Mörder nach 46 Jahren überführt T
Mörder nach 46 Jahren überführt

Eigentlich hätte der Abend des 17. Februar für Carla Walker perfekt werden können. Okay, fast perfekt. Dass ihr Freund Rodney sich ausgerechnet den Tag des Valentinstag Balls an der Schule aussucht, um sie zu spät abzuholen, hat Karla schon ein wenig genervt. Aber das ist schnell vergessen, als der Abend genauso märchenhaft verläuft, wie Carl und Rodney sich vorgestellt haben.
Dieser Abend soll nur den beiden gehören. Doch in einem romantischen, völlig unbedarften Moment schlägt ein Phantom zu. Kla wird entführt direkt aus den Armen ihres Freundes Rodney und der Täter verschwindet gemeinsam mit der 17-jährigen Spur los. Zurück bleibt ihr Freund Rodney, blut überströmt auf dem Parkplatz einer Bowlingbahn.
Und mit ihm die Frage, wo ist Carla Walker? And he started uh beating me over the head back here with pistol. Rodne MC Carla’s boyfriend was left knocked out. She vanished. Auf diese Kooperation habe ich mich riesig gefreut, denn ich benutze die Sachen von Naturtreu schon seit Jahren. Das ist natürlich individuell, aber ich hatte vor ein paar Jahren voll die Schlafprobleme und da habe ich mich umgehört, was man da so machen kann.
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Für die beiden Teenager geht das, was sie haben, aber weit über eine Highchool Romanze hinaus. Carla ist ganz sicher, dass sie Rodney einmal heiraten und mit ihm eine Familie gründen wird. Und für ihren Freund ist es ganz genauso. Rodney hat ihr sogar schon einen Ring geschenkt. Klar, keinen richtigen Verlobungsring, aber immerhin einen sogenannten Promise Ring, den Karla jeden Tag stolz trägt.
Erst einmal wollen sich die beiden aber gemeinsam an einer Universität bewerben. Sie haben sich schon für die Texas Tech University entschieden und träumen von gemeinsamen Spaziergängen über den Campus gegenseitige Übernachtung im Wohnheim und dem richtigen Staat ins Erwachsenen leben.
Bevor das losgeht, haben sie aber noch das letzte Jahr der Highchool vor sich und im Februar 1974 wartet dort eines der alljährlichen Highlights an der Western Hillschule. Der große Ball anlässig des Valentinstags. Wie es sich für einen Gentleman gehört, fährt Rodney am frühen Abend des 16. Februar bei Carler zu Hause in der Williams Road in Benbrook vor.
Benbrook ist ein Ford von Ford Worth, einer Großstadt in Texas. Es ist wie im Film. Rodney wartet nervös im Erdgeschoss, bis Karler an ihrem Ballkleid die Treppen herunterkommt. Sie lässt ein wenig auf sich warten. Rodney war nämlich zu spät. Er hatte für Karle extra ein kleines Ansteckbuche besorgt, das aber zunächst zu Hause vergessen.
Also muss er noch mal umdrehen und zurückfahren. Kla war schon richtig enttäuscht, dass Rodney zu spät kommen würde. Sie hatte in der Zwischenzeit sogar ihre Freundin Connie angerufen und dramatisch gesagt, sie würde wohl gar nicht mehr zum Ball kommen. Aber Connie hat sie beschwichtigt und kurz darauf bog Rodney dann auch schon die Williams Road.
Und spätestens nachdem er das Bouquet überreicht und die Eltern von Karla Erinnerungsfotos geschossen haben, ist jeder Ärger vergessen. Also führt Rodney Kla nach draußen, um zur Schule zu fahren. Zur Feier des Tages hat er extra den Wagen seiner Mutter ausgeliehen. Ein 1969er Ford LD. Der Valentinsball ist ein voller Erfolg.
Das Komitee hat sogar eine Liveband engagiert und die Schüler der Western Hills height tanzen den ganzen Abend durch. Als das Licht um 23:30 Uhr wieder angeht, sind Carler und Rodley aber noch lange nicht müde. Wenn es nach ihnen geht, soll dieser Abend niemals enden. Also steigen Sie mit einem befreundeten Pärchen in den Ford von Rodneys Mutter und kuven noch ein wenig durch die Stadt. Unterwegs machen sie halt bei Mr.
Quick Hamburgers und bei Tacobell, um sich zu stärken. Außerdem gibt es das eine oder andere Getränk und auch ein wenig Gras. Aber langsam wird es Zeit, die Freunde der beiden zu Hause abzuliefern. Auf dem Rückweg kommen Carla und Rodney an der Brunswick Richley Bowl vorbei. Diese Bowlingbahn ist so ziemlich der einzige halbwegs seriös aussehende Laden, der um diese Uhrzeit noch geöffnet hat und Karla muss dringend zur Toilette.
Das sind zwar nur noch ein paar hundert Meter bis zu ihr nach Hause, aber Rodney hält trotzdem kurz an, damit seine Freundin austreten kann. Als sie nach ein paar Minuten zurückkommt und sich wieder auf den Beifahrersitz fallen lässt, fährt Rodney noch nicht gleich wieder los. Immerhin sind er und Karla jetzt endlich wieder alleine im Wagen und hier draußen auf dem Parkplatz sind sie ganz und gar ungestört.
Die beiden beginnen sich zu küssen und Karla rutscht auf dem Beifahrersitz immer weiter herunter, bis sie sich an die Beifahrertür lehnt. Ihre Balltasche wird kurzerhand zum Kissenzweck entfremdet. Die beiden vergessen alles um sich herum, bis auf einmal die Beifahrertür aufgerissen wird und Rodney direkt in den Lauf einer Pistole blitt.
Bevor Rodney begreifen kann, was hier gerade passiert, spielt er einen heftigen Schmerz am Kopf immer und immer wieder. Der Kerl, der gerade die Autotür aufgerissen hat, schlägt mehrfach mit seiner Handfeuerwaffe gegen Rodneys Kopf, bis er in sich zusammen Karl auf dem Beifahrersitz schreit: “Der Mann soll aufhören Rodney weh zu tun.
” Sie sagt sogar: “Hör auf ihn zu schlagen, ich gehe schon mit.” Rodney versucht noch seine Freundin festzuhalten und an sich zu ziehen, doch der Mann zährt sie aus seinen Arm. Gerade so bekommt Rodney noch mit, wie der Täter zu Karla sagt: “Du kommst mit mir, Süße, nicht wahr?” Er hört noch, wie Karla schreit: “Rodney, hol mein Dad, hol mein Dad, dann wird alles schwarz.
” Als Rodney einige Minuten später wieder zu sich kommt, ist es bereits 1 Uhr morgens. Im ersten Moment war er sicher, dass der Mann ihn angeschossen haben muß. Er hat den Abzug gehört, gleich dreimal und es Blut überströmt. Doch er registriert, dass er sich aufsetzen, sich drehen und den Parkplatz nach Karla abscannen kann.
Obwohl er kaum richtig gerade ausschauen kann, handelt Rodney wie im Autopilot. Er rast die letzten paar hundert Meter zum Haus von Carlas Familie und stürmt zur Haustür. Die ganze Familie ist noch auf. Kalas Geschwister, die nicht mit auf dem Valentinsball waren, durften sich anlässig des Tages ebenfalls einen schönen Abend machen.
Ihr zölfjähriger Bruder Jim und ihre 18-jährige Schwester Cindy sitzen auf dem Sofa und schauen fair. Mr. und Mes Walker haben Verwandter eingeladen und beugen sich konzentriert über einen Haufen Dominostein. Diese Familien Dille wird je unterbrochen, als um kurz vor 2 auf einmal der Blutverschmierte Rodney gegen die Tür hämmert und immer wieder nach Mr. Walker schreit.
Als er den Walkers erzählt, was passiert ist, geht alles drunter und drüber. Mr. Walker schnappt sich die hauseigene Waffe und fährt mit Vollgas zur Bowlingb. Mus Walker ruft unterdessen die Polizei an. Die Beamten treffen kurz nach Karl Vater in der Bowlingbahn ein. Doch die 17-jährige und ihr Angreifer sind längst verschwunden.
Man findet nur noch Karlas Handtasche, die aus dem Auto gefallen ist, sowie ein Waffenmagazin. Das muss sich wohl gelöst haben, als der Täter damit auf Rodney einschlug. Und weil es herausgefallen ist, hat sich auch kein Schuss gelöst, als der Täter auf ihn gezielt und dreimal abgedrückt hat.
Sonst wäre jetzt wohl nicht mehr am Leben. Als am Morgen die Sonne über Fort Worth aufgeht, ist der Ort schon längst auf den Bein. Die ganze Nacht über sind Polizeiwagen durch die Straßen gefahren, um nach Karla Ausschau zu halten und mehrere Helikopter kreisten über der Stadt. Polizisten mit Ferngläsern stehen auf Hausdächern und suchen fieberhaft nach einem Lebenszeichen der Schülerin.
Es dauert drei Tage, bis man sie findet. Am 20. Februar suchen zwei Polizeibeamte an einem abgelegenen Weg nähe der Benbrook. Dort befindet sich ein kleiner Tunnel zwischen zwei Feldern. Die Tunnel sind meist unbenutzt. Sie sind vorrangig da, um viel von einem Feld auf das nächste zu treiben, ohne die Straße zu blockieren.
Und genau in dieser Unterführung findet man Carla Walk. Ihr blaues Ballkleid, indem sie Rodney nur drei Tage zuvor strahlend entgegengekommen ist, ist zerrissen und Blut verschmiert. Das Blutstand, wie man später feststellen wird, größtenteils von Rodneys Kopfwunde. Ein Fetzen des Kleides ist komplett abgerissen, wurde dafür aber feinsäuberlich auf ihrer Brust ausgebreitet.
Neben ihr liegt der Promise Ring, den Rodney ihr geschenkt hatte. Ihre Unterwäsche liegt zusammengeknüllt am Eingang des Tunnels. Karla hat tiefe Kratzer und Hematzome an Gesicht und Hals und wurde mit schwerer Gewalt gegen den Hals umgebracht. In der Unterführung befinden sich Schleichspuren. Sieht aus, als habe der Täter Kala von einer kleinen Anhöhe runterfallen lassen, sodass sie vor dem Eingang des Tunnels gelandet ist.
Dann könnte der Täter selbst hinterhergesprungen sein und sie bis in die Mitte des Tunnels geschleift haben. Dazu würden zumindest einige der Häatome und Abschirfung an ihrem Körper passen. Bei einer toxikologischen Untersuchung findet man außerdem Morphium im Blut der Toten. Daraus wird später eine Theorie abgeleitet, die sich schnell als Gerücht verselbständigt, nämlich, dass der Täter Karler irgendwo festgehalten und über Stunden, vielleicht auch Tage gequält haben könnte und dass er ihr zwischendurch eben immer wieder kleine
Dosen Morphium verabreicht hat, um seinen grausamen Plan weiterverfolgen zu können. Allerdings gab es in Fort Worth und gerade an Carlas Highchool damals auch eine florierende Drogenkultur. Es waren eben die wilden 70er, die Nachwehen von Woodstock. Es gibt Hinweise, dass damals durchaus auch Morphium im Umlauf war.
Bis heute konnte nie geklärt werden, ob Karler diese Substanz freiwillig genommen hat oder ob es ihr verabreicht wurde. Damals läuft die Spurensicherung natürlich ganz anders ab, als es heute der Fall wäre. 1974 suchen die Ermittler vor allem nach Fingerabdrücken auf dem Körper oder der Kleidung der Zoten. Doch leider kann man keine feststellen.
Man kann zwar noch Spuren von Körperflüssigkeiten erkennen, aber das DNA Testungsverfahren, wie wir es heute gewohnt sind, liegt damals noch in weiter Fern. Das annähernd modernste, was die Ermittler in diesem Fall tun können, ist es, eine 24 Stunden erreichbare Telefonhotline freizuschalten, die ausschließlich für den Fall Carla Walker gedacht ist.
Und die Beamten, die für diese Hotband zuständig sind, dürfen sich in den kommenden Wochen den einen oder anderen abenteuichen Tipp anhören. Rodney, der als einziger Zeuge beinah sofort KO gegangen ist, kann den Täter nur sehr schämenhaft beschreiben. Er sei ein weißer Mann gewesen, eher groß und einen bräunlichen Cowboyhut habe er getragen.
Rodney wird sogar hypnotisiert in der Hoffnung, dass in diesem Zustand mehr aus ihm herauszubekommen ist. Aber leider hat er in diesem traumatischen Moment einfach nicht mehr wahrnehmen können. Als er aus der Hypnose rausgeholt wird, bricht der Wein zusammen. Und das ist auch kein Wunder. Damals ist der Ausdruck weniger verbreitet als heute, aber das womit Rodney zu kämpfen hat, wäre wohl ein Paradebeispiel für Survivor Skills.
Die Überlebensschuld betrifft vor allem Menschen, die ein schreckliches Ereignis mit und überlebt haben, während andere umgekommen sind. Das können z.B. Hausbrände, Naturkatastrophen oder Unfälle sein oder natürlich Entführungs und Mordfälle wie der von Carla Walker. Zumal Rodney ja noch gehört hat, wie Karla zu dem Täter gesagt hat: “Hör auf ihn zu schlagen, ich komme schon mit.
” Kla ist also mit dem Täter mitgegangen in der Hoffnung, dass Rodney dann nicht noch schwerer verletzt oder gar erschossen wird. Die traditionelle Tatortarbeit bleibt unterdessen nur eine einzige Spur, das Magazin. Es gehört zu einer Ruga Handfeuerwaffe, einem damals recht modernen Modell.
Für die Ermittler ist das eine große Chance. Wenn die Waffe noch nicht lange auf dem Markt ist, gibt es auch weniger Besitzer. Ergo, weniger Verdächtige. Also lässt man sich von der Bundesbehörde eine Liste aller Bürger aus Fort Worth geben, die so eine Waffe gekauft haben. Ein gutes Dutzend Leute stehen darauf.
Alle werden einzeln von der Polizei befragt. Und bei einer dieser Person stoßen die Mittler auf eine spannende Spur. Ein LKW-Fahrer aus Ford Worth erzählt, ihm sei seine brandneue Ruga vor etwa sechs Wochen gestohlen worden. Er hatte sie bei einem Angelausflug in seinem Truck liegen lassen und als er vom See zurückkam, war sie weg.
Diese Aussage wiederholt der Mann auch auf dem Polizeirevier noch einmal und besteht einen entsprechenden Lügendetektortest. Die Ermittler halten es für wahrscheinlich, dass der Dieb der Waffe der Täter ist. Ernüchternd ist allerdings, dass niemand den Waffendiebstahl beobachtet hat. und darum keiner weiß, wer die Waffe an sich genommen hat.
Die Spur entpuppt sich also Sackgasse, aber es wird noch viele hoffnungsvolle andere Spuren geben, aber auch hoffnungslose. Rodney McCoy muss nicht nur die Ermordung seiner Freundin verarbeiten, sondern auch, dass er selbst als möglicher Täter in den Fokus rückt, denn die Geschichte, die er erzählt, klingt mindestens einmalig, vielleicht sogar unglaublich.
Wie oft hört man schon, dass jemand direkt aus den Armen seines Freundes gekidnappt wird. Noch dazu war die Bowlingbahn in der Tat nach nicht nur offen, sondern auch recht gut besucht, weil dort ein Turnier stattgefunden hat. Andererseits gibt es zwei Parkplätze. Der größere befindet sich hinter der Bowlingbahn. Rodney und Karla haben aber auf dem kleineren direkt davor geparkt und dieser kleinere Parkplatz wiederum ist ein gutes Stück von der angrenzenden Hauptstraße entfernt.
Etwas geschützt wäre man da als Entführer schon. Trotzdem erscheint die Wahl des Tatorts Bizar. Die Ermittler befragen Rodney immer und immer wieder. Er ist schließlich der einzige Zeuge. Aber irgendwann geben sie auf, denn sie sind sicher, vor ihnen sitzt ein weiteres Opfer in diesem Fall und nicht der Zäter. Auch Carlos Familie setzt sich für Rodney ein und kümmert sich nach dem traumatischen Erlebnis um ihn.
Er ist nach wie vor im Haus der Walkers willkommen. Nach der Beerdigung übernachtet er sogar dort im Zimmer seiner ermordeten Freundin. Die Polizei ermittelt stattdessen gegen andere Verdächtige. Gegen viele gibt es nur einen Anfangsverdacht, etwa weil besorgte Bürger von Ford Worth die Hotline angerufen und ihren Misstrauen gegenüber Nachbarn, Bekannten oder sonstigen Leuten Luft gemacht haben.
Trotzdem geht die Polizei jeden einzelnen Tipp durch, egal wie Waage er auch sein mag. Etwas konkreter wird es etwa bei einem Straftäter namens Tommy Ray Neeland. Er kommt aus Fort Worth. Er wird wegen der Entführung und des versuchten Missbrauchs einer Minderjährigen verhaftet. Gesteht danach aber darüber hinaus auch noch zwei Morde begangen zu haben.
Als erfahrener Täter ist er für die Polizei auch in der Sache Carla Walker interessant. Niand wird sogar zu einer Gegenüberstellung eingeladen, bei der Rodney McCoy die Stimmen verschiedener Männer einen bestimmten Satz sagen hört. Rodneys Aufgabe ist es dann zu bestimmen, ob unter ihnen der Zäter sein könnte und der sucht tatsächlich Tommy Ray Neland aus.
Die Spur scheint also vielversprechend. Allerdings stellt sich bei weiteren Ermittlungen heraus, dass Tommy Niland für die Nacht vom 16. auf den 17. Februar ein Alibi hat. Und es kommt zur weiteren Ernüchterung. 1977 gibt es im Fall Carla Walker nämlich sogar eine Festnahme 3 Jahre nach der Tat.
Ein Mann namens Jimmy Cesser gesteht das Verbrechen an Kla. Allerdings weiß die Polizei nicht so recht, was man mit diesem Geständnis anfangen soll. Sesser wirkt mental extrem instabil. Er widerspricht in seinen Aussagen sogar Informationen, die in den Fallakten als gesichert gelten. Die Situation ist so ungewiss, dass der Haftbefehl gegen ihn wieder aufgehoben wird.
Die Polizei geht davon aus, dass er das Verbrechen an Karl aus einem einfachen wie absurden Grund gestanden hat. Er war 1977 eigentlich in einem Gefängnis in Tennessee inhaftiert. Durch seine Festnahme wegen des Mordes an Carla Walker wurde er aber in seine Alter Heimat Texas überführt. Und wahrscheinlich war genau das der Grund für das falsche Geständnis.
Er wollte einfach nach Texas zurück. Der Plan ist zwar aufgegangen, der Lösung des Falles Carla Walker ist man aber kein Stück näher gekommen, wobei es auch so kaum Spuren gegeben hat, den die Polizei hätte nachgehen können. Und so kommt es, dass der Fall zu einem Coldase wird. Carlas Bruder Jim war erst 12 Jahre alt, als seine große Schwester verschwunden ist.
Trotzdem hat er später sein gesamtes Leben darauf ausgerichtet, den Mörder zu finden. Als Jugendlicher hat er angefangen, Boxunterricht zu nehmen, als er eines Tages den Mörder seiner Schwester über den Weg laufen und sich endlich rächen könnte. Am College hat er Psychologiekurse belegt und Fachliteratur über Serienmörder studiert in der Hoffnung, er könnte dem Täter so auf die Schliche kommen.
Und danach hat er sich bei der Polizei in Fort Worth beworben, um Selbstkommissar zu werden und den Mord an seiner Schwester Karla endlich selbst lösen zu können. Doch aufgrund einer Augenerkrankung musste Jim seine Polizeiausbildung abbrechen. Letztlich ist er dann Security Guard geworden. Die Suche nach Karla hat er aber nie aufgegeben.
Am Jahrestag von Carlos Ermordung besuchte er immer wieder den Parkplatz der Bowlingbahn in der Hoffnung, dass der Täter zurückkehren und sich dort verdächtig verhalten würde. Selbst zu dem Ort, an dem seine Schwester letztlich aufgefunden wurde, kehrte er immer wieder zurück. Falls Klach gelebt hat, als der Täter sie dortebracht hat, wäre dieser Tunnel das letzte gewesen, was sie gesehen, gerochen und wahrgenommen hat.
Jim versucht das Verbrechen zu verarbeiten, indem er sich ganz nah heranbibt. Jahrzehnte lang ruft er außerdem immer und immer wieder bei der Polizei von Fort Worth an, um sich zu erkundigen, ob es endlich eine neue Spur gibt. Und Jahrzehnt für Jahrzehnt bekommt er die gleiche Antwort, leider nein. Auch Karlos Schwester Cindy leidet ihr Leben lang unter dem ungeklärten Mord an ihrer jüngeren Schwester.
Cindy wird Selbstmutter, irgendwann sogar Großmutter von vier Kindern. Um jedes einzelne der Kinder in ihrem Leben hat sie schreckliche Angst. Angst, dass ihn genauso etwas zustößt wie ihrer Schwester. Carlas damaliger Freund Rodney ist nach seinem Schulabschluss sofort nach Alaska gezogen und hat dort auf einer Bohrinsel gearbeitet, einzig und allein um so weit weg wie möglich zu sein.
Er hat zwar inzwischen selbst eine Familie gegründet, aber auch er hat nie ganz vergessen oder verarbeiten können, was ihm und Klaals zugestoßen ist. Auch Jahrzehnte später hat er noch Trän in den Augen, wenn er von seiner ermordeten Highschool Liebe spricht. Ende der 80er stirbt Mr. Walker an einem Herzinfarkt.
Zuvor hat er jeden einzelnen Bericht über Carlas Ermordung aufbewahrt, selbst Aussagen und Beweise gesammelt und alles in einer großen Box aufbewahrt, die er immer sicher verstaut hatte. Nach seinem Tod nimmt sein Sohn Jim die Box mit zu sich und führt sein Erbe fort. Nachdem 2015 auch Mes Walker starb, ist Jim in sein Elternhaus zurückgezogen.
Eine bewusste Entscheidung. Er wollte dort sein, falls der Täter eines Tages von einem schlechten Gewissen geplagt mit einem Familienmitglied von Carla Walker sprechen wollte. Erst 2017 kommt er bei einem seiner Routineanrufe auf dem Polizeirevier wenigstens ein bisschen weiter. Er bekommt eine neue Kommissarin an den Apparat.
Sie ist ab jetzt für die Coldcase Unit von Ford Worth zuständig. Als einzige Mitarbeiterin ihrer Einheit ist sie nun theoretisch für weit über 1000 ungelöste Verbrechen in der Stadt verantwortlich. Von Falcla Walker hat sie vorher noch nie etwas gehört, aber als sie ihm zuhört, macht sie sich auf den Weg ins Polizeiarchiv und sucht das alte Material wieder heraus.
Sie beginnt die Fallakte noch einmal zu studieren von vorn bis hinten. Der Fall von Carla und Jims Hartnckigkeit berühren sie sehr. Sie würde das Verbrechen liebend gern aufklären, aber steht dabei vor großen Hürden des US-amerikanischen Polizeisystems. Man könnte Carl Kleid inzwischen theoretisch auf DNA Spuren testen.
Damals ging das noch nicht. Heute könnte das den Fall innerhalb von Tagen lösen. Doch trotzdem hat man sich der Sache nie angenommen, denn die Polizeibüros in den USA arbeiten mit einem engen Budget, das hauptsächlich für die aktiven aktuelleren Fälle drauf geht. Und auch wenn es in keiner Welt so sein sollte, die 18 000$, die für eine DNA Untersuchung zu einem Mord aus den 70ern nötig waren, wollte oder konnte das Police Department in Fort Worth nicht aufbringen.
Doch irgendwann kann das Geld doch aufgetrieben werden. Der Beginn dessen war ein glücklicher Zufall und ein True Crime Podcast. Ebenfalls 2017 fängt ein Mann aus Ford Worth namens Vincent Strange an, zunächst hobbymäßig seinen eigenen Podcast zu produzieren. Er interessiert sich für True Crime und es gibt einige Fälle aus seiner Heimat Texas, zu denen seine eigenen Lieblingssows noch keine Folgen produziert haben.
Also setzt sich Strange selbst dran und als erstes nimmt er sich gleich den Fall Carla Walker vor. Gemeinsam mit seiner Frau Erica recherchiert er den Codecase und kann sogar mit einigen damaligen Freunden und den Geschwistern der Ermordeten sprechen. Der Podcast wird zunächst noch kein Riesenhitz, aber das muss er auch gar nicht, denn er erreicht trotzdem die richtigen Leute.
Unter anderem nämlich die Ann Kai Kendle, eine ehemalige Mitschülerin von Carla Walker. Die N hat die Ermordisse gar nicht richtig gekannt, hat aber das Lächeln, das Karla auf den Schulfluren für jeden auch für sie übrig hatte, nie vergessen. Darum hat der Mordfall sie nie losgelassen und sie hat immer mal im Netz geschaut, ob es etwas Neues gibt.

Der Podcast von Vincent Strange hat sie nicht nur berührt, sondern sie auch inspiriert, nun selbst etwas tun zu wollen. Also hat sie auf Basis der Podcastreche von Strange einen Flyer erstellt, auf dem sie den Fallkurz beschreibt und davon 80 Kopien angefertigt. Mit denen im Koffer hat sie sich auf den Weg nach Nashville gemacht, zur Crimecon.
Wie der Name schon verrätt, ist das eine große True Crime Convention in den USA. Es gibt Live Podcasts, Panels mit Ermittlern und Familien von Opfern, Vorträge zu Forensik und Psychologie und so weiter und so fort. Dort laufen also viele Leute herum, die sich in dieser sehr nischigen Medienszene bewegen, darunter auch Produzenten von Podcast, TVS und Cold Case Ermittler.
Die N versucht dort ihre Flyer unter die Leute zu bringen und er fällt genau der richtigen Person in die Hände, nämlich dem Cold Case Spezialisten Paul Holz. Er ist damals ein bekanntes Gesicht in den Medien, nachdem er jüngst dabei geholfen hatte, den berüchtigten Golden State Killer zu fassen. Im Zuge dessen hat er eine eigene Trueim Sendung beim Sender MBC bekommen.
Er nimmt den Flyer mit den Infos zum Fall Carler Walker mit in die Redaktion und sein Team entscheidet sich dem ungelösten Mord eine ganze Folge der Show zu widmen. Mehr noch, die Produktionsfirma erklärt sich bereit, die Kosten für die DNA Testung von Carlas Kleidung zu übernehmen. Die Sache scheint eine Win-Win Situation zu sein. Das Police Department bekommt endlich das Geld, um die DNA Untersuchung durchführen zu lassen und Paul Holsoft quasi live on air seinen nächsten Coldase zu knallen.
Tatsächlich kann man im Labor noch eine winzige DNA Spur auf Carlas BHT Träger finden. Sie reicht gerade so um ein komplettes DNA Profil zu erstellen. Doch leider endet das wieder mit einer Enttäuschung, denn Holz und seine Kollegen finden einfach keinen Treffer. Weder in der US Straftäterdatenbank, noch als sie es mit einer genealogischen Untersuchung probieren.
Die Sendung wird trotzdem ausgestrahlt und auch wenn ich mich mit dieser Formulierung wiederhole, sie erreicht wieder die richtigen Leute und zwar die CO eines DNA Forensic Labors aus Texas. Sie kennen Paul Holz gut und glauben, dass sie ihrem alten Kollegen weiterhelfen können. Das Labor gibt an, mit einem technologisch genaueren Verfahren zu arbeiten als andere Kollegen.
Man ist dort zuversichtlich, aus dem DNA Profil und Genealogedatenbanken einen Stammbaum des Täters zusammenbauen zu können. Es wäre wortwörtlich die allerletzte Chance, die die Ermittler noch haben, denn ein Großteil der verfügbaren DNA Spur ging für die Testung innerhalb der TV-Sendung draus. Es gibt nur noch eine einzige winzige verwertbare Spur.
Wenn die auch getestet wird und die Probe ohne Match zurückkommt, war es das für immer. Doch die Codecase Ermittlerin und ihr inzwischen hinzugestoßener einziger Kollege entscheiden sich das Risiko einzugehen. Die geben das DNA Profil für die Labortestung frei und werden belohnt. Im Juli 2020 kann das Forensiclabor die Genomsequenz der DNA identifizieren und einer bestimmten Familie zuordnen und zwar der Familie McCurley.
Und sobald die Laboranten am Telefon gegenüber den Ermittlern diesen Namen fallen lassen, wissen die Beamten, dass sie den Fall gelöst haben. Denn der Name McCurly steht schon beinah von Beginn an den Akten. Und am 21. September 2020 folgt endlich der Zugriff, auf den die Familie von Carla Walker 46 Jahre, 5 Monate und 2 Tage lang gewartet hat.
Der Nachmittag ist gerade angebrochen, als es an diesem Tag im Marx Place in Fort Worth bei Glenn McCury an der Haustür klingelt. Mr. McCurley ist stolze 77 Jahre alt. Mit seinen 1,90 m und seinem breiten Kreuz muss er mal ein Kerl von beachtlicher Schatur gewesen sein. Aber aufgrund einiger gesundheitlicher Schläge und seines Alters wirkt er heute eher gebrechlich.
Es dauerte einen Moment, bis er zur Tür geschlürft ist und öffnen kann. Mr. McCurley steht nun einem Beamten der Eliteeinheit Delta Team der US Marshalls gegenüber und im nächsten Moment werden ihm schon Handschellen angelegt. Zum Zeitpunkt von Carla Walkers Ermordung war Glenn McCurley 31 Jahre alt und hat als LKW-Fahrer gearbeitet.
Damals hatte er schon ein kleines Vorstrafenregister. Als Jugendliche hat er gleich zwei Autos geklaut und sich eine richtige Verfolgungsjagd mit der Polizei geliefert, inklusive einem Durchschuss eines Autoreifens durch die Polizei und einem versuchten Fluchtversuch zu Fuß. Wegen der Sache wurde er zu zwei Jahren im Gefängnis verurteilt, kam aber auf Bewährung im Alter von 19 Jahren im Frühjahr 1961 wieder raus.
Danach wurde sein Leben ziemlich unspektakulär, zumindest auf dem Papier. 1963 heiratete er seine Ehefrau Judy und den Jahren danach kamen zwei Söhne des Paares zur Welt. 1972 zog die Familie in eine ruhige Wohngegend in Fort Worth. Alle vier gingen regelmäßig gemeinsam in die Kirche. L McCurley wurde LKW-Fahrer und engagierte sich nebenbei freiwillig in seiner Baptistengemeinde und half Nachbarn bei Reparatur.
Einer der Söhne starb im Alter von 24 Jahren beim Autounfall. Danach zog sich McCurely wohl etwas mehr zurück und wechselte seinen Job von Trucker zum Zeitzeithandwerker. Die Ermittler haben ihn schon seit dem Monat nach Carlas Ermordung als Person von Interesse in den Akten stehen gehabt. Grund dafür war das Magazin, dass der Zäter in der Bowlingbahn verloren hat, als er Rodney seine Waffe über den Kopf gezogen hat.
Glen McCurley war die Person, die der Polizei erzählt hatte, seine Waffe sei gestohlen worden. Das war offensichtlich eine Lüge. Eine Lüge, die damals beim Test am Lügendetektor nicht aufgefallen ist. Dieser Fall ist wohl ein Paradebeispiel dafür, weshalb diese Technik in vielen Ländern nicht mehr zum Ermittlungsstandard gehört.
Denn Glenn McCurley hat den Test damals bestanden, wurde ganz automatisch als Verdächtiger ausgeschlossen und danach hatte er erst einmal jahrzehntelange Ruhe bis zum Sommer 2020. Vor dem Zugriff durch die Marschit sind sogar erstmal die beiden Cold Caser mitler zu Glen McCurley und seiner Ehefrau gegangen, um die beiden zu befragen.
Dabei haben sie McCurly auch um eine DNA Probe gebeten, um ihn endgültig als Verdächtigen eliminieren zu können, wie die Ermittler behauptet haben. In Wahrheit ging es natürlich um das genaue Gegenteil. Der Treffer in der Genealogedatenbank war ein starkes Indiz für seine Schuld. Für einen Haftbefehl brauchte man aber einen Beweis, am besten eine DNA, die definitiv direkt von McCurly kommt.
Deshalb wurde von dem Besuch bei ihm und seiner Frau heimlich eine Tonaufnahme gemacht. Auf ist zu hören, wie McCurley erst einmal zögert, als man ihm um eine DNAP Probe für einen Ausschlussverfahren bittet. Er sagt, er habe doch damals schon eine Probe abgegeben. Seine Ehefrau schaltet sich daraufhin ein und sagt, dass das doch gar nicht sein könnte.
In den 70ern gab es schließlich noch keine DNA Testverfahren. Also ließ sich Jean McCurley bereitschlagen, eine Probe abzugeben. Seine Ehefrau saß dabei und hat zu den Polizisten gesagt: “Ich hoffe, sie kriegen heraus, wer Kla umgebracht hat. Dieses Mädchen sollte als jemand in Erinnerung behalten werden, der wirklich wichtig war.
Davon, dass sie ja zehntel lang neben demjenigen geschlafen hat, der Karla umgebracht hat, hat Mes McCurley offenbar nichts geahnt. Auch nicht, als die Beamten bei ihrem Besuch gefragt haben, was Mr. McCurley denn am Wochenende des Mordes gemacht hätte. Glenn versucht an dieser Stelle zu behaupten, er hätte durch seine Frau ein Alibi.
Die funkte allerdings gleich wieder dazwischen. Damit ist klar, Jean McCurley hat kein Ali und die DNA Probe, die er den Ermittlern schließlich mehr oder minder freiwillig gegeben hat, stimmt mit dem DNA Profil des Täters überei. Die Sache ist also gelaufen und am 20. September wird der inzwischen 77-jährige Mr. McCurley auf das Polizeirevier von Ford Worth gebracht.
Obwohl auch ihm eigentlich klar sein müsste, dass er aus der Nummer nicht mehr rauskommen kann, streitet er seine Schuld ab. Er behauptet Kla nicht zu kennen, als ihm ein Foto von ihr vorgelegt wird. Als die Ermittler noch mal nachbohren, schaut er sich das Foto sogar noch einmal ganz genau an, behart aber darauf, ich habe sie noch nie gesehen.
Würde sie neben mir stehen, könnte ich sie nicht unterbringen. Es dauert mehr als eine Stunde, bis Glen McCurly endlich nachgibt. Er sagt, er könne einfach nicht ins Gefängnis, dann könne er sich nicht mehr um seine Frau kümmern, die ihn brauchen würde. Trotzdem packt er aus, allerdings wohl nicht mit der ganzen Wahrheit.
Er schildert die Geschehnisse des 16. Februar 1974 wie folgt. Glenn McCurley habe den ganzen Nachmittag damit verbracht, Bier und Whisky zu trinken. Später sei er betrunken mit seinem Auto herumgefahren und habe an ein paar Parkplätzen abgehangen. Irgendwann sei er dann auf dem Parkplatz der Bowlingbahn gelandet.
Dort habe er auf einmal ein Mädchen schreien gehört. Er sei ausgestiegen und habe gesehen, wie ein Kerl ein Mädchen im Auto gegen die Tür gedrückt und an ihr herumgezehrt habe gegen ihren Willen. Also habe er kurzerhand die Beifahrertür aufgerissen, den Kerl ausgeschaltet und Karle aus dem Wagen gezogen.
Die beiden seinen in sein Auto gestiegen und weggefahren, um von Rodney wegzukommen und hätten auf einem anderen Parkplatz halt gemacht. Dort habe Karle begonnen, sich an ihn zu schmiegen und ihm überschwänglich zu danken. Die beiden hätten miteinander geschlafen und danach hätte McCurle die 17-jährige aus seinem Auto aussteigen lassen.
Das ist eine ziemlich dreiste Lüge. Das ist für die Ermittler nicht nur offensichtlich, sie können es auch beweisen. Karla hatte nicht einmal mit Rodney geschlafen. Sie wollte warten, bis die beiden heiraten würden. Die ganze Story, die McClin auf dem Polizeirevier ausbreitet, ergibt von vorne und hinten keinen Sinn.
Trotzdem bestreitet McCurley sich Karla aufgezwungen zu haben, raspelt sich aber insofern als dass er zugibt, sie nach dem Akt doch gewirkt zu haben. Aus Angst, sie würde ihn verraten, wie ihm rausrutscht. Und das alles reicht alle mal für einen Haftbefehl und eine anschließende Anklage. Vor Gericht pläiert McCurley auf nichts schuldig.
Seine Anwälte werfen dem Forensiklabor vor, unsauber gearbeitet zu haben, und die Ermittler hätten den 77-jährigen McCurley außerdem in die Irre geführt, bis er ein falsches Geständnis abgelegt habe. Weithin weisen sie auf seine Krebserkrankung hin und darauf, dass dieser gebrechliche alte ganz normale Rentner für niemanden eine Gefahr darstellen würde.
Als im Juni 2021 das Gerichtsverfahren gegen Jean McCurley eröffnet wird, wird er in einem Rollstuhl in den Saal geschoben. Damit hat die Verzeihung wahrscheinlich nicht gerechnet, aber die Ermittler können beweisen, dass McCurley damals gelogen hat, denn seine angeblich gestohlene Handfeuerwaffe konnte nämlich bei einer Hausdurchsuchung gefunden werden, sicher verstaut in einem Geheimfach über einer Tür.
Auch der Angeklagte sieht nun einen, dass er aufgeflogen ist. Nach drei Verhandlungstagen entscheidet er sich, sich doch des Mordes an Carla Walker schuldig zu bekennen. Keine neuen Ausreden und Lügen, aber auch keine Erklärung, kein Motiv, keine Antwort auf die Frage, die Familie und dermittler fast 5 Jahrzehnte begleitet hat. Nur ein einzelnes leises Schuldig.
Die Familie von Carla und auch Rodney McCoy sind mehr als dankbar, nach mehr als vier Jahrzehnten endlich Gewissheit zu haben. Und auch die Ermittler sind froh, den gebrechlichen Jean McCurlin nun hinter Gittern zu wissen, denn die Ermittler befürchten, dass Carler Walker nicht sein erstes Opfer gewesen ist oder sein letztes.
Glenn McCurley ist wahrscheinlich ein Serienmörder. Glen McCurly gilt als Person von Interesse in mindestens drei weiteren ungelösten Mordfällen aus den 70ern und 80er Jahren. Schon kurz nach Karlas Ermordung haben die Ermittler die Theorie untersucht, ihr Täter könnte nicht das erste Mal zugeschlagen haben, denn beinah genau ein Jahr vor Karlas Ermordung wurde Ford Worth schon von einem anderen furchtbaren Verbrechen heimgesucht.
Im Februar 1973 wurde dort die junge Collegeestudentin Becky Martin umgebracht. Sie kam nach einem Abendseminar im College nicht nach Hause und wurde 7 Wochen später tot aufgefunden. Genau wie Carla Walker wurde auch Becky Martin in einem Tunnel abgelegt. Die Todesursache ließ sich aber aufgrund des Verwesungsgrades damals nicht mehr feststellen.
Dennoch gibt es genügend Parallelen, damit den Ermittlern sofort eine mögliche Verbindung in den Sinn kommt. Zum einen ist da der Ablageort im Tunnel. Erst aufgrund des Becky Martinfalls waren die Ermittler bei der Suche nach Kla überhaupt erst auf die Idee gekommen, gezielt Abwassertunnel und Unterführung zu durchsuchen.
Und genau wie Kla war Becky blond, recht klein und zierlich. Das alles passt schon gut in ein gewisses Raster. Und dann sind da noch viele weitere ungelöste Fälle in Fort Worth. Fast genau 3 Jahre nach Carla Walker wurde im Februar 77 die 25-Jährige June Watt ermordet. Sie lag im Süden der Stadt am Rand einer Straße und wurde mit ihrem BH-Träger erwirkt.
Zuvor muß ihr jemand mit einem scharfkantigen schweren Gegenstand gegen den Kopf geschlagen haben. Wieder drei Jahre später wurde die 19-jährige Denise HF ermordet aufgefunden und weit einer Brücke über einer kleinen Schlucht. Noch mal 3 Jahre später 1983 wurde eine junge Frau namens Christie Towers mit einem Elektodraht erdrosselt und in einem Feld in Fort Worth abgelegt.
Einige Tage später wurde ihre Handtasche gefunden und zwar in einem Müllcontainer hinter einer Bar namens Cheers. Diese Bar liegt genau an der Straße, auf der Carla und Rodney in der Mordnacht unterwegs waren und ist nur eine halbe Meile vom Parkplatz der Bowlingbahn entfernt. In den 80ern wurden in Fort Worth außerdem noch mindestens sieben weitere junge Frauen erwirkt oder stranguliert und keine von ihnen war älter als 30 Jahre.
Sie alle wurden entweder in Feldern oder unter Brücken kleinerer Schluchten aufgefunden oder in ihrem eigenen Zuhause. Teilweise verschwanden sie aus ihren eigenen vier Wänden, in einem Fall sogar aus dem gemeinsamen Bett mit dem Partner, der totgeschlagen wurde. Keiner der Täter konnte je gefunden werden und so fragt sich die Polizei, ob hier vielleicht ein Serienäter am Werk war.
Nach 1986 reißt die mutmaßliche Serie allerdings ab. Die Frage ist natürlich, weshalb der Täter ausgerechnet hier aufgehört haben sollte. Nahiegend wäre ein Umzug oder ein einschneidendes Erlebnis. In der Biografie von Glen McCurley ist das durchaus zu finden. Ausgerechnet 1988 war das Jahr, in dem einer seiner beiden Söhne beim Autounfall starb.
Danach soll er sicher zurückgezogen und auch seinen Job gewechselt haben. Zuvor war McCurley jahrelang als LKWfahrer zwischen Texas und Kalifornien unterwegs. Die Polizei vermutet, dass es auch entlang dieser Strecke weitere bisher unentdeckte Opfer von McCurely geben könnte. Zweifelsfrei aufklären konnte man das bis heute jedoch nie.
Zuletzt hatten sowohl McCurlys Ehefrau als auch sein überlebender Sohn den Kontakt zu dem verurteilten Mörder abgebrochen. Sie mussten selbst erst einmal damit fertig werden, dass sie jahrzehntelang von dem Mann, den sie über alles geliebt haben, so grausam hintergangen wurde. In einem letzten Interview hinter Gittern hat McCurley noch mal behauptet, doch nie jemanden umgebracht zu haben.
Kein einziges Mal in seinem Leben habe er einer Frau auch nur ein Haar gekrümmt, behauptet er. Stattdessen packte er die alte Lüge aus dem Polizeiför wieder aus, dass er Kle ja eigentlich vor einem Übergriff gerettet und sie in Sicherheit gebracht habe. Allerdings ändert er seine Version an entscheidender Stelle maßgeblich.
Nun will er Kla gar nicht mehr angefasst haben, sondern ihr dabei geholfen haben, die Spuren des angeblichen Übergriffs durch ihren Freund abzuwaschen. Danach hätte er sie zur Bowlingbahn zurückgebracht, wo sie von einigen Freundinnen empfang genommen worden sei. Außerdem haben sie doch gar kein blaues Ballkleid getragen.
Das sei eine der vielen Lügen von der Polizei gewesen. Das Mädchen habe Jeans getragen und ein Braun Pulli und weiße Schuhe. Als der Interview das hört, fragt er sich, ob McCurley sich in diesem Moment vielleicht eigentlich an ein anderes Verbrechen erinnert und etwas in seinem Kopf durcheinander bekommt. Und diesen Gedanken hatten die Ermittler auch schon, als sie erstmals versucht haben, ihn zu einem Geständnis im Fall Carla Walker zu bewegen.
Da gab es einen ganz ähnlichen Moment, indem Glenn McCurley auf einmal anfing von einem anscheinend ganz anderen Verbrechen zu erzählen. Ob sich McCury bei diesen Gelegenheiten wirklich versprochen und versehentlich details von weiteren mutmaßlichen Morden Preis gegeben hat, werden wir wohl nie erfahren, denn im Herbst 2023 stirbt Glenn McCurly im Alter von 80 Jahren im Gefängnis.
Nach seiner Verurteilung hat er wegen des Mordes an Carla Walker also noch etwas mehr als zwei Jahre abgesessen. Zwei Wochen später hätte er noch einmal wegen weiterer Cold Cases befragt werden sollen. Carlas Geschwister Jim und Cindy setzen sich auch heute noch für eine flächendeckendere Finanzierung von DNA Testverfahren ein, um weitere Codecases wie den ihrer Schwester lösen zu können.
Dafür stehen sie auch noch immer mit den Ermittler und Vorstellenden Kontakt, die letztlich Carlas Fall knacken konnten. Auch zu Carlas damaligen Freund Rodney haben sie noch ein freundschaftliches Verhältnis. Für alle Beteiligten war der Abschluss des Falls enorm wichtig, um heilen zu können.
Es ist wirklich verrückt, wie eine Verkettung von medialen Zufällen am Ende dazu geführt hat, dass die DNA noch geprüft und der Fall so nach 46 Jahren gelöst werden konnte. Andererseits war es auch schockierend zu hören, dass man die Sachen von Kla zuvor nie getestet hatte, weil dafür einfach kein Budget da war.
Natürlich kostet das alles Geld, aber das ausgerechnet in dem vermeintlich reißen Land der Welt so etwas dazu führt, dass ein Mörder beinah davon gekommen wäre, ist einfach erschreckend. Und irgendwie ist er ja sogar davon gekommen. Immerhin hat er nur zwei Jahre seines Lebens für den Mord an Carla Walker im Gefängnis verbracht.
Da fragt man sich fast unweigerlich, wie viele weitere Fälle man innerhalb von Tagen oder Wochen doch noch lösen könnte, wenn das Geld nun endlich an den richtigen Stellen landen würde. Was sind eure Gedanken zu dem Fall? Mich würde vor allem interessieren, ob auch ihr vielleicht am Anfang dachtet, dass die ganze Entführung viel zu abgefahren klingt, um wirklich so passiert zu sein.
Nicht ganz unähnlich war es ja beim Fall Denise Huskins. Die Mittler fanden ihren Fall so verblüffend, dass ihren Partner und damit eigentlich nur ein weiteres Opfer eines kriminellen verdächtigt haben. Auch dazu findet ihr auf diesem Kanal ein Video, dass ich euch hier mal verlinke. Ich freue mich auf eure Kommentare.
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Ich wünsche einen guten Morgen, Mittag oder Abend oder je nachdem wann ihr das Video seht und hoffe, dass wir uns im nächsten Video wiedersehen. Bis dahin, ciao Leute.