DAS BÖSE LAUERT IN DER NACHBARSCHAFT … Der Fall Sandra Cantu T
DAS BÖSE LAUERT IN DER NACHBARSCHAFT … Der Fall Sandra Cantu

Hallo meine Lieben und willkommen zu diesem neuen Video. Ja, heute geht’s hier auf meinem Kanal schon wieder weiter mit True Crime und damit auch mit einem neuen Fall, den ich mir ausgesucht habe und über den ich euch gerne berichten möchte. Der 27. März 2009 ist ein milder Frühlingstag in Tracy, einer Stadt im Norden Kaliforniens rund 100 km östlich von San Francisco.
Und in der Wohnsiedlung Orchid Estate wirkt an diesem Freitagnachmittag zunächst einmal alles wie immer. Die Häuser stehen dicht nebeneinander, die Bewohner kennen sich zumeist und auch die Kinder der Siedlung verbringen viel Zeit draußen auf den kleinen Straßen zwischen den Grundstücken ihrer vertrauten Umgebung und gehen bei Freunden aus der Nachbarschaft praktisch ein und aus.
Zu diesen Kindern gehört auch die achtjährige Sandra Kentu, die am späten Nachmittag dieses Freitags das Haus verlässt, um sich auf den Weg zu einer Freundin zum Spielen zu machen. Und genau dabei wird sie auch von einer Überwachungskamera in unmittelbarer Nähe ihres Zuhauses aufgezeichnet. Sandra in ihrem pinkfarbenen Hello Kitty Shirt und ihrer schwarzen Leggings wirkt gelöst auf diesen Aufnahmen.
Sie springt, sie tanzt und schlendert dabei entspannt die Straße ihrer Siedlung entlang. Bis dann plötzlich so schienes etwas Sandras Aufmerksamkeit erregt, woraufhin das Mädchen den Kopf leicht dreht und zielstrebig ihre Richtung ändert und dann aus dem Sichtfeld der Kamera verschwindet.
Zwar macht sich Sandras Mutter Maria zunächst noch keine allzu großen Sorgen, als es langsam Zeit fürs Abendessen wird und ihre Tochter nach wie vor nicht zu Hause ist. Schließlich kann es schon einmal vorkommen, dass Kinder beim Spielen einfach die Zeit vergessen und ihre 10, 15 Minuten zu spät kommen. Doch es wird jetzt eben immer später und später und als die Achtjährige um 20 Uhr immer noch nicht zu Hause ist, ruft ihre Familie schließlich die Polizei.
Doch Sandra Kentu scheint wie vom Erdboden verschluckt zu sein und seit der Aufnahme aus der Überwachungskamera sind jetzt auch schon einige Stunden vergangen. Wo also kann sie sein? Sandra Rene Kant kam am 8. März 2001 als jüngstes Kind ihrer Eltern Maria Haves und Daniel Kant in der 82 000 Einwohnerstadt Tracy in Kalifornien zur Welt, wo sie zusammen mit ihren drei älteren Geschwistern, ihren beiden Schwestern Simone und Miranda und ihrem Bruder Tommy auch ihre Kindheit verbracht hat.
Nach der Trennung ihrer Eltern lebte Sandra umgeben von ihren Geschwistern, ihrer Mutter Maria und auch ihren Großeltern Dolores und Jose weiterhin in Tracy, wobei die Familie ein Haus in der Orchid Estate Wohlage im nördlichen Teil der Stadt bewohnte. Die Anlage an der Westgo Glover Road ist ein sogenannter Mobile Homepark mit knapp 100 Wohnhäusern, Wohnwägen, einem Gemeinschaftsbereich, einem Swimmingpool und einem kleinen Spielplatz.
Und wie man sich vorstellen kann, kannten sich viele der dort lebenden Familien sehr gut. Auch für die Kinder gehörte es wohl wie selbstverständlich zum Alltag, sich in der Siedlung frei zu bewegen, Zeit miteinander zu verbringen, draußen zu spielen und von einem Haus zum nächsten zu gehen, um dort bei Freunden vorbeizuschauen.
galt auch für die damals 8 Jahre alte und erst 1,22 m große Sandra Kentu, die wie es ihre Tante später sinngemäß beschrieb, zwar noch klein war, dafür aber eine umso größere Persönlichkeit hatte. Sandra wurde von den Menschen, die ihr nahe standen, von ihrer Familie, ihren Geschwistern, ihren vielen Freunden und Mitschülern als unheimlich lebhaftes, freundliches und kontaktfreudiges Kind beschrieben, das sehr neugierig war.
keine Scheu hatte auf andere zuzugehen und Menschen, die sie gut kannte, gerne und oft umarmt hat. Energiegeladen, aktiv, quirlig und für ihr Alter recht schlagfertig soll sie gewesen sein. Ein kleines Mädchen mit einer großen Leidenschaft für Henna Montana, dass ihrer Mutter gerne beim Kochen und beim Backen geholfen hat, dass auf dem Spielplatz die Klettergerüste rauf und runter gesaust ist, Räder schlug, gerne herumsprang, tanzte und nur selten stillsitzen wollte.
Im Frühjahr 2009 ist Sandra Kant 8 Jahre alt. Sie besucht die zweite Klasse der Melville Jacobs Elementary School in Tracy und ihr Leben wurde zu diesem Zeitpunkt wohl vor allem durch ihre Familie, die Schule und ihre zahlreichen Freundschaften bestimmt. Erst wenige Wochen zuvor am 8. März 2009 hatte sie ihren achten Geburtstag gefeiert.
Doch niemand konnte freilich zu diesem Zeitpunkt ahnen, dass das auch gleichzeitig Sandras letzter Geburtstag sein würde, denn an einem so schien es ganz normalen Freitagende Ende März wird sie spurlos verschwinden und das was mit ihr geschehen ist wird nicht nur die Menschen in Tracy zutiefst erschüttern sondern schon bald auch über die Grenzen des Bundesstaates Kalifornien hinaus für entsetzen und dann auch für landesweite Aufmerksamkeit sorgen. Der 27.
März 2009 begann für Sandra Kentu wohl zunächst einmal wie jeder andere Tag auch unter der Woche. Vormittag sitzt sie wie immer in ihrem Klassenzimmer der Melville S. Jacobson Elementary School an der West Cavenor Avenue in Tracy, bevor sie dann nach dem Unterricht zusammen mit einer ihrer Mitschülerinnen zu dieser nach Hause geht, um dort ein paar Stunden Zeit zu verbringen.
Nachdem die beiden Mädchen den Nachmittag über zusamm gespielt haben, macht Sandra sich dann aber auf den Weg nach Hause in ihre Wohnanlage, wo sie dann auch um kurz vor 16 Uhr ankommt und auf ihre Mutter trifft. Doch lange hält sich die Achtjährige jetzt nicht zu Hause auf, denn nachdem sie kurz mit ihrer Mutter gesprochen hat, möchte Sandra eigentlich am liebsten gleich schon wieder nach draußen, um eine andere Freundin, die nur ein paar Häuser weiter in der Wohnanlage gelebt hat, zu besuchen und mit ihr zu spielen.
Und ihre Mutter Maria erlaubt es ihr auch. Bevor Sandra jetzt jedoch hinausgehen darf, bekommt sie noch die klare Anweisung zum Abendessen wie immer zu Hause zu sein, bevor sich Maria dann mit einem Kuss von ihrer Tochter verabschiedet und Sandra zur Tür hinausgeht. Doch auch wenn dieser Moment, diese kurze Absprache, zum Abendessen bist du aber wieder zu Hause, diese Umarmung, dieser Kuss.
Der letzte Moment war, indem Maria Haves ihre Tochter gesehen hat. So wird Sandra nur wenige Minuten später, genauer gesagt um 15:54 Uhr draußen auf der Straße innerhalb ihrer Wohnanlage erneut gesehen. Eine Kamera nämlich, die an einem der Häuser in der unmittelbaren Nähe zu ihrem Zuhause angebracht ist, zeichnet sie auf, wobei auf der etwa 18 Sekunden langen Sequenz zu sehen ist, wie die Achtjährige in ihrer schwarzen Leggings und ihrem pinkfarbenen Hello Kitty Shirt, das sie an diesem Tag getragen hat, spielerisch vor sich hintanzend und
scheinbar vollkommen entspannt die Straße überquert. Doch dann, und auch das zeichnet die Kamera auf, dreht Sandra ihren Kopf leicht zur Seite, so als würde sie auf irgendetwas oder irgendjemanden aufmerksam geworden sein, woraufhin sie dann auch ihre Richtung ändert und aus dem Sichtfeld der Kamera verschwindet.
Auch wenn es durchaus unüblich gewesen ist, daß Sandra nicht pünktlich zum Abendessen nach Hause kam, so hat ihre Mutter Maria wohl trotzdem nicht gleich direkt das Schlimmste angenommen. Ihre Tochter war schließlich wie so oft in der Vergangenheit nur draußen in der Wohnanlage unterwegs und wollte eine ihrer zahlreichen Freundinnen besuchen.
Sie hatte eine lange Woche in der Schule hinter sich. Es war Freitag. Das Wochenende stand vor der Tür und Kinder können beim Spielen eben nun mal einfach leicht die Zeit vergessen und 10 oder 15 Minuten zu spät kommen. Jedoch mit jeder weiteren Minute, die jetzt vergeht, ohne dass ihr Kind zur Tür hereinkommt, wird die Sorge bei Sandras Mutter Maria immer größer und größer, weswegen sie dann auch ganz bald zusammen mit ihrer Familie damit beginnt, nach ihr zu suchen.
Man läuft also die Straßen innerhalb dieser Wohnanlage ab. Man klopft bei Freunden, bei Nachbarn, sucht am Spielplatz, am Swimmingpool, im Gemeinschaftsraum, an Orten, also an denen sich die Kinder in der Regel oft aufgehalten haben, wenn sie draußen waren. Doch niemand hat Sandra gesehen und ihre Familie konnte sie auch nirgendwo finden.
Um 19:53 Uhr verständigt die Familie jetzt schließlich die Polizei, woraufhin kurze Zeit später auch die ersten Streifenwagen des Tracy Police Department an der Orchid Estate Wohnanlage eintreffen, um sich ein Bild über die Lage zu verschaffen. Sofort beginnt man nach Sandra zu suchen und ähnlich wie ihre Familie zuvor durchkämmt die Polizei jetzt ebenfalls erst einmal akribisch die ganze Anlage.
Doch während das jetzt alles anläuft, bekommt die Polizei vor Ort von Sandras Mutter eine wichtige Information. Maria berichtet den Polizisten jetzt nämlich, daß sie einige Zeit zuvor an diesem Nachmittag eine Textnachricht von einer ihrer Nachbarinnen bekommen hätte, von einer Frau namens Melissa Hackaby. Melissa, die in der nahe gelegenen Baptistenkirche als Sonntagsschullehrerin arbeitet und mit ihrer fünf Jahre alten Tochter in unmittelbarer Nähe innerhalb der Anlage lebt, schrieb Sandras Mutter Maria eine
Textnachricht, in der stand, dass ihr am heutigen Nachmittag gegen 16 Uhr ihr großer schwarzer Eddie Bauerrollkoffer, der in der Einfahrt vor ihrem Haus stand, gestohlen wurde. Aber neben Sandras Mutter Maria hatte Melissa den Diebstahl ihres Koffers auch dem Verwalter der Wohnanlage gemeldet. Und wie man sich vorstellen kann, ist diese Information jetzt durchaus interessant für die Polizei, denn Sandra Kant wurde zuletzt um 15:54 Uhr von einer Kamera draußen auf der Straße aufgezeichnet.
Und etwa zur gleichen Zeit will eine direkte Nachbarin Melissa Hakaby ein Koffer abhanden gekommen sein. Zufall oder könnte das Verschwinden von Sandra und der Diebstahl des Koffers irgendwie zusammenhängen? hat derjenige, der sie möglicherweise entführt oder aus einem Auto heraus angesprochen hat, den Koffer aus Melissa Hackabys Einfahrt gestohlen? Es ist interessant, dass beides ungefähr zur gleichen Zeit stattgefunden haben soll.
Doch auch wenn dieser zeitliche Zusammenhang zwischen Sandras Verschwinden und dem Verschwinden des Koffers durchaus auffällig war, so galt es jetzt erst einmal als oberste Priorität Sandra oder zumindest eine Spur auf sie zu finden, was der Polizei durch die Sichtung des Videobandes auch gelungen ist. Aber auch wenn man jetzt eine Zeit hatte, 15:54, zu der das Mädchen definitiv in ihrer Wohnanlage zu sehen war, so wusste man letztendlich nicht, welche Richtung sie eingeschlagen hat, nachdem sie aus dem Sichtfeld der Kamera verschwunden ist
und man wusste auch nicht, wohin sie ging. Und auch die Befragungen der Anwohner, bei denen die Polizei jetzt vor Ort von Haus zu Haus geht, bringt keinen Erfolg, denn offenbar hat niemand mehr. Sandra Kentu nach 15:54 Uhr nach dieser Videoaufnahme noch irgendwo gesehen. Im Laufe des Abends und der Nacht wird die Suche jetzt daraufhin immer weiter ausgeweitet und bereits am folgenden Tag wird auch das FBI hinzugezogen, um das Tracy Police Department zu unterstützen.
Neben ausgebildeten Suchkräften und Polizeihunden kommen dabei auch berittende Einheiten, Geländefahrzeuge und ein Hubschrauber. Der California Highway Patrol zum Einsatz. Die Einsatzkräfte nehmen jetzt in den darauf folgenden Tagen neben der Wohnanlage selbst aber auch die umliegenden Wohngebiete, Straßen, Parks, Felder und landwirtschaftlich genutzte Flächen rund um die Stadt unter die Lupe kontrollieren Wasserläufe, Kanäle und andere abgelegene Gebiete, in denen sich möglicherweise eine Spur finden lassen könnte. und man verteilt vermissten
Plakate, auf denen neben Sandras Foto auch die Beschreibung ihrer Kleidung, die sie an Tag ihres Verschwindens trug, abgedruckt ist, die jetzt in Geschäften an Laternen und öffentlichen Plätzen aufgehängt und verteilt werden. Und auch die Medien sind in der Zwischenzeit sehr präsent geworden.
Unter anderem werden z.B. die Bilder aus der Überwachungskamera im Fernsehen gezeigt und die Bevölkerung zeitgleich um Mithilfe gebeten. Wobei für Informationen, die zum Auffinden von Sandra Kentu führen werden, eine Belohnung ausgesetzt wird, die dann auch ganz bald auf bis zu 22 000$ anwächst. Doch parallel zur intensiven Suche nach Sandra beginnt man jetzt zeitgleich auf Seiten des FBI ein erstes Profil jener Person zu erstellen, die möglicherweise für das Verschwinden von Sandra Kentu verantwortlich sein könnte. Die Profiler
des FBI gingen zunächst davon aus, dass es sich sehr wahrscheinlich um einen weißen Mann im Alter zwischen 25 und 40 Jahren handelt, der möglicherweise bereits in der Vergangenheit wegen sexueller Übergriffe auffiel und auch wegen strafbarer Darstellung von Minderjährigen aufgefallen sein könnte. ein Profil, dass die Ermittler jetzt darum zunächst vor allen Dingen auf männliche Personen aus Sandras unmittelbaren Umfeld lenkt, denn man darf ja nicht vergessen, dass sie in ihrer eigenen Wohnanlage verschwunden
ist. Und auch wenn natürlich auch Fremde in diese Wohnanlage irgendwie hinein können, so hat man natürlich zuerst einmal in ihren unmittelbaren Umfeld angefangen zu suchen und das war innerhalb ihrer Familie. und auch innerhalb ihrer Nachbarschaft. Und dabei wird jetzt Sandras Vater Daniel Kentu als einer der ersten genau überprüft.
Wie ich euch am Anfang in diesem Video schon gesagt habe, waren Sandras Eltern ja getrennt und ihr Vater Daniel ist dann auch nach der Trennung irgendwann nach Mexiko gegangen, wo er im Jahr 2009 nach wie vor immer noch gelebt hat. Zum Zeitpunkt, als seine Tochter verschwand, hatte er sie anscheinend auch schon längere Zeit jetzt nicht mehr gesehen.
Und soweit ich das bei meiner Recherche nachvollziehen konnte, hatte er auch keinen regelmäßigen Kontakt zu seiner Tochter gehabt. Trotzdem hätte es natürlich sein können, dass er Sandra abgeholt hat, dass er sie mitgenommen hat, dass es irgendeinen Streit noch gab zwischen ihm und seiner Exfra. Das alles musste man auf Seiten der Polizei natürlich überprüfen, was man auch direkt getan hat.
Aber Daniel Kentu konnte als Verdächtiger definitiv ausgeschlossen werden, weil er sich zum Zeitpunkt Al Sandra verschwunden ist in Mexiko aufgehalten hat. Jedoch im Zuge der Überprüfungen von Männern, die sich im unmittelbaren Umfeld von Sandra Kantu befunden haben, wird die Polizei jetzt auf einen Vorfall aufmerksam gemacht, der sich zwei Jahre zuvor, im Sommer 2007 in dieser Wohnanlage genauer gesagt im Bereich des Swimmingpools ereignet haben soll.
Damals soll Sandra, die zu diesem Zeitpunkt gerade einmal se Jahre alt war, während des Badens am Pool von einem deutlich älteren Mann angesprochen und dann von diesem auf den Mund geküsst worden sein, was von ihrer Großmutter auch beobachtet worden ist. Bei dem Mann, der das getan hat, so findet die Polizei jetzt heraus, handelt es sich um den damals 60 Jahre alten Frank Woller, ebenfalls ein Anwohner.
der Orchid Estate Wohnanlage, der in der Stadt ein Kampfsportstudio betreibt und Sandra und ihre Familie zumindest flüchtig kannte und eben auch nur wenige Schritte von ihrem Zuhause entfernt wohnte. Am Montagabend, drei Tage nach Sandras Verschwinden, durchsucht man deshalb jetzt nicht nur Frank Wallers Haus, man zieht sich darüber hinaus auch in seinem Kampfsportstudio in der Stadt um und man beschlagnahmt sowohl sein Mobiltelefon als auch sein Auto, mehrere CDs, auf denen sich Bilder befinden und man nimmt auch eine DNA Probe von ihm. Jedoch muss
man sagen, dass die Ermittlungen gegen Frank Waller keinen Hinweis lieferten, dass er irgendetwas mit dem Verschwinden von Sandra Kentu zu tun gehabt hat. Sein Auto wurde ihm wenige Tage später wieder zurückgegeben, genauso auch wie sein Handy. In seinem Haus, seinem Studio und auch auf den beschlagnahmten Datenträgern fand man offenbar nichts Verdächtiges.
Und darüber hinaus hatte Frank, der freiwillig angeboten hat, einen Lügendetektortest zu machen, diesen auch zweifelsfrei bestanden. Doch während man jetzt auf der einen Seite weiterhin mit den männlichen Bewohnern der Wohnanlage spricht, beschäftigt die Ermittler auf der anderen Seite noch ein weiterer Hinweis, der bereits einen Tag nach Sandras Verschwinden aufgetaucht ist. Am Samstag den 28.
März, nämlich findet in der Wohnanlage eine erste Mahnwache statt, bei der Bewohner, Angehörige und viele freiwillige Helfer zusammengekommen sind, Kerzen anzünden und sich gegenseitig unterstützen. Genau an diesem Abend, genauer gesagt um 20:30 Uhr tritt Melissa Hackaby. Wir erinnern uns zurück, die Frau, die zur Zeit von Sandras Verschwinden den Diebstahl ihres Koffers gemeldet hat, plötzlich völlig aufgelöst an einen der FBI Agenten vor Ort heran.
Melisessa ist sehr aufgelöst. Sie weint hyperventiliert sogar und erklärt, dass sie gerade eben, als sie auf dem Weg zur Mahnwache war, um daran teilzunehmen, in der Nähe der Briefkästen der Wohnanlage auf dem Boden einen Notizzettel gefunden hätte. Als sie ihn mit dem Fuß so wegstipsen wollte, hat sie auf diesem Notizzettel einige Wörter gelesen, die ihr direkt aufgefallen sind, weswegen sie den Zettel also aufgehoben und gelesen hat.
Und auf diesem Zettel soll sinngemäß gestanden haben: Kentu befindet sich in einem gestohlenen Koffer. Dieser wurde im Bereich der Paquetti Road und Whitehall Road ins Wasser geworfen. Gezeichnet ein Zeuge. Und wie man sich vorstellen kann, ist dieser Notizzettel natürlich jetzt sowohl für die Polizei als aber auch für das FBI Vorort von sehr großem Interesse gewesen.
Denn der Verfasser, der sich ja selber nur als Zeugen beschrieben hat, behauptet darin nicht nur, dass Sandra sich in einem gestohlenen Koffer befinden würde, nein, er nennt darüber hinaus auch zwei konkrete Straßen, etwas außerhalb der Stadt, an denen dieser Koffer offenbar ins Wasser geworfen worden ist. Melissa Hackaby ist also jetzt nicht nur diejenige, der ein Koffer abhanden gekommen ist zu einer Zeit, in der Sandra Kentu anscheinend spurlos verschwunden ist.
Sie ist jetzt auch diejenige, die nur einen weiteren Tag später innerhalb der Wohnanlage einen Notizzettel mit, so scheint es, wichtigen Informationen zu einem möglichen Aufenthaltsort von Sandra gefunden haben will, weswegen die beiden FBI Agenten Adrian Sparrow und Michael Conrad einmal eingehender mit ihr sprechen wollen und Melissa ist auch durchaus bereit, Informationen zu geben.
Gegenüber dem FBI gibt Melissa Hackaby jetzt an, dass Sandra Kentu am Freitagnachmittag bei ihr an der Tür geklopft und gefragt hat, ob sie mit ihrer 5 Jahre alten Tochter spielen darf. Die beiden Mädchen kannten sich natürlich auch, wenn Sandra 3 Jahre älter war als Melissas fünfjährige Tochter.
So hatten sie in der Vergangenheit trotzdem immer mal wieder miteinander gespielt. Es war also nicht verwunderlich oder außergewöhnlich, dass Sandra einfach mal vorbeikommt und fragt, ob Melissas Tochter Zeit zum Spielen hat. Jedoch hat Melissa gesagt, dass sie es ihrer Tochter nicht erlaubt hat mit Sandra zu spielen, weil sie wollte, dass die Kleine erst einmal ihre Spielsachen aufräumt und auch noch etwasst, weswegen sie also Sandra wieder weggeschickt hat und danach hätte sie sie auch nicht noch einmal gesehen. Jedoch möchte das FBI
von Melissa jetzt auch wissen, was danach passiert ist. Wie ist ihr eigentlich genau dieser Koffer abhanden gekommen? Wann war das alles und was hat sie an diesem Freitagnachmittag gemacht, nachdem Sandra angeblich weggegangen ist? Und Melissa sagt, dass sie damit begonnen hat im Haus Snacks, Getränke, Essen und andere Gegenstände für eine Veranstaltung in ihrer Kirche, der Westglover Baptist Church zusammenzupacken, wobei sich unter diesen ganzen Dingen auch ihr schwarzer Eddie Bauerkoffer befunden hat, den sie
schon einmal draußen in die Einfahrt neben ihr Auto stellte. Sie selbst ging aber dann noch mal hinein, um die ganzen Snacks und Getränke und Essen zusammenzupacken. Und als sie wieder hinaus zum Auto ging, um loszufahren, hätte sie festgestellt, dass der Koffer nicht mehr da war. Und das soll ungefähr um 16 Uhr gewesen sein.
Also kurz, nachdem Sandra Kentu zum letzten Mal von einer Kamera erfasst worden ist. Doch auch wenn ihr Koffer jetzt also nicht mehr da war, so Melissa in ihren Angaben weiter, hätte sie sich dann trotzdem mit ihrem Auto auf den Weg zur Kirche hinüber gemacht, wie geplant. Und dabei wurde ihr Wagen tatsächlich um 16:02 Uhr von derselben Kamera erfasst, die kurz zuvor Sandra Kentu beim Überqueren der Straße erfasst hat.
Und nachdem sie dann in der Kirche angekommen ist und alles vorbereitet hat für die Veranstaltung, sei sie dann zwischen 18 und 18:30 wieder zurück zur Wohnanlage gekommen. Und dann hätte sie irgendwann auch mitbekommen, dass etwas passiert ist, weil die Polizei dann irgendwann später da war, weil die Leute in der Wohnanlage herumgelaufen und offensichtlich nach etwas gesucht haben und so hat sie dann mitbekommen, dass Sandra verschwunden ist.
Nach dieser Aussage von Melissa Heckaby und nachdem man den von ihr gefundenen Notizzettel als Beweismittel gesichert hat, macht sich die Polizei in Begleitung mehrerer Suchteams am folgenden frühen Morgen auf den Weg in das ländliche Gebiet an der Paquetti und White Hall Road, von der in diesem Notizzettel eben die Rede gewesen ist und wo sich viele landwirtschaftlich genutzte Flächen und auch vier Bewässerungsteigs befinden.
Doch diese erste organisierte Suche bleibt jetzt zunächst erfolglos, denn die Hunde schlagen nicht an und es gibt auch keine Spur von Sandra Kentu oder einem Koffer. Doch dann etwas mehr als eine Woche später, am Montag den 6. April 2009 und damit 10 Tage nach Sandras Verschwinden machen Arbeiter auf einem Gelände ganz in der Nähe von der Stelle, wo man bereits gesucht hat, eine schreckliche Entdeckung.
Während Sie an diesem Tag routinemäßig Arbeiten an einem der Bewässerungsteiche durchführen, finden sie im Wasser einen großen dunklen Eddie Bauerkoffer, dessen Reißverschlussenden mit einer dünnen Schnur zusammengebunden waren, sodass er nicht aufgehen konnte. Die Polizei wird verständigt, das Gelände abgesperrt und nachdem man den verschlossenen Koffer geborgen und geöffnet hat, wird eine schreckliche Befürchtung zur grausamen Realität.
Als sich kurze Zeit später bestätigt, dass es sich bei den menschlichen Überresten, die in diesem Koffer gefunden worden sind, um die der 8 Jahre alten Sandra Kentu handelt. Aus dem vermissten Fall Sandra Kant ist also jetzt mit dem Fund ihrer sterblichen Überreste ein Mordfall geworden, denn bei der anschließenden gerichtsmedizinischen Untersuchung wird als Todesursache eine durch fremdeinwirkung verursachte Erstickung festgestellt.
Zusammen mit Sandra wird in diesem Koffer ein zerrissenes Geschirrtuch gefunden, das verknotet und zu einer Art Schlinge geformt worden war. Das Tuch hatte sich in Sandras Horn verfangen und nach Einschätzung des Rechtsmediziners zuvor möglicherweise auch Bereiche ihres Halses und ihres Gesichts bedeckt, wobei damit Mund und Nase verschlossen bzw.
eben zusammengedrückt worden sein könnten und Sandra dadurch erstickt ist. Darüber hinaus wies Sandras Körper aber noch weitere Verletzungen auf, die klar gezeigt haben, dass sie sowohl misshandelt als auch sexuell missbraucht worden ist. [japst] Außerdem findet man bei der Autopsie dann auch noch Spuren des verschreibungspflichtigen Medikaments Alpraolam in ihrem Körper.
Ein Wirkstoff aus der Gruppe der Benzodiazepine, der eine stark beruhigende Wirkung hat. Und da dieses Medikament, Spuren dieses Medikaments sowohl in ihrem Mageninhalt als auch in ihrem Gehirn und in ihrer Leber nachweisbar fahren, zeigt, dass Sandra dieses Mittel noch vor ihrem Tod aufgenommen hat und dass es auch durch ihren Körper zirkuliert ist, weswegen man in der Gerichtsmedizin davon ausging, dass sie nicht mehr bei Bewusstsein war, als sie getötet wurde.
Und dann nur kurze Zeit, nachdem der Koffer mit Sandras sterblichen Überresten gefunden worden ist und die Medien auch im Fernsehen darüber berichten, melden sich zwei Zeugen bei der Polizei. Ein ehemaliger US-Marine und seine Frau sagen aus, dass sie am späten Freitag Nachmittag am Nachmittag von Sandras verschwinden, niemand geringeren als Melissa Heckaby zusammen mit ihrem auffällig zweifarbigen Kia zwischen 17:30 Uhr und 18 Uhr direkt im Bereich eines der Bewächserungsteiche gesehen haben. Als das Ehepaar Melissa
ansprach, weil sie mit ihrem Auto auf diesem Privatgelände geparkt hat, soll sie nur gesagt haben, dass sie schnell angehalten hat, weil sie dringend zur Toilette musste. Aber auf die beiden Zeugen wirkte sie wohl sehr fahrig abgelenkt und auch so, als hätte sie es recht eilig. Und auch die Auswertung einer weiteren Überwachungskamera zeigt jetzt, dass Melissa bei ihrer Aussage über ihre Bewegungen am Nachmittag von Sandras Verschwinden offenbar nicht die Wahrheit gesagt hat.
Denn während sie ja behauptet hat, dass sie nach dem Aufenthalt in der Kirche, nachdem sie das Essen und die Snacks und alles hingebracht und vorbereitet hat, zwischen 18 und 18:30 Uhr wieder in der Wohnanlage ankam, zeigt die Aufnahme der Überwachungskamera an der Einfahrt, dass sie erst um 19:10 Uhr dort ankam, also deutlich später als sie angegeben hat.
Zusammengefasst heißt das also, daß die Frau, deren Koffer am Tag von Sandras Verschwinden angeblich aus ihrer Einfahrt gestohlen wurde, am selben Nachmittag von Zeugen am späteren Fundort gesehen worden ist. Und nicht zu vergessen, sie war ja auch diejenige, die den anony Hinweiszettel in der Wohnanlage gefunden haben will.
Und all das führt jetzt freilich dazu, dass sich der verdachte Ermittler immer stärker gegen Melissa Hecke berichtet, weswegen man jetzt also ein weiteres Mal mit ihr sprechen möchte. Jedoch als die Polizei zu ihrem Haus kommt, ist Melissa nicht da. Nachdem sie nämlich drei Klingen eines Bastelmessers geschluckt hat, wurde sie bereits am 4.
April in Sat Tracy Community Hospital, also ins Krankenhaus eingeliefert, wo sie dann auch einige Tage behandelt werden musste. Doch auch wenn Melissa jetzt aufgrund ihres Krankenhausaufenthaltes für die Polizei erst einmal nicht zur Verfügung stand, so hatte man inzwischen doch genug gegen sie in der Hand, um sowohl ihr Haus als auch ihr Auto zu durchsuchen.
Und dabei findet man jetzt weitere erschreckende Spuren. In Melissas Haus, nämlich genauer gesagt in einer ihrer Handtaschen wird das Medikament Alpra sichergestellt. Wir erinnern uns zurück ein Medikament also dessen Wirkstoff bei der Autopsie in Sandra Kantus Körper nachgewiesen werden konnte. Darüber hinaus stellt man im Haus auch mehrere Notizblöcke bzw.
Schreibblöcke sicher, wobei das Papier von einem der Blöcke in Größe, Anzahl und Abständen der Linien sowie der seitlichen Perforierung exakt mit dem Papier übereingestimmt hat, auf den der angeblich anonyme Hinweis geschrieben worden war, den Melissa selbst gefunden haben will. Außerdem war auf einem der Blöcke im Haus auch noch Durchdruckspuren zu sehen von einzelnen Buchstaben.
Buchstaben, wie sie eben auch auf diesem anonymen Hinweiszettel gestanden haben. Es sah also so aus, als hätte Melissa diese Notiz im Haus auf dem Blog geschrieben und die einzelnen Buchstaben oder einige der Buchstaben hätten sich auf der Seite unten drunter durchgedrückt. Darüber hinaus stoßen die Ermittler bei der Auswertung eines Computers im Haus von Melissa auf einen weiteren äußerst auffälligen Fund.
Bereits am 9. September 2008, nämlich also mehr als 6 Monate vor Sandras Tod, war auf diesem Computer ein CNN Artikel aufgerufen worden, indem es um ein 4 Jahre altes Mädchen ging, das in einen Koffer gelegt und anschließend ins Wasser geworfen worden war. Eine Geschichte, die jetzt natürlich auf erschreckende Weise daran erinnert, was mit Sandra Kantu passiert ist.
Allerdings, was diesen Artikel jetzt angeht, muss man sagen, dass Melissas Großmutter, die ebenfalls mit ihr im Haus gelebt hat, später nicht ausschließen konnte, ob nicht sie diejenige war, die diesen Artikel im Internet auf der Seite von CNN gelesen hat. Trotzdem für die Ermittler blieb dieser Fund auf dem Computer trotzdem auffällig und warf eben die Frage auf, ob die Tat, der Mord an Sandra Kentu nicht doch schon über längere Zeit vorbereitet bzw. geplant war.
Aber neben Missas Haus und ihrem Auto, indem man im übrigen im Bereich der Fahrerseite Schmutzreste und Schlamm gefunden hat, sieht man sich jetzt auch in der Westglover Baptist Church um. in jener Kirche, also in der Melissa als Sonntagsschullehrerin gearbeitet hat und in der sie ja auch am Freitagnachmittag gewesen ist.
Und in der dortigen Küche findet man dann auch etwas unfassbares. Man findet nämlich ein Nudelholz in der Küche der Kirche, bei dem einer der beiden Griffe leicht verbogen gewesen ist und an einigen Stellen zeigte sich auf dem Nudelholz eine bräunlich rötliche Verfärbung. Und auch wenn man wohl nicht eindeutig nachweisen konnte, dass es sich dabei um Blut gehandelt hat, so zeigte eine spätere Untersuchung im Labor am verfärbten Ende dieses Nudelholzes eine erhebliche Menge DNA, die zweifelsfrei Sandra Kento zugeordnet werden konnte,
was eben dafür spricht, dass dieses Nudelholz benutzt worden ist, um Sandra zu missbrauchen. Außerdem stellte man bei der weiteren Durchsuchung von anderen Räumen innerhalb der Kirche auch fest, dass in einem der Klassenzimmer, indem Melissa regelmäßig unterrichtet hat in der Sonntagsschule, an einer Jalousie eine Schnur gefehlt hat.
Eine Schnur, die in ihrer Beschaffenheit mit der übereingestimmt hat, mit der die beiden Reißverschlussenden an dem schwarzen Eddie Bauerkoffer zusammengebunden worden sind, als man ihn aus dem Wasser zog. Nach ihrer Entlassung aus dem Krankenhaus wird Melissa Heckeby jetzt darum erneut zum Verhör einbestellt.
Doch als sie am 10. April 2010 gegen 19 Uhr auf dem Revier ankommt, verstrickt sie sich dort in den jetzt kommenden 5 Stunden ihrer Befragung immer wieder in Widersprüche, wobei sie dabei teils ruhig und entspannt, dann ganz plötzlich aber wieder sehr emotional und aufgekratzt wirkt, als sie offensichtlich begreift, in welche Richtung sich dieses Verhör entwickelt.
Denn man hatte eben auf Seiten der Polizei inzwischen eine sehr sehr starke Indizienkette, die Melissa sowohl mit Sandros Verschwinden als auch mit ihrer Ermordung in Verbindung bringt. Und auch wenn Melissa wohl versucht hat, ein neues Narrativ zu spinnen, denn sie hat anscheinend dann behauptet, dass Sandra doch bei ihr im Haus war, dass Sandra und ihre fünfjährige Tochter dann Verstecken gespielt hätten und dass Sandra dabei in ihren schwarzen Eddie Bauerkoffer hineingeschlüpft ist und sich darin versteckt hat, dass sie das
aber nicht wusste und den Koffer dann später mit in die Kirche nahm. Und als sie den Koffer in der Kirche aufgemacht hat, da war Sandra im Koffer eben erstickt gewesen und deswegen hätte sie dann den Koffer in den Bewässerungsteich geworfen, weil sie Angst hatte, für ihren Tod verantwortlich gemacht zu werden.
Aber man muss sagen, dass diese Geschichte eben aufgrund der Spurenlage und auch aufgrund dessen, was man bei der Autopsie festgestellt hat, absolut keinen Sinn macht. Erstens mal kann man sich fragen, ob eine Achtjährige es schafft, in einen Koffer hinein sich zu verstecken und den Koffer dann zu verschließen. Selbst wenn man das noch irgendwie glauben will, Melissa hat ja gesagt, sie hätte den Koffer mit zur Kirche genommen und dabei ist ihr nicht aufgefallen, dass der Koffer ein gewisses Gewicht hat, der vorher leer war.
Also sie will quasi tatsächlich der Polizei glauben machen, dass ihr nicht aufgefallen ist, dass sich in diesem Koffer ein Kind befindet, den sie von ihrem Haus hinaus ins Auto gebracht, ihn dort eingeladen, ihn zur Kirche gefahren, dort ausgeladen und in die Kirche hineingebracht hat. Und in all der Zeit ist dir nicht aufgefallen, dass dieser Koffer, der vorher leer war, jetzt irgendwie schwer ist.
Es dient einfach nur dazu, irgendetwas anderes zu erzählen, als das was wirklich passiert ist. Deswegen diese Geschichte mit dem Versteckspiel und so weiter, das war eben einfach gelogen. Und das war auch noch nicht alles, denn darüber hinaus hatte man auf Seiten der Polizei inzwischen auch Beweise dafür, dass Sandra Kentu anscheinend nicht das erste Kind gewesen ist, dem Melissa etwas angetan hat.
Denn bereits im Januar 2009, also etwa 3 Monate vor Sandra Kentus Ermordung, war ein 7 Jahre altes Mädchen aus derselben Wohnanlage mehrere Stunden lang plötzlich verschwunden gewesen und wurde dann später von Melissa in einem stark benommen Zustand zurückgebracht. Und nur wenige Wochen danach soll Melissa dann auch einem Bekannten eine schädliche Substanz in sein Essen bzw.
in eines seiner Getränke gemischt haben. Also, das waren Dinge, die die Polizei jetzt auch herausgefunden hat, während Melissa im Krankenhaus war und während die Ermittlungen gelaufen sind. Soweit ich das bei meiner Recherche nachvollziehen konnte, wurde im Januar 2009 aber da anscheinend nicht sehr viel unternommen.
Also da wurde anscheinend nicht die Polizei eingeschalten oder so oder man konnte ihr auch nicht direkt etwas nachweisen. Aber das soll eben beides stattgefunden haben. Als das Verhör am 10. April um 23:55 Uhr dann schließlich endet, wird Melissa Hackeby noch im Tracy Police Department festgenommen und in derselben Nacht ins Countygefängnis gebracht, wo sie aufgrund der erst kürzlich verschluckten Klingen und der Sorge, sie könne sich erneut versuchen etwas anzutunter besonderer Beobachtung und getrennt von den anderen Gefangenen untergebracht
wird. Und bei ihrer ersten Anhörung vier Tage nach ihrer Festnahme sieht man sie in einem roten Gefängnisanzug mit Fesseln an Händen und Füßend weinend im Gerichtssaal, als die gegen sie erhobenen Vorwürfe verlesen werden. Denn Melissa Hackaby ist wegen Mordes angeklagt und in ihrem Fall kommen weitere besondere Umstände dazu, die das Verfahren in Kalifornien zu einem möglichen Todesstrafenverfahren machen können.
Sollte sie also in all ihren Anklagepunkten schuldig gesprochen werden, droht ihr damit entweder lebenslange Haft ohne die Chance auf Bewährung oder aber die Todesstrafe. Doch zu einem Gerichtsprozess sollte es nicht kommen, denn am 10. Mai 2010, also etwa ein Jahr nach ihrer Verhaftung, kommt es dann zu einem Deal zwischen der Staatsanwaltschaft und Melissas Verteidigung.
Sie ändert ihr bisheriges Pledouer und bekennt sich vor Gericht des Mordes ersten Grades unter dem besonderen Umstand der Entführung von Sandra Kentu schuldig, während die Staatsanwaltschaft im Gegenzug auf die Todesstrafe verzichtet und auch die weiteren Anklagepunkte gegen Melissa fallen lässt. Der Deal wird vom Gericht dann auch so angenommen und am 14.
Juni 2010 folgt das Strafmaß. Doch bevor der Richter das Urteil ausspricht, verließt Melissa im Gerichtssal eine vorbereitete Erklärung, die sich vor allen Dingen an Sandras Familie und ihre Mutter Maria gerichtet hat. Melissa entschuldigt sich in dieser Stellungnahme dafür, Sandra ihrer Familie genommen zu haben und erklärt, dass sie ein so kurzes Leben nicht verdient hat.
warum sie getan hat, was sie getan hat. Dafür hätte sie keine Erklärung und würde es ihren eigenen Worten zufolge selbst nicht verstehen. Noch am selben Tag wird dann aber, wie gesagt auch das Urteil verlesen und dieses lautete lebenslange Haft ohne die Möglichkeit einer späteren Entlassung auf Bewährung. Das heißt, dass Melissa Hackaby bis zum Ende ihres Lebens hinter Gittern sitzen wird.
für das, was sie der 8 Jahre alten Sandra Kentu angetan hat. Da Melissa Hackaby zwar die Tat gestanden und später auch einzelne Details bzw. ihre eigene Version der Ereignisse geschildert hat, jedoch nie einen vollständigen und mit sämtlichen Spuren übereinstimmenden Tatablauf lieferte, lässt sich bis heute nicht genau rekonstruieren, was am späten Nachmittag des 27.
März 2009 mit Sandra Kentu geschehen ist. An von Überwachungsaufnahmen, Zeugenaussagen und später sichergestellten Spuren jedoch kann man durchaus eine ungefähre Vorstellung der Ereignisse gewinnen. Nachdem Sandra um 15:54 Uhr zum letzten Mal von einer Kamera in der Nähe ihres Hauses aufgezeichnet worden ist, hat sie ja plötzlich die Richtung geändert, ihren Kopf in eine bestimmte Richtung gedreht.
Und genau in dieser Richtung, das konnte man später rekonstruieren, lag das Haus von Melissa Heckaby, weswegen man davon ausging, dass Melissa Sandra sehr wahrscheinlich zu sich herübergewunken hat oder dass sie ihr zugewunken hat oder ähnliches, so dass Sandra auf sie aufmerksam wurde und dann direkt zum Haus hinüberging. Und dann ist Sandra entweder freiwillig in dieses Haus hineingegangen oder aber sie wurde von Melissa hinein gelockt.
Tatsache ist jedoch, dass nur etwa 8 Minuten später um 16:02 Uhr Melissas Auto beim Verlassen der Wohnanlage gesehen worden ist. Und man geht davon aus, dass Sandra zu diesem Zeitpunkt bei Melissa im Auto saß, denn Sandra war wohl ein Kind, das immer unheimlich gerne anderen geholfen hat. Und sie kannte Melissa, sie wohnte ja direkt in der Nachbarschaft und sie hat ja auch oft mit ihrer 5 Jahre alten Tochter gespielt.
Sie hat dieser Frau vertraut und als Melissa sie dann gefragt hat, ob sie mit ihr zur Kirche rüberfahren will, um einige Getränke und Snacks rüber zu bringen und etwas vorzubereiten, da wird Sandra nicht nein gesagt haben und ist zu Melissa ins Auto gestiegen. Das zumindest ist das, was man rekonstruiert hat.
Und als Melissa und die kleine Sandra in der Kirche angekommen sind, soll die eigentliche Tat dann dort stattgefunden haben. Denn dort in der Kirche soll Melissa jetzt Sandra das Alpraam sehr wahrscheinlich in einem Getränk später war immer wieder die Rede von einem Orangensaft verabreicht haben. [japst] Und nachdem das zumindest kann man einfach nur hoffen, Sandra dann das Bewusstsein verloren hat, wurde sie von Melissa Hackaby misshandelt und umgebracht, bevor sie das Kind in diesen schwarzen Eddie Bauerkoffer gelegt hat, den sie von zu Hause mitnahm, diesen
dann mit der Schnur aus der Jalousie verschlossen hat und dann gegen 17:27 Uhr von der Kirche weg zum abgelegenen Bewässerungsteich fuhr, wo sie den Koffer dann hineingeworfen hat und dabei wurde sie ja dann auch von zwei Zeugen gesehen. Die Zeugen haben nicht gesehen, wie sie den Koffer in den Bewässerungsteich geworfen hat, aber sie haben Melissa und auch ihr Auto dort gesehen und sie auch angesprochen.
Und dann etwa eine halbe Stunde später kehrt sie noch einmal zur Kirche zurück. Was sie dort gemacht hat, weiß man nicht und fährt danach wieder zurück in ihre Wohnanlage, wo ihr Auto um 19:10 Uhr beim hineinfahren dann auch aufgenommen wird. Und um es so aussehen zu lassen, als sei Sandra von einem Unbekannten entführt worden, so die Theorie der Ermittler, behauptet Melissa bereits an diesem Nachmittag, dass ihr Koffer ungefähr zu der Zeit gestohlen worden ist, als man Sandra zuletzt gesehen hat.
Und um das Narrativ weiter aufrecht zu erhalten, schreibt sie dann auch noch am darauf folgenden Tag selbst eine Notiz mit Informationen zu Sandras Aufenthaltsort, die sie anschließend angeblich bei den Briefkästen findet und dem FBI übergibt. Doch auch wenn die Frau, die dieses abscheuliche Verbrechen begangen hat, für den Rest ihres Lebens hinter Gittern sitzen wird, so bleibt ja eine Frage am Ende doch stehen, nämlich die Frage nach dem Warum.
Warum hat Melissa Hagby die erst 8 Jahre alte Sandra Kantu umgebracht? Und nicht nur umgebracht, sie auch geschlagen und sie misshandelt? Eine wirkliche Antwort gibt es darauf schlicht und ergreifend nicht. Bekannt ist, dass Melissa in der Vergangenheit einige gescheiterte Beziehungen hinter sich hatte, dass sie oft nach Aufmerksamkeit gesucht hat, immer im Mittelpunkt stehen wollte und bereits vor der Tat unter psychischen Problemen und immer wieder auftretenden Depressionen L.
Ihr früherer Ehemann erklärte außerdem, dass sie zeitweise auch Medikamente dagegen eingenommen hat und nach einer Verurteilung wegen Diebstahls war sie außerdem zur Teilnahme an einem gerichtlichen Programm zur psychischen Behandlung verpflichtet worden. In späteren Berichten ist darüber hinaus von einer manisch depressiven bzw.
bipolaren Erkrankung und auch von Schizophrenie die Rede, die bei Melissa diagnostiziert worden ist. Jedoch ob und in welchem Ausmaß diese Erkrankung bei der Tat, wenn überhaupt tatsächlich eine Rolle gespielt hat, das konnte anschließend offenbar auch nicht geklärt werden. Allgemein muss man sagen, dass sehr viele Menschen, die Melissa Hakebi kannten, verständlicherweise unheimlich schockiert über diese Tat gewesen sind.
Man wusste, dass sie Probleme hatte, ja, aber dass sie die ja selbstmutter einer 5 Jahre alten Tochter gewesen ist, einem anderen Kind, so etwas hat antun können, das ja war wohl unfassbar für ihr Umfeld, weil sie von niemanden als direkte Bedrohung offenbar angesehen worden ist. Sandra Kentu war erst 8 Jahre alt, als sie starb.
Sie war an einem Ort unterwegs, an dem sie sich vermutlich besonders sicher fühlte in ihrer eigenen Wohnanlage, Umgeben von Nachbarn, Freunden und Menschen, die sie kannte. Doch wie dieser Fall auf besonders erschreckende und vor allen Dingen tragische Weise zeigt, geht eine Gefahr nicht zwangsläufig immer nur von einem Fremden aus.
Und wenn man sich auch noch mal das Profil des FBI ins Gedächtnis ruft, einen möglichen Täter betreffend, weißer Mann zwischen 25 und 40 und dann erkennt, dass es eine Frau, eine Mutter aus der Nachbarschaft gewesen ist, die das getan hat. sitzt man am Ende einfach nur da und ist ist sprachlos und fassungslos. Ja, meine Lieben, damit sind wir am Ende dieses schrecklichen Falles angekommen.
Und auch wenn in diesem Fall kein Zweifel daran bestehen kann, wer für diese Tat verantwortlich ist, so würde mich natürlich trotzdem wie immer interessieren, wie ihr das Ganze einschätzt. Also schreibt es mir gerne, wenn ihr möchtet, unter dieses Video in die Kommentare. Damit verabschiede ich mich jetzt für heute von euch.
Ich wünsche euch noch einen schönen restlichen Tag und hoffe, wir sehen uns dann ganz bald im nächsten Video wieder. Bis dahin macht’s gut