MORD AN DER HAUSTÜR …SCHOTTLANDS GRÖSSTES RÄTSEL …Wer tötete Alistair Wilson ??? T
MORD AN DER HAUSTÜR …SCHOTTLANDS GRÖSSTES RÄTSEL …Wer tötete Alistair Wilson ???

Hallo meine Lieben und willkommen zu diesem neuen Video. Ja, heute geht’s hier auf meinem Kanal schon wieder weiter mit True Crime und damit auch mit einem neuen Fall, den ich mir ausgesucht habe und über den ich euch gerne berichten möchte. Der 28. November 2004 ist ein kühler, klarer Tag in der kleinen schottischen Küstenstadt NN.
Ein Tag, den der drei Jahre alte Alister Wilson gemeinsam mit seiner Familie, seiner Frau und seinen beiden kleinen Söhnen verbringt. Und nichts deutet darauf hin, dass dieser Sonntag anders verlaufen könnte als alle anderen zuvor, bis es dann plötzlich gegen 19 Uhr am Abend an der Tür klingelt und nur Sekunden später ändert sich das Leben der Familie Wilson für immer.
Wer war der unbekannte Besucher, der am Abend dieses 28. November an Alister Wilsons Tür geklopft und ihm einen Umschlag übergeben hat? Und was steckt hinter dem großen Rätsel, das danach begann? und das zu einem der mysteriösesten Kapitel in der schottischen Kriminalgeschichte wurde. An der Nordküste Schottlands, etwa 25 km östlich von Inverness, also dem kulturellen und wirtschaftlichen Zentrum der Highlands entfernt, liegt die kleine Küstenstadt NN.
Mit ihren knapp 9000 Einwohnern ist die Stadt ein ruhiger und idyllischer Ort, der vor allem für seine langen Sandstrände, seine Dünenlandschaften mit heimischer Vegetation und dem wunderschönen viktorianischen Stadtbild mit den dazu passenden Häusern bekannt ist. In genauso einem Haus wohnt im Jahr 2004 auch der 30 Jahre alte Alister Wilson mit seiner Familie, seiner Ehefrau Veronica und seinen beiden Kindern, dem vierjährigen Andrew und dem erst zwe Jahre alten Graham.
Erst vor etwas über zwei Jahren sind die Wilsons in ihr großzügiges Haus an der Crease and Road im östlichen Teil von Ningezogen und man fühlt sich dort sehr wohl. Und das ist auch kein Wunder, denn das typisch victorianische Greaystone Haus mit seiner massiven Steinfassade bietet nicht nur viel Platz, sondern es liegt auch geradezu perfekt in einer äußerst beschaulichen Wohnsiedlung.
Einerseits nämlich direkt an der Küstenlinie und damit eher ruhig nah am Strand und umgeben von kleinen Pensionen und PUs. Direkt gegenüber z.B. befindet sich das kleine familieneführte Heylock Hotel mit seinem typischen Pappambiente und Blick auf die Bucht. Andererseits ist das Haus der Wilsons aber auch nicht allzu weit vom Stadtzentrum entfernt.
Hier lässt es sich also gut und vor allen Dingen auch sicher leben. Die Kriminalitätsrate ist sehr niedrig. Gewalt verbrechen extrem selten und ohnehin gilt die Stadt NERN und das Umland dieser Highlandregion als eine der sichersten Gegenden des Landes. Alister und Veronica Wilson sind im Jahr 2004 seit 6 Jahren miteinander verheiratet und ihre Beziehung war laut den Menschen, die sie gut kannten, äußerst liebevoll, stabil und harmonisch und vor allem jetzt als Familie mit ihren beiden kleinen Söhnen in ihrem
schönen Haus in N waren sie offenbar glücklicher denn je. Keine dunklen Geheimnisse, keine finanziellen Probleme, keine Affären, keine Betrügereien. Die Wilsons waren, so schien es, eine vollkommen normale durchschnittliche Familie. Und genau diese Tatsache macht das, was mit Alister Wilson am 28. November 2004 geschehen ist, noch unfassbarer.
Doch bevor wir ganz genau dazu kommen werden, müssen wir uns erst einmal ansehen, wer dieser Mann eigentlich gewesen ist. Alister Wilson kam am 4. März 1974 als einziger Sohn seiner Eltern Allen und Joan Wilson in Bit 30 km südwestlich von Glasgow zur Welt, wo er auch zusammen mit seiner älteren Schwester Gillian aufwuchs. Bereits in seiner Kindheit während seiner Zeit in der Grundschule wurde Alis das Intelligenz und Gewissenhaftigkeit deutlich, weswegen er später zunächst die Garnock Academy in Kilberney besucht hat, wobei er auch
dort von seinen Lehrern wegen seiner herausragenden Leistungen und seiner guten Manieren stets gelobt wurde, bevor er dann sein Studium in Rechnungswesen und Wirtschaftsrecht an der University of Sterling aufnahm. Eine Karriere in der Finanzbranche war wohl schon früh Alice das Ziel und nach seinem hervorragenden Universitätsabschluss in Sterling im Herbst 1996 stand dem auch nichts im Wege.
Und diese Karriere beginnt in der Bank of Scotland, wo Alister im Rahmen eines Einsteigerprogramms für Hochschulabsolventen in den jetzt kommenden Monaten nach seinem Studium erst einmal mehrere Abteilungen und Filialen durchläuft, wobei sein erster Einsatz in den westlichen Highlands in der schottischen Stadt Fort William in einer der dortigen Bankfilialen der Bank of Scotland beginnen sollte.
Und während seiner Arbeit in dieser Filiale dort lernt Alister dann auch die Frau kennen, die er bald heiraten wird. Er und Veronica, die zu dieser Zeit als Grafikdesignerin in Fort William gearbeitet hat, kommen sich schnell näher, verlieben sich und sind bald unzertrennlich. Im Sommer 1998 wird dann auch geheiratet und das Paar zieht im Anschluss daran zunächst in die Kleinstadt Pebles, wo es mit Al das Karriere weiter Berg aufgeht.
und dann auch sein und Veronicas erstes gemeinsames Kind Andrew zur Welt kommt. Nach einem Wechsel in die Zentrale der Bank of Scotland nach Edinburgh arbeitet Alister jetzt dort eine ganze Zeit lang in der Abteilung für Spezialfinanzierung und Privatkredite. Doch schon kurze Zeit später, ich hatte es gerade schon erwähnt, mit seiner Karriere ging es immer weiter berg auf, wird ihm innerhalb der Bank of Scotland eine Position als Business Banking Manager am Standort in Vanessa angeboten, die da auch sofort annimmt und dort kümmert er sich ab sofort
um Kreditvergaben an kleine und mittelständische Unternehmen. Im Jahr 2002, kurz nach der Geburt ihres zweiten Sohnes Graham, lassen sich die Wilsons aber genau darum jetzt auch in der beschaulichen Hafenstadt Neder, wo sie dann auch bald in das Haus an der Casent Road einziehen, über das wir am Anfang in diesem Video bereits gesprochen haben.
Und ja, die Familie jetzt zu viert lebt ihr Leben. Während sich Veronica zu Hause um ihre beiden kleinen Kinder kümmert, fährt Alister jeden Tag die 25 km von Nurn nach Inven sein. Alister Wilson war wohl ein absoluter Familienmensch, freundlich, respektvoll gegenüber anderen und ein liebevoller und engagierter Vater, wie es später hieß, der jede freie Minute mit seiner Frau und seinen Söhnen verbracht hat.
Statt wie früher an den Wochenenden zum Golfen zu fahren, geht er jetzt lieber mit seinen Kindern zum Strand und beschäftigt sich ständig mit den beiden. Egal, ob im heimischen Garten, bei Ausflügen in den Wald oder beim Spielen zu Hause. Und auch die all Gute Nachtgeschichte für seine Jungs war eine Pflicht, die Alister Wilson wohl nur allzu gerne erfüllt hat.
Seine Familie stand für ihn immer an erster Stelle im Herbst 2004. Die Wilsons leben nach wie vor in ihrem großen Haus an der Casent Road in N. Da stehen zumindest, was Alister angeht, jedoch einige Veränderungen an, denn der inzwischen 30-jährige hatte wohl schon seit längerer Zeit Ausschau nach einer neuen beruflichen Herausforderung gehalten.
Denn auch wenn er mit seiner Arbeit in der Bank of Scottland wohl sehr zufrieden und bei seinen Kollegen dort auch äußerst beliebt gewesen ist, weitere Aufstiegschancen und Herausforderungen innerhalb der Bank waren an diesem Punkt nur noch begrenzt für ihn möglich. Genau darum nahm Alister auch ein Angebot für eine Stelle als Regionaldirektor bei einem Beratungsunternehmen im Bereich Bau- und Umwelttechnik, das seine Produkte vor allem in den Norden Schottlands exportiert hat an.
Schon in wenigen Wochen, Anfang Dezember 2004, sollte er diese neue Stelle antreten und Alister hatte sich wohl ganz besonders auf diese neue Aufgabe, nachdem er so viele Jahre bei der Bank gearbeitet hat, ganz besonders gefreut. Doch genau dazu sollte es nicht mehr kommen, denn obwohl das Leben von Alister Wilson im Herbst 2004 in vollkommen normalen Bahnen verlaufen ist, ein intaktes Familienleben, keine Schulden, ein stabiler Freundeskreis, eine neue Karriereperspektive, so gab es trotzdem jemanden, der ihm nach dem Leben trachtete, jemanden, der
ihn töten wollte. Und an einem scheinbar ganz normalen Abend November 2004 wird dieser jemand sein Vorhaben auf unvorstellbar brutale Art und Weise in die Tat umsetzen und damit nicht nur eine der außergewöhnlichsten und umfangreichsten Ermittlungen in der Geschichte Schottlands auslösen, sondern auch ein Rätsel wird damit seinen Anfang nehmen.
eines, das auch heute 20 Jahre später immer noch verwirrt, zu teilweise wilden Spekulationen führt und einen Fassungslos zurücklässt. Es ist der 28. November 2004 und dieser kühle Sonntag verläuft für die Familie Wilson zunächst vollkommen normal. Zuerst ein Ausflug in den Wald gemeinsam mit den Kindern. Im Anschluss daran, am frühen Nachmittag haben Alister und Veronica Gäste in ihr Haus eingeladen, die sich dann aber gegen 17 Uhr langsam verabschieden, sodass die Familie am frühen Abend wieder unter sich ist.
Man ist zusammen zu Abend und im Anschluss daran bringt Veronica ihre Kinder Graham und Andrew ins Bart. Die beiden schlüpfen in ihre Schlafanzüge und danach ist es dann Zeit für die übliche gute Nachtgeschichte ihres Vaters. Während Veronica unten im Erdgeschoss beschäftigt ist, geht Alister gegen 19 Uhr die Treppen hinauf in den ersten Stock ins Zimmer seiner Söhne, um dort vorzulesen, bis die beiden eingeschlafen sind.
Soweit also ein ganz normaler Abend. Doch jetzt beginnen die Dinge seltsam zu werden, denn während Alister Wilson im ersten Stock eine Gute Nachtgeschichte vorliest, klingelt es um kurz nach 19 Uhr plötzlich und vollkommen unerwartet an der Tür. Veronica, die sich wie gesagt zu diesem Zeitpunkt im Erdgeschoss aufhält, öffnet.
Draußen sieht sie vor sich einen Mann von stämmiger Statur, der sich seine dunkle Baseballkappe tief ins Gesicht gezogen hat. Ohne sich vorzustellen oder einen Grund für sein Erscheinen an der Haustür zu nennen, fragt der Unbekannte jetzt nach Alister. Er fragt, ob Alister zu Hause ist, woraufhin Veronica versichert, ihr Mann sei zu Hause und sie würde ihn kurz holen.
Sie schließt also die Haustür und geht nach oben in den ersten Stock, wo sie ihr Mann berichtet, dass jemand unten ist, der ihn sprechen möchte. Und genau wie Veronica war zu diesem Zeitpunkt auch Alister, der ja nach wie vor mit dem Vorlesen der Gute Nachtgeschichte beschäftigt gewesen ist, überrascht von diesem spätlichen Besuch, denn man hatte niemanden erwartet.
Während Veronica im Zimmer ihrer Söhne im ersten Stock bleibt, geht Alister jetzt alleine hinunter zur Haustür und als er sie öffnet, ist er jetzt also derjenige, der dem unbekannten Mann gegenüber steht. Veronica sagte später, dass sie das jetzt folgende kurze Gespräch von ca. einer Minute zwischen ihrem Mann und Mr. X an der Haustür nicht verstehen konnte.
Alles, was sie im ersten Stock wahrgenommen hat, waren gedämpfte Stimmen und dann das Geräusch der sich schließenden Haustür und die Schritte ihres Mannes auf der Treppe, der zu ihren kam. Als Alister jetzt also erneut ins Kinderzimmer seiner Söhne kommt, trifft er dort auch wieder auf Veronica, die auf ihn gewartet hat.
Und diese konnte sich später an diesem Moment noch gut erinnern. Und sie konnte sich vor allem daran erinnern, wie verwirrt und irritiert Alister gewirkt hat, denn er hatte etwas in seiner Hand, nämlich einen kleinen blauen Briefumschlag, auf dessen Vorderseite der Name Paul geschrieben stand. Und wie man sich vorstellen kann, herrscht jetzt Verwirrung, zumal dieser blaue Umschlag, der offenbar für einen Paul bestimmt war, leer gewesen ist.
Veronica sagte später, dass Alister nicht wusste, was das alles zu bedeuten hat, dass er aber auf sie in dem Moment eher irritiert als ängstlich gewirkt hätte. Offenbar ging Alister zu diesem Zeitpunkt von keiner unmittelbaren Bedrohung aufgrund dieser Situation aus, was später noch eine zentrale Rolle spielen wird.
Veronica gab ebenfalls an, dass sie und ihr Mann oben im Kinderzimmer kurz darüber gesprochen haben, ob sie einen Paul kennen. Und Alis, das soll seine Frau auch gefragt haben, ob sie sich sicher ist, dass Mr. unten an der Tür tatsächlich mit ihm sprechen wollte, was Veronica aber bejaht hat, denn der unbekannte Mann hatte ja explizit nach Alister gefragt und dieser beschließt jetzt daraufhin, der Sache auf den Grund zu gehen.
Mit dem kleinen blauen Umschlag noch in seiner Hand geht er erneut die Treppen hinunter ins Erdgeschoss, um nachzusehen, ob der Unbekannte nach wie vor sich draußen vor seinem Haus aufhält, um ihn zur Rede zu stellen, um zu klären, was hier vor sich geht. Doch in dem Moment, als Alister Wilson seine Haustür öffnet, fallen Schüssel.
Veronica berichtete später, daß sie oben im ersten Stock drei laute kurz nacheinander folgende Knallgeräusche wahrnehmen konnte, die sich für sie zunächst so angehört haben, als würde Holz auf den Boden krachen. Geistesgegenwärtig läuft sie jetzt ebenfalls die Stufen nach unten, wo sie den Vater ihrer Kinder Blut überströmt auf der Türschwelle liegen sieht.
Von mehreren Kugeln getroffen ist Alister auf dem Boden zusammengebrochen. Als Veronica auf ihn zustürzt, fällt ihr Blick durch die offene Haustür nach draußen, wo sie noch sehen kann, wie der Mann mit der Baseballkappe sich schnellen Schrittes entfernt und in der Dunkelheit der Nacht verschwindet. Und Alister Wilson, der zu diesem Zeitpunkt zwar noch bei Bewusstsein war, jedoch nur noch schwer atmen konnte, spricht jetzt seine letzten Worte, die gelautet haben sollen: “Call an ambulance”.
Also rufe einen Krankenwagen. Und genau das macht Veronica jetzt auch. Doch unmittelbar nach ihrem Anruf bei der 999 um 19:12 Uhr, wo ihr versichert wurde, dass man sofort einen Krankenwagen und die Polizei schicken wird, bleibt sie nicht im Haus. In Panik läuft sie stattdessen die paar Meter hinüber auf die andere Straßenseite, wo sich, wie ich euch am Anfang in diesem Video schon gesagt habe, das Heylog Hotel befindet, wo zu dieser Zeit am Sonntagabend das dazugehörende PAU geöffnet hat, in dem sich nach wie vor viele Gäste aufhalten.
Und durch die lauten Hilfestreie von Veronica draußen vor dem Hotel alarmiert stürzen jetzt gleich mehrere Gäste hinaus auf die Straße, darunter auch ein ortsansässiger Polizist, der an diesem Abend dienstfrei hatte und auch eine Krankenschwester, die sich mit ein paar Freunden ebenfalls im PAU des Heylock Hotel aufgehalten hat und während diese sich jetzt in den kommenden Minuten um den schwer verletzten und starkblutenden Alister Wilson kümmern, so lange bis der Rettungswagen dann eintrifft, bekommen auch die beiden Kinder, vor allen Dingen
in erster Linie der Vierjährige Andrew, zum Teil mit was da in seinem Haus vor sich geht. Er sieht, wie vollkommen fremde Menschen auf einmal ins Haus kommen und sich darum bemühen, seinen blutenden Vater zu versorgen. Ein Anblick, der sich, wie Andrew es später ausgedrückt hat, für immer in sein Gedächtnis einbrannte.
Als der Rettungsdienst und die Polizei jetzt kurze Zeit später an der Creas and Road eintreffen, wird Alister vor Ort notfallmäßig versorgt und dann sofort in das nächst gelegene Krankenhaus, das Rma Hospital in Invest transportiert. Doch trotzdem, dass die Ärzte dort alles versuchen, um ihn zu stabilisieren, Alisteras Verletzungen sind zu schwerwiegend.
Zwei der Kugeln, die auf ihn abgefeuert worden sind, trafen ihn in den Kopf. Eine weitere durchschlug seine Brust. Noch am selben Abend eine Stunde nach seiner Ankunft im Krankenhaus wird Alister Wilson für Tod erklärt. Während sich die Spurensicherung im Laufe der Nacht und auch in den frühen Morgenstunden des 29.
November jetzt im und um das Haus der Wilsons herum an ihre Arbeit machen, beginnen auf Seiten des Major Investigation Teams der Scotland Police intensive Ermittlungen. Die wichtigste Zeugin in diesem Fall ist Veronica Wilson, denn nicht nur war sie die ganze Zeit über mit ihrem Mann im Haus und hat alles mehr oder weniger direkt mitbekommen, sie war auch diejenige, die dem Täter, als er um 19 Uhr an der Tür klingelte, geöffnet hat.
Und auch wenn Veronica, wie man sich vorstellen kann, unter Schock steht, ist sie trotzdem in der Lage dazu, wenn auch nur begrenzt, eine Beschreibung des mutmaßlichen Schützen abzugeben, die allerdings nur, und das muss man an dieser Stelle mitbedenken, auf der kurzen Begegnung an der Haustür beruht.
Laut ihrer Aussage handelte es sich bei Mr. X um einen 1,70 m bis 1,75 m großen weißen Mann im Alter zwischen 30 und 40 Jahren mit stämmiger Statur. Seine Kleidung beschrieb Veronica als dunkel. Auffällig war allerdings seine bluesauartige kurz geschnittene Jacke, die in späteren Aussagen auch immer wieder mit dem Begriff Bomberjacke beschrieben worden ist und seine weit ins Gesicht gezogene dunkle Baseballkappe.
Und auch wenn sie sein Gesicht zu keinem Zeitpunkt vollständig sehen konnte, so erinnerte sich Veronica noch gut daran, dass der Mann glatt rasiert gewesen ist und auch sonst keine Auffälligkeiten im Gesicht hatte, wie z.B. eben einen Bart, eine Narbe oder auch eine Brille. Und auch seine Mimik und seine Gestik beschrieb sie als kurz und formell, alles in allem also relativ unauffällig.
Und auch wenn bereits in der zurückliegenden Nacht, schon kurz nach dem Eintreffen der Polizei am Haus, die Fahndung nach dem Täter, der ja nach dem Mord direkt zu Fuß vom Tatort geflüchtet ist, begann, so blieb diese erfolglos und dass trotzdem, dass der Schütze draußen auf der Straße auch noch von anderen Zeugen gesehen worden ist, die aber eben auch nicht mehr sagen konnten, als dass er dunkle Kleidung getragen hat.
Ein weiteres bizarres Detail in Bezug auf den Täter ist die Sache mit dem blauen Briefumschlag. Veronica hatte den Ermittler natürlich bereits in ihrer ersten Befragung von diesem Umschlag berichtet und auch davon, dass darauf der Name Paul geschrieben stand. Und auch hatte sie berichtet, dass Alister, als er beschlossen hat, erneut nach unten zu gehen, um mit dem Mann an der Haustür zu sprechen, diesen Umschlag in der Hand hatte.
Man sollte also annehmen, dass man den blauen Briefumschlag irgendwo am Tatort auf der Türschwelle, im Erdgeschoss oder vor dem Haus finden wird. Doch genau das war nicht der Fall, denn die Spurensicherung konnte ihn nirgendwo ausmachen, was darauf hindeutet, dass der Täter den Umschlag unmittelbar nach den Schüssen auf Alister erneut an sich genommen hat und erst dann geflüchtet ist.
Doch auch wenn der Täter den blauen Briefumschlag mit sich genommen hat, die Patronenhülsen Kaliber, die von den drei Kugeln stammen, die auf Alister abgefeuert worden sind, konnte die Forensik am Tatort sicherstellen. eine wichtige Spur, vor allen Dingen im Bezug auf die Tatwaffe, nach der in den jetzt kommenden Stunden und Tagen nach dem Mord auch überall intensiv in der Gegend gesucht wird, denn es ist durchaus möglich, dass Alisers Mörder die Waffe bei seiner Flucht irgendwo entsorgt hat.
Und wie sich bald herausstellen wird, war das auch ganz genau so der Fall, denn am 8. Dezember 2004. Nur 10 Tage nach dem Mord entdeckt ein städtischer Bauhofmitarbeiter bei Reinigungsarbeiten am Straßenrand der Seank Road. nur 500 m vom Haus der Wilsens entfernt, eine Pistole im Regenabfluss, woraufhin er sofort die Polizei informiert.
Und nach einer ballistischen Untersuchung und einem genauen Abgleich mit den gefundenen Patronenhülsen steht fest, es handelt sich dabei um die Waffe, mit der Alister Wilson erschossen worden ist. Jedoch der Fund der Waffe wirft jetzt nur noch weitere Fragen auf, denn es handelt sich dabei um ein sehr ungewöhnliches Modell.
Die halbautomatische Taschenpistole des Herstellers Henel, Modell Schmeißer, wurde, wie sich bei den Ermittlungen in den Wochen nach ihrem Fund herausstellen wird, in Deutschland, genauer gesagt im thüringischen Sul gefertigt. Waffen dieser Art gelangten vor allem nach dem Zweiten Weltkrieg oft als Souvenir zusammen mit den zurückkehrenden britischen Soldaten ins vereinigte Königreich, weswegen die Ermittler vermuten, dass auch dieses spezielle Exemplar irgendwann nach 1945 von Deutschland aus seinen Weg nach
Schottland fand. Interessant in diesem Zusammenhang ist jedoch, dass die Patronenhülsen zeigen, dass die Kugeln, die der Schütze verwendet hat, wesentlich jüngeren Datum sind als die Waffe an sich, denn die Kugeln stammten aus den 80ern bzw. frühen 90er Jahren und das deutet darauf hin, dass der Täter zwar für den Mord an sich eine alte, man kann in diesem Fall sogar antike Waffe sagen benutzt hat, jedoch dass er sich genau dafür im Verhältnis relativ neue Munition besorgte.
Der Grund dafür könnte sein und das macht die Sache eben jetzt nur noch komplizierter, dass historische Waffenmodelle dieser Art meist nicht registriert sind und damit eine Nachverfolgbarkeit bis zu ihrem letzten Besitzer massiv erschwert, wenn nicht sogar unmöglich gemacht wird. Aber genau das könnte eben das Motiv des Ts gewesen sein, ausgerechnet einen solchen alten Waffentyp für die Tat zu benutzen, weil er wusste, dass man sie nicht zu ihm zurückverfolgen kann.
Und während man vom sogenannten Doorstep Mörder, also vom Türschwellenmord, wie der Fall zum Tod von Alister Wilson entzwischen in der Presse genannt wird, auch weit über die Grenzen der sonst zu friedlichen Küstenstadt NN hinweg schockiert und die Bestürzung und die öffentliche Anteilnahme der Bevölkerung dementsprechend hoch ist, lässt die Polizei nichts unversucht, dem Täter auf die Spur zu kommen.
Neben der eingerichteten Sonderkommission führt man in den jetzt kommenden Wochen hunderte Hauszu Hausbefragungen durch. Es wird praktisch an jede Tür geklopft in der Hoffnung auf weitere Zeugen, die Informationen liefern können. Zudem sichert man auch Aufzeichnungen aus diversen Überwachungskameras aus der Gegend, wo immer diese verfügbar sind, an Tankstellen, Geschäften über die Verkehrsüberwachung oder an Privathäusern, wobei dabei eine enorme Datenflut zusammenkommt und nebenbei unternimmt man auf Seiten der Polizei
auch große Anstrengungen, um die Herkunft der Waffe möglicherweise doch noch nachvollziehen zu können. Dazu reist jetzt auch ein schottisches Ermittlerteam zunächst nach Tschechien und dann natürlich auch weiter nach Deutschland, um vor Ort Nachforschungen bei ehemaligen Herstellern, Waffenhändlern und auch in den dortigen Archiven anzustellen.
Doch leider muss man sagen, dass auch diese internationale Recherche kein durchschlagendes Ergebnis in Bezug auf die Waffe gebracht hat, genauso wie die zahlreichen Zeugenbefragungen und das stundenlange Sichten von Videomaterial aus den zahlreichen Überwachungskameras. Und auch wenn man durch Veronica Wilson eine Beschreibung des Täters hatte, diese war sehr Waage und auch mögliche weitere Spurengeber wie z.B.
der blaue Briefumschlag standen nicht zur Verfügung. Genau darum tastet man sich jetzt auch auf Seiten der Ermittler durch ein Labyrinth möglicher Hypothesen. Wer könnte ein Motiv gehabt haben, dem allseits beliebten, ruhigen und bodenständigen Familienvater Alister Wilson etwas antun zu wollen? Noch dazu auf diese unheimlich brutale Art und Weise.
Und man beginnt wie in Fällen dieser Art meist bei den Menschen, die dem Opfer am nächsten standen innerhalb der Familie, im Freundes und Bekanntenkreis. Jedoch genau dabei stellt sich eben schnell heraus, dass Alister offenbar keine Feinde hatte. Es gab keine größeren Konflikte, weder in seinem Privatleben, noch in seiner Ehe mit Veronica ganz im Gegenteil.
Alister galt als ruhiger, zuverlässiger und respektvoller Mensch, der niemals jemanden offenbar negativ aufgefallen ist. Und auch wenn es in den Wochen nach seiner Ermordung durchaus Spekulationen gab, Veronica könnte irgendwie in die Tat verwickelt gewesen sein, so wurde das auf Seiten der Polizei nach intensiven Ermittlungen in diese Richtung klar und deutlich ausgeschlossen.
Ein weiteres naheliegendes Feld, dem sich die Ermittler jetzt als nächstes widmen und wo sich möglicherweise ein Motiv für diese Tat auftun könnte, ist Alister Wilsons Berufsleben. Als Bankmanager hatte er natürlich nicht nur Zugang zu zahlreichen Finanzinformationen und Kundenkonten. Er hat in all den Jahren, in denen er für die Bank of Scotland gearbeitet hat, natürlich hunderte von Klienten betreut.
Ein unzufriedener Kunde, dessen Kreditantrag abgelehnt worden ist. Kriminelle Elemente, die Alister womöglich erpresst oder ihn unter Druck gesetzt haben. Stichwort wäre hierbei z.B. Geldwäsche. Um herauszufinden, ob es solche Vorfälle gab oder ob Alister in Aktivitäten dieser Art in Ausübung seiner Arbeit verstrickt gewesen sein könnte, wird genau das jetzt in Form einer detaillierten Sichtung, all seiner zurückliegenden Bankprojekte, der Durchsicht sämtlicher Unterlagen in seinem Büro und der Befragung seiner
Kollegen eingehend geprüft. Ergebnis: Alister Wilson war ein unbescholtener loyaler Banangestellter, der offenbar weder privat noch in beruflicher Hinsicht riskantes, unberechenbares oder gar kriminelles Verhalten gezeigt hat. Es fand sich nicht der kleinste Hinweis darauf, dass dieser Mann in irgendwelchen dubiosen Geschäften verwickelt gewesen ist, bei jemanden Schulden hatte oder dass er z.B.
auch jemals Geld aus der Bank entwendet hat. Und dann ist da noch so eine Sache. Veronica hatte ja gesagt, dass nachdem Alister zum ersten Mal um kurz nach 19 Uhr unten an der Haustür mit dem unbekannten Mann gesprochen und dieser ihm dann diesen blauen Umschlag überreicht hat, Alister kurze Zeit später wieder zu ihr hinauf in den ersten Stock ins Kinderzimmer gekommen ist.
Und Veronica konnte sich noch gut daran erinnern, dass ihr Mann weder ängstlich noch panisch, dafür aber sehr irritiert und verwirrt auf sie gewirkt hat. Alister hat offenbar absolut nicht verstanden, was das alles jetzt gerade zu bedeuten hat und er hat das auch geäußert, indem er ja die Vermutung angestellt hat, dass es sich hier um eine Verwechslung handeln könnte.
vor allen Dingen aufgrund des blauen Umschlags mit dem Namen Paul auf der Vorderseite. Worauf ich damit hinaus will, hätte Alister Wilson in dem Moment tatsächlich das Gefühl gehabt, dass er oder auch seine Familie sich gerade in unmittelbarer Gefahr befinden, z.B. weil er in jüngster oder auch weiter zurückliegender Vergangenheit sich auf irgendwelche illegalen Geschäfte mit wem auch immer eingelassen hat.
Warum sollte er dann das Risiko eingehen, dem Täter noch einmal erneut gegenüberzutreten? Aber genau das hat er ja getan. Er ist ja mit dem blauen Briefumschlag in der Hand noch einmal nach unten gegangen und hat die Tür geöffnet, um zu fragen, was das alles eigentlich soll. und dann ist er erschossen worden.
Das macht einfach so keinen Sinn, wenn man davon ausgehen möchte, dass Alister Angst vor irgendjemanden hatte und darum kann man auch davon ausgehen, dass er weder sich selbst noch seiner Familie an diesem Sonntagabend irgendeiner Gefahr ausgesetzt gesehen hat. Und auch wenn dieser Mord an sich, vor allen Dingen die Art und Weise, wie er ausgeführt wurde, durchaus einen gewissen Auftragscharakter zu haben scheint, so fand man eben weder in Alister Wilsons privaten noch in seinem beruflichen Umfeld irgendeinen Anhaltspunkt, der
dafür ein Motiv geliefert hätte. Die Ermittlungen ziehen sich jetzt also weiterhin. Ein grausamer Zustand für Veronika und ihre beiden Kinder, die von einer auf die andere Sekunde ihren Vater verloren haben, der ihnen kurz zuvor noch wie jeden Abend eine Gute Nachtgeschichte vorgelesen hat. Alistera war ein unheimlich liebevoller Ehemann und fürsorglicher Vater.
Nichts wird das je ändern und wir werden die Zeit, die wir mit ihm hatten, so grausam kurz sie auch vor allem für meine beiden Jungs war, immer in Ehren halten. Und wir hoffen, dass derjenige, der ihn uns genommen hat, doch noch gefasst werden kann. So Veronica Wilson, die darüber hinaus auch einen Appell an Zeugen richtet, dass sie sich mit Informationen bei der Polizei melden sollen.
Und genau bei diesen jetzt weiter andauernden Befragungen von Zeugen, die sich natürlich über einen längeren Zeitraum hin erstreckt haben, kommt jetzt doch noch etwas ans Licht, was wie es die Ermittler später ausgedrückt haben, signifikante Bedeutung für den Fall haben könnte. Es stellte sich nämlich heraus, dass Alister Wilson nur wenige Wochen vor seinem Tod in eine lokale Auseinandersetzung verwickelt gewesen ist.
Bereits zuvor wurde das hier und da wohl von Zeugen erwähnt. Jedoch hatte man auf Seiten der Polizei wegen so eines banalen Nachbarstaftsstreits, den es da gegeben hat, kein ernsthaftes Motiv für den Mord vermutet. Doch jetzt sieht man sich das doch ein wenig genauer an. Und bei diesem Nachbarschaftsproblem ging es um eine bauliche Veränderung am Haock Hotel, also dem Hotel, wir erinnern uns zurück, das direkt gegenüber des Hauses der Familie Wilson auf der anderen Straßenseite war.
Im Sommer 2004 nämlich, also nur knapp 3 Monate vor Alisterers Ermordung hatte dieses Hotel, ohne dafür zunächst eine Genehmigung eingeholt zu haben, eine große Holzrasse in seinem Hof errichten lassen, was im ganzen Viertel vor allem aufgrund der zumeist nächtlichen Lärmbelästigung für Unmut gesorgt hat.
Und auch Alister selbst gehörte mit vielen anderen Menschen aus der Gegend zu denjenigen, die sich ganz besonders an dieser neu gebauten Terrasse gestört haben, zumal sich seit der in Betriebnahme dieser Terrasse neben dem Lärm auch immer mehr Müll an der Straße angesammelt hat, der vor allen Dingen durch die Pappbesucher dort hinterlassen worden ist. Am 25.
November 2004. Nur drei Tage vor seinem Tod reichte Alister darum bei der zuständigen Behörde der Stadt einen förmlichen Einspruch gegen diese nachträglich beantragte Baugenehmigung der Terrasse ein, wobei das Schreiben der Stadt nur einen Tag später, also am 26. November 2004, dem Hotelbesitzer persönlich übergeben worden ist.
Und auch wenn in diesem Schreiben Alister Wilsons Name nicht explizit erwähnt wurde, so gab es bereits zuvor Getuschel im Viertel, dass er einer der härtesten Verfechter im Kampf gegen diese Hotelterrasse gewesen ist, weswegen man davon ausgehen kann, dass auch der Hotelbesitzer und seine Stammgäste, die diese Terrasse wohl sehr genossen haben, davon Wind bekamen.
Jedoch muss man sich an dieser Stelle schon die Frage stellen, kann das ein Motiv für Mord sein? Die Polizei hat das nicht ausgeschlossen und man schloss in diesem Zusammenhang auch nicht aus, dass sich einer der Stammgäste des Hotels oder auch des dazugehörenden PAUs, von denen es Dutzende gab, aber möglicherweise auch ein involvierter Bauunternehmer, der für die Entstehung dieser Terrasse zuständig war, deren Baujahr erst im Sommer 2004 begann, durch diesen Einspruch von Alister in gewisser Weise provoziert gefühlt haben könnte, wobei man sagen
muss, dass es dafür keine Beweise gegeben hat. Der Besitzer dieses Haellock Hotels, der viele Jahre später Schottland verlassen und nach Kanada ausgewandert ist, hat wohl von Anfang an mit den Ermittlern kooperiert und wurde dann auch später als Tatverdächtiger ausgeschlossen bzw. nicht als Tatverdächtiger beschrieben.
Also auch hier nichts durchschlagendes. Aber neben dem Ermittlungsansatz aufgrund der Terrasse dieses Hotels gab es noch einen weiteren, der sich ebenfalls aufgrund der Zeugenbefragungen herausgestellt hat und der unbedingt noch erwähnt werden muss. Vor allen Dingen deswegen, weil er eine Theorie, die die Polizei in der Zwischenzeit entwickelt hat, in gewisser Weise unterstreicht.
Die Ermittler gingen nämlich wohl schon sehr bald nach dem Mord an Alister davon aus, dass der Täter nicht allein gehandelt hat und dass es mindestens noch einen Mitwisser bzw. Komplizen gegeben haben muss. Und eine Zeugenaussage, die es eben gab, deutet in gewisser Weise darauf hin, dass da tatsächlich etwas dran sein könnte, denn diese Frau hat ausgesagt, dass sie einige Wochen vor dem Mord Mitte Oktober 2004 einmal am frühen Abend am Oststrand in Nähe des Eastbeach unterwegs gewesen ist, als ihr dort zwei Männer auffielen.
Einer der beiden, der Jüngere, den die Zeugin auf zwischen 20 und 30 Jahre eingeschätzt hat, soll dabei eine Waffe bei sich gehabt und diese anderen, dem älteren Mann, den die Zeugin auf etwa 40 bis 60 Jahre geschätzt hat, gezeigt haben. Es sah wohl ganz danach aus, als würden sich die beiden über die Waffe austauschen und sich darüber unterhalten.
Was natürlich, wenn man bedenkt, was nur kurze Zeit später in dieser Gegend, in der es sonst keine Gewalt verbrechen gibt, passieren wird, nämlich, dass ein Mann direkt an seiner Haustür erschossen wird, durchaus verdächtig war für die Polizei. Jedoch auch hier erneut. Man weiß eben nicht, wer diese beiden Männer mit der Waffe am Strand gewesen sind.
die die Zeugin gesehen haben will. Und man weiß auch nicht, ob diese Waffe irgendetwas mit dem Mord an Alister Wilson einige Wochen später überhaupt zu tun gehabt hat. Und man konnte auch abgesehen von dieser Zeugenaussage nichts weiter darüber herausfinden. Und heute 20 Jahre später hat man 11000 Hinweise, 10.
000 bearbeitete Dokumente, 4100 Zeugenaussagen, 14 000 befragte Personen, 670 CCTV Quellen und hunderte Stunden Videomaterial gesichtet. Aber eine Verhaftung gab es trotzdem nie. Und wer Alister Wilson am Abend des 28. November 2004 vor seinem Haus erschossen hat, genau wie dessen Motiv für die Tat, ist nach wie vor vollkommen unklar.
Und damit ist dieser Fall, vor allem, wenn man diese gesamten Umstände bedenkt, eines der größten Rätsel in der schottischen Kriminalgeschichte. Mein Vater und ich haben so vieles nicht miteinander erleben können. Er konnte mir nicht beibringen, wie ich meine Krawatte binden soll. Er war nicht dabei, als ich Autofahren gelernt habe und ich konnte nie mit ihm zusammen ein Bier trinken gehen.
Nichts kann mir meinen Vater zurückbringen, aber zu wissen, wer ihn getötet hat und warum, könnte uns den Abschluss geben, den wir brauchen. So Alister Wilsons älterster Sohn Andrew, der bei der Ermordung seines Vaters erst 4 Jahre alt war, in einem Interview aus dem Jahr 2020. Und auch der inzwischen für die Ermittlungen zuständige Superintendent Grey Mary erklärte im April 2022 noch einmal mit Nachdruck: Jemand hier vor Ort besitzt das Puzzlteil, das für uns entscheidend sein könnte. Die Zeit spielt keine Rolle.
Wir sind nach wie vor fest entschlossen, Alister das Mörder zu fassen. Warum ist das alles eigentlich passiert an diesem Tag? Warum musste Alister Wilson sterben? Eine Frage, die die Ermittler in diesem Fall jetzt seit über 20 Jahren beschäftigt und seine Familie natürlich nach wie vor quält, die die Hoffnung auf Gerechtigkeit nicht aufgegeben haben.
Und wie es in solchen mysteriösen Fällen, bei denen es mehr Fragen als Antworten gibt, oft ist, kommt es in all den Jahren, die vergehen, zwangsläufig zu allerhand Theorien. Und auch wenn ich mich ganz bewusst dazu entschieden habe, die zum Teil wirklich abenteuerlichen Spekulationen, für die es nicht den geringsten Anhaltspunkt gibt, hier wegzulassen, möchte ich natürlich trotzdem noch einmal über die gängigsten Theorien im Zusammenhang mit dem Mord an Alister Wilson sprechen und euch gleichzeitig auch dann wie immer am Ende meiner
Videos meine persönliche Meinung dazu zu sagen. Und wir beginnen mit Theorie Nummer 1, der Terrassenstreit. Auch wenn man dafür am Ende keine Beweise hat finden können, so ist die Theorie, dass Alister das Tod etwas mit dieser neu gebauten Terrasse des Hotels von Gegenüber zu tun gehabt hat. Eine, die nach wie vor vielen Menschen für durchaus realistisch gehalten wird und die offenbar von der Polizei auch nie vollständig ausgeschlossen wurde.
Und wenn man bedenkt, dass Alis das Beschwerde bei der Stadt im schlimmsten Fall einen Rückbau der fast fertiggestellten teuren Holzrasse zurfolge gehabt hätte und dem Betreiber dadurch ein Einnahmeverlust, dem Bauunternehmer ein gutes Geschäft und den Papp und Hotelbesuchern ein neuer Lieblingsplatz verloren gegangen wäre, dann ist es vielleicht auch nicht weit hergeholt, den oder die Täter in diesem Umfeld zu vermuten.
Plausibel, ja, aber eben nicht ansatzweise bewiesen. Und wenn ihr mich fragt, ich glaube aus folgenden Grund nicht daran. Alister Wilson war nicht der einzige, dem diese neu gebaute Terrasse ein Dorn im Auge war. Es gab viele Menschen in der Gegend, vor allen Dingen aber in dem Viertel rund um das Hotel herum, denen das sauer aufgestoßen ist.
Wer sagt denn, dass wenn man Alister Wilson jetzt losgeworden ist, dass nicht ein anderer Anwohner zwei Wochen später ebenfalls einen Brief an die Stadt schickt und Beschwerde einreicht? Will man den dann auch erschießen? Mir kommt das und natürlich ist das an dieser Stelle nur meine ganz persönliche Meinung doch etwas abenteuerlich vor, ehrlich gesagt.
Ja, man sollte wütende und frustrierte Menschen niemals unterschätzen, gerade dann nicht, wenn es um Geld, um viel Geld geht, keine Frage. Aber ich kann mir nicht helfen. Ich glaube diese Terrassentheorie trotzdem irgendwie nicht, weil sich mir nicht ganz erschließt, was sich der Täter von diesen Mord an Alister in Bezug auf diese Terrasse erhofft hat.
Denn wie gesagt, er war nur einer von vielen, der sich daran gestört hat. Und nur weil Alister jetzt tot ist, heißt das nicht, dass nicht ein anderer Anwohner zur Stadt laufen und das Ganze erneut melden kann. Deswegen diese Theorie ist für mich ähm eher unwahrscheinlich. Theorie Nummer 2, die Bank. Könnte es sein, dass Alister sich, trotzdem, dass es absolut nicht zu ihm und seinem Charakter passte, irgendwann vielleicht doch mit den falschen Leuten eingelassen hat? Die Tatsache, dass er mehr oder weniger sein ganzes Berufsleben für die Bank of
Scotland gearbeitet hat, macht die Theorie, dass das Motiv für seine Ermordung dort zu suchen ist, durchaus plausibel. Jedoch bleibt auch dieses Szenario aufgrund der zu 100% fehlenden Indizien und Beweise dafür reine Spekulation und auch ich glaube nicht daran. Die Ermittler hatten sich über einen langen Zeitraum hinweg intensiv mit Alisterers beruflicher Laufbahn, seinen Kundenkontakten, seinen sämtlichen Bankgeschäften, alles was er in der Arbeit getan hat, auseinandergesetzt, eben weil es nahe lag, dass das Motiv für den Mord hier
irgendwo zu finden sein könnte. Jedoch war das eben nicht der Fall. Das einzige, was ich mir im Zusammenhang mit dieser Banktheorie vielleicht noch vorstellen könnte, wäre, dass Alister irgendwann in der Vergangenheit von jemanden angesprochen worden ist, dass man ihn als Bänker zur Geldwäsche benutzen wollte, dass er das aber abgelehnt hat und deswegen umgebracht worden ist.
Aber ehrlich gesagt, jetzt wo ich diesen Gedanken laut ausspreche, kommt er mir direkt wieder sehr unglaubwürdig vor. Und dazu kommt noch etwas anderes, das für mich jetzt auch ehrlich gesagt noch größere Substanz hat, als die Ermittlungen der Polizei in Bezug auf die Bank. Nämlich die Tatsache, dass Alister Wilson am Abend seiner Ermordung keine Angst hatte.
Jedenfalls hat seine Frau Veronica das so beschrieben. Sie hat ihn als verwirrt und irritiert bezeichnet, aber nicht als panisch oder ängstlich. Alister Wilson war ein intelligenter Mann, dessen Ehefrau und seine beiden Kinder mit ihm am Abend im Haus gewesen sind. Ich glaube nicht, dass er hätte er sich mit irgendwelchen Gangstern auf Geldwäschegeschäfte eingelassen oder ein Angebot in diese Richtung abgelehnt, sich selbst oder auch seine Familie irgendeiner Gefahr ausgesetzt hätte.
Hätte er vermutet, dass der unbekannte Mann unten an der Tür irgendetwas mit solchen Geschäften zu tun hatte oder ähnliches, dann wäre er mit Sicherheit nicht nach unten gegangen und hätte ihm erneut die Tür geöffnet. Anstatten hätte er die Polizei angerufen oder sich seine Frau und seine beiden Kinder irgendwo in Sicherheit gebracht.
Und darum halte ich diese ganze Bank Geldwäsche Gangster im Hintergrund krumme Geschäfte Theorie für unwahrscheinlich und für mich eher ausgeschlossen. Theorie Nummer 3, die Verwechslung. Eine der rätselhaftesten Komponenten dieses gesamten Falles ist der blaue Briefumschlag mit dem Namen Paul. Die Frage, was es damit auf sich hatte und warum der Täter Alister diesen überhaupt erst gegeben hat, zumal sich in dem Umschlag Jahrein gar nichts befand.
Doch offenbar war dieser lehere Umschlag Alisteras Mörders so wichtig, dass er ihn nach den Schüssen sogar vom Tatort wieder mit sich mitgenommen hat bei seiner Flucht. Veronica sagte später, dass sie und ihr Mann keinen Paul kannten und dass Alister in der kurzen Zeit, in der die beiden im Kinderzimmer oben miteinander gesprochen haben, ja sogar von sich aus die Vermutung angestellt hat, dass das alles eine Verwechslung sein muss.
Und diese Verwechslungstheorie, die es eben gibt, besagt, dass Alister da eigentlich gar nicht das eigentliche Ziel gewesen ist. Vielleicht hatte derjenige, der den Mord beging, ursprünglich jemand ganz anderen, vielleicht einen gewissen Paul im Sinn als Ziel und hat an diesem Sonntagabend aus welchen Gründen auch immer eine falsche Adresse und einen falschen Namen genannt bekommen, was allerdings absolut gegen diese Theorie spricht.
Und das ist auch der Grund, warum ich sie nicht glaube. Der Täter hat Veronica explizit nach ihrem Mann Alister gefragt. Er hat gefragt, ob Alister zu Hause ist. Er wusste also ganz genau, wo er war und auch mit wem er sprechen wollte. nämlich nicht mit irgendeinem Paul oder sonst irgendjemand, sondern er wollte mit Alister sprechen und hat diesen dann auch kurze Zeit später erschossen.
Ich glaube also nicht an eine Verwechslung. Sollte es aber aus irgendeinem Grund doch eine gewesen sein, ist das Ganze noch tragischer als ohnehin schon, denn das würde bedeuten, dass Alister Wilson ein Zufallsopfer gewesen ist, das mit allem eigentlich nichts zu tun hatte. Theorie Nummer 4, der Auftragsmord.
Viele Aspekte dieser Tat sprechen für einen Mord im Auftrag. ausgeführt von einem Profi, der genau darauf geachtet hat, keine oder so gut wie keine Spuren am Tator zu hinterlassen. Drei Schüsse aus kurzer Distanz mit einer seltenen, antiken nicht registrierten Waffe und dann verschwindet man im Anschluss daran einfach mit einem wichtigen Beweisstück, dem blauen Briefumschlag in die Nacht hinein und wird auch später sogar von keiner der zahlreichen Videokameras aus der Gegend irgendwann noch einmal aufgenommen.
Die Medien sprachen in diesem Zusammenhang im übrigen auch von einer Gangland Style Execution, also einer Hinrichtung, wie man sie im Gangstermilieu findet. Jedoch auch diese Theorie hat eben sehr viele Lücken, denn Alister Wilson war kein prominentes Ziel, keine prominente Zielperson. Er war ein vollkommen unauffälliger normaler Familienvater ohne bekannte Feinde und trotzdem blieb eben der Eindruck dieses perfekten organisierten Mordes zurück, was natürlich auch die Spekulation genährt hat, dass es vielleicht doch am Ende ein ganz
anderes Motiv für diese Tat gab. eines, das schlicht und ergreifen niemand kennt. Und wenn ihr mich fragt, das ist am Ende auch die Theorie, die mir noch am ersten einleuchtet. Nicht etwa deswegen, weil ich doch davon überzeugt bin, dass Alister in irgendwelche dubiosen Geschäfte verwickelt gewesen ist.
Das glaube ich auch wieder nicht. Jedoch macht diese Theorie eines Auftragsmordes für mich wesentlich mehr Sinn als alle anderen, die ich euch bisher aufgezählt habe. Und vielleicht hatte Alister ja ohne es bewusst auch wahrzunehmen, doch irgendetwas gesehen, gehört oder gelesen, was er nicht sehen, hören oder hätte lesen sollen.
Wobei ich mir irgendwie das auch nicht so ganz vorstellen kann, wenn man bedenkt, dass wenn er irgendetwas gehört hätte, beobachtet hätte, gelesen hätte, von dem er ja dann ausgehen kann, dass es ihm gefährlich wird, warum hatte er dann am Abend seines Mordes keine Angst? Das das passt auch wieder nicht zusammen.
Ihr seht, dieser Fall ist wie ein großer Raum mit tausenden von Puzzletteilen und kaum glaubt man, dass man das Bild schon halbwegs erkennen kann, passt ein neues Teilchen schon wieder nicht dazu. Und wenn man jetzt bedenkt, dass das für mich offensichtlich gerade schon frustrierend ist, dann will ich gar nicht erst wissen, wie es den Menschen geht, die seit über 20 Jahren versuchen, dieses Verbrechen aufzuklären.
Und ich kann mir noch nicht mal ansatzweise vorstellen, wie das alles überhaupt für Alisterers Familie sein muss. Und wisst ihr, was ich auch absolut nicht begreifen kann? Und ich denke eigentlich, seit ich die Recherche zu diesem Fall abgeschlossen habe, ununterbrochen darüber nach, eben weil es mir nicht eingeht. Mir geht nicht ein, warum der Täter Alister nicht schon erschossen hat, als die beiden sich zum ersten Mal gegenübergestanden haben.
Wir erinnern uns zurück, nachdem es um 19 Uhr an der Tür geklingelt hat, hat Veronica dem Täter geöffnet. Sie hat gesagt, sie wird ihren Mann holen, hat die Tür zugemacht, ist nach oben ins Kinderzimmer gelaufen, hat Alice da alles erzählt. Er ist nach unten gegangen, hat die Tür geöffnet und hat kurz mit diesem unbekannten Mann gesprochen.
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