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Mörder auf Hotelkamera T

Mörder auf Hotelkamera

Es ist der 20. August 2005. Um 19:1 Uhr betritt ein Mann mit einer Golftasche die Lobby des Hilden Hotels in Köln. Er stellt sich an der Rezeption als Lars Rodenstock vor, bittet darum, ein Doppelzimmer für eine Nacht zu buchen, für sich und seine Ehefrau. Er erklärt, seine Frau komme in etwa einer Stunde nach.

 Sie würde dann auch seinen Ausweis mitbringen, den er gerade leider nicht bei sich hat. Der Mitarbeiter in der Rezeption bittet Herrn Rodenstock schon einmal das Buchungsformular auszufüllen, aber er muss passen. Seine Hand ist bandagiert. Der zuvorkommende Rezeptionist ist hilfsbereit und füllt das Formular anstelle des Gastes aus. Ebenso wenig wie seinen Ausweis hat Herr Rodenstock auch keine Karte dabei.

 Also bezahlt er das Doppelzimmer mit Bargeld. Das ist in einem Hotel wie dem Hilton schon 2005 eher unüblich. Aber Herr Rodenstock versichert dem Rezeptionisten, seine Frau würde auch eine Kreditkarte zum Hinterlegen mitbringen. Also hat der Mitarbeiter keinerlei Hintergedanken, als er dem Gast die Schlüsse für das Zimmer 715 aushändigt.

 Das Problem ist, die Ehefrau gibt es nicht und auch Herrn Lars Rodenstock gibt es gar nicht. Und am nächsten Morgen wird ein ermordeter Mann im Zimmer 715 liegen. Nikolaus G lebt in Berlin und ist ein Erfolg. erfolgreicher Fotograf. Er hat schon für Medien wie den Spiegel, die Zeit oder Geo gearbeitet. Dafür hat er Persönlichkeiten wie Wolfgang Job oder Gregor Gisi abgelichtet.

Im Sommer 2005 plant Nikolaus seine nächsten beruflichen Schritte. Selbständig zu arbeiten ist nicht immer leicht. Klar, die Freiheiten und die Flexibilität sind toll und sicherlich liebt Nikolaus seinen Job und die Möglichkeit mit seiner Leidenschaft sein Geld zu verdienen, aber man ist halt auch auf eine stabile Auftragslage angewiesen, die nicht selbstverständlich ist.

 Und im Sommer 2005 plagen Nikolaus einige Geldsorgen. Deshalb plant er schon für das nächste Jahr. Im Sommer 2006 soll ja die Fußballwm in Deutschland stattfinden. Zu diesem Anlass möchte er ein Bildband anfertigen und veröffentlichen. Die Idee ist mehrere Fußballprofis ganz privat zu fotografieren und Portraits anzufertigen. Eine richtig gute Idee, die bestimmt gut laufen würde, aber bis zur WM ist es damals noch ein Jahr hin.

 In der Zwischenzeit muss Nikolaus auf weitere Aufträge hoffen. Am 17. August ist Nikolaus in einem Caffeée mit einem Freund verabredet. Zwischendurch geht er kurz einmal vor die Tür, um zu telefonieren. Eigentlich keine große Sache, ein ganz normaler Alltagsmoment. Aber genau das wird sich später als ein entscheidender Augenblick herausstellen, denn als Nikolos zurückkommt, wirkt er irgendwie nervös.

Es dauert nicht lange, bis er sich verabschiedet. Ob das Telefonat etwas mit dem zu tun hat, was in den nächsten drei Tagen geschehen wird, ist nicht ganz klar. aber naheliebt. Zwei Tage später am 19. August reist Nikolaus nach Köln. Die Stadt ist damals ziemlich voll, denn der Weltjugendtag findet statt.

 Der Weltjugendtag ist eine große Veranstaltung der katholischen Kirche, zu der auch der Papst erwartet wird. Rund um die Events des Weltjugendtages reisen 2005 etwa 1,2 Millionen Menschen nach Köln. Einer von ihnen ist Nikolaus G. Es ist unklar, ob er schon mit einem Auftraggeber Kontakt hatte oder ob er auf gut Glück nach Köln fährt.

 Ein spannendes Fotomotiv scheint ihm in diesen Tagen jedenfalls sicher. Sicherlich dürfen Hotels und Apartments in Köln gut ausgebucht gewesen sein. Nikolaus kann in der Wohnung einer Freundin unterkommen, die gerade im Urlaub ist. Und nicht nur in Sachen Unterkunst scheint Nikolaus Glück zu haben.

 Tatsächlich kommt auch ein Auftrag rein. Am nächsten Tag, den 20. August könnte er einen der Kardinäle fotografieren, die gerade für den Jugendtag in der Stadt sind. Kardinal Karl Lehmann ist in der katholischen Kirche ein wichtiger Mann. Das Shooting wäre also ganz gut für Nikolaus Portfolio und natürlich auch für sein Konto.

 Er hat ja immer noch ein wenig Geldsorgen. Ein spontanes Honorar von 500 € will er nicht ausschlagen. Der Termin soll am nächsten Tag im Kölner High Hotel stattfinden. Aber am 20. August wartet Nikolaus vergeblich am vermeintlichen Treffpunkt auf den Kardinal. Später wird sich herausstellen, dass Kardinal Lehmann diesen Fototermin nie anberumt hat.

 Das kann Nikolaus natürlich nicht wissen. Er ist wahrscheinlich einfach nur frustriert, dass der vermeintliche Termin geplatzt ist. Aber auch hier scheint sich alles wieder zum Guten zu wennen. Nikolaus bekommt abermals einen Anruf. Ein anderer Auftrag, aber nicht weniger spannend. Er soll um 20 Uhr im Hildenhotel sein.

 Dort, so hat es ihm sein Auftraggeber im Telefon versprochen, kann er Willly Weber fotografieren. Weber ist ehemaliger Rennfahrer und damals der Manager von Michal und Ralf Schumacher. Um 19:44 Uhr trifft Nikolaus Gen Hildenhotel ein. An der Rezeption fragt er sowie zuvor am Telefon vereinbart nach einem Herrn Rodenstock. Der Mitarbeiter des Hotels weiß, wen Nikolaus meint.

 Der Rodenstock hat erst eine knappe halbe Stunde zuvor eingecheckt. Der Rezeptionist teilt Nikolaus mit. Herr Rodenstock sei noch unter der Dusche, er würde sich jedoch melden, sobald er fertig sei. Also wartet Nikolaus in der Lobby. Von dort ruft er um kurz vor 20 Uhr noch seine Freundin an. Er spricht dir eine Nachricht auf die Mailbox.

 Darin sagt er seiner Freundin, dass ich die Auftragslage nun noch mal geändert habe. Aber Willly Weber sei extra für das Shooting mit ihm eingeflogen worden. Er ärgert sich über die vielen Planänderungen, ist jetzt aber froh, dass endlich mal etwas klappt. Er sagt, der Auftrag wird immer skoriler. Ich melde mich dann um Mitternacht oder so.

 Und das ist die letzte Nachricht von Nikolaus G. Nachdem er aufgelegt hat, legt er seine Fotoausrüstung auf einen der Gepäckwagen und macht sich damit auf den Weg zum Zimmer 715. Dieses Zimmer wird er nicht mehr lebend verlassen. Am Mittag des 21. August betritt eine Reinigungskraft das Zimmer 715. Den Anblick, der sich ihr bietet, hat sie wahrscheinlich nie vergessen.

 Nikolaus G. liegt im Zimmer in einer großen Blutlache und ihm wurden mehrere Zähne ausgeschlagen. Das Licht ist eingeschaltet, das Radio läuft, aber Nikolaus bewegt sich nicht. Er ist schon seit Stunden tot. Mehr als 20 mal wurde mit einem Baseballschläger auf den 37-jährigen eingeschlagen. Er ist durch einen Schädelhirnrauma und massiven Blutverlust infolge der Verletzung gestorben.

 Nikolus hatte keine Chance. Vermutlich haben der oder die Täter sofort auf ihn eingeschlagen, nachdem er das Zimmer 715 betreten hat. Also nimmt die Mordkommission die Ermittlung auf. Der Vorteil aus Sicht der Ermittler in der Lobby vom Hildenhotzel sind natürlich Kameras. Diese nehmen alle 3 Sekunden ein Bild auf und schnell ist klar, wer der Zäter sein muss.

 Der vermeintliche Herr Rodenstock, der das Zimmer 715 am Vorabend gebucht und bar bezahlt hat. Da er bei der Anmeldung vorgegeben hat, eine Handverletzung zu haben, gibt es leider keine Schriftprobe von ihm. Die angegebenen Daten stimmen nicht. Das bedeutet, die Identität Lars Rodenstock ist ein Fake. Aber dank der Kameras gibt es immerhin Bilder des Mannes bzw.

 von zwei Männern. Denn 19 Minuten nach dem vermeintlichen Herrn Rodenstock kommt um 19:20 Uhr ein zweiter Mann in die Lobby des Hilton und dieser macht sich zielstrebig auf den Weg zu Zimmer 715. Er hat einen silbernen Metallkoffer bei sich. Die Polizei geht davon aus, dass es sich bei ihm um einen zweiten Täter handelt.

Der Tatablauf ist für die Ermittler soweit nah liegend. Die beiden Täter haben den Fotografen Nikolaus unter dem falschen Vorwand eines Auftrags ins Zimmer 715 gelockt. Nikolaus ist ungefähr um 20 Uhr in das Zimmer gegangen. Dort haben die Täter den 37-jährigen sofort angegriffen. Um 20:09 Uhr verlässt der die Lobby, um 20:11 Uhr der 2.

Der Mord sowie die Reinigung des Tatorts haben nicht einmal 10 Minuten gedauert. Danach haben die Zäter wohl das Licht und das Radiumzimmer angemacht, damit es wirkt, als seien noch Gäste da und damit niemand reinkommt. Die Täter waren offenbar bestens vorbereitet. Die Tatwaffen sind beim Eintreffen der Polizei verschwunden.

 Das dürfte den silbernen Koffer des einen und die Golftasche des anderen Mannes erklären. Letztere ist groß genug, um darin einen Baseballschläger zu verstecken. Und auch an die Überwachungskameras haben die Männer gedacht. Beide haben sich ihre Baseball Caps tief ins Gesicht gezogen. In mühevoller Kleinarbeit gelingt es in Ermittlern trotzdem Phantombilder anzufertigen.

 Die Polizei steht unter großem Druck, den Fall zu lösen. Dieser Druck geht auch von den Medien aus, denn vor allem die Boulevardpresse ist schnell auf den Fall aufgesprungen und spinnt die wildesten Theorien. Nikolaus soll vor seiner Ermordung zur Kunstmafia recherchiert haben. Vielleicht könnte das also im Zusammenhang mit der Tat stehen.

Die Mordkommission geht unterdessen auf jeden Fall von einer professionell geplanten Tat aus. Zumindest einer der Täter müsse so etwas schon mal gemacht haben. So der Leiter der Kommission. Am Tatort seinen Spuren gezielt verwischt worden, um die Ermittlungsarbeiten zu erschweren. Ein Raubmord schließt die Polizei aus.

Außer Nikolaus Handy fehlt nichts und die teure Fotoausrüstung hätte sich sicherlich kein Dieb entgehen lassen. Aber weil die Täter so akribisch vorgegangen sind, gestalten sich auch die Ermittlung als schwierig. Mehrere Monate lang tappt die Polizei im Dunkeln. Im Dezember 2005 wird der Fall in der Sendung Aktenzeichen XY ungelöst vorgestellt.

 Leider bleiben wertvolle Hinweise aus. Letztendlich ist es unermüdliche Polizeiarbeit, die den Fall lösen kann. auch wenn es lange gedauert hat. Auf der Suche nach Spuren ist die Polizei wirklich allem nachgegangen. Sämtliche Person aus Nikolaus Kontakten wurden durchgecheckt. Unter anderem auch eine Ex-Freundin von ihm.

 Ihr Name ist Monika K. Sie ist Fernsehschauspielerin und auch am Theater aktiv. Vor einiger Zeit hat Nikolas ein paar Fotos von ihr gemacht für ihr Portfolio. Die Beziehung von Monika und Nikolaus liegt schon ein paar Jahre zurück und sie selbst ist es auch gar nicht, die die Polizei ins Fahenkreuz nimmt. Doch über Monika kommen die Ermittler auf jemanden, der verdächtig wirkt und zwar auf einen 29 Jahre alten Mann namens Daniel C.

Als im Sommer 2006 bekannt wird, dass er verdächtig wird, sitzt er schon im Gefängnis und zwar, weil er im November 2005 gefälschte Konzerttickets für Bon Jovi und die Pish Mode bei eBay verkauft hat. Damit soll er schätzungsweise 160.000 € gemacht haben. Bei seiner Festnahme wegen dieser Sache hat er zudem eine geladene Schusswaffe bei sich.

Und nicht nur das, Daniel C. Seit 2002 auf der Flucht. Damals ist er aus einer JVA abgehauen und danach mitten in Deutschland untergetaucht. Dabei hat der Mann, der wegen verschiedener Urkundenbetrugs und Diebstahldelikten in Haft war, immer wieder andere Identitäten und Namen genutzt.

 Ubrecht Polens Franz Xaver Panzer und am 20. August 2005 Lars Rodenstock. Genauso kreativ wie den falschen Namen war Daniel C. auch mit seinen Telefonnummern. Die Polizei kann ermitteln, dass er allein zur Vorbereitung des Mordes an Nikolaus vier verschiedenen Nummern benutzt hat, aber eine davon hat er auch für sein Konzerticket Scam verwendet.

 So kam man ihm letztendlich auf die Schliche. Nachdem Daniel C mit den Vorwürfen konfrontiert wird, benennt er direkt einen Mann, der der zweite Täter sein soll. Ein Mann namens Agron B. Daniel C und Agron B kennen sich laut Spiegelinformationen aus einem Stuttgarter Fitnessstudio. Dort soll Agron als Karatetrainer gearbeitet haben.

 Allerdings gerätt Agron ausschließlich aufgrund der Aussagen von Daniel C Verdacht. Das wird später noch wichtig. Jetzt, wo man seinen Namen hat, kann die Polizei den Tagesablauf von Daniel C am Tartag recht gut rekonstruieren. Schon Anfang 2005 hatte Daniel versucht, Nikolas in seiner Heimatstadt Berlin zu treffen, um einen vermeintlichen Auftrag zu besprechen.

 Daniel hat den Termin aber kurzfristig abgesagt. Im August 2005 gab es in Köln dann die nächsten Versuche. Erst kurz vor der Zah Daniel und sein Mitäter die Baseballkappen zum Schutz sowie die Golftasche zur Aufbewahrung der Zartwaffe gekauft. um 17:56 Uhr in den Opernpassagen in Köln. Das erklärt auch, weshalb der angebliche Termin mit dem kardinalen Highhead Hotel platzen gelassen wurde. Daniel C.

 war zu diesem Zeitpunkt noch auf dem Weg nach Köln. Er musste erstmal mit einem Mietwagen aus Ham anreißen. Darum wurde offenbar ein zweites angebliches Shooting mit Willly Weber im Hilten organisiert und dort wurde Nikolaus geh in die tödliche Falle gelockt. Soweit so überzeugend, aber die wichtigste Frage bleibt noch offen.

Warum wollte Daniel C Nikolaus G tot sehen? Im August 2007 stehen die beiden Verdächtigen in Köln vor Gericht. Daniel Jan C und Agron B werden des gemeinschaftlichen Mordes an Nikolaus G beschuldigt. Das Mordmotiv laut den Ermittlern Eifersucht. Zum Zeitpunkt der Tat war Daniel C mit Monika K verlobt.

 Die beiden haben zwei gemeinsame Kinder. Daniel soll wohl die Tagebücher von Monika gelesen haben und daraus hat er erfahren, dass sie zumindest mal für Nikolaus geschwärmt hat. Obwohl das schon Jahre her ist und Daniel und Monika 2005 wie gesagt verlobt sind, soll das Daniel so eifersüchtig gemacht haben, dass er sich entschieden hat, Nikolaus umzubringen.

In der Vergangenheit soll er gegenüber Monika selbst und einer der gemeinsamen Töchter gewalttätig geworden sein. Vom Landgericht heißt es später, Daniel C. werde als intelligent, redegewandt, geschäftstüchtig, luxusliebend, unehrlich, menschenverachtend, sehr einnehmend überzeugend und manipulativ beschrieben.

Das passt alles ziemlich gut zu dem, was wir über sein Verhalten und seine Vorstrafen wissen. Daniel C streitet vor Gericht auch gar nicht ab, für den Tod von Nikolos verantwortlich zu sein. Allerdings habe es sich nicht um einen Mord gehandelt. Vielmehr habe man dem 37-jährigen eine Abreibung verpassen wollen, aber nicht wegen der Beziehung zwischen Nikolaus und Monika.

 Die hätte es nämlich so der Anwält von Daniel C nie gegeben. Der Verteidiger berichtet, der ermordetez und Monika seien sich nie in irgendeiner Form nahe gewesen. Es sei viel mehr so gewesen, dass Daniel Nikolaus einen Auftrag gegeben habe. Daniel soll Nikolas 5000 € dafür gegeben haben, dass Nikolas sensible Fotos von Monika aus dem Internet entfernt.

 Obwohl Nikolas das Geld angenommen habe, habe er sich aber nicht an seinen Teil der Abmachung gehalten. Laut seines Anwalts wollte Daniel Nikolos im Hotelzimmer zur Rede stellen und hatte als Unterstützung den Mitangeklagten dabei. Die beiden hätten Nikolas einen Denkzettel verpassen und seine Fotoausrüstung kaputt machen wollen.

 Vor Ort sei das Ganze dann aber eskaliert, weil Nikolas sich so heftig gewährt habe. Dagegen spricht aber, wie heimtürkisch Daniel C vorgegangen ist und wie schnell die Tat von Statten gegangen ist. Dass er ein Mörder ist, ist für das Gericht recht deutlich. Bei dem zweiten Angeklagten sieht das schon ganz anders aus.

 Es gibt nicht mal einen Anhaltspunkt dafür, dass Agron B im August 2005 überhaupt in Köln gewesen ist. Man kann ihm absolut nichts nachweisen. Das einzige, was ihn belastet, ist die Aussage von Daniel C. Und mit seinen zahlreichen Fakeidentitäten und Betrügereien kann man wohl sagen, dass er nicht gerade die zuverlässigste Quelle ist.

Deshalb muss der Mitangeklagte auch freigesprochen werden. Die Kammer geht auch nach dem Freispruch noch davon aus, dass eine zweite Person an der Tat beteiligt gewesen ist, aber es gibt eben keine Anhaltspunkte dafür, dass es der Mitangeklagte gewesen ist. Wer der zweite Täter gewesen sein könnte, ist bis heute nicht geklärt worden.

 Wer auch immer der Mann mit dem silbernen Koffer ist, wenn er etwas mit dem Mord an Nikolaus geht zu tun hat, ist er davon gekommen. Anders als Daniel C. Das Gericht sieht es als erwiesen an, dass er Nikolaus G in die tödliche Falle gelockt und ihn im Hotelzimmer brutal ermordet hat. Er wird im November 2007 zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt.

Daniel C legt zwar Revision ein, das Urteil gegen ihn und der Freispruch für den Mitangeklagten werden aber vom Bundesgerichtshof bestätigt. Es ist eine wirklich gruselige Vorstellung, dass der zweite Täter in diesem Fall nie gefasst werden konnte und der Morder Nikolos G ist einfach nur sinnlos.

 Dass die Eifersucht wegen einer vergangenen Schwärmerei Daniel C offenbar zu einem Mord gebracht hat, ist unbegreiflich. Nikolas hatte ja sogar eine feste Freundin. Daniel war mit Monika verlobt und Vater ihrer Kinder. Es gab in diesem Fall, selbst wenn man es aus Täterperspektive betrachten will, eigentlich nicht mehr ein Konflikt, sondern nur das Ego eines Täters, der eine lange Strafakte hat.

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