Vierfachmord einer Familie | Der Fall Rupperswil T
Vierfachmord einer Familie | Der Fall Rupperswil

Es ist der 21. Dezember 2015. Es ist ein kalter dunkler Tag in der kleinen Gemeinde Ruperswel. Früh am Morgen verlässt Georg Medger das Haus. Zurücklässt er seine Lebensgefährt, ihre beiden Söhne und die Freundin des älteren Sohnes. Er ahnt nicht, dass sich nur wenige Meter von ihm entfernt jemanden der Dunkelheit versteckt und nur darauf wartet, dass er ins Auto steigt.
Jemand, der dafür sorgen wird, dass er niemanden aus seiner Familie je lebend wiedersehen wird. Ich habe es ja neulich schon mal angesprochen. Wenn mich eine Sache immer richtig freut, dann ist es zu lesen, wie viele von euch in Solito zum Einschlafen hören. Immer wieder lese ich Nachrichten und Kommentare, dass ihr die Folgen Abends zum Abschalten hört, wenn ihr einen Mittagsschlaf machen wollt oder wenn ihr vielleicht sogar gerade eure eigenen Kinder ins Bett bringt.
Das ist ja schon ein großer Vertrauensbeweis eurerseits irgendwie. Was mir beim Einschlafen hilft, ist allerdings nicht meine eigene Stimme. Wäre doch wäre ja doch schon bisschen komisch. Stattdessen hilft mir am meisten ungelogen meine Emmer Matratze. Auch davon hatte ich euch schon mal erzählt, aber für mich war der Wechsel einfach ein Gamechanger.
Eine Zeit lang hatte ich Schlafprobleme, die mich dazu gebracht haben, mich mal richtig mit dem Thema auseinanderzusetzen und zu schauen, was für mich überhaupt das Richtige ist. Und mein erstes Emm Modell war direkt ein Volltreffer. Das hat wirklich so einen großen Unterschied in Sachen Komfort und Erholung gemacht.
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Rupers W liegt im Schweizer Kanton Agau, westlich von Zürich. Im Jahr 2015 leben dort rund 4000 Menschen. Viele Familien wohnen seit Jahren dort. Die Kinder spielen denselben Verein und man begegnet sich beim Einkaufen oder auf dem Schulweg. Schlimme Verbrechen hat es hier schon lange nicht mehr gegeben. Auch Familie Schauer lebt in Rupersville.
Die 48-jährige Karl Schauer wohnt dort mit ihren beiden Söhnten. Dion ist 19 Jahre alt, sein jüngerer Bruder Devin ist 13. Mit im Haus lebt auch Carlas Lebenspartner Georg Medger. Am Morgen des 21. Dezember 2015 befindet sich außerdem Dion 21-jährige Freundin Simona F im Haus. Sie hat die Nacht wie schon oft bei ihrem Freund verbracht.
Simone hat zu ihrer eigenen Familie ein sehr gutes Verhältnis. Seit dem Tod ihres Vaters steht sie besonders ihren beiden Brüdern sehr nah. Die drei haben ein enges Verhältnis und ihr Bruder beschreibt sie später sinngemäß als eine Art drei Musketieren. Die Familie Schauer gilt als beliebt. Es gibt keine Hinweise darauf, dass sie irgendwelche Feinde hatten oder irgendjemand ihn hätte schaden wollen.
Für Georg Medger beginnt der 21. Dezember 2015 zunächst wie ein ganz normaler Morgen. In einer Dokumentation sagt er später: “Man sagt so schön, es war ein Tag wie jeder andere auch. Es ist kalt und noch dunkler, als Georg an diesem Morgen aufsteht. Er duscht, frühstückt und kocht Karla einen Kaffee. Das macht er häufig.
Er bringt ihr morgens gerne den ersten Kaffee ans Bett, weil sie diese kleine Geste sehr schätzt.” Danach verabschiedet er sich von ihr, gibt ihr einen Kuss und macht sich auf den Weg zu seiner Arbeitsstelle, die etwa eine halbe Stunde entfernt liegt. Später wiederholt sich genau dieser Moment immer wieder in seinem Kopf, denn als er das Haus verlässt, merkt er nicht, dass sich in der Nähe offenbar bereits jemand befindet.
Georg sagt später: “Ich gab ihr einen Kuss und ging wie immer arbeiten. Ich merkte nicht, dass im Dunkeln offenbar eine Gestalt an mir vorbeiging. Er hat an diesem Tag außerdem vor, mit zwei Kollegen nach Davos zum Skifahren zu fahren. Stunden später, als Georg mit seinen Kollegen in der Gondel auf das Weißfljoch sitzt, bekommt einer der Männer eine Nachricht von seiner Frau.
Darin steht, dass es in Ruperswiel brennt. Schwarze Rauchwolken sollen über dem Ort zu sehen sein. Für Georg ist in diesem Moment noch nicht klar, welches Haus gemeint ist. auch nicht, dass der Brand in der Straße ausgebrochen ist, in der er am Morgen Karla ein Kaffee ans Bett gebracht hat. Am Morgen des 21.
Dezember 2015 wird das Haus der Familie Schauer beobachtet. Ein fremder Mann versteckt sich im Dunkeln und wartet, bis Georg Medger das Haus verlässt. Kurz darauf klingelt der Mann an der Haustür der Familie. Er stellt sich als Schulpsychologe von Devins Schule vor. Um glaubwürdig zu wirken, hat er eine gefälschte Visitenkarte und ein gefälschtes Schreiben dabei.
Er behauptet, Devin sei in einen schweren Mobbingfall verwickelt und dass ich eine Mitschülerin nach diesem Mobbing das Leben genommen habe. Für Karla ist diese Geschichte ein Schock. Sie hat keinen Grund zu ahnen, dass der Mann vor ihrer Tür nicht der ist, für den er sich ausgibt. Carla lässt ihn ins Haus.
Sie weckt Devin, damit er mit dem vermeintlichen Schulpsychologen sprechen kann. Zunächst scheint es tatsächlich um ein Gespräch mit dem 13-jährigen zu gehen. Doch nach wenigen Minuten zieht der Mann ein Messer und bedroht Devin. Er zwingt Kla und Simona zu wecken. Er fesselt und knebelt die drei und fordert dann von Kla Geld.
Er sagt ihr, dass sie Geld von der Bank abheben soll. Angeblich gibt es einen Komplizen, der sie auf dem Weg beobachtet. Wenn sie sich falsch verhält oder Hilfe holt, würde er ihren Kindern etwas antun. Kla weiß nicht, dass es diesen Komplizen in Wirklichkeit gar nicht gibt. Der Täter fotografiert sie und täuscht vor, das Bild an den Komplizen weiterzuschicken.
Dann schickt er sie los, um Geld zu besorgen. Kla fährt zunächst zu einem Bankautomaten in der Hypothekerbank Lensburg und hebt dort 1000 € ab. Später geht sie zum Schalter der agauischen Kantonalbank in Wildeck und holt dort weiteren 9850 Schweizer Franken. Auf den Überwachungsaufnahmen der Bank sieht man, dass Karla angespannt und verängstigt wird.
Danach kehrt Karla ins Haus zurück und übergibt das Geld. Auch sie wird nun gefesselt und gekne im Anschluss der Täter den 13-jährigen Devin und filmt die Tat mit seinem Handy. Insgesamt entstehen acht Videos, in denen man deutlich Devins Todesangst sieht. Was anschließend genau in dem Haus der Familie passiert, lässt sich später nicht in allen Einzelheiten rekonstruieren.
Feststeht nur, dass alle vier Opfer mit einem Messer ermordet werden. Das erste Opfer soll der 19-jährige Dion gewesen sein. Er konnte sich zuvor offenbar von seinen Fesseln befreien. Danach werden auch Kla, Simona und Devin getötet. Anschließend verzeilt der Täter Brandbeschleuniger und legt Feuer. Er will seine Spuren vernichten und ihm gelingt es, das Haus unerkannt zu verlassen.
Um 11:20 Uhr geht ein Notruf ein. Die Meldung lautet zunächst Brandmittel in Ruperswiel. Für die Feuerwehr klingt das erstmal nach einem Routineeinsatz und nicht nach einem Einsatz mit mehreren Todesopfern. Insgesamt drücken schließlich aber 40 Feuerwehrleute mit fünf Fahrzeugen aus. Als die Einsatzkräfte im Haus eintreffen, erhalten sie die Information, dass noch Personen vermisst werden.
Von außen ist zunächst nicht zu erkennen, was sich im Inneren des Hauses abgespielt hat. Die Atemschutztrups betreten das Haus und arbeiten sich in den ersten Stock vor. Dort finden sie die erste leblose Person, kurz darauf weitere. Schnell wird klar, dass die vier Menschen nicht durch das Feuer gestorben sind.
Die Körper weisen zahlreiche Stich und Schnittverletzung auf. Später kann man außerdem feststellen, dass die Opfer gefesselt waren. Georg Metge erfährt zunächst nur stückweise, was passiert ist. Er ist zu diesem Zeitpunkt mit zwei Kollegen in Davos. In der Gonel auf das Weißfluyoch bekommt einer seiner Kollegen eine Nachricht von seiner Frau.
Darin steht, dass es ein Rupers brennt und schwarze Rauchwolken zu sehen sind. Kurz darauf ruft Karlas Vater Georg an. Er sagt: “Go: “Du solltest nach Hause kommen. Bei dir zu Hause brennt es. Die Feuerwehr und Sanitäter sind hier. Komm bitte sofort. Auf der Rückfahrt nach Rupers den Georg zunächst noch an einen Unfall.
Er fragt sich, ob er vielleicht eine Kerze übersehen hat oder ob im Haus etwas anderes den Brand ausgelöst haben könnte. Aber der Hinweis auf die Sanitäter macht ihm große Sorgen. Dann bestätigt sich seine größte Angst und er erfährt, dass im Haus vier Tote gefunden wurden. Auf dem Weg zur Polizei bekommt er schließlich die Information, dass nicht das Feuer die Todesursache war, sondern dass Carler, Dion und Devin ermordet wurden.
Für ihn bricht in diesem Moment eine Welt zusammen. Nach dem Fund der vier Leichen werden sofort Kriminaltechniker und Forensiker hinzugezogen. Schnell ist klar, dass der Brand gezielt gelegt wurde, um Spuren zu vernichten. Zunächst scheint es auch so, als wäre der Täter damit erfolgreich gewesen.
Die meisten Räume sind verrust und wichtige Gegenstände vollständig verbrannt oder zumindest beschädigt. Trotzdem gelingt es schließlich DNA und Fingerabdrücke zu sichern, die vermutlich zum Täter gehören. Das bedeutet aber nicht, dass die Polizei sofort weiß, nach wem sie sucht. Den Arspuren und Fingerabdrücke helfen nur dann direkt weiter, wenn es einen Treffer in einer Datenbank gibt oder wenn es bereits eine konkrete Person gibt, mit der man die Spuren vergleichen kann.
Das ist aber erstmal nicht der Fall. Die Ermittler beginnen daher erst einmal damit, das Umfeld der Familie genauer zu beleuchten. Bei den meisten Tötungsdelikten kommt der Täter aus dem direkten Umfeld der Opfer. Ein völlig unbekannter Täter kommt nur selten vor. Deshalb gerätt Georg Medger früh in den Fokus der Ermittler.
Er lebt mitt im Haus, hat es aber am Morgen verlassen und ist so der einzige Überlebende der Familie. Für die Ermittler ist es deshalb nah liegend, ihn genauer zu überprüfen. Für Georg ist das kaum auszuhalten. Er hat nicht nur gerade seine ganze Familie verloren, jetzt wird er auch noch als möglicher Verdächtiger behandelt.
Am Tatort wird er zunächst in ein Polizeiauto gebracht und befragt. Später muss er aufs Polizeirevieren. Dort muss er seine Kleidung und sein Handy abgeben. Seine Fingernägel werden unter anderem auf Rußspuren untersucht. In einem Interview sagt Georg später, dass das der Moment war, in dem er realisiert hat, dass er verdächtigt wird.
Als er zwischen den Verhirn allein im Polizeibüro sitzt, begreift er zum ersten Mal, was passiert ist. Das waren die ersten Momente, in denen ich zusammenbrach und merkte, deine Leute sind gestorben und sie kommen nicht zurück. Auch Georgs Familie wird überprüft. Seine Exfrau und seine Kinder müssen ebenfalls auf dem Revier aussagen. Besonders belastend ist die Situation für Georgs Jüngsten so.
Er weiß zunächst nicht, wer die vierte tote Person ist und fragt sich über Stunden, ob es vielleicht sein Vater sein könnte. Als Georg das Revier endlich verlassen darf, denkt er zunächst, dass er nicht mehr im Fokus der Ermittlungen steht. Später erfährt er, dass das nicht stimmt. Durch Akteninsicht bekommt er vier volle Ordner, die nur ihn betreffen.
Darin findet er nicht nur seine Aussageprotokolle, sondern auch Hinweise auf Telefon und E-Mailüberwachung. Offenbar wird sogar ein Peilsender in seinem Auto angebracht. Gleichzeitig schlägt die Taten in Medien große Wellen. Zahlreiche Reporter kommen den Ort und sprechen Anwohner an. Die Menschen sind verunsichert und haben große Angst, dass der Zäter aus dem Ort kommen und erneut zuschlagen könnte.

Der Druck auf die Polizei und die Staatsanwaltschaft ist daher enorm. Die Bevölkerung will wissen, ob sie weiter in Gefahr ist. Die Ermittler müssen aber abwägen, welche Informationen sie herausgeben können, da sie davon ausgehen müssen, dass der Täter die Nachrichten akribisch verfolgt. Nach den ersten Tagen müssen ihr mittlernüchternd feststellen, dass die Suche nach dem Täter länger dauern und es kein schnelles Ergebnis geben wird.
Es wird eine Sonderkommission gebildet. Das Team gehört zu den größten Ermittlergruppen, die es im Kanton Agau bisher gegeben hat. Gemeinsame überprüfen sie alles. Die Polizei fragt bei der Finanzverwaltung nach, bei der Schule. Sie prüft das Umfeld der Opfer und sucht nach der Tatwaffe.
Alle Abfallcontainer im Dorf werden abgesucht. Rund 50 Polizisten gehen nebeneinander über Felder, um mögliche weggeworfene Gegenstände zu finden. Eine der wichtigsten Hinweise sind die Bankabhebungen von Karl Schauer. Die Ermittler gehen davon aus, dass sie zu diesem Zeitpunkt bereits unter der Kontrolle des Täters stand. Georg erkennt sie auf den Überwachungsaufnahmen der Bank kaum wieder, weil sie dort so gestresst und verängstigt aussieht.
Mit Flugblättern und Bildern der Überwachungskameras versucht die Polizei Zeugen zu finden. Wer hat Karla gesehen? Wer hat sich in der Nähe der Bank aufgehalten? Ist jemand ein Fahrzeug aufgefallen? Doch auch diese Hinweise führen zunächst nicht zum Täter. Im Februar 2016 wird eine Belohnung von 100.000 Schweizer Franken ausgesetzt.
In Medien wird sie als eine der höchsten Belohnungen der Schweizer Kriminalgeschichte bezeichnet. Die Staatsanwaltschaft bezont dabei, dass sie diesen Schritt nicht aus Verzweiflung gegangen sei, sondern dass es nur einer von mehreren Ermittlungsschritten gewesen sei. Die Schweizer Ermittler arbeiten mit Profilern und Experten aus ganz Europa zusammen.
Die Spurenlage spricht schließlich immer stärker dafür, dass der Täter nicht vorbestraft ist. Auch Handydaten werden später immer wieder als möglicher Ermittlungsansatz genannt. Medien berichten, dass sogenannte Antennensuchläufer eine Rolle gespielt haben können. Dabei wird geprüft, welche Mobiltelefone sich in einem bestimmten Zeitraum in Funkmasten der Nähe des Tatorts eingeloggt haben.
Offiziell legen die Strafverfolgungsbehörden jedoch bis heute nicht offen, wie genau sie vorgegangen sind. Sie begründen das damit, dass solche Methoden auch in anderen Ermittlung weitergenutzt werden und nicht der Öffentlichkeit bekannt gemacht werden soll. Nach mehreren Monaten haben die Ermittler schließlich einen konkreten Verdächtigen.
Stunden lang observieren sie ihn, bevor sie zuschlagen. Am 12. Mai 2016, knapp 5 Monate nach der Zah, greift die Polizei zu. Sie nehmen einen Mann in einer Starbucks Filiale in Arau fest. Er ist allein, ahnt offenbar nichts und leistet keinen Widerstand. Erst als sie ihn genauer überprüfen, können die Ermittler das gesamte Ausmaß seiner Tat begreifen.
Bei dem Festgenommen handelt es sich um Thomas N. Er ist 33 Jahre alt, nicht vorbestraft und lebt in Rupersw etwa 500 m vom Haus der Familie Schauer entfernt. Er lebt zusammen mit seiner Mutter. Sein Vater ist vor ein paar Jahren verstorben. Nach außen fällt Thomas N kaum auf. Menschen aus seinem Umfeld beschreiben ihn als höflich, freundlich und zurückhaltend.
Er engagiert sich im örtlichen Fußballverein und trainiert dort die Juniorenmannschaft. Eine Person aus dem Verein sagt später: “Ich kenne jetzt plötzlich einen vierfach Mörder.” Ich gab ihm die Hand. Ich schätzte ihn auch. Auch für die Ermittler selbst war es sehr überraschend, als sie auf Thomas N gestoßen sind.
Als wir herausfanden, dass Herr Nutmaßliche Zäter war, ein 33-jähriger Mann ohne Vorstrafen, ohne erkennbaren Grund für das Delikt, war die Überraschung sehr groß. Auch Georg Medker ist erschrocken, als er Thomas N zum ersten Mal sieht. Nicht, weil dieser besonders bedrohlich wirkt, sondern gerade, weil er so unauffällig aussieht.
Dieses Auftreten spielt auch bei der Tat eine Rolle. Thomas N kann offenbar sehr ruhig, selbstsicher und bestimmt wirken. Über ihn wird später gesagt, er hat etwas sehr selbstsicheres und sehr bestimmendes. Im ersten Moment auch etwas Vertrauenserweckendes. Genau dadurch gelingt es ihm am Morgen des 21.
Dezember seine falsche Rolle glaubhaft zu machen. Seiner Mutter und seinem Umfeld erzählt Thomas, er studiere Medizin. Tatsächlich hat er mehrere Studiengänge begonnen und wieder abgebrochen. Er lebt unter anderem vom Erbe seiner Großmutter, das langsam aufgebraucht ist. Seine Tage verbringt er laut späteren Berichten häufig in Cafés und im Internet.
Thomas N hat eine Neigung. Er fühlt sich von Jungen angezogen. Hilfe sucht er sich nicht. Später sagt er sinngemäß: “In seinem konservativen Umfeld sei das nicht möglich gewesen. Er redet sich ein, er habe alles unter Kontrolle. Irgendwann wird der 13-jährige Devin für Thomas N zum Ziel. Die Familie kennt ihn nicht. Es gibt keine persönliche Beziehung zwischen den Opfern und dem Täter.
Thomas N wählt dieses Haus trotzdem gezielt aus. Er beobachtet die Familie und bereitet die Tat vor. Neben dem sexuellen Motiv spielt auch Geld eine Rolle. Deshalb zwingt er Kla zur Bank zu gehen und Geld abzuheben. Georg sagt später, es war noch mal extrem überraschend und hart zu erfahren, was eigentlich der Beweggrund für die ganze Tat gewesen war.
Nach der Tat kehrt Thomas zu seinem eigenen Zuhause zurück. La späteren Angaben duscht er und als er hört, dass in der Nachbarschaft ein Haus brennt, geht er zum Tatort und stellt sich unter die Schaulustig. Er beobachtet alles ganz genau, während Feuerwehr, Polizei und Spurensicherung arbeiten. Am Nachmittag geht er mit seiner Mutter und den Hunden spazieren.
Am Abend fährt er mit zwei Freunden nach Zürich ins Casino. Ein Teil des erpressten Geldes gibt er dort aus. Mit dem restlichen Geld kauft er später unter anderem Hundefutter und Markenkleidung. Außerdem buchte er ein Skiurlaub und eine Parisreise für seine Mutter zu ihrem sech. Geburtstag. Zwei Tage nach der Tat postet Thomas N auf Facebook Weihnachtsgrüße und Bilder seiner Hunde.
Nach außen wirkt es als gehein Leben normal weiter. Gleichzeitig sieht er sich immer wieder die Videos an, die er während der Tat aufgenommen hat. Auch beim Training der Jugendfußballmannschaft spricht er später mit anderen über den Mordfall in Ruperswi. Niemand ahnt zu diesem Zeitpunkt, dass er selbst der Täter ist. Bei der Pressekonferenz nach seiner Verhaftung wird bekannt gegeben, dass Thomas ein vollständiges Geständnis abgelegt hat.
Die Ermittler gehen mit großer Wahrscheinlichkeit davon aus, dass er allein gehandelt hat. Es handelt sich um einen 33-jährigen Schweizer, welcher in Rupuswi Wohn ist. Er ist ledigt. Er weiß keine Vorsprache auf und bei den Strafverfolgungsbehörden ist nicht aufgekommen. Der Täter hat keinen [räuspern] dazu zu den Opfern.
Das heißt Täter und Opfer kannten sich nach aktuellen Kenntnisstand. Bei Hausdurchsuchung finden die Behörden außerdem Hinweise darauf, dass Thomas in weitere Taten geplant haben könnte. Sichergestellt werden unter anderem ein Rucksack mit einer alten Armeepistole, vorbereiteter Strcke, Kabelbinder und Klebeband. Außerdem finden die Ermittler Notizen und Informationen zu möglichen weiteren Opfern, darunter jungen im Alter zwischen 11 und 15 Jahren.
Laut späteren Angaben hatte Thomas Nestens zwei weitere Familien im Visier. Am Tag vor seiner Festnahme soll er bereits mit einem Rucksack und ähnlichen Tatutensilien vor dem Haus einer weiteren Familie gestanden haben. Die Staatsanwaltschaft sagt später, wir müssen davon ausgehen, dass der Täter weitere gleichgelagerte Delikte konkret geplant hatte und diese auch ausgeführt hatte.
Dies konnte dank der Festnahme rechtzeitig verhindert werden. Damit ist die Festnahme nicht nur die Aufklärung eines Vierfachmordes, sie verhindert möglicherweise auch weitere Taten, da kein Hinweis aus der Bevölkerung zur Festnahme geführt hatte. wird die Belohnung später nicht an Privatpersonen ausgezahlt, sondern den Ermittler. Am 7.
September 2017 erhebt die Staatsanwaltschaft Anklage gegen Thomas N. Der Prozess beginnt am 13. März 2018. Wegen des großen Medieninteresses und der hohen Sicherheitsvorkehrung wird nicht im Bezirksgericht Lburg verhandelt, sondern im Gebäude der mobilen Einsatzpolizei Agauon Schafsheim. Thomas N wird in einem zivilen Polizeiauto mit abgedunkelten Scheiben zur Verhandlung gebracht.
Als der Gerichtspräsident die Verhandlung eröffnet, schlägt er viel mehr mit dem Hammer auf. Im Saal wird es still. Später wird dieser Moment von mehreren Anwesenden als besonders schwer beschrieben. Jeder Schlag steht an diesem Tag auch für eines der Opfer. Karla, Dion, Devin und Simon. Thomas N ist zu diesem Zeitpunkt 35 Jahre alt.
Äußerlich entspricht er nicht dem Bild, dass viele von einem Vierfach Mörder erwartet hätten. Später wird sein Auftreten an diesem Tag als unauffällig, höflich und fast unterwürfig beschrieben. Er sitzt mit gesenkten Kopf im Saal, schaut häufig auf den Tisch und beantwortet Fragen klar und sachlich. Die Staatsanwaltschaft wirft Thomas Ne Liste schwerer Straftaten vor.
Dazu gehören mehrfacher Mord, räuberische Erpressung, Freiheitsberaubung, Geiselnahme, sexuelle Handlung mit einem Kind, Benötigung, Brandstiftung, Urkundenfälschung und strafbare Vorbereitungshandlung. Thomas N hat bereits ein Geständnis abgelegt. Im Mittelpunkt des Prozesses steht deshalb die Frage, wie gefährlich erweitern ist und ob er nach der lebenslangen Freiheitsstrafe zusätzlich verwahrt wird.
Vor dem Prozess werden zwei unabhängige psychiatrische Gutachten erstellt. Eines diagnostiziert bei Thomas Nine narzisstische Persönlichkeitsstörung, das andere eine zwanghafte Persönlichkeitsstörung. Beide Gutachten kommen zu dem Ergebnis, dass er voll schuldfähig ist. Außerdem sehen beide Gutachter eine hohe Rückfallgefahr.
Für die Staatsanwaltschaft ist deshalb klar, dass Thomas Nerten Haftdauer wieder freikommen darf. Staatsanwältin Barbara Lopbacher sagt später: “Als Staatsanwältin in diesem Prozess war mir besonders wichtig, dass den Opfern Gerechtigkeit wiederfährt. Das andere ist die Sicherheit der Bevölkerung. Mir war wichtig, dass die gewährleistet wird.
Deshalb sagt sie, habe für Sie die Verwahrung im Vordergrund gestanden. In der Schweiz bedeutet eine lebenslange Freiheitsstrafe ähnlich wie bei uns, nicht automatisch, dass ein Täter bis zu seinem Tod im Gefängnis bleibt. Nach einer bestimmten Mindestdaubauer kann geprüft werden, ob eine Entlassung möglich ist. Eine Verwahrung ist deshalb ein zusätzlicher Schutzmechanismus.
Sie soll verhindern, dass ein Täter entlassen wird, wenn von ihm weiterhin eine erhebliche Gefahr ausgeht. Die Staatsanwaltschaft fordert in diesem Fall eine lebenslängliche Verwahrung. Diese Maßnahme ist noch strenger als eine ordentliche Verwahrung. Sie kommt nur unter sehr engen Voraussetzungen in Frage.
Unter anderem muss davon ausgegangen werden, dass ein Täter dauerhaft nicht therapierbar ist. Und genau darüber wird im Prozess gestritten. Die Staatsanwaltschaft versucht zu argumentieren, dass die diagnostizierten Störung zwar einzelne Zeile des Tatgeschehens erklären könnten, aber nicht die Morde selbst. Damit will sie erreichen, dass Thomas N als dauerhaft nicht therapierbar eingestuft werden kann.
Die Mehrheit des Gerichts sieht das jedoch anders. Der Gerichtspräsident erklärt später, dass die Voraussetzung einer dauerhaften Untherapierbarkeit nicht erfüllt sein. Deshalb könne keine lebenslängliche Verwahrung ausgesprochen werden. Für die Angehörigen ist der Prozess schwer zu ertragen. Simonas Mutter und Schwester vermeiden es Thomas N anzusehen.
Simonas Bruders schafft es erst zur Urteilsverkündung in den Gerichtssal. Vorher erträgt es nicht mit dem Mörder seiner Schwester in einem Raum zu sitzen. Sein Anwalt verliest einen Brief in dem deutlich wird, was Simonas Tod für ihre Familie bedeutet. Auch Carlas Eltern sind vor. Sie haben nicht nur ihre Tochter verloren, sondern auch ihre beiden Enkel Dion und Devil.
Der Anwalt der Hinterbliebenen beschreibt später, dass sie sich stark zurückgezogen haben und kaum noch am Leben teilnehmen. Kurz vor dem Prozess schickt Thomas ein Briefe an die Angehörigen. Sie werden von den Betroffenen jedoch nicht als echte Entschuldigung wahrgenommen. Der Inhalt wirkt auf Sie eher strategisch und in jedem Brief steht fast das gleiche.
Ein wirkliches Mitgefühl können Sie darin kaum erkennen. Am 16. März 2018 fällt das Bezirksgericht Lensburg sein Urteil. Thomas N wird zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt. Zusätzlich ordnet das Gericht eine ordentliche Verwahrung ab. Das bedeutet auch nach Verbüßung der Freiheitsstrafe kann Thomas N weiter verwahrt bleiben, wenn er weiterhin als gefährlich gilt.
Eine lebenslängliche Verwahrung wird dagegen nicht ausgesprochen. Das Gericht begründet das damit, dass die gesetzlichen Voraussetzungen dafür nicht erfüllt sein. Thomas entnimmt das Urteil äußerlich ruhig auf. Beobachter berichten, dass er mit gesenkten Kopf und geschlossenen Augen im Saal sitzt. Nach dem Urteil gehen aber beide Seiten in Berufung.
Thomas N wehrt sich gegen die ordentliche Verwahrung. Die Staatsanwaltschaft fordert weiterhin eine lebenslängliche Verwahrung. Die lebenslange Freiheitsstrafe selbst wird rechtskräftig. Am 13. Dezember 2018 bestätigt das Agauer Obergericht die ordentliche Verwahrung. Damit ist der Fall juristisch abgeschlossen. Für die Angehörigen ändert das nichts an dem, was passiert ist.
Carla, Dion, Devin und Simona wurden am 21. Dezember in ihrem eigenen Zuhause getötet. Ihr Tod ist bis heute ein schwerer Verlust für ihre Familien. Und damit sind wir am Ende des heutigen Videos. Ihr habt euch oft ein Video zu den Rupers Wielmorden gewünscht. Ich kann verstehen, dass dieses grausame Verbrechen bis heute die Leute bewegt.
Ich hoffe, dass es den Angehörigen von Simona und Familieschauer mittlerweile den Umständen entsprechend gut geht und dass sie ein okayes Leben führen können. Was sind eure Gedanken zu dem heutigen Fall? Schreibt mir eure Meinung dazu gerne in die Kommentare. Ganz nebenbei unterstützt ihr auch so den Kanal.
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Ich wünsche euch einen guten Morgen, Mittag oder Abend oder je nachdem wann ihr das Video seht und hoffe, dass wir uns im nächsten Video wiedersehen. Bis dahin, ciao Leute.