Günther Jauch vergisst die Auflösung: Skurriler Auftritt bei „Wer wird Millionär?“ sorgt für Überraschungen T
Günther Jauch vergisst die Auflösung: Skurriler Auftritt bei „Wer wird Millionär?“ sorgt für Überraschungen

Es gibt Fernsehformate, die über Jahrzehnte hinweg nichts von ihrer magischen Anziehungskraft verlieren, und zu den unbestrittenen Klassikern der deutschen Fernsehlandschaft gehört zweifellos die beliebte Quizshow „Wer wird Millionär?“. Immer wieder sind es neben den spannenden Fragen und den nervenaufreibenden Gewinnsummen vor allem die menschlichen Momente, die skurrilen Anekdoten und die unerwarteten Begegnungen, die das Publikum vor den Bildschirmen fesseln. In einer besonders bemerkenswerten Ausgabe der Erfolgssendung kam es kürzlich zu einer Konstellation, die selbst den erfahrenen Moderator Günther Jauch überraschte und für reichlich Gesprächsstoff sorgte. Gleich zwei Kandidaten aus derselben sächsischen Metropole Leipzig fanden den Weg auf den begehrten Ratestuhl – eine absolute Seltenheit, wenn man den vergleichsweise geringen Anteil an Bewerbern aus den neuen Bundesländern betrachtet, wie Jauch zu Beginn der Sendung anmerkte.
Der 28-jährige Tom Krause, beruflich als Fachinformatiker für Daten und Prozessanalysen tätig, traute seinen Augen kaum, als er bereits vor der Aufzeichnung feststellte, dass er die Studiokulisse mit einem Bekannten aus seiner Heimat teilen würde. Auf dem Stuhl neben ihm saß der 46-jährige Carsten Muschalle, der im Hauptberuf als Pressesprecher des Fußballvereins Lok Leipzig arbeitet. Doch die beiden Männer verband weit mehr als nur die gemeinsame Herkunft aus Sachsen. Zwischen den beiden schwebte noch ein ungelöstes technisches Problem aus dem Alltag: Ein hartnäckiger Drucker in Muschalles Umfeld schien trotz intensiver Bemühungen noch immer nicht einwandfrei zu funktionieren. Mit einem spitzbübischen Lächeln und einer gehörigen Portion Humor sprach der Pressesprecher das Thema an und erklärte, dass man darüber wohl noch einmal reden müsse. Günther Jauch, der für seine Schlagfertigkeit und seinen feinen Sinn für Humor bekannt ist, ließ sich diese Steilvorlage natürlich nicht entgehen und hakte sofort nach, ob man die Gelegenheit nicht direkt für eine offizielle Beschwerde nutzen wolle. Tom Krause nahm den charmanten Seitenhup gelassen hin und klärte das Publikum auf, dass man inzwischen ohnehin bereits einen konkreten Termin zur Problemlösung vereinbart habe. Offenbar mussten die beiden Leipziger erst den Weg ins ferne Köln auf sich nehmen, um bürokratische Hürden aus der Heimat auf dem Fernsehbildschirm zu klären.
Doch der eigentliche Höhepunkt des Abends stand dem jungen Informatiker erst noch bevor. Krauses Weg auf den Stuhl war keineswegs geradlinig verlaufen. In seiner Biografie spiegelten sich bereits einige berufliche Umwege wider: So versuchte er zunächst sein Glück bei der Bundeswehr, wurde dort jedoch abgelehnt, woraufhin er eine Laufbahn bei der Polizei einschlug. Auch dieser Weg fand ein frühes Ende, als eine unerlaubte Geschwindigkeitsüberschreitung auf der Autobahn seine Träume von der Polizeilaufbahn platzen ließ. Schließlich fand er seine wahre Berufung in der Informationstechnologie, baute sich eine erfolgreiche Karriere auf und wurde stolzer Vater von zwei Kindern. In der Quizshow selbst lief es für den Leipziger zunächst wie am Schnürchen. Souverän manövrierte er sich durch die ersten Fragerufen und bewies Nervenstärke, bis er schließlich vor der knackigen 8.000-Euro-Hürde stand.
Die entscheidende Frage, die über seinen weiteren Verbleib im Spiel entscheiden sollte, lautete: „1996 war seit Bestehen das einzige Jahr, in dem Deutschland wobei nicht am Start war?“ Der Kandidat geriet ins Grübeln. Um der Lösung näherzukommen, zog er sowohl den Telefonjoker als auch den 50:50-Joker zu Rate. Nach dem Aussortieren blieben nur noch zwei Antwortmöglichkeiten übrig: das Finale des Eurovision Song Contest oder die PISA-Studie. Da das entscheidende Jahr vor seiner Geburt lag, tappte der 28-Jährige im Dunkeln und zeigte sich verständlicherweise unsicher. Nach reiflicher Überlegung traf er eine pragmatische, wenn auch überraschende Entscheidung. Er zog die Reißleine, verzichtete auf das Risiko des Weiterspielens und erklärte dem Moderator mit einem Lächeln, dass es ihm eine große Freude gewesen sei, aber er an dieser Stelle lieber den Gewinn mitnehmen wolle.

Was danach folgte, ging in die Anwesenheitshistorie der Sendung ein und sorgte für erstaunte Gesichter vor den Bildschirmen. Günther Jauch nahm den Ausstieg des Kandidaten wie gewohnt mit Humor und scherzte humorvoll, dass Krause das gewonnene Geld wohl nur dann behalten dürfe, wenn der besagte Drucker in Leipzig in der kommenden Woche wieder einwandfrei funktioniere. Doch während der Moderator noch in Scherzen über das technische Büroproblem schwelgte, unterlief ihm ein folgenschwerer Lapsus: Er vergaß schlichtweg, die 8.000-Euro-Frage offiziell aufzulösen. Die richtige Antwort blieb somit zunächst im Raum stehen, und die Zuschauer erfuhren nicht, welche der beiden verbleibenden Optionen korrekt gewesen wäre.
Wie das Schicksal es jedoch so will, sorgte der Zufall für eine schnelle und unkonventionelle Korrektur. Nach dem Ausscheiden von Tom Krause nahm tatsächlich sein Leipziger Bekannter Carsten Muschalle auf dem begehrten Kandidatenstuhl Platz. Damit wurde der zweite Teilnehmer aus derselben Stadt unmittelbar mit genau jener Frage konfrontiert, an der sein Vorgänger kurz zuvor gescheitert war. Muschalle musste das Rätsel zwar nicht mehr eigenständig lösen, doch Günther Jauch nutzte die Gelegenheit zur späten Wiedergutmachung. Der Moderator übernahm die Auflösung eigenhändig und klärte das Publikum auf, dass Deutschland im Jahr 1996 tatsächlich nicht im Finale des Eurovision Song Contest gestanden hatte.
Der ungewöhnliche Vorfall zeigt einmal mehr, dass auch eine hochkarätig besetzte und professionell produzierte Fernsehsendung wie „Wer wird Millionär?“ Raum für menschliche Unzulänglichkeiten, Spontanität und charmante Pannen bietet. Die Begegnung der beiden Leipziger, die nicht nur ein ungelöstes Druckerproblem im Gepäck hatten, sondern auch für eine humorvolle Verwirrung sorgten, dürfte den Fans noch lange in Erinnerung bleiben. Und selbst ein Medienprofi wie Günther Jauch hat einmal mehr bewiesen, dass ein kleiner Lapsus keineswegs die Qualität der Show schmmälert, sondern sie für das Publikum erst recht menschlich, nahbar und unvergesslich macht.