Mörder seit 20 ahren auf freiem Fuß… T
Mörder seit 20 ahren auf freiem Fuß…

Vielleicht habt ihr dieses Plakat schon mal gesehen. Auch heute noch hängt es in den Fenstern von vielen Polizeistationen ganz Deutschlands. Als das Plakat 1996 erstellt wird, werden ganze 36.000 gedruckt und verteilt. Das Plakat zeigt Claudia Ruf, die nur 11 ahre alt geworden ist. Eigentlich wollte sie mit dem Hund ihrer Nachbarin einen Spaziergang machen, doch sie kehrte nie zurück.
Und bis heute ist irgendwo da draußen jemand, der dafür verantwortlich ist und der nie bestraft wurde. Doch obwohl der Fall Claudia heute offiziell ein Cold Case ist, stehen die Ermittlungen noch lange nicht still. Die Ermittler arbeiten immer noch daran, den Mörder zu überführen. Und sie kommen ihm dabei immer und immer näher.
Am 11. Mai 1996 wacht die 11-jährige Claudia Maria Ruf früh auf. Da Samstag ist, setzt sich die Familie für ein ausgedehntes Frühstück zusammen. Auf die Realschülerin wartet ein schöner Frühlingstag ohne lästige Hausaufgaben oder andere Verpflichtung. Stattdessen kann Claudia, die als fröhliches und selbstbewusstes Mädchen beschrieben wird, den Tag nach Lust und Laune gestalten.
Claudia ist das älteste von drei Geschwistern. Sie hat einen jüngeren Bruder und eine 6 ahre alte Schwester, mit der sie sich das Kinderzimmer teilt. Zu fünft lebt die Familie Ruf in Grevenbroich-Hemmerden in Nordrhein-Westfalen. Es ist eine beschauliche Gegend. Einerseits sind größere Städte wie Neuss oder Düsseldorf ganz in der Nähe, Andererseits hat man in Hemmern die Vorzüge vom ländlichen Leben.
Und vor allem für Kinder sind weite Wiesen, Feldwege und ruhige Nachbarschaften natürlich ein super Ort, um sich auszutoben. Wieso viele Kinder in ihrem Alter liebt Claudia Tiere, vor allem Hunde. Da passt es super, dass eine Familie aus der Nachbarschaft einen schwarzen Mischling namens D hat, den Claudia zum Gassi gehen ausführen darf.
Fast jeden Tag kommt die Elfjährige bei ihren Nachbarn vorbei und holt D für eine Runde um den Block ab. Am Nachmittag des 11. Mai 1996 ist sogar ein größerer Ausflug geplant. Claudia holt erst den Hund bei ihren Nachbarn ab, dann sammelt sie noch eine Freundin ein. Die Mädchen sind mehrere Stunden gemeinsam mit D unterwegs und genießen das Frühlingswetter.
Sie sind bis in den frühen Abend draußen. In einem später veröffentlichten Aktenzeichen XY Beitrag wird es so gezeigt, dass Claudia sich nach der Verabschiedung von ihrer Freundin kurz mit D auf den Weg nach Hause macht. Sie erkundigt sich demnach, wann es Abendessen gibt und geht dann noch einmal für eine kleine Runde mit D raus, ehe sie ihn vom Essen zurück zu seinen Besitzern bringen will.
Claudia Huwer wird noch gegen 18:30 Uhr von Zeugen gesehen. Sie geht den Schrievers Pfad am Ortsrand entlang, der insbesondere bei Hundehaltern beliebt ist, weil man in der Natur abtauchen kann. Es ist das letzte Mal, dass man das Mädchen lebend sehen wird. Nur etwa eine halbe Stunde später kommt D zurück nach Hause gelaufen.
Als der Hund der Nachbarn um ca. 18:50 Uhr auf das Grundstück seiner Besitzer läuft, ist von Claudia weit und breit nichts zu sehen. D scheint seinen Weg nach Hause ganz allein gefunden zu haben. Auch seine Leine, mit der Claudia ihn den Nachmittag über herumgeführt hat, ist nicht mehr da. Die Nachbarn denken erstmal, dass Claudia sicherlich gleich nachkommen würde, um die Leine zurückzubringen.
Aber das passiert nicht. Noch dazu verhält sich D irgendwie merkwürdig, beinahe verstört, als sei er schlecht behandelt worden, wie es später heißt. Die Nachbarn handeln schnell rufen schon ein paar Minuten später bei Claudia zu Hause an und Bescheid zu sagen. Die Familie Ruf beginnt sofort mit der Suche im Ort.
Auch zahlreiche Anwohner helfen, später auch die Polizei. Aber sie können leider keine Spur finden und das, obwohl man sogar mit einer Hundertschaft anrückt. Claudia wird letztlich nicht in ihrem Heimatdorf gefunden, sondern 65 km entfernt. Zwei Tage nach ihrem Verschwinden am 13. Mai ist ein ogger in Euskirchen Oberwichterich unterwegs.
Der kleine Ort hat gerade mal um die 3000 Einwohner. Dort findet er einen unbekleideten Leichnam, der zudem angesengt ist. Man hat versucht, ihn mit Benzin zu übergießen und anzuzünden. Wie der Kölner Stadtanzeiger berichtet, erlitt der zuständige Notarzt sogar einen Schock, da der Anblick des Fundes so schwierig zu verkraften war.
Die Kleidung, die Claudia am Tag ihres Verschwindens anhatte, ist verschwunden. Ihr rotkariertes Flanellhemd, ihre schwarzen eans und ihre Esprit-Turnschuhe, sowie ihr dunkelblauer Kapuzenanorak werden nie gefunden. Und auch die blaue Leine ihres Nachbarhundes kann nie sichergestellt werden. Der genaue Fundort befindet sich auf einem Wirtschaftsweg zwischen den Ortschaften Claudia liegt auf einer mit Gras bewachsenen Traktorspur inmitten einer Ackerlandschaft.
In der Nähe befinden sich die zwei wichtigen Verkehrsstraßen L264 und L61. Letzteres ist auch die Hauptstraße durch den Ort Oberwichterich. Knapp 5 Minuten entfernt befindet sich zudem die Autobahnausfahrt Euskirchen der A1. Diese Straßen sind auch damals schon viel befahren. Trotzdem ist es dem Täter offenbar gelungen, den Leichnam unbemerkt dorthin zu transportieren und zu versuchen, ihn in Brand zu stecken.
Claudia wurde missbraucht und erdrosselt oder erwürgt. Aus ermittlungstaktischen Gründen wird bis heute nichts genaueres zur Todesursache bekannt gegeben, auch weil es sich dabei um Täterwissen handelt. Interessant ist übrigens, dass ein Beamter damals explizit die Formulierung der oder die Täter verwendet. Es wird also in Erwägung gezogen, dass der Mörder entweder die Tat nicht allein begangen oder zumindest im Nachgang einen Helfer gehabt haben könnte.
Die Polizei richtet umgehend eine Mordkommission ein. 40 Ermittler arbeiten daran, den Mörder von Claudia Ruf zu fassen. Und es geht vielversprechend los. Allein in den ersten beiden Tagen gehen 120 Hinweise ein. 50 davon beziehen sich auf ein Fahrzeug, das auf dem Acker bei Oberwichterich gesehen worden sein soll.
Am Abend des 18. Mai, also genau eine Woche nach Claudias Verschwinden, riegelt die Polizei die Zufahrt nach Hemmern ab. Offenbar wird darauf spekuliert, dass der Täter vielleicht noch mal an den Ort der Entführung zurückkehrt. Denn insgesamt werden an diesem Abend 400 Autofahrer überprüft und die Reifenprofile der jeweiligen PKWs angesehen.
Zunächst scheint es eine solide Spur zu geben, nämlich Reifenspuren, die auf dem Feldweg gesichert werden. Dieser Ansatz stellt sich jedoch als eine Sackgasse heraus. Trotzdem bleiben Fahrzeuge ein wichtiges Thema in diesem Fall. Durch Zeugen erfährt man, dass am Abend des 11. Mai in dem Bereich des Schrieferpfades mehrere PKWs beobachtet wurden.
Zwei davon konnte die Polizei nicht ausfindig machen. Es handelt sich um eine dunkle Limousine mit einem Kennzeichen aus Recklinghausen, sowie um einen roten Kleinwagen mit einer goldenen Aufschrift auf der Heckscheibe. Zu dem Wagen aus Recklinghausen kommen wir gleich noch mal. Ob das rote Auto mit der goldenen Aufschrift aufgefunden werden konnte, wurde nicht bekannt gegeben.
10 Monate nach der Ermordung von Claudia, uli 1997, wird ihr Fall bei Aktenzeichen XY ungelöst vorgestellt. In der Sendung wird auch die Frage behandelt, ob es sich bei dem Mörder um einen Serientäter handeln könnte. Davon geht der damals interviewte Kommissar allerdings nicht aus, auch wenn man es kategorisch nicht ausschließen kann.
In einem neueren Podcast weist ein Polizeisprecher darauf hin, dass es in dem Zeitraum des Mordes an Claudia durchaus vergleichbare Fälle gab. Konkret spricht er dabei den Fall von Deborah Sassmann. Zu diesem Fall findet ihr hier bei Insolito ebenfalls ein Video. Ich habe es euch unten verlinkt. Auch eine Verbindung zu dem Mord am Geschwisterpaar Zorn und Sonja aus Eschweiler aus 2003 wurde überprüft, ebenso wie zum belgischen Serienmörder Michel Fourniret.
Außerdem erwähnt der Polizeisprecher die Verhaftung des Serientäters Ronny Rieken, der laut Medienberichten auch im Fall Claudia Ruf befragt wurde. Allerdings konnte er als Täter ausgeschlossen werden. Zunächst wird auch eine mögliche Verbindung zu einem versuchten Entführungsfall in Gemünd geprüft. Dabei wurde ein Mädchen auf dem Schulweg von einem Mann angesprochen, der versuchte sie in sein Auto zu zerren.
Das Mädchen konnte sich glücklicherweise befreien und weglaufen. Nach einigen Wochen sind die Ermittler zu dem Schluss gekommen, dass dieser Fall mit dem Mord an Claudia Ruf nichts zu tun hat. Auch zu den anderen angesprochenen Fällen konnte wohl nie eine konkrete Verbindung hergestellt werden. Laut dem Polizeisprecher war ein Mehrfachtäter, der durch die Lande fährt, damals zu Beginn der Ermittlung durchaus eine Theorie, die ernst genommen wurde.
Gleichzeitig wird auch damals schon die Möglichkeit untersucht, dass sich das Ganze örtlich abgespielt hat, dass der Täter also aus dem Umkreis des Tatortes oder des Auffindeortes kommt. Das würde dazu passen, wie schnell die ganze Tat passiert sein muss. Es findet sich nicht einmal jemand, der die konkrete Entführung von Claudia beobachtet hat.
Zuletzt wird sie auf dem Schrieferts Pfad gegen 18:30 Uhr gesehen. Um 18:50 Uhr läuft Hund D verstört allein und traurig nach Hause. Die Tat muss sich also in diesem knappen Zeitfenster abgespielt haben. Wo genau Claudia entführt wurde, weiß man aber nicht. Laut Medienberichten gibt es durchaus Anhaltspunkte, vielleicht an einem Kinderspielplatz oder am Kiosk.
Aber weil man es nicht genau weiß, könnte wirklich jede Zeugenaussage helfen, die den Tatort bzw. Entführungsort näher eingrenzt. Es soll wohl Zeugen geben, die Claudia zuletzt im Gespräch mit dem Fahrer eines dunklen Autos gesehen haben. Auffällig dabei ist auch, dass das Auto mit dem Recklinghäuser Kennzeichen soll dunkel gewesen sein.

Klar, dunkle Autos gibt es viele, aber vielleicht hat das ja doch etwas zu bedeuten. Auch wenn man den Mörder von Claudia Ruf nicht ausfindig machen kann, wird die Fallakte nie geschlossen. Stattdessen suchen die Ermittler weiter nach dem entscheidenden Detail und finden es womöglich 12 ahre später. 2008 gelingt es mittels neuer Technologie erstmals tatrelevante DNA von Claudias Körper zu extrahieren.
Daraufhin werden 350 Personen, die zuvor in den Fallakten aufgetaucht sind, zu einer Speichelprobe gebeten. Es gibt zwar keinen Treffer, dennoch ist der Fund der Täter-DNA natürlich ein Durchbruch. 2017 gibt es dann einen sogenannten DNA-Reihenuntersuchungsbeschluss. Es werden noch einmal alle Personen, die im Großraum Euskirchen und Grevenbroich wohnten und die als Sexualstraftäter in Erscheinung getreten sind, überprüft.
Dabei ging es um ganze 120 Personen, die wieder eine Speichelprobe abgaben. Allerdings gab es erneut keinen Treffer. Trotzdem gibt die Polizei noch lange nicht auf. Der Fall wird durch eine operative Fallanalyse neu bewertet. Das heißt, dass sich ein Ermittlerteam neu zusammensetzt und alles noch einmal aufrollt, alte Akten durchgeht, Berichte noch einmal prüft oder Beweise neu untersucht, falls vorhanden.
Und diese Akten sind im Fall Claudia Ruf sehr umfangreich. Bei dem Cold Case kommt man auf 140.000 Seiten in 96 Aktenordnern. Insgesamt sind seit 1996 mehr als 2.000 Hinweise bei der Polizei eingegangen. Für die Fallanalyse gibt es also ordentlich Material. Nach ihrer Analyse ist sich das Team sicher, dass der Täter genau wie Claudia aus Grevenbroich-Hemmerden stammte oder wenigstens eine enge Verbindung zum Ort hatte.
Das könnte z.B. bedeuten, dass er dort mal in der Vergangenheit gewohnt hat, dass er dort arbeitet oder nahe Verwandte dort hat. Die Theorie vom durchreisenden Täter ist also weitgehend vom Tisch. Der Leiter der Bonner Mordkommission gibt weiterhin bekannt, man wisse jetzt, weshalb der Leichnam von Claudia ausgerechnet in Euskirchen abgelegt wurde.
Auch, wenn er das öffentlich aus ermittlungstaktischen Gründen nicht verraten kann. Anscheinend weiß er es aber jetzt, was ja auch schon ein weiterer Durchbruch ist. Kommen wir auch noch mal zurück zur konkreten Entführung. Mittlerweile geht man davon aus, dass der Täter Claudia angelockt hat, vielleicht mit einem Leckerli für den Hund D.
Und man geht mittlerweile davon aus, dass sie noch am Tag ihres Verschwindens umgebracht wurde. Vielleicht sogar vor Ort in Hemerden, während draußen nach ihr gesucht wurde. Vor allem ist aber durch die Ergebnisse der operativen Fallanalyse die Grundlage dafür geschaffen, dass ein sogenannter Massengentest anberaumt wird.
2019 startet die Polizei in NRW dazu eine riesige Aktion. Genauer gesagt in Hemerden, wo Claudia aufgewachsen und auf ihren Mörder getroffen ist. Es leben nur etwa 2500 Menschen in dem kleinen Ortsteil und die männlichen Bewohner bekommen allesamt eine Einladung zu einem Massengentest. Alle Männer, die 1996 zwischen 14 und 70 ahre alt waren, sind aufgerufen, eine Speichelprobe abzugeben.
Im Vorfeld meldet sich der Vater von Claudia 2019 mit einer Videobotschaft zu Wort. Darin bittet er die zum Gentest eingeladenen Personen um Hilfe, indem sie das Angebot des Tests wahrnehmen und ihre Speichelproben abgeben. Das Video wird noch einmal bei Aktenzeichen XY ungelöst ausgestrahlt. Obwohl der Fall dort nur noch mal kurz vorgestellt wird, gehen nach der Sendung 15 Hinweise ein, von denen drei als konkrete Spuren bewertet und neu ausgelotet werden.
Der Stern zitiert in einem Artikel zehn Fragen von einem Flyer, der damals in Briefkästen rund um Hemerden geworfen wird. Sicherlich lohnt es sich, sich diese Fragen auch jetzt noch mal vor Augen zu führen. Wer ist am Samstagabend, 11. Mai 1996 oder Sonntag, 12. Mai 1996 nicht zu einer Verabredung erschienen oder hat diese spontan abgesagt? Wer war an jenem Wochenende nicht anzutreffen oder zu erreichen und hat dafür unglaubwürdige Begründungen geliefert? Z.B.
ich war auf Montage oder ich hatte einen Sportunfall und musste über das Wochenende im Krankenhaus bleiben. Wer hat sein Auto kurz nach der Tat verkauft oder es aufwendig gereinigt? Wer ist nach dem 11. Mai 1996 nicht zur Arbeit erschienen oder hat untypisch für ihn Überstunden gemacht? Wer hat nach dem Wochenende spontan Urlaub genommen? Wer ist nicht zum Sport, zum Feierabendtreff oder dergleichen erschienen? Wer hat ein auffälliges Verhalten in Bezug auf einen Benzinkanister gezeigt oder möglicherweise Brandverletzungen aufgewiesen? Wer hat sich sonst in
irgendeiner Weise auffällig verhalten? Das alles sind Fragen, die die Polizei auch heute noch zum Mörder von Claudia Ruf führen könnte. Ein weiteres Mittel dafür wären diese Gentests. Der im Fall Claudia Ruf durchgeführte Test ist das erste Vorgehen dieser Art und in dieser Größenordnung. Möglich gemacht wird das durch eine Änderung der Strafprozessordnung.
Durch diese Änderung ist nicht mehr nur der direkte Abgleich einer Person mit einer Spur möglich, man kann nun auch feststellen, ob eine Person in einem engen genetischen verwandtschaftlichen Verhältnis zum unbekannten Spurenleger steht. Das nennt man einen DNA-Beinahe-Treffer, der bis zum dritten Verwandtschaftsgrad möglich ist.
Wenn also ein Naheverwandter des Täters seine DNA bei dem Test abgeben würde, könnte das schon für einen Treffer reichen, von dem aus man weiter ermitteln könnte. Dem Aufruf Ende 2019 folgen rund 1000 der 1900 eingeladenen Männer. Sie tummeln sich an mehreren Wochenenden in der Weihnachtszeit in der örtlichen Grundschule, wo die Abgabe der Proben organisiert wird.
Es ist die Schule, die auch Claudia vor ihrer Ermordung besucht hat. Es gibt zwar keinen Treffer, aber auch das sagt ja was aus. Denn die Männer, die ihre Probe abgegeben haben, können nun als Täter ausgeschlossen werden. Nach dem großen Speichelprobentest bleiben der Polizei insgesamt noch etwa 600 Namen, die im Fokus der Ermittlung bleiben.
Manche Männer sind der Einladung einfach nicht gefolgt, andere sind umgezogen und wieder andere sind inzwischen verstorben. Ein Polizeisprecher erklärt dazu weiter: “Die Männer, die trotz Einladung nicht zu den Terminen der Grundschule erschienen sind, werden durch die Beamten und Beamtinnen aufgesucht. Männer, die inzwischen an anderen Orten in Deutschland oder im Ausland leben, werden über die örtlich zuständigen Polizeibehörden oder die Ermittlungsteams der Mordkommission kontaktiert und vor Ort um Abgabe einer
Speichelprobe gebeten. Außerdem werden wir die Verwandten der Verstorbenen aufsuchen. Das bedeutet für die Ermittler sehr viel liebevolle Kleinarbeit, aber sie lohnt sich, denn jeder Name, der von der Liste gestrichen werden kann, führt näher zum Mörder von Claudia. Und nach den DNA-Test tut sich auch ansonsten noch etwas.
Ich habe ja eben schon die zwei nicht identifizierten Autos erwähnt, die am Tag von Claudias Verschwinden in Hemmern gesehen wurden. Gerade das Auto mit dem Kennzeichen aus Recklinghausen scheint auch heute noch wichtig zu sein, denn im Frühjahr 2023 werden die Ermittlungen zum Fall Claudia Ruf auf den Landkreis Recklinghausen ausgedehnt.
Als Anlass dafür werden Zeugenangaben zu dem PKW angegeben. Und nicht nur das, es heißt, es gebe nun konkrete Hinweise auf bestimmte Personen. Außerdem wird das mögliche Kennzeichen weiter beschrieben. Es könnte sich um die mögliche Buchstabenfolge RE DB oder REBD gehandelt haben. Dazu die Zahl 146. Die Spur nach Recklinghausen scheint so vielversprechend zu sein, dass auch hier ein Gentest angeordnet wird.
Etwa 200 PKW-Besitzer aus dem Landkreis werden dazu eingeladen. Dabei hat sich übrigens ein eingeladener Mann auch nach Rücksprache mit der Polizei ausdrücklich geweigert, seine DNA abzugeben. Als letztes Mittel hat die Polizei durch die Staatsanwaltschaft einen richterlichen Beschluss erwirkt, der diesen Mann zur Abgabe der Probe gezwungen hat.
Da nicht weiter darüber berichtet wurde, scheint es aber keinen Treffer gegeben zu haben. Es hat einfach nur wichtige Ressourcen der zuständigen Ermittler gekostet. Man kann die Vorbehalte, eine DNA-Probe abzugeben, auf den ersten Blick ja auch durchaus verstehen. Deshalb lohnt es sich, glaube ich, noch mal kurz genauer darauf einzugehen, was eigentlich mit der abgegebenen Speichelprobe passiert.
Die Polizei lädt nicht willkürlich irgendwelche Leute vor, um DNA zu sammeln oder so Daten abzugreifen. Wenn es zu DNA-Reihenuntersuchungen, wie im Fall Claudia Ruf, kommt, dann wird die DNA ausschließlich mit der DNA abgeglichen, um die es in dem Fall geht, mit keiner anderen DNA-Spur sonst. Sowieso wird die DNA nur für diesen einen speziellen Vergleich im Labor verwendet.
Wenn es bei diesem Vergleich dann keinen Match gibt, wird die DNA-Probe mit allen dazugehörigen Daten vernichtet. Es wird also nichts gespeichert und die Sache ist komplett einmalig. Darum hat man auch nichts zu befürchten, wenn man nicht für die jeweilige konkrete Tat, wie etwa den Mord an Claudia, verantwortlich ist.
Man hilft einfach nur der Polizei und sorgt dafür, dass der Täter vielleicht schneller geschnappt werden kann und andere Verdächtige ausgeschlossen werden können. Die Auswertung solcher Spuren dauert natürlich sehr lang. Wenn Personen getestet werden sollen, die heute im Ausland wohnen, ist es noch mal umständlicher, aber trotzdem möglich.
Deshalb bin ich zuversichtlich, dass Fälle wie der von Claudia über kurz oder lang geklärt werden können, auch wenn sie schon viele ahre her sind. Es heißt übrigens, der Fall Claudia Ruf könnte sogar ohne DNA-Treffer durch andere Hinweise gelöst werden. Genaueres dazu wird aber nicht gesagt, wieder einmal aus ermittlungstaktischen Gründen.
Aber ich denke, dass das bedeuten könnte, dass die Lösung hier näher ist, als man es auf den ersten Blick glauben würde. Der Mord an Claudia Ruf ist mittlerweile ganze drei ahrzehnte her. Dennoch hofft ihre Familie darauf, die Tat bald aufgeklärt zu wissen. Ich möchte den Angehörigen von Claudia und ihren Freundinnen und Freunden an dieser Stelle mein aufrichtiges Beileid ausdrücken und wünsche ihnen alles Liebe.
Dass der Mörder bis heute nicht gefunden werden konnte, ist mehr als tragisch. Dennoch denke ich, dass man hier den Hut vor der Polizei ziehen sollte. Die Aktion, die 2019 noch mal losgetreten wurde, mit dem neuen XY-Auftritt, dem Massengentest, der neuen Fahrzeugüberprüfung und so weiter, ist wirklich nicht zu unterschätzen. Und auch wenn der Täter dadurch bislang nicht ermittelt werden konnte, konnten sicherlich viele Personen ausgeschlossen werden.
Das bedeutet wiederum, dass sich die Ermittler künftig auf einen kleineren Personenkreis konzentrieren können und dass sie dem Mörder von Claudia Ruf auch 30 ahre nach der Tat noch stetig näher kommen. Wenn ihr vielleicht Bekannte habt, die 1996 in Grevenbroich, Recklinghausen oder Euskirchen oder im Umland gelebt haben, würde ich mich freuen, wenn ihr das Video mit ihnen teilen würdet.
Sachdienliche Hinweise zu Claudia Ruf und ihrem potenziellen Mörder werden auch heute noch von der Polizei entgegengenommen. Wenn ihr niemanden in der Gegend kennt, aber dieses Video hier trotzdem verbreiten wollt, helfen ein Like oder ein Kommentar. Das dauert für euch nur ein paar Sekunden, zeigt YouTube aber, dass das Video sehenswert ist und mehr Leuten vorgeschlagen werden sollte.
Und vielleicht landet es ja irgendwie sogar bei jemandem, der wirklich einen wichtigen Tipp geben kann. Ich würde es den Ermittlern und der Familie von Claudia jedenfalls sehr wünschen. Wenn ihr den Kanal noch weiter unterstützen wollt, abonniert mich gerne bei Patreon. Da bekommt ihr die Videos 24 Stunden früher ohne Werbung und ohne Zensur.
Den Link dazu findet ihr in der Infobox, genauso wie die Links zu meinen anderen Socials, wie Instagram oder Discord. Vielen Dank schon einmal vorab und auch vielen Dank fürs Zusehen. Ich wünsche euch noch einen guten Morgen, Mittag oder Abend, oder je nachdem, wann ihr das Video seht, und hoffe, dass wir uns im nächsten Video wiedersehen.