Fataler Zockermoment bei „Wer wird Millionär?“: Friseur schlägt Jauch-Tipp aus und stürzt von 16.000 auf 500 Euro T
Fataler Zockermoment bei „Wer wird Millionär?“: Friseur schlägt Jauch-Tipp aus und stürzt von 16.000 auf 500 Euro

Es sind Szenen, wie sie das deutsche Fernsehen und insbesondere den beliebten Quiz-Klassiker „Wer wird Millionär?“ immer wieder prägen: Spannung bis in die Haarspitzen, knisternde Atmosphäre im Studio und am Ende ein Sturz, der tiefer kaum sein könnte. In einer aktuellen Ausgabe der Kult-Show rund um den erfahrenen Moderator Günther Jauch sorgte der Kandidat Carsten Floß, ein Friseur aus dem rheinland-pfälzischen Betzdorf, für einen Moment, der den Zuschauern noch lange im Gedächtnis bleiben wird. Mit einer Mischung aus eiskalter Zockermentalität, einer gehörigen Portion Humor und schlussendlich einer gehörigen Fehleinschätzung spielte er sich in den Fokus der Öffentlichkeit. Dabei zeigte sich einmal mehr, dass der schmale Grat zwischen genialem Mut und totalem Ruin in dieser Sendung verdammt nah beieinander liegt.
Dabei fing für den Handwerker aus Rheinland-Pfalz alles so vielversprechend an. Bis zur Marke von 16.000 Euro navigierte sich Carsten Floß äußerst souverän, charmant und mit scheinbarer Leichtigkeit durch die vorherigen Fragen. Er bewies Weitblick, schien die Nerven zu behalten und zog das Publikum sowie den Moderator gleichermaßen in seinen Bann. Doch wie so oft im Leben eines Quizkandidaten sollte der wahre Charakter und die Ernsthaftigkeit der Situation erst bei den wirklich wegweisenden Fragen zum Vorschein kommen. Die Stimmung im Studio war elektrisiert, als Jauch ansetzte, die alles entscheidende Hürde zu präsentieren, die über das Schicksal des Kandidaten an diesem Abend bestimmen sollte.
Der Moderator wollte von seinem Gast wissen, was bei der Bundestagswahl im Jahr 2025 eigentlich so hoch wie noch nie zuvor gewesen sei. Zur Auswahl standen vier durchaus knackige Optionen: die Zahl der gültigen Stimmen, die Gesamtzahl der Wahlkreise, das konkrete Ergebnis der CDU oder das Abschneiden der SPD. Eine Frage, die absolute Präzision oder zumindest einen klaren kühlen Kopf erfordert hätte. Doch bereits bei der ersten verbalen Annäherung zeigte sich, dass Floß ins Straucheln geriet. Er überlegte laut und unsicher, ob das Ergebnis der Christdemokraten damals wirklich so historisch hoch gewesen sein könnte. Günther Jauch, der das feine Gespür für die Zweifel seines Gegenübers längst entwickelt hat, reagierte gewohnt süffisant und rieb ihm die Unsicherheit unter die Nase. Doch der Kandidat blieb schlagfertig und konterte trocken mit einem humorvollen Verweis auf ein kurz zuvor geführtes Gespräch über die Anatomie einer Menstruationstasse. Für so viel Schlagfertigkeit konnten sowohl das Publikum als auch der Moderator nur herzlich lachen, wodurch die Anspannung im Raum für einen kurzen Augenblick wich.
Doch nach dem kurzen Lacher ging es rasch wieder um das pure Wesentliche: 16.000 Euro standen auf dem Spiel. Günther Jauch, der die wachsende Unsicherheit und das Risiko förmlich spüren konnte, riet dem Kandidaten eindringlich dazu, einen der noch verbleibenden Joker zur Sicherheit heranzuziehen. Was dann folgte, schockierte das gesamte Studio und versetzte den Quizmaster in helle Aufregung. Völlig aus dem Nichts verkündete der Friseur, dass er sich für die Antwort C – also das angebliche Rekordergebnis der CDU – entscheiden wolle, und das ganz ohne jegliche Absicherung. Jauch, völlig irritiert und von der plötzlichen Wende überrascht, hakte vorsichtshalber noch einmal nach, um sicherzugehen, dass er sich nicht verhört hatte. „Also Sie nehmen gar keinen Joker?“, fragte der Moderatorungläubig. Der Kandidat bestätigte unbeeindruckt: „Genau, dann gehe ich halt heim.“

Diese kompromisslose und fast schon leichtsinnige Zockermentalität beeindruckte Günther Jauch zwar auf eine gewisse Art und Weise, doch das Unvermeidliche nahm seinen Lauf. Die Antwort wurde fest eingeloggt, und der Moderator schritt zur Auflösung des schicksalhaften Dramas. Die nackten Zahlen sprachen eine völlig andere Sprache: Das Ergebnis der CDU lag bei der besagten Wahl bei 28,5 Prozent – Werte, die im Jahr 1957 noch fast doppelt so hoch gewesen waren. Die gewählte Antwort war demzufolge schlichtweg falsch. Die korrekte Option wäre stattdessen die Zahl der gültigen Stimmen gewesen.
In Bruchteilen von Sekunden rauschte der Kandidat daraufhin von der komfortablen 16.000-Euro-Marke auf magere 500 Euro zurück. Der Absturz war perfekt. Nicht nur das entsetzte Publikum im Studio hielt den Atem an, auch Günther Jauch zeigte sich tief betroffen und sichtlich fassungslos über diesen abrupten und schmerzhaften Ausgang. Mit den bedauernden Worten „Ach, Herr Floß, das war so schön mit Ihnen“ brachte der erfahrene Moderator das Gefühl des gesamten Raumes auf den Punkt. Doch kaum hatte der Pechvogel das Studio verlassen, schob der Moderator mit einem vielsagenden Schmunzeln hinterher: „Das war jetzt schade.“
Doch damit nicht genug der dramatischen Wendungen an diesem Fernsehabend. Einen ähnlich bitteren und schmerzhaften Auftritt musste im Verlauf der Sendung auch Vian Clarin hinnehmen. Die Lachyoga-Expertin und bekannte Enkelin des berühmten Schauspielers Hans Clarin stürzte ebenfalls nach einem verhängnisvollen und letztlich falschen Tipp ihres Jokers unglücklich von der Gewinnstufe bei 16.000 Euro auf läppische 500 Euro ab. Als kleiner Trost und gegen den aufkommenden Frust über diesen herben Verlust bot Günther Jauch der Kandidatin im Anschluss direkt eine spontane Runde Lachyoga an – ein fieser, aber humorvoller Schlusspunkt unter einen Abend voller emotionaler Höhen und extrem tiefer Abstürze.