BIS DASS DER TOD UNS SCHEIDET … NUR 8 TAGE NACH DER HOCHZEIT … Der Fall Cody Johnson T
BIS DASS DER TOD UNS SCHEIDET … NUR 8 TAGE NACH DER HOCHZEIT … Der Fall Cody Johnson

Hallo meine Lieben und willkommen zu diesem neuen Video. Ja, heute geht’s hier auf meinem Kanal schon wieder weiter mit True Crime und damit auch mit einem neuen Fall, den ich mir ausgesucht habe und über den ich euch gerne berichten möchte. Der 29. Juni 2013 ist ein warmer Sommertag in der kleinen Stadt Cisbell im Nordwesten des US-Bundesstaates Montana.
Und es ist auch gleichzeitig der Tag, an dem sich der 25 Jahre alte Cody Johnson und seine Verlobte Jordan Lyn Graham in einem schön angelegten Park umgeben von Familie und Freunden das Jwort geben werden. Die vielen Fotos und Videoaufnahmen, die an diesem 29. Juni, während aber auch kurz nach der Trauung auf der Hochzeitsfeier entstehen, zeigen ein verliebtes junges Paar Hand in Hand, das gerade eben erst am Anfang ihres gemeinsamen Weges steht.
Es wird gelacht, es wird getanzt, es wird ausgiebig gefeiert, denn diese Hochzeit war von langer Hand geplant. Alles läuft, wie man es sich vorgestellt hat. Alle sind offenbar glücklich und zufrieden. Doch gerade einmal 8 Tage später wird von diesem Glück nichts mehr übrig sein, denn der frisch gebackene Ehemann Cody Johnson ist plötzlich spurlos verschwunden.
Sofort beginnt man jetzt auf Seiten der Polizei intensiv nach dem 25-jährigen zu suchen. Doch niemand kann sich einen Reim darauf machen, warum der sonst so zuverlässige Cody eine Woche nach seiner Hochzeit am Abend plötzlich sein Haus verlassen haben soll, sich bei niemandem mehr gemeldet hat und auch nicht mehr zurück nach Hause gekommen ist, bis die Ermittler dann nach und nach einer unerwartet schockierenden Wahrheit auf die Spur kommen.
Cody Lee Johnson wurde am 8. April 1988 in San Jose im Norden Kaliforniens geboren. Nach der Trennung seiner Eltern zog Cody dann jedoch im Jahr 2002 mit seiner Mutter Sherry in die kleine Stadt Cisbell. Eine große Veränderung für den damals erst 13 Jahre alten Teenager. Denn nicht nur liegt sein neues Zuhause in einem anderen Bundesstaat.
Darüber hinaus ist die Kleinstadt Kisbell im Nordwesten von Montana nur etwa eine Stunde von der kanadischen Grenze entfernt mit ihren 30.000 Einwohnern im Gegensatz zur großen Metropole San Jose in der Cody aufgewachsen ist, doch recht überschaubar. Aber wie sich herausstellen sollte, war dieser Umzug in die charmante Kleinstadt eingebettet in die eindrucksvolle Berglandschaft der Rocky Mountains.
Offenbar doch genau das Richtige für Cody, denn er lebt sich schnell gut ein, geht zur Schule, findet Anschluss und baut sich einen Freundeskreis auf. Und die Tatsache, dass er seit frühster Kindheit seine Zeit am liebsten draußen in der Natur verbracht hat und großen Spaß am Kajak fahren und Wandern hatte, dürfte auch dazu beigetragen haben, dass Cody sich jetzt in seiner neuen Heimat Carisbell, die als Tor zu einem der schönsten Nationalparks im ganzen Land, dem Glacia National Park bekannt ist, es sehr wohlgefühlt hat.
Menschen, die Cody Johnson gut gekannt haben, beschrieben ihn später als äußerst freundlichen, zugänglichen, offenen und hilfsbereiten jungen Mann, der das Leben geliebt hat, der absolut nichts falsches an sich hatte, der immer für seine Freunde da war und der eine große Leidenschaft für schnelle Autos gehabt hat.
Und wenn ich Leidenschaft sage, dann meine ich das im Fall von Cody Johnson auch wirklich zu 100% genauso, denn Cody hat wohl neben der Schule, aber auch nach seinem Highscho Abschluss, unheimlich viel Zeit damit verbracht, in seiner Garage an Autos herumzuschrauben, Rennwagen zu tunen und er hat offenbar auch selbst hin und wieder an regionalen Autorennwettbewerben teilgenommen und auch an der Wahl seiner beruflichen Laufbahn.
die er nach seinem Highchool Abschluss eingeschlagen hat, zeigte sich diese Leidenschaft erneut wieder, denn Cody beginnt für die Firma Nomad Global Communications in Cisbell zu arbeiten. ein Unternehmen, das sich auf den Bau von Spezial und Kommunikationsfahrzeugen spezialisiert hat, was ihm offenbar sehr viel Spaß gemacht und wobei er natürlich seine ohnehin gut ausgeprägten technischen Fähigkeiten bei der täglichen Arbeit in der Werkstatt an den Fahrzeugen optimal hat nutzen können.
Cody Johnson galt als sehr fleißiger, zuverlässiger und genüg Typ. Ein junger Mann Anfang 20, der bei seinen Kollegen in der Arbeit äußerst beliebt gewesen ist, der einen stabilen Freundeskreis hatte, der seiner Mutter Sherry sehr nahe stand und der auch genaue Vorstellungen davon hatte, was er sich für die Zukunft sowohl in beruflicher als vor allen Dingen aber auch in privater Hinsicht gewünscht hat, nämlich bald zu heiraten und eine eigene Familie Kinder haben zu wollen.
Und Codys Freunde berichteten später auch, dass er einfach ein sehr geerdeter Typ war. Jemand, der sesshaft werden, die Frau seiner Träume finden und mit ihr eben dann eine Familie gründen wollte. Und im Herbst 2011, jetzt im Alter von 23 Jahren, scheint Cody diesen Traum auch einen großen Schritt näher gekommen zu sein.
Denn während einer Kirchenveranstaltung an einem Sonntagabend September 2011 begegnet er der damals 20 Jahre alten Jordan Graham zum ersten Mal. Und als man nach dem Gottesdienst zusammen mit anderen Freunden noch bei Tacobell essen geht, kommt man auch ein wenig ins Gespräch und sieht sich dann einige Wochen später auf einer Halloween Party am 31.
Oktober erneut. Jordan und Cody kommen sich jetzt näher, treffen sich Ende 2011 regelmäßig und sind unzertrennlich, worüber sich allerdings einige Menschen, die die beiden gut kannten, anfangs doch ein wenig gewundert haben, denn Cody und Jordan hatten vollkommen unterschiedliche Persönlichkeiten. Cody, der offen humorvoll herzlich bodenständige Spaßmacher und die äußerst schüchtern und zurückhaltende Jordan, bei der man wohl oft das Gefühl hatte, keinen richtigen Zugang zu ihr finden zu können, schienen auf den ersten Blick
eben nicht wirklich gut zusammenzupassen. Doch wie man weiß, Gegensätze ziehen sich bekanntlich an. Und auch wenn es so aussah, als hätten die beiden Reihen gar nichts gemeinsam, war das nicht der Fall. Denn genau wie Cody verbrachte auch Jordan ihre freie Zeit am liebsten draußen in der Natur.
Und da sie in Kellisbell aufgewachsen ist und ihr ganzes Leben in dieser Stadt verbracht hat, war sie mit der Umgebung dort, mit den Menschen, vor allen Dingen, aber auch mit der ortsansässigen Kirche, der Faith Baptist Church in Calespisbell, seit ihrer Kindheit tief verwurzelt. eine weitere Gemeinsamkeit, zumindest zum Teil, die sie mit Cody gehabt hat, denn auch er ging regelmäßig Sonntag in die Kirche und hat sich auch hin und wieder gerne in Projekten engagiert, die von der Kirche ausgingen.
Jedoch muss man an dieser Stelle klar festhalten, dass für Jordan ihre Religion, ihr Glaube, die Kirche, dass alles, was damit zu tun hat, sehr viel mehr Bedeutung hatte bzw. weise sehr viel mehr Raum in ihrem Alltag, in ihrem Leben eingenommen hat, als das bei Cody Johnson der Fall gewesen ist. Denn Jordan Lyn Graham wuchs nach ihrer Geburt im August 1991 zusammen mit ihrem 5 Jahre jüngeren Bruder in einer streng religiösen Familie auf, innerhalb derer es klare Regeln und wohl auch eine gewisse Erwartungshaltung gegeben hat.
Durch ihre strikt christliche Erziehung entwickelte Jordan sehr konservative Werte und damit verbunden auch klare Vorstellungen, ihre Zukunft betreffend. Denn schon früh äußerte sie gegenüber Freunden immer wieder, dass sie sich nichts mehr wünschen würde, als zu heiraten, Kinder zu bekommen und dann für ihre Familie da zu sein.
Jordan wurde wie bereits vorher kurz erwähnt als still, schüchtern, fromm, ja fast verschlossen beschrieben. Es fiel ihr offenbar sehr schwer, sich anderen Menschen gegenüber zu öffnen und über ihre Gefühle oder Emotionen sprach sie praktisch nie. Und auch im Umgang mit anderen Menschen gab sich Jordan eher zurückhaltend und beteiligte sich an Gesprächen, vor allen Dingen in großen Gruppen meist, wenn überhaupt einsilbig.
Einzig Kindern gegenüber blühte sie regelmäßig auf, weswegen Jordan auch viele Jahre lang auch während ihrer Jugend immer wieder als Babysitterin gearbeitet hat und sich damit auch nebenbei etwas Geld verdienen konnte. Aber auch jetzt im Jahr 2011, im Alter von 20 Jahren, als sie Cody Johnson kennenlernt, lebt Jordan nach wie vor im Haus ihrer Eltern, von denen sie auch, abgesehen von dem Geld, dass sie hin und wieder beim Babysitten verdient hat, finanziell abhängig gewesen ist.
Doch mit Cody jetzt an ihrer Seite ändert sich doch in kurzer Zeit so einiges, denn dieser ist halsüberkopf in Jordan verliebt und macht daraus, nachdem die beiden jetzt Ende Dezember 2011 offiziell ein Paar sind, auch kein Geheimnis. Und diese Verliebtheit in Jordan und die Tatsache, dass Cody offenbar alles daran gesetzt hat, sie glücklich zu machen, zeigte sich unter anderem jetzt, nachdem die beiden also fest zusammengekommen sind, daran, dass er sich ihrem Freundeskreis immer mehr angenähert hat. Ich hatte es gerade
vorher schon einmal erwähnt, auch Cody hat sich in der Vergangenheit hier und da gerne mal in Projekten innerhalb der Kirche der Stadt engagiert und regelmäßig am Sonntag den Gottesdienst besucht. Doch jetzt mit Jordan an seiner Seite, für die das alles ja noch eine viel größere Rolle gespielt hat in ihrem Alltag, änderte sich das für Cody noch einmal extrem, denn neben dem sonntaglichen Gottesdienst besucht er jetzt auch weitere Treffen und Zusammenkünfte, die von der Kirche organisiert worden sind und bringt sich
dort eifrig mit ein. Er liest Jordan darüber hinaus jeden Wunsch von den Augen ab. Er trägt sie auf Händen und soll in dieser Zeit auch immer wieder geäußert haben, dass sie ihn unheimlich glücklich machen würde. Und auch Jordan auf der anderen Seite machte wohl den Eindruck, als würde es ihr ähnlich gehen, jedoch mit dem Unterschied, dass sie das eben nicht so offen und überschwänglich nach außen kommuniziert hat, wie das bei Cody der Fall war.
Aber das hat eben auch nicht zu Jordan, die ihr Herz wirklich nicht auf der Zunge getragen hat, gepasst. Und trotz ihrer zum Teil unterschiedlichen Persönlichkeiten teilten Cody und Jordan einfach grundlegende Gemeinsamkeiten, die zumindest hätte man von außen den Eindruck haben können, zu einer engen Verbundenheit geführt hat.
Neben der Kirche und allem, was damit in Zusammenhang stand, war das z.B. die Tatsache, dass beide den Wunsch hatten, zu heiraten, sesshaft zu werden, sich ein Haus in Kellisbell zu kaufen, eine Familie zu gründen. Und genau in diese Richtung entwickelten sich die Dinge jetzt relativ schnell, denn bereits ein Jahr nach ihrem Kennenlernen im Herbst 2012 dachte Cody offenbar immer öfter darüber nach, um Jordans Hand anzuhalten.
Schon seit längerer Zeit hatte er, der ohnehin immer sehr sparsam gewesen ist, jedes Monat einen Teil seines Gehalts zur Seite gelegt, um Jordan einen Verlobungsring kaufen zu können, was Cody dann auch im Dezember 2012 in die Tat umgesetzt hat. Einen Tag vor Heiligabend am 23. Dezember macht er ihr einen Heiratsantrag und Jordan sagt ja.
Und kurz darauf verkünden die beiden ihre Verlobung auch in den sozialen Medien, wobei Jordan dabei voller Stolz ein Bild ihres Rings postet und dazu schreibt: “Er hat um meine Hand angehalten, das beste vorzeitige Weihnachtsgeschenk aller Zeiten.” Die Hochzeit wird auf den 29. Juni 2013, also in 7 Monaten festgesetzt und vor allen Dingen Jordan stürzt sich jetzt intensiv in die Vorbereitungen für dieses Event. Dazu fliegt sie z.B.
auch im April 2013 zusammen mit einer Freundin und ihrem jüngeren Bruder sogar nach Kalifornien, um dort mit Hilfe von Elizabeth She, die auf individuelle Songs für Hochzeiten spezialisiert ist, ein persönliches Lied für sich und Cody aufzunehmen, das dann nach der Trauung bei ihrem ersten Tanz gespielt werden soll.
Und während dieser ganzen Planungen und der Vorbereitungen für die Hochzeit wirkt Jordan auf ihr Umfeld sehr glücklich, wenn auch ein wenig aufgeregt, was ja aber unter diesen Umständen nicht ungewöhnlich ist, dass sich da ein wenig Nervosität zeigt, man heiratet, man möchte, dass alles funktioniert, die Planung, da ist ein wenig Aufregung ja auch irgendwo normal.
Und auch Cody war voller Vorfreude. Wenn ich jeden Tag unter demselben Dach aufwachen darf wie die Frau, die ich liebe, dann bin ich glücklich. soll er gegenüber Freunden geäußert haben. Aber so harmonisch und ausgeglichen alles auch ausgesehen und gewirkt haben mag, es gab Menschen vor allen Dingen in Codies Umfeld, die dieser Hochzeit mit durchaus gemischten Gefühlen entgegengesehen haben.
Ich hatte meine Bedenken, weil diese Beziehung auf mich sehr ungesund wirkte. Cody gab wirklich alles, aber er hat nicht viel zurückbekommen. So Cameron Frederickson, einer von Cody’s besten Freunden, der ihm anscheinend auch ganz unverblümt in einem Vieraugengespräch dazu geraten haben soll, Jordan nicht zu heiraten.
Denn für viele Menschen, wie gesagt, gerade auf Cody Seite war es anscheinend offensichtlich, dass Jordan bei weitem nicht so verliebt in ihn war wie er in sie und dass sie auch bei Weitem nicht so viel investiert hat in das alles. Und es stand auch die Vermutung im Raum, dass Jordan zwar von der Vorstellung zu heiraten angetan gewesen ist, also von einer Traumhochzeit in weiß mit Kutsche und Tauben und Blumen und allem Drum und Dran, aber eben nicht von der Vorstellung der Ehe an sich, vor allen Dingen nicht von der Vorstellung, Cody zu heiraten.
Doch dieser wollte von all dem offenbar nichts hören und hat sogar einmal ein Treffen gemeinsam mit Freunden verlassen, die mit ihm über diese Entscheidung noch einmal sprechen wollten, was eigentlich sonst gar nicht Cody’s Art gewesen ist. Aber für ihn war Jordan die Frau seiner Träume und er war fest entschlossen, sie zu heiraten.
Und ganz genauso kam es dann auch. Am 29. Juni 2013 geben sich Cody und Jordan unter strahlend blau Himmel im malerischen Woodland Park in Kellisbell im Kreis ihrer Familie und Freunde das Jahrort. Die aufwendig gestaltete Zeremonie verläuft ohne Zwischenfälle und nach dem Kuss wird das Paar unter dem Applaus der Gäste zur anschließenden Feier begleitet.
Strahlende Gesichter beim Eröffnungstanz mit selbstkomponiertem Lied, schöne Bilder mit einer lächelnden Jordan und einem offenbar überglücklichen Cody Johnson, für den, wie seine Mutter Sherry es später ausgedrückt hat, dieser Tag der beste seines Lebens war. Doch im Laufe des Abends, während der Feier, aber anscheinend auch schon zuvor während der Trauung, fiel einigen Gästen auf dieser Hochzeit auf, dass Jordan sich ungewöhnlich verhalten hat. Z.B.
soll sie vor allen Dingen für ihre Verhältnisse sehr viel geweint haben, was sonst ja gar nicht ihre Art war und sie hat auch den direkten Blickkontakt mit Cody oft vermieden und stattdessen auf den Boden gestarrt. Das war wohl etwas, was vielen Menschen, die auf dieser Hochzeit eingeladen gewesen sind, auffiel, dass da etwas nicht ganz zu stimmen scheint.
Jordans Freunde haben aber später dann argumentiert, dass das einfach auf ihre Nervosität und Anspannung zurückzuführen war, weil Jordan eben so viel Zeit in die Planung dieser Hochzeit investiert hat und sich einfach gewünscht hat, dass alles glatt läuft. Und wenn man darüber nachdenkt, ist es ja jetzt auch nicht ungewöhnlich, dass an einem bestimmten Punkt auf der eigenen Hochzeit, wenn diese Anspannung von einem Abfeldmann ein paar Tränen vergießt oder vielleicht auch Dinge tut, die auf andere etwas seltsam wirken.
Die erste gemeinsame Nacht nach ihrer Hochzeit jedenfalls verbringen Cody und Jordan in einem schönen kleinen Hotel im nahegelegenen Örtchen Big Fork am Flathead Lake, das Cody bereits einige Wochen zuvor gebucht hatte. Er wollte diese Nacht für Jordan zu etwas Besonderem machen und hat darum das Zimmer auch dementsprechend herrichten und mit Blumen und Kerzen dekorieren lassen.
Denn und auch das ist an dieser Stelle wichtig zu wissen, in all der Zeit, in der Jordan und Cody zusammen waren, auch in den 7 Monaten, in denen sie miteinander verlobt gewesen sind, gab es keinerlei sexuellen Kontakt. Wie gesagt, Jordan war tief religiös und dazu gehörte in ihrem Fall auch eine strenge Sexualmoral. In diesem Bereich vor der Hochzeit in irgendeiner Art und Weise aktiv zu werden, war ein absolutes Tabu für sie.
Doch jetzt sind die beiden ja verheiratet und verbringen noch dazu ihre Hochzeitsnacht in einem schönen Hotel. Und Cody war ganz besonders bemüht darum, für Jordan das alles so schön wie möglich zu gestalten. Doch trotzdem spielte sich auch in dieser Hochzeitsnacht jetzt nichts sexuelles zwischen den beiden ab.
und wir werden auf diesen Punkt auch noch einmal zurückkommen. Am nächsten Morgen jedenfalls kehrt das Paar jetzt nach diesem kurzen Honeymoon Ausflug in Bigford zurück nach Hause in ihr eigenes Zuhause genauer gesagt, denn Cody hatte im zurückliegenden Jahr vor ihrer Hochzeit bereits nach einem passenden Haus für ihn und Jordan gesucht und es auch gefunden.
Und in den jetzt kommenden Tagen sind die beiden damit beschäftigt, sich dort einzurichten. Umzugskartons werden geschleppt, Möbel werden aufgebaut. Jordan dekoriert das Haus nach ihrem Geschmack und ja, das gemeinsame Leben kann beginnen. Doch dieses gemeinsame Leben wird gerade einmal 8 Tage andauern, denn nur eine Woche nach seiner Hochzeit am 7.
Juli 2013 wird Cody Johnson spurlos verschwinden. Und das, obwohl dieser Sonntag, der 7. Juli 2013, an dem Cody spurlos verschwinden wird, zunächst vollkommen normal erscheint. Nach dem morgendlichen Gottesdienst halten sich Cody und Jordan nämlich im Haus ihrer Eltern auf, wobei Cody sich dabei vollkommen normal und entspannt mit seinem Schwiegervater unterhält.
Und im Laufe dieses Gespräches soll Jordans Vater Cody dann auch gefragt haben, was die beiden denn heute noch so schönes vorhaben. Und die Antwort, die Cody darauf gegeben hat, ist sehr wichtig für diesen gesamten Fall, denn Cody soll seinem Schwiegervater erzählt haben, dass Jordan heute noch eine besondere Überraschung für ihn geplant hat, dass er allerdings keine Vorstellung davon hat, was sie im Sinn hätte.
Und nach dem Besuch bei Jordans Eltern geht es dann noch einmal um 18 Uhr zurück zur Kirche, denn dort findet an diesem Sonntagabend noch eine Veranstaltung statt, an der Cody und Jordan teilnehmen. Und während dieser Veranstaltung hat Cody auch anderen Gemeindemitgliedern gegenüber erwähnt, dass die beiden heute zeitig am Abend nach Hause fahren wollen, weil Jordan ihn eben noch mit etwas überraschen will.
Und nach dieser Veranstaltung fahren die beiden zwar noch mit zu Wendys, um dort mit anderen Freunden noch eine Kleinigkeit zu essen. Im Anschluss daran um 19:15 Uhr verabschieden sich die Johnsons dann aber und fahren zurück nach Hause, denn wie gesagt, Cody sollte ja noch überrascht werden. Es ist der nächste Tag, Montag, 8. Juli 2013.
Und die Tatsache, dass Cody Johnson nicht wie sonst üblich um 7 Uhr morgens an seinem Arbeitsplatz erschienen ist, ist mehr als nur ungewöhnlich, denn das ist in der ganzen Zeit, in der er für Nomad Global gearbeitet hat, noch nicht ein einziges Mal vorgekommen. Und genau darum macht sich auch Codys Kollege und bester Freund Cameron Frederickson direkt sorgen und diese werden größer als er Cody auch in den jetzt kommenden zwei Stunden nicht erreichen kann, denn statt ihm selbst erreicht er immer nur seine Mailbox. Gegen 10:30 Uhr beginnt Cameron
dann daraufhin, alle gemeinsamen Freunde abzutelefonieren, um herauszufinden, ob irgendjemand schon etwas von Cody gehört hat an diesem Montagmgen, ob irgendjemand ihn gesehen hat, was allerdings nicht der Fall war. Einige Freunde, die Cameron am Telefon hatte, berichten zwar, dass sie Cody und Jordan am Abend zuvor bei Wendys gesehen haben, als sie alle zusammen nach der Kirchenveranstaltung noch beim Essen waren, dass die Johnsons allerdings danach direkt nach Hause gefahren sind und seitdem hat niemand mehr etwas von Cody gehört oder gesehen.
Am frühen Nachmittag dieses 8. Juli Cameron macht sich inzwischen sehr große Sorgen um seinen besten Freund, weil er ihn immer noch nicht erreicht hat. Da meldet sich aber jetzt auch seine Frau Jordan bei Cameron. Er hatte in den zurückliegenden Stunden neben vielen Freunden natürlich auch versucht Jordan zu erreichen, um sie zu fragen, ob sie weiß, wo Cody abgeblieben ist.
Aber Jordan ist nicht an ihr Handy gegangen. Jetzt jedoch, nachdem sie einige verpasste Anrufe von Cameron sehr wahrscheinlich auf ihrem Handy entdeckt hat, ruft sie ihn zurück. Und wie man sich vorstellen kann, ist das erste, was Cameron fragt: “Wo ist Cody? Hast du irgendetwas von ihm gehört?” Und Jordan gibt an, dass sie wissen wollte, ob er bei der Arbeit aufgetaucht ist, weil er am Abend zuvor wegfuhr und nicht mehr zurück nach Hause kam.
Und diese Geschichte, die Jordan jetzt Cameron gegenüber zum Besten gibt, klingt in dessen Ohren sehr unglaubwürdig, denn Jordan behauptet, dass sie und Cody nach dem Gottesdienst und nach dem Essen bei Wendys zurück nach Hause gefahren sind. Dass es dann allerdings nicht lange gedauert hat und Cody wäre von Freunden aus der Autoszene zu Hause abgeholt worden.
Er sei in das Auto dieser Leute eingestiegen, weggefahren und seitdem hätte sie nichts mehr von ihm gehört oder gesehen. Doch wie gesagt Cameron kommt diese Geschichte äußerst seltsam vor, denn warum sollte Cody an einem Sonntagabend plötzlich mit irgendwelchen Leuten von zu Hause wegfahren, die ganze Nacht wegbleiben, am nächsten Morgen nicht bei der Arbeit erscheinen und sich darüber hinaus bei niemandem melden? Das passt so gar nicht zu dem sonst so zuverlässigen und pflichtbewussten Cody Johnson. Cameron Frederickson war nicht
nur Cody’s langjähriger Arbeitskollege, er war auch einer seiner engsten Freunde. Und die Version, die Jordan ihm jetzt am Telefon erzählt hat, darüber, was ich am Abend zuvor angeblich abgespielt haben soll, kam ihm sehr merkwürdig vor, weswegen er dann auch direkt Codys Mutter Sherry angerufen und ihr das alles erzählt hat.
Und beide haben dann beschlossen, nachdem sie Cody nach wie vor nicht erreichen konnten, am frühen Abend zur Polizei zu gehen und ihn als vermisst zu melden. Das heißt also, seine Mutter und sein bester Freund melden das bei der Polizei, nicht seine Frau Jordan. Und das Kisbell Police Department nimmt das Verschwinden des 25-Jährigen auch direkt ernst, weswegen man auch noch am Abend des 8.
Juli zusätzlich die Montana Highway Patrol mit in die Suche involviert und während Cody’s Freunde und seine Familie in den jetzt kommenden Stunden alle Krankenhäuser zwischen Cisbell und Spocan anrufen, um zu prüfen, ob er dort möglicherweise im Laufe des Tages oder auch in der Nacht zuvor eingeliefert wurde, spricht die Polizei der weil mit Jordan, da sie offenbar die letzte war, die ihren Mann vor seinem Verschwinden gesehen hat.
In ihrer ersten Aussage auf dem Polizeirevier wiederholt Jordan jetzt gegenüber Chad Simmerman, dem leitenden Ermittler, der sie befragt. Im Prinzip noch einmal genau das gleiche, was sie tags zuvor Cameron Frederichson schon berichtet hat, nämlich, dass sie und Cody am Sonntagabend nach dem Gottesdienst und nach dem Essen bei Wendys zusammen zu Hause angekommen sind.
Dass es aber dann nicht lange gedauert hat und Freunde aus der Autoszene, die sie selbst gar nicht kannte, hätten Cody abgeholt. Jordan sagt, dass sie ihm in die Garage noch nachging und von dort aus gesehen hat, wie Cody in ein Auto eingestiegen ist, das direkt vor dem Haus gewartet hat. Sie beschrieb es als ein dunkles Auto, vermutlich ein Sedan, auf dessen Rücksitz Cody sich dann gesetzt hat und dann war er weg.
Auf die Frage der Ermittler, warum Jordan denn ihren Mann nicht selbst als vermisst gemeldet hat, nachdem er am Abend wegfuhr und die ganze Nacht nicht wieder zurück nach Hause gekommen ist, sagt sie, dass sie sicher war, dass er im Laufe des Tages wieder zurückkommen wird. Und Jordan gibt auch an, dass es in der Vergangenheit durchaus schon vorkam, dass Cody am Abend von Freunden aus dieser Autoszene abgeholt wurde und dann mit diesen Leuten ein wenig aus der Stadt hinaus fuhr, um schneller auf den Straßen zu fahren, als das ursprünglich
erlaubt gewesen ist. Und wenn man darüber nachdenkt, dass Cody Johnson ja sehr aktiv in dieser Renn und Autoszene gewesen ist und durch seine Schrauberei als Mechaniker privat viele Leute kannte, ist diese Version, dass er vielleicht spontan am Sonntagabend noch eine Verabredung dieser Art hatte, nicht weit hergeholt, zumal sein eigenes Auto geparkt in der Einfahrt vor dem Haus gestanden hat.
Es sieht also tatsächlich zunächst so aus, als könnte er von jemanden abgeholt worden sein. Doch genau dieser Verdacht gerät jetzt im Laufe des Tages auch schon wieder ins Zwanken. Denn während Jordan auf dem Polizeirevier befragt wird, machen sich andere Beamte des Kisbell Police Department auf den Weg zu ihrem und Codys Haus.
Und als sie sich dort etwas genauer umsehen, finden Sie in der Garage ein Handy. Wie sich kurze Zeit später herausstellt, gehört dieses Handy Cody Johnson und daraus ergibt sich natürlich eine neue wichtige Frage. Warum nämlich sollte er am Sonntagabend sein Haus verlassen, ohne sein Mobiltelefon mitzunehmen und sich dadurch selbst die Möglichkeit verbauen, jemanden zu kontaktieren oder auch für andere Leute erreichbar zu sein, zumal Cody Johnson anscheinend ein Mensch war, der sein Handy immer bei sich gehabt hat, erst recht dann, wenn er das Haus
verlassen hat. Die Aussage von Jordan macht also jetzt nach dem Fund von Cody’s Handy in der Garage noch weniger Sinn als zuvor, denn es war einfach absolut nicht seine Art, sang und klanglos zu verschwinden und nicht mehr wieder nach Hause zu kommen, ohne sich bei jemand zu melden. Und auch Jordans Verhalten in den kommenden Stunden und Tagen nach dem Verschwinden ihres Mannes entsprach in keiner Weise dem einer besorgten Ehefrau.
Ganz im Gegenteil. Denn während Familie und Freunde einen Tag nach Codies verschwinden, alle in seinem Haus zusammenkommen, einen Twitter und Facebook Account erstellen, um über sein Verschwinden zu informieren und mögliche Zeugen anzusprechen und auch vermissten Plakate drucken, wirkt Jordan von allem einfach nur genervt.
Unbeteiligt, als würde sie das hier alles rein gar nichts angehen, sitzt sie mit ihrem Handy in der Hand auf der Couch, spricht mit niemanden und macht keinerlei Anstalten, sich an irgendetwas zu beteiligen. Und auch am Nachmittag, als sich eine große Gruppe von Freiwilligen neben der bereits anlaufenden Suche der Polizei ebenfalls auf den Weg macht, um nach Cody überall in der Gegend ausschau zu halten, fährt Jordan nur widerwillig mit und auch dabei verhält sie sich ähnlich wie zu Hause, nämlich vollkommen desinteressiert und unbeteiligt, was die
Menschen um sie herum, die sich unheimlich große Sorgen machen, Cody könnte etwas Schlimmes zugestoßen sein, einfach nur irritiert. Sie hat gekichert und die ganze Zeit ihr Handy in der Hand gehabt. Sie schien in keiner Weise daran interessiert zu sein, nach Cody zu suchen oder irgendwie zu helfen, erinnert sich Amy Hess, die Jordan an diesem Tag bei der Suche im Auto begleitet hat.
Später die Nachricht, dass Cody Johnson scheinbar spurlos verschwunden ist, verbreitet sich schnell in der Stadt, was dazu führt, dass ich immer mehr Freiwillige der Suche seiner Familie und seiner Freunde anschließen. Die Polizei von Kisbell bekommt unterdessen auch Hilfe, sowohl durch das Flathead County Sheriff Office als auch durch die Ranger des Nationalparks.
Denn auch wenn Jordans Geschichte nicht sehr glaubhaft wirkt, sie sich inzwischen gegenüber den Ermittlern auch sehr unkooperativ verhält und ihr fast gleichgültiges Auftreten seit seinem Verschwinden durchaus irritierend ist, zu diesem Zeitpunkt kann nicht ausgeschlossen werden, dass Cody am Sonntagabend sein Haus tatsächlich freiwillig verlassen und im Laufe der Nacht vielleicht auch im an die Stadt angrenzenden Glacia National Park einen Unfall gehabt haben könnte.
weswegen jetzt auch Hubschrauber zum Einsatz kommen und abgelegene Landstraßen, Felder, leerstehende Schuppen und Grundstücke in der Gegend akribisch absuchen. Genauso auch beginnt die Suche im Nationalpark nach ihm. Doch man findet nicht die geringste Spur von Cody, bis sich dann drei Tage nach seinem Verschwinden am Mittwoch den 10.
Juli 2013 plötzlich eine neue eine durchaus verstörende Spur auftut und diese wird ausgerechnet von Jordan an die Ermittler herangetragen, denn Jordan taucht am frühen Mittwochmorgen, dem 10. Juli plötzlich in Begleitung ihrer Mutter auf dem Kellisbell Police Department auf und behauptet, eine E-Mail erhalten zu haben.
Sie zeigt den Ermittlern die ausgedruckte Mail, dessen Absender ein gewisser Tony S zu sein scheint. Und Tony hatte Jordan in dieser E-Mail unter anderem folgendes zu sagen. Hallo Jordan, mein Name ist Tony. Ich habe deinen Post auf Twitter gelesen. Ich wollte dir sagen, es bringt nichts weiter nach Cody zu suchen. Er ist fort.
Also zieh die vermissten Anzeige zurück. Cody ist definitiv nicht mehr am Leben. Tony, der Absender dieser E-Mail, beschrieb im weiteren Verlauf der Nachricht, dass Cody sich in der Nacht von Sonntag auf Montag mit ein paar Freunden getroffen und dabei im Gia Nationalpark gestürzt ist, dass er dadurch ums Leben kam.
In gewisser Weise bestätigt also Tony Jordans Version, dass Cody tatsächlich von Freunden abgeholt und in der Nacht auch mit diesen unterwegs war. Jedoch sind gleich mehrere Dinge an dieser E-Mail durchaus ungewöhnlich. zum einen der Ton und die Art und Weise, in der sie überhaupt verfasst gewesen ist, nämlich sehr nüchtern und klar fokussiert darauf, dass die Polizei doch jetzt bitteschön die Suche nach Cody aufgeben möge, weil er ist fort, er ist tot gestürzt im Nationalpark, als würde die Polizei die Suche nach einem vermissten Menschen aufgeben, weil
irgendein anonymer E-Mailschreiber namens Tony S jetzt das verlangt. Also allein das ist schon zum zweiten aber die Tatsache, dass Jordan nachdem sie auf dem Polizeirevier jetzt danach gefragt wird zwar behauptet, Tony wäre kein Unbekannter für sie und Cody, er wäre ein Arbeitskollege ihres Mannes. Jedoch konnte die Polizei noch am selben Tag ausschließen, dass dieser Tony der Verfasser der E-Mail war.
Und zum dritten war noch seltsam, dass Jordan über die Behauptung in der E-Mail “Ihr Mann sei tot” in keiner Weise erschüttert gewesen ist. Sie wirkte vollkommen ruhig und gefasst auf die Polizei. Andererseits muss man eben aber trotzdem an dieser Stelle immer wieder dazu sagen, dass Menschen in solchen Extremsituationen oftmals auch vollkommen unterschiedlich reagieren.
Zumal ja ohnehin ein Mensch war, der sein Herz nicht gerade auf der Zunge getragen und Gefühle und Emotionen nach außen nicht gezeigt hat. Trotzdem war die Polizei aufgrund dieser E-Mail weiterhin sehr skeptisch ihr gegenüber und auch wenn diese E-Mail an sich und die Art und Weise, wie sie verfasst war, ebenfalls seltsam gewesen ist.
Der unbekannte Absender Tony hat behauptet, Cody sei tot im Glishaer National Park gestürzt, weswegen man die Suche dort jetzt auch intensiv weiterführt. Und das nicht nur auf Seiten der Polizei und der Parkranger, auch die vielen Freiwilligen. Allen voran natürlich Cody Familie und seine Freunde machen sich auf im Park zu suchen, wobei Jordan diesmal ebenfalls dabei ist.
In mehreren Autos fährt man jetzt also am 11. Juli 2013 vier Tage nach Codies verschwinden aufgeteilt in Gruppen zum Nationalpark. Dabei ist Jordan zusammen mit ihrem jüngeren Bruder Michael und ihrer Freundin Henna im Auto. Und jetzt, kaum ist man im Park angekommen, passiert etwas erstaunliches, denn Jordan scheint bei der Suche nach ihrem Mann innerhalb dieses gigantisch großen Nationalparks trotzdem ganz genau zu wissen, wo sie nach ihm suchen soll.
Dazu fährt sie mit ihren Begleitern jetzt erst einmal die Going to the Sun Road entlang. eine lange schmale Straße, die auf den Parkplatz eines Aussichtspunkts führt, von dem aus man verschiedene Wanderwege einschlagen kann. Jordan behauptet, dass sie und Cody in der Vergangenheit oft zusammen hier waren und sie darum auch ganz genau hier nach ihm suchen will.
Gezielt steuert sie also den Parkplatz an und geht direkt die Steinmauer an der Klippe entlang, von woaus man nach unten in die Schlucht zieht und will auch schon direkt hinunterklettern, als sie allerdings noch im letzten Moment von ihrem Bruder Michael daran gehindert wird.
Es scheint also so zu sein, als würde Jordan eine genaue Vorstellung davon haben, wo sie Cody suchen und ihn auch finden kann. Allerdings ist der Abstieg hinunter in diese Schlucht über die Steinmauer auf den Felsen an sich schon äußerst gefährlich. Und was dazu kommt war, dass die Sonne auch langsam unterging, weswegen man die Suche für diesen Tag abgebrochen und am nächsten Tag wieder zurückgekommen ist.
Und Jordan macht am nächsten Tag im Prinzip genau an der Stelle weiter, an der sie tags zuvor aufgehört hat, nach Cody zu suchen. Mit absoluter Sicherheit steuert sie erneut wieder dieselbe Schlucht direkt an der Steinmauer am Aussichtspunkt an und noch ehe ihre Begleiter reagieren können, klettert sie diesmal auch ein Stück weiter die steilen Felsen nach unten, von woaus Jordan dann auf einmal laut ruft.
Da ist etwas. Ich glaube, ich sehe etwas. Da unten ist ein Körper. Und ganz genauso ist es auch. 60 m tief in der Schlucht liegt Cody Johnsons Körper mit dem Gesicht nach unten im flachen Wasser eines Bachs. Und während Jordans erst 16 Jahre alter Bruder Michael, der ihr nachgegangen und ebenfalls nach unten in die Schlucht geschaut hat, in Tränen ausbricht, als er Cody Körper dort unten liegen sieht, bleibt Jordan selbst absolut ruhig und gefasst, klettert wieder nach oben, geht zurück zum Parkplatz und von dort aus informiert man dann die
Parkranger, die Polizei und natürlich auch die anderen Freiwilligen. Freunde und Familie von Cody, die innerhalb des Parks zur gleichen Zeit an anderer Stelle nach ihm gesucht haben. Trotz der schwer zugänglichen Stelle am Grund der Schlucht kann noch am selben Abend von offizieller Seite aus bestätigt werden, dass es sich bei der Leiche um die von Cody Johnson handelt, unter anderem auch deswegen, weil man seinen Geldbeutel in seiner Hosentasche gefunden hat.
Die Bergung fand allerdings erst einen weiteren Tag später statt und auch die Spurensicherung ist jetzt vor Ort. Im Bachlauf entdeckt man einen einzelnen Turnschuh, der Cody gehört, sowie ein schwarzes Stück Stoff, das so aussieht, als sei es von einem Tuch abgerissen und dann möglicherweise zumindest sprechen, Größe und Form dafür als Augenbinde benutzt worden sein könnte.
Wegen des extrem steilen Geländes entschied man sich allerdings dazu, Cody’s Körper mit einem Helikopter zu transportieren und ihn dann noch am selben Tag in die Gerichtsmedizin zu überstellen. Cody Johnson starb, wie sich bei der Autopsie herausstellen wird, durch ein multiples stumpfes Trauma hervorgerufen durch den Sturz aus großer Höhe.
Man fand gleich mehrere schwere Verletzungen an seinem Körper, gebrochene Rippen, innere Blutungen und eine vollkommen zertrümmerte, rechte Augenhöhle, denn man hat rekonstruieren können, dass Cody anscheinend Kopf voraus in diese Schlucht gestürzt und dann auch mit dem Schädel unten in diesem Bachlauf aufgeschlagen ist.
Die Tatsache, dass er Tod aufgefunden wurde, noch dazu unter diesen Umständen ist, wie man sich vorstellen kann, für die vielen Menschen, die nach ihm gesucht haben, für seine Familie, für seine Freunde, vor allem aber natürlich für seine Mutter Sherry, der er besonders nahe stand, ein Schock. Nur eine Woche zuvor tanzt er noch auf seiner Hochzeit und jetzt ist dieser junge Mann, der so vielen Menschen so viel bedeutet hat, tot im Alter von gerade einmal 25 Jahren.
Und jeder möchte einfach nur wissen, wie es dazu überhaupt hat kommen können und wer für Codys Tod verantwortlich ist. Trotz der beeindruckenden Größe dieses Glacier National Park von 4100 Quadrkm, das entspricht im übrigen etwa der Größe der beiden Inseln Mallorca und Menorka zusammengenommen, war Jordan dazu in der Lage, genau die Schlucht anzusteuern, an deren Ende ihr Ehemann tot in einem Bach gelegen hat.
Zufall? Nein, das ist kein Zufall. Und es dauert jetzt auch nicht mehr lange. Da wird das ganze Ausmaß dessen, was mit Cody Johnson am Abend seines Verschwindens geschehen ist und wer für seinen Tod verantwortlich war, deutlich. Denn nachdem man Cody jetzt also todgefunden hat, meldet sich nur wenige Stunden später Jordans beste Freundin Kimberly Martinez, die unter anderem auch ihre Brautjungfer auf der Hochzeit gewesen ist bei der Polizei.
Und Kimberly hat den Ermittlern Interessantes zu berichten. Zuallerst einmal, dass Jordan Cody offenbar gar nicht heiraten wollte und dass sie ihr Kimberly in der Woche nach der Hochzeit mehrmals täglich Nachrichten geschrieben hat, die eindeutig gezeigt haben, wie unglücklich sie in ihrer Lage jetzt mit Cody als Ehemann Seite gewesen ist.
Jordan äußerte in diversen Textnachrichten, dass sie an allem zweifeln und sich innerlich leer und überfordert fühlt, dass sie direkt am Abend nach der Hochzeit einen totalen Zusammenbruch erlitten und das Gefühl gehabt hat, nicht mehr sie selbst zu sein. Vor allem aber sprach sie mit Kimberly über ihre panische Angst vor körperlicher Intimität und auch darüber, dass sie Cody in der Hochzeitsnacht belogen und ihm erzählt hat, sie hätte ihre Periode, um den Sex herumzukommen.
Immer wieder schrieb sie ihrer Freundin in den Tagen nach der Hochzeit, dass sie eigentlich glücklich sein sollte, dass sie das aber in keiner Weise ist und während Kimberly ihrer Freundin Jordan nach diesen ganzen Nachrichten, die ja durchaus extrem sind, in gewisser Weise dazu geraten hat, mit Cody über all das zu sprechen, darüber zu reden, wie sie sich fühlt, um das irgendwie klären zu können, hatte Jordan ganz genau davor offenbar Angst bzw.
Weise wollte das nicht tun, denn zum einen schrieb sie, dass sie Cody das Herz brechen würde, wenn sie über ihre Gefühle mit ihm spricht. Und zum anderen hat sie Kimberly gegenüber auch behauptet, dass als sie es versucht hat mit Cody zu sprechen, er sehr wütend wurde und auch auf sie losgegangen sein soll. Wobei man an dieser Stelle klar festhalten muss, dass das allein Jordans Behauptung ist, denn niemand hatte Cody in der Vergangenheit jemals gewalttätig erlebt. Ganz im Gegenteil.
Das heißt nicht, dass es nicht trotzdem so gewesen sein kann. Es heißt eben nur, dass es dafür, abgesehen von Jordans Behauptung gegenüber ihrer Freundin Kimberly keinerlei Anhaltspunkte gibt. Jedoch am 7. Juli 2013, also an dem Sonntag, an dem Cody abends spurlos verschwunden ist und auch das erzählt Kimberly jetzt in ihrem Gespräch den Ermittlern, bekam sie von Jordan noch eine letzte Nachricht und in dieser Nachricht schrieb sie: “Ich werde heute Abend mit ihm über alles sprechen, aber im Ernst, wenn du nichts mehr von mir hören solltest, dann
ist etwas passiert.” Und ja, wie wir wissen, es ist ja auch etwas passiert. Irgendwie ist Cody Johnson genau an diesem Abend in den Nationalpark gekommen und dort 60 m tief in eine Schlucht gestürzt. Zu all den Informationen, die Polizei also jetzt durch Jordans beste Freundin Kimberly Martinez erhalten hat, kommt aber jetzt noch etwas anderes, das eindeutig zeigt, dass Jordan versucht hat, die Ermittler bewusst zu täuschen.
Die IP-Adresse, von der die ominöse E-Mail ausversendet wurde, gehörte nämlich nicht etwa zu einem Tony. Stattdessen zeigen die Daten von Google, die die Ermittler über einen gerichtlichen Beschluss angefordert haben, dass die E-Mail am 10. Juli 2013 3 Tage nach Codies verschwinden, um 5 Uhr morgens am Computer im Haus von Jordans Eltern verfasst wurde, wo sie sich nachweislich in dieser Nacht aufgehalten hat.
Das sind aber nicht die einzigen Ergebnisse, die die Ermittler jetzt von der Computerforenzik zurückerhalten. Man hatte schon einige Tage zuvor sowohl Jordans als auch Codies Handy zur Überprüfung an die Forensik weitergegeben, um die Mobilfunkdaten der Telefone zu checken. Und dabei stellte sich heraus, dass sich beide Handys, sowohl das von Jordan als auch das von Cody am Abend seines Verschwindens dem 7.
Juli 2013 in den Funkmasten eingeloggt haben, der deutlich gezeigt hat, dass sich die beiden zusammen im Nationalpark aufgehalten haben müssen. Das bedeutet also, dass Jordan nicht etwa, wie sie behauptet hat, zu Hause zurückblieb, als Cody am Sonntagabend das Haus verlassen hat, sondern dass sie mit ihm zusammen war und dass beide definitiv im Gebiet des Nationalparks gewesen sind.
Und die Mobilfunkdaten sind auch nicht der einzige Beweis, den man dafür hat, denn an der Einfahrt des Parks gibt es eine Kamera, die um 21:17 Uhr aufgezeichnet hat, wie Jordans Wagen am Abend des 7. Juli in den Park hinein und später wieder hinausfuhr. Und auch wenn man die Gesichter der Personen im Auto auf den Videoaufnahmen nicht eindeutig erkennen konnte, so war offenbar trotzdem auszumachen, dass sich in Jordanswagen beim hineinfahren in den Park eine männliche und eine weibliche Person befand. Beim Verlassen eine Stunde
später dann aber nur noch eine weibliche Silhouette hinterm Steuer zu sehen war. Am 16. Juli 2013 wird Jordan erneut aufs Polizeirevier eingbestellt und dort mit allen Indizien und Beweisen, die man inzwischen zusammengesammelt hat, konfrontiert. Und auch wenn sie zunächst wohl erneut versucht hat, Codys angebliche Freunde aus der Autoszene wieder mit ins Spiel zu bringen und weiterhin bei der Version geblieben ist, er sei am Abend abgeholt worden und darüber hinaus auch behauptet, dass sie die Leiche ihres Mannes im Park nur so
schnell finden konnte, weil Gott ihr den Weg zu dieser Stelle gezeigt hat. Die starken Indizien und Beweise sprechen, zumindest ist das meine Vermutung an dieser Stelle eher dafür, dass Gott, wenn überhaupt an der Seite der Polizei gestanden hat. Denn Jordan hat nicht nur über den Abend von Codys Verschwinden gelogen, sondern in den Tagen danach auch bewusst versucht, die Polizei Stichwort E-Mail auf eine falsche Pferde zu führen.
Darüber hinaus gab es eindeutige Beweise, dass sie am Abend des 7. Juli mit Cody zusammen im Nationalpark war, jedoch diesen später alleine wieder verlassen hat, was sowohl die Auswertung der Mobilfunkdaten als auch die Auswertung der Kamera am Paringang bestätigt. Und dazu kommt eben noch, dass sie diejenige war, die in innerhalb kürzester Zeit in diesem gigantisch großen Gebiet ihren Mann aufgefunden hat.
Und nachdem Jordan sich jetzt also mit all dem Gebalt auf dem Polizeirevier konfrontiert zieht, bricht sie an einem bestimmten Punkt dann auch in Tränen aus und gibt zu über ihre erste Version, was angeblich am Sonntagabend passiert sein soll, gelogen zu haben. Und sie gibt auch zu, dass sie diejenige war, die diese ominöse E-Mail, die angeblich von einem Tony stammen soll, geschrieben zu haben.
Außerdem erklärt sich Jordan auch bereit, den Ermittlern jetzt die Wahrheit zu sagen, darüber, was am 7. Juli am Abend wirklich passiert sein soll zwischen ihr und Cody. Und Jordan berichtet, dass nachdem sie und ihr Mann vom Gottesdienst und nach dem Essen mit Freunden bei Wendys zurück nach Hause gekommen sind, die beiden miteinander gestritten haben.
Sie Jordan hätte versucht mit Cody über alles zu sprechen, ihm klarzumachen, wie unglücklich sie ist. Jedoch habe Cody darauf nicht gut reagiert und sei sehr wütend geworden. Allerdings hätten sich die Gemüter dann nach und nach ein wenig abgekühlt und beruhigt und sie und Cody hätten dann beschlossen, ihr Gespräch woanders fortzusetzen.
Sie haben darüber geredet, noch ein wenig mit dem Auto in der Gegend herumzufahren, einfach um ein bisschen runterzukommen, sich zu beruhigen und dann in Ruhe das Gespräch noch einmal aufzunehmen. Und sie haben dann die Entscheidung getroffen, zu einem Ort zu fahren, an dem sie in der Vergangenheit schon oft zusammen gewesen sind, nämlich hinauf zum Parkplatz im Gla.
Jordan sitzt also am Steuer ihres Wagens, Cody auf dem Beifahrersitz und man fährt los, was ja auch durch die Überwachungskamera am Eingang des Parks später so bestätigt werden konnte. Jordan berichtet weiter, dass Sie und Cody dann, als sie oben auf dem Parkplatz angekommen sind, ausstiegen und direkt hinunter zu den Felsen, also nahe an die Klippen spaziert sind, um ihr Gespräch dort an dieser Stelle fortzusetzen.
Doch stattdessen soll jetzt laut Jordan erneut ein Streit ausgebrochen sein, in dessen Verlauf Cody, der direkt an den Klippen gestanden haben soll, sie am Arm bzw. an ihrer Jacke festgehalten hat. Jordan hätte sich dann losgerissen, sich selbst verteidigt, wie sie angegeben hat, und nachdem sie sich von Cody losgerissen hat, hat sie ihn von sich weggeschupst, woraufhin er dann die Klippen hinunterstürzte.
Also nur, um das an dieser Stelle noch mal klar zu haben. Jordan behauptet, Cody hätte sie während eines jetzt erneut auflammenden zweiten Streits im Nationalpark an ihrer Jacke festgehalten, an ihrem Arm gepackt, woraufhin sie sich losgerissen und damit natürlich die Möglichkeit gehabt hätte, von ihm wegzugehen, zurück zum Auto zu laufen, mit dem Handy, dass sie nachweislich dabei hatte, jemanden zu kontaktieren.
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