Kein Zeuge. Kein Schrei. Kein Täter | Der Fall Molly Bish
Kein Zeuge. Kein Schrei. Kein Täter | Der Fall Molly Bish

Es ist Sommer im US-Bundestadt Massachusetts. Vor den Kindern liegen wochenlange Sommerferien. Das Wetter ist gut und eigentlich könnte alles nicht schöner sein. In der Kleinstadt Warren gibt es einen Badesee. Er ist ein wenig abgelegen am Rand eines Waldes. Für die Leute aus der Umgebung ein echter Geheimtipp und der perfekte Ort, um den Ferien ein bisschen Urlaubsfehling zu haben. Am Morgen des 27.
Juni soll an diesem See Schwimmunterricht für ein paar Kinder aus dem Ort stattfinden, aber als die Eltern nach und nach ankommen, ist der Platz der Bademeisterin am Ufer leer. Für die 16 Jahre alte Molly Bishes ist erst die zweite Woche in ihrem Ferienjob als Badeaufsicht. Eigentlich ist sie immer zuverlässig und war bislang jeden Tag pünktlich, aber an diesem Morgen ist am Badesee etwas passiert.
In einem ganz kurzen Zeitfenster zwischen Molly Ankunft und dem Termin zur Schwimmstunde. Die 16-jährige wurde entführt, direkt an ihrem eigenen Arbeitsplatz. Man wird erst Jahre später Spuren von Molly Bischf und das, obwohl in ihrem Fall die größte Ermittlung eingeleitet wird, die es im Bundesstaat jemals gegeben hat. Kurzwerbungen eigener Sache.
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Eine Freundin von Molly war am Abend zuvor einen Autounfall verwickelt und wurde dabei verletzt. Molly macht sich natürlich direkt Sorgen um ihre Freunde. Sie spricht mit ihrer Mutter über die Sache und ihre Mutter McDin nimmt Molly für eine Weile in den Arm. Aber so sehr die Nachricht Molly auch getroffen hat, die 16-jährige will trotzdem aufstehen und den Tag starten, denn es sind Sommerferien und Molly hat ihren ersten richtigen Job.
In ihrer Heimatstadt Warren in Massachusetts gibt es einen beliebten Badese, den Commons Pond. Dort arbeitet Molly Bisch für die Ferienzeit als Bademeisterin. Damit ist sie schon die zweite in ihrer Familie. Ihr drei Jahre älterer Bruder John hat das vor ihr gemacht. Dieser hatte aber in diesem Sommer keine Zeit mehr dafür, deswegen er als Ersatz seine Schwester vorgeschlagen hat.
Das hat auch geklappt und Molly ist begeistert von ihrem ersten eigenen Job. Mit 9$ pro Stunde ist ihr Gehalt auch nicht schlecht, sodass sie bis zum Ende der Ferien einiges an Geld angespart haben wird. So zumindest der Plan. Die ersten sechs Tage hat John seine Schwester eingearbeitet. Der 27. Juni ist erst der zweite Tag, an dem Molly ganz allein am See eingeplant ist.
Der Commensons Pont liegt am Rand der Stadt und ist von Natur umgeben, abgesehen von einer Schnellstraße in der Nähe. Auf Fotos und Videos sieht die Gegend sehr idyüyllisch aus. Im See ist ein eigener Badebereich abgetrennt und beim Schwimmen kann man den Ausblick auf den Wald genießen. Für die 16-jährige Molly ist der Job rund um perfekt.
Sie liebt Sport, sie liebt es unter Leuten zu sein und hat vor allem ein großes Herz für Kinder. Die erste Woche im Job ist gut gelaufen. Die Arbeit hat Molly Spaß gemacht. Also ist es an diesem Morgen vielleicht sogar eine ganz gute Ablenkung zur Arbeit zu gehen, zumal an diesem Tag eine Stunde Schwimmunterricht für ein paar Kinder aus dem Ort ansteht. Molly wird also gebraucht. Am Morgen des 27.
Juni fährt Molly Mutter McDin sie zum Commonspont. Nachdem sie den Morgen etwas länger im Bett verbracht haben, sind Molly und Mcdeline spät dran. Trotzdem halten sie unterwegs noch kurz bei einem Laden, um für Molly eine Flasche Wasser zu kaufen. Als McDine und Molly an diesem Morgen auf dem Parkplatz biegen, ist er fast leer.
Nur ein Truck ist da, um Sand abzuladen, mit dem der Badeabschnitt aufgeschüttet werden soll. Mcdelline ist darüber erleichtert, denn als sie Molly am Morgen zuvor abgesetzt hat, war ihr auf dem Parkplatz ein anderes Auto aufgefallen, bzw. dessen Fahrer. Am Vortag stand ein weißer Sedan auf dem Parkplatz, dessen Besitzer auf Mcdine ziemlich komisch gewirkt hat.
Er saß in seinem geparkten Wagen und hat geraucht und Molly dabei ziemlich unangenehm angestarrt. Mcdaline hat sich dadurch unwohl gefühlt und dem Mann ihren bösesten Blick zugeworfen. Davon zeigte sich der Mann aber komplett unbeindruckt.
Er saß einfach am Steuer seines Wagens, rauchte und starrte weiter in ihre Richtung. Eine ziemlich ungemütliche Situation, leider aber auch eine, die viele Frauen kennen werden. McDine hat sich einfach dazu entschieden, im Auto sitzen zu bleiben, um den Mann so zu verjagen. Sie hat zunächst Molly an den Strand zu ihrem Bademeisterinn Sitz gebracht und dann hat Magdaline sich in ihren Wagen gesetzt und sich nicht von der Stelle bewegt.
Sie hat 20 Minuten lang gewartet, ehe der Mann in den weißen Sedanen endlich vom Parkplatz gefahren ist. Erst dann hat Magdalen sich damit wohlgefühlt, Molly bei der Arbeit allein zu lassen. Und jetzt am Tag darauf ist von dem Mann nichts zu sehen. Gegen 10 Uhr verabschiedet sie sich von ihrer Tochter Molly.
Molly springt aus dem Auto, sagt, dass sie ihre Mutter lieb hat und läuft Richtung Strandabschnitt. Magdaline schaut ihrer Tochter noch nach und beobachtet sie dabei, wie sie zum Seeufer geht, so wie jeden Morgen in der vergangenen Woche. Sie wartet noch kurz, bis der Truck mit dem Sand vom Parkplatz gefahren ist. Dann fährt sie hinterher und macht sich auf den Heimweg. Etwa 20 Minuten später gegen 10:20 Uhr kommt eine kleine Familie am Badese an.
Sandra Woodworth und ihre Kinder gehen regelmäßig am Commonspon schwimmen. Deshalb kennen sie die neue Bademeisterin Molly auch schon. Am Ufer der Badestelle sieht Sandra Molly Sachen auf dem Bademeisterstuhl. Ihr Handtuch ist drüber geworfen, Molly Wasserflasche und ihre Sandalen stehen davor. Ihr Rucksack liegt auf einer Bank neben dem Stuhl.
Die erste Hilfetasche der Bademeisterin liegt geöffnet daneben. Auch ihr Funkgerät, das sie als Schwimmaufsicht bei sich getragen hat, ist noch da. Mit dem Funkgerät ist Molly quasi permanent mit der lokalen Polizeidienststelle verbunden. Darüber gibt sie regelmäßig Meldung an das Polizeirevier, was am See los ist. Meistens ist das genau gar nichts.
Molly gibt dann ein kurzes Funksignal, dass alles klar ist. Die Polizei funkt zurück, dass sie das zur Kenntnis genommen hat und das war’s. Allerdings meldet sich Molly eigentlich jeden Morgen, sobald sie am Platz ist. Das ist an diesem Tag nicht passiert. Nun liegt das Funkgerät mit Molly Sachen zusammen zurückgelassen bei ihrem Stuhl. Von Molly selbst ist nichts zu sehen.
Eigentlich ist es sehr unüblich, dass der Bademeisterstuhl am See über längere Zeit frei bleibt, zumal an diesem Morgen der Schwimmunterricht für Kinder geplant ist. Nach und nach kommen immer mehr Kinder mit ihren Eltern an und warten ungeduldig darauf, dass der Unterricht losgeht. Weil Molly aber immer noch nicht auftaucht, übernimmt Sandra Woodworth kurzerhand die Schwimmstunde.
Als sie damit so weit durch ist, ist von Molly immer noch nichts zu sehen. Deshalb alarmiert Sandra Molly Chef Ed Fat. Er kommt daraufhin gegen 11 Uhr zum See und findet Molly Sachen genauso vor wie Sandra. Um 11:44 Uhr verständigt er über das Bademeisterfunkgerät die Polizei und meldet eine verschwundene Person am Commensp. Wenn jemand an einem Badesee oder Meer verschwindet, dann geht man erstmal davon aus, dass die Person einen Unfall beim Schwimmen oder Baden hatte. Das denkt die Polizei auch bei Molly.
Also wird die Feuerwehr losgeschickt, um die Lage vor Ort zu sichten. Als erstes wird dementsprechend der Commons Pond abgesucht. Mis Familie bittet die Rettungskräfte eindringlich die Suche auf dem Wasser abzubrechen. Für sie ist Glas klar, dass Molly nicht im Wasser verunglückt sein kann. Immerhin ist sie eine gute und trainierte Schwimmerin.
Es kann natürlich trotzdem immer etwas passieren, aber tatsächlich soll die Familie recht behalten, denn während Einsatzkräfte im See nach Molly suchen, wiederfährt der 16-jährigen gerade etwas ganz anderes. Einen richtigen Vorwurf kann man den Feuerwehrleuten dennoch nicht machen.
Immerhin folgen die Einsatzkräfte bei solchen Sachen auch nur einem Protokoll. Und sie sind ja auch eben Feuerwehrleute, keine Polizisten. Aber das macht es nicht weniger bitter, dass man bei der vergeblichen Suche zu Wasser wertvolle Zeit verlieren wird. Zeit, die sich jemand, der Molly etwas antun möchte, zu Nutze macht.
Und weil die Polizei eben erstmal von einem Badeunfall ausgeht, ist es auch keine Priorität, das Ufer zu rücken. Niemand weiß in diesem Augenblick, dass der Commonspont ein Tatort ist. Während Einsatzkräfte im Wasser suchen, laufen Leute am Ufer rum. Manche schwimmen weiter, weil sie nicht mitbekommen haben, was los ist. Rucksäcke werden hin und her geräumt, Handtücher aufgesammelt, herumliegende Essensreste in den Müll geschmissen.
Der Betrieb geht eben ganz normal weiter. Bis zum heutigen Tag weiß niemand, ob währenddessen nicht vielleicht wertvolle Beweismittel beseitigt wurden. Eine weitere frühe Theorie der Polizei ist, dass Molly vielleicht einfach ihren Job hat sausen lassen, um Zeit mit Freunden zu verbringen. Immerhin ist Molly erst 16 und hat eigentlich Ferien. Noch dazu hat ihre Freundin am Abend zuvor einen Autounfall.
Vielleicht wollte Molly sie besuchen gehen. Aber auch hier hält Molly Familie Wehement dagegen. Molly hat all die Zeit in die Bademeisterkurse gesteckt und war nach der ersten Woche im Job top motiviert. Niemals hätte sie einfach so aus einer Laune heraus ihre Schächt verlassen, um mit Freunden rumzuhängen.
Es dauert bis in den Nachmittag hinein, bis Molly Familie die Polizei überzeugt hat, dass hinter dem Verschwinden etwas schlimmeres stecken muss. In den Nachmittagsstunden geht daraufhin eine große Suchaktion rund um den Commons Pont los. Viele Freiwillige helfen, aber niemand findet eine Spur der 16jährigen. Mollyes Mutter Mcdine erzählt in der Mittlern auch von ihrer Beobachtung vom Vortag, von diesem komischen Mann, der Molly aus seinem weißen Auto heraus angestarrt hat.
Das weiße Auto ist auch noch anderen Leuten aufgefallen, unter anderen dem Truckfahrer, der morgen Sand am Commons Pond abgeladen hat. Als Molly und ihre Mutter am Parkplatz ankam, war nur dieser Truck da. Der Fahrer sagt aber, er habe auf dem Parkplatz kurz vor der Ankunft der zwei noch ein anderes Auto gesehen. Einen weißen Wagen, ähnlich wie der, den McDine Bish am Vortag bemerkt hat.
Eine andere Person erzählt von einem weißen Wagen in einer Autowaschanlage in der Nähe des Badesees. Deshalb ist die Beobachtung von Molly Mutter sofort eine wichtige Spur. Weil sie den Mann so intensiv beobachtet hat, kann Mcdelline Bish zum Glück eine detaillierte Beschreibung des Fahrers liefern. Der Mann soll zwischen 45 und 55 Jahre alt gewesen sein und dunkles graumelierzes Haar gehabt haben. Dazu einen dunklen Schnurbart.
Mcdelline kann ihn so gut beschreiben, dass auf Basis ihrer Angaben ein Phantombild entsteht. Unterdessen geht ein weiterer Hinweis auf ein weißes Auto ein. Ein Zeuge will so einen Wagen am Morgen von Molly Verschwinden an einem kleinen Friedhof gesehen haben. Dieser Friedhof ist über einen Trampelfahrt direkt mit dem Badeabschnitt am Commons Pond verbunden.
Die Polizei geht den Badese daraufhin mit Spürhunden ab. Diese nehmen Molly Pferter in ihrem Bademeisterstuhl auf und gehen dann tatsächlich den Trampelfahrt in Richtung Friedhof hoch. Dort reißt die Spur aber ab. An ein paar Stellen rechts und links vom Weg sieht es aus, als habe es eine Auseinandersetzung gegeben. Ein paar Zweige sind abgeknickt.
Andererseits ist der Weg eben auch nur ein Trampelpfad. Dass es da an den Seiten des schmalen Weges etwas ruppig aussieht, ist wohl soweit normal. Aber gepaart mit dem Zeugen, der ein weißes Auto am Friedhof gesehen haben will, zu dem der Pfad führt, wirkt es wahrscheinlich, dass der Täter Molly dorthin geführt hat. Die Annahme, dass das Auto in den Fall verwickelt ist, erhärtet sich.
Denn man findet in der Böschung Reifenspuren, die abseits des normalen Weges sind. Vielleicht ist der Täter mit Holly in seinem Auto abseits der gekennzeichneten Wege geflogen. Für die Polizei ist die Suche nach dem Mann in dem weißen Auto der erste und einzige echte Anhaltspunkt. Deswegen fängt die Polizei an alle weißen Autos in der Nähe zu checken, die ihnen begegnen. Dabei werden etwa 125 PKW überprüft.
Rechtig weiter bringt das die Polizei aber nicht. Also schaut man sich stattdessen in Molly engstem Kreis um. Die 16-jährige hat seit ein paar Monaten einen festen Freund namens Steven Lucas. Vor den Sommerferien sind die beiden auch zusammen zum Abschlussball gegangen. Eigentlich könnten die beiden nicht gegensätzlicher sein.
Molly ist total Energie geladen und immer unter Strom und Steven hingegen ist sehr ruhig und in sich gekehrt. Trotzdem findet es die Polizei auffällig, dass Steven nicht an der Suchaktion nach Molly teilnimmt. Viele andere Freunde von ihr sind da und durchkämmen den Wald. Steven hingegen hält sich von der Suche fair. Allein schon, weil er und Molly sich natürlich sehr nah waren, wird Steven bald von der Polizei befragt.
Dabei fällt den Ermittlern auf, Steven hat eine blutige Kruste an seiner Lippe und sein Augenbrauen Piercing ist nicht drin. Steven erklärt sich, indem er der Polizei sagt, er sei neulich morgens total verschlafen gegen eine Zimmertür gelaufen. Dabei habe er sich dann an der Lippe verletzt. Seinen Freunden soll er etwas anderes erzählt haben.
Zu ihnen hat Steven gesagt, er habe einen Lippenherpes gehabt. Na ja, vielleicht auch nicht unbedingt etwas, dass man fremden Polizeibeamten gerne erzählt. Teenager schämen sich manchmal grundlos für die normalsten Dinge. Vielleicht ist das auch hier der Fall. Aber die Polizei registriert diesen Widerspruch von Steven trotzdem, zumal der Teenager laut einem der Beamten nicht sonderlich kooperativ ist. Er gibt nur an am 27. Juni den ganzen Tag zu Hause gewesen zu sein.
Allerdings nimmt er an einem Lügendetektorest teil und besteht diesen auch sofort. In einigen Bundesstaaten der USA werden solche Tests noch routinemäßig in Ermittlungsverfahren durchgeführt. Dass Steven Luukas seinen Test besteht, hatten den Augen der US-Emmittler durchaus Aussagekraft. Und was man noch dazu sagen muss, als Steven am selben Tag von Molly Verschwinden erfahren hat, ist er sofort zu Molly Eltern gefahren und das, obwohl er und die Bishs kein sonderlich enges Verhältnis hatten.
Auf Molly Eltern hat es anständig und aufrichtet gewirkt, dass Steven in so einer Situation bei ihnen vorbeischaut. Deshalb finden sie sein sonstiges Verhalten auch nicht weiter verdächtig. Steven Lucas ist übrigens nicht der einzige, der einen Lügendetektortest absolvieren muss. Schon in den ersten Wochen der Ermittlung lädt die Polizei insgesamt ganze 13 Personen zu so einem Test vor.
Darunter sind auch mehrere vorbestrafteftäter aus der Gegend um Warren. Allerdings fällt nicht nur eine Person durch den Test, sondern gleich sieben. Da sieht man mal wieder, weshalb Lügendetektor Test bei uns hierzulande nicht mehr als geeignetes Ermittlungstool gesehen werden.
Es dauert leider Jahre, bis man im Fall Molly Bish eine neue Spur findet. Ich habe euch ja schon am Anfang vom Waldgebiet rund um den See erzählt. Das ist nicht nur ein Erholungsgebiet oder ein Wald mit Wanderpfad, sondern ein wirklich dichter Wald, in dem sich auch ein Jagdrevier befindet. Das Gebiet erstreckt sich über mehrere Meilen und Ortschaften hinweg.
Wer sich dort nicht gut auskennt, verliert dort schnell die Orientierung oder findet manche Stellen den Wald gar nicht erst, weil er so tief ist. Und genau an so einer Stelle mitten im Wald findet man 2003 Überreste eines blauen Badeanzugs. Glücklicherweise gibt der Finner den Badeanzug bei der Polizei ab. Das Kleidungsstück wurde in Por gefunden, ein paar Meilen vom Badesee entfernt, aber am selben Waldgebiet gelegen. Deshalb wird die Gegend im Por noch einmal ganz gründlich abgesucht.
Dabei findet man ein Stirnband im Kabog River und Molly hat zuletzt fast immer ein Stürmband bei sich gehabt. Es liegt nah, dass man Molly Bish jetzt 3 Jahre nach ihrem Verschwinden ganz nah ist. Und am 3. Juni 2003 gibt es dann den entscheidenden Fund, einen menschlichen Oberarmknochen. In den Tagen darauf findet man einen Rippenknochen und einen Wirbel und danach insgesamt über 20 weitere Knochen sowie Zehne.
Ein Profilerhält es für gut möglich, dass der Auffindeort zugleich der Tatort gewesen ist, denn die Waldstelle liegt auf einer Anhöhe. Laut des Profilers ist das aus Tätersicht ein günstiger Ort. Von der Anhöhe aus hätte der Täter sehen können, wenn sich weiter unten eine Person nähert, die ihn beobachten könnte. Am 9. Juni wird offiziell bekannt gegeben, dass es sich um die Überreste von Molly and Bish handelt.
Alles, was körperlich von ihr übrig bleibt, sind Knochen. Dutzende weitere werden nie gefunden. Im Laufe der Jahre wurden sie vermutlich durch die Witterung oder Wildziere weiter im Waldgebiet verzeilt, sodass es unmöglich ist, das komplette Skelett wieder zusammenzubekommen. Molly Mutter sagte dazu einmal, sie kam Knochen für Knochen nach Hause zurück. Zuerst ihr Schienbein, dann ihr Sched.
Am Ende kam 26 von Molly Knochen zu uns nach Hause zurück. Der Familie von Molly bleibt nichts anderes übrig, als das zu bestatten, was sie haben. Die Knochen der 16-jährigen passen in einen Babyssack. Am 2. August 2003 wird Molly im Kreise ihrer Familie beigesetzt. Es wäre ihr 20. Geburtstag gewesen. Die Familie von Molly hat schon früh gesagt, sie würde nicht glauben, dass jemand aus Warren für das Verschwinden der Jugendlichen verantwortlich ist.
Sie können oder wollen sich nicht vorstellen, dass einer ihrer direkten Mitmenschen etwas mit der Sache zu tun hat. Die Polizei sieht das aber etwas anders. Aufgrund der örtlichen Gegebenheiten mit dem Waldgebiet ist für die Ermittler klar, dass der Täter sich vor Ort gut ausgekannt haben muss. Es gibt mehrere Verdächtige im Fall Molibisch, auch wenn nie jemand angeklagt wurde.
Lasst uns die Verdächtigen im folgenden mal gemeinsam durchgehen und schauen, was für oder gegen sie als mögliche Täter spricht. Als der ersten gerätt ein Mann namens Oscar Bagin in den Fokus der Ermittlung. Er ist damals 52 Jahre alt und kommt aus der Nachbarschaft Woster. Vor allem hat er eine erstaunliche Ähnlichkeit zu dem Phantombild des Mannes mit dem weißen Auto.
Und wie sich herausstellt, soll er Molly flüchtig gekannt haben. Demnach soll Oscar ihr einige Wochen vorher auf der Abschlussfeier seines Neffen begegnet sein. Leider ist zu dieser Begegnung nichts weiter bekannt, aber die Polizei hält Oscar Bagen für so interessant, dass er gleich zweimal befragt wird. Er ist nämlich auch vorbestraft und zwar wegen Vergigung, sexer Nötigung und Körperverletzung in einem Kind. Er wurde 1991, 9 Jahre vor Molly Verschwinden entsprechend verurteilt.
Eigentlich ist Oscar damit ein sehr eindeutiger Verdächtiger, aber er selbst streitet jede Verbindung zu dem Verschwinden ab. Und nicht nur das, selbst Molly Mutter bezweifelt, dass Oscar Bagen der Täter ist. Sie hat den Mann mit dem weißen Auto am Tag vor Molly Verschwinden ja gut 20 Minuten beobachtet und sie glaubt nicht, dass es Oscar war.
Seine Haare würden ganz anders aussehen als die des Mannes, der Molly so penetrant angestarrt hatte. Wenn man annimmt, dass der Mann im weißen Auto auch der Zäter ist, macht diese Einordnung Oscar Billagen erst einmal weniger verdächtig. Am 31. Oktober 2005 wird ein Mann namens John Reagan New York verhaftet. Nicht, weil er im Fall Molly Bisch verdächtigt wird, zumindest fürs Erste.
Eigentlich wird er wegen einer versuchten Entführung festgenommen. Er soll wohl versucht haben, eine Jugendliche in seinen Van zu locken. Nur wenige Tage nach seiner Verhaftung wird bekannt gegeben, dass die Polizei ihn als möglichen Täter im Fall Molly Büsch im Blick hat. John Rean soll wohl arbeitsbedingt jährlich nach Sturbridge in Massachusetts gereist sein und nicht weit davon entfernt ist Molly verschwunden. Sein Anwalt dementiert sofort, dass er irgendetwas mit dem Verschwinden zu tun habe.
Die Polizei würde überreagieren und das Ganze würde im Sande verlaufen. Und der Anwalt soll recht behalten. Bei einer Überprüfung ergibt sich, dass John Reagan Ende Juni 2000 nicht in Massachusetts war. Damit scheidet er als Täter im Feu Molly Bisch also definitiv aus. 2008 wird ein Verbrechen begangen, das auf den ersten Blick nichts mit dem Verschwinden von Molly Bish zu tun hat, denn 2008 ermordet ein Mann namens Rodney Stanger seine Freundin Crystal Morrison. Zu diesem Zeitpunkt sind die beiden seit mehr als 20 Jahren ein Paar.
Rodney wird wegen des Mordes an seiner Partnerin zu einer Freiheitsstrafe von 25 Jahren verurteilt. Und eventuell hat der gewaltsame Tod von Crystal Morrison eben doch etwas mit dem Verschwinden von Molly Bish zu tun. Denn nur eine Woche bevor Rodney sie ermordet hat, hat Crystal wohl ein Gespräch mit ihrer Schwester Bonnie geführt, indem sie ziemlich schockierende Dinge erzählt hat.
Natürlich haben wir hier nur die Angaben von Bonnie, aber wenn die stimmen, sind die Informationen mehr als krass. In dem Gespräch zwischen den Schwestern soll Crystalle gegenüber Bonnie angedeutet haben, dass ihr langjähriger Freund nicht nur in ein, sondern in zwei Kriminalfälle verwickelt ist.
Zum einen den Mord an der 10 Jahre alten Holly Py im Sommer 1993 und zum anderen den Mord an der 16 Jahre alten Molly Bish im Sommer 2000. Der Mord an Holly Pyranus ist ebenfalls bis heute ungelöst. Er spielte sich 7 Jahre vor dem Mord an Molly ab in einem Ort, der etwa 40 Autominenuten entfernt liegt. Und eine Woche vor ihrer Ermordung soll Rodney Stangers Freundin Crystal gesagt haben, Rodney habe mit diesen beiden Fällen etwas zu tun. Eine Woche später war sie tot.
Rodney selbst wurde im Fall Holly Pirane nie offiziell verdächtigt, dafür aber sein Bruder Randy. Dieser lebte nämlich ganz in der Nähe der Stelle, in der die Leiche der Zehnjährigen Holly gefunden wurde. Der Verdacht gegen Randy hat sich nie erhärtet. Ein interessantes Detail ist allerdings, dass Randy damals ein weißes Auto fuhr. Als die Polizei davon erfährt, wird die Spur sofort sehr ernst genommen.
Auch weil Rodney ein entsprechendes Vorstrafenregister aufweist. Seine Polizeiakzte enthält einige Einträge über Gewalt gegen Frauen, gegen seine beiden Exfrauen, gegen eine ehemalige Schwägerin und letztendlich dann der Mord an seiner Partnerin Crystal. Doch damit nicht genug. Er kommt aus Warren, wo Molly lebte und war als Jäger und Fischer aktiv.
Die Polizei hat schon früh gemutmaß, der Täter könnte entweder eine Jagd oder eine Fischerlizenz haben aufgrund des Tatorts im Wald. Und der Auffinde von Molly Überresten war ja auch in einem Teil des Waldes, in den sich außer einem Jäger eigentlich niemand verirren würde. Rodney soll sogar in ganz genau dem Teil gejagt haben, in dem Molly gefunden wurde, in Whisky Hill in der Nähe von Porm.
Weiterhin wurde er mehrmals beim Fischen am Commons Pont gesehen. Falls ihr denkt, mehr Verbindungen könnte es Bayern nicht mehr geben, eine habe ich noch für euch. Molly musste vor ihrem Sommerjob ja Bademeisterkurse machen, jeden Samstag. Diese fanden bei der örtlichen YMCA in Warren statt und Rodney Stanger lebte damals ausgerechnet in derselben Straße, in der sich auch das YMCA Zentrum befunden hat.
Es könnte durchaus sein, dass er Molly dort einmal oder sogar mehrfach gesehen hat, dass er vielleicht wusste, dass samstags die Kurse für zukünftige Bademeister stattfinden und dann als regelmäßiger Besucher des Comens Pond eins und eins zusammezählt hat und wusste, dass Molly im Sommer dort arbeiten würde. Auffällig ist außerdem, dass er 2001 im Jahr nach Mollys Verschwinden aus Warren weggezogen ist.
Von da an lebte er in Florida. Den Mord an seiner Freundin Crystal hat Rodney gestanden, aber bei Befragung zum Fall Molly Bish wiegelt er ab. Mit dieser Sache habe er nichts zu tun. Die Polizei erhält trotzdem einen Durchsuchungsbeschluss für den Trailer, in dem Rodney und Crystal in Florida gelebt haben.

Dort findet man mehrere nicht näher beschriebene Haaracessoires für jüngere Mädchen, von denen man annimmt, dass sie nicht Crystal gehört haben. Die Sachen werden auf DNA getestet, aber leider kann man kein nützliches Profil mehr rekonstruieren. Klar, die Indizien gegen Rodney Stanger klingen dennoch ziemlich stark, aber es sind eben auch nur Indizien. Indizien, die leider nicht für eine Anklage im Fall Molly Bish reichen.
Lass uns an dieser Stelle kurz noch mal auf den Fall Holly Pyranin zu sprechen kommen. Ich habe euch ja eben schon erzählt, dass die Fälle durch die Aussage von Rodneys Freundin Crystal in Verbindung gebracht wurden. Um das noch mal kurz einzuordnen. Holly Py ist 10 Jahre alt, als sie am 5.
August 1993 verschwindet, 7 Jahre vor Molly Bisch. Die beiden Mädchen heißen nicht nur ähnlich, sondern sind auch im selben Alter. Letztendlich werden sie auch ein Schicksal und eventuell auch ihren Mörder. Die Polizei hält es nämlich durchaus für den, dass die beiden Fälle miteinander verbunden sind. Ich habe euch ja schon erzählt, dass Holly etwa 40 Autominuten von Molly entfernt verschwunden ist, aber die Auffindeorte der beiden Mädchen liegen noch näher bei Durch den Wald und eine Landstraße sind die jeweiligen Abschnitze sogar miteinander verbunden. Im Oktober 1993 wurde Holly von Jägern
im Wald bei Brimfield gefunden und Molly 10 Jahre später in der Gegend um Whisky Hill. Laut Google Maps trennen diese beiden Gegenden nur wenige Autominuten. Laut zweier Ermittler ist es wahrscheinlich, dass die Entführung von Molly Bish nicht das erste Verbrechen des Täters gewesen ist. Dafür gibt es zu wenige Spuren und immerhin hat das ganze dre Jahre gedauert, bis man Überreste des Mädchens gefunden hat.
Das spricht eher dafür, dass jemand mit Erfahrung am Werk gewesen ist, vielleicht sogar der Mörder, der zuvor schon Holly Panen umgebracht hat. Im Fall Holly Piran selbst gibt es auch noch mal einige Verdächtige mehr, die nicht öffentlich mit gleich beiden Fällen Verbindung gebracht werden. Rodney Stanger und sein Bruder Randy aber eben schon. Und dann ist da noch ein Mann, der in beiden Fällen als Person von Interesse geführt wird. Robert Arms.
Kurz zur Einordnung. In der US-Justiz ist eine Person of Interest etwas anderes als eine verdächtige Person. Eine Person von Interesse ist noch nicht notwendigerweise verdächtig. Sie kann auch z.B. als Zeuge, Opfer oder eventueller Verdächtiger einer Ermittlung oder potenziell irgendwie mit dem Fallen Zusammenhang stehen, ohne dass ein konkreter Tatverdacht gegen sie ausgesprochen wird. Und so ist es auch bei Robert Arms.
Er soll zum Zeitpunkt von Holly Perinans Verschwinden 93 in der Gegend gewohnt haben. Er kannte sich gut aus und hat unmittelbar nach dem Verschwinden des Mädchens seine Wanderstiefel und sein Auto entsorgt. Vielleicht so glauben einige, um physische Beweismittel verschwinden zu lassen. Robert Arms hat sich an der Suche nach Holly beteiligt.
Ein Jahr nach ihrem Verschwinden hat er sich sogar in die Medien gewendet und gesagt, er wüsse, dass er ein Verdächtiger sei. Er habe aber nichts zu verbergen. Auch im Fall Molly Bish wird Robert Arms als Person of Interest geführt. Allerdings einfach aus dem Grund, dass er damals in der Nähe gewohnt hat und dem Phantombild zumindest entfernt ähnelt. Dafür, dass er Molly Bish wirklich etwas angez, spricht aber noch weniger als für seine Verdächtigung im Hollyfall 7 Jahre zuvor. Besonders gruselig.
Molly hat nach Hollys Verschwinden sogar einen Brief an die Familie von Holly Peren geschrieben. Molly war ja selbst erst 10 Jahre alt und hat sich vom Schicksal der gleichaltrigen Holly offenbar sehr berührt gefühlt. Der Fall war in den Medien Massachusetts damals sehr präsent.
Offenbar wollte Molly Bish damals als kleines Mädchen die Familie der noch verschwundenen Holly irgendwie trösten. In dem Brief an die Eltern der ermordeten Holly schrieb sie unter anderem: “Es tut mir sehr leid. Ich wünschte, ich könnte das für sie wieder gut machen. Holly ist ein richtig hübsches Mädchen. Sie ist fast so groß wie ich. Ich wünschte, ich würde Holly kennen. Ich hoffe, sie wurde gefunden.
Nur sieben Jahre später wird der jungen Absenderin Molly Bish etwas ganz ähnliches wiederfahren, wie Holly Py im Jahr 1993. Und wer weiß, vielleicht sogar durch dieselbe Person. Nach einigen Jahren Funkstelle gibt es auf einmal einen neuen Namen. Inzwischen ist es der vierte, falls ihr nicht mitgezählt habt. Im Juni 2021 wird bekannt gegeben, dass ein Mann namens Frank Samner als Täter im Fall Molly Bish in Frage kommen wird.
Wie auch einige der anderen Verdächtigen war er zum Zeitpunkt von Molly Verschwinden bereits wegen verschiedener Sexaldelikte und auch Entführung vorbestraft. Allerdings lebt Frank Hamner nicht mehr. Er ist bereits 2016 verstorben, also 5 Jahre bevor er öffentlich verdächtigt wurde. Die Bezirksstaatsanwaltschaft gibt eine umfassende Begründung dafür ab, weshalb Frank nun verdächtig werde.
Zuerst einmal könnte es eine Verbindung zwischen Frank und Molly geben, denn Molly Vater arbeitete als Bewährungshelfer und Frank Samner war im Jahr 2000 gerade auf Bewährung, nachdem er eine Haftstrafe wegen Entführung und schwerer Vergigung verbüst hatte. Die Geschädigte sei erst seh Jahre alt gewesen, so der Bezirksstaatsanwalt, also genauso alt wie Molly zum Zeitpunkt ihres Verschwindens. Für diese Straftat wurde Frank Samner Anfang der 80er rechtskräftig verurteilt.
Diese Anhaltspunkte vom Bezirksstaatsanwalt klingen plausibel. Das Problem daran ist, er hatte einige Punkte ausgelassen. Dass Frank Samner Anfang der 80er wegen Entführung und Vergung verurteilt wurde, ist korrekt, wobei die Geschädigte nicht 16 Jahre alt war, sondern 21. Es macht es nicht besser, klar. Aber die Parallele beim Alter der Geschädigten und Molly fällt weg.
Zudem haben sich Frank und die Geschädigte schon länger gekannt. Er hatte sie als Reidigungskraft eingestellt. Das Verbrechen für das Frank Thamner verurteilt wurde, ist also vom Modusoperandi her ein ganz anderes als eines an Molly gewesen wäre.
Was der Bezirksatsanwalt in seinem Statement auch nicht erzählt, ist, dass Frank Samner kein neuer Verdächtiger ist. Gegen ihn wurde wohl schon 2003 ermittelt. Da hat er ja noch gelebt und als er davon erfahren hat, dass die Polizei ihn nun im Fall Molly Bisch unter die Lupe nimmt, soll er sofort freiwillig eine DNAP Probe abgegeben haben.
Trotzdem wird er 5 Jahre nach seinem Tod öffentlich verdächtig und das Ganze wird noch merkwürdiger. Molly hat neben ihrem Bruder John auch eine Halbschwester namens Heather. Diese gibt 2022 bekannt, dass eine DNA Probe von Frank Hamner untersucht worden sei. Man habe ihr mitgeteilt, dass es keine Übereinstimmung zwischen der Täter DNA und der von Frank gegeben hat. Einer der zuständigen Ermittler bekräftigt im Jahr darauf trotzdem noch einmal, dass Frank Samner weiterhin als Person von Interesse gelten würde.
Franks Schwester hat versucht eine Veröffentlichung der DNA Untersuchung zu beantragen. Sie ist sich ganz sicher, dass ihr Bruder unschuldig ist und glaubt, dass er nur als Sündenbock für die gescheiterten Ermittlung herhalten soll. Bis heute wurden die Ergebnisse jedoch nicht veröffentlicht. Stattdessen gibt es Bilder von Frank Samner, die neben das Phantombild gelegt werden, das auf den Angaben von Molly Mutter entstanden ist.
Und da sieht man schon eine gewisse Ähnlichkeit. Nicht zuletzt auch deshalb, weil Frank Thumna genau wie der Mann auf der Zeichnung eine Zigarette in der Hand hält. Das Problem ist laut Frank Schwester, er hat eigentlich gar keine Zigaretten geraucht. Das Foto sei im Gefängnis entstanden.
Dort habe er Zigaretten geraucht, weil es sonst eben nichts gab. Aber zu Hause habe er nur Zigarre geraucht. Zudem sagt sie, Frank sei sehr eit gewesen und habe seine Haare immer pech schwarz gefärbt. Molly Mutter hat aber ganz ausdrücklich von graumeliertem Haar gesprochen. Solche Aussagen von Familienmitglieder von Beschuldigten sind immer schwierig einzuordnen.
Einerseits kennen sie die Verdächtigen natürlich am besten. Andererseits haben sie durchaus auch ein eigenes Interesse, den Namen ihrer Verwandten reinzuwaschen. Die Schwester von Frank erzählt z.B. Sie und ihr Bruder hätten zu dessen Lebzeiten gar keinen Kontakt mehr gehabt, aber nach der öffentlichen Beschuldigung seien sie und andere Familienmitglieder auf der Straße angefeindet und beschimpft worden.
Dass sie da versucht, Post um die Unschuld ihres Bruders zu beweisen, ist ja auch irgendwie in ihrem eigenen Interesse. Oder aber sie glaubt einfach aufrichtig daran, dass Frank Samner nicht der Mörder von Molly Bish ist. Das betont sie in ihren Erzählung jedenfalls immer wieder. Die Schwester des toten Verdächtigen ist übrigens nicht die einzige, die frustriert ist.
Zuletzt hat sich Molly Schwester Heather darum bemüht, dass die Ermittlung an das Nachbarcounty weitergegeben werden. Sie scheint den Glauben an ihre örtliche Polizei verloren zu haben. Das was jetzt kommt wird ein wenig verworren, aber wir versuchen das Ganze hier bestmöglich aufzuschlüsseln. Also gehen wir noch mal ganz an den Anfang des Falls zurück. Wie ihr im ersten Kapitel gehört habt, wurde Molly Bisch von Fed als vermisst gemeldet.
Er war Molly Chef und für die Pflege des Gebiets rund um den Commons Pond verantwortlich. In einem Interview sagt Molly Schwester Heather, Ed habe Molly während der Arbeit ein paar mal Schokoriegel zur Stärkung vorbeigebracht. Hab ihr auch mehrere Kataloge zum Thema Bademode gegeben. Allerdings nicht mit Badeanzügen, die eine Rettungsschwimmerin tragen würde, sondern mit normalen Zeilen aus dem Einzelhandel.
Molly habe diese Kataloge aber ignoriert und einfach die Badeanzüge mit zur Arbeit genommen, die ihre Eltern ihr gekauft haben. Einmal soll Ed ihr so einen Katalog wohl direkt zu Hause vorbeigebracht haben. Ein bisschen bizarr, vielleicht aber auch einfach nur eine nett gemeinte Geste. Soll wohl am Morgen des 27. Juni von der Zeugin Sandra Woodworth verständigt worden sein. Sie hat ihm Bescheid gegeben, dass keine Badeaufsicht am Commons Pond war.
soll dann um 11 Uhr am See angekommen sein. Um 11:44 Uhr hat er über Molly Funkgerät die Polizei verständigt. Also gut eine dreiviertelstunde nach seiner Ankunft am See. Er sagt der Polizei direkt, dass er die erste Hilfetasche geschlossen habe, die er geöffnet vorgefunden hat. Er habe auch ein paar andere Sachen von Molly angefasst.
Deshalb ist es auch nicht verwunderlich, dass seine Fingerabdrücke auf Molly Sachen sind. Soweit so logisch. Laut einigen Quellen soll er der Polizei aber auch erzählt haben, dass Molly Bruder John an diesem Tag als Bademeister hätte arbeiten soll und nicht Molly selbst. Und das ist nicht wahr. John war in den vorigen Wochen zwar im Badese, aber nur um Molly einzuarbeiten.
Die ersten sechs Tage war er bei ihr und hat sie beaufsichtigt. Der 27. Juni sollte Molly zweiter komplett selbständiger Arbeitstag werden. Dass John an den Commons Pond kommt, war für diesen Tag nie geplant. Allerdings kann es sein, dass etwas vielleicht einfach durcheinander bekommen hat. Kann mal passieren, aber es gibt dann noch ein paar mehr Merkwürdigkeiten.
Gegenüber einer Zeitung erzählt Ed in einem Interview 2003, dass er ein Alibi für den Tarzeitraum habe. Deshalb sei in den Augen der Polizei nicht verdächtig. Zudem hat er freiwillig eine DNA-Prebe abgegeben. Genauer wird er wie Volk zitiert. Ich denke, die wollten einfach eine große Datenbank bauen. Ich wurde damals wie ein Verdächtiger behandelt. Sie haben eine Story überprüft und herausgefunden, dass ich ein Alibi hatte.
Klingt eigentlich gut, aber wie die Hobbyermittlerin und Autorin Lori Lemothy herausgefunden hat, stimmt das vielleicht gar nicht. Für die folgenden Angaben gibt es nur Loris Artikel als Quelle. Sie hat wohl mit Molly Schwester Heather als auch mit anderen Zeuginnen und Zeugeninterviews geführt. Was in Loris Artikeln steht, kommt in Berichten von etablierten Medien nicht vor.
Alles basiert auf den Interviews, die sie mit Beteiligten gemacht hat. Diese Anmerkung mache ich nicht, um ihre Arbeit zu diskredizieren. Im Gegenteil versteht das einfach als Hinweis, dass die folgenden Punkte nicht durch behördliche Bestätigung oder professionelle Journalisten verifiziert sind. Selbst sagt ja, die Polizei habe sein Alibi gecheckt. Alles sei gut.
Sein Alibi ist wohl, dass Ed am Morgen des 27. Juni 2000 einen Zaun gestrichen haben soll. Das habe er auch nicht allein gemacht, sondern mit drei weiteren Leuten. Einer davon ist ein Teenager, der ein paar Sozialstunden able. Sein Name ist nicht bekannt. Der andere junge Mann heißt Kenneth Tetro. Der dritte ist Kenneth Bruder Jared Tetro. Soweit so gut.
Sagt, er habe den drei Jungs bis 11 Uhr bei den Malarbeiten geholfen, bis er von der Zeugin Sandra Woodworth Bescheid bekommen hat, dass der Bademeisterposten leer gewesen ist. Der Teenager, der die Sozialstunden machen musste und an diesem Tag bei den Malarbeiten dabei war, war aber zufällig mit Molly befreundet. Deshalb erinnert sich der Teenager noch gut an den 27. Juni und er behauptet, es sei überhaupt nicht den ganzen Morgen bei ihn gewesen.
Der Teenager schildert das so. Man habe sich gegen 9 Uhr mit Ed am Katterpark getroffen. Habe Farbe und Pinsel mitgebracht, die Sachen verzeilt und ein paar Anweisungen gegeben. Dann sei Ed aber um etwa 9:15 Uhr oder 9:20 Uhr verschwunden. Fett sei dann erst um 12:30 Uhr wiedergekommen.
Da habe er die drei Maler zu Mittagessen bei Monas Pizza in Warren eingeladen und dort habe niemand geringeren getroffen als den Police Chief von Warren und sich beim Essen gemütlich unterhalten. Zur Erinnerung, laut den Zeugen passierte all das nur eine dreiviertelstunde, nachdem Ed ein 16 Jahre altes Mädchen bei der Polizei als Vermiss gemeldet hat und während die Suche noch im vollen Gang war an einem Badese für den Ed verantwortlich war.
Allerdings soll Ed all das während des Essens mit keiner Silber erwähnt haben. Der Zeuge sagt, er habe das alles auch der Polizei erzählt, als er befragt wurde. Danach habe er jedoch nie wieder etwas von den Behörden gehört. Soweit die Angaben von Molly Kumpel. Das allein ist schon merkwürdig genug. Und dann ist da noch eine Begegnung, die Molly Bruder John an diesem Morgen mit Ed gehabt haben will.
John soll Ed nämlich am Morgen des 27. Juni 2000 in einem lokalen Baumarkt getroffen haben. Der Baumarkt in West Brookfield liegt tatsächlich nur wenige Minuten vom Cutterpark entfernt. Laut Molly Kumpel ist Edd um 9:15 Uhr oder 9:20 Uhr los. Und um 9:30 Uhr soll John Bish ihn dann im Baumarkt getroffen haben. Zeitlich würde das passen. Soll im Baumarkt Klebeband und Seile gekauft haben.
Das sind erstmal ganz normale Sachen, die man ebenso kauft, wenn man viel draußen oder handwerklich arbeitet. Andererseits sind das auch Dinge, die wohl auf der Einkaufsliste eines Entführers stehen würden. Wenn man den Aussagen von Molly Kumpel und ihrem Bruder glaubt, ist nicht klar, wo Edfett zwischen 9:40 Uhr und 11 Uhr war.
Also zwischen dem Einkauf im Baumarkt und dem Moment, als er von Sandw zur Badestelle gerufen wurde. Molly Bish ist um kurz vor 10 Uhr am Badesee angekommen. Das Zeitfenster für eine Entführung ist knapp, aber glaubt man den Zeugenaussagen, wäre es eben da. Allerdings ist noch mal wichtig zu betonen, dass die Theorie rund um Ed auch nur auf diesen beiden Zeugenaussagen basiert.
Bei dem, was man aus etablierten Medien weiß, ist ja der letzte Stand, dass Fed nach eigenen Angaben in Alibi hat und die Polizei ihn nicht länger für verdächtig hält. Von der Polizei selbst konnten wir keine einzige Aussage finden, wonach Ed Fed irgendwann verdächtig gewesen sei. Interessant ist auch, dass gegenüber der Zeitung 2003 so explizit gesagt habe, er habe eine DNA Probe abgegeben.
Die Frage ist, was das gebracht hätte, denn er hat ja schon direkt nach Mollys Verschwinden gesagt, dass er ihre Sachen angefasst hat. Dass seine DNA oder Fingerabdrücke darauf zu finden waren, war eh klar. Gehörte auch zu den Personen, die während der Ermittlung einen Lügendetektortest gemacht haben und er gehörte auch zu den Personen, die durchgefallen sind. Eigentlich ist es recht ungewöhnlich, dass es so viele explizite Verdächtige in einem Fall gibt.
Klar, in den USA ist es dit Datenschutz alles etwas anders und Namen werden ehemal an die Presse und Öffentlichkeit rausgerückt. Aber auch da beruft sich die Polizei eher auf den vorsichtigeren Ausdruck Person von Interesse. So wie zuletzt bei Frank Samner oder ganz früh bei Ed Fett. Der Begriff ist etwas weicher als jemanden direkt als Verdächtigen zu bezeichnen.
Im Fall Molly Büsch ist das trotzdem gleich viermal passiert und trotzdem wurde nie jemand wegen der Entführung oder des Mordes an der damals 16-jährigen festgenommen. Wer auch immer für Molly Schicksal verantwortlich ist, der Täter hat es leider geschafft mit einer Entführung am helligsten Tage an einem eigentlich gut besuchten Ort davon zu kommen, zumindest bis zum heutigen Tag.
Denn wenn die ganzen neuen Verdächtigung der Polizei eines zeigen, dann ja eigentlich, dass der Fall nicht still steht, auch wenn inzwischen 25 Jahre seit dem Verschwinden von Molly Bish vergangen sind. Ich glaube, was auch dafür gesorgt hat, dass es so viele Verdächtige gibt, ist das Phantombild. Wenn man den Fall ganz objektiv betrachtet, dann gibt es ja auch immer noch die Option, dass das Phantombild gar nichts mit Molly Verschwinden zu tun hat.
Der Mann ist Molly Mutter am Morgen vor Molly Verschwinden aufgefallen, weil er sie angestartrt hat aus einem weißen Auto heraus. Und ein Truck hat am Morgen von Molly Verschwinden ein weißes Auto in der Nähe des Commons Pont gesehen. Aber weiße Autos gibt es eben auch richtig viele. Das sieht man schon daran, dass allein zu diesem Phantombild und dem weißen Auto mehr als 4000 Hinweise bei dermittelnden Polizei eingegangen sind.
Das wäre statistisch runtergebrochen fast ein Hinweis pro Einwohner von Waren. Und wäre der Fahrer des weißen Autos der Täter, dann wäre er mit seiner Tat ein großes Risiko eingegangen. Magdine Bish hat am Tag vor Mollys Verschwinden 20 Minuten lang auf dem Parkplatz gewartet, bis dieser komische Mann weggefahren ist. Das muss der Mann auch bemerkt haben und eigentlich sollte ihm klar gewesen sein, dass Molly Mutter ihn ganz genau beschreiben könnte.
Es wäre ziemlich unvorsichtig, trotzdem direkt am nächsten Tag einen Entführungsversuch zu unternehmen, zumal an diesem Tag der Schwimmunterricht stattgefunden hat und deshalb viele Familien mit Kindern auf den Weg zum Badese waren und damit auch potenzielle Zeugen. Entweder der Täter ist ein absolut kalter Überprofi, wie es ja auch die Polizei vermutet, oder aber er ist das genaue Gegenteil und total unprofessionell, indem er eben so viele Risiken eingeht. Letzteres würde zum Mann mit dem weißen Auto passen.
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