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Skandal in der Schweiz: Das Brigitte-Didier T

Skandal in der Schweiz: Das Brigitte-Didier 

Kriminalisten sagen, dass es keine perfekten Verbrechen gibt. Es gibt nur schlechte Methoden. Im Jahr 1990 beschränkten sich die Beweise gegen den Angreifer auf ein paar unvollständige DNA Proben und die Aussage eines Zeugen. Der Fall lag viele Jahre unbeachtet in den Archiven, bis ein zufälliger DNA-Test, der aus Neugier von einem neuen Ermittler durchgeführt wurde, die Polizei auf die Spur des Täters brachte.

Doch bevor es soweit kam, begiz einen schwerwiegenden Fehler, der das Leben eines unschuldigen Menschen zerstörte. Tavan in der Schweiz ist eine kleine Gemeinde mit etwa 3000 Einwohnern. Es handelt sich um eine französischsprachige Region, die weit entfernt von größeren Schweizer Städten liegt.

 Genau in Tavan wurde im Jahr 1972 Bridget de Die geboren. Ihre Familie war eng verbunden und liebevoll. Vielleicht lag das daran, dass Bridget ihr einziges lang ersehntes und geliebtes Kind war. Sie war immer voller Energie und tat sich durch Initiative hervor. Sie legte großen Wert auf ihre Ausbildung, was ihr ermöglichte, eine Berufsausbildung zu absolvieren und kurz vor ihrem 18.

Geburtstag als pharmazeutische Assistentin zu arbeiten. Danach fand sie eine Anstellung in einer Apotheke. Bis zum Herbst des Jahres 1990 lebte Bridget noch bei ihren Eltern und träumte davon, bald in ihre eigene Wohnung zu ziehen. Bridget war eine positive und gutmütige junge Frau, aber auch eine Kämpfernatur, die gut für sich selbst sorgen konnte.

Kurz vor den Ereignissen wurde sie von zwei jungen Männern angegriffen, konnte sich jedoch erfolgreich verteidigen. Möglicherweise lag das an ihrem regelmäßigen Sporttraining und ihrer athletischen Statur. Außerdem trainierte sie regelmäßig das Schießen mit einem Sturmgewehr. Abenteuerlust war ihr zweiter Vorname.

Sie liebte Bungi Jumping falsche umspringen und war stets selbstbewusst. Mein Name ist Lukas Falkner. Sie sehen den Kanal Fokusfall. Danke, dass Sie meinen Content schauen. Ich freue mich über Ihr Abo und Like. Viel Spaß beim Zuschauen. Am Donnerstag, den 20. Dezember 1990 plante Bridget das Elternhaus zu verlassen, um in die nahe gelegene größere Stadt Bial zu fahren, die etwa 55 000 Einwohner hat.

 Ihr Ziel war ein Zahnarzttermin. Die junge Frau hatte gerade erst ihren Führerschein gemacht. Ihr Auto war jedoch noch in der Werkstatt und nicht fahrbereit. Deshalb wollte sie per Anhalter fahren, was damals eine übliche Praxis war, da der öffentliche Nahverkehr oft unzuverlässig war. Man konnte auf einen zufälligen Fahrer hoffen, der einen mitnahm.

 Bridget verabschiedete sich am Nachmittag von ihren Eltern und versprach abends zurück zu sein, um nicht das Abendessen zu verpassen. Doch gegen 18 Uhr bemerkte ihr Vater, dass seine Tochter noch nicht zu Hause war. Er teilte seine Sorge mit seiner Frau, versuchte dann aber die Gedanken zu beruhigen. Es handelte sich schließlich um eine erwachsene, selbständige Frau.

Außerdem wusste der Vater, dass Bridget vorhatte, per Anhalter zurückzufahren, was die genaue Ankunftszeit unvorhersehbar machte. Er überredete sich schließlich, dass sie vielleicht Freunde besucht und deshalb später nach Hause kommen würde. Seine Frau stimmte dem zu, denn sie kannte den Charakter ihrer Tochter gut.

Mobiltelefone gab es damals noch nicht, weshalb Bridget ihre Familie nicht informieren konnte und sie sie auch nicht erreichen konnten. Es blieb nur das Warten. Mit diesen Gedanken gingen alle schlafen. Als der Vater am nächsten Morgen aufwachte, überprüfte er als erstes das Zimmer seiner Tochter, das leer war.

 Bridget war nicht zu Hause, was seine Sorge noch verstärkte. Da Weihnachten nahte, vermutete er, daß sie vielleicht zu einer Feier bei Freunden gegangen war. Die Mutter kannte einige Nummern von Freundinnen. Sie riefen diese an, doch statt Beruhigung wuchs die Sorge noch mehr. Alle Freundinnen gaben an, Bridget weder gesehen zu haben, noch Kontakt zu ihr gehabt zu haben.

 Auch in der Apotheke, in der sie arbeitete, war sie nicht erschienen. Dann wandten sich die Eltern an den Zahnarzt, bei dem ihre Tochter den Termin hatte. Der Arzt bestätigte, dass sie in Biel gewesen und behandelt worden war. Bridget hatte die Praxis gegen 15 Uhr verlassen. Danach sollte sie nach Hause fahren, doch sie kam nie an.

Da Bridget weiterhin vermiß wurde, entschieden die Eltern die Polizei zu benachrichtigen. Leider reagierten die Ermittler zunächst nur zögerlich. Die Polizisten dachten ähnlich wie die Eltern. Am Vortag war Bridget 18 Jahre alt geworden. Sie könnte also zu einer Feier gegangen sein oder Zeit mit einem Freund verbracht haben.

 Die Polizei wollte das Verschwinden auf diese Weise erklären, doch die Eltern bestanden darauf, dass dies untypisch für ihre Tochter sei. Es war ungewöhnlich, fast einen ganzen Tag lang spurlos zu verschwinden und keinen Kontakt aufzunehmen. Außerdem war die Wartezeit inzwischen zu lang. Am nächsten Tag gelang es den Ermittlern schließlich, die Suche aufzunehmen.

 Die Polizei kontaktierte alle Krankenhäuser und Polizeistationen in der Region, vor allem entlang der Strecke, die Bridget zum Zahnarzt und zurückgenommen hatte. Doch auch das brachte keine neuen Hinweise. Da Tavan eine kleine Stadt ist, verbreitete sich die Nachricht vom Verschwinden der jungen Frau schnell unter den Einwohnern.

 Noch am Tag der Anzeige meldeten sich viele Nachbarn und andere Bewohner, die bei der Suche helfen wollten. Zunächst unterstützten sie die Eltern als Freiwillige. Die Suche dauerte mehrere Tage, leider ohne Erfolg. Am 29. Dezember 1990, mehr als eine Woche nach dem Verschwinden, wurde eine offizielle Bekanntmachung veröffentlicht.

 Daraufhin sprach Bridgets Mutter im Radio, um die Öffentlichkeit zu informieren. Die Besorgnis in der Bevölkerung wuchs. Hunderte von Plakaten mit dem Bild der Vermissten wurden in den umliegenden Orten verteilt. Die Medien berichteten sowohl im Fernsehen als auch in der Presse. Durch diese Aufmerksamkeit meldete sich ein Zeuge aus Bial bei der Polizei.

 Er berichtete, eine junge Frau gesehen zu haben, die auf die Beschreibung von Bridget passte und in ein unbekanntes Auto eingestiegen sei. Es schien, als hätte sie einen Fahrer gefunden, der sie mitnahm. Das Problem war, dass der Mann weder das Kennzeichen noch das Gesicht des Fahrers erkennen konnte. Wenige Tage später brach der Zeuge den Kontakt ab und zog in eine andere Stadt, sodass seine Spur verloren ging.

 Dies war der einzige Anhaltspunkt für die Ermittler. Doch da zu dieser Zeit noch keine Überwachungskameras verbreitet waren, brachte die Spur keine Fortschritte. Zehn Tage nach dem Verschwinden gab es immer noch keine neuen Informationen. Die Familie wandte sich sogar an Hellseher, die behaupteten, Bridget sei noch am Leben, waren sich jedoch uneinig über ihren Aufenthaltsort.

Das gab zumindest einen Funken Hoffnung auf ihre sichere Rückkehr. Doch diese Hoffnung sollte sich als vergeblich erweisen. Die Suche ging weiter. Am Samstag, dem 5. Januar 1991, waren zwei Jugendliche im Alter von 12 und 14 Jahren am Stadtrand von Biel unterwegs. Sie wollten unter einer Autobahnbrücke spielen, die einige Kilometer von dem Ort entfernt lag, an dem Bridget zuletzt gesehen worden war.

Die Jugendlichen entdeckten zwischen den Büschen etwas ungewöhnliches. Als sie näher kamen, fanden sie eine Leiche. Die Jungen liefen sofort nach Hause, erzählten ihren Eltern aber nicht sofort davon, da sie Angst hatten, Ärger zu bekommen, weil sie dort nicht spielen durften.

 Erst am nächsten Tag gestanden sie ihren Eltern alles und die Polizei wurde informiert. Ein Ermittler, der zusammen mit anderen Beamten an die Brücke kam, bestätigte, dass dort eine Leiche gefunden worden war, die der Beschreibung von Bridget Didier entsprach. Das Opfer war teilweise entkleidet. Ihre Jeans lagen ordentlich zusammengefaltet in der Nähe, ebenso ihre Schuhe und Unterwäsche.

 Nach ersten Erkenntnissen wurde Bridget Opfer einer Gewalttat. Sie wurde erst belästigt und dann mit den Händen gewirkt. Außerdem wies sie zahlreiche Stichverletzungen auf, die ihr Gesicht und ihren Körper entstellten. Später zählte der Gerichtsmediziner zehn Stich und Schnittverletzungen am Rücken und an der Brust.

 Außerdem wurde das Mädchen heftig misshandelt, denn an ihrem Gesicht und am Oberkörper fanden sich Blutergüsser. Diese erstreckten sich auch auf die Arme, was auf eine aggressive Abwehr hindeuten könnte. Die Kriminaltechniker untersuchten sofort das Gebiet rund um die Leiche. Nach mehreren Stunden Suchens wurde ein Messer mit Blutflecken auf der Klinge gefunden.

  Es handelte sich um ein gewöhnliches Küchenmesser mit einer Klingenlänge von etwa 12 cm. Das Messer war vermutlich während des Angriffs beschädigt worden. In den folgenden Wochen konzentrierten sich die Ermittler auf die Untersuchung der örtlichen Geschäfte und Werkstätten in der Umgebung. Parallel dazu wurde die Leiche in das rechtsmedizinische Institut Zürich gebracht, um eine vollständige Obduktion durchzuführen.

 Dem Gutachten zufolge starb das Mädchen durch Erwürgen mit den Händen, wobei dies in zwei Phasen geschah. Die Spuren am Hals bestätigten dies. Die Stich und Schnittverletzungen wurden sowohl vor als auch nach dem Erwirgen zugefügt. Jedoch waren die meisten davon postmortal. Auch wurde eine sexuelle Gewalttat festgestellt, wodurch Proben vom Körper der jungen Frau gesammelt werden konnten, die möglicherweise die DNA des Täters enthielten.

  Allerdings waren die Technologien der 90er Jahre im Vergleich zu heutigen Standards noch nicht so weit entwickelt, sodass eine genauere Analyse schwierig war. Die Untersuchung zog sich über mehrere Wochen hin, doch selbst danach konnte im Labor kein vollständiges DNA Profil erstellt werden. Das deutete darauf hin, dass die vorhandenen Spuren nur unvollständige Daten lieferten, die auf eine große Anzahl möglicher Verdächtiger hindeuteten.

 Alle mussten überprüft werden. Die Eltern der Verstorbenen wurden über einen kleinen Fortschritt informiert, jedoch darauf hingewiesen, dass die Aufgabe sehr komplex sei und die Analysen viel Zeit in Anspruch nehmen würden. Während die Familie mit ihrem persönlichen Schicksal rang, geriet der Mordfall in den Fokus der gesamten Presse.

 Die Bewohner der Gegend waren verängstigt und forderten, dass der Täter gefasst werde. Aufgrund der Brutalität des Verbrechens vermuteten viele einen Serienmörder. Die Situation verschlechterte sich weiter. Da die Laboruntersuchungen keine neuen Erkenntnisse brachten, griffen die Ermittler auf bewährte Methoden zurück. Die Detektive begannen das Gebiet unter der Autobahnbrücke und die Umgebung zu untersuchen.

 Sie kamen zu dem Schluss, dass dieser schwer zugängliche Ort relativ isoliert war und normalerweise nur von Jugendlichen besucht wurde, die dort ihre Zeit vertrieben und die Gegend erkundeten. Der Zugang erfolgte über einen kleinen Pfad, der weder von der Straße noch vom Boden aus sichtbar war. Das bedeutete, daß die Person, die sich dort mit dem Mädchen auffielt, die Gegend gut kannte und vermutlich in der Nähe wohnte.

 Außerdem war bereits bekannt, dass das Mädchen lebend an diesen Ort gebracht wurde und genau dort unter der Brücke starb. Mit diesen Informationen veröffentlichten die Ermittler neue Aufrufe an die Bevölkerung, in denen sie alle bekannten Details zusammenfassten. Sie hofften, dass sich jemand melden und wertvolle Hinweise geben würde und tatsächlich meldete sich ein neuer Zeuge.

 Ein Busfahrer berichtete, dass er am Abend des Verschwindens, dem 20. Dezember 1990 einen Mann gesehen hatte, der die Straße entlang ging. Dieser verhielt sich ungewöhnlich, schaute sich ängstlich um und zuckte sogar zusammen, als er den Busfahrer bemerkte. Der Zeuge beschrieb den Mann als jungen Sportler mit Schnurrbart. Das Gespräch mit dem Busfahrer half den Ermittlern ein Täterprofil zu erstellen.

Allerdings führte dies zu keinen eindeutigen Hinweisen. Selbst die Information über den Schnurbart war wenig hilfreich, da in den 90er Jahren fast jeder einen trug. Daraufhin beschlossen die Ermittler, Inkognito an der Beerdigung des Mädchens teilzunehmen. Man vermutete, dass der Täter bei der Trauerfeier anwesend sein könnte.

 Dort fotografierten die verdeckt ermittelnden Polizisten alle anwesenden in der Kirche. So entstand eine Liste junger Männer, die dem Phantombild in Zusammenarbeit mit dem Busfahrer ehen. Jeder von ihnen wurde nacheinander überprüft. Einer der jungen Männer auf der Liste war Laurent Jacquau, ein Wirtschaftswissenschaftler und Offizier der Armee, der kein zuverlässiges Alibi vorweisen konnte.

 Bei seiner Befragung gestand Laurent schnell, daß er eine geheime Beziehung zu dem Mädchen hatte. Die Familie des Opfers jedoch behauptete, Bridget habe zum Zeitpunkt ihres Todes keine Beziehung gehabt. Laurent erklärte, sie hätten sich schon lange gekannt, aber ihre Beziehung nie öffentlich gemacht. Das letzte Treffen fand wenige Tage vor ihrem Verschwinden statt.

 Laurent bestritt jedoch kategorisch, Bridget Schaden zugefügt zu haben. Trotzdem führten sein fehlendes Alibi und sein verdächtiges Verhalten dazu, dass die Polizei ihn als Hauptverdächtigen einstufte. Die Zeugen, die zur Identifizierung des Verdächtigen beitrugen, erhielten eine Belohnung von 20.000 Schweizer Franken. Dennoch konnte nicht bewiesen werden, dass Laurent Bridget getötet hatte.

 Die Beweislage war zu dünn. sodass die Ermittlungen weitergingen. Monate vergingen und die Spur des Täters kühlte endgültig ab. Die Ermittlung steckte fest. So vergingen 10 Jahre. In dieser Zeit wollte die Familie verzweifelt wissen, wer ihre einzige Tochter genommen hatte. Doch sie blieben ohne Antwort. Dennoch gab es Hoffnung.

Inzwischen hatte ein neuer Ermittler den Fall übernommen und begann eine erneute Untersuchung mit Schwerpunkt auf modernen kriminaltechnischen Methoden, insbesondere der DNA-Analyse. Zu diesem Zeitpunkt war bekannt, dass auf dem Körper des Opfers Spuren von zwei Personen gefunden wurden, beide jedoch nur unvollständige Profile.

Erneut rückte Laurent in den Fokus. An Bridgets Unterwäsche wurden Samenreste gefunden, die mit seiner DNA übereinstimmten. Er gab zu, eine Beziehung mit dem Mädchen gehabt zu haben, erwähnte jedoch nicht, dass es eine intime Verbindung gab. Laurent bestritt weiterhin etwas mit dem Mord zu tun zu haben, bestätigte jedoch, daß sie einen Tag vor Bridgets Verschwinden eine intime Begegnung hatten.

  Das Misstrauen wuchs, als man mit Personen aus Laurents Umfeld sprach. Viele beschrieben ihn als düsteren jungen Mann, der eine ausgeprägte Vorliebe für Waffen hatte und sich mit Ideen des Dritten Reiches identifizierte. Aufgrund dieser Verdachtsmomente wurde Laurent inhaftiert. Die Ermittlungen konzentrierten sich nun auf die Analyse des zweiten DNA Profils.

Man nahm an, dass Laurent einen Komplizen gehabt haben musste. Die DNA führte zu einem Mann, der in den Polizeiberichten als Patrick genannt wurde. Bemerkenswert ist, dass dieser Mann zu diesem Zeitpunkt bereits eine 15-jährige Haftstrafe verbüste, weil er 1997 einen Bodybuilding Champion getötet hatte.

 Patrick war damals 34 Jahre alt und seit 1999 in Haft. Das Verbrechen geschah, als Patrick mit seiner Freundin in ein Fitnessstudio ging und bemerkte, dass der Trainer Interesse an seiner Partnerin zeigte. Die Spannung eskalierte, bis es zu einer Schießerei kam. Patrick feuerte sechs Schüsse ab. Der Trainer starb sofort. Zur Zeit von Bridgets Verschwinden war Patrick verheiratet.

 Vater von zwei Kindern, hatte eine feste Arbeitsstelle und betrieb regelmäßig Sport. Als die Polizei ihn wegen des Jahre alten Falles befragte, bestritt er, etwas mit dem Mord an Bridget zu tun zu haben oder sie überhaupt zu kennen. Selbst als ihm schreckliche Fotos vom Tatort gezeigt wurden, blieb er bei seiner Aussage.

 Dennoch war Patriks DNA im Körper des Opfers nachweisbar, im Gegensatz zu Laurent, dessen Spuren nur an der Unterwäsche gefunden wurden. Das deutete indirekt daraufhin, dass Laurent und Bridget einen vernehmlichen Kontakt hatten, während die DNA Spuren von Patrick auf eine Gewaltanwendung hindeuteten. Patrick selbst bestand darauf, dass bei der Analyse ein Fehler unterlaufen sei.

Je länger die Ermittlungen dauerten, desto deutlicher zeigte sich, dass Laurent wohl tatsächlich Bridgets Freund gewesen war und nichts mit ihrem Tod zu tun hatte. Patrick hingegen wurde immer verdächtiger. Laurent verbrachte sechzig Tage in Untersuchungshaft, wurde dann jedoch freigelassen. Im Jahr 2003 konnte schließlich bewiesen werden, dass er nicht der Täter war.

Nach seiner Freilassung sprach Laurent mit Journalisten und beschrieb, wie sehr ihn das gesteigerte Interesse der Polizei und seine Inhaftierung belastet hatten. Später geriet er erneut in den Fokus der Medien. Er berichtete bereitwillig, daß er sich in den Monaten nach seiner Freisprechung erholen mußte. Während seiner Zeit hintergittern hatte er stark abgenommen.

 Über einen langen Zeitraum konnte er ohne Schlafmittel nicht schlafen, ganz zu schweigen vom Schaden für seinen Ruf. Denn viele Menschen glaubten ernsthaft, dass er Bridget getötet haben könnte und mieden ihn deswegen. Später zeigte die Berichterstattung eine andere Seite von ihm. Tatsächlich war der Mann auch ein fürsorglicher Familienmensch und liebevoller Vater.

Doch er konnte der Versuchung nicht widerstehen, als er Bridget kennenlernte und sich mit ihr traf. Nachdem Laurent freigelassen worden war, ließ das Interesse der Medien an ihm nahezu vollständig nach. Nun konzentrierte sich die Untersuchung auf Patrick, der weiterhin beteuerte, mit Bridgets Tod nichts zu tun zu haben.

Trotz seiner Ablehnung gab es neben unwiderlegbaren DNA Spuren kein Alibi für den verhängnisvollen Tag. Der Anwalt betonte, daß es sehr schwierig, wenn nicht gar unmöglich sei, sich an Ereignisse zu erinnern, die zwölf Jahre zurückliegen. Besonders, wenn man gerade von der Polizei befragt wird.

 Die Ermittler befragten daraufhin das engste Umfeld des Verdächtigen. Selbst seine Ehefrau und Verwandte bestätigten, dass er Probleme hatte, seine Wut zu kontrollieren. Seine Exfrau wurde mehrfach Opfer seiner Aggression. Sie beschrieb sein Verhalten als sehr unbeständig. Er konnte lächeln und im nächsten Moment zuschlagen. Das machte ihn zu einem passenden Verdächtigen für die Rolle des Täters.

Die Ermittler konnten anhand der Beweise, die sowohl aus dem Jahr 1990 als auch aus einer erneuten Analyse stammten, rekonstruieren, dass sich die Ereignisse am 20. Dezember 1990 nicht nach Bridgets Darstellung abspielten. Gegen etwa 15:15 Uhr wollte sie per Anhalter nach Hause fahren, nachdem sie die Zahnarztpraxis verlassen hatte.

 Sie ging zur Autobahn in der Nähe einer Ausfahrt der Stadt Bial. Offenbar traf Bridget zwischen 15:30 Uhr und 17 Uhr auf Patrick. Er erklärte sich bereit, sie mitzunehmen, entschied sich jedoch mehr von ihr zu verlangen. Statt sie in die Stadt zu bringen, fuhr er unter die Autobahn in einen abgelegenen Bereich.

Dort zog er sie gewaltsam unter eine Straßenunterführung, missbrauchte sie und tötete sie. Er begann sie mit den Händen zu würgen, nahm dann ein Messer zur Hand. Bridget starb jedoch nicht sofort. Nach mehreren Stichverletzungen im Brustbereich kam sie wieder zu Bewusstsein, schrie und wehrte sich.

 Daraufhin packte der Täter sie erneut am Hals und ließ erst los, als sie tot war. Anschließend versetzte er ihr weitere Stiche in Richtung Herz und durchschnitt die Kehle, um sicherzugehen, dass sie keine Überlebenschance hatte. Aufgrund seiner DNA Spuren und seiner Vorgeschichte mit Gewalt, für die er bereits bestraft worden war, wurde gegen ihn ein Strafverfahren eingeleitet.

Patrick wurde verhaftet und des Mordes und der Vergewaltigung an Bridget angeklagt. Am 17. Mai 2005 begann in Biel der Prozess. Bridgets Eltern sahen zum ersten Mal den Mann, der des Mordes an ihrer Tochter beschuldigt wurde. Mutter und Vater der Opfer waren bei jeder Gerichtsverhandlung anwesend. Sie wollten nicht, dass der Täter erneut freikommt und wieder töötet.

Bis zu diesem Zeitpunkt hatten Psychiater Patrick eingehend untersucht. Er wurde als narzisstischer und aggressiver Mensch beschrieben, der in Stresssituationen seine Emotionen nicht kontrollieren kann. Er konnte spontan zwischen Ruhe und Wut wechseln. Seine Persönlichkeit galt als psychopathisch. Er neigte zu Gewalt und sexuellen Abweichungen mit einem Hang zur Grausamkeit.

Zudem bestand ein hohes Rückfallrisiko, wenn er nicht in Haft blieb. Die Ärzte erklärten, dass Patrick in Stresssituationen sein Verhalten radikal ändern und sich wie ein Psychopath verhalten kann. Sobald der Anfall vorbei ist, kehrt er jedoch zu seiner vorherigen Persönlichkeit zurück, als wäre nichts geschehen.

Zum Zeitpunkt von Bridgets Verschwinden durchlebte Patrick eine sehr schwierige Lebensphase. Er war zum zweiten Mal Vater geworden. Dieses freudige Ereignis brachte jedoch große Herausforderungen mit sich. Er mußte nun mehr arbeiten, um die Bedürfnisse der großen Familie zu decken.

 Zudem begann eine Krise in der Beziehung zu seiner Ehefrau, mit der er nicht umgehen konnte. Wahrscheinlich führte die angestaute Anspannung zu seiner gewalttätigen Seite. Bridget hatte einfach Pech, ihm in diesem Moment zu begegnen. Die Verteidigungsstrategie von Patrick zielte darauf ab, die Zuverlässigkeit der DNA Untersuchungen in Frage zu stellen.

 Da die Technik und Methodik damals noch relativ neu und unausgereift waren, konnte dies Geschworenen beeinflussen. Der Anwalt behauptete, die Proben seien über die 11 Jahre, in denen die Ermittlungen ruhte, verunreinigt oder beschädigt worden. Um die Unbestreitbarkeit der Daten zu erklären, wurden Experten aus Laboren hinzugezogen, die eine Demonstration durchführten.

Ein weiterer Trumpf der Verteidigung waren Patrick Behauptungen, erinnere sich an nichts. Er gestand nie, an Maut und Vergewaltigung beteiligt gewesen zu sein. Während des gesamten Prozesses zeigte sich Patrick zerstreut und distanziert, als interessiere ihn das Geschehen nicht. Unter den Zeugen war ein Mann, der sich bei der Polizei meldete und berichtete, wie Bridget in ein fremdes Auto stieg.

 Dieser Zeuge verschwand nach seiner Aussage plötzlich, wechselte den Arbeitsplatz und zog um. Er hatte der Polizei 1990 nicht alles erzählt, zumindest bis zu diesem Zeitpunkt nicht. Es stellte sich heraus, daß dieser Zeuge mit Patrick in einer Druckerei gearbeitet hatte. Er erinnerte sich genau, wie er seinen Kollegen von den polizeilichen Fragen und seiner Aussage berichtete.

 Daraufhin war Patrick wütend geworden. Er griff ihn an, als niemand sonst da war, versuchte ihn zu würgen und drohte, dass ihm ein noch schlimmeres Schicksal drohe als Bridget, falls er weiter mit der Polizei spreche. Bis dahin hatte der Zeuge aus Angst um sein Leben geschwiegen. Aus demselben Grund kündigte er plötzlich und zog weg, um sich der Polizei zu entziehen.

Am 26. Mai 2005 wurde Patrick des Mordes und der Vergewaltigung an Bridget für schuldig befunden. Er erhielt eine lebenslange Freiheitsstrafe. Im folgenden Jahr bestätigte das oberste Gericht dieses Urteil. Der Täter saß all die Jahre hinter Gittern. Er arbeitete an sich selbst, nahm an therapeutischen Programmen teil und wurde intensiv von Psychiatern betreut.

 Vermutlich deshalb wandte er sich am 20. Dezember 2016 an das Gericht mit der Bitte, seine Haft neu zu bewerten. Patrick beantragte eine Überführung in therapeutische Programme als alternative Maßnahme zur Haft, eine stationäre Behandlung stattgefängnis. Dies ist ein in der Schweiz vorgesehenes Verfahren, das verurteilten Personen mit schweren psychischen Störungen Hilfe ermöglicht.

 Es bietet bessere Chancen auf Rehabilitation und eine mögliche Entlassung. Allerdings musste Patrick bestimmte Bedingungen erfüllen. Insbesondere sollte er das Verbrechen gestehen, um eine Chance auf Genesung zu erhalten. Das tat er jedoch nicht. Er beharte weiterhin darauf, sich an nichts zu erinnern und niemanden getötet zu haben.

 Experten, die den Fall betrachteten, kamen zu dem Schluss, dass dies eine psychologische Abwehr sei, die der Täter unbewusst aktiviert hatte. Seine Tat war weit entfernt von dem Bild eines rechtschaffenden Menschen, dem er im Alltag folgte. Deshalb war Selbsttäuschung für ihn leichter als die Anerkennung seiner wahren Natur. Patrick nahm zwar an den Therapien während seiner Haftteil, zeigte aber keinen Fortschritt.

 Trotz der Bemühungen der Ärzte und seiner eigenen Anstrengungen behauptete er weiterhin sich nicht an das Verbrechen zu erinnern. Das Gesuch wurde abgelehnt. Der Richter betonte jedoch, daß dem Täter noch eine Chance bleibe, wenn es ihm endlich gelänge, sich an den verhängnisvollen Tag zu erinnern und alles zu berichten.

 Dafür empfahlen sie ihm, die therapeutischen Programme fortzusetzen. Ob Patrick diesen Empfehlungen folgen wird, bleibt ungewiss. Für die Familie Dedier war der Verlust der Tochter nur der Beginn einer Reihe schwerer Prüfungen. Die Mutter überlebte den Prozess nicht und verstarb 2009 an einer Krankheit. Der Vater setzte den Kampf allein fort, wurde jedoch nie wieder derselbe.

 Als Patrick 2016 versuchte, seine Strafe zu mildern, war der Vater der Opfer nicht einmal bei den Anhörungen anwesend. Im Gespräch mit Journalisten teilte der Vater des Opfers seine Gefühle mit und erklärte, daß er nicht einmal den Gedanken an diese Person ertragen könne, geschweige denn, ihr persönlich gegenüberzutreten.

Heute ist es an genau jenem Ort unter der Brücke still. Die Betonpfeiler, die einst Zeugen des schrecklichen Abends wurden, sind inzwischen mit Moos und Graffiti bedeckt. Patrick verbüßt seine Strafe weiterhin in der Stille einer Gefängniszelle und behauptet bis heute sich an nichts erinnern zu können. Ist die Gerechtigkeit also siegreich? Formal betrachtet, ja, der Täter sitzt hinter Gittern.

 Der Fall ist abgeschlossen und der Name Bridget ist für immer in den Lehrbüchern der Kriminalistik als Symbol für den Sieg der Wissenschaft über die Zeit verankert. Doch für ihre Eltern waren diese 15 Jahre des Wartens kein wissenschaftlicher Fortschritt. Es waren Tage der Qual, an denen sie mit der gleichen Frage einschliefen und aufwachten.

 Eine Frage, auf die selbst die präzisesten DNA-Aysen keine Antwort geben können. Die Wissenschaft kann den Ablauf der Ereignisse rekonstruieren und den Täter anhand kleinster Hautpartikel identifizieren. Doch sie ist machtlos gegenüber der Lehre im Elternhaus, in dem Bridget für immer 18 Jahre alt geblieben ist. Betrachtet man diese Geschichte, stellt sich unweigerlich die Frage: Was ist schlimmer, wenn ein Täter jahrzehntelang ungestraft bleibt? Oder wenn der Preis für die Wahrheit Jahre im Leben eines Unschuldigen und der Verlust des

Glaubens an die Gerechtigkeit ist. Sie haben den Kanal Fokusfall gesehen. Danke fürs Zuschauen und einen schönen 

Disclaimer: This story is fictional and created for entertainment purposes only. Any names, characters, places, or events are fictitious or used fictitiously. No real person or organization is intended to be portrayed.

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