EIN AUTO VOLLER BLUT … KEIN TÄTER … UND DER KAMPF um Gerechtigkeit … Der Fall Michelle Martinko … T
EIN AUTO VOLLER BLUT … KEIN TÄTER … UND DER KAMPF um Gerechtigkeit … Der Fall Michelle Martinko …

Hallo meine Lieben und willkommen zu diesem neuen Video. Ja, heute geht’s hier auf meinem Kanal schon wieder weiter mit True Crime und damit auch mit einem neuen Fall, den ich mir ausgesucht habe und über den ich euch gerne berichten möchte. Der 19. Dezember 1979 ist ein klarer kühler Winterabend in der Stadt Seda Rabbits im Osten des US-Bundesstaates Iowa.
Ein Abend, an dem die 18 Jahre alte Schülerin Michelle Martin einiges vorhat. Zunächst besucht sie nämlich das Weihnachtsbankett ihres Schulchors und im Anschluss daran fährt sie noch in das neu eröffnete Einkaufszentrum der Stadt zur Westdale Mall. Weihnachten steht nämlich praktisch vor der Tür und Michelle möchte noch einige Einkäufe erledigen.
Doch genau dort verliert sich dann ihre Spur. Michelles Eltern, die zu Hause auf ihre Rückkehr gewartet haben, machen sich immer größere Sorgen. Und als sie um 2 Uhr nachts immer noch nicht zu Hause ist, alarmieren Janet und Albert Martinko die Polizei. Und es dauert auch tatsächlich nicht lange.
Da findet man eine erste Spur zu Michelle, nämlich ihr Auto. Abgestellt auf dem Parkplatz der Westdale Mall. Doch was die Polizei jetzt in diesem Auto finden wird, wird nicht nur Michells Familie für immer verändern. Es wird eine ganze Stadt erschüttern und eine Ermittlung in Gang setzen, die trotz Hunderten von Hinweisen, Zeugenbefragungen und zahlreichen Verdächtigen fast vier Jahrzehntelang keine Antwort auf die wichtigste Frage von allen geben kann.
Wer war der Mann, der Michelle Martinko in jener Nacht überfiel und ihr mit unvorstellbar brutaler Gewalt das Leben genommen hat? Aber bevor wir dieser Frage auf den Grund gehen und damit auch in diesen hochkomplexen Fall vollständig einsteigen werden, habe ich erst einmal noch etwas anderes, etwas Positives für euch.
Schaut man sich einmal draußen in der Welt so um, dann stellt man doch eine Sache immer wieder fest. Die beste Designerin ist die Natur selbst. Und ganz genau das ist es, was die Produkte der Uhren und Schmuckmarke Holzkern so einzigartig macht. Denn wenn man Holzkern trägt, dann trägt man eben auch gleichzeitig immer ein Stück Natur an sich.
Denn dank der zurstellung verwendeten natürlichen Materialien wie Holz, Blätter oder Stein ist jedes einzelne Produkt, das ihr bei Holzkern findet, unverwechselbar. ein Unikat eben und dabei verbindet das Familienunternehmen aus Österreich traditionelles Handwerk mit einzigartigem Design und ich finde, das sieht man eben nicht nur, das spürt man auch.
Hochwertig verarbeitet, mit viel Liebe zum Detail sind die Holzkernuhren einfach etwas ganz besonderes. Ein großer Liebling von mir ist meine Costa de Soll. Seit ich diese Uhr hier habe, trage ich sie so gut wie jeden Tag. dieses helle Koholz und dazu das echte Tigerauge. Einfach ein toller Blick fangen.
Aber auch die Schmuckstücke und Accessoires von Holzkern sind in meinen Augen die perfekte Kombination aus Natürlichkeit und Stil. Elegant, vielseitig, kreativ gestaltet und dabei so angenehm zu tragen. Und das empfinde nur ich jedes Mal wieder so. Ich habe in der Vergangenheit schon viele Produkte von Holzkern zu besonderen Anlässen verschenkt.
Und das Feedback, was ich da zurückbekommen habe, war jedes Mal durchweg positiv. Holzkern produziert in kleinen Serien, weswegen es durchaus sein kann, dass Produkte auch schnell wieder ausverkauft sind, aber dadurch kann man sich der hohen Qualität sicher sein. Der Link, den ihr ganz oben unter diesem Video in der Infobox findet, bringt euch direkt zu Holzkern und mit meinem Code Party bekommt ihr 15% Rabatt auf alle Produkte im Sortiment.
die perfekte Gelegenheit, also einem lieben Menschen oder aber auch euch selbst eine besondere Freude zu machen. Schaut also gerne unter dieses Video in die Infobox und nutzt meinen Code Party für eure Bestellung bei Holzkern. Und jetzt zurück zum Video. Michelle Marie Martin kommt Anfang der 60er Jahre in Sida Rabbits, einer Stadt mit 120.
000 Einwohnern mitten im Lin County des US-Bundesstaates Iowa zur Welt und wurde nach ihrer Geburt am 6. Oktober 1961 von ihren Eltern Janet und Albert Matko stets als ihr kleines Wunder bezeichnet. Denn ganze 12 Jahre lang hatte das Paar nach der Geburt von Michelles älterer Schwester Janel versucht noch ein Kind zu bekommen.
Und als sie die Hoffnung genau darauf fast schon aufgegeben hatten, wurde Michels Mutter Janet im Alter von 44 Jahren dann doch noch einmal schwanger. Und als die beiden dann ihre zweite Tochter Michelle endlich in den Armen halten konnten, war sie eben für die Martinkos ihr kleines Wunder, oder? Wie es Janet später ausgedrückt hat, ein ganz besonderes Geschenk.
Michelle verlebt ihre Kindheit im Sida Rabbits der 60er Jahre, wo sie in einem stabilen und äußerst behüteten Umfeld im Haus ihrer Eltern aufwächst und sich mit den Jahren zu einer lebensfrohen, humorvollen und herzlichen jungen Frau entwickelt. Sie besucht die Ceda Rabbits Kennedy High School, wo sie von ihren Lehrern als überdurchschnittlich gute Schülerin beschrieben wurde, zuverlässig, engagiert und Michelle fiel vor allem durch ihre zahlreichen Aktivitäten positiv auf.
In der neunten Klasse z.B. ist sie Teil des Tanz und Majorettenchors, also einer Show und Tanztruppe, die Choreografien für Paraden und andere öffentliche Auftritte einstudiert und vorführt. Außerdem engagiert sich Michelle leidenschaftlich im Theater und sie singt im Kennedy Concert Core, also im Schulchor ihrer Highschool.
Und wenn man das jetzt alles so hört, Michelles Engagement, ihre Energie, vor allen Dingen ihre Präsenz im Schulalltag, dann könnte man ja annehmen, sie sei sehr beliebt gewesen, dass es ihr umgeben sehr wahrscheinlich von einem riesigen Freundeskreis, wenn man all diese Aktivitäten bedenkt, leicht gefall sein dürfte, Anschluss zu finden und Freundschaften zu schließen.
Allerdings hat sich das in Bezug auf Michelle Martin doch etwas anders dargestellt, denn Michelle war zweifels ohne ein wunderschönes junges Mädchen, sehr attraktiv, mit ihrem breiten Lächeln, ihrer Ausstrahlung, dazu ihr großes Interesse an Mode und den neuesten Trends, was vor allen Dingen den Jungs an ihrer Schule nicht verborgen geblieben ist, bei denen sie darum auch ganz besonders beliebt war.
Aber genau das führte offenbar dazu, dass Michelle gerade von anderen Mädchen und Mitschülerinnen immer wieder Neid und Missgunst erfahren hat. Und ehrlich gesagt, als ich an dieser Stelle in meiner Recherche angekommen war, habe ich dann auch mal kurz inne gehalten und versucht mir das vorzustellen.
Und ehrlich gesagt, das ist mir nicht schwer gefallen, denn ne Teenager in diesem Alter, dieses Tuscheln auf den Gängen, der eine oder andere neidische abwertende Blick, kleine Stichelein oder sogar ein vollständiges Ausgrenzen. Oft reicht das schon ein schönes neues Outfit, eine neue Frisur oder die Aufmerksamkeit eines ganz bestimmten Jungen und zack kochen die Rivalitäten hoch.
Ich glaube, das ist jetzt nicht ganz so schwer vorstellbar, gerade so in diesem Teenageralter in der Schule. Das hört man ja jetzt doch immer wieder. Allerdings, auch wenn es so etwas in der Art Michelle gegenüber immer wieder einmal gegeben haben soll, so ging sie selbst mit dieser Situation offenbar sehr gut um und sie hatte auch einige wirklich enge Freundinnen, mit denen sie neben der Schule gerne und viel Zeit verbracht hat.
Wie ich euch gerade schon gesagt habe, Michelle hatte großes Interesse an Mode und Design und sie hatte auch klare Vorstellungen, was ihre berufliche Zukunft betrifft und auch dabei spielte dieses Interesse wieder eine zentrale Rolle. Denn kreativ und zielstrebig wie sie war, hatte Michelle sich bereits jetzt in ihrem letzten Highschooljahr um ein Stipendium an der Iowa State University bemüht, um dann dort nach ihrem Abschluss Innenraum und Modedesign studieren zu können.
Michelle hatte also große Pläne, klare Vorstellungen, jetzt das College vor Augen und den festen Willen dort ganz bald ihren Traum vom Designstudium verwirklichen zu können. Und mit ihren 18 Jahren das Leben noch vor sich, hatte sie ja auch allen Grund dazu, sich auf ihre Zukunft zu freuen. Doch genau diese Zukunft sollte es für Michelle Martin nicht mehr geben, denn an einem scheinbar normalen Mittwochabend kurz vor Weihnachten wird sie auf unvorstellbar brutale Art und Weise getötet werden. Am frühen Abend des 19.
Dezember 1979 macht sich Michelle Martenko für ein gemeinsames Abendessen mit ihrem Schulchor zurecht. Da das Weihnachtspankett des Chors im Noblen Sheridon Hotel in der Innenstadt von Sida Rabbit stattfinden sollte, entschließt sich Michelle dazu, für diesen besonderen Anlass, ihr neues schwarzes Kleid anzuziehen.
Sie schlüpft also in ihr neues Kleid und in die dazu passenden hohen schwarzen Schuhe, zieht ihre kurze weißbraune Felljacke an, verabschiedet sich von ihren Eltern und los geht’s. Wichtig an dieser Stelle zu wissen ist, dass Michelle, als sie jetzt von zu Hause aufbricht, $em Geldbeutel mit dabei hatte. Und dafür gab es auch einen guten Grund, denn einige Tage zuvor hatte sich Michelle im Einkaufszentrum eine Winterjacke zurücklegen lassen und der Plan war diese Jacke nach dem Weihnachtsbankett noch abzuholen und zu bezahlen, weswegen sie die dafür
passende Summe die 180$ mit dabei gehabt hat. Aber bevor das jetzt alles passiert, kommt Michelle erst einmal gegen 17:30 Uhr am Sheridon Hotel an und verbringt gemeinsam mit Freunden ihres Schulcours einen schönen Abend. Man ist zusammen und hält sich gut und Michelle wirkte wohl sehr entspannt und ausgeglichen.
Gegen 19 Uhr neigt sich das Bankett im Sheridon Hotel jetzt aber langsam seinem Ende zu. Und bevor Michelle sich von allen verabschiedet, fragt sie noch eine ihrer engsten Freundinnen, ein junges Mädchen namens Jane Hanson, ob sie nicht Lust hat, noch mit ihr hinüber ins Einkaufszentrum zu fahren. Offenbar hatte Michelle bereits zuvor erwähnt, dass sie zur Westdale Mall fahren möchte nach dem Bankett, um dort ihre Winterjacke abzuholen.
Und jetzt fragt sie also Jane, ob sie nicht mitfahren möchte. Allerdings hatte Jane noch einige Hausaufgaben zu erledigen an diesem Abend für den nächsten Tag, weswegen sie nach dem Essen mit dem Chor sofort nach Hause wollte. Und so kommt es also, dass Michelle Martin sich jetzt alleine auf den Weg zur Westdale Mall macht, einem großen und vor allen Dingen brandneuen Einkaufszentrum im Südwesten der Stadt.
Am Parkplatz angekommen, stellt sie den dunkelgrünen Buck Electra, das Auto ihrer Eltern, mit dem sie an diesem Abend unterwegs gewesen ist, ab und betritt die Mall. Wie die Ermittlungen der Polizei ergeben haben, hat sich Michelle jetzt offenbar eine ganze Zeit lang im Einkaufszentrum aufgehalten, was mehrere Zeugen später auch bestätigen werden.
Darunter ein junger Mann namens Tracy Price, der Michelle bereits seit der Grundschule kannte. Er und einige seiner Freunde hatten ursprünglich an diesem Mittwochabend geplant ins Kino zu gehen, wollten aber die Zeit noch ein wenig totschlagen, bis der Film anfängt und sind deswegen auch noch im Einkaufszentrum herumgelaufen.
Und dabei haben sie eben auch Michelle gesehen und Tracy Price hat sich auch kurz mit ihr unterhalten. Wir wissen, dass Michelle ursprünglich vorhatte, in ein ganz bestimmtes Geschäft innerhalb dieser Westdale Mall zu gehen, um dort ihre Winterjacke zu bezahlen und abzuholen. Da man aber die dafür vorgesehenen 180$ später in ihrem Geldbeutel finden wird, muss man davon ausgehen, dass sich Michelle sehr wahrscheinlich spontan aus welchem Grund auch immer doch dazu entschieden hat, diese Jacke nicht zu kaufen. Stattdessen schlendert sie jetzt
durch mehrere andere Geschäfte innerhalb der Mall. Unter anderem wird sie in einem Schmuckladen gesehen. Vielleicht, zumindest wurde darüber später anscheinend spekuliert, sieht sie sich nach potenziellen Weihnachtsgeschenken um. Zum letzten Mal wird Michelle Martin gegen 20 Uhr von einem jungen Mann namens Curtis Thomas gesehen, als sie offenbar gerade dabei war, das Einkaufszentrum zu verlassen.
Curtis, der zusammen mit Michelle die Kennedy Highchool besucht hat, berichtete später, dass sie ihm noch zugewunken und ihm auch angelächelt hat, bevor sie dann weiter in Richtung Ausgang des Einkaufszentrums ging. Michelles Eltern Janet und Albert Mattinko wussten natürlich, dass ihre Tochter an diesem Abend unterwegs ist.
Sie hatten ihr dazu ja auch ihr eigenes Auto zur Verfügung gestellt und waren sich darüber im Plan, dass es möglicherweise auch etwas später werden könnte. Als Michelle jetzt aber um Mitternacht immer noch nicht wieder zu Hause ist, beginnt man sich doch langsam Sorgen zu machen. Und an dieser Stelle muss man sich auch wieder ins Gedächtnis rufen, wann wir uns eigentlich befinden mit diesem Fall.
Denn heutzutage könnte man eben schnell einfach mal anrufen, eine WhatsApp schreiben oder mit Hilfe der einen oder anderen App den genauen Standort eines Handys ermitteln. Ende der 70er Jahre. Jedoch stand all das schlichtweg nicht zur Verfügung. Und wie man sich vorstellen kann, werden Michels Eltern umso später es wird immer unruhiger.
Um 2 Uhr morgens von Michelle fehlt nach wie vor jede Spur. Da rufen die Martinkos jetzt die Polizei, woraufhin sich sowohl ihr Vater Albert als aber auch mehrere Streifenwagen des Sida Rabbits Police Department im Laufe der Nacht auf die Suche nach ihr und ihrem Auto machen. Und es dauert auch nicht lange. Da findet man eine erste Spur.
Denn in den frühen Morgenstunden des 20. Dezember, genauer gesagt um 4 Uhr morgens, entdecken Polizeibeamte den grünen Buck Electra abgestellt auf dem Parkplatz der Westdale Mall. Das Auto steht, so schien es auf den ersten Blick, verlassen in einer Ecke des Parkareals nahe dem Eingang zu JC Pennys.
Doch als die Beamten jetzt auf den Buck zugehen, machen sie eine schreckliche Entdeckung. Diez Jahre alte Michelle Mattoo liegt zusammengesunken auf der Beifahrerseite im Fahrzeuginneren. Die braune Felljacke, die sie an diesem Abend getragen hat, ist über und übervoll mit Blut. Blutige Fäden, die sich sehr wahrscheinlich während eines Kampfes aus der Jacke gelöst haben, sind überall im Wagen verteilt.
Blut auf Michells schwarzem Kleid, das sie an diesem Abend getragen hat. Blut auf dem Beifahrersitz. Blut an der Innenverkleidung des Buuxs, Blut am Armaturenbrett im Fußraum. Es ist ein Bild unvorstellbarer Gewalt und für Michelle Martin kommt jede Hilfe zu spät. Während man den Tatort auf dem Parkplatz jetzt weiträumig absperrt und sich die Spurensicherung am frühen Morgen des 20.
Dezember vor Ort an ihre Arbeit macht, wird Michels Leiche in die Gerichtsmedizin überstellt und die Autopsieergebnisse zeigen, dass sie auf brutalste Art und Weise ermordet wurde. Insgesamt 29 Stichverletzungen zugefügt mit einem spitzen Gegenstand. Sehr wahrscheinlich mit einem Messer lassen sich an ihrem Körper finden.
Die meisten davon in ihrem Gesicht, an ihrem Hals und auch im Brustbereich. Bei diesem massiven Angriff wurde unter anderem Michels Lunge und auch ihre Aorta, also ihre Hauptschlagader verletzt, wobei sie sich gegen diese Attacke heftig zur Wehr gesetzt haben muss, was ihre zahlreichen Abwehrverletzungen an Armen und Händen auch gezeigt haben.
Die Gerichtsmedizin schätzt den Todeszeitpunkt von Michelle auf 20 bis 22 Uhr am Abend des 19. Dezember, also kurz nachdem sie zuletzt lebend am Ausgang der Westdale Mall gesehen wurde. Das und die Tatsache, dass man ihr Auto nach wie vor abgestellt auf dem Parkplatz dieses Einkaufszentrums gefunden hat, deutet darauf hin, dass der Angriff auf Michelle auch genau auf diesem Parkplatz stattgefunden haben muss, bzw.
in ihrem Auto, denn darauf weisen die Spuren, die man im Wagen und auch um den Wagen herum gefunden bzw. nicht gefunden hat, auch hin, denn außerhalb des Fahrzeugs, also z.B. auf dem Asphalt oder anderswo am Tatort, konnte man kein Blut finden, dafür umso mehr im Wagen inneren. Außerdem hat man auch feststellen können, dass der Autoschlüssel bereits im Zündschloss gesteckt hat.
Das heißt, dass Michelle also im Auto war, als sie angegriffen wurde. Sie verlässt also das Einkaufszentrum und geht sehr wahrscheinlich direkt zu ihrem Auto, das in einer Ecke auf dem Parkareal abgestellt gewesen ist. Ob der Täter sie bereits im Einkaufszufszentrum beobachtet und ihr nach draußen gefolgt ist, muss offen bleiben, denn es könnte natürlich auch sein, dass er Michelle erst gesehen hat, als sie bereits zu ihrem Auto ging oder als sie bereits drin saß.
Aber die Tatsache, dass in ihrem Auto praktisch überall Blut gefunden wurde, außerhalb des Autos, jedoch keines, zeigt, dass der Angriff stattfand, als sie drin saß. Ein mögliches Szenario könnte also folgendes gewesen sein. Der Täter verfolgt Michelle zu ihrem Auto und wartet, bis sie eingestiegen ist. Dann nähert er sich dem Buck, reißt die Fahrertür auf, bedroht Michelle sehr wahrscheinlich mit einem Messer.
Sie rutscht vor Schreck von ihm weg hinüber auf den Beifahrersitz, wo man sie dann ja auch später gefunden hat. Der Täter Packtmichelle hindert sie so daran, auf der Beifahrerseite aus dem Buck zu flüchten. Sie wehrt sich heftig, woraufhin der Täter dann damit beginnt, auf sie einzustechen, insgesamt 29 mal. Die Tatwaffe, welche es auch immer gewesen sein mag, wurde weder im Auto noch irgendwo anders auf diesem Gelände des Parkplatzes gefunden, was dafür spricht, dass der Täter sie sehr wahrscheinlich nach dem Mord an Michelle mit sich genommen hat. Und die Tatsache,
dass man nirgendwo im Wageninneren, wie die Spurensicherung herausfinden wird, fremde Fingerabdrücke feststellen konnte, zeigt, dass der Täter sehr wahrscheinlich Handschuhe getragen hat und das wiederum bedeutet, dass er in gewisser Weise vorbereitet gewesen ist, so eine Tat zu begehen, denn er trug Handschuhe, um keine Fingerabdrücke zu hinterlassen und die Tatwaffe hat er auch wieder mitgenommen.
Jedoch was das Motiv für dieses unfassbare Verbrechen angeht, da tappt man auf Seiten der Ermittler jetzt zunächst im Dunkeln. Die Frage ist nämlich natürlich, kannte Michelle ihren Mörder? Ging es also direkt um sie oder hatte der Täter ein anderes Motiv? Michelles Lederhandtasche, die sie an diesem Abend mit dabei gehabt hat, wurde im Auto gefunden, genauso auch einige Einkäufe, die sie in der Mall gemacht hat.
In ihrer Ledertasche fand man auch ihr Portemonnaie mit den 180$. Das heißt, das Raub als Motiv schon einmal relativ unwahrscheinlich ist. Allerdings fand man bei der Autopsie auch keinerlei Anzeichen von sexuellen Missbrauch. Trotzdem die Art und Weise, wie Michelle Martin getötet wurde, die Vielzahl an Stichverletzungen und die darin zum Ausdruck kommende Gewalt ließ die Ermittler schon sehr früh auf ein persönliches Motiv des Täters schließen.
Und auch wenn man bei der Autopsie keine Anzeichen von Missbrauch feststellen konnte, kann nicht mit Sicherheit ausgeschlossen werden, dass es sich hier nicht um eine sexuell motivierte Tat gehandelt hat, dass der Täter jedoch sein Vorhaben diesbezüglich gar nicht erst in die Tat umsetzen konnte, weil Michelle sich so massiv gegen seinen Angriff zur Wehr gesetzt hat.
Das alles jedoch ist so kurz nach der Tat erst einmal reine Spekulation, denn trotz intensiv anlaufender Ermittlungen hat die Polizei eben kaum verwertbare Spuren, die direkt auf einen Täter oder auch auf dessen Motiv hinweisen könnten. Keine Fingerabdrücke, keine Tatwaffe, keine Zeugen. Und wobei ich dazu wieder auf das Jahr 1979 hinweisen möchte, indem wir uns gerade befinden, keine Möglichkeiten einer DNA-Analyse oder auch Videokameras rund um das Einkaufszentrum, die, wie es heutzutage sehr wahrscheinlich der Fall wäre,
ausgewertet und den Täter bei seiner Ankunft oder auch bei seiner Flucht möglicherweise hätten zeigen können. Doch auch wenn die Polizei keinen Zeugen finden konnte, der Michelle nach dem Verlassen der Westdale Mall draußen auf dem Parkplatz gesehen hat, so spricht man doch mit den Menschen, die sie innerhalb des Einkaufszentrums getroffen und dort auch mit ihr gesprochen haben am Abend des 19. Dezember.
Darunter auch Tracy Price und Curtis Thomas, die beiden jungen Männer, die mit Michelle gesprochen haben und die mit ihren Aussagen jetzt zumindest teilweise dabei helfen konnten, einen zeitlichen Ablauf zu rekonstruieren. Dabei galt aber vor allen Dingen Curtis Thomas, der sehr wahrscheinlich der letzte war, der Michelle noch gesehen hat, bevor sie die Westdale Mall verließ, durchaus als möglicher Verdächtiger.
Jedoch blieb Curtis in seinen Aussagen stets konstant und es ergaben sich auch sonst keine Hinweise darauf, dass er etwas mit dem Mord zu tun hatte. Der Mord an Michelle Martino. Die Art und Weise, wie sie getötet und dann später in ihrem Wagen auf diesem Parkplatz aufgefunden worden ist, hatte, wie man sich vorstellen kann, tiefgreifende Auswirkungen auf ihre Familie, die jetzt vier Tage später ihr erstes Weihnachten ohne ihre geliebte Tochter verbringen müssen.
Und auch die Bewohner der ansonsten so friedlichen Stadt Sida Rabbit sind fassungslos und verunsichert. Vor allen Dingen, weil derjenige, der Michelle das angetan hat, nach wie vor auf freiem Fuß ist. Doch die Ermittlungen gehen jetzt in den kommenden Wochen nach der Tat natürlich intensiv weiter und dabei sieht man sich, wie in solchen Fällen üblich, auch im direkten Umfeld von Michelle genau um.
Der Polizei kommt dabei zu Ohren, dass Michelle sich vor nicht allzu langer Zeit erst von ihrem Exfreund, den 19 Jahre alten Andy Seidel getrennt hat, mit dem sie etwas über zwei Jahre zusammen war und der über Michels Entscheidung sich von ihm zu trennen, alles andere als glücklich gewesen ist. Von Michelles Familie erfahren die Ermittler, dass Andy auch nach dem Ende der Beziehung offenbar weiterhin hartnäckig versucht hat, Michelle zurückzugewinnen, dass er immer wissen wollte, wo sie ist, mit wem sie was macht und dass er dabei ja, wie gesagt,
sehr hartnäckig war und Michelle einfach nicht in Ruhe lassen wollte. Das ist aber noch nicht alles. Es stellt sich darüber hinaus für die Ermittler jetzt auch heraus, dass Andy sich genau wie Michelle am Abend des 19. Dezember in der Westdale Mall in diesem Einkaufszentrum aufgehalten hat. Andy Seidel wird jetzt also zur Vernehmung aufs Polizeirevier einbestellt, denn er ist nicht nur Michelles Ex-Freund.
Die Tatsache, dass er mit der Trennung überhaupt nicht zurecht kam und sich jetzt auch noch am Tatabend in unmittelbarer Nähe des Tatorts aufgehalten hat, macht die nur zusätzlich verdächtig. Allerdings gibt Andy genau das in seiner Aussage bei der Polizei jetzt direkt zu. Er räumt ein am Abend des 19. Dezember in der Westdale Mall gewesen zu sein und er sagt auch, dass er Michelle getroffen und mit ihr gesprochen hat.
Andy sei dort gewesen, um noch einige Weihnachtsgeschenke zu kaufen und dabei ist er Michelle praktisch direkt über den Weg gelaufen. Die beiden hätten sich aber nur kurz unterhalten. Michelle habe vollkommen normal auf ihn gewirkt und Andy sagt auch, dass er danach direkt nach Hause gefahren ist. Ich hatte euch vorher schon gesagt, dass Michells Todeszeitpunkt von der Gerichtsmedizin zwischen 20 und 22 Uhr festgesetzt wurde.
Zu dieser Zeit war Andy Seidel laut seiner Mutter, die ihm ein Alibi gegeben hat, aber schon wieder zu Hause. Jedoch trotz dieses Alibe konnte man auf Seiten der Ermittler Andy Seidle nicht vollständig von der Liste der Verdächtigen streichen, denn selbstverständlich kann es sein, dass er wirklich um diese Uhrzeit bereits zu Hause gewesen ist.
Es ist aber auch genauso möglich, dass seine Mutter ihm ein Alibi gegeben hat, um ihn zu schützen. Andy Seidel wurde aber nicht nur von der Polizei verdächtigt. Sein Name tauchte im Zusammenhang mit der Tat immer wieder in der Presse auf und neben einem großen Teil der Öffentlichkeit und Michelles Namen Umfeld waren auch ihre Eltern davon überzeugt, dass er der Täter gewesen ist.
Doch wie gesagt, Andy hatte eben ein Alibi und es gab auch keine anderen direkten Hinweise, geschweige Beweise, dass er derjenige war, der Michelle zu ihrem Auto auf den Parkplatz hinaus gefolgt ist, sie angegriffen und dann getötet hat. Aber neben Andy Seidle gab es in den jetzt kommenden Monaten noch weitere Verdächtige, die von der Polizei auch befragt worden sind.
Darunter z.B. ein Mann, der im November 1979, also gerade mal einen Monat vor Michels Tod, eine junge Frau in Sida Rabbits mit einem Messer bedroht hat und auch ein weiterer Exfreund von Michelle, mit dem sie vor Andy Seid eine kurze Zeit lang zusammen gewesen ist. Jedoch auch hier, keinem dieser Männer, konnte man irgendetwas im Zusammenhang mit ihrer Ermordung nachweisen, als wäre die Tatsache, dass ihre 18 Jahre alte Tochter auf brutalste Art und Weise aus dem Leben gerissen wurde und es keinerlei Fortschritte nach der Suche
nach ihrem Mörder gibt nicht schon schlimm genug, wurden Michelles Eltern wohl darüber hinaus mit weiterer menschlicher Grausamkeit konfrontiert, denn anscheinend erhielten die Minko Kurs immer wieder anonyme Anrufe in dieser Zeit. Menschen, die sich am Telefon als Michelle ausgaben oder behaupteten ihr Mörder zu sein, nur um dann hönch zu lachen und aufzule in offiziellen Polizeiberichten fand sich zwar kein Hinweis auf derartige Anrufe, doch es soll Aussagen von Michelles Mutter Janet zu solchen Vorkommnissen gegeben haben.
Was mich persönlich, da ich so etwas in dieser Form nicht zum ersten Mal höre, leider nicht weiter überrascht hat, aber allein die Vorstellung, dass Eltern, die gerade das Schlimmste erlebt haben, was man sich überhaupt vorstellen kann, mit so etwas konfrontiert werden, ist trotzdem jedes Mal wieder unfassbar für mich.
Und das, obwohl mir das wie gesagt nicht zum ersten Mal begegnet. Ich habe in der Vergangenheit das schon bei einigen Fällen erlebt. Vor allen Dingen auch bei vermissten Fällen. Z.B. Wenn ein Kind vermisst wird, gibt es ja auch immer mal wieder anonyme Anrufe, wo Leute dann behaupten, das Kind da und da gesehen zu haben oder wo Leute behaupten, sie würden wissen, wer das Kind entführt hat und da wirklich auch konkrete Angaben machen, die sich dann allesamt später in Luft auflösen und die die Hoffnung von Familien und Angehörigen absolut
zerstören und die Ressourcen der Polizei aufs übelste missbrauchen. Und wie gesagt, ich rege mich darüber immer wieder auf, weil es für mich unfassbar ist, dass ein Mensch zu so etwas in der Lage ist, wenn so etwas passiert, wenn jemand umgebracht wird, wenn ein Kind verschwindet, wenn ein Mensch verschwindet, dass man dann zum Telefon greift und einfach irgendeinen Mist erzählt, von dem man selber weiß, dass er nicht wahr ist und dabei dann die Familie noch weiter ins Unglück stürzt.
Ressourcen der Polizei vergeudet. Mir geht es einfach nicht ein, was für ein Mensch man sein muss, dass man so etwas tut. Und wie gesagt, Janet Martinko hat über solche Vorkommnisse berichtet und das ist einfach nur schrecklich. Der Druck auf die Polizei, den Mord an Michelle Martin aufzuklären, war immens, weswegen man dann auch mit der Zeit hier und da durchaus unkonventionelle Wege eingeschlagen hat.
So z.B. sprach man mit Hellsehern oder selbsternannten Medien, aber weder das noch die inzwischen ausgesetzte Belohnung von 10.000$ für Hinweise, die zur Ergreifung des Täters führen, brachten die Ermittlungen weiter. Der Fall wird kälter und kälter und Ende 1980, ein Jahr nach Michels Tod, nimmt die Ermittlungsaktivität dann spürbar ab.
Denn ohne weitere vielversprechende neue Ansatzpunkte, Hinweise, Zeugen oder Erkenntnisse, was den Täter angeht, hat man einfach nichts, womit man jetzt konkret weitermachen könnte. Und die Tatsache, dass dieser Mord nicht aufgeklärt werden kann, verändert in gewisser Weise auch das Sicherheitsgefühl einer ganzen Generation von jungen Frauen in der Stadt sieder Rabbits.
Man wurde vorsichtiger, unsicherer und misstrauischer. Es war einfach eine beängstigende Zeit. Vorher waren wir alle so unabhängig und auf einmal mussten wir uns vom Sicherheitspersonal zu unseren Autos begleiten lassen. So z.B. Michels beste Freundin Jane Hansen. Vor allen Dingen aber hatte Michels Tod Auswirkungen auf ihre Familie.
Janet Martin zog sich nach dem Mord an ihrer jüngsten Tochter weitgehend aus der Öffentlichkeit zurück. Sie wollte das Haus überhaupt nicht mehr verlassen und vermiet sogar alltägliche Erledigungen wie den Gang zum Supermarkt. Michelles ältere Schwester Janel sagte später einmal, dass ihre Mutter ein sehr gefühlvoller Mensch gewesen ist und dass Michels gewaltsamer Tod sie vollkommen zerstört hat.
Albert Martinko hingegen reagierte auf all das mit Zorn und einem geradezu besessenen Drang, den Mörder seiner Tochter doch noch zur Rechenschaft zu ziehen. Beide Elternteile jedoch litt zunehmend an gesundheitlichen Problemen, die sich zweifellos durch den Stress und auch durch den Kummer, dem sie täglich ausgesetzt gewesen sind, verstärkt haben.
Albert Martino verstarb 1995, seine Frau Janet 3 Jahre später, 1998, ohne dass beide jemals erfahren haben, wer ihre Tochter getötet hat. Jedoch waren beide offenbar bis zum Schluss nach wie vor davon überzeugt, dass Michelles Ex-Freund Andy Seidel für den Mord verantwortlich war. Im Jahr 2006, 27 Jahre nach der Tat nimmt sich Detective Duck Larison, ein Ermittler des Sida Rabbits Police Department, zuständig für die sogenannten Cold Case Fälle, die Akten dieses ungelösten Mordfalls noch einmal vor.
Und bei der Sichtung dieser Akten stößt Detective Larison auf etwas Interessantes an Michels schwarzem Kleid, dass sie am Abend ihres Todes am 19. Dezember 1979 getragen hat, konnte, wie ich euch vorher im Video schon gesagt habe, genauso wie auch an ihrer Jacke und im Prinzip auch sonst überall im Wagen ihr Blut gefunden werden.
Bei einer jetzt durchgeführten Analyse der Blutflecken auf Michels Kleid jedoch, das nach wie vor in der Aerwatenkammer als Beweisstück aufbewahrt wurde, stellt man nun fast drei Jahrzehnte später mit Hilfe von modernen Untersuchungsmethoden fest, dass sich neben ihrem eigenen Blut auch das einer bisher unbekannten männlichen Person befindet.
Eine nahelegende Theorie hierzu ist, dass Michels Mörder sich beim Angriff auf sie selbst vielleicht auch mit dem Messer verletzt hat und dass dadurch eben auch sein Blut auf ihr Kleid gelangt sein könnte. Diese gefundene Spur eröffnet an diesem Punkt jetzt natürlich ganz neue Möglichkeiten, weswegen man sie auch direkt an das staatlich kriminaltechnische Labor weitergibt, um eine DNA-Analyse des Blutes durchführen zu lassen.
Und ganz genau das gelingt jetzt auch. Aus dem sichergestellten Blutfleck kann DNA extrahiert werden. Das heißt, ein genetischer Fingerabdruck des Täters liegt somit vor. Und dieser wird jetzt natürlich auch in die nationale Datenbank Codes eingespeist in der Hoffnung einen Treffer zu landen. Denn falls derjenige, der sein Blut auf Michells Kleid hinterlassen hat, in den zurückliegenden 27 Jahren andere Straftaten beging und seine DNA abgeben musste, würde man eine Übereinstimmung in Codes finden.
Und das wäre tatsächlich ein Erfolg auf ganzer Linie für Dark Larrison und sein Team, die nach so vielen Jahren endlich dafür sorgen wollen, dass Michells Mörder zur Rechenschaft gezogen wird. Doch leider folgt kurze Zeit später auch schon die Ernüchterung. Nach einem Abgleich in der Datenbank findet sich kein Treffer.
Doch trotz dieses Rückschlags gibt das gefundene genetische Profil des Täters den Ermittlungen jetzt neun auffind. Denn auch wenn man in Codes keine Übereinstimmung finden konnte, so ist es mit der gewonnenen DNA sehr wohl möglich, Abgleiche durchzuführen mit den Personen, die bereits 1979 auf der Liste der Verdächtigen gewesen sind.
Freiwillig oder auch mit richterlicher Anordnung werden jetzt also Speichelproben entnommen, unter anderem von den Männern, die bereits damals als potenziell Verdächtige galten, um sie dann mit dem Täterprofil vergleichen zu können. Darunter ehemalige Mitschüler von Michelle, Bekannte oder auch Personen, mit denen die Polizei 1979 und auch später schon gesprochen hat und die sich am Tattag am Abend in der Nähe dieses Parkplatzes aufgehalten haben. Darunter ist z.B.
auch Michelles Ex-Freund Andy Seidel, der ja vor allen Dingen für ihre Eltern stets der Hauptverdächtige geblieben ist. Allerdings kann sowohl er als auch die anderen getesteten Personen als Täter ausgeschlossen werden. Andy Sidel DNA passt nicht zu der auf Michells Kleid. Fast drei Jahrzehnte lang musste er damit leben, eines so brutalen Verbrechens verdächtig zu werden.
Jetzt ist er endlich entlastet. Er hat Michelle Minko nicht umgebracht. Viele Vormalsverdächtige konnten also aufgrund dieses DNA Abgleichs entlastet werden. Aber der entscheidende Treffer war erneut nicht dabei und so vergeht jetzt wieder viel viel Zeit und der unbekannte Mörder von Michelle Martinko scheint sprichwörtlich kein Gesicht zu haben, bis er dann eines bekommt.
Und das Zauberwort hierbei lautet DNA, Phenotypisung. Wir leben in einer Zeit und ich finde, das wird in einem Fall, wie es dieser einer ist, wieder einmal überdeutlich klar, in der die Forenzik wirklich über erstaunliche Möglichkeiten verfügt. Mit modernen Methoden lässt sich aus einer DNA Spur heute nämlich nicht mehr nur ein genetischer Fingerabdruck erstellen, mit dem man dann eine Person identifizieren kann.
Aus dem Erbgut lassen sich inzwischen auch bestimmte äußerliche Merkmale ableiten. Hinter der sogenannten DNA Phenotypisung steht die Auswertung von S&PS, also kleinen unterschieden im Erbgut, die mit Merkmalen wie Haar und Augenfarbe oder Hautpigmentierung in Verbindung stehen. Und aus diesen genetischen Signalen werden dann Wahrscheinlichkeiten berechnet.
Die Ermittlern helfen ein grobes Bild vom möglichen Aussehen einer Person, die bis jetzt unbekannt war, zu gewinnen. Und auch wenn solche Vorsagen natürlich nur Hinweise und keine Beweise sind, so sind es am Ende trotzdem diese Werkzeuge, die völlig neue Ermittlungsansätze liefern können. Und genauso war es auch im Fall von Michelle Martino.
Im Jahr 2017 wenden sich die Ermittler in Seda Rabbits jetzt an die Firma Parabone Nanolabs, um deren Snapshot DNA Phenotyping Service zu nutzen mit dem Ziel, Rückschlüsse auf das Aussehen von Michels Mörder ziehen zu können. Dabei entstehen computer generierte Portraitbilder des möglichen Täters, wie er 1979 aber auch Jahre später ausgesehen haben könnte.
Das DNA basierte Bild zeigt einen Mann mit heller Hautfarbe, blonden Haaren, blauen oder grünen Augen, der 1999 ca. 25 Jahre alt gewesen sein dürfte. Und nach der Veröffentlichung dieser neuen Bilder gehen auch direkt wieder über 100 neue Hinweise aus der Bevölkerung ein. Doch damit war man ja jetzt noch lange nicht am Ende, denn Ende 2018 greift man im Sida Rabbits Police Department auf eine weitere neue Methode der Verbrechensaufklärung zurück.
Inspiriert durch den Fall des Golden State Killers Joseph de Angelo, der Anfang 2018 mit Hilfe von öffentlich zugänglichen Ahnenforschungsdatenbanken überführt werden konnte, übergibt das Sida Rabbits Police Department jetzt unter der Leitung von Detective Matt Denlinger das vorhandene DNA Profil von Michels mutmaßliche Mörder an die Firma GED Match.
Und tatsächlich das in die Datenbank für Ahnenforschung eingespeiste Material ergibt einen Treffer. Zwar nicht unmittelbar auf den Täter, jedoch auf eine verwandte Person. Von dieser Frau ausgehend rekonstruiert man jetzt einen Stammbaum, der gleich mehrere Generationen umfasst, bis man schließlich auf eine konkrete Verwandtschaftsgruppe stößt, aus der sehr wahrscheinlich auch der Täter stammt.
Drei männliche Personen in der richtigen Altersklasse, drei Brüder, wie sich bei weiteren Ermittlungen herausstellt, die allamt in der Kleinstadt Manchester 75 km nördlich von Sida Rabbits aufgewachsen sind. Und jetzt dauert es auch nicht mehr lange. Da liegen die Namen dieser drei Brüder, den Ermittlern vor. Doch um herauszufinden, von wem jetzt genau die gefundene DNA Spur auf Michels Kleid passt, ist natürlich ein Abgleich notwendig.
Keiner der drei Brüder ist vorbestraft, weswegen die Ermittler jetzt auf anderen Wegen an die jeweilige DNA herankommen müssen. Es wird also heimlich beobachtet, observiert und auf eine passende Gelegenheit gewartet, an alle drei DNA Proben dieser Brüder heranzukommen. Am 29. Oktober 2018 betritt einer der Brüder, der zu diesem Zeitpunkt 64 Jahre alte Jerry Lynburnns ein Fastfood Lokal in Manchester.
Was er nicht weiß. Während der seine Pizza ist und dazu ein Getränk aus einem Plastikbecher mit einem Strohhalm trinkt, sitzt nur einige Tische weiter ein verdeckter Ermittler, der sobald Jerry aufgestanden, sein Essen und auch seinen Plastikbecher in den Müll geworfen und gegangen ist, den Strohhalm aus dem Becher an sich nimmt und den darin vorhandenen Speichel mit dem Martin Teterpil vergleicht.
Die Analyse zeigt ein eindeutiges Ergebnis. Während Jerry’s Brüder Kenneth und Donald, deren DNA ebenfalls verglichen wurde, als Täter ausgeschlossen werden konnten, gab es eine vollständige Übereinstimmung mit der DNA von Jerry Burns. Am 19. Dezember 2018, also am Tag genau 39 Jahre nach Michelle Martinkos Ermordung, sucht der leitende Ermittler Matt Denlinger Jerry Burns an seinem Arbeitsplatz in Manchester auf.
Vor wird dieser jetzt also mit Fragen in Bezug auf die Tat konfrontiert, ohne allerdings zunächst preis zu geben, dass man seine DNA an Michells Kleidung und im übrigen auch in ihrem Wagen genauer gesagt in einer Spur am Schalthebel des Bucks gefunden hat. Cherry Burns gibt zwar an, durchaus schon einmal von Michelle Martin und ihrer Ermordung gehört zu haben, schließlich sei der Fall damals überall bekannt und auch später regelmäßig immer wieder in den Medien aufgetaucht, doch mehr wisse er darüber nicht.
Cherry Burns bleibt also zunächst recht gelassen. Als man ihm aber dann eröffnet, dass er als Verdächtig gilt, behart Cherry darauf Michelle nicht gekannt, sie nicht getötet zu haben und er sagt auch, dass er nie zuvor in seinem Leben auf dem Parkplatz an der Westdale Mall gewesen ist. Doch wie gesagt, die DNA Spur besagt das Gegenteil, weswegen man Jerry Burns auch noch am gleichen Tag festnimmt und ihn dann wegen Mord des ersten Grades anklagt.
Bereits im Vorfeld zu diesem jetzt anstehenden Gerichtsprozess gegen Jerry Burns gab es offenbar massive Auseinandersetzungen zwischen der Staatsanwaltschaft und der Verteidigung. Dabei ging es wohl zum einen um den Verhandlungsort, aber auch um den Zeitpunkt, also das Datum, wann dieser Gerichtsprozess stattfinden soll.
Vor allen Dingen aber hatte die Verteidigung die DNA Beweise in den Mittelpunkt gestellt, denn man wollte verhindern, dass die Staatsanwaltschaft über diese DNA Beweise vor Gericht vor den Geschworenen überhaupt sprechen darf. Die Verteidigung hat nämlich argumentiert, dass das Einsammeln der DNA von Jerry Burns entsorgtem Strohhalm ohne dessen Wissen geschehen ist und dass das somit ein verfassungswidriger Eingriff in seine Privatsphäre war.
Also, das heißt, nachdem der Ermittler das weggeworfene Zeug wieder aus dem Mülleimer herausgeholt hat, während Jerry Burns schon längst zur Tür raus war, sei das nicht rechtens gewesen, ein verfassungswidriger Eingriff in die Privatsphäre. Was fällt einem auch ein, weggeworfene Sachen aus dem Mülleimer zu holen? Ich fand es ganz interessant, wie der Richter darauf reagiert hat, was dessen Argument war.
Und der Richter hat gesagt, dass ein weggeworfener Gegenstand als aufgegeben gilt. Das heißt also, in dem Moment, als Jerry seinen Strohhalm weggeworfen hat, hat er ihn aufgegeben. Er hat sich nicht mehr in seinem Besitz befunden. Er war nicht mehr der Eigentümer dieses Strohhalms und dementsprechend kann er auch nicht mit dem Schutz seiner Privatsphäre argumentieren.
Die Beweiserhebung, also das Präsentieren des DNA Beweises vor Gericht ist dementsprechend zugelassen. Der Einwand der Verteidigung wurde abgeschmettert. Wie ich finde, mit einer durchaus einleuchtenden und guten Begründung. Ein weiterer Beschwerdepunkt der Verteidigung im Vorfeld zum Prozess war allerdings die Auswertung von Jerry Burns Computer.
Dieser wurde von der Polizei nämlich genau unter die Lupe genommen, nachdem man Jerry verhaftet hat. Und sein Internetsuchverlauf hat gezeigt, dass Jerry in der Vergangenheit immer wieder Webseiten besucht hat, auf denen Gewalt gegen Frauen, insbesondere Gewalt gegen junge blonde Frauen dargestellt gewesen ist. Die Staatsanwaltschaft wollte diesen Suchverlauf, den Geschworenen auf gar keinen Fall vorenthalten im Prozess, weil das war das Argument, dieser extrem verstörende Inhalt, den Jerry Burnst da konsumiert hat, auf eine gewisse Neigung
und Fantasie des Angeklagten hindeuten könnten. Erst recht dann, wenn man eben bedenkt, wie Michelle Martin damals ermordet wurde. Die Verteidigung jedoch war der Ansicht, dass diese Funde auf Cherry Burns Computer aufgrund des großen zeitlichen Abstands von inzwischen 39 Jahren keinen direkten Bezug mehr zur Tat herstellen und dementsprechend auch als Beweismittel vor Gericht nicht zugelassen werden können.
Und in diesem Fall hat der Richter der Verteidigung auch recht gegeben. Das heißt also, die Staatsanwaltschaft durfte diesen Internetsuchverlauf von Jerry im Prozess vor den Geschworenen nicht erwähnen. Am 12. Februar 2020 beginnt dann jetzt aber im Scott County Courthouse in Devinboard die Gerichtsverhandlung und die Jury bestehend aus sieben Frauen und fünf Männern muss am Ende darüber entscheiden, ob sie Jerry Burns, der im übrigen natürlich auf nicht schuldig pläiert hat, für den Mord an Michelle Martinko verurteilen werden.
Die Staatsanwaltschaft stützt sich in dieser Verhandlung maßgeblich auf ihre DNA Beweise und stellt diese auch gleich zu Beginn in den Vordergrund. Cherry Burns genetisches Profil befand sich in Form eines Blutflex auf Michells schwarzem Kleid und auch am Schalthebel ihres Bucks. Außerdem werden mit Hilfe von Gerichtsmedizin und Ermittlern von damals, die zum großen Teil aber inzwischen in Pension sind, die Umstände der Tat von 1979 erneut dargestellt, wobei auch die Spurensicherung eine große Rolle gespielt hat. Aber auch die
neuen Beweise, die man in den letzten Jahren mit Hilfe moderner Methoden sammeln konnte, werden den Geschworenen präsentiert und es wird verdeutlicht, wie man dadurch die DNA Spuren von 79 Jerry Burns so viele Jahre später zuordnen konnte. Darüber hinaus saß für die Staatsanwaltschaft aber auch ein Mann namens Michael Allison im Zeugen stand, der sich in der Zeit, in der Jerry Burns in Untersuchungshaft gewesen ist, mit ihm eine Zelle geteilt hat.
Und Michael Allison berichtet, dass es genau dabei eines Tages zu einem bizarren Vorfall zwischen ihm und Jerry Burns gekommen sein soll. Denn während die beiden in ihrer Zelle Karten gespielt haben, hätte Jerry offenbar die ganze Zeit über beim Spielen verloren. Und irgendwann hat er dann zu Michael gesagt, dass wenn das hier so weitergeht, also wenn Michael die ganze Zeit gewinnt und er Cherry ununterbrochen verliert, dass er Michael dann wohl mit ins Einkaufszentrum nehmen müsste, was zumindest wohl in den Augen der
Staatsanwaltschaft eine klare Anspielung auf den Mord an Michelle und darüber hinaus auch eine kaltblütige Pralerei und Drohung dargestellt hat. Cherry Burns Verteidigung auf der anderen Seite, die in diesem gesamten Gerichtsprozess wohl nur einen einzigen Zeugen aufgerufen hat, nämlich einen unabhängigen forensischen Gutachter, macht jetzt im Prinzip genau das, was in einem Fall wie diesen eigentlich die einzig sinnvolle Strategie ist, nämlich die Beweisskette der Staatsanwaltschaft in Zweifel zu ziehen. Wobei ich trotzdem sagen muss,
dass ich an dieser Stelle in meiner Recherche angekommen war, ich ehrlich gesagt nicht fassen konnte, wie die Verteidigung vorgegangen ist. Denn das Argument war, dass Cherry Burns DNA auch durch eine Kontamination bzw. eine sekundäre Übertragung auf Michells Kleid und auch in ihr Auto gekommen sein könnte.
Und jetzt bitte alle an dieser Stelle einmal gut aufgepasst, denn es wird, zumindest ist das meine persönliche Meinung tatsächlich etwas abenteuerlich, denn die Verteidigung hatte kaum Spielraum, die starken DNA Beweise der Staatsanwaltschaft in Frage zu stellen, weswegen man jetzt also versucht die Tatsache, dass Cherry Burns DNA in Michelswagen und an ihrem Kleid gefunden wurde mit einem sekundären Transfer bzw.
Weise mit einem Berührungstransfer zwischen dem Warnentäter und Jerry Burns zu erklären. Also mit anderen Worten, zumindest ist es das, was ich daraus schließe. Jerry Burns begegnet irgendwann vor der Tat dem Warnmörder von Michelle Martinko. Bei dieser Berührung, die dann stattfindet zwischen Jerry und dem waren Täter, gelangt seine DNA auf Michels Mörder.
Und als dieser dann kurze Zeit später Michelle in ihrem Wagen umbringt, hinterlässt er Cherry Burns DNA im Wagen, auf Michels Kleid und auch am Schalthebel. Okay, meine Frage als geschworen wäre an dieser Stelle, wie es der wahre Mörder von Michelle eigentlich geschafft haben will, seine eigene DNA nirgendwo zu hinterlassen, aber es trotzdem geschafft hat, Cherry Burns DNA, die sich irgendwie auf ihm befunden hat, dort zu hinterlassen.
| Continue reading…. | ||
| Part 1 of 2Part 2 of 2 | Next » | |