Der mysteriöse Mord an Nelli Graf T
Der mysteriöse Mord an Nelli Graf

Wir sind in einer kleinen Einfamilienhaussiedlung mitten in Deutschland. Es ist die Art von Gegend, die es in so ziemlich jeder deutschen Stadt gibt. Gepflasterte Straßen, ber mit schön hergerichteten Gärten und Schilder, die Autofahrer daran erinnern, dass hier Kinder spielen. In genauso einer Siedlung wohnt Nelly Graf gemeinsam mit ihrer Familie und in genau so einer Siedlung wird sie verschwinden mitten am helligsten Tag.
Der heutige Fall spielt sich ein Halle ab. Nicht in der Studentenstadt an der Sale, sondern in einer gleichnamigen Kleinstadt in Westfalen. Nelly Graf hat drei Kinder. Natalie und Waldemar sind schon erwachsen. Jens geht noch zur Schule. Nelly arbeitet als Kassiererin bei einem Lidl in der Nähe und ist mit ihrem Mann Viktor verheiratet, der als Busfahrer arbeitet.
Die Familie lebt gemeinsam in einem Haus im Ahonweg. Am Freitag, den 14. Oktober steht Nelly um etwa 6:45 Uhr auf. Ihr Ehemann und die beiden großen Kinder sind schon aus dem Haus. Der jüngste Sohn Jens und Nelly sind allein. Die 46-jährige macht ihrem Sohn Schulbrot, wie Jens einpackt, er sich ebenfalls auf den Weg macht.
Nelly bleibt an diesem Morgen etwas länger zu Hause. Sie hat später einen Arztermin und noch etwas Zeit. Als Jens losgeht, legt sich seine Mutter noch mal auf Sofa und macht den Fernseher an. Zu ihrem Arztermin geht Nelly zu Fuß. Unterwegs legt sie einen Stopp bei der Sparkassenpassage ein.
Eine Videokamera amutaten zeichnet sie um 9:14 Uhr dabei auf, wie sie einen kleinen Betrag abhängt. Von dort geht sie weiter zu ihrer Ärztin am Halla Bahnhof. Dort ist sie von 9:30 Uhr bis 11 Uhr. Zufällig trifft sie im Wartezimmer der Praxis noch ihre Cousine und unterhält sich kurz mit ihr. Nach dem Termin geht Nelly in die Hansa Apotheke, um ein Rezept einzulösen. Dort ist sie um 11:6 Uhr.
Danach macht sie sich auf den Weg zurück nach Hause. Auf dem Heimweg ruft sie gegen 11 Uhr ihre Cousine an, die sie zuvor in der Praxis getroffen hat. Und Nelly kommt auch definitiv zu Hause an. Sie wechselt die Kleidung und zieht sich etwas bequemeres an. Außerdem nimmt sie eine Portion Fleisch aus der Tiefkühlsruhe, dass sie zum Aufzauen in die Küche legt.
Ihr jüngster Sohn kommt bald nach Hause. Hoffen mal will sie für sich und ihn etwas zum Mittagessen kochen. Als Jens um etwa 12:30 Uhr aus der Schule nach Hause kommt, ist die Haustür nicht abgeschlossen. Aber seine Mutter ist nicht da. Ihr Handy, ihr Schlüsselbund und das Portemonnaie liegen im Haus. Alles, was fehlt sind Nelly und ihr Fahrrad.
Eigentlich hat sie ab 15 Uhr noch eine Schicht bei Lidl. Nach und nach kommen auch Nellys ältere Kinder Waldemar und Natalie und ihrem Mann Victor nach Hause. Bei Victor klingelt am Nachmittag das Telefon. Nells Kollegen aus dem Discounter rufen an. Die 46-jährige ist nicht wie vereinbar zu ihrer Schicht gekommen und eigentlich ist die dreifache Mutter super zuverlässig.
Deshalb macht sich Nellys Familie gemeinsam mit Freunden sofort auf die Suche nach ihr. Außerdem melden der Mann und die Kinder sie um 21:30 Uhr bei der Polizei als vermisst. Doch leider läuft die Suche erfolglos. Auch über Nacht kommt Nelly nicht nach Hause. Die Polizei nimmt den Fall direkt ernst. In Nellys direktem Umfeld gab es absolut keine Konflikte.
Alle ihre Familienmitglieder haben für den Zeitraum ihres Verschwindens ein Alibi und es gibt keinen Grund zu befürchten, dass sich die dreifache Mutter etwas antun wollte. Deshalb gehen die Beamten sehr früh von einem Verbrechen aus und leiten entsprechende Ermittlungsschritte ein. Am 16.
Oktober findet man Nellys Fahrrad am Rande eines Waldstücks zwischen den Straßen Hachhove und Maschweg. Es liegt etwa 20 bis 30 m abseits des Weges, also etwas versteckt im Dickhecht. Es ist mit Laub und ein paar Zweigen bedeckt. Das Fahrrad wird nur gefunden, weil zwei Pilzsammler dort unterwegs sind. Vom Weg aus hätte man es nicht sehen können.
Daraufhin wird das Gebiet mit einer Hundertschaft abgesucht. Die Fundstelle vom Rad liegt nur ungefähr 500 m vom Haus der Familie entfernt. Aber abgesehen vom Fahrrad findet man in dem Waldstück keine Spur der 46-jährigen. Das Fahrrad hat vorne einen Platten. Einer der Kommissare spricht von einem zerstochenen Reifen.
Die Polizei hält es für möglich, dass jemand dafür verantwortlich ist und dass dieser Reifenschaden vielleicht Teil eines Plans war. dass also jemand absichtlich den Reifen manipuliert hat, damit Nelly Hilfe braucht, der Saboteur den Retter in der Not spielen und sie anschließend überwältigen kann. Wie so vieles in dem Fall ist das aber leider nur reine Spekulation.
Bis heute weiß niemand, weshalb Nelly überhaupt mit dem Fahrrad Richtung Wald gefahren sein könnte, welchen Weg sie dort hingenommen hat und vor allem, was genau ihr dort passiert ist. Ein Zeuge gibt an am Mittag des 14. Oktober zwei Autos gesehen zu haben, die in die Richtung gefahren sind. Eines mit Gütersloher Kennzeichen, das ein Fahrrad im Kofferraum hatte.
Dahinter soll noch ein Wagen mit Padaborner Kennzeichen gefahren sein. Ob das stimmt und ob das etwas mit dem Fall zu tun hat, ist bis heute nicht gesichert. Die Polizei vermutet, dass Nelly das Haus zwischen 11:30 Uhr und 12:10 Uhr verlassen haben muss. An der Have, wo ihr Fahrrad gefunden wurde, gibt es damals wohl Raucherbänker.
Dort soll Nelly öfter mal gewesen sein, um ein bisschen abzuschalten und heimlich zu rauchen. Ihre Familie wusste nichts davon, also zumindest vom Rauch. Allerdings hat man in ihrer Handtasche zu Hause eine Packung Zigaretten gefunden. Klar, theoretisch kann man auch eine zweite Schachtel dabei haben oder einfach eine rausnehmen.
Trotzdem macht es diese Theorie etwas unwahrscheinlicher, also, dass Nelly zum Rauchen dorthinefahren ist. Vielleicht hat Nelly das Haus aber auch aus einem ganz konkreten Grund verlassen, z.B. für eine Verabredung. Dafür hat die Polizei aber trotz umfangreicher Ermittlung keine Anhaltspunkte. Vor ihrem Verschwinden sind auch weder auf ihrem Handy noch auf dem Festnetz der Familie Anrufe oder Nachrichten eingegangen.
Man geht jedoch davon aus, dass Nelly ihr Haus wirklich aus eigenen Stücken mit dem Rad verlassen hat, denn sie wurde auf dem Weg Richtung Wald von einer Zeugin gesehen. Es ist nur eine einzige Person und sie hat sich erst Wochen später bei der Polizei gemeldet, aber immerhin. Die Zeugin will Nelly um etwa 12:15 Uhr auf dem Fahrrad gesehen haben, wie sie aus Richtung des Ahhornwegs kam und in die Pester Lotzzi Straße eingebogen ist Richtung Hachhofe.
Die Zeugin wird als glaubwürdig eingestuft, weil sie Nellys Jacke genau beschreiben kann. Sie trägt die Jacke von einem ihrer Söhne, von der SC Halle Fußballjugend. In den ersten drei Wochen nach Nellis Verschwinden gehen gut 20 Hinweise bei der Polizei ein. Die Polizei lässt auch Suchplakate aufhängen in Halle, Künsebeck, Steinhagen und in dem Waldgebiet, in dem ihr Fahrrad gefunden wurde.
Leider bleibt das Verschwinden der dreifachen Mutter trotzdem rätselhaft. Zeitweise kommt das Gerücht auf, Nellys Verschwinden könnte etwas mit ihrem Arztermin zu tun haben. Vielleicht sei bei der 46-jährigen eine ernste Krankheit diagnostiziert worden, die sie in die Verzweiflung getrieben habe. Aber dem ist nicht so.
Das stellt ihre Ärztin später klar. Im Januar 2012 wird die Sonderkommission zum Verschwinden von Nelly Graf aufgelöst. Die Familie macht unermüdlich weiter und sucht nach ihrer Ehefrau und Mutter. Aber den professionellen Ermittlern sind einfach die Spuren ausgegangen. Doch schon bald wird man eine neue Spur finden.
Eine, die aus dem Vermissten einen Mordfall macht. Am 9. Februar 2012 wird der Leichnam der vermissten Nelly Graf gefunden. Ein Landwirt findet die Leiche in Halle Kölkebäck beim Gassi gehen mit seinem Hund. Der Hund rennt ein Stück vor ins Unterhitlich des Weges befindet sich ein schmaler Waldstreifen mit einer Senke, hinter der wiederum ein Feld liegt.
Der Landwirt folgt sein Mund und stößt so auf die Leiche der 46 Jahre alten Nelly Graf. Ihr Mund und ihre Augen sind mit Panzertape zugeklebt, die Hände mit Kabelbinder gefesselt. Sie liegt in der Senke zwischen Waldstück und Feld. Der Fundort des Leichnams ist etwa 7 km vom Fundort ihres Fahrrads entfernt. An der Leiche befindet sich noch Nellys Kleidung und ihr Schmuck.
Der Leichtnam ist teilweise skelettiert, aber man kann auch die Todesursache feststellen. Mehrere Stichverletzungen im Bereich des Oberkörpers bzw. um es genau zu sagen, multiple Stichverletzung mit innerem Blutverlust und einem daraus resultierenden Herzstillstand. Als Nelly schon tot war, wurde außerdem ihre Kehle durchtrennt.
Wer auch immer für ihren Tod verantwortlich ist, wollte offenbar mehr als nur sichergehen und ist mit größter Gewaltbereitschaft vorgegangen. Die Ermittler gehen davon aus, dass der Täter eine sehr gute Ortskenntnis gehabt haben muss. Er muss ja mit einem Auto vorgefahren sein und es gab kaum Zufahrten zu dem Weg.
Einzelne Zeugen geben im Nachhinein an, in der Nacht vom 14. auf den 15. Oktober ein Auto gesehen zu haben, das in den Wald hineingefahren und mit ausgeschalteten Scheinwerfern wieder herausgekommen ist. Die Polizei konnte zwei Autos, von denen Zeugen berichtet haben, ermitteln und die Fahrzeughalter befragen.
Beide können als Tatverdächtige sicher ausgeschlossen werden. Einzeuge berichtet außerdem am 15. Oktober sei das Maisfeld abgeerntet worden, an dem Nellys Leichtam gefunden wurde. Die zuständigen Arbeiter und Landwirt wurden befragt, haben aber keine auffälligen Beobachtungen zu der Sache gemacht. Die Polizei hat alle Fahrzeuge, die nach Oktober 2011 im Landkreis abgemeldet wurden, überprüft in der Hoffnung, dass der Täter vielleicht sein Auto loswerden wollte, um Spuren zu verwischen.
Aber leider ist dieser Ansatz im Sande verlaufen. Nach dem Leichenfund wird der Fall Nelly Graf bei Aktenzeichen XY ungelöst vorgestellt. Leider kann die Ausstrahlung jedoch keinen durchschlagenden Hinweis liefern. Auch Nellys Familie ist bis heute ratlos. In einem Interview erzählt ihr Mann Victor, dass die Familie oft zusammengesessen und überlegt habe, wer die Tat begangen haben könnte.

Laut ihrem Sohn Waldemar sind sie alle in dieser Zeit sehr misstrauisch gegenüber anderen Menschen geworden. Und das kann man ja nur zu gut nachvollziehen, zumal man bis heute nicht weiß, wer die damals 46-jährige so grausam umgebracht und entführt hat. Am helligten Tage mitten in einer ruhigen Wohngegend in einer deutschen Kleinstadt.
Der Leichnam von Nelly Graf wurde sehr aufwendig geborgen. Man musste ein Teil der Erde mit abtragen, denn bei den Minusgraden war der Boden gefroren. Aber der Aufwand lohnt sich für die Spurensicherung sehr. Zum einen findet man Faserspuren, die konsistent mit Fasern von Autositzen sind, eventuell von einem VW Golf.
Vor allem aber hat man am Leichn von Nelly Graf 2 DNA Spuren sicherstellen können. An ihrem Körper wurde männliche DNA gefunden, die zu einem vollständigen Profil rekonstruiert werden konnte. Man vermutet, daß sie vom Täter stammt. Es soll sich um Hautschuppen handeln, nicht um Spermpuren. Die DNA ist nicht in der Datenbank des BKA gespeichert, aber sollte sich der Täter noch einmal etwas zu Schulden kommen lassen, könnte man ihn mit einem DNA Abgleich überführen.
Besonders rätselhaft, an der Abrisskante des Panzertapes wurde eine zweite weibliche DNAspur gefunden. Leider ist sie weniger deutlich als die männliche. Die Fragmente reichen nicht für ein komplettes Profil. Immerhin kann man damit trotzdem mögliche Verdächtige ausschließen und mit der vollständigen männlichen DNA sowieso.
Etwa 6000 Männer aus der Umgebung nehmen freiwillig an einem Massengentest teil, um den Kreis der Verdächtigen weiter einzugrenzen. Sämtliche Personen aus Nellys Familien und Freundeskreis können mit den DNA Profilen ebenfalls noch einmal überprüft und endgültig als Täter ausgeschlossen werden.
Doch weil bis heute eben die Personen fehlen, zu denen diese DNA-Spuren gehören, sind die Verantwortlichen noch immer nicht gefasst. Im Juli 2013 wird die Mordkommission zum Fall Nelly Graf aufgelöst. Leider ist der Fall bis heute ein Coldcase. Die Polizei schließt eine Beziehungstat weitesgehend aus. Stattdessen wird ein fremder Täter vermutet, der Nan entweder vorher beobachtet oder sie sogar als totales Zufallsopfer ausgesucht hat.
Gleichzeitig geht man davon aus, dass der Täter seine Tat akribisch geplant hat. Warum es ausgerechnet Nell Graf getroffen hat, ist total offen. Ebenso wie die Frage, weshalb sie am 14. Oktober überhaupt ohne Schlüsselportemonnaie und Handy noch mal mit dem Fahrrad weg ist. Wollte sie vielleicht mit dem vorher abgehobenen Bargeld nur ganz schnell etwas für das Mittagessen einkaufen und dachte, Jens sei schon zu Hause, wenn sie zurück ist? Oder wollte sie echt für eine schnelle Zigarette zu ihrer Raucherbank fahren? Wenn ja, lauert der
Täter ihr auf dem Weg irgendwo auf oder hängen das Verlassen des Hauses und ihre Entführung irgendwie direkt zusammen? Der Fall Nelly Graf ist sicherlich einer der mysteriösesten aktuellen Fälle, die es in Deutschland gibt und einer der tragischsten. Trotz DNA läuft der Mörder der dreifachen Mutter seit inzwischen 14 Jahren frei herum.
Wie ihr sicherlich wisst, verrt Mord nicht, aber und das betont die Polizei im Fall Nelli Graf Beihilfe zum Mord Show. Sollte es also jemanden geben, der dem Täter bei irgendeinem Schritt des Verbrechens geholfen hat, müsste diese Person keine rechtlichen Konsequenzen mehr fürchten, ebenso wenig wie ein potenzieller Mitwisser oder eine Mitwisserin.
Stattdessen könnte die Person ihr Gewissen erleichtern und den Kindern und dem Ehemann von Nelly Graf die Gewissheit geben, die ihr zusteht. Und das alles wie gesagt ohne juristische Risiken. Ich hoffe wirklich sehr, dass eine mögliche mitwissende Person ihren Mut zusammennimmt. Sicherlich kann das nicht einfach sein und ist auch mit persönlichen Risiken verbunden.
Doch es ist vor allem die Familie von Nelly, die viel mehr verloren hat, als jeder Hinweisgeber es könnte. Und allein deshalb sollte man sich mit jeder möglichen Spur sofort bei der Polizei melden. Zwei der drei Kinder von Nelly Graf sind inzwischen Selbsteltern geworden. Sicherlich hätte sie ihre Enkel gern kennengelernt und ihre Kinder unterstützt.
Stattdessen wurde sie brutal aus dem Leben gerissen aus Gründen, die noch völlig im Dunkeln liegen. An dieser Stelle möchte ich der Familie noch mal mein Beileid aussprechen und drücke wirklich fest die Daumen, dass der Fall bald gelöst wird. Denn dass er gelöst werden kann, steht ja außer Frage. Wenn ihr mögt und bekannt sind Westfallen habt, teilt dieses Video gern mit ihn.
Ich hoffe, es kann helfen, den Fall noch mal in Erinnerung zu rufen. Damit das Video mehr Leuten vorgeschlagen wird, könnt ihr gerne ein Like geben oder auch einen Kommentar schreiben, um den Algorithmus anzuken. Gerade bei solchen ungelösten Fällen aus Deutschland würde ich mich freuen, wenn möglichst viele Leute davon mitbekommen.
Vielen Dank für eure Unterstützung und fürs Zusehen. Solltet ihr den Kanal noch mehr unterstützen wollen und die Videos 24 Stunden früher ohne Zensur und ohne Werbung bekommen wollen, abonniert mich gerne bei Patreon. Den Link dazu und zu meinen anderen Socials findet ihr in der Infobox. Ansonsten gibt’s nicht mehr viel zu sagen.
Ich wünsche euch einen guten Morgen, Mittag oder Abend oder je nachdem, wann ihr das Video seht und hoffe, dass wir uns im nächsten Video wiedersehen. Bis dahin, ciao Leute.