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Kein Zeuge. Kein Schrei. Kein Täter | Der Fall Molly Bish

Kein Zeuge. Kein Schrei. Kein Täter | Der Fall Molly Bish 

Es ist Sommer im US-Bundestadt Massachusetts. Vor  den Kindern liegen wochenlange Sommerferien. Das   Wetter ist gut und eigentlich könnte alles nicht  schöner sein. In der Kleinstadt Warren gibt es   einen Badesee. Er ist ein wenig abgelegen  am Rand eines Waldes. Für die Leute aus der   Umgebung ein echter Geheimtipp und der perfekte  Ort, um den Ferien ein bisschen Urlaubsfehling   zu haben. Am Morgen des 27.

Juni soll an diesem  See Schwimmunterricht für ein paar Kinder aus dem   Ort stattfinden, aber als die Eltern nach und  nach ankommen, ist der Platz der Bademeisterin   am Ufer leer. Für die 16 Jahre alte Molly Bishes  ist erst die zweite Woche in ihrem Ferienjob als   Badeaufsicht. Eigentlich ist sie immer zuverlässig  und war bislang jeden Tag pünktlich, aber an   diesem Morgen ist am Badesee etwas passiert.

In einem ganz kurzen Zeitfenster zwischen   Molly Ankunft und dem Termin zur Schwimmstunde.  Die 16-jährige wurde entführt, direkt an ihrem   eigenen Arbeitsplatz. Man wird erst Jahre später  Spuren von Molly Bischf und das, obwohl in ihrem   Fall die größte Ermittlung eingeleitet wird, die  es im Bundesstaat jemals gegeben hat. Kurzwerbungen eigener Sache.

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Eine Freundin von Molly war am Abend  zuvor einen Autounfall verwickelt und wurde dabei   verletzt. Molly macht sich natürlich direkt  Sorgen um ihre Freunde. Sie spricht mit ihrer   Mutter über die Sache und ihre Mutter McDin nimmt  Molly für eine Weile in den Arm. Aber so sehr die   Nachricht Molly auch getroffen hat, die 16-jährige  will trotzdem aufstehen und den Tag starten,   denn es sind Sommerferien und Molly hat ihren  ersten richtigen Job.

In ihrer Heimatstadt Warren   in Massachusetts gibt es einen beliebten Badese,  den Commons Pond. Dort arbeitet Molly Bisch für   die Ferienzeit als Bademeisterin. Damit ist sie  schon die zweite in ihrer Familie. Ihr drei Jahre   älterer Bruder John hat das vor ihr gemacht.  Dieser hatte aber in diesem Sommer keine Zeit   mehr dafür, deswegen er als Ersatz seine Schwester  vorgeschlagen hat.

Das hat auch geklappt und Molly   ist begeistert von ihrem ersten eigenen Job. Mit  9$ pro Stunde ist ihr Gehalt auch nicht schlecht,   sodass sie bis zum Ende der Ferien einiges an  Geld angespart haben wird. So zumindest der Plan.   Die ersten sechs Tage hat John seine Schwester  eingearbeitet. Der 27. Juni ist erst der zweite   Tag, an dem Molly ganz allein am See eingeplant  ist.

Der Commensons Pont liegt am Rand der Stadt   und ist von Natur umgeben, abgesehen von einer  Schnellstraße in der Nähe. Auf Fotos und Videos   sieht die Gegend sehr idyüyllisch aus. Im See  ist ein eigener Badebereich abgetrennt und beim   Schwimmen kann man den Ausblick auf den Wald  genießen. Für die 16-jährige Molly ist der Job   rund um perfekt.

Sie liebt Sport, sie liebt  es unter Leuten zu sein und hat vor allem ein   großes Herz für Kinder. Die erste Woche im Job ist  gut gelaufen. Die Arbeit hat Molly Spaß gemacht.   Also ist es an diesem Morgen vielleicht sogar  eine ganz gute Ablenkung zur Arbeit zu gehen,   zumal an diesem Tag eine Stunde Schwimmunterricht  für ein paar Kinder aus dem Ort ansteht.   Molly wird also gebraucht. Am Morgen des  27.

Juni fährt Molly Mutter McDin sie zum   Commonspont. Nachdem sie den Morgen etwas länger  im Bett verbracht haben, sind Molly und Mcdeline   spät dran. Trotzdem halten sie unterwegs noch kurz  bei einem Laden, um für Molly eine Flasche Wasser   zu kaufen. Als McDine und Molly an diesem Morgen  auf dem Parkplatz biegen, ist er fast leer.

Nur   ein Truck ist da, um Sand abzuladen, mit dem  der Badeabschnitt aufgeschüttet werden soll.   Mcdelline ist darüber erleichtert, denn als sie  Molly am Morgen zuvor abgesetzt hat, war ihr auf   dem Parkplatz ein anderes Auto aufgefallen, bzw.  dessen Fahrer. Am Vortag stand ein weißer Sedan   auf dem Parkplatz, dessen Besitzer auf Mcdine  ziemlich komisch gewirkt hat.

Er saß in seinem   geparkten Wagen und hat geraucht und Molly dabei  ziemlich unangenehm angestarrt. Mcdaline hat sich   dadurch unwohl gefühlt und dem Mann ihren bösesten  Blick zugeworfen. Davon zeigte sich der Mann aber   komplett unbeindruckt.

Er saß einfach am Steuer  seines Wagens, rauchte und starrte weiter in ihre   Richtung. Eine ziemlich ungemütliche Situation,  leider aber auch eine, die viele Frauen kennen   werden. McDine hat sich einfach dazu entschieden,  im Auto sitzen zu bleiben, um den Mann so zu   verjagen. Sie hat zunächst Molly an den Strand  zu ihrem Bademeisterinn Sitz gebracht und dann   hat Magdaline sich in ihren Wagen gesetzt  und sich nicht von der Stelle bewegt.

Sie   hat 20 Minuten lang gewartet, ehe der Mann in den  weißen Sedanen endlich vom Parkplatz gefahren ist.   Erst dann hat Magdalen sich damit wohlgefühlt,  Molly bei der Arbeit allein zu lassen. Und jetzt   am Tag darauf ist von dem Mann nichts zu  sehen. Gegen 10 Uhr verabschiedet sie sich   von ihrer Tochter Molly.

Molly springt aus dem  Auto, sagt, dass sie ihre Mutter lieb hat und   läuft Richtung Strandabschnitt. Magdaline schaut  ihrer Tochter noch nach und beobachtet sie dabei,   wie sie zum Seeufer geht, so wie jeden Morgen  in der vergangenen Woche. Sie wartet noch kurz,   bis der Truck mit dem Sand vom Parkplatz gefahren  ist. Dann fährt sie hinterher und macht sich auf   den Heimweg. Etwa 20 Minuten später gegen 10:20  Uhr kommt eine kleine Familie am Badese an.

Sandra   Woodworth und ihre Kinder gehen regelmäßig am  Commonspon schwimmen. Deshalb kennen sie die   neue Bademeisterin Molly auch schon. Am Ufer  der Badestelle sieht Sandra Molly Sachen auf   dem Bademeisterstuhl. Ihr Handtuch ist drüber  geworfen, Molly Wasserflasche und ihre Sandalen   stehen davor. Ihr Rucksack liegt auf einer  Bank neben dem Stuhl.

Die erste Hilfetasche   der Bademeisterin liegt geöffnet daneben. Auch ihr  Funkgerät, das sie als Schwimmaufsicht bei sich   getragen hat, ist noch da. Mit dem Funkgerät  ist Molly quasi permanent mit der lokalen   Polizeidienststelle verbunden. Darüber gibt sie  regelmäßig Meldung an das Polizeirevier, was am   See los ist. Meistens ist das genau gar nichts.

Molly gibt dann ein kurzes Funksignal, dass alles   klar ist. Die Polizei funkt zurück, dass sie  das zur Kenntnis genommen hat und das war’s.   Allerdings meldet sich Molly eigentlich jeden  Morgen, sobald sie am Platz ist. Das ist an diesem   Tag nicht passiert. Nun liegt das Funkgerät  mit Molly Sachen zusammen zurückgelassen bei   ihrem Stuhl. Von Molly selbst ist nichts  zu sehen.

Eigentlich ist es sehr unüblich,   dass der Bademeisterstuhl am See  über längere Zeit frei bleibt,   zumal an diesem Morgen der Schwimmunterricht  für Kinder geplant ist. Nach und nach kommen   immer mehr Kinder mit ihren Eltern an und warten  ungeduldig darauf, dass der Unterricht losgeht.   Weil Molly aber immer noch nicht auftaucht,  übernimmt Sandra Woodworth kurzerhand die   Schwimmstunde.

Als sie damit so weit durch  ist, ist von Molly immer noch nichts zu   sehen. Deshalb alarmiert Sandra Molly Chef  Ed Fat. Er kommt daraufhin gegen 11 Uhr zum   See und findet Molly Sachen genauso vor  wie Sandra. Um 11:44 Uhr verständigt er   über das Bademeisterfunkgerät die Polizei und  meldet eine verschwundene Person am Commensp. Wenn jemand an einem Badesee oder Meer  verschwindet, dann geht man erstmal davon aus,   dass die Person einen Unfall beim Schwimmen oder  Baden hatte. Das denkt die Polizei auch bei Molly.

Also wird die Feuerwehr losgeschickt, um  die Lage vor Ort zu sichten. Als erstes wird   dementsprechend der Commons Pond abgesucht. Mis  Familie bittet die Rettungskräfte eindringlich die   Suche auf dem Wasser abzubrechen. Für sie ist Glas  klar, dass Molly nicht im Wasser verunglückt sein   kann. Immerhin ist sie eine gute und trainierte  Schwimmerin.

Es kann natürlich trotzdem immer   etwas passieren, aber tatsächlich soll die Familie  recht behalten, denn während Einsatzkräfte im See   nach Molly suchen, wiederfährt der 16-jährigen  gerade etwas ganz anderes. Einen richtigen Vorwurf   kann man den Feuerwehrleuten dennoch nicht machen.

Immerhin folgen die Einsatzkräfte bei solchen   Sachen auch nur einem Protokoll. Und sie sind ja  auch eben Feuerwehrleute, keine Polizisten. Aber   das macht es nicht weniger bitter, dass  man bei der vergeblichen Suche zu Wasser   wertvolle Zeit verlieren wird. Zeit, die sich  jemand, der Molly etwas antun möchte, zu Nutze   macht.

Und weil die Polizei eben erstmal von einem  Badeunfall ausgeht, ist es auch keine Priorität,   das Ufer zu rücken. Niemand weiß in diesem  Augenblick, dass der Commonspont ein Tatort ist.   Während Einsatzkräfte im Wasser suchen, laufen  Leute am Ufer rum. Manche schwimmen weiter,   weil sie nicht mitbekommen haben, was los  ist. Rucksäcke werden hin und her geräumt,   Handtücher aufgesammelt, herumliegende Essensreste  in den Müll geschmissen.

Der Betrieb geht eben   ganz normal weiter. Bis zum heutigen Tag weiß  niemand, ob währenddessen nicht vielleicht   wertvolle Beweismittel beseitigt wurden. Eine  weitere frühe Theorie der Polizei ist, dass Molly   vielleicht einfach ihren Job hat sausen lassen,  um Zeit mit Freunden zu verbringen. Immerhin ist   Molly erst 16 und hat eigentlich Ferien. Noch dazu  hat ihre Freundin am Abend zuvor einen Autounfall.

Vielleicht wollte Molly sie besuchen gehen. Aber  auch hier hält Molly Familie Wehement dagegen.   Molly hat all die Zeit in die Bademeisterkurse  gesteckt und war nach der ersten Woche im Job   top motiviert. Niemals hätte sie einfach so  aus einer Laune heraus ihre Schächt verlassen,   um mit Freunden rumzuhängen.

Es dauert bis  in den Nachmittag hinein, bis Molly Familie   die Polizei überzeugt hat, dass hinter dem  Verschwinden etwas schlimmeres stecken muss.   In den Nachmittagsstunden geht daraufhin  eine große Suchaktion rund um den Commons   Pont los. Viele Freiwillige helfen, aber niemand  findet eine Spur der 16jährigen. Mollyes Mutter   Mcdine erzählt in der Mittlern auch von ihrer  Beobachtung vom Vortag, von diesem komischen Mann,   der Molly aus seinem weißen Auto heraus angestarrt  hat.

Das weiße Auto ist auch noch anderen Leuten   aufgefallen, unter anderen dem Truckfahrer, der  morgen Sand am Commons Pond abgeladen hat. Als   Molly und ihre Mutter am Parkplatz ankam, war nur  dieser Truck da. Der Fahrer sagt aber, er habe auf   dem Parkplatz kurz vor der Ankunft der zwei noch  ein anderes Auto gesehen. Einen weißen Wagen,   ähnlich wie der, den McDine Bish am Vortag bemerkt  hat.

Eine andere Person erzählt von einem weißen   Wagen in einer Autowaschanlage in der Nähe des  Badesees. Deshalb ist die Beobachtung von Molly   Mutter sofort eine wichtige Spur. Weil sie den  Mann so intensiv beobachtet hat, kann Mcdelline   Bish zum Glück eine detaillierte Beschreibung des  Fahrers liefern. Der Mann soll zwischen 45 und 55   Jahre alt gewesen sein und dunkles graumelierzes  Haar gehabt haben. Dazu einen dunklen Schnurbart.

Mcdelline kann ihn so gut beschreiben, dass auf  Basis ihrer Angaben ein Phantombild entsteht.   Unterdessen geht ein weiterer Hinweis auf ein  weißes Auto ein. Ein Zeuge will so einen Wagen   am Morgen von Molly Verschwinden an einem kleinen  Friedhof gesehen haben. Dieser Friedhof ist über   einen Trampelfahrt direkt mit dem Badeabschnitt  am Commons Pond verbunden.

Die Polizei geht den   Badese daraufhin mit Spürhunden ab. Diese nehmen  Molly Pferter in ihrem Bademeisterstuhl auf und   gehen dann tatsächlich den Trampelfahrt  in Richtung Friedhof hoch. Dort reißt die   Spur aber ab. An ein paar Stellen rechts und  links vom Weg sieht es aus, als habe es eine   Auseinandersetzung gegeben. Ein paar Zweige sind  abgeknickt.

Andererseits ist der Weg eben auch nur   ein Trampelpfad. Dass es da an den Seiten des  schmalen Weges etwas ruppig aussieht, ist wohl   soweit normal. Aber gepaart mit dem Zeugen, der  ein weißes Auto am Friedhof gesehen haben will,   zu dem der Pfad führt, wirkt es wahrscheinlich,  dass der Täter Molly dorthin geführt hat. Die   Annahme, dass das Auto in den Fall verwickelt ist,  erhärtet sich.

Denn man findet in der Böschung   Reifenspuren, die abseits des normalen Weges sind.  Vielleicht ist der Täter mit Holly in seinem Auto   abseits der gekennzeichneten Wege geflogen.  Für die Polizei ist die Suche nach dem Mann   in dem weißen Auto der erste und einzige echte  Anhaltspunkt. Deswegen fängt die Polizei an alle   weißen Autos in der Nähe zu checken, die ihnen  begegnen. Dabei werden etwa 125 PKW überprüft.

Rechtig weiter bringt das die Polizei aber nicht.  Also schaut man sich stattdessen in Molly engstem   Kreis um. Die 16-jährige hat seit ein paar  Monaten einen festen Freund namens Steven Lucas.   Vor den Sommerferien sind die beiden auch zusammen  zum Abschlussball gegangen. Eigentlich könnten die   beiden nicht gegensätzlicher sein.

Molly ist  total Energie geladen und immer unter Strom   und Steven hingegen ist sehr ruhig und in sich  gekehrt. Trotzdem findet es die Polizei auffällig,   dass Steven nicht an der Suchaktion nach Molly  teilnimmt. Viele andere Freunde von ihr sind   da und durchkämmen den Wald. Steven hingegen  hält sich von der Suche fair. Allein schon,   weil er und Molly sich natürlich sehr nah waren,  wird Steven bald von der Polizei befragt.

Dabei   fällt den Ermittlern auf, Steven hat eine blutige  Kruste an seiner Lippe und sein Augenbrauen   Piercing ist nicht drin. Steven erklärt sich,  indem er der Polizei sagt, er sei neulich morgens   total verschlafen gegen eine Zimmertür gelaufen.  Dabei habe er sich dann an der Lippe verletzt.   Seinen Freunden soll er etwas anderes  erzählt haben.

Zu ihnen hat Steven gesagt,   er habe einen Lippenherpes gehabt. Na ja,  vielleicht auch nicht unbedingt etwas, dass   man fremden Polizeibeamten gerne erzählt. Teenager  schämen sich manchmal grundlos für die normalsten   Dinge. Vielleicht ist das auch hier der Fall.  Aber die Polizei registriert diesen Widerspruch   von Steven trotzdem, zumal der Teenager laut  einem der Beamten nicht sonderlich kooperativ   ist. Er gibt nur an am 27. Juni den ganzen Tag  zu Hause gewesen zu sein.

Allerdings nimmt er   an einem Lügendetektorest teil und besteht  diesen auch sofort. In einigen Bundesstaaten   der USA werden solche Tests noch routinemäßig in  Ermittlungsverfahren durchgeführt. Dass Steven   Luukas seinen Test besteht, hatten den Augen der  US-Emmittler durchaus Aussagekraft. Und was man   noch dazu sagen muss, als Steven am selben Tag von  Molly Verschwinden erfahren hat, ist er sofort zu   Molly Eltern gefahren und das, obwohl er und die  Bishs kein sonderlich enges Verhältnis hatten.

Auf   Molly Eltern hat es anständig und aufrichtet  gewirkt, dass Steven in so einer Situation   bei ihnen vorbeischaut. Deshalb finden sie sein  sonstiges Verhalten auch nicht weiter verdächtig.   Steven Lucas ist übrigens nicht der einzige, der  einen Lügendetektortest absolvieren muss. Schon in   den ersten Wochen der Ermittlung lädt die Polizei  insgesamt ganze 13 Personen zu so einem Test vor.

Darunter sind auch mehrere vorbestrafteftäter aus  der Gegend um Warren. Allerdings fällt nicht nur   eine Person durch den Test, sondern gleich sieben.  Da sieht man mal wieder, weshalb Lügendetektor   Test bei uns hierzulande nicht mehr als geeignetes  Ermittlungstool gesehen werden.

Es dauert leider   Jahre, bis man im Fall Molly Bish eine neue  Spur findet. Ich habe euch ja schon am Anfang   vom Waldgebiet rund um den See erzählt. Das ist  nicht nur ein Erholungsgebiet oder ein Wald mit   Wanderpfad, sondern ein wirklich dichter Wald, in  dem sich auch ein Jagdrevier befindet. Das Gebiet   erstreckt sich über mehrere Meilen und Ortschaften  hinweg.

Wer sich dort nicht gut auskennt,   verliert dort schnell die Orientierung oder  findet manche Stellen den Wald gar nicht erst,   weil er so tief ist. Und genau an so einer  Stelle mitten im Wald findet man 2003 Überreste   eines blauen Badeanzugs. Glücklicherweise gibt  der Finner den Badeanzug bei der Polizei ab.   Das Kleidungsstück wurde in Por gefunden, ein  paar Meilen vom Badesee entfernt, aber am selben   Waldgebiet gelegen. Deshalb wird die Gegend im  Por noch einmal ganz gründlich abgesucht.

Dabei   findet man ein Stirnband im Kabog River und Molly  hat zuletzt fast immer ein Stürmband bei sich   gehabt. Es liegt nah, dass man Molly Bish jetzt  3 Jahre nach ihrem Verschwinden ganz nah ist. Und   am 3. Juni 2003 gibt es dann den entscheidenden  Fund, einen menschlichen Oberarmknochen. In den   Tagen darauf findet man einen Rippenknochen und  einen Wirbel und danach insgesamt über 20 weitere   Knochen sowie Zehne.

Ein Profilerhält es für gut  möglich, dass der Auffindeort zugleich der Tatort   gewesen ist, denn die Waldstelle liegt auf einer  Anhöhe. Laut des Profilers ist das aus Tätersicht   ein günstiger Ort. Von der Anhöhe aus hätte der  Täter sehen können, wenn sich weiter unten eine   Person nähert, die ihn beobachten könnte.  Am 9. Juni wird offiziell bekannt gegeben,   dass es sich um die Überreste von Molly and Bish  handelt.

Alles, was körperlich von ihr übrig   bleibt, sind Knochen. Dutzende weitere werden nie  gefunden. Im Laufe der Jahre wurden sie vermutlich   durch die Witterung oder Wildziere weiter im  Waldgebiet verzeilt, sodass es unmöglich ist,   das komplette Skelett wieder zusammenzubekommen.  Molly Mutter sagte dazu einmal, sie kam Knochen   für Knochen nach Hause zurück. Zuerst ihr  Schienbein, dann ihr Sched.

Am Ende kam 26   von Molly Knochen zu uns nach Hause zurück. Der  Familie von Molly bleibt nichts anderes übrig,   als das zu bestatten, was sie haben. Die Knochen  der 16-jährigen passen in einen Babyssack. Am 2.   August 2003 wird Molly im Kreise ihrer Familie  beigesetzt. Es wäre ihr 20. Geburtstag gewesen. Die Familie von Molly hat schon früh gesagt, sie  würde nicht glauben, dass jemand aus Warren für   das Verschwinden der Jugendlichen verantwortlich  ist.

Sie können oder wollen sich nicht vorstellen,   dass einer ihrer direkten Mitmenschen  etwas mit der Sache zu tun hat.   Die Polizei sieht das aber etwas anders. Aufgrund  der örtlichen Gegebenheiten mit dem Waldgebiet   ist für die Ermittler klar, dass der Täter  sich vor Ort gut ausgekannt haben muss. Es   gibt mehrere Verdächtige im Fall Molibisch, auch  wenn nie jemand angeklagt wurde.

Lasst uns die   Verdächtigen im folgenden mal gemeinsam durchgehen  und schauen, was für oder gegen sie als mögliche   Täter spricht. Als der ersten gerätt ein Mann  namens Oscar Bagin in den Fokus der Ermittlung.   Er ist damals 52 Jahre alt und kommt aus der  Nachbarschaft Woster. Vor allem hat er eine   erstaunliche Ähnlichkeit zu dem Phantombild  des Mannes mit dem weißen Auto.

Und wie sich   herausstellt, soll er Molly flüchtig gekannt  haben. Demnach soll Oscar ihr einige Wochen vorher   auf der Abschlussfeier seines Neffen begegnet  sein. Leider ist zu dieser Begegnung nichts weiter   bekannt, aber die Polizei hält Oscar Bagen für so  interessant, dass er gleich zweimal befragt wird.   Er ist nämlich auch vorbestraft und zwar wegen  Vergigung, sexer Nötigung und Körperverletzung   in einem Kind. Er wurde 1991, 9 Jahre vor Molly  Verschwinden entsprechend verurteilt.

Eigentlich   ist Oscar damit ein sehr eindeutiger Verdächtiger,  aber er selbst streitet jede Verbindung zu dem   Verschwinden ab. Und nicht nur das, selbst Molly  Mutter bezweifelt, dass Oscar Bagen der Täter ist.   Sie hat den Mann mit dem weißen Auto  am Tag vor Molly Verschwinden ja gut   20 Minuten beobachtet und sie glaubt nicht,  dass es Oscar war.

Seine Haare würden ganz   anders aussehen als die des Mannes, der Molly  so penetrant angestarrt hatte. Wenn man annimmt,   dass der Mann im weißen Auto auch der Zäter ist,  macht diese Einordnung Oscar Billagen erst einmal   weniger verdächtig. Am 31. Oktober 2005 wird  ein Mann namens John Reagan New York verhaftet.   Nicht, weil er im Fall Molly Bisch verdächtigt  wird, zumindest fürs Erste.

Eigentlich wird er   wegen einer versuchten Entführung festgenommen.  Er soll wohl versucht haben, eine Jugendliche in   seinen Van zu locken. Nur wenige Tage nach seiner  Verhaftung wird bekannt gegeben, dass die Polizei   ihn als möglichen Täter im Fall Molly Büsch im  Blick hat. John Rean soll wohl arbeitsbedingt   jährlich nach Sturbridge in Massachusetts gereist  sein und nicht weit davon entfernt ist Molly   verschwunden. Sein Anwalt dementiert sofort, dass  er irgendetwas mit dem Verschwinden zu tun habe.

Die Polizei würde überreagieren und das Ganze  würde im Sande verlaufen. Und der Anwalt soll   recht behalten. Bei einer Überprüfung ergibt  sich, dass John Reagan Ende Juni 2000 nicht   in Massachusetts war. Damit scheidet er als  Täter im Feu Molly Bisch also definitiv aus.   2008 wird ein Verbrechen begangen, das auf  den ersten Blick nichts mit dem Verschwinden   von Molly Bish zu tun hat, denn 2008 ermordet  ein Mann namens Rodney Stanger seine Freundin   Crystal Morrison. Zu diesem Zeitpunkt sind  die beiden seit mehr als 20 Jahren ein Paar.

Rodney wird wegen des Mordes an seiner Partnerin  zu einer Freiheitsstrafe von 25 Jahren verurteilt.   Und eventuell hat der gewaltsame Tod von Crystal  Morrison eben doch etwas mit dem Verschwinden von   Molly Bish zu tun. Denn nur eine Woche bevor  Rodney sie ermordet hat, hat Crystal wohl ein   Gespräch mit ihrer Schwester Bonnie geführt, indem  sie ziemlich schockierende Dinge erzählt hat.

Natürlich haben wir hier nur die Angaben  von Bonnie, aber wenn die stimmen,   sind die Informationen mehr als krass. In  dem Gespräch zwischen den Schwestern soll   Crystalle gegenüber Bonnie angedeutet haben,  dass ihr langjähriger Freund nicht nur in ein,   sondern in zwei Kriminalfälle verwickelt ist.

Zum einen den Mord an der 10 Jahre alten Holly   Py im Sommer 1993 und zum anderen den Mord an  der 16 Jahre alten Molly Bish im Sommer 2000.   Der Mord an Holly Pyranus ist ebenfalls bis heute  ungelöst. Er spielte sich 7 Jahre vor dem Mord an   Molly ab in einem Ort, der etwa 40 Autominenuten  entfernt liegt. Und eine Woche vor ihrer Ermordung   soll Rodney Stangers Freundin Crystal gesagt  haben, Rodney habe mit diesen beiden Fällen   etwas zu tun. Eine Woche später war sie tot.

Rodney selbst wurde im Fall Holly Pirane nie   offiziell verdächtigt, dafür aber sein Bruder  Randy. Dieser lebte nämlich ganz in der Nähe   der Stelle, in der die Leiche der Zehnjährigen  Holly gefunden wurde. Der Verdacht gegen Randy   hat sich nie erhärtet. Ein interessantes Detail  ist allerdings, dass Randy damals ein weißes   Auto fuhr. Als die Polizei davon erfährt, wird die  Spur sofort sehr ernst genommen.

Auch weil Rodney   ein entsprechendes Vorstrafenregister aufweist.  Seine Polizeiakzte enthält einige Einträge über   Gewalt gegen Frauen, gegen seine beiden Exfrauen,  gegen eine ehemalige Schwägerin und letztendlich   dann der Mord an seiner Partnerin Crystal.  Doch damit nicht genug. Er kommt aus Warren,   wo Molly lebte und war als Jäger und Fischer  aktiv.

Die Polizei hat schon früh gemutmaß,   der Täter könnte entweder eine Jagd oder eine  Fischerlizenz haben aufgrund des Tatorts im Wald.   Und der Auffinde von Molly Überresten war ja auch  in einem Teil des Waldes, in den sich außer einem   Jäger eigentlich niemand verirren würde. Rodney  soll sogar in ganz genau dem Teil gejagt haben,   in dem Molly gefunden wurde, in Whisky Hill in der  Nähe von Porm.

Weiterhin wurde er mehrmals beim   Fischen am Commons Pont gesehen. Falls ihr denkt,  mehr Verbindungen könnte es Bayern nicht mehr   geben, eine habe ich noch für euch. Molly musste  vor ihrem Sommerjob ja Bademeisterkurse machen,   jeden Samstag. Diese fanden bei der örtlichen YMCA  in Warren statt und Rodney Stanger lebte damals   ausgerechnet in derselben Straße, in der sich auch  das YMCA Zentrum befunden hat.

Es könnte durchaus   sein, dass er Molly dort einmal oder sogar  mehrfach gesehen hat, dass er vielleicht wusste,   dass samstags die Kurse für zukünftige Bademeister  stattfinden und dann als regelmäßiger Besucher des   Comens Pond eins und eins zusammezählt hat und  wusste, dass Molly im Sommer dort arbeiten würde.   Auffällig ist außerdem, dass er 2001 im Jahr nach  Mollys Verschwinden aus Warren weggezogen ist.

Von   da an lebte er in Florida. Den Mord an seiner  Freundin Crystal hat Rodney gestanden, aber bei   Befragung zum Fall Molly Bish wiegelt er ab. Mit  dieser Sache habe er nichts zu tun. Die Polizei   erhält trotzdem einen Durchsuchungsbeschluss für  den Trailer, in dem Rodney und Crystal in Florida   gelebt haben.

Dort findet man mehrere nicht näher  beschriebene Haaracessoires für jüngere Mädchen,   von denen man annimmt, dass sie nicht Crystal  gehört haben. Die Sachen werden auf DNA getestet,   aber leider kann man kein nützliches Profil  mehr rekonstruieren. Klar, die Indizien gegen   Rodney Stanger klingen dennoch ziemlich stark,  aber es sind eben auch nur Indizien. Indizien,   die leider nicht für eine Anklage im Fall Molly  Bish reichen.

Lass uns an dieser Stelle kurz   noch mal auf den Fall Holly Pyranin zu sprechen  kommen. Ich habe euch ja eben schon erzählt, dass   die Fälle durch die Aussage von Rodneys Freundin  Crystal in Verbindung gebracht wurden. Um das noch   mal kurz einzuordnen. Holly Py ist 10 Jahre alt,  als sie am 5.

August 1993 verschwindet, 7 Jahre   vor Molly Bisch. Die beiden Mädchen heißen nicht  nur ähnlich, sondern sind auch im selben Alter.   Letztendlich werden sie auch ein Schicksal  und eventuell auch ihren Mörder. Die Polizei   hält es nämlich durchaus für den, dass die  beiden Fälle miteinander verbunden sind. Ich   habe euch ja schon erzählt, dass Holly etwa 40  Autominuten von Molly entfernt verschwunden ist,   aber die Auffindeorte der beiden Mädchen liegen  noch näher bei Durch den Wald und eine Landstraße   sind die jeweiligen Abschnitze sogar miteinander  verbunden. Im Oktober 1993 wurde Holly von Jägern

im Wald bei Brimfield gefunden und Molly 10  Jahre später in der Gegend um Whisky Hill.   Laut Google Maps trennen diese beiden Gegenden nur  wenige Autominuten. Laut zweier Ermittler ist es   wahrscheinlich, dass die Entführung von Molly Bish  nicht das erste Verbrechen des Täters gewesen ist.   Dafür gibt es zu wenige Spuren und immerhin hat  das ganze dre Jahre gedauert, bis man Überreste   des Mädchens gefunden hat.

Das spricht eher dafür,  dass jemand mit Erfahrung am Werk gewesen ist,   vielleicht sogar der Mörder, der zuvor schon Holly  Panen umgebracht hat. Im Fall Holly Piran selbst   gibt es auch noch mal einige Verdächtige mehr,  die nicht öffentlich mit gleich beiden Fällen   Verbindung gebracht werden. Rodney Stanger und  sein Bruder Randy aber eben schon. Und dann ist   da noch ein Mann, der in beiden Fällen als Person  von Interesse geführt wird. Robert Arms.

Kurz zur   Einordnung. In der US-Justiz ist eine Person  of Interest etwas anderes als eine verdächtige   Person. Eine Person von Interesse ist noch nicht  notwendigerweise verdächtig. Sie kann auch z.B.   als Zeuge, Opfer oder eventueller Verdächtiger  einer Ermittlung oder potenziell irgendwie mit   dem Fallen Zusammenhang stehen, ohne dass ein  konkreter Tatverdacht gegen sie ausgesprochen   wird. Und so ist es auch bei Robert Arms.

Er soll zum Zeitpunkt von Holly Perinans   Verschwinden 93 in der Gegend gewohnt haben. Er  kannte sich gut aus und hat unmittelbar nach dem   Verschwinden des Mädchens seine Wanderstiefel und  sein Auto entsorgt. Vielleicht so glauben einige,   um physische Beweismittel verschwinden zu lassen.  Robert Arms hat sich an der Suche nach Holly   beteiligt.

Ein Jahr nach ihrem Verschwinden hat  er sich sogar in die Medien gewendet und gesagt,   er wüsse, dass er ein Verdächtiger sei. Er habe  aber nichts zu verbergen. Auch im Fall Molly   Bish wird Robert Arms als Person of Interest  geführt. Allerdings einfach aus dem Grund,   dass er damals in der Nähe gewohnt hat und dem  Phantombild zumindest entfernt ähnelt. Dafür,   dass er Molly Bish wirklich etwas angez, spricht  aber noch weniger als für seine Verdächtigung im   Hollyfall 7 Jahre zuvor. Besonders gruselig.

Molly hat nach Hollys Verschwinden sogar einen   Brief an die Familie von Holly Peren geschrieben.  Molly war ja selbst erst 10 Jahre alt und hat sich   vom Schicksal der gleichaltrigen Holly offenbar  sehr berührt gefühlt. Der Fall war in den Medien   Massachusetts damals sehr präsent.

Offenbar wollte  Molly Bish damals als kleines Mädchen die Familie   der noch verschwundenen Holly irgendwie trösten.  In dem Brief an die Eltern der ermordeten Holly   schrieb sie unter anderem: “Es tut mir sehr leid.  Ich wünschte, ich könnte das für sie wieder gut   machen. Holly ist ein richtig hübsches Mädchen.  Sie ist fast so groß wie ich. Ich wünschte, ich   würde Holly kennen. Ich hoffe, sie wurde gefunden.

Nur sieben Jahre später wird der jungen Absenderin   Molly Bish etwas ganz ähnliches wiederfahren,  wie Holly Py im Jahr 1993. Und wer weiß,   vielleicht sogar durch dieselbe Person. Nach  einigen Jahren Funkstelle gibt es auf einmal   einen neuen Namen. Inzwischen ist es der vierte,  falls ihr nicht mitgezählt habt. Im Juni 2021 wird   bekannt gegeben, dass ein Mann namens Frank Samner  als Täter im Fall Molly Bish in Frage kommen wird.

Wie auch einige der anderen Verdächtigen war er  zum Zeitpunkt von Molly Verschwinden bereits wegen   verschiedener Sexaldelikte und auch Entführung  vorbestraft. Allerdings lebt Frank Hamner nicht   mehr. Er ist bereits 2016 verstorben, also 5  Jahre bevor er öffentlich verdächtigt wurde.   Die Bezirksstaatsanwaltschaft gibt eine umfassende  Begründung dafür ab, weshalb Frank nun verdächtig   werde.

Zuerst einmal könnte es eine Verbindung  zwischen Frank und Molly geben, denn Molly Vater   arbeitete als Bewährungshelfer und Frank Samner  war im Jahr 2000 gerade auf Bewährung, nachdem   er eine Haftstrafe wegen Entführung und schwerer  Vergigung verbüst hatte. Die Geschädigte sei erst   seh Jahre alt gewesen, so der Bezirksstaatsanwalt,  also genauso alt wie Molly zum Zeitpunkt ihres   Verschwindens. Für diese Straftat wurde Frank  Samner Anfang der 80er rechtskräftig verurteilt.

Diese Anhaltspunkte vom Bezirksstaatsanwalt  klingen plausibel. Das Problem daran ist,   er hatte einige Punkte ausgelassen. Dass Frank  Samner Anfang der 80er wegen Entführung und   Vergung verurteilt wurde, ist korrekt, wobei die  Geschädigte nicht 16 Jahre alt war, sondern 21.   Es macht es nicht besser, klar. Aber die Parallele  beim Alter der Geschädigten und Molly fällt weg.

Zudem haben sich Frank und die Geschädigte schon  länger gekannt. Er hatte sie als Reidigungskraft   eingestellt. Das Verbrechen für das Frank Thamner  verurteilt wurde, ist also vom Modusoperandi her   ein ganz anderes als eines an Molly gewesen wäre.

Was der Bezirksatsanwalt in seinem Statement auch   nicht erzählt, ist, dass Frank Samner kein neuer  Verdächtiger ist. Gegen ihn wurde wohl schon 2003   ermittelt. Da hat er ja noch gelebt und als er  davon erfahren hat, dass die Polizei ihn nun   im Fall Molly Bisch unter die Lupe nimmt, soll  er sofort freiwillig eine DNAP Probe abgegeben   haben.

Trotzdem wird er 5 Jahre nach seinem Tod  öffentlich verdächtig und das Ganze wird noch   merkwürdiger. Molly hat neben ihrem Bruder John  auch eine Halbschwester namens Heather. Diese gibt   2022 bekannt, dass eine DNA Probe von Frank Hamner  untersucht worden sei. Man habe ihr mitgeteilt,   dass es keine Übereinstimmung zwischen der Täter  DNA und der von Frank gegeben hat. Einer der   zuständigen Ermittler bekräftigt im Jahr darauf  trotzdem noch einmal, dass Frank Samner weiterhin   als Person von Interesse gelten würde.

Franks  Schwester hat versucht eine Veröffentlichung der   DNA Untersuchung zu beantragen. Sie ist sich ganz  sicher, dass ihr Bruder unschuldig ist und glaubt,   dass er nur als Sündenbock für die gescheiterten  Ermittlung herhalten soll. Bis heute wurden   die Ergebnisse jedoch nicht veröffentlicht.  Stattdessen gibt es Bilder von Frank Samner,   die neben das Phantombild gelegt werden, das auf  den Angaben von Molly Mutter entstanden ist.

Und   da sieht man schon eine gewisse Ähnlichkeit. Nicht  zuletzt auch deshalb, weil Frank Thumna genau wie   der Mann auf der Zeichnung eine Zigarette in der  Hand hält. Das Problem ist laut Frank Schwester,   er hat eigentlich gar keine Zigaretten geraucht.  Das Foto sei im Gefängnis entstanden.

Dort habe   er Zigaretten geraucht, weil es sonst eben nichts  gab. Aber zu Hause habe er nur Zigarre geraucht.   Zudem sagt sie, Frank sei sehr eit gewesen und  habe seine Haare immer pech schwarz gefärbt.   Molly Mutter hat aber ganz ausdrücklich von  graumeliertem Haar gesprochen. Solche Aussagen von   Familienmitglieder von Beschuldigten sind immer  schwierig einzuordnen.

Einerseits kennen sie die   Verdächtigen natürlich am besten. Andererseits  haben sie durchaus auch ein eigenes Interesse,   den Namen ihrer Verwandten reinzuwaschen.  Die Schwester von Frank erzählt z.B.   Sie und ihr Bruder hätten zu dessen Lebzeiten  gar keinen Kontakt mehr gehabt, aber nach der   öffentlichen Beschuldigung seien sie und andere  Familienmitglieder auf der Straße angefeindet   und beschimpft worden.

Dass sie da versucht,  Post um die Unschuld ihres Bruders zu beweisen,   ist ja auch irgendwie in ihrem eigenen Interesse.  Oder aber sie glaubt einfach aufrichtig daran,   dass Frank Samner nicht der Mörder von Molly  Bish ist. Das betont sie in ihren Erzählung   jedenfalls immer wieder. Die Schwester des toten  Verdächtigen ist übrigens nicht die einzige, die   frustriert ist.

Zuletzt hat sich Molly Schwester  Heather darum bemüht, dass die Ermittlung an das   Nachbarcounty weitergegeben werden. Sie scheint  den Glauben an ihre örtliche Polizei verloren   zu haben. Das was jetzt kommt wird ein wenig  verworren, aber wir versuchen das Ganze hier   bestmöglich aufzuschlüsseln. Also gehen wir noch  mal ganz an den Anfang des Falls zurück. Wie ihr   im ersten Kapitel gehört habt, wurde Molly Bisch  von Fed als vermisst gemeldet.

Er war Molly Chef   und für die Pflege des Gebiets rund um den Commons  Pond verantwortlich. In einem Interview sagt Molly   Schwester Heather, Ed habe Molly während der  Arbeit ein paar mal Schokoriegel zur Stärkung   vorbeigebracht. Hab ihr auch mehrere Kataloge  zum Thema Bademode gegeben. Allerdings nicht   mit Badeanzügen, die eine Rettungsschwimmerin  tragen würde, sondern mit normalen Zeilen aus   dem Einzelhandel.

Molly habe diese Kataloge  aber ignoriert und einfach die Badeanzüge mit   zur Arbeit genommen, die ihre Eltern ihr gekauft  haben. Einmal soll Ed ihr so einen Katalog wohl   direkt zu Hause vorbeigebracht haben. Ein bisschen  bizarr, vielleicht aber auch einfach nur eine   nett gemeinte Geste. Soll wohl am Morgen des 27.  Juni von der Zeugin Sandra Woodworth verständigt   worden sein. Sie hat ihm Bescheid gegeben,  dass keine Badeaufsicht am Commons Pond war.

soll dann um 11 Uhr am See angekommen sein. Um  11:44 Uhr hat er über Molly Funkgerät die Polizei   verständigt. Also gut eine dreiviertelstunde nach  seiner Ankunft am See. Er sagt der Polizei direkt,   dass er die erste Hilfetasche geschlossen habe,  die er geöffnet vorgefunden hat. Er habe auch   ein paar andere Sachen von Molly angefasst.

Deshalb ist es auch nicht verwunderlich,   dass seine Fingerabdrücke auf Molly Sachen sind.  Soweit so logisch. Laut einigen Quellen soll er   der Polizei aber auch erzählt haben, dass Molly  Bruder John an diesem Tag als Bademeister hätte   arbeiten soll und nicht Molly selbst. Und das  ist nicht wahr. John war in den vorigen Wochen   zwar im Badese, aber nur um Molly einzuarbeiten.

Die ersten sechs Tage war er bei ihr und hat sie   beaufsichtigt. Der 27. Juni sollte Molly zweiter  komplett selbständiger Arbeitstag werden. Dass   John an den Commons Pond kommt, war für diesen  Tag nie geplant. Allerdings kann es sein, dass   etwas vielleicht einfach durcheinander bekommen  hat. Kann mal passieren, aber es gibt dann noch   ein paar mehr Merkwürdigkeiten.

Gegenüber einer  Zeitung erzählt Ed in einem Interview 2003, dass   er ein Alibi für den Tarzeitraum habe. Deshalb sei  in den Augen der Polizei nicht verdächtig. Zudem   hat er freiwillig eine DNA-Prebe abgegeben.  Genauer wird er wie Volk zitiert. Ich denke,   die wollten einfach eine große Datenbank bauen.  Ich wurde damals wie ein Verdächtiger behandelt.   Sie haben eine Story überprüft und herausgefunden,  dass ich ein Alibi hatte.

Klingt eigentlich gut,   aber wie die Hobbyermittlerin und Autorin Lori  Lemothy herausgefunden hat, stimmt das vielleicht   gar nicht. Für die folgenden Angaben gibt es nur  Loris Artikel als Quelle. Sie hat wohl mit Molly   Schwester Heather als auch mit anderen Zeuginnen  und Zeugeninterviews geführt. Was in Loris   Artikeln steht, kommt in Berichten von etablierten  Medien nicht vor.

Alles basiert auf den   Interviews, die sie mit Beteiligten gemacht hat.  Diese Anmerkung mache ich nicht, um ihre Arbeit zu   diskredizieren. Im Gegenteil versteht das einfach  als Hinweis, dass die folgenden Punkte nicht durch   behördliche Bestätigung oder professionelle  Journalisten verifiziert sind. Selbst sagt ja,   die Polizei habe sein Alibi gecheckt. Alles sei  gut.

Sein Alibi ist wohl, dass Ed am Morgen des   27. Juni 2000 einen Zaun gestrichen haben  soll. Das habe er auch nicht allein gemacht,   sondern mit drei weiteren Leuten. Einer davon ist  ein Teenager, der ein paar Sozialstunden able.   Sein Name ist nicht bekannt. Der andere junge Mann  heißt Kenneth Tetro. Der dritte ist Kenneth Bruder   Jared Tetro. Soweit so gut.

Sagt, er habe den drei  Jungs bis 11 Uhr bei den Malarbeiten geholfen,   bis er von der Zeugin Sandra Woodworth Bescheid  bekommen hat, dass der Bademeisterposten leer   gewesen ist. Der Teenager, der die Sozialstunden  machen musste und an diesem Tag bei den   Malarbeiten dabei war, war aber zufällig mit Molly  befreundet. Deshalb erinnert sich der Teenager   noch gut an den 27. Juni und er behauptet, es sei  überhaupt nicht den ganzen Morgen bei ihn gewesen.

Der Teenager schildert das so. Man habe sich gegen  9 Uhr mit Ed am Katterpark getroffen. Habe Farbe   und Pinsel mitgebracht, die Sachen verzeilt und  ein paar Anweisungen gegeben. Dann sei Ed aber um   etwa 9:15 Uhr oder 9:20 Uhr verschwunden. Fett sei  dann erst um 12:30 Uhr wiedergekommen.

Da habe er   die drei Maler zu Mittagessen bei Monas Pizza in  Warren eingeladen und dort habe niemand geringeren   getroffen als den Police Chief von Warren und sich  beim Essen gemütlich unterhalten. Zur Erinnerung,   laut den Zeugen passierte all das nur eine  dreiviertelstunde, nachdem Ed ein 16 Jahre   altes Mädchen bei der Polizei als Vermiss gemeldet  hat und während die Suche noch im vollen Gang war   an einem Badese für den Ed verantwortlich  war.

Allerdings soll Ed all das während des   Essens mit keiner Silber erwähnt haben. Der Zeuge  sagt, er habe das alles auch der Polizei erzählt,   als er befragt wurde. Danach habe er jedoch nie  wieder etwas von den Behörden gehört. Soweit   die Angaben von Molly Kumpel. Das allein ist  schon merkwürdig genug. Und dann ist da noch   eine Begegnung, die Molly Bruder John an diesem  Morgen mit Ed gehabt haben will.

John soll Ed   nämlich am Morgen des 27. Juni 2000 in einem  lokalen Baumarkt getroffen haben. Der Baumarkt   in West Brookfield liegt tatsächlich nur wenige  Minuten vom Cutterpark entfernt. Laut Molly Kumpel   ist Edd um 9:15 Uhr oder 9:20 Uhr los. Und um 9:30  Uhr soll John Bish ihn dann im Baumarkt getroffen   haben. Zeitlich würde das passen. Soll im Baumarkt  Klebeband und Seile gekauft haben.

Das sind   erstmal ganz normale Sachen, die man ebenso kauft,  wenn man viel draußen oder handwerklich arbeitet.   Andererseits sind das auch Dinge, die wohl auf  der Einkaufsliste eines Entführers stehen würden.   Wenn man den Aussagen von Molly Kumpel und ihrem  Bruder glaubt, ist nicht klar, wo Edfett zwischen   9:40 Uhr und 11 Uhr war.

Also zwischen dem Einkauf  im Baumarkt und dem Moment, als er von Sandw zur   Badestelle gerufen wurde. Molly Bish ist um kurz  vor 10 Uhr am Badesee angekommen. Das Zeitfenster   für eine Entführung ist knapp, aber glaubt man den  Zeugenaussagen, wäre es eben da. Allerdings ist   noch mal wichtig zu betonen, dass die Theorie rund  um Ed auch nur auf diesen beiden Zeugenaussagen   basiert.

Bei dem, was man aus etablierten Medien  weiß, ist ja der letzte Stand, dass Fed nach   eigenen Angaben in Alibi hat und die Polizei ihn  nicht länger für verdächtig hält. Von der Polizei   selbst konnten wir keine einzige Aussage finden,  wonach Ed Fed irgendwann verdächtig gewesen sei.   Interessant ist auch, dass gegenüber der Zeitung  2003 so explizit gesagt habe, er habe eine DNA   Probe abgegeben.

Die Frage ist, was das gebracht  hätte, denn er hat ja schon direkt nach Mollys   Verschwinden gesagt, dass er ihre Sachen angefasst  hat. Dass seine DNA oder Fingerabdrücke darauf   zu finden waren, war eh klar. Gehörte auch zu  den Personen, die während der Ermittlung einen   Lügendetektortest gemacht haben und er gehörte  auch zu den Personen, die durchgefallen sind. Eigentlich ist es recht ungewöhnlich, dass es  so viele explizite Verdächtige in einem Fall   gibt.

Klar, in den USA ist es dit Datenschutz  alles etwas anders und Namen werden ehemal an   die Presse und Öffentlichkeit rausgerückt.  Aber auch da beruft sich die Polizei eher   auf den vorsichtigeren Ausdruck Person von  Interesse. So wie zuletzt bei Frank Samner   oder ganz früh bei Ed Fett. Der Begriff ist etwas  weicher als jemanden direkt als Verdächtigen zu   bezeichnen.

Im Fall Molly Büsch ist das trotzdem  gleich viermal passiert und trotzdem wurde nie   jemand wegen der Entführung oder des Mordes  an der damals 16-jährigen festgenommen. Wer   auch immer für Molly Schicksal verantwortlich  ist, der Täter hat es leider geschafft mit   einer Entführung am helligsten Tage an einem  eigentlich gut besuchten Ort davon zu kommen,   zumindest bis zum heutigen Tag.

Denn wenn die  ganzen neuen Verdächtigung der Polizei eines   zeigen, dann ja eigentlich, dass der Fall nicht  still steht, auch wenn inzwischen 25 Jahre seit   dem Verschwinden von Molly Bish vergangen sind.  Ich glaube, was auch dafür gesorgt hat, dass es   so viele Verdächtige gibt, ist das Phantombild.  Wenn man den Fall ganz objektiv betrachtet,   dann gibt es ja auch immer noch die Option, dass  das Phantombild gar nichts mit Molly Verschwinden   zu tun hat.

Der Mann ist Molly Mutter am Morgen  vor Molly Verschwinden aufgefallen, weil er sie   angestartrt hat aus einem weißen Auto heraus. Und  ein Truck hat am Morgen von Molly Verschwinden ein   weißes Auto in der Nähe des Commons Pont gesehen.  Aber weiße Autos gibt es eben auch richtig viele.   Das sieht man schon daran, dass allein zu diesem  Phantombild und dem weißen Auto mehr als 4000   Hinweise bei dermittelnden Polizei eingegangen  sind.

Das wäre statistisch runtergebrochen fast   ein Hinweis pro Einwohner von Waren. Und wäre der  Fahrer des weißen Autos der Täter, dann wäre er   mit seiner Tat ein großes Risiko eingegangen.  Magdine Bish hat am Tag vor Mollys Verschwinden   20 Minuten lang auf dem Parkplatz gewartet, bis  dieser komische Mann weggefahren ist. Das muss   der Mann auch bemerkt haben und eigentlich sollte  ihm klar gewesen sein, dass Molly Mutter ihn ganz   genau beschreiben könnte.

Es wäre ziemlich  unvorsichtig, trotzdem direkt am nächsten Tag   einen Entführungsversuch zu unternehmen, zumal an  diesem Tag der Schwimmunterricht stattgefunden hat   und deshalb viele Familien mit Kindern auf den  Weg zum Badese waren und damit auch potenzielle   Zeugen. Entweder der Täter ist ein absolut kalter  Überprofi, wie es ja auch die Polizei vermutet,   oder aber er ist das genaue Gegenteil und total  unprofessionell, indem er eben so viele Risiken   eingeht. Letzteres würde zum Mann mit dem  weißen Auto passen.

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Disclaimer: This story is fictional and created for entertainment purposes only. Any names, characters, places, or events are fictitious or used fictitiously. No real person or organization is intended to be portrayed.

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