3 Kinder & 1 Mord… T
3 Kinder & 1 Mord…
Bestimmt haben viele von euch die Netflix Serie Adolescence gesehen. In der Serie geht es um den Mord an einem Mädchen. Beschuldigt wird ein erst 13 Jahre alter Junge aus ihrer Schule. Er wird von der Polizei befragt und konfrontiert, aber er bestreitet etwas mit der Sache zu tun zu haben. Die Serie ist rein fiktional, aber die Thematik kommt nicht von ungefähr.
Denn leider gibt es gleich mehrere Fälle, die Adolescence inspiriert haben könnten. Einer von ihnen ist die Geschichte von Anna Kreegel. Insolito ist 6 Jahre alt geworden und deswegen gibt es mit dem Code Happy Birthday 10% Rabatt auf jede Bestellung mit Insolito Shop. Da gibt’s zwar nur zwei Spiele, aber die lohnen sich auf jeden Fall.
In den Spielen seid ihr Detektive und müsst einen Fall lösen. Ich würde mich wirklich freuen, wenn ihr mal vorbeischaut. Da ist echt viel Herzblut reingeflossen und jetzt geht’s los mit dem Video. Enna heißt eigentlich Anastasia. Sie wird 2004 in Sibirien geboren. Dort verbringt sie allerdings nur ihre ersten zwei Lebensjahre.

2006 wird Anastasia vom irischen Ehepaar Gerald Deine und Patrick Kriegel adoptiert und lebt von da an mit ihnen Leagslip in der Nähe von Dublin. Seitdem wird sie von ihren Adoptiveltern und ihrem Umfeld meist Anna genannt. Für Gerald Deine und Patrick ist Anna das erste und auch einzige Kind. Die beiden kümmern sich intensiv um ihre Tochter und sind sich ihrer Pflichten und Verantwortungen bewusst.
Aber manchmal gibt es im Leben auch Dinge, die man leider nicht vorhersehen kann. Als er noch in der Grundschule ist, wird in ihrem rechten Ohr ein Tumor gefunden. Dieser muss in einer mehrstündigen komplizierten OP entfernt werden. Leider bleibt der Eingriff nicht ohne Folgen und einer verliert auf diesem Ort den Großteil ihres Hörvermögens.
Zudem bleibt eine große Narbe an der Seite ihres Kopf zurück. Die Minderung ihres Hörvermögens erschwert auch ihren Sprachlernprozess. Ohnehin ist NS als Kleinkind nach Irland gekommen. Klar, Kinder können Sprachen schneller spielerisch lernen als Erwachsene. Dennoch sind die gleichaltrigen Kinder eben dieser zwei entscheidenden Jahre voraus.
Und eine Höhe Minderung macht das Ganze auch nicht einfacher. Leider geht es mit den gesundheitlichen Problemen noch weiter. Als sie in die Pupazät kommt, entwickelt Enna eine chronische Krankheit. Ihre Knochen wachsen schneller als ihre Muskel, wodurch im ganzen Körper Schmerzen auftreten und Anna wächst sehr schnell.
Mit 13 ist sie schon größer als ihr Vater Patrick. Leider macht das Enner zur Zielscheibe von Gleichaltrigen, die es nicht gut mit ihr meinten. In den Sommerferien nach der sechsten Klasse beginnt das Mobbing. Online wird sie über Messenger mit anzüglichen Nachrichten bombardiert. In anderem wird sich über ihre Körpergröße oder ihre Narbe lustig gemacht.
Auch der Umstand, das Anna adoptiert wurde, wird benutzt, um sich über sie lustig zu machen. Anna tut das einzig Richtige. Sie hält ihre Eltern über die Onlineübergriffe auf dem Laufen. Geraldan und Patrick wenden sich daraufhin an Enas Schule. Diese nimmt von der Situation zwar Kenntnis, aber es ändert sich leider nichts.
Einmal wird en auf dem Heimweg sogar von vier Jungs verfolgt. Einer von ihnen bedrängt sie und macht anzügliche Bemerkungen und schlägt sie. Der Vorfall wird bei der Polizei gemeldet und der Junge bekommt eine Verwarnung. Aber für Anna selbst ändert das wenig. Es ist kaum verwunderlich, dass sie beginnt, sich zurückzuziehen.
In der Schule gerät en immer wieder in Streitereien. Manchmal sind die anderen der Auslöser, manchmal auch Enna selbst. Einmal kassiert sie sogar einen Schulverweis. Ein anderes Mal erwischt Gerald Deine sie dabei, wie sie sich vor der Schule selbst ein blaues Auge schminkt. Für ihre Eltern ist das ein Schrei nach Aufmerksamkeit.
Enna habe sich ungesehen gefühlt, also habe sie sinnbildlich versucht, ihr Innerstes nach außen zu tragen. Aber vielleicht ist das auch ein Ausdruck für etwas anderes. Wie herauskommt, wird N Online Online nämlich nicht nur von Mitschülern gemobbt, sondern auch von sich selbst. Sie hat mehrere Fake Accounts erstellt, über die sie sich selbst fiese Nachrichten schickt.
Auch das kann ein Hilferuf oder ein Bedürfnis nach Aufmerksamkeit sein. Es kann aber auch ein Ausdruck von einem richtigen Hass gegen sich selbst sein oder der Versuch, die Kontrolle zu behalten, in dem Eneras Mobbing selbst inszeniert. Was auch immer der Auslöser sein mag, das ist auf jeden Fall ein auffälliges und ernstzunehmendes Verhalten.
Das begreifen auch Gerald Deine und Patrick, als sie von den Fake Accounts erfahren. Deshalb muss Enna von da an Geraldan die Passwörter für all ihre Onlineekonten geben. Ansonsten wird Ennas Handy einkassiert. So das Ultimatum. Die Kegles suchen auch noch weitere Hilfe für Sie melden sich bei den Kill der Youth Services, eine Organisation, die sich um hilfsbedürftige Kinder und ihre Familien kümmert.
Dort werden die Creegles allerdings abgewiesen, denn Enna hat sich zuvor bei einer Gelegenheit selbst verletzt. Damit ordnen die Kill der US den Fall als zu komplex ein und verweisen die Familie an Peter Haus. Das ist eine weitere irische Wohltätigkeitsorganisation, die sich um genau solche Fälle kümmert. Enner wird in das Programm aufgenommen und hat erst einmal sechs Sprechstundermine.
Dort macht Enna einen in den Umständen entsprechend guten Eindruck. Eine Selbstgefährdung schließen die Experten aus. Deshalb darf Enna dann doch bei den Killer Services aufgenommen werden. Dort arbeiten Freiwillige mit Teenagern in emotional schwierigen Situationen zusammen und unterstützen die Kinder bei Konfliktbewältigung.
Und Enna besucht regelmäßig die Sitzung und Veranstaltung. Die Hilfe scheint ihr gut zu tun und sie kann auch richtig stolz auf sich sein. Sie ist erst 13 Jahre alt und trotzdem arbeitet sie schon an ihren Problemen und lässt sich helfen. Etwas, das oft einfacher gesagt als getan ist. Aber leider wird am 14.
Mai 2018 all dieser Fortschritt mit einemm zerstört. Eigentlich startet der Tag ganz normal. Es ist ein Montag. Das vorangegangene Wochenende war schön. Gerarine und Anna haben zusammen Popcorn gemacht und Filme geschaut. Am Sonntagabend gab es ein kleines Familientreffen und Enna und ihre Cousine haben zusammen im Kinderzimmer ein paar YouTube Videos gedreht.
An diesem Montag hat Enna am Nachmittag einen Termin bei den Kill der US Services. Gerald Deine schreibt ihr morgens noch schnell eine Erlaubnis für die Schule den Unterricht früher zu verlassen, damit sie zu dem Termin kann. Dann verabschieden sich die beiden. En geht zur Schule und hat einige Stunden Unterricht.
Vor ihrem Termin um 14:30 Uhr geht sie noch einmal kurz nach Hause, um dort etwas zu essen. Der Termin läuft wie geplant. Danach kommt Enna wieder zurück nach Hause. Um 16:02 Uhr ruft sie bei Gerald Deine auf der Arbeit an. Das ist soweit nicht ungewöhnlich. Mutter und Tochter haben im Laufe des Tages immer mehrmals Kontakt.
Schreiben sich SMS oder telefonieren auch mal kurz. Joald Dean kann da aber gerade nicht ans Handy. Sie ist gerade im letzten Meeting des Tages und schreibt schnell, dass sie gleich zurückrufen würde. Sorgen muss sie sich keine machen. Einer ist ja nicht allein zu Hause. Ihr Vater Patrick ist da. Dieser öffnet um 16:55 Uhr die Haustür der Familie, als es klingelt.
Vor der Tür steht ein Junge namens Ben. Ben fragt, ob Enna da sei. Also holt Patrick seine Tochter nach unten. Enna ist überrascht, dass Benber ihr zu Hause auftaucht. Befreundet sind die beiden nicht. Patrick sieht, wie die beiden Kinder kurz miteinander reden. Danach rennt Anna nach oben und holt sich einen Pulli aus ihrem Kinderzimmer.
Sie sagt Patrick, sie würde kurz nach draußen gehen. Patrick findet das eigentlich keine gute Idee. In der kommenden Woche stehen bei Enna ziemlich viele Klassenarbeiten an und wenn es nach ihm und Geraldine ginge, würde Enna ausgiebig dafür lernen. Aber Enna verspricht Patrick nicht lange wegzubleiben. Also gibt er nach.
Eine halbe Stunde mehr oder weniger lernen, darauf kommt es letztendlich wahrscheinlich auch nicht an. Und wenn er en nach all den Mobbinger Erfahrung etwas mit einem gleichaltrigen Kind unternehmen möchte, ist das ja auf dem Papier erstmal eine sehr positive Sache. Und auch Enna scheint gute Laune zu haben und sich sehr über die unverhoffte Verabredung zu freuen.
Noch bevor Patrick fragen kann, wo Anna und Ben denn hin wollen, sind die beiden schon aus dem Haus geschlafft. Patrick sieht die zwei aus dem Fenster noch in Richtung St. Ctherines Park laufen. Es wird das letzte Mal sein, dass er seine Tochter sieht. Etwa eine halbe Stunde später gegen 17:30 Uhr kommt Gerald Dean nach Hause.
Enna ist noch nicht wieder da. Sie hat unterwegs noch versucht bei Enna anzurufen, aber der Anruf um 17:10 Uhr ist direkt auf die Mailbox weitergeleitet worden. Da Gerald Deine eh schon fast zu Hause war, hat sie es kein weiteres Mal versucht und auch keine Nachricht hinterlassen. Zu Hause angekommen, erzählt Patrick ihr, dass Anna vor etwa einer halben Stunde von Ben abgeholt worden sei und Geraldine hat sofort ein ungutes Gefühl.
Es klingt vielleicht etwas gemein, aber Enna wurde noch nie zuvor einfach so von einem Klassenkameraden abgeholt. Enna hatte kaum Freunde. Die paar Mädchen, die mit Enna eng waren, kannten Geraldine und Patrick selbst gut. Mit Ben hatte Enna aber noch nie etwas unternommen. Und genau das macht Gerald so stutzig.
Sie schreibt Enna direkt eine SMS, dass sie jetzt zu Hause sind. Als nicht antwortet, schickt sie ein paar Minuten später eine zweite Nachricht hinterher. Sie schreibt: “Antworte mir sofort oder ich rufe die Polizei.” Das meint Geraldine nicht wirklich. Eigentlich ist das nur ein Versuch von ihr Enas Aufmerksamkeit zu bekommen, denn sie macht sich schreckliche Sorgen um ihre Tochter.
Gleichzeitig fühlt sie sich wie eine Helikoptermutter. Kaum ist das Kind einmal eine halbe Stunde aus dem Haus, gerätt sie direkt in Panik. Aber leider liegt Geraldine mit ihren Instinkten genau richtig. Da Patrick ja gesehen hat, wie Enna und Ben in Richtung des Parks gegangen sind, geht Gerald selbst mal in die Richtung. Sie spaziert die Straße hinunter, dann durch den Park und hält vergeblich Ausschau nach ihrer Tochter.
Dann startet sie eine zweite Such und setzt sich ins Auto, um auch in der erweiterten Umgebung nach Enna zu suchen. Das Problem ist aber auch, dass Shealine und Patrick Bens Nachnamen nicht kennen. Wieder zurück zu Hause bekommen sie das erst über eine Facebooksuche heraus. Die zwei telefonieren herum, um Bens Adresse und Nummer herauszufinden, aber auch das ohne Erfolg.
Auf Rat eines befreundeten Polizisten schalten die beiden um 21 Uhr die Polizei ein. Die Mittler haben natürlich andere Möglichkeiten als die CGS und bekommen Bens Adresse sehr schnell heraus. Dort kann Ben noch am selben Abend befragt werden. Er berichtet passend zu Patrick Erzählung, dass er en um kurz vor 5 Uhr bei ihr zu Hause abgeholt habe.
Die beiden seien zusammen den St. Katherin Park gegangen. Um 17:40 Uhr sei Ben aber nach Hause gegangen. Anna habe noch im Park bleiben wollen. Spätestens jetzt machen sich nicht nur Geraldine und Patrick große Sorgen, sondern auch die irische Polizei. Denn wenn Enna zuletzt allein im Park war, seitdem nicht mehr nach Hause gekommen und nicht zu erreichen ist, ist das natürlich extrem besorgnis erregend.
Und auch über Nacht kehrt Anna Kriegel nicht nach Hause zurück. Am Morgen des 15. Mai wird direkt weitergesucht und weil Ben die letzte Person ist, die Anna vor ihrem Verschwinden gesehen hat, fährt die Polizei noch einmal zu ihm nach Hause und befragt ihn. Dieses Mal rückt Ben ein paar mehr Infos heraus.
Enna am Vortag abzuholen sei nicht seine eigene Idee gewesen. Ein anderer Junge namens Alex habe ihn geschickt. Jeder habe gewusst, dass Enna auf Alex gestanden habe. Alex hat diese Gefühle aber nicht erwidert. Alex habe Ben gebeten, ein Treffen zwischen ihm und Enna zu organisieren, damit Alex Enna eine persönliche Abfuhr erteilen kann.
So hart das Klingenmarkt. Die Polizei dürfte erst einmal gedacht haben, dass das Ganze eben typischer Kinderkram ist. mit dem feinen Unterschied, dass Enner nach diesem arrangierten Treffen eben nicht wieder zurück nach Hause gekommen ist. Ben sagt, er habe en in den Park gebracht, wo Alex auf die beiden gewartet hat.
Gegen 17:40 Uhr sei Ben wieder zurück nach Hause gegangen. Er habe Enna allein mit Alex im Park gelassen. Ben geht an diesem Morgen mit einem Polizisten in den Park. Dort soll er zeigen, wo er und lang gelaufen sind. Der Polizist markiert alle wichtigen Punkte auf einer GPS-Karte. Mit Bens neue Aussage hat die Polizei nun einen weiteren Zeugen, der befragt werden muss.
Am Nachmittag bittet die Polizei Ben und Alex noch einmal gemeinsam in den Park zu kommen. Die Jungs sollen alles ganz genau erklären, wo sie mit Anna lang gelaufen sind, wer sich wann wo verabschiedet und wer Enna zuletzt wo gesehen hat. Die Jungen gehen vor, die Polizisten folgen mit einigem Abstand. Schnell fällt auf, dass die Route, die Ben und Alex laufen, von dem Weg abweicht, den Ben den Polizisten bei seiner Befragung am Morgen gezeigt hat.
In der Nähe der BMX Rampe im Park bleiben die beiden stehen. Sie werfen sich verstohlene Blicke zu, sagen aber nichts. Offensichtlich sind die beiden Jungs verunsichert. Das ist ja auch erstmal nicht verwunderlich. Schließlich wird man als 13-Jähriger nicht alle Tage in einer vermissten Suche mit einbezogen.
Aber Ben und Alex sind auch die letzten Spuren im Fall einer Krieger. Also geht es mit den Befragung der beiden Jungs weiter. Getrennt voneinander versteht sich. Dabei stellt sich schnell heraus, dass hier mehrere Dinge nicht zusammenpassen. Alex erzählt die Geschichte nämlich ein bisschen anders als Ben.
Ben sei einer seiner besten Freunde und habe am Nachmittag des 14. mal bei ihm angerufen. Alex sei eh langweilig gewesen, also hätten die Jungs beschlossen, sich im Park zu treffen. Als Alex dort angekommen sei, sei überrascht gewesen, dass Ben nicht allein war. Er sagte, er habe Enna aus der Schule gekannt.
Enna habe Alex gefragt, ob er mit ihr gehen wollen würde. Alex sagt, das sei eher unangenehm gewesen. Anna habe ihn das schon mal gefragt. Alex erzählt, er habe Anna im Park höflich gesagt, dass es ihm leid, er aber kein Interesse habe. Daraufhin sei Anna eingeschnappt gewesen und weggegangen. Das ganze klingt anders als die Story von Ben, der ja gesagt hat, Alex habe ihn dazu aufgefordert, in den Park zu bestellen, damit Alex ihr eine Abfuhr geben kann.
Die Story passt erst ab einem späteren Punkt wieder zusammen. Alex und Ben sind sich darin einig, dass Ben als erstes nach Hause gegangen sei. Alex sei dann noch ein bisschen allein durch den Park gelaufen. Dann hätten ihn auf einmal zwei Männer angegriffen und verprügelt. Dieser Punkt wirkt für die Ermittler total an den Hanner herbeigezogen.
Alex schmückt seine Erzählung so aus, dass das Ganze klingt wie eine Szene aus einem Hollywood Film. Nicht sehr realistisch. Allerdings hat Alex tatsächlich Verletzung. Ein Kratzer im Gesicht, ein paar blaue Flecken an seinem Arm und seinem Bein. Alex behart auf seine Version der Ereignisse und erstellt mit den Ermittlern sogar Phantombilder der Angreifer.

Die Polizei sichtet darauf für ein Material der Überwachungskameras rund um den Park. Niemand, der zu den Beschreibungen passt, hat den St. Ctherines Park am 14. Mai betreten und auch Zeuginnen und Zeugen, die im Park unterwegs waren, haben solche Männer nicht gesehen. Die Polizei behält Alex Kleidung und sein Handy da, um sie auf den Arspuren der vermeintlichen Täter zu untersuchen.
Aber irgendetwas scheint da nicht zu stimmen. Während die Polizei immer sicherer wird, dass Ben oder Alex oder alle beide nicht mit der ganzen Wahrheit herausrücken, ist eine Sache bald leider klar. Er Kriegel ist tot. Drei Tage nach ihrem Verschwinden am 17. Mai 2018 wird der Leichnam des Mädchens gefunden. In der Nähe des St.
Ctherines Park, wo sich einer Spur verliert, gibt es eine alte Ruine. Von den Bewohnern vor Ort wird sie Glenwood Haus genannt. Sie befindet sich im Stadtteil Luke. Im 20. Jahrhundert war das Haus wohl mal ein stolzes Anwesen. Mittlerweile ist es aber zu einer Art Lost Place geworden und zu einer Ruine verfallen.
Viele Jugendliche kommen dorthin, um sich ein bisschen umzusehen, Fotos zu machen oder einfach Zeit dort zu verbringen. In den letzten Tagen sind die Suchtrups systematisch vom Park ausgeschwert und am Morgen des 17. Mai steht unter anderem Glenwoods Haus auf dem Durchsuchungsplan. Dort nimmt der vermissten Fall sein wohl schlimmst mögliches Ende.
In einem der Räume liegt der unbekleidete Leichtnam von Anne. Um ihren Hals ist ein Stück Klebeband gewickelt. Ein paar ihrer Finger sind darunter verhagt, als hätte sie noch versucht, es sich vom Hals zu reißen. Ihre Klamotten und ihr zertrümmertes iPhone sind um sie herum verstreut. Ihre künstlichen Fingernägel wurden abgerissen und liegen ebenfalls am Boden.
An den Wänden am Boden klebt Blut, genau wie an einem herumliegenden Backstein und einem Stock. Damit ist der Fall Enner Kriegel nicht länger ein Vermissten, sondern ein Mordfall. Enna wurde mit äußerst ausferender Gewalt umgebracht. Sie hat mehr als 50 verschiedene Verletzungen, mehrere davon in ihrem Gesicht und am Hals. Als Todesursache wird letztendlich ein Schädel Hirntrauma festgestellt, das durch mehrere der Verletzungen ausgelöst wurde.
Leider gibt es auch eindeutige Spurener Gewalt. Allerdings befinden sich am Tatort keine Fingerabdrücke, die eindeutig einem Täter zuzuordnen wären. Vielleicht erinnert ihr euch noch daran, dass die Polizei Alex Kleidung für DNA Untersuchung wegen der angeblichen Prügelei behalten hat. Auf seinen Schuhen wurde tatsächlich Blut gefunden.
Das stammt aber nicht von einem unbekannten Mann, sondern von Anna Kriegel. Auf Alex Handy befindet sich weiteres belastendes Material. Er hat einige Screenshots von einer YouTube Playlist gemacht. Die Videos hatten Titel wie die 15 grausamsten Foltermethoden aller Zeiten, Horrorfilme, die dich fertig machen, verlassene Orte in Luke und ähnliches.
Klar, das ist alles nicht verboten. Man kann sich so etwas ganz legal bei YouTube anschauen, sich dafür interessieren und sowas abspeichern. Das muss ich euch als Zuschauer eines True Crime Channels ja nicht erzählen, aber durch Alex sowieso schon verdächtiges Verhalten gerät das alles in ein ganz anderes Licht.
In Deutschland ist man generell ab einem Alter von 14 Jahren strafmännig. Seit ein paar Jahren gibt es eine hitzige Debatte darum, ob man dieses Alter heruntersetzen sollte. Damit liegt Deutschland im europäischen Durchschnitt. Die Grenze der Strafmündigkeit liegt in den meisten Staaten bei 14 oder 15 Jahren.
In einigen wie Portugal oder Polen ist die Grenze noch höher. In anderen Ländern ist sie aber auch noch niedriger. Z.B. in Irland, wo sich der Fall von Anna Kriegel abspielt. Dort liegt das Alter der Strafmännigkeit bei 12 Jahren. Diese Grenze kann in Ausnahmefällen aber noch weiter runtergesetzt werden.
Bei den besonders schweren Delikten Mord, Totschlag, Vergewaltigung oder schwerereller Missbrauch rutscht die Strafmündigkeitsgrenze auf ein Alter von 10 Jahren herunter. Mit ihrem Alter von 13 Jahren sind Alex und Ben also in jedem Fall strafmündig. Am 23. Mai werden die Eltern von Alex und Ben darüber informiert, dass ihre Söhne am nächsten Tag wegen Mordverdachts festgenommen werden.
Am 24. Mai müssen die Eltern ihre Söhne also bei der lokalen Polizeistation absetzen. Dort werden die beiden weiter verhört, denn auch wenn es Indizien dafür gibt, dass sie etwas angetan haben, leugnen beide ja bislang noch, sie nach dem Aufenthalts im Park überhaupt gesehen zu haben. Alex wird damit konfrontiert, dass Enners Blut auf seinem Schuh gefunden wurde.
Ein Polizist zeigt ihm ein Foto von dem Klebeband um Annas Hals. Zusätzlich wird Alex nach den Google Anfragen auf seinem Handy gefragt. Er versucht sich aus allem herauszureden. Meist sind seine Antworten kein Kommentar oder weiß ich nicht. Zeitgleich wird Ben auf einer anderen Polizeistation befragt. Er macht konkretere Angaben.
Anders als Alex gibt er zu am Tatak in Glenwood Haus gewesen zu sein. Ben erzählt er, Alex und Anna sei in das verlassene Haus gegangen, um sich dort ein wenig umzuschauen. Len habe sich umgesehen, als er aus einem anderen Raum plötzlich komische Geräusche gehört hat. Als er hingegangen ist, um nachzuschauen, habe Alex Enna gerade zu Boden geworfen.
Alex habe begonnen, Enna ihre Klamotten herunterzureißen und sie zu wirken, während Enner ihn angefleht habe, aufzuhören. Daraufhin habe Ben Angst bekommen und sei weggerannt. Ben belastet Alex also ziemlich schwer. Als die Polizei Alex genau das sagt, reagiert Alex aber immer noch abweisend. Ben würde eben lügen.
Die Polizei glaubt auch nicht, daß Ben die ganze Wahrheit gesagt hat, denn die Ermittler sind sicher, dass beide Jungs in der Sache mit drin hängen. Aber immerhin kann Alex durch Bens belastende Aussage schon einmal direkt am Tatort verortet werden. Außerdem hat die Polizei bei einer Hausdurchsuchung einen interessanten Fund in Alex Kinderzimmer gemacht.
Ein Rucksack mit Handschuhen, Knieschützern, Schienbeinschonern, einem Schlauchschal und einer selbstgebastelten Sturmhaube. Sowohl auf der Innen als auch auf der Außenseite der Maske wurde Blut von Enna gefunden, genauso wie auf den Knie und Schienbeinschonen. Die Handschuhe erklären, weshalb die Fingerabdrücke der Jungen nicht am Tatort gefunden wurden.
Die Ermittler gehen davon aus, dass Alex sich diesen Rucksack als Mörderkit zusammengestellt hat mit allem, wovon er glaubt, er würde es brauchen, um sich als Mörder zu maskieren und zu schützen. Inzwischen wurde auch die Spermpur auf Annas Oberteil ausgewertet. Sie gehört zu Alex. Außerdem wurden in Alex Zimmer zwei weitere Handys gefunden.
Insgesamt befanden sich darauf mehr als 12500 pornografische Bilder, einige davon masistischer Natur. Zudem hat sich Alex pornografische Videos angesehen, in denen russische Teenagerin und eine junge Frau namens Anastasia vorkam. Zudem gab es Suchanfragen wie Kinder, Pferdepuno und toter junge Prank in verlassener Geisterschule.
Alex wird also nicht mehr nur des Mordes verdächtigt, sondern auch schweren Missbrauchs. Allmählich kommt die Polizei auch bei der Befragung von Ben weiter. Er gibt zu, dass Alex ihn etwa einen Monat vor dem Mord gefragt haben soll, ob die beiden nicht zusammen jemanden umbringen wollen.
Schon da habe Alex explizit en als Mordopfer vorgeschlagen. Ben sagt, er habe Alex angeblich sofort klar gemacht, dass dieser Plan totaler Irsinn sei. Großzeitig muss Ben zweimal aus Mangel an Beweisen wieder freigelassen werden. Bei seiner dritten Festnahme wird jedoch auch er Mordes an Enna angeklagt. Im August 2018 werden beide Jungen auf Kion wieder freigelassen, stehen allerdings bis zu ihrem Prozess unter polizeilicher Beobachtung.
Bei dem Prozess gegen Alex und Ben liegen einige juristische Besonderheiten vor. So werden Alex und Ben nicht getrennt voneinander angeklagt, sondern gemeinsam. Eigentlich ist es so, dass die Aussagen eines Angeklagten gegen den anderen in solchen Fällen nicht als Beweis verwendet werden dürfen.
Und Ben hat ja umfassend gegen Alex ausgesagt. Die Staatsanwaltschaft sieht allerdings genügend unabhängige forensische Beweise, die Alex des Mordes überführen können. Die Blut und Spermpuren, das Mörderkit, die Google Suchanfragen, Überwachungskameraaufnahmen aus dem Park und so weiter. Bei Ben sieht das schon anders aus, denn von ihm gibt es keine forensischen Spuren am Tatort.
Er ist vor allem wegen seiner Aussagen zu dem Fallverdächtig. Nicht nur hat er sich selbst am Tatort verortet, er hat ja auch vorher immer wieder Gelogen oder Halbwahrheiten erzählt. Selbst als er schon weiß, dass er angeklagt wird, erzählt er gegenüber einem Psychologen Details zu Enna und Alex, die er der Polizei nicht erzählt hat.
Und auch das kann man Ben vor Gericht anlasten. Zudem hat er sich mit einigen Bemerkungen über Anna nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Er hat Anna als Außenseiterin beschrieben, die sich angezogen habe wie eine Sche. Sie sei niemand gewesen, mit dem man sich hätte sehen lassen wollen. Zudem soll Ben einen Club gegründet haben.
Eines der anderen Mitglieder sei Alex gewesen. Bei einer Hausdurchsuchung bei Ben findet die Polizei eine Liste mit folgenden Clubregeln. Nur Gelobte können Gelobnis geben. Sprich nicht darüber. Verhalte dich normal, als ob nichts passiert wäre. Rede nicht über Jesus oder Gott, nur über Satan. In einem satanischen Kalender, den eine mittlerweile Recherchen online gefunden hat, wurde das Ende der Welt für den 14.
Mai 2018 vorher gesagt, also für genau den Tag, an dem Anna ermordet wurde. Ben bestreitet aber von diesem Kalender gewusst zu haben. Ohnehin sei der vermeintliche satanische Club nur eine Hausaufgabengruppe gewesen. Die Regeln und den Namen hätten die Jungs als Scherz ausgedacht, um einfach ihre Ruhe vor Mitschülern zu haben.
Letztendlich reichen diese Indizien auch nicht dafür aus, um irgendein sistisches Motiv für den Mod an Enna zu bestimmen. Damit bleibt die Indizienlage gegen Ben schwach. Der entscheidende Punkt bei Ben ist, dass Alex ihm ja schon im April erzählt haben soll, dass er Enna töten wollen würde.
Als er das gesagt hat, hat Ben selbst zugegeben. Er hat aber auch zugegeben, dass er arrangiert hat, dass sich Anna und Alex am 14. Mai treffen. Wenn er aber gewusst hat, dass Alex beabsichtigt Enna zu ermorden, reicht das dann auch, um ihn wegen Mordes zu verurteilen? Dafür, dass er Enner selbst verletzt hat, gibt es ja, wie gesagt, keine forensischen Beweise.
Das Urteil gegen Ben und Alex fällt am 18. Juni. Alex wird des Mordes und der schweren sexuellen Nötigung von Anastasia Kriege für schuldig befunden. Ben wird des Mordes an ihr schuldig gesprochen. Während alle anderen das Urteil schweigend hinnehmen, rastet Bens Vater aus.
Er schreit herum und beschimpft die Geschworene als Arschlöcher und Drecksäcke. Ben sei unschuldig. Tatsächlich ist das Urteil gegen Ben in Anbetracht der Beweislage hart, aber es ist eben auch rechtens. Beide werden zu lebenslangen Freiheitsstrafen verurteilt. Dabei wird Ben nach frühstens 12 Jahren einen Antrag auf Freilassung stellen können.
Alex nach 15 Jahr. Wenn man vom Zeitpunkt der Urteile ausgeht, wäre das in 2031 für Ben, respektive 2034 für Alex. Die beiden werden dann auch einen Antrag auf neue Identitäten stellen können. Die Eltern von Anna, Geraldine und Patrick haben keine einzige Minute der Gerichtsverhandlung verpasst. Sie sind über das Urteil einfach nur erleichtert, wenn man das unter diesen Umständen sagen kann.
Auch wenn Ihnen die Haftdauer zu kurz vorkommt, immerhin haben die beiden Jungen das Leben ihrer Zelöscht, ohne einen erkennbaren Grund. Nur vier Jahre nach Enna verstirbt 2022 auch Patrick Kriegel. Er hat den Tod seiner Tochter nie verarbeiten können. Er und Gerald Deine waren bis zu seinem Tod für 36 Jahre verheiratet. Der Fall Enner Kriegel hat in Irland nicht nur für eine große Anteilnahme, sondern auch für große Diskussionen gesorgt.
Immerhin ging es während des Prozesses auch um das Onlineverhalten von Alex. Das hat eine Debatte darüber losgetreten, inwiefern der frühe Kontakt mit pornografischen Medien Auswirkung auf beeinflussbare Jugendliche haben könnte. Dementsprechend wurden moralische Fragen über die Verantwortung von Eltern, Erziehern und politischen Entscheidungsträgern gestellt, um die Online Erfahrung von Kindern zu überwachen.
Es wurde zwar umfangreich debatt, effektiv geändert hat sich bislang aber nichts. Ben und Alex sind nicht die echten Namen der beiden Jungen. In den britischen und irischen Medien wurden sie nur Boy B und Boy A genannt. Bei uns eben Ben und Alex. Sollte es Übereinstimmung mit den echten Namen der beiden geben, sind sie rein zufällig.
In Irland und Großbritannien gibt es nämlich ein Gesetz, das besagt, dass minderjährige Straftäter nicht bei ihren Klarnamen genannt werden dürfen. Schreibt gern eure Gedanken zu diesem Fall in die Kommentare. Ich fand vor allem die Regelung zur Strafmännigkeit in Irland spannend, eben weil hier in Deutschland seit ein paar Jahren ja auch immer mehr dazu diskutiert wird.
Gerade letztes Jahr gab es viele große Debatten dazu, vor allem wegen einem Fall. Glaubt ihr, dass die Regelung zeitgemäßer ist als die deutsche? Ich bin gespannt auf eure Kommentare. Vielen Dank schon an meinem Voraus. Das unterstützt auch ganz nebenbei den Kanal, denn jegliche Interaktion erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass das Video Leuten vorgeschlagen wird, die in Solito noch nicht abonniert haben.
Ansonsten gibt’s nicht mehr viel zu sagen, außer dass ihr mich noch bei Patreon unterstützen könnt. Da erhaltet ihr die Videos ohne Zensur und Werbung. Den Link dazu und zu meinen anderen Socials wie Instagram und Discord findet ihr in der Infobox. Jetzt gibt’s aber wirklich nicht mehr viel zu sagen, außer dass ich euch noch einen guten Morgen, Mittag oder Abend wünsche oder je nachdem wann ihr das Video seht und hoffe, dass wir uns im nächsten Video wiedersehen.