Historischer Patzer bei „Gefragt – Gejagt“: Alexander Bommes korrigiert Fehler nach 15 Jahren live im TV T
Historischer Patzer bei „Gefragt – Gejagt“: Alexander Bommes korrigiert Fehler nach 15 Jahren live im TV
Die deutsche Fernsehlandschaft ist reich an Quizshows, die Millionen von Zuschauern Woche für Woche vor die Bildschirme locken. Formate, die Wissen, Schnelligkeit und Nervenstärke abverlangen, erfreuen sich ungebrochener Beliebtheit. Zu den absoluten Aushängeschildern im öffentlich-rechtlichen Fernsehen gehört dabei zweifellos die Quizsendung „Gefragt – Gejagt“, moderiert von dem charismatischen und schlagfertigen Alexander Bommes. Seit vielen Jahren begeistert das Format mit spannenden Duellen zwischen ambitionierten Kandidatinnen und Kandidaten auf der einen und den scheinbar unbesiegbaren Jägerinnen und Jägern auf der anderen Seite. Doch so routiniert eine Produktion über einen derartig langen Zeitraum auch ablaufen mag, manchmal ereignen sich Momente, die selbst erfahrene Moderatoren und die Redaktion vor völlig unerwartete Herausforderungen stellen. Ein solcher Vorfall, der sich tief in das Gedächtnis der Fans eingebrannt hat, zeigt einmal mehr, dass hinter dem glänzenden Bildschirmfaszinosum Menschen arbeiten, denen unter extremem Druck auch einmal folgenschwere Fehler unterlaufen können.
Der betreffende Abend im November bot den Zuschauern gewohnte Hochspannung. Gleich drei Kandidatinnen hatten es im Laufe der Sendung geschafft, sich gegen die Konkurrenz durchzusetzen und jeweils einen begehrten Platz im grossen Finale zu ergattern. Dort wartete keine geringere sportliche und mentale Hürde als der Jäger Manuel Hobinger, der für seine enorme Wissensbreite und seine Schnelligkeit berüchtigt ist. Die Mission des Teams schien auf den ersten Blick klar definiert, aber im Finale von „Gefragt – Gejagt“ entscheidet oft jede Zehntelsekunde über Sieg oder Niederlage. In der entscheidenden Schnellraterunde mussten die verbliebenen Kandidaten innerhalb von genau zwei Minuten so viele Fragen wie möglich richtig beantworten, um eine möglichst hohe Hürde für den Jäger aufzubauen. Am Ende dieser nervenaufreibenden zwei Minuten schien das Team eine respektable Leistung erbracht zu haben: Es wurden insgesamt vierzehn Fragen vermeintlich richtig beantwortet. Doch was dann geschah, sollte den Verlauf des Abends und das schliessliche Endergebnis grundlegend verändern.
Im Nachhinein wurden die Antworten von der Redaktion und den Verantwortlichen noch einmal ganz genau unter die Lupe genommen – ein üblicher Vorgang, um absolute Fairness zu gewährleisten. Dabei stellte sich heraus, dass dem Team im Eifer des Gefechts und durch unglückliche Umstände Punkte vorenthalten worden waren, die ihnen eigentlich rechtmässig zugestanden hätten. Schliesslich wurden den Kandidaten im Nachhinein noch zwei weitere Punkte gutgeschrieben, wodurch sich ihr Gesamtergebnis auf beachtliche sechzehn Punkte erhöhte. Der erste Fall betraf eine Frage nach der kleinsten Einheit des Lichts. Das Team antwortete damals spontan und treffend mit „Quant“, während auf dem Bildschirm jedoch das Wort „Photon“ eingeblendet wurde. In diesem speziellen Fall waren und sind beide physikalischen Begriffe absolut richtig, was die anfängliche Bewertung durch das System beziehungsweise die Redaktion zu einem unglücklichen Missverständnis machte. Die Kandidaten hatten demnach von Anfang an eine korrekte Antwort gegeben, die jedoch nicht adäquat gewertet wurde.

Der zweite Fall gestaltete sich noch ein wenig verzwickter und sorgte sowohl bei den Kandidaten im Studio als auch beim Moderator selbst für sichtbare Verwirrung. Es ging um eine Frage rund um den klassischen 3000-Meter-Hindernislauf, bei dem die Athleten bekanntermaßen mehrfach einen mit Wasser gefüllten Graben überqueren müssen. Das Team im Studio war sichtlich überrumpelt, reagierte hektisch auf die komplexe Fragestellung und antwortete schliesslich mit dem Begriff „Graben“, während als offizielle richtige Antwort das Wort „Wasser“ vorgesehen war. Die Formulierung der Frage schien in diesem Moment nicht optimal gewählt zu sein, was zu einem verständlichen Nachteil für die ahnungslosen Kandidaten führte. Als die abgelaufene Zeit und die verbleibenden Punkte im Studio analysiert wurden, zeigte sich Moderator Alexander Bommes von seiner absolut fairen Seite. Er zögerte nicht lange, übernahm die Verantwortung und räumte den Patzer offen ein, was in dieser Deutlichkeit im deutschen Fernsehen äusserst selten zu beobachten ist.
In seiner gewohnt nahbaren und ehrlichen Art gestand der Moderator vor laufenden Kameras ein, dass er bereits während der Runde ein ungutes Gefühl hatte. Er erklärte offen, dass die entsprechende Fragestellung in seinen Augen zum Nachteil der Kandidaten schlecht formuliert war beziehungsweise die eigentliche Lösung auf eine Art und Weise enthielt, die zu Verwirrungen führen musste. Mit einer bemerkenswerten Portion Selbstreflexion gestand Alexander Bommes, dass ihm ein derartiger Lapsus in seiner gesamten, mittlerweile fünfzehnjährigen Laufbahn als Moderator dieser Sendung offenkundig zum ersten Mal passiert sei. Er stellte sich damit schützend vor die gesamte Produktion hinter den Kulissen, die für die Erstellung der Fragen verantwortlich zeichnet. Seine Einstellung war dabei klar und unmissverständlich: Es dürfe niemals zum Nachteil der Kandidaten gereichen, wenn sich das Produktionsteam bei der Formulierung verhaue oder Unklarheiten entstehen. Diese sportliche Fairness und menschliche Grösse machten den Moderator in diesem Moment zu mehr als nur einem Spielleiter.
Die nachträgliche Anerkennung dieser beiden zusätzlichen Fragen hatte letztlich weitreichende Konsequenzen für den Ausgang des gesamten Finales und entpuppte sich als die Rettung für das ambitionierte Kandidatenteam. Der Jäger Manuel Hobinger, der wie gewohnt hochkonzentriert in das Finale gestartet war, konnte in der ihm zur Verfügung stehenden Zeit am Ende nur fünfzehn Punkte erzielen. Hätte das Team durch die unglücklich formulierten Fragen und die anfänglich falschen Wertungen nur die ursprünglichen vierzehn Punkte auf dem Konto gehabt, wäre der Jäger siegreich aus dem Duell hervorgegangen und die Kandidaten wären mit leeren Händen nach Hause geschickt worden. Doch durch die nachträgliche Korrektur und die Aufstockung auf insgesamt sechzehn Punkte reichte es am Ende knapp, aber verdient für den Sieg. Das Team konnte sich gegen den scheinbar übermächtigen Jäger behaupten und ging schliesslich mit dem stolzen Gewinn von 8000 Euro nach Hause. Ein Happy End, das ohne das beherzte Eingreifen und die Ehrlichkeit von Alexander Bommes so niemals zustande gekommen wäre.
Solche emotionalen und unvorhersehbaren Momente machen das Fernsehen für die Zuschauer so greifbar und sympathisch. Es zeigt sich, dass selbst in einer durchgetakteten, perfekt produzierten Show Raum für menschliche Grösse, Fehler und vor allem für Korrekturen bleibt, wenn es darauf ankommt. Die Fans der Sendung diskutierten nach der Ausstrahlung in den sozialen Netzwerken lebhaft über diesen historischen Moment und zollten dem Moderator grossen Respekt für seine offene Art. Es bleibt festzuhalten, dass Fehler zwar ärgerlich sind, aber die Art und Weise, wie man mit ihnen umgeht, den wahren Charakter eines Menschen offenbart. Alexander Bommes hat in dieser Situation bewiesen, dass er nicht nur souverän durch den Abend führt, sondern auch die Grösse besitzt, Fehler einzugestehen, wenn Fairness und Gerechtigkeit auf dem Spiel stehen. Ein unvergesslicher Abend für die Kandidaten, eine spannende Unterhaltung für die Zuschauer zu Hause und ein echtes Highlight in der langjährigen Erfolgsgeschichte von „Gefragt – Gejagt“.
