht ganz klar. Klar ist aber, dass es am Abend des Magdeburger Konzerts einen Streit zwischen Fanclub Chef Bernt und Manager Karl Heinz Groß gibt. Irgendetwas hatte Magdeburger Fanclub offenbar so stark gebruddelt, dass groß als Bandmanager durchgegriffen hat.

 Er hat dem Magdeburger Fanclub den Status als offizieller Fanclub entzogen. Das ist nicht nur aus der Sicht eines glühenden Fans bitte, sondern auch aus wirtschaftlicher Perspektive. Teilweise dürfen die offiziellen Fanclubs nämlich auch selbst Fanartikel der Castelrouter Spatzen vertreiben. Zudem gab es für diese offiziellen Clubs exklusive weitere Vorteile.

 Und das alles kann Bernt mit diesem Bruch nun vergessen. Zwischen ihm und Groß soll es daraufhin lautstark hergegangen sein. Mehrere Zeugen erinnern sich sogar an Drogen, die Bernt gegen den Bandmanager geäußert haben soll. Trotz allem ist Bernt mit seiner Frau zur Beerdigung von Karlheins Groß nach Kastelrut gefahren.

 Im 800 km entfernten Südtirol haben sie einen Kranz für den Gezeten niedergelegt. Als Bern dort aufläuft, ist der Fan nicht nur für die Band ein bekanntes Gesicht, sondern auch schon für die Polizei. Der am Morgen des 7. März, also am Morgen nach dem Tod von Karlheins Groß, wurde am Fundort eine neue Entdeckung gemacht.

An der Lagerhalle direkt am Auffindeort wurde eine schwarze Rose an der Dachrinne angebracht. Und wie die Polizei zügig herausfindet, war es Bernt, der die Rose dort deponiert hat. Damit wäre er einer der ersten am Fundort gewesen. Da stellt sich nun unweigerlich die Frage, wie Bernt den genauen Auffindeort so schnell nach dem Tod von Groß herausbekommen hat.

 Das Ganze spielt sich immer in 1998 ab. Heute erfahren wir auf Binen Minuten, wie der Tatort von Öffentlichkeitswirksamen Verbrechen aussieht, damals aber noch nicht. Es wurde zwar am Morgen des 7. März bereits über den gewaltsamen Tod von Manager der Castelruter Spatzen berichtet. Aber so schnell den genauen Fundort ausfindig zu machen, nur auf Basis von Rundfunkmeldung und Hören sagen.

 Dazu kommt noch ein weiteres spannendes Detail, eigentlich sogar zwei, denn Bernt ist nicht nur selbst LKW-Fahrer, er kennt sich auch ausgerechnet in diesem Industriegebiet auf der Steinkopfinsel sehr gut aus. Seine Arbeitsstelle befindet sich damals nämlich genau am Magdeburger Industriehafen. Noch dazu ist Bernt nicht abgeneigt, immer neue Theorien zum Tatablauf zu teilen.

 Er gilt lange als der Hauptverdächtige im Fall Karlheinz Groß. Man nimmt seine Fingerabdrücke und auch sein Auto wird durchsucht, offenbar aber ohne einen durchschlagenden Fund. Der Fan hat ein Alibi, das von seiner Ehefrau und seinem Sohn bestätigt wird, auch wenn es nicht das wasserdichteste Alibi der Welt ist.

 Er an dem Abend der Tat zu Hause Bier und härtere Spirituosen getrunken, bis Zitat: “Ich total besoffen war.” Aber Alibiest Alibi. Das hier waren nur die fundierteren Theorien rund um den Ton von Karlins groß. Dazu kommen noch unzählige weitere Tipps und Mutmaßung. Einmal behauptet etwa ein Mann den Fall lösen zu können, vorausgesetzt man würde ihm Geld geben.

Er saß mal in einem Leipziger Gefängnis und verdächtigt drei seiner damaligen Mitinsassen. Der Keyboarder und Bruder von Carleins Groß trifft sich sogar mit diesem Mann. Allerdings stellt sich das Ganze als Räuberpistole heraus. Laut der Kripo seinen die drei Männer zum Tatzeitpunkt zu jung gewesen, um ins Täterprofil zu passen.

 Eine weitere Theorie wäre, dass Groß vielleicht etwas beobachtet hat, was er nicht hätte sehen sollen, dass er vielleicht selbst Zeuge eines Verbrechens wurde, aber die Theorie ist so wage, dass man nicht wirklich was dazu sagen kann. Man tappt also weiter im Dunkeln. Was die Ermittler in jedem Fall ausschließen können, ist ein Raubmord.

 Das mag nah liegen klingen, aber die Armbanduhr von Karlins Groß war durchaus etwas wert und lag trotzdem neben dem Schwerverletzten, als er gefunden wurde. Auch sein hochwertiges Handy und Schmuck waren bei ihm. Und vor allem wird bei ihm noch seine Geldbörse gefunden, in der sich ganze mehrere tausend DMark befinden.

 Je nach Medienberichten variiert die Summe von 7 bis 12000 DMark. Das Geld hatte groß mitgenommen, um die Reparatur des Autos zu bezahlen. Kein Dieb der Welt hätte sich so etwas durch die Lappen gehen lassen und vielleicht auch sonst kein skrupeloser Opportunist. Viel mehr sieht es so aus, als sei es entweder um etwas Persönliches gegangen oder um die Vertuschung eines Unfalls.

Im übrigen ist aber spannend, dass in einem Artikel der FF heißt, dass groß das Bargeld eigentlich gar nicht gebraucht hat. sei nämlich vereinbart gewesen, dass man für Reparaturen eine Rechnung an die Firma der Castelruter Spatzen ausstellt. Letztlich sollen das übrigens in der Tat ungefähr 10 000 Dmark gewesen sein.

 Wie vorhin auch schon gesagt, drückte die Unfalltheorie vor allem später in den Fokus der Ermittel. Die Gewalteinwirkung gegen Kopf und Oberkörper erfolgte ja laut den behandelnden Ärzten von hinten rechts. Laut den Ermittlern könnte das durchaus für einen Unfall sprechen, bei dem groß von hinten rechts angefahren wurde, etwa von einem LKW.

 Der Rechtsmediziner, der groß obuziert hat, teilt diese Einschätzung jedoch nicht. Für ihn sprechen die Kopfverletzung nicht für einen Unfall, sondern für mehrere gezielte Schläge mit einem stumpfen, harten Gegenstand. Ein Kampf oder eine Prügelei schließt die Rechtsmedizin nach ihren Untersuchung weitgehend aus. Die Verletzung am Oberkörper passen jedoch zu starker quetschender Gewalt.

 Da geht der Rechtsmediziner also mit. Er spricht von schweren Verletzung im Bereich des Rumpfes mit ausgedehnten Unterblutung an der Hinterseite und Vorderseite. Dazu kommen all die Brüche. Es wäre also auch eine Kombi denkbar, das groß von einem LKW überrollt oder eingeklemmt wurde und danach oder davor noch Schläge gegen den Kopf bekommen hat oder umgekehrt, erst die Schläge, dann die Quetschung durch das Überrollen mit einem Auto.

 Welche Verletzung zuerst entstanden sind, hat sich leider nicht mehr feststellen lassen und auch woher die Quetschung genau kommen, kann sich nicht bestimmen lassen. Fest steht, dass groß irgendwie zwischen zwei Gewalten eingeklemmt wurde, wie der Rechtsmediziner es ausdrückt. Das könnte z.B. ein LKW und eine Wand sein, zwei LKWs oder sonst irgendetwas.

 Man kann an dieser Stelle leider nur spekulieren. Am 15. Juli 2003 wird das Verfahren letztlich aus Mangel an Beweisen eingestellt und dabei bleibt es bis heute. Der Fall Karlheinz Groß wird 2018 noch einmal bei Aktenzeichen XY gezeigt. Der Vorschlag kam aber wohl vom Sender selbst, nicht von der Polizei oder der Staatsanwaltschaft.

 Es war auch keine Sprecherin oder Sprecher von einer der beiden Stellen im Studio, um etwas Neues zu dem Fall zu erzählen. Es melden sich nach der Sendung immerhin 35 Personen mit möglichen Tipps. Davon sollen vier bis fünf wieder von den Ermittlern verfolgt worden sein, auch wenn sich diese Hinweise wohl teilweise widersprachen.

Ein Anrufer soll noch mal auf die Werkstattmitarbeiter verwiesen haben. Er soll laut der Südtiroler Tageszeitung behauptet haben, zwischen Groß und Mitarbeitern sei es zu einem handfesten Streit gekommen. Dabei sei groß durch Faustschläge KO gegangen und dann an den Auffindeort gebracht worden sei. Ein anderer Anrufer gibt einen Hinweis, demzufolge es sich alles wohl doch um einen Unfall gehandelt habe.

 Allerdings hat man bis heute nichts Neues dazu gehört. Sieht also leider nicht so aus, als hätte die Sendung in diesem Fall letztlich etwas bewegen können. Es wurden sogar angebliche Spuren von Wasagern verfolgt. Alles ohne Ergebnis. Laut Albinroß selbst soll der Fall nur noch mal neu aufgerollt werden, falls es neue Indizien geben sollte.

Trotzdem gibt es noch immer eine berechtigte Hoffnung, dass der Fall gelöst werden kann. In Amante von Karlins Groß wurden eine DNA Spur sowie vier Haare von drei verschiedenen Personen sichergestellt. Heutzutage könnte man die oder den Täter somit durchaus überführen. Sobald der genetische Fingerabdruck einer der Personen in die Datenbank der Polizei eingepflegt würde, könnte man gegen diese Person Ermittlung im Fall groß aufnehmen.

 Bis dahin bleiben viele Fragen. Warum verließ Groß die Autowerkstatt ohne sich zu verabschieden? Was passierte in den anderthalb Stunden zwischen seinem Abgang und seinem Auffinden? Wo war überhaupt der Tatort? Was die Tatwaffe? Welches Motiv hatten der oder die Täter? Und vor allem, wer hat Karl Heinz groß das alles angetan? Bis heute haben die Kasselouter Spatzen trotz umfangreicher Touren nie wieder einen Konzert in Magdeburg gespielt.

Erst wenn der Tod seines Bruders aufgeklärt ist, wird es dort wieder einen Auftritt geben, sagt Keyboarder Albingroß 2019 im Spiegel. Dann wird der Erlös gespendet. Dann geben wir ein Benefitskonzert. Schon kurz nach dem Vorfall haben die Castelrouter Spatzen außerdem eine Belohnung ausgelobt für Hinweise, die zum Täter im Fall Karlheinz groß führen.

Ganze 50.000 DM. Heute gilt dieses Angebot wohl noch immer entsprechend mit 25 000 €. Der gewaltsame Tod ihres Managers prägt die Band natürlich bis heute. Vor allem Albin Groß hat sich lange Vorwürfe gemacht. Wie er selbst einmal sagt, ich hatte Karl Heinz zu den Spatzen geholt. Wäre er Busfahrer geblieben, würde er vielleicht noch leben. Ich stellte alles in Frage.

 Wenn ein Mord der Preis ist für beruflichen Erfolg, was ist dieser dann noch wert? Die Recherche zu diesem Video war tatsächlich recht herausfordernd. Es gab in den Quellen viele Abweichungen und Widersprüche. Das bei älteren Fällen wie diesem hier nicht unüblich, aber nie ganz einfach. Zumal es hier schon beim Namen des Opfers anfängt.

 Mal wird der Karl Heinz mit Bindestrich geschrieben, mal ohne manchmal auch zusammen in einem Wort. Manchmal wird der Karl Heinrich genannt. Wir haben die Quellen so gut geprüft, miteinander verglichen, dass wir euch hoffentlich trotzdem ein möglichst konsistentes und schlüssiges Bild von einem mysteriösen Fall zeigen konnen.

 Sollten wir Fehler gemacht haben, entschuldige ich diese und würde gerne verbessert werden den Kommentaren, aber natürlich wie immer nur mit einer fondierten Quelle. Ich finde es wirklich verblüffend, dass dieser Fall verhältnismäßig so unbekannt ist bei all den Theorien und Ungereimtheiten. Auch dass die Polizei die Ermittlung eingestellt hat, tut mir für die Familie von Karlhe Heinz Groß einfach wahnsinnig leid.

 Dieser Stelle möchte ich sowieso einmal mein Beileid ausdrücken. Zu wissen, dass der eigene Vater, Bruder, Sohn oder Freund so umgebracht wurde und auch zu wissen, dass erstmal nichts unternommen wird, um den oder die Täter zu finden, das ist einfach unvorstellbar. Was es braucht, sind wohl, wie Albin Groß es gesagt hat, neue wichtige Spuren oder Indizien oder dass ein Täter oder Mitwisser endlich seinen Schweigen bricht.

 Dafür ist es niemals zu spät, auch nach fast 30 Jahren nicht. Wie immer bei ungelösten Fällen würde ich mich besonders freuen, den Kommentaren von euch zu lesen. Vielleicht habt ihr ja Gedanken oder Theorien, die ihr teilen mögt. So feuert ihr auch den Algorithmus ein wenig an, sodass das Video hoffentlich mehr Leute erreicht.

 Und gerade bei den ungelösten Fällen aus dem deutschsprachigen Raum wäre das super. Auch ein Like hilft das schon weiter. Und wenn ihr Lust auf weitere Videos dieser Art habt, lasst gerne ein kostenloses Abo da, damit ihr die nächsten Dokumentation nicht verpasst. Und solltet ihr mich noch weiter unterstützen wollen, abonniert mich gerne bei Patreon, da bekommt ihr die Videos 24 Stunden früher ohne Zensur und ohne Werbung.

 Den Link dazu findet ihr in der Infobox, genauso wie die Links zu meinem Instagramkanal und meinem Discord. Vielen Dank schon an meinem voraus. Ansonsten gibt es nicht mehr viel zu sagen. Ich wünsche einen guten Morgen, Mittag oder Abend oder je nachdem wann ihr das Video seht und hoffe, dass wir uns im nächsten Video wiedersehen. Bis dahin, ciao Leute.

 

Disclaimer: This story is fictional and created for entertainment purposes only. Any names, characters, places, or events are fictitious or used fictitiously. No real person or organization is intended to be portrayed.

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