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Die aufgeklärten Fälle von Brigitta Jacobi und Magdalene H. T

Die aufgeklärten Fälle von Brigitta Jacobi und Magdalene H. 

Crime, dein True Crime Podcast mit Lia. Hier hörst du wahre Verbrechen und vermissten Fälle aus deiner Region. Herzlich willkommen, ihr Lieben, auch zu dieser neuen Folge auf meinem Kanal Crimetime. Schön, dass ihr zu mir gefunden habt. Und der Fall, um den es heute geht, ist ein aufgeklärter Fall. Immer mal wieder kam dieser Fall als Fallvorschlag äh per E-Mail oder auch per Instagram auf Umwegen quasi zu mir.

 Und ähm da dürft ihr mir auch gerne weiterhin immer wieder Fallvorschläge auch senden. Ich schreib die mir alle auf und Google die dann mal, ob sie zum Kanal passen könnten oder nicht. Ähm, genau. Und ich hatte von diesem Fall, um den es heute geht, auch schon mal gehört. Allerdings mich nie so intensiv damit befasst, als ich jetzt wirklich intensiv in der Recherche war.

Puh, also da hat mich schon ein bisschen aus den Socken gehauen und ich war auch ziemlich böse an manchen Stellen, weil man glaube ich einiges hätte verhindern können. Aber so ist das manchmal in den Fällen, ähm, dass es eben nicht so geht, wie man sich das gerne wünscht. Ja, bei YouTube würde ich mich riesig freuen, wenn ihr wieder die Folge kommentiert.

Hört auch gerne vom Anfang bis Ende zu. Damit unterstützt ihr mich auch als kleine Creatorin sehr. Und ich freue mich immer, wenn ihr ein kostenloses Abo ähm abschließt auf YouTube, genauso wie auf den Podcast Portalen. Und wer mich ein bisschen unterstützen möchte, darf bei YouTube auch gerne eine Kanalmitgliedschaft abschließen.

 Ja, und ich würde sagen, wir starten jetzt mit dem heutigen aufgeklärten Fall. Wir beginnen diesmal im Jahr 1995. Brigitta Jakobi war 35 Jahre alt und lebte allein in Stuttgart in einer kleinen Wohnung. 1978 kam sie aus Bayern hierher. um 6 Jahre an der Kunstakademie zu studieren. Zuvor hatte sie eine Ausbildung zur Keramikerin absolviert.

 Sie hatte bereits als freischaffende Künstlerin mehrere Preise gewonnen, aber allein von ihrer Kunst konnte Brigitta leider nicht leben. Und für alle, die sie gerade nicht vor Augen haben, beschreibe ich sie mal kurz. Auf den wenigen Bildern, die ich von ihr sehen konnte, ist eine recht schlanke Frau mit dunklen langen Haaren und einem wunderschönen natürlichen Lächeln zu erkennen.

 Also eine durchaus wirklich hübsche Frau, wie ich finde. Und sie wurde auch als schüchtern beschrieben und sie wollte niemand groß zur Last fallen. Ihre Familie schilderte sie aber zudem auch als etwas abseits der Norm, was ich jetzt überhaupt nicht böse meine, sondern darauf bezogen, dass sie als Künstlerin eben einen spezielleren Lebensstil führte, wie man es jetzt von kreativen Köpfen häufiger mal hört.

 Ja, und immer wieder nahm sie verschiedene Nebenjobs an, um über die Runden zu kommen. Im Juli 1995 arbeitete sie mehrere Wochen bei einem Hersteller für Damenmode in Sindelfingen. Und Sindelfingen, das liegt so ca. zur Orientierung 30 km von Stuttgart entfernt und Brigitta fuhr gewöhnlich mit der S-Bahn bis zum Bahnhofsindelfingen und legte die restliche Strecke mit dem Fahrrad zurück, dass sie dann eben am Arbeitsplatz abstellen konnte und später wieder am Bahnhof.

 Aber dummerweise war ihr Rad damals gerade kaputt gegangen, sodass sie den Weg vom Bahnhof bis zu ihrer Arbeitsstelle zurücklegen musste zu Fuß, also den Hinweg genauso wie auch den Rückweg am späten Abend. Am Freitag den 14. Juli 1995 fuhr Brigitta gegen 9 Uhr morgens zu ihrer Arbeitsstelle im Industriegebiet. Dort angekommen war wegen einer Modemesse bereits extrem viel los, weshalb man Überstunden ohne Ende machen musste zu dieser Zeit.

 Und Brigitta war dort überwiegend dafür zuständig, die Kleidung auf mögliche Fehler zu überprüfen und mit Preisen auszuzeichnen. Kurz vor 23:30 Uhr musste sie ihre Arbeit dann aber leider beenden, da die letzte S-Bahn um 23:57 Uhr fuhr. Einige ihrer Kolleginnen blieben noch länger. Im Industriegebiet war zu dieser Zeit kaum noch was los.

Nicht wie jetzt am Tage. Es war dunkel. Es waren nur noch wenige Autos, die da überhaupt vorbeifuhren. Es war düster und ja, man kann es sich nicht unbedingt schön vorstellen als Frau dann ganz alleine. Ja, und ihre Kolleginnen, die sorgten sich auch um sie, weil sie die Strecke zum Bahnhof ja mitten in der Nacht allein laufen wollte und hatten Angst, dass etwas passieren könnte.

 Und Brigitta wollte jedoch nicht, dass sie jemand spontan mit dem Auto kurz dahin fährt, da sie, wie ich ja gerade schon sagte, ein Mensch war, der niemanden groß zur Last fallen wollte. So stempelte sie um 23:28 Uhr aus und machte sich auf den Weg zur S-Bahn. An der Tils Straße beobachteten dann zwei US-Amerikaner aus ihrem Auto heraus, wie sich anscheinend ein Pärchen auf der Straße heftig stritt.

 Die beiden entschieden sich zunächst sich nicht einzumischen. Das war ja eigentlich auch jetzt nicht ihre Angelegenheit. Als sie jedoch hörten, dass der Streit immer heftiger wurde, wendeten sie das Fahrzeug und fuhren zurück. Sie verriegelten es und der Mann kam auf sie zu und sagte etwas auf Deutsch, dass sie aber nicht verstehen konnten.

 Und dann verschwand der Mann. Danach entfernte sich der Fremde, wie gesagt, aus der Tils Straße und die Frau, die lag aber weiterhin regungslos auf der Fahrbahn, woraufhin die Amerikaner dann ausstiegen und ihnen war sofort klar, dass das kein gewöhnlicher Streit gewesen war. Überall war Blut und das Opfer war nicht mehr ansprechbar.

Kurze Zeit später fuhr ein weiteres Fahrzeug vorbei. Die Insassen dachten zunächst an einen Autounfall, fuhren zur nächsten Telefonzelle und verständigten die Polizei. Auch Rettungswagen und Notarzt trafen kurz darauf ein. Einer der Amerikaner kümmerte sich um Briitta, doch sie verblutete in seinen Armen und niemand konnte mehr etwas für sie tun.

Der flüchtige Mann, den die Zeugen ja für den Partner von Brigitta gehalten hatten, hatte nach ihren Erinnerungen ein Messer und einen Schraubenschlüssel in der Hand gehabt. Für die US-Amerikaner stand fest, dass es sich um einen Mord handelte, was sie gegenüber der Polizei auch direkt so äußerten.

 Bei der späteren Obduktion wurde festgestellt, dass man 22 mal auf Brigitta eingestochen hatte. Ein absoluter Overkill würde ich jetzt sagen. Eigentlich ja eine klassische Beziehungstat, bei der sich Täter und Opfer auf welche Weise auch immer kannten. Aber hier Brigitta hatte ja gar keinen Partner. Wer hatte sie auf so grausame Art und Weise getötet und warum? Auf Basis der Aussagen der beiden Hauptzeugen wurde ganz schnell dann auch ein Phantombild des Täters erstellt.

 Sie beschrieben ihn dann folgendermaßen: 30 bis 40 Jahre alt, 175 bis 180 groß, kräftige Statur, dunkelblonde Haare und auffällig schräg gestellte Schneidezähne. Also diese Schneidezähne müssen sehr markant gewesen sein. Zudem wurde ein Beig oder sogar manchmal goldfarbener Kombi beschrieben bzw. BW Lieferwagen mit Blechverkleidung anstelle der hinteren Fenster als mögliches Täterfahrzeug eben beschrieben.

 Also hinten gab es keine Fenster. Weitere Zeugen gaben an, dass ihnen auf dem Hinweg ein schwarzer Sportwagen möglicherweise ein Honda aufgefallen sei. Als sie zurückfuhren, war dieses Auto aber nicht mehr da. Hatte es vielleicht auch in irgendeiner Art und Weise mit diesem Mord zu tun? Die Tatzeit grenzte man auf etwaundr ein.

 War Brigitta ein Zufallsopfer zur falschen Zeit am falschen Ort? Die Kripo stand vor enormen Ermittlungsaufgaben. Die Familie wurde ebenfalls über das Verbrechen informiert, nach den vorliegenden Informationen allerdings nur telefonisch, was ich schon echt krass finde. Das wirkt selbst für die 90er Jahre für mich so unpersönlich und unüblich, besonders bei so einem schweren Verbrechen.

 Ja, und für die Familie war das natürlich ein furchtbarer Schock. Bregta hatte mehrere Schwestern und natürlich ihre Eltern damals noch. Und seit dem Mord äußerte mal eine ihrer Schwestern, fehlte die Unbeschwertheit komplett, und alles wurde von dieser Tat überschattet. Die Ermittler konzentrierten sich nun auf die Aussagen der Zeugen.

 Sie überprüften zunächst die Halter passender Kombis und Lieferwagen, ebenso wie die Besitzer schwarzer Hondasportwagen. Letzterer wurde jedoch vorrangig als potenzieller Zeuge geführt. Also man suchte die Honda Sportwagenbesitzer eher als Zeuge, wie jetzt als potenzielle Tatverdächtige, weil man ja davon ausging, dass die Aussage der Amerikaner passte und dass es sich um einen Lieferwagen gehandelt hat, den der Täter fuhr.

 Dennoch wurden auch die Honda Sportwagenbesitzer nach einem Alibi für die Tatnacht vom 14. Juli 1995 gefragt. Und da hatte man aber wohl zumindest bei einem Alibi, vielleicht auch bei mehreren, das kann ich jetzt nicht nachprüfen, leider nicht besonders gründlich ähm ja die Alibis geprüft. Dazu kommen wir aber später noch mal.

 Die Kripo kam mit den befragten Fahrzeughaltern nicht weiter. Keiner von ihnen rückte in den engeren Kreis der Verdächtigen für die Tat an Brigita Jakobi. Daher entschloss man sich den Fall am 12. Januar 1996 in der 282. Folge von Aktenzeichen XY ungelöst vorzustellen. Damals noch mit Eduard Zimmermann als Moderator und dort präsentierte man erneut das Phantombild sowie die Beschreibung der Fahrzeuge, die man in der Tatnacht wohl bemerkt ja bei Dunkelheit erkannt haben wollte.

Zudem wurde eine hohe Belohnung, finde ich, für damalige Verhältnisse von 17 000 DMK ausgelobt. Also 17 000 Dmark war, glaube ich, für damalige Verhältnisse schon recht viel. Dürft ihr mir aber gerne mal in die Kommentare schreiben. Doch auch der Fernsehbeitrag brachte leider nicht den erhofften Durchbruch.

 Für Brigitas Familie war das natürlich die absolute Hölle. Die waren so erschüttert über das, was ihrer Tochter und Schwester angetan worden war und darüber, dass der Verantwortliche ja einfach weiterlebte und nicht gefasst wurde. Und ihre Schwester erzählte auch, der Vater kaufte den Töchtern auch Warngeräte und sie fühlten sich ständig beobachtet und waren von der Tat wirklich gezeichnet, was man natürlich sehr gut nachvollziehen kann.

 Ich glaube, ich hätte auch immer Angst gehabt als weitere Schwester, dass ich vielleicht auch attackiert werde von dem Mörder, weil ich ja gar nicht weiß, wer ist das? Was wollte der von Bregta? Und da stelle ich mir wirklich wie die Hölle auf Erden vor. Und auch der Vater soll an dem ganzen zerbrochen sein.

 Und je mehr Zeit verging, desto weniger Ermittlungsansätze gab es in den 90er Jahren im Fall von Brigitta. Irgendwann wurde das Verbrechen dann leider zum Coldase und für die Angehörigen schrecklich, aber vorerst nicht zu ändern. Und an dieser Stelle machen wir im Fall von Brigitta Jakobi erstmal eine kurze Pause.

 Wir kommen aber später auf den Fall wieder zurück und machen nun erstmal einen Zeitsprung nach vorne ins Jahr 2001, also 6 Jahre später. Magdalena Heinrich war damals 51 Jahre alt und lebte mit ihrem Mann sowie ihren drei Kindern in Obersonheim im Landkreis Schwebischall. Und auch sie beschreibe ich euch jetzt einmal kurz optisch für alle, die jetzt gerade kein Bild vor Augen haben.

 Magdalene trug damals relativ kurze Haare, auch recht dunkle Haare. Auf dem Bild, was ich von ihr sehen kann, hat sie ein sehr schönes verschmitztes Lächeln und soweit ich das erkennen kann, relativ dunkle Augen und sehr natürlich gehalten. Ja, und sie hat damals mit ihrem Mann gemeinsam einen Lotto Totoladen betrieben und war zudem wohl auch etwas politisch engagiert.

Auch als Vorsitzende des Landes Frauenverbands in Oberondheim war sie aktiv und unternahm regelmäßig auch Ausflüge mit dem Dachverband Schwebischall. Und solche Aktivitäten waren wohl ganz normal. Auch Veranstaltungen wurden da gemeinsam organisiert. Und für den 28. September 2001 planten die Frauen eine gemeinsame Reise und gerade einmal 17 Tage lagen die Terroranschläge vom 11.

 September ja in den USA zurück und die Welt war noch immer sehr bestürzt und überschattet davon. Besonders in der Anfangszeit gab es ja in vielen Ländern deutlich strengere Passkontrollen an den Grenzübergängen, als man das heute so kennt. Und die Frauen des Verbandes planten eine Fahrt nach Ungarn an den Platte.

 Sie hatten sich sehr darauf gefreut, auf fünf gemeinsame Tage am Ballaton, um ohne Männer und Kinder mal die Seele baumeln zu lassen. Ausgelassen war die Stimmung, als die Busreise am frühen Morgen gegen 5:40 Uhr losging. Im Bus erzählte Magdalene noch einer ihrer Freundinnen, dass sie ihn Personalausweis zu Hause nicht gefunden hatte und schon Angst hatte, gar nicht mitfahren zu können.

 Ihren Ausweis hatte sie zwar bis zur Abfahrt immer noch nicht finden können, aber dafür ihren Reisepass und dieser sollte ja eigentlich ausreichen. Zumindest war es ja ein Dokument, mit dem man sich eben ausweisen konnte und die Gruppe fuhr dann mit dem Bus über die Autobahn Richtung Regensburg und Passau nach Österreich und gegen 17 Uhr trafisegruppe nach langer Fahrt an der Österreich-ungarischen Grenze in Nickelsdorf ein.

 Wegen der strengen Kontrollen nach dem 11. September musste die Gruppe zusätzlich 2wei Stunden warten auf diese Kontrolle und Magdalene schaute sich im Bus ihren Reisepass dann mal genauer an und stellte fest, dass dieser abgelaufen gewesen ist. Sie sorgte sich nun um ihren Urlaub, hoffte aber, dass man irgendwie eine Lösung finden könnte.

 Als die Frauen schließlich kontrolliert wurden, bemerkte auch der Grenzbeamte, dass der Pass bereits seit über einem Jahr abgelaufen war. Es gab keine Möglichkeit, einen vorläufigen Pass auszustellen. Bei den Beamten war da also nichts zu machen und Magdalene durfte die Grenze nach Ungarn nicht passieren.

 Aus Solidarität wollte die Reisegruppe die Fahrt an dem Plattee zunächst komplett abbrechen, da niemand die Freundin eigentlich allein ja den Rückweg antreten lassen wollte. Magdalene wollte aber niemanden Umstände machen und er recht nicht verantwortlich dafür sein, dass die anderen auf ihre so langersehnte Reise verzichten würden. Sie plante nun, die Heimreise mit Taxi und Bus anzutreten.

 Nachdem sie eine Bescheinigung über ihre Zurückweisung an der Grenze erhalten hatte, hat sie sich von den anderen Frauen verabschiedet und ja, dann ist jeder quasi so seinen Weg gegangen. Und ihre Familie informierte sie übrigens nicht über die vorzeitige Rückkehr und auch die anderen Frauen wiegten sich in dem Glauben, dass Magdalene sicher nach Hause gelangen würde.

 Als die Reisegruppe schließlich aus dem Urlaub zurückkehrte, erkundigten diese sich natürlich dann bei Familie Heinrich, ob denn mit der Heimreise alles gut geklappt habe. Und Magdalenes Ehemann, der staunte nicht schlecht, als er dann erfuhr, dass seine Frau gar nicht mit am Plattensee gewesen war und nach der Zurückweisung an der ungarischen Grenze ja nie zu Hause angekommen war.

 Erstatte danach umgehend vermissten Anzeige bei der Polizei und die Sorge war riesig, was mit seiner Frau jetzt passiert ist und die Kripo übernahm die Ermittlungen. Doch noch bevor die Ermittlungen richtig anlaufen konnten, wurde wenige Tage nach dem Start der Busreise am 6. Oktober 2001 in Bayern eine Frauenleiche gefunden bei Waldarbeiten nahe der A7 im Landkreis Kolmbach rund 650 km von der ungarischen Grenze entfernt, dann deckte man einen Frauenleichnam in einem Gestrüpp bei Turnau.

 Es war bereits sehr dunkel, als die ersten Untersuchungen am Fundort durchgeführt wurden. Der Leichnam war leider völlig durchnäst, das tagelang geregnet hatte. Zudem war die Tote mit einem blauen Müllsack bedeckt. Aufgrund des starken Regens der vergangenen Tage bezeichneten die Ermittler Spurenlage leider als katastrophal und man erkannte sofort, dass es sich hierbei um ein Verbrechen handelte und nicht um einen Suizid, da die Frau durch einen Kehlschnitt ermordet wurde.

 Sie trug noch ihre Handtasche um den Hals, in der die Ermittler den Zurückweisungsbeschluss der ungarischen Grenze fanden. Und damit war auch schnell klar, dass es sich eben hier bei der Toten um Magdalene Heinrich handelte. Aber ihr roter Koffer und ihr Rucksack, den sie ja auch dabei gehabt hat, als sie zurückfuhr, die Sachen sind nie wieder aufgetaucht.

 Die fehlten, die lagen auch nicht irgendwo in der Nähe des Leichenfundorts. Da vor Ort keine Schleifspuren feststellbar waren, ging man davon aus, dass der Fundort auch der Tatort gewesen sein musste. Durch den Madenbefall am Leichnahmen konnten die Rechtsmediziner den Todeszeitpunkt später auf den 28. oder 29. September 2001 eingrenzen.

Magdalene starb also kurz, nachdem sie an der Grenze abgewiesen worden war. Am rechten Handgelenk wies das Opfer zudem eine leichte Schnittverletzung von etwa 5 cm Länge auf. Natürlich nahmen die Ermittler auch umgehend Kontakt zu den ungarischen Grenzbeamten auf und die haben behauptet, sie hätten Magdalene in einen Reisebus nach Deutschland gesetzt, weil sie hätten sich eigentlich wohl auch da um sie kümmern müssen.

 Nach der Überprüfung aber sämtlicher Busunternehmen stand fest, niemand hatte Magdalene mitgenommen. Wie war sie also dann an den späteren Fundort gelangt? Wer war ihr Mörder? Wer hat sie mitgenommen? Diese Fragen haben die Kripo natürlich intensiv beschäftigt. Welches Motiv vor allem gab es dafür? Warum musste Magdalene Heinrich sterben? War hier die Frage.

 Da an den Grenzübergängen damals auch alle Fahrzeuge erfasst wurden, glücklicherweise war es für die Ermittler natürlich ein leichtes, die Halter zu überprüfen und zu befragen, ob sie eine Anhalterin mitgenommen hatten. Im November 2001 überprüfte eine Soko mehrere hundert Fahrzeughalter. Daraufhin lud die Kriminalpolizei in Hof jemanden vor, der vermutete, Überwachungskameras hätten ihn und Magdalene Heinrich gefilmt, einen damals 50-jährigen Geschäftsmann namens Heinz S.

 Der Name wurde übrigens von mir geändert. Heinz S. War beruflich auch oft in Ungarn tätig und leitete wohl unter anderem mehrere Callcenter. Er war eine ja schon bekannte Persönlichkeit in der Wirtschaft. Er war mal Topmanager, unter anderem bei Rosental Porzellan. Hatte von 1997 bis 2000 dort teilweise ein Jahresgehalt von 600.000 € bezogen, also mehr als eine halbe Millionen pro Jahr dort verdient.

 Er war aber in mehreren Unternehmen tätig, immer mal einige Jahre und hat eben dort wirklich gutes Geld verdient, bis er sich eben dann irgendwann mit diesem Callcenter in Ungarn selbständig gemacht hat. und für die Befragung fuhr die Kripo in Beirut extra 60 km entfernte Hof, um eben Heinz zu vernehmen und dort erzählte Heinz den Ermittlern am 23.

November 2001 sehr überzeugend, dass er vom Verschwinden der Analin nichts mitbekommen habe, sie aber tatsächlich mitgenommen hat. Er gab an Magdalene, habe ihn gefragt, ob er sie in Richtung Regensburg mitnehmen könne. Daraufhin sei er seine übliche Strecke Wien Passau Regensburg mit ihr gefahren, und dort hätten sich dann aber ihre Wege um 22 Uhr in Regensburg an einer Raststätte getrennt.

 Auf die Ermittler wirkte er kooperativ und redegewandt. Er hatte auf jede Frage eine Antwort und stimmte auch freiwillig einer Speichelprobe zu. Natürlich interessierten sich die Ermittler brennend für sein Alibi nach 22 Uhr. Er behauptete noch vor Mitternacht in seinem Wohnort Schwarzenbach an der Sale im Landkreishof angekommen zu sein und vom Festnetz aus mit seiner Frau telefoniert zu haben, die sich zu diesem Zeitpunkt aber in München aufgehalten haben soll.

Die Ermittler kauften ihm dieses schwache Alibi jedoch nicht ganz ab. Sie hatten ein ungutes Gefühl und ja, sie hatten eben dieses Bauchgefühl, seine Aussage entspricht hier nicht der Wahrheit und sie forderten die Verbindungsdaten beim Netzbetreiber an, doch dieser hatte sie bereits ähm nicht mehr gespeichert.

 Da war also nichts mehr zu machen. Selbstverständlich wurde auch das Fahrzeug von Heinz S untersucht. In der Rechtsmedizin entdeckte man an der Innenseite der Fahrradtür genau am Verriegelungsknopf Blutspuren bzw. Wischspuren sind das gewesen. Diese konnte man vorerst aber niemanden zuordnen. Zudem überprüften die Beamten die von Heinz S angegebene Route.

 Sie fuhren die Strecken in verschiedenen Geschwindigkeiten ab. Aber das eindeutige Fazit war am Ende. Er hätte niemals zur angegebenen Zeit zu Hause sein können, um mit seiner Ehefrau zu telefonieren. Heinz Ess hatte außerdem behauptet, Magdalene habe sich in einer Araltankstelle in Regensburg ein Taxi nehmen wollen, um dann eben in ein Hotel zu gehen und am nächsten Tag weiter nach Hause zu fahren.

 Und die Ermittler befragten daraufhin 140 Taxifahrer. Doch niemand hatte die Frau transportiert. Weder LKW-Fahrer an der Raststädte noch Anwohner hatten Magdalene gesehen. Die Kripo schöpfte auch alle Mittel aus, die nur gingen. Am 12. Oktober 2001 stellte man den Fall dann in der 339. Sendung von Aktenzeichen XY ungelöst als Studiofall vor und am 3.

 Mai 2002 in der Folgesendung 345 sogar als Filmfall. Man nannte noch mal alle Details, auch die Angaben von Heinz S. natürlich und hoffte auf Hinweise aus dem Bereich der Rastanlage Regensburg. Zwar meldte sich daraufhin ein Zeuge aus Berlin, der die Vermisste in dem Motel gesehen haben wollte, doch das Ganze erwies sich als Trugschluss.

 Trotz zahlreicher Hinweise und einer ausgelobten Belohnung von 15 000 € auch wieder eine sehr hohe Summe, finde ich, brachte die Sendung zunächst keinen Durchbruch. Heinz S. hatte zudem einen Tankstopp in der österreichischen Gemeinde Sumen an der Grenze zu Deutschland angegeben. Auch diese Tankstelle überprüften die Beamten und dabei stellten sie fest, dass dort neben Getränken von Heinz S.

 auch drei Rollen Isolierband gekauft worden waren in den Farben Rot, Grün und Gelb. Und diesen Kauf hatte Heinz S. aber verschwiegen und verstrickte sich auch zunehmend immer wieder in Widersprüche und behauptete schließlich, das Klebeband sei für seine Firma bestimmt gewesen. Im Februar 2003 befragten die Ermittler erneut zahlreiche Zeugen und rollten die Obduktionsbefunde auch noch mal auf.

 Und ihr erinnert euch an diesen feinen Schnitt am rechten Handgelenk von Magdalene, über den ich ja eben gesprochen habe. Man hatte den ja zunächst für eine Abwehrverletzung gehalten, diesen Schnitt. Allerdings war an der Stelle auch ein grüner Schatten bemerkt worden. Dem hatte man damals aber keine große Bedeutung beigemessen.

Aber bei der genaueren Untersuchung fanden sich in den Wunden auch feine so grüne Partikelchen und die stammten eben genau von dem Isolierband, das Heinz damals gekauft hatte. Ja, an diesem Punkt waren sich die Ermittler sicher, den Täter hier überführt zu haben. Für sie war dieser ehemalige Topmanager der Mörder von Magdalene Heinrich.

Und ja, sie hatte dann wahrscheinlich jemanden gesucht im selben Alter. Ähm hat dann gedacht, da kann sie vielleicht jemand erstmal fast bis nach Hause bringen und ähm ja, hat sich dann aber leider sehr in diesem Menschen getäuscht. So sind die Ermittler davon ausgegangen. Kurze Zeit später, im Sommer 2003 lieferte die fortgeschrittene DNA-Technik auch die endgültige Gewissheit.

 Das Blut an der Autotür stammte zweifelsfrei von Magdalena Heinrich am 25. Juni 2003. Erging wegen dringenden Tatverdachtshaftbefehl und Heinz S. Untersuchungshaft. Einen Monat später legte die Verteidigung allerdings von Heinz S. Beschwerde ein, worauf der Haftbefehl vorübergehend ausgesetzt wurde. Doch nur wenige Tage später am 13.

 August 2003 wurde Heinz Estern an seinem Wohnhaus erneut festgenommen. Ja, und er wirkte relativ gelassen auf diese Festnahme und stritt weiterhin eben jegliche Beteiligung an dieser Tat ab. Das Blut im Auto erklärte er damit, dass Magdalene während der Fahrt Nasenbluten gehabt habe. Aber man hat ja nun mal das Blut an seiner Fahrerseite gefunden.

 Ja, und vor der Verhaftung gab Heinz S den Medien sogar TV Interviews, die ich mir auch mal angeschaut habe. ergibt sich da ziemlich ja als Opfer, hat geweint und seine Ehefrau stützte ihn dann vor der Kamera und ja, die bestätigten dann eben auch noch mal, dass es auf jeden Fall dieses Telefon Alibi gab, dass sie miteinander telefoniert hätten und eben es nicht zu diesem Vorfall, zu dieser Tat, Mord, wie auch immer, bekommen sein ähm konnte.

Ja, da in Magdalena Heinrichs Geldbörse 400 DM fehlten, klagte die Staatsanwaltschaft Heinz Ess wegen Mordes aus Habgier in Tatinheit mit schwerem Raub an. Am 19. April 2004 begann dann der Prozess vor dem Landgericht Beirut, angesetzt auf 13 Verhandlungstage und Heinz S stritt weiterhin alles ab, während seine Frau und seine Schwiegermutter das Alibi aber vor Gericht weiter bestätigten.

 Und dieses Alibi wog für das Gericht wirklich schwerer als z.B. die Blutspuren im Auto und die Klebebandpartikel in dieser Wunde von Margarete. Am 21. Juni 2004 nämlich wurde Heinz S dann freigesprochen. Also da ist mir wirklich die Kinnlade runtergefallen, als ich das gelesen habe.

 Die Richter haben hier das Alibei der Ehefrau höher gewertet als die Sachbeweise. Man mag es kaum glauben. Die Staatsanwaltschaft und die Nebenklage legten jedoch sofort Revision ein und das auch mit Erfolg. Der Bundesgerichtshof hat das Urteil damals aufgehoben und die Beweiswürdigung sei fehlerhaft gewesen im Oktober 2005. Erging somit erneuterhaft Befehl und diesmal mussten die Beamten Heinz S aber gar nicht zu Hause aufsuchen.

 Jetzt kommt nämlich der Knaller. Er saß bereits wieder im Gefängnis. Er hatte nämlich versucht, den Ölkonzern Shell zu erpressen. Heinz S. hatte nämlich hohe Schulden mittlerweile angehäuft und brauchte dringend Geld. Unter dem Decknamen Gerry Baldi drohte er dem Konzern mit Anschlägen auf Tankstellen und Molotov Cocktails wollte er bauen und in seinen Erpresser anrufen drohte er eben explizit damit, dass es Todesopfer geben könnte.

Am 24. November 2004 sollte schließlich die Geldübergabe stattfinden. Die Polizei war längst involviert und hatte die Ermittlungen übernommen. Nach den Vorstellungen von Heinz Sollte das Geld aus einem fahrenden Zug in der Nähe von Lüneburg geworfen werden. Die Ermittler konnten ihn jedoch orden und haben ihn dann festgenommen und für die räuberische Erpressung erhielt Heinz s eine Haftstrafe von 4 Jahren. Am 16.

Januar 2007 begann der Revisionsprozess im Mordfall Heinrich am Landgericht Würzburg. Mittlerweile hatte sich die Ehefrau von Heinz Ess getrennt. Sie zog ihr Alibi auch für die Tatnacht zurück, ebenso wie ihre Mutter. Damit war dieses angebliche Telefonalibi also hinfällig. Im Prozess äußerten die Ehefrau und weitere Zeugen dann auch ziemlich erschütternde Details auch über das Privatleben von Heinz S.

 Seine Ehefrau wurde nämlich für sexuelle Handlungen bezahlt. Je brutaler er werden durfte zu ihr, desto mehr Geld hat sie von ihm dafür erhalten. Verlor sie beispielsweise auch beim Schachspielen, wurde sie da auch von ihm bestraft und er hatte einen Hang zum Sadismus und liebte es dominant zu sein. So die Aussagen.

 Die Ermittler sicherten in seinem Haus zudem extrem gewalttätiges pornografisches Material und das erklärte eben rückwirkend auch die Brutalität, die er ja bei der Tat an Magdalena Heinrich durchgeführt hatte. Spuren einer Vergewaltigung allerdings oder eines sexuellen Missbrauchs konnte man nicht feststellen. Merkwürdig war allerdings, dass Magdalene bei ihrem Auffinden andere Kleidung getragen hatte wie im Reisebus.

 Man hat da vermutet, dass sich an ihrer ursprünglichen Kleidung möglicherweise Täterspuren befunden haben könnten und ihr Koffer und Rucksack sind ja auch nie wieder aufgetaucht. Vielleicht hat er einfach im Koffer rumgewühlt und ihr dann was anderes angezogen und das dann irgendwo entsorgt. Wie gesagt, man hat es nie mehr wiedergefunden.

Im Revisionsprozess konnten die spezifischen Mordmerkmale auch juristisch wieder nicht zweifelsfrei begründet werden. Und um einen erneuten Freispruch unbedingt zu ähm vermeiden, entschied sich das Gericht dann schließlich für eine Verurteilung wegen Totschlags. Besser wie gar keine Verurteilung, auch wenn ich das überhaupt nicht nachvollziehen kann.

 Am 11. Mai 2007 erhielt Heinz Ester nämlich eine Gesamtfreiheitsstrafe von 12 Jahren und 6 Monaten. Da aber eingerechnet war bereits das Urteil wegen der Shellerpressung. Also es ist ein geringeres Urteil eigentlich noch im Fall von Magdalene dann gefallen. Und für die Familie Heinrich war das Urteil mit Sicherheit ein harter Schlag.

 Dass in diesem Fall kein Mordmerkmal nachgewiesen werden konnte, finde ich auch ziemlich bitter. Wie magst dem Ehemann und den Kindern damit ergangen sein, die eigene Ehefrau und Mutter zu verlieren, die man auf einer Busreise ja in besten Händen glaubte, nur um dann eben nach der Rückkehr der Reisegruppe zu erfahren, dass die Grenze nie überschritten wurde und sie seit Tagen vermisst wurde.

 Und danach folgten ja jahrelange ziemlich ze Ermittlungen und ein meiner Meinung nach zumindest viel zu mildes Urteil für solch eine grausame Tat, wo man ja eigentlich auch denken müsste bei einem Kehlschnitt ähm wie kommt man da auf Totschlag und wieso hat man da kein Mordmerkmal ähm gefunden? Z.B.

 Grausamkeit oder sowas? Das kann ich hier überhaupt nicht nachvollziehen, weil man hat ihm ja auch einen Sadismus nachweisen können. Ja, und auch die Frauen der Reisegruppe machten sich im Nachhinein bestimmt schwere Vorwürfe, die Reise nicht abgebrochen zu haben, denn dann wäre die Tat ja nie geschehen. Aber hier muss man natürlich auch sagen, eigentlich hätten sich die Grenzbeamten um Magdalene kümmern müssen.

 Stattdessen stand sie wahrscheinlich hilflos und alleine da in Österreich und war vielleicht froh, dass sie jemand gefunden hatte, der ihr Hilfe anbot. Und leider war es aber die komplett falsche Person. Und jetzt springen wir wieder einige Jahre zurück. Ihr erinnert euch noch an den Mord an Brigitta Jakobi aus dem Jahr 1995, um den es eben ja ging.

 Das Tragische, man hätte die Tat an Magdalena Heinrich vermutlich verhindern können. Die Familie von Brigitta Jakobi erkundete sich immer mal wieder bei den Ermittlern. Nach dem aktuellen Stand immer wieder in den ganzen Jahren. Fragten sie, gibt es Neuigkeiten? wird weiter ermittelt. Aber jedes Mal war eigentlich die Antwort dieselbe.

 Der Coldcase lag auf Eis, unberührt und das seit Jahren. Und eine von Brigitas Schwestern, die wollte aber nicht locker lassen und konnte ihre Mutter irgendwann im Laufe der Zeit überzeugen und dazu bewegen, wieder Bewegung in den Fall zu bringen und einen Rechtsanwalt einzuschalten. 17 recherchierte sie und stieß dann auf den Berliner Rechtsanwalt Mario Seidel und dieser beantragte dann auch Akteninsicht und er hielt aber die Akteilweise nur in Teilen.

 Dennoch trug die Arbeit des Anwalts definitiv Früchte. Sie brachte nämlich frischen Wind in die Ermittlung, sodass die Kripo Stuttgart und die Staatsanwaltschaft wieder tätig wurden. Eine Coldcase Ermittlerin wurde eingesetzt und sie hat sich den gesamten Fall Bitta Jakobi noch einmal vorgenommen. Damals im Jahr 1995 war ja Spurenmaterial unter den Fingernägeln des Opfers sichergestellt worden, aus dem sich nun eine DNA Spur isolieren ließ.

 Und diese Spur gab man über 20 Jahre später endlich mal in die Datenbank ein. Und Mitte Mai 2018 folgte dann auch der Treffer. Die DNA unter den Fingernägeln von Brigitta Jakobi stammte von keimgeringeren als Heinz S. Demselben Mann, der auch Magdalene Heinrich getötet hatte. 2018 hatte er seine Haftstrafe wegen Totschlags allerdings bereits abgesessen und der ehemalige Topmanager ist ziemlich tief gefallen.

 Er lebte mittlerweile in Hamburg in einer Kleingartenkolonie und das große Geld war schon lange nicht mehr da und ich denke mal, Frau und Kinder werden sich auch von ihm abgewandt haben, nachdem was da alles passiert ist. Im Februar 2020 wurde er wegen dringenden Mordverdachts im Fall Jakob dann festgenommen.

 Man hatte Heinz S. damals 1995 ja sogar schon mal überprüft. Er fuhr nämlich einen dunklen Sportwagen, gab jedoch an, zur Tatzeit mit einem Bekannten in einem Restaurant gesessen zu haben. Der Bekannte hatte das Alibi wohl auch bestätigt, aber diese Angabe hatte die Polizei damals nicht richtig überprüft, denn das besagte Restaurant hatte z.B.

 um die Uhrzeit längst geschlossen. Es wäre also ein leichtes gewesen, sein Alibi damals zu zerlegen. Doch die Ermittler hatten sich damals, glaube ich, auch zu sehr auf einen angeblichen Lieferwagen fokussiert. Im September 2020 begann dann schließlich der Prozess vor dem Landgericht Stuttgart, also noch gar nicht so lange her. Heinz S.

mittlerweile 70 Jahre alt, vor Gericht verlas er eine Stellungnahme sogar, aber jetzt nicht, dass er da Fehler einräumte und sich entschuldigte. Nein, er hatte angebliche Fehler der Ermittler angeprangert in dieser Stellungnahme. Am 7. Juli 2021 wurde er dann diesmal glücklicherweise wegen Mordes aus Heimtücke zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt.

 Doch es ging erneut in Revision und der Bundesgerichtshof hob wieder das Urteil auf. Vermutlich erhoffte er sich ein ja ähnliches milderes Urteil wie damals auch im Fall von Magdalene. Die Heimtücke sei nicht ausreichend begründet worden, weshalb eine andere Kammer des Landgerichts Stuttgart den Fall erneut verhandeln musste.

 Und in diesem neuen Verfahren wurde die Exfrau mittlerweile von Heinz S. erneut angehört und auch Bildmaterial aus seinem Besitz gezeigt. Ein Gutachter bescheinigte ihm eine narzisstische und psychopathische Persönlichkeit. Zudem reiste nach so vielen Jahren einer der US-Amerikaner an, der den Täter ja am Tatort in der Tilsitterstraße in Sindelfingen gesehen hatte und er erkannte Heinz selbst nach so vielen Jahren sofort wieder.

 Vor Gericht erzählte er denn unter Tränen, dass er sich jahrelang Vorwürfe gemacht habe, Brigitta nicht mehr gerettet haben zu können. Er berichtete von ihren letzten Minuten und dass sie in ihren letzten Minuten nicht allein gewesen war. Er war sich zu hundertprozent sicher, daß der Richtige auf der Anklagebank saß.

 Am März wurde Heinz schließlich wegen Mordes aus Heimtücke und niederen Beweggründen zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt und die erneute Revision der Verteidigung, man hat’s wieder versucht, ähm wurde verworfen. Das Urteil wurde rechtskräftlich. Also offiziell ist er jetzt als Mörder zu benennen.

 Er ist wegen Mordes verurteilt worden. Bretas Familie half dieses Urteil ein bisschen besser mit dem Verlust umzugehen, auch wenn natürlich der Schmerz nach so vielen Jahren immer noch tief sitzt. Sie waren dankbar aber, dass ihre Schwester und das berührte mich so, als ich das gehört habe, nicht allein sterben musste.

 Also, dass der Amerikaner in den letzten Minuten wenigstens bei ihr war und ja, dass sie nicht da auf der Straße einfach abgelegt wurde und ja, sich selbst äh überlassen wurde und dann ganz alleine einsam gestorben ist. Das war wohl auch so ein bisschen ein Halt für die Familie, auch wenn es natürlich ein sehr, sehr schwacher Trost ist, aber dennoch sehr, sehr bewegend, finde ich, diese Aussage.

 Und ich persönlich finde den Gedanken ebenfalls furchtbar, wenn ein geliebter Mensch von mir wegen einem Kriminellen dann ganz alleine auf der Straße verblutet wäre oder verbluten müsste. Das ähm ja, darf man sich gar nicht ausdenken. Was die Familie jedoch auch bis heute wütend macht, wäre der Fall ihrer Schwester damals gründlicher ermittelt worden, insbesondere bezüglich dieses falschen Alibis, wäre die Tat an Magdalena Heinrich wahrscheinlich nie passiert.

 Hätte man den Sportwagenfahrer Heinz S damals den US-Amerikanern dann auch gegenübergestellt, hätte man ja direkt sagen können, ja, der Mann ist es gewesen, aber es hat man eben damals nicht gemacht und so werden den beiden Familien natürlich unendlich viel Leid und ja, fast 30 Jahre Ungewissheit auch erspart geblieben. Also in dem Fall natürlich 30 Jahre Ungewissheit fast für die Familie Jakobi, aber ich sage mal so besser spät als nie, auch wenn es natürlich wirklich so ungerecht und so schmerzhaft ist für alle Beteiligten und ähm ja, diese beiden Fälle hängen also

schon irgendwo miteinander zusammen und vielleicht kennen die Familien sich ja mittlerweile auch untereinander, das weiß ich jetzt nicht ganz so genau, aber es ist wieder so ein Fall, der mich auch so wütend macht. hätte man das damals vielleicht ein bisschen besser ähm ja ermittelt und hätte eine Gegenüberstellung gemacht, das wäre ja noch viel besser gewesen, wie jetzt nur das Alibi des Restaurants zu überprüfen.

Da hätte man ja wirklich ähm festgestellt, die sind sicher, er ist es gewesen und dann hätte man Heinz S vielleicht auch viel eher schon ähm ja Ding festmachen können und dann wäre definitiv der Mord an Magdalena H nie passiert. Ja, Magdalena H war einfach auch zur falschen Zeit ähm am falschen Ort und hat dann leider auch dem falschen vertraut.

 Ähm ja, die Grenzbeamten wären wie gesagt ja eigentlich für sie zuständig gewesen. Schade, dass sie sich nicht gekümmert haben und dass man das nicht irgendwie alles hätte anders organisieren können. Das hätte auch so so viel Leid erspart und es tut mir für die Familien auch so leid. Magdalena hatte drei Kinder, einen Ehemann und auch die Familie Jakobi, da gehörten Schwestern zu, da gehörten Eltern zu, die unermessliches Leid durchgemacht haben und ja, man hätte es irgendwie verhindern können, wenn man glaube ich ein bisschen akribischer

gewesen wäre. Aber gut, wie gesagt, ich glaube, man hatte sich damals im Fall Jakobi sehr auf diesen Lieferwagen verfranzt und das war wahrscheinlich der große Fehler. Ja, ihr Lieben, das war jetzt der Fall des mordenden Managers, nenne ich ihn jetzt einfach mal, der am Ende aber sehr tief gefallen ist und er soll wohl auch heute immer noch in Haft sitzen.

 Das Urteil ist ja auch noch nicht so lange gesprochen worden und da gehört er meiner Meinung nach auch hin und am besten gar nicht mehr raus. Er hat ja jetzt auch schon ein höheres Alter ähm mittlerweile und wer weiß, ob er nicht eventuell auch dort versterben wird. Ich habe mir auch mal die neuesten Bilder, die man noch so von ihm finden konnte, angesehen.

 Könnt ihr auch im Internet mal googeln. Ich musste den ähm Namen aber hier verändern. Ich werde aber ja die Quellenangaben angeben und dann werdet ihr die Bilder dazu wahrscheinlich auch sehen. Ich finde, der Mann sieht sehr verbraucht und durchlebt aus und vielleicht auch gezeichnet von all dem, was er da so für Mist in seinem Leben gebaut hat und auch die eigene Ehefrau so zu missbrauchen, nenne ich das jetzt mal, so zu dominieren und zu quälen.

 Das finde ich schon harter Tobak. Die Mittler waren sich wohl teilweise auch nicht sicher, ob es da nicht noch mehrere Opfer andere Frauen gegeben haben könnte, die Heinz Ess vielleicht umgebracht haben könnte, aber da ist man wohl nie finde findig geworden. Ja, ich weiß auch nicht, was ich davon halten soll, aber gerade Menschen, die zu Sadismus neigen, ja, sind nicht zu unterschätzen, meiner Meinung nach.

 Also, ich könnte mir auch vorstellen, dass es vielleicht mehrere Opfer geben könnte. Ja, ihr Lieben, das war jetzt die Folge für euch. Ich hoffe, ähm, dass ihr die ganz interessant gefunden habt. Ich will jetzt nicht sagen, ich hoffe, sie hat euch gut gefallen, weil hier gibt es nichts, was einem gut gefallen könnte, wenn zwei Menschen so tragisch gestorben sind, so ähm grauenvoll auch.

 Aber ich hoffe, ihr habt die Folge interessant gefunden. Vielleicht kannten sie einige ja auch noch nicht. Ich glaube aber, dass der Fall schon relativ bekannt ist, aber ich wollte ihn euch trotzdem auf jeden Fall vorstellen. Viele von euch haben sich den auch immer mal wieder gewünscht und ja, dementsprechend beende ich dann die heutige Folge.

 Bleibt sicher, ihr Lieben, bleibt gesund und ich wünsche euch jetzt eine gute Nacht oder einen schönen Tag und freue mich, wenn ihr zu einer nächsten Folge wieder einschaltet. Bis dahin, eure Lia. Das war wieder eine Folge von Crimetime mit Lia. deinem True Crime Podcast. Abonniere den Podcast, um keine neuen Folgen zu verpassen.

Disclaimer: This story is fictional and created for entertainment purposes only. Any names, characters, places, or events are fictitious or used fictitiously. No real person or organization is intended to be portrayed.

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