News

Mysteriöses Verschwinden auf Insel T

Mysteriöses Verschwinden auf Insel  

Die 29 Jahre alte Claudia Kirschock hat einen Job, von dem die meisten nur träumen können. Ihr Job ist es, Urlaub zu machen. Die New Yorkerin arbeitet nämlich als Reisejournalistin. Seit kurzem arbeitet sie für einen bekannten Verlag für Reiseführung. Claudia ist also professionelle Touristin.

 Sie setzt sich in Lilienflugzeuge, checkt in Hotels ein, inspiziert die Frühstücksbuffets und Gastronomieangebote und spaziert an endlosen Sandstränden entlang. Und über all das schreibt sie dann Artikel, die später in den beliebtesten Reiseführern der USA abgedruckt werden und anderen Touristen die Urlaubsplanung erleichtern.

 Einen besseren Job kann sich Claudia wohl kaum vorstellen. Ausgerechnet, während einer absoluten Traumreise passiert etwas furchtbares. Am 24. Mai 2000 steigt Claudia Kirschock am Flughafen Montigo Bay Jamaica aus einer Maschine. Um diese Jahreszeit ist es hier tropisch warm mit Tagestemperaturen um die 30°. Immer wieder regnet es auch, was bei dieser Wärme aber eher eine willkommene Abkühlung als ein Ärgernis ist.

 Die Hitz in Jamaica ist für Claudia eine gute Vorbereitung auf ihre Weiterreise. Hier auf der karibischen Insel hat sie nämlich nur ein Layover. Ihr eigentliches Ziel ist die kubanische Hauptstadt Havanne. Dort soll sie gemeinsam mit drei Kollegen das frische eröffnete Sandless Resort besuchen. Sandels ist eine Kette, die gleich mehrere Resorts an verschiedenen Standorten in der Karibik betreibt.

 Dort gibt es alles, was das Herz begehrt. Direkte Meerlager am weißen Sandstrand, eigene Swimmingpools, großzügige Sueten, umfangreiche Gastroangebote. Und Claudia und ihre drei Kollegen wurden eingeladen, um sich einen ersten Eindruck von der neuen Location in Kuba zu machen. Sicherlich freut sich Claudia schon sehr auf diesen Business Trip und die neuen Kontakte mit den anderen Journalisten.

 Eigentlich hätte aber eine Kollegin von Claudia die Reise machen sollen. Doch bei der Kollegin hatte es kurzfristig Terminprobleme gegeben, also hat Claudia übernommen. Die Freude darüber war riesig, wie sie zwei Tage vor ihrem Abflug in einer Mail an die Kollegin geschrieben hat. Total unangenehm, dass ich mich nicht schon früher bei dir bedankt habe.

 Ich fliege allein, aber ich freue mich trotzdem sehr. Ich schulde einen ganzen Berg Kohibas. Allerdings wird Claudia nie an die Kohibas, die berühmten kubanischen Zigarren rankommen, denn die Buchung für die Journalistengruppe für das Sands Resort in Cuba wird am 24. Mai kurzfristig stonniert. Es gibt Probleme bei der Ausstellung der Visa und einen Rückflug nach New York von Jamaica aus bekommt Claudia so kurzfristig nicht mehr.

 Jetzt mitten in der Hochsaison sind alle Flieger ausgebucht. Sie wird sich bis Anfang Juni gedulden müssen. Allerdings gibt es sicherlich auch Ortern, an denen man weniger gern festhängen würde als ein Jamaica, zumal die Resortkette eine Ersatzunterkunft bereitstellen kann. Hier gehört nämlich auch das Beaches Hotel Negril, das direkt am beliebten Seven Mile Beach liegt.

 Claudia kann sich dort einbuchen und sich die Zeit bis zu ihrem Rückflug vertreiben. Also ruft die 29-Jährige in ihrem New Yorker Büro an und gibt die Planänderung durch. Danach telefoniert sie auch noch kurz mit ihren Eltern, um von dem unverhofften Urlaub dieses Mal ganz ohne Arbeit zu berichten. Mr. und Mes Kirschock ist die Planänderung ganz recht.

 Klar, Claudia ist eine erwachsene Frau und außerdem in einer Gruppe unterwegs, aber ihre Eltern hatten sich damals im Mai 2000 trotzdem Sorgen gemacht, dass Kuba vielleicht nicht der sicherste Ort für ihre Tochter sein könnte. Zu diesem Zeitpunkt gab es zwischen den USA und Kuba nämlich einen diplomatischen Konflikt, durch den die Lage angespannt war.

 Um das kurz für euch einzuordnen. Ende 1999 versuchten mehrere Personen über das Meer von Kubern die USA zu fliehen. Darunter war auch eine Mutter mit ihrem 5 Jahre alten Sohn. Die Mutter ertrank aber mit dem Großteil der anderen Passagiere. Ihr Sohn überlebte. Verwandte der Familie in den USA wollten, dass der Junge bei ihnen in Florida bleibt.

 Der Vater des Jungen war aber noch in Kuba und wollte, dass sein Sohn zurückgebracht wird. Das Ganze hat sich durch die Medien und politische Kommentare zu einer großen diplomatischen Streitigkeit zugespitzt, die sowohl in den USA als auch in Kuba für Unmut über das jeweils andere Land gesorgt hat.

 Und genau dieser Konflikt soll auch der Grund dafür gewesen sein, dass für Claudia und ihre Kollegen mit dem Visa nicht geklappt hatte. Zum Zeitpunkt ihrer Reise war dieser Affäre nämlich auf ihrem Höhepunkt. Für Claudia geht es nun also nicht ins politisch aufgewühlte Kuba, sondern in einen Strandresort für Familien. Eigentlich ist diese Art von Urlaub nicht so richtig ihr Ding, aber wenn man so eine unverhoffte Gelegenheit gratis bekommt, nimmt man das natürlich gerne an.

Vor Ort im Beaches Negray freundet Claudia sich rasch mit einer weiteren gestrandeten Reisejournalistin an, mit der 63-jährigen Tenja Grossinger. Die beiden verbringen einige Zeit zusammen und am 25. Mai, ihrem ersten richtigen Urlaubstag, gehen die beiden Frauen abends gemeinsam essen und etwas trinken.

 Dabei kommen sie auch mit dem Barkeeper aus dem Resort ins Gespräch. Er heißt Anthony Grant und scheint eine 29-jährigen Claudia gefallen zu finden. Die beiden verstehen sich auf Anhieb und ziehen gemeinsam weiter, nachdem Anthonys Schicht vorbei ist. Claudia ist nämlich großer Fan von Reggie Musik und als Local kennt Anthony eine gute Adresse, um noch etwas tanzen zu gehen.

In Alfreds Bar and Restaurant findet an diesem Abend nämlich ein Regy Konzert statt. Als die beiden sich am nächsten Tag wiedertreffen, ist Claudia bei bester Laune. Sie erzählt ihrer Kollegin lachend, wie viel Spaß sie mit Anthony hatte. Die beiden hätten zusammen etwas geraucht und sein dann spontan ins Meer gesprungen, um etwas zu schwimmen.

 Für Tenja wäre das nichts. Sie verbringt die Tage liebend gerne im Resort unter den Sonnenschirm. Claudia hingegen freut sich über die Möglichkeit, die Gegend außerhalb ihres Hotels zu erkunden. Tenja reist bereits am 27. Mai wieder ab. Im Gegensatz zu Claudia hat sie noch ein Flugticket organisieren können, aber es ist noch Zeit für ein letztes gemeinsames Frühstück.

 Dabei fragt Tenja ihre Kollegin auch, was sie in den nächsten Tagen noch vorhabe. Claudia berichtet, sie wolle sich noch zwei Tage Zeit nehmen, um Negret zu erkunden. Die Tage danach will sie nutzen, um nach Montigo Bay und Kingston zu fahren. Dort soll es gute Platten Läden geben und Claudia hofft vielleicht ein paar seltene Reggy LPS finden zu können.

Außerdem ist für sie ein Besuch im Bob Mali Museum Pflicht. Und am 2. Juni soll Claudia dann auch schon wieder in New York im Büro sitzen. Zum Abschied umarmen sich Tenja und Claudia und versprechen einander, sich bei Gelegenheit noch mal in New York zu treffen. Zuletzt wird Claudia Kirschock an diesem Tag gegen 13 Uhr von einem Bademeister gesehen.

 Sie trägt ihren Badeanzug und darüber ein lockeres Schirgt sie ihren Walkman. Sie geht vom Hotel aus in Richtung Strand und ab da verliert sich ihre Spur. Am 2. Juni 2000 bleibt Claudias Platz in ihrem New Yorker Büro leer. Die 29-jährige erscheint nicht zur Arbeit. Zum Glück haben Kollegen dort die Kontaktdaten von Claudias Eltern.

 Als Mister und Misses Kirscher hören, dass ihre Tochter nach ihrer Reise nicht wie vereinbart zur Arbeit gekommen ist, beschleicht sie gleich ein ungutes Gefühl, denn auch bei ihnen hat sich Claudia seit Tagen nicht gemeldet. Die Eltern rufen daraufhin, umgehend im Sandels Resort in Negra an. Und auch dort hat man Claudias Verschwinden offenbar bereits bemerkt, auch wenn weder ihr Arbeitgeber noch ihre Angehörigen informiert wurden.

Eigentlich hätte Claudia nämlich am Vortag 1. Juni auschecken sollen. Das hat sie jedoch versäumt, woraufhin das Hotel ihre Buchung einfach automatisch verlängert hat. Allerdings ist auch vor Ort im Beaches Negrid klar, dass von Claudia seit Tagen jede Spur fehlt. Dem Personal ist aufgefallen, dass das Zimmer 621, das von Claudia bewohnt wurde, seit mehreren Tagen verlassen wirkte.

 Claudias Klamotten sind alle feinsäuberlich in ihrem Koffer verstaut, abgesehen von dem Badeanzug, den sie zuletzt anhatte. Auch ihr Reisepass, ihr Handy, Kreditkarten und ihre Bargeldreserven in Höhe von 180$ sind noch da und liegen im Safe des Zimmers. Nur ihren Walkman, ihren Zimmerschlüssel, ihre Sonnenbrille und ihren Notizblock hatte sie mitgenommen.

Eben ganz so als habe sie einfach ein wenig am Strand entlang Bummeln und die Gedanken schweifen lassen wollen. Nur dass bereits Tage her sein dürfte und sie seither niemand mehr gesehen hat. Claudias Eltern steigen umgehend in den nächsten Flieger nach Jamaica, um sich vor Ort selbst ein Bild von der Lage zu machen.

 Sie schalten die jamaikanische Polizei ein, stellen aber auch eigene Ermittlung an. Sie finden heraus, dass es für das Sets Resort ein Lockbuch gibt. Darin werden die Kennzeichen von allen Autos erfasst, die auf das Gelände des Resorts gefahren sind oder es wieder verlassen haben. Die Eltern hoffen, dass das vielleicht ein guter Anhaltspunkt sein könnte.

 Allerdings wurden sie enttäuscht, denn ausgerechnet das Lockbuch für den Mai 2000 ist unauffindbar, heißt es von Seiten des Resorts. Die damalige Pressesprecherin von Sendel sagt dazu: “Es sieht aus, als habe unser Sicherheitsmitarbeiter die Lockbücher unabsichtlich verlegt oder versehentlich entsorgt. Einfach eines dieser unglücklichen Dinge.

Ein weiteres unglückliches Ding ergibt sich in Sachen Überwachungskameras. Es gibt zwar eine Kamera in der Nähe von Claudias Hotelzimmer, aber als die Kirschocks vor Ort ankommen, sind diese Aufnahmen bereits überspielt worden und für immer verloren. Und an eine richtige Spurensicherung im Hotelzimmer ist eh nicht zu denken.

 Das ist sowieso schon schwer bei all dem verschiedenen DNA Material, das man im Hotel so findet. Haare, Hautschuppen, andere körperliche Spuren. Zumal es bei Claudia ja so war, dass der Zimmerservice noch ein paar Tage lang in ihr Zimmer gegangen ist, ehe das Personal gecheckt hat, dass sie überhaupt nicht mehr da gewesen zu sein scheint.

  Und offenbar hat man sich dort an ihren Sachen zu schaffen gemacht. Hotelarbeiter selbst sollen nämlich Claudias Kamera entwendet und den Film zum Entwickeln gebracht haben und zwar ohne das vorher mit der Polizei abzuklären. Hierzu sagt die Pressesprecherin, man habe von Seiten des Hotels eben schauen wollen, ob sich unter den Aufnahmen möglicherweise Hinweise auf den Verbleib der 29-jährigen finden ließen.

 Der Film sei letztlich leer gewesen. Außerdem soll das Handy von Claudia kurz nach dem Start der Ermittlung verschwunden sein, obwohl es zuvor im Safe ihres Hotelzimmers gefunden worden war. Um Aufmerksamkeit auf das Verschwinden ihrer Tochter zu lenken, veranstalten die Kirschocks in Jamaica am 27. Juni eine Pressekonferenz.

 Mit dabei sind auch Leute vom Sandles Resort. Das Unternehmen selbst hat zu Unterkunft und Flüge für die Eltern der Vermissten bezahlt. Dafür bedankt sich Mr. Kirschock gleich zu Beginn der Pressekonferenz und lobt die Transparenz der Hotelkette und der Polizei. Aber nur wenige Minuten später wendet sich das Blatt plötzlich komplett.

 Es ergreift nämlich ein PR-Marbeiter namens Leo Lambert das Wort und sagt, er habe keine Wahl. Er könne nur das kund tun, was ihm Zeugin Tenja erzählt habe. Er fährt vor, Tenja habe berichtet, dass Claudia nicht nur mit dem Barkeeper Anthony feiernd war und etwas geraucht, sondern auch mit ihm geschlafen habe, weil Zitat sie nichts dagegen hat, ab und an mal rumzubsen.

Das ist mindestens unpassend für eine Pressekonferenz, bei der es um eine vermisste Person geht. Gerade von einem PRchmann könnte man hier eigentlich mehr Taktgefühl erwarten. Und dazu kommt noch, Tenja fällt vom Glauben ab, als sie das hört, weil sie so etwas nie gesagt hat, wie sie beteuert. Claudia habe ihr gegenüber auch mit keiner Silbe erwähnt, mit Anthony in Team geworden zu sein.

 Warum hat sich Leo Lemm das also ausgedacht und einfach bei der Pressekonferenz fallen lassen? Für Tenja ist es pures Victim Blaming. Es wirkt für sie als Wolle Lambit und damit das Unternehmen Sandels Claudia irgendwie so darstellen, dass man ihr die alleinige Verantwortung für ihr Verschwinden zuschiebt. Später entschuldigt sich Sandels offiziell bei den Eltern von Claudia Kirschock und stockt die Belohnungssumme um $, aber der Schaden ist da schon entstanden.

In den Jamaika ansässigen Medien wird ein Bild von Claudia verbreitet, das gar nicht der Realität entspricht. Sie wird als waghalsige Abenteurerin und Partysüchtige dargestellt, die immer auf der Suche nach dem nächsten Kick ist. In dieser Beschreibung erkennt sie aber niemand wieder, der wirklich mal Zeit mit Claudia verbracht hat.

 Auch an dieser Stelle lohnt sich vielleicht noch etwas mehr Kontext. Der Besitzer der Sandals Resorts hält unter anderem auch Anteile an der Airline Jamaica Air. Und nicht nur für ihn, sondern für Jamaika als Land ist der Tourismus eine wichtige wirtschaftliche Säule. Durch den eben angesprochenen diplomatischen Konflikt zwischen den USA und Kuba ist die Stimmung der Amerikaner gegenüber den Karibikstaaten damals eh schon angespannt.

 Dass nun auch noch eine junge Amerikanerin Jamaika verschwindet, noch dazu bei einem Aufenthalt, der von Sandels organisiert wurde, ist keine gute Werbung. Sandels besitzt damals zehn Resorts auf ganz Jamaika und die Allinclusive Unterkünfte sind in der Karibik damals gerade erst im Kommen. Trotzdem verbuchen sie schon die Hälfte aller Hotelübernachtung überhaupt.

 Daher dürfte durchaus daran gelegen sein, die Verantwortung für Claudias Verschwinden allein auf sie zu schieben und jegliches mögliches Missmanagement von Sandels im Keim zu ersticken. Noch dazu gehört dem damaligen Vorsitzenden von Sandless Resort auch eine jamaikanische Boulevardzeitung, die die Berichterstattung über Claudia lenkt.

 Und all das, so glauben Claudias Eltern mehr und mehr, behindert die Aufklärung dieses rätselhaften vermissten Falles, zumal es auch nach wochenlangen Ermittlung keine einzige Spur gibt. Weil es keine Spur gibt, gibt es auch keine Spuren auf ein Verbrechen. Daher konzentriert sich die Polizei vor allem auf ein mögliches Szenario, dass Claudia Kirschock eventuell ertrunken sein könnte.

Zuletzt will ein Bademeister ja gesehen haben, wie Claudia in ihrem Schwimmoutfit in Richtung Strand gegangen ist. Da liegt diese traurige Vermutung natürlich nah. Allerdings wird der Polizei auch schnell klar, wie unwahrscheinlich ein Ertrinkungstod dann doch ist, denn entlang dieses Strandabschnitts ist das Wasser sehr flach und es gibt kaum Strömung.

 Das bedeutet einerseits sowieso schon ein geringeres Unfallrisiko und zum anderen wäre es durch die Bedingung dort eben auch leicht jemanden bei einer intensiven Suche vor der Küste zu finden. Ende Mai in Jamaika zwar die kleine Regenzeit und es kam immer wieder Schauer runter, aber es gab während Claudias Aufenthalt keine Unwetter und sonstige Besonderheiten, was das Meer betrifft.

 Als immer mehr Zeit ins Land geht, versuchen Claudias Eltern die Suche größer anzulegen. Sie machen auch den US-amerikanischen Behördendruck zu ermitteln. Schließlich ist Claudia US-Staatsbürgerin. Tatsächlich reisen Beamte des FBI nach Jamaica, um vor Ort Untersuchung anzustellen. Mit dabei ist auch ein Spürhund einer Privatperson, die kostenlos ihre Hilfe angeboten hat.

 Und dieser Spürhund wird ihr Mittlauf eine spannende Ferte bringen. Später mehr dazu. Zusätzlich holen sich die Kirschocks auch Hilfe von einem Privatdetektiv. Zudem wird eine Belohnung in Höhe von 50.000 1000 US-Dollar ausgelobt. Das ist an sich ja schon eine sehr hohe Summe, aber für Tipps aus Jamaica umso mehr.

 000$ sind damals etwa das 20fache des durchschnittlichen Jahreseinkommens in Jamaika. Wenn jemand einen Hinweis hätte, könnte das Geld für den Tippgeber also sein gesamtes Leben verändern. Aber der alles entscheidende Hinweis kommt nicht. Die Ermittler arbeiten beinah 400 Spuren ab, die all samt ins Leere laufen.

 Aber eine Spur ist doch sehr spannend. In den Wochen und Monaten nach Claudias Verschwind, macht insbesondere in den lokalen Medien vor allem eine Theorie die Runde, dass Claudia vielleicht freiwillig verschwunden sein und sich in Jamaika zurückgezogen haben könnte. Es sind entsprechende Hinweise aus der Bevölkerung reingekommen, wonach Claudia möglicherweise in einer abgelegenen Community in den Bergen gesehen wurde.

Die Polizei hatten den entsprechenden Regionen ermittelt und die Anwohner vor Ort befragt. Doch keiner von ihnen kann sich im entferntesten daran erinnern, Claudio dort irgendwann mal gesehen zu haben. Außerdem ergibt ein freiwilliger Ausstieg laut ihren Freunden und ihrer Familie einfach keinen Sinn.

 Claudia ist ein sehr sozialer Mensch. Ihr Umfeld ist ihr sehr wichtig. Und zuletzt lief ihr Leben blend. Sie war total glücklich mit ihrem Job für die Reiseagentur mit ihrer New Yorker Wohnung im Hippenstadtteil Queens und allem Drum und Dran. Diese Theorie kann man also wohl guten Gewissensart Akter legen.

 Spannend ist aber die Frage, von wem diese Hinweise wohl gekommen sind. Hat sich wirklich jemand einfach nur geirrt oder hat hier vielleicht sogar jemand versucht ganz bewusst eine falsche Spur zu legen? Eine konkrete Pfert hat es durch den Spürhund gegeben, von dem ich euch eben schon erzählt habe. Der konnte Claudias Geruch aufnehmen und verfolgen und zwar bis zur Wohnung von Anthony Grant, dem Barkeeper, den Claudium Resort kennengelernt hat.

 Und dort schlägt der Spürhund bei ein paar konkreten Gegenständen an. Bei ein paar Stiefel, ein paar Handschuhe und einem Messer. Am Auto von Anthony wittert der Hund außerdem auf dem Rücksitz und im Kofferraum eine Fer von Claudia. Am Rücksitz will das FBI zudem ein Haar von Claudia gefunden haben. Allerdings gibt es auch hier schon bald einen Dämpfer.

Das Messer wird im Labor kriminaltechnisch untersucht und es lassen sich absolut keine Blutspuren daran finden. Ein konkretes forensisches Beweismittel ist das Messer also nicht. Auch bei einer Untersuchung der Stiefel und dem Teppich aus dem Kofferraum wird nichts gefunden. Anthony Grant arbeitet damals schon drei Jahre lang im Beaches Hotel und gilt dort sowohl unter den Mitarbeitern als auch bei Gästen als sehr beliebt, vor allem dank seines Humors.

 Er ist in seinen 20ern und wird als charmant und gut aussehend beschrieben. Er lebt gemeinsam mit seiner Mutter und seiner Schwester in der nahgelegenen Stadt Green Island. Bei seiner ersten Befragung hat Anthony der Polizei vorgelogen, er habe Claudia gar nicht gekannt und noch nie in seinem Leben überhaupt gesehen. Aufgrund von Tenas Aussage kann man aber schnell herausfinden, dass das einfach nicht stimmt. Und noch etwas ist auffällig.

 Am 28. Mai, dem Tag nach Claudias Verschwinden, hat sich Anthony Grant für mehrere Tage krank gemeldet und erst nach einem Lügendetektortest durch das FBI hat er eingerächt Claudia gekannt zu haben. Er hat den Test nämlich nicht bestanden. Nachdem er mit dem Ergebnis konfrontiert wurde, hat Anthony zugegeben, mit Claudia auf diesem Date gewesen zu sein.

 Genau wie ihre Kollegin Tenja es zuvor schon erzählt hatte. Anthony räumt nun ein mit Claudia das Konzert in der Barbe sucht und sie danach zurück zu ihrem Hotel gebracht zu haben. Er sagt, er habe sich dazu gezwungen gesehen, die Polizei zunächst zu belügen. Sein Arbeitgeber habe nämlich eine strikte Vorschrift für die Mitarbeitenden, dass sie keine Gäste daten dürften.

 Anthony sagt also, er habe aus Angst um seinen Job gelogen. Seine Sorge war wohl zumindest realistisch. Als das rauskommt, wird er nämlich umgehend entlassen. Interessant bleibt für die Kirschocks aber vor allem noch ein Aspekt. Ihnen wurde nämlich erzählt, dass Anthony beim Lügendetektor Test auch die alles entscheidende Frage gestellt wurde.

 Haben sie Claudia Kirschock umgebracht? Anthony hat das verneint und der Detektor hat dabei keine Lüge erkannt. Anthony hat immer daran festgehalten, Claudia nur dieses eine Mal getroffen zu haben. Obwohl er mehrere Wochen lang von den jamaikanischen und amerikanischen Ermittlern gegrillt wurde, konnte sich kein Tatverdacht gegen ihn erhärten.

Anthony Grant hat sich auch sonst wohl nie etwas zu schulden kommen lassen. Er habe in seinem ganzen Leben nicht mal einen Strafzettel kassiert, wie sein Anwalt gegenüber der Cosmopolitan verdeutlicht. Von den Ermittlungsbehörden wurde er nie als Verdächtig eingestuft. Claudias Reisebleitung Tenja hat die Theorie, dass Anthony Claudia vielleicht tatsächlich nichts angetan hat.

 Trotzdem könnte er aber mehr wissen. Sieh hält es etwa für möglich, dass Anthony ihr jemanden vorgestellt hat. Das glauben auch die Eltern von Claudia. Anthony hat zwar behauptet, er habe Claudia keinen anderen Leuten vorgestellt, aber es wäre ja nicht seine erste Lüge. In einem Artikel der New York Post aus 2005 heißt es: “Die Kirshocks würden zwei ehemalige Angestellte des Resorts verdächtigen.

Neben Anthony müssen die Eltern von Claudia also mindestens eine weitere konkrete Person im Kopf haben.” Nach zwei Jahren vergeblicher Suche wird Claudia Kirschock im Frühjahr 2002 für Tod erklärt. Für ihre Eltern ist es ein besonders schwieriger Schritt, aber auch ein notwendiger, denn die beiden haben einen neuen Plan.

 gefasst, wie sie den Fall ihrer Tochter lösen wollen. Sie möchten das Sandels Resort verklagen, um an neue Hinweise zu Claudias Verschwinden zu kommen. Sie glauben, dass irgendwer in der Hotelketteze mehr weiß und etwas vertuscht. Die verschwundenen Lockbücher, Claudias verschollenes Handy, die überschriebenen Kameraaufnahmen für die Kirshock sind das einfach zu viele Zufälle.

Sie rechnen sich die besten Chancen aus, wenn sie eine sogenannte Wrongful Death Klage gegen das Unternehmen einreichen. Das ist im US-Recht eine Zivilklage, die eingereicht werden kann, wenn ein Mensch durch die Fahrlässigkeit das Verschulden oder das vorsätzliche Handeln einer anderen Person gestorben ist.

 Konkret werfen die Kirschocks dem Unternehmen in der Anklage vor, die Hotelgäste nicht ausreichend vor möglichen Gefahren abseits des Resortgeländes aufzuklären. Dieses Argument dürfte aber weniger der eigentliche Vorwurf der Familie sein, sondern eher ein juristischer Vorwand, damit weiter im Umfeld des Hotels und der Hotelgruppe ermittelt werden kann.

Denn wenn der Fall vor Gericht geht, müssten die internen Fehler des Sandlessels ja aufgearbeitet und erklärt werden. Zurelben Zeit, als die Eltern sich gerade um die Klage kümmern, klingelt im Frühjahr 2005 bei einem US-Radiosender das Telefon. Eine unbekannte Person aus Jamaica ruft an und behauptet Information zum Fall Claudia zu haben.

 Demnach hätten ihm vor Jahren zwei Männer erzählt, dass sie Claudia in ein 200 l Fass gelegt und dieses vergraben hätten. Der Hinweisgeber behauptet sogar noch zu wissen, wo dieses Fass vergraben worden sei. Es ist nicht das erste Mal, dass die Eltern der Vermissten von dieser Geschichte hören. Schon Jahre zuvor ist einen anonymen Brief gegeben, in dem dieselbe Story geschildert wurde.

 Darin hieß es zusätzlich, Claudia seinen Kot Tropfen verabreicht worden. Dadurch haben sie einen Krampffall erlitten und sei verstorben. Die Kirshocks sprechen in Interviews immer mal wieder über diese Möglichkeit und halten das Ganze wohl für plausibel. Vielleicht kommt hier auch die mysteriöse zweite verdächtige Person ins Spiel, die die beiden gegenüber der New York Post erwähnt haben.

 Ob auch die Behörden diese Theorie auf dem Schirm haben, ist nicht bekannt. Von offizieller Seite hat es im Fall Claudia Kirschock nie auch nur einen einzigen Verdächtigen gegeben. Es ist als habe sie sich an jenem Tag Ende Mai 2000 einfach in Luft aufgelöst. Leider ist nicht bekannt, was aus der Klage der Kirschocks gegen die Sandless Resource geworden ist.

 Nach 2005 reist die Berichterstattung zum Fall Claudia Kirschock insgesamt im Grunde ab. Ich konnte nicht herausfinden, was hier passiert ist. Ob es bei Mr. und Mes Kirschock vielleicht persönliche Umstände gegeben hat, die sie gezwungen haben, sich aus der Suche nach ihrer Zwarzeit zurückzuziehen oder ob die Klage letztlich aus anderen Gründen gescheitert ist.

 Eigentlich bin ich ja immer recht zuverlässig, dass auch ältere Fälle noch gelöst werden können, aber hier, wo es seit 20 Jahren keine Neuigkeiten mehr gibt, wirkt es leider doch eher unwahrscheinlich. Was glaubt ihr, was Claudia zugestoßen sein könnte? Denkt ihr, das ist alles einfach eine Verketzung von unglücklichen Zufällen oder versucht wirklich jemand etwas zu vertuschen? Ich freue mich darauf, eure Theorien zu lesen.

 Schreibt mir gern generell mal in die Kommentare, ob euch diese Art von vermissten Fall interessiert oder was ihr sonst gerne auf Insolito sehen würdet. Falls es euch gefallen hat, lasst gerne auch ein Like oder ein Abo da, um keine weiteren Videos zu verpassen. Und wenn ihr mich noch mehr unterstützen wollt, abonniert mich gerne bei Patron.

 Da bekommt ihr die Videos ohne Zensur und ohne Werbung. Den Link dazu findet ihr in der Infobox, genauso wie die Links zu meinem Instagramkanal und meinem Discord. Ansonsten gibt es nicht mehr viel zu sagen. Ich wünsche euch einen guten Morgen, Mittag oder Abend oder je nachdem wann ihr das Video seht und hoffe, dass wir uns im nächsten Video wiedersehen. Bis dahin, ciao Leute.

Disclaimer: This story is fictional and created for entertainment purposes only. Any names, characters, places, or events are fictitious or used fictitiously. No real person or organization is intended to be portrayed.

You Might Also Enjoy