Ein ganzes Dorf unter Verdacht… | Der Fall Sophie Toscan du Plantier T – Part 2
In Sky lassen ihn die Leute einfach in Ruhe. Wer bei ihm ein mieses Gefühl hat und das sind einige, macht einfach einen Bogen um ihn, bis ein Jahr nach seiner ersten Festnahme wieder alles von vornt. Am 27. Januar 1998 klicken abermals die Handschell. Ian Bailey wird wieder als Verdächtiger im Mordfall Sophie Toscan Dlantier festgenommen.
Das ist aufgrund der Rechtslage in Irland eine ziemlich große Sache, denn man darf eine Person wegen eines Verbrechens nur zweimal jeweils 12 Stunden lang vorübergehend in Gewahs nehmen. Eine dritte Chance gibt es nicht. Die Ermittlungsbehörden müssen bei diesem zweiten Versuch also entweder genug zusammen bekommen, um eine Anklage durchzubekommen oder ihn.
Bailey muss nach 12 Stunden wieder freigelassen und darf nicht noch einmal festgenommen werden. Die Familie von Sophie in Frankreich denkt deshalb, dass der ganze Spuk am Abend endlich ein Ende haben und ihn endgültig angeklagt wird. Aber das passiert nicht. Stattdessen verlässt ihn Bailey das Polizeirevier wieder als freier Mann.
Es gibt keine neuen Erkenntnisse und ihnen bestreitet weiterhin beharlich für den Mord an Sophie verantwortlich zu sein. Langsam aber sicher kommen die Ermittlung zum Erliegen. Es gibt für den Mord keine weiteren Verdächtigen, keine weiteren Spuren, keine neuen Erkenntnisse. Ironischerweise kommt erst wieder Bewegung in die Sache, als ihren Bailey selbst noch mal aktiv wird.
Er reicht nämlich 2003 eine Verläumnlungsklage gegen sieben britische und irische Zeitungen ein. Diese hätten ihn unrechtmäßig als den Mörder von Sophie geframed und damit seinen Ruf zerstört. Soweit so valide bei Ihnen Bailey hat offenbar nicht bedacht, dass zur Untersuchung dieser Sache vor Gericht noch mal aufgerollt werden muss, was denn überhaupt zu der Annahme geführt hat, dass er der Mörder sein könnte.
Sämtliche Zeugen, die ihn zuvor vor der Polizei belastet hatten, sagen jetzt also noch mal medienwirksam vor Gericht aus. Ein Kumpel von ihnen erzählt vor Gericht von dem Moment, in dem er Angst vor seinem eigentlich guten Bekannten ihn bekommen hat. Er sagt aus, dass ihr und Bailey, der von sich selbst in der zweiten Person sprach, ihm folgendes erzählt haben. Du hast es getan.
Du hast sie am Samstag im Spa gesehen. Du hast gesehen, wie sie mit ihrem knackigen Arsch den Gang runterlief. Du fandest sie scharf. Du bist hingegangen, um zu schauen, was da für dich zu holen ist. Sie ist schreiend davon gelaufen. Du bist hier hinterher gelaufen, um sie zu beruhigen. Du hast etwas in deinem Hinterkopf zum Leben erweckt.
Du bist zu weit gegangen. Du musstest sie erledigen. Diesem Kumpel soll ihn zu dem Mal erzählt haben, Sophie seit zweimal bei ihm und Jules zum Abendessen zu Besuch gewesen. Insgesamt soll Bailey sieben Leuten gegenüber angedeutet oder direkt gestanden haben, dass er Sophie ermordet habe.
Eine der wichtigsten Zeugen ist und bleibt Marie Ferell, die ihn auf der Kadderbrücke gesehen haben will. Sie ist immer bei dieser Aussage geblieben und sagt, sie sei zu% sicher, dass es ihn gewesen sei, den sie da gesehen habe. Dementsprechend hat sie auch keine Probleme, dieser Aussage im Zuge des Verläumnungsprozesses noch mal zu wiederholen.
Mit dieser Gelegenheit spricht sie auch darüber, dass Ihnen den letzten Jahren mehrfach versucht habe, sie dazu zu drängen, ihre Aussage gegen ihn zurückzuziehen. Sie sollte demnach zu ihs Anwalt gehen und sagen, die Polizei habe sie zu einer Falschaussage gezwungen, um Ihnen weiter zu belasten. Marie ist aber standhaft geblieben, auch wenn sie dadurch massive Angst vor ihnen bekommen hat, wie sie schildert.
Wenn Marie und ihn sich in Skull über den Weg liefen, habe er immer wieder Halsabschnitt Gesten gemacht oder sich die Finger wie eine Pistole in den Kopf gehabt und auch sonst kommen über ihn in Bailey ziemlich unvorteilhafte Dinge heraus. So etwa, dass es bei ihm und seiner Partnerin Jules häusliche Gewalt gegeben hat.
Einmal hat er sie wohl so heftig verletzt, dass sie beinahe ein Auge verloren hätte. Dazu hat er ihr die Hälfte ihres Haares herausgerissen. Ihre Lippe war so schlimm verletzt, dass sie mit acht Stichen genäht werden musste. Der Vater einer Freundin von Jules Tochter hat sie dann auf Bitten des Kindes ins Krankenhaus gefahren. Dieser Vorfall soll sich 1996 ereignet haben, etwa ein halbes Jahr vor der Ermordung von Sophie.
Aber auch darüber hinaus haben Nachbarn Jules wohl oft mit einem blauen Auge gesehen. Dazu gibt es auch einen Tagebucheintrag von ihn, in dem steht’s: “Mir wird übel, wenn ich meinen eigenen Bericht über die Ereignisse jener Nacht lese. Ich wollte sie wirklich umbringen.” In einem anderen Eintrag heißt es: “Es fällt mir schwer zu beschreiben, was aufgrund einer Flasche Whisky, zwei Pins Porter, zwei Pins Wein und Tikquila Slimon passiert ist.
” Ich habe Jules angegriffen und so hart geschlagen, dass sie sich im Krankenhaus behandeln lassen musste. Als ich wieder ins Haus kam, habe ich meinen Angriff wiederholt und ihr weitere Verletzung zugefügt. Ian Bailey sagt, er und Jules sein an jedem Abend 96 beide betrunken gewesen. Jules habe ihn dann angegriffen, woraufhin er sie zurückgeschupst habe.
Dabei habe sie sich so schwer verletzt. Er sagt, er müsste volle Verantwortung für diese Sache übernehmen, aber es würden ja schließlich immer zwei dazu gehören. Jedenfalls sind diese Erkenntnisse im Prozess der letzte Tropfen, der das fast zum Überlaufen bringt. Der Richter beschreibt ihn als gewalttätigen Mann und der Verläumnungsprozess wird zu seinem Nachteil entschieden.
Anstelle eines dicken Schadenersatzes auf dem Konto hat ihn Bailey nun mehr denn je den Stempel als mutmaßlicher Mörder auf der Stirn. Aber angeklagt wird er trotzdem nicht. Der Oberstaatsanwalt hält die Beweislage für eine Anklage unzureichend. Zudem se die Ermittlungsarbeiten der Polizei mangelhaft verlaufen und sei ihn Bailey gegenüber zu früh zuvor eingenommen gewesen.
Weiterhin weiß er mehrere der Aussagen zu den Geständnis von ihnen ab. Die Zeugen hätten sich zu spät gemeldet. Hätte Bailey ihn wirklich einen Mord gestanden, hätten sie nicht jeweils so lange damit gewartet, Behörden zu kontaktieren. Auch seine Vorgeschichte mit Geweih gegen Frauen sei ja nicht unüblich und damit kein Indiz dafür, dass er den Mord an Sophie begangen hat.
2007 gründet deshalb Sophis Großonkel das Bündnis zur Aufklärung des Mordes an Sophie Toscan D Plantier. Familienmitglieder, Freunde und Unterstützer treffen sich seither einmal monatlich, um zu beraten, was man tun kann, um Bewegung in den Fall zu bekommen. Den Glauben an die irischen Ermittlungsbehörden haben sie zu diesem Zeitpunkt längst aufgegeben.
Kein Wunder, immerhin ist der Mord an Sophie da schon 10 Jahre her. Daran, dass ihn Bailey Schuld ist, haben die Bündnismitglieder keinen Zweifel. auch weil sie neben den ganzen Zeugenaussoragen aus dem Prozess noch mehr Indizien sammeln können. Eine französische Freundin von Sophie erinnert sich nämlich an ein Telefonat mit der später ermordeten.
Sophie war nicht nur TV-Puzentin, sondern hat auch immer gern geschrieben. Die rauhe Natur von Wescock war dafür natürlich die perfekte Kulisse. Am Telefon soll Sophie ihrer Freundin erzählt haben, dass ein Mann aus dem Ort sie angesprochen habe. Er wollte sich mit ihr treffen, um über ein Poesieprojekt zu sprechen.

Klingt ja eigentlich ganz cool, aber Sophie soll gesagt haben, dass dieser Mann ihr irgendwie komisch vorgekommen sei. Sie habe ein ungutes Gefühl gehabt. Ian Bailey hat ja immer behauptet, Sophie nicht gekannt zu haben, aber das ist trotzdem ein weiterer großer Zufall, denn Ian Bailey ist passionierter Hobbydichter und hat vor seiner Berichterstattung zum Mord an Sophie viel über die Themen Poesie und Lyrik geschrieben.
Passend dazu sagt ein neuer irischer Zeuge, er habe ihn Bailey im September 95 auf einem Literaturfestival gesehen zusammen mit einer zierlichen blonden Frau. Später habe er diese Frau in Fernsehberichten, als die ein Jahr später ermordete Sophie wieder erkannt. Auch ein anderer französischer Freund von Sophie namens Gigira berichtet dem Bündnis etwas ähnliches.
Vor ihrer Abreise im Dezember 96 habe Sophie ihm gegenüber beiläufig erwähnt, dass sie sich mit einem Typen aus Skal treffen wolle, der als Autor arbeiten würde. Der Schriftsteller habe sich auf Geschichten über häusliche Gewalt spezialisiert. Sie hat auch seinen Namen genannt Owen. Owen Bailey aus Kork.
Und Owen ist natürlich die gelische angepasste Schreibweise des Namens I. Bailey hatte sich einen irischen Künstlernamen verpasst, nachdem er nach Kork übergesiedelt war und unter diesem Namen später auch Artikel zum Mord veröffentlicht. Passend zu dieser mutmaßlichen geplanten Verabredung meldet sich ein Tankstellenmitarbeiter, der sagt, er habe am 20.
Dezember eine Kunde mit einem Mietauto gehabt, die zu Sophis Beschreibung gepasst hätte. Neben ihrem Auto habe ein Mann gesessen, der ihn Bailey verdammt ähnlich gesehen habe. Ihr merkt schon, es gibt zahlreiche Indizien und Aussagen, die dafür sprechen, dass Ian Bailey mindestens nicht immer die Wahrheit gesagt hat. Die Angehörigen von Sophie sind sich ganz sicher, dass er ihr Mörder ist und sie wirklich umgebracht hat, um seine journalistische Karriere anzukurbeln.
Aber der feste Glaube daran reicht ihnen nicht. Sie wollen das Schwarz auf Weiß haben und im Bestfall natürlich, dass ihn eine gerechte Strafe bekommt. Und das macht das Bündnis wirklich professionell. Die Gruppe arbeitet sich ganz genau in die irischen und französischen Rechtssysteme ein, um herauszufinden, wie man ih Bailey zur Rechenschaft ziehen kann und das mit Erfolg.
2008 wird nämlich in Sophis Heimat in Frankreich offiziell ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Und vielleicht atmet ihr jetzt auf, lehnt euch zurück und denkt: “Na endlich, aber wir sind hier immer noch nicht am Ende. Die Zeugenaussage von Marie Ferell ist super wichtig für diesen Fall. Klar, ihn hat den Mord mehreren Leuten gegenüber gestanden, aber Marie ist die einzige, die ihn überhaupt in der Nacht vom 22.
auf den 23. Dezember außerhalb seines Hauses gesehen haben will. Seine Partnerin Jules hat nur gesagt, es könnte sein, dass er nachts noch mal draußen war. Sie wüsse es aber nicht. Ihn selbst sagte, er sei nachts in seinem kleinen Atelierhaus gewesen. Die Aussage von Marie ist das einzige, was ihn der Mordnacht außerhalb seines Hauses verurt.
Und gerade in so einem Fall, in dem es nur Indizien gibt, ist so etwas natürlich unverzichtbar. Marie ist sehr lange bei dieser Aussage geblieben. Im Verläumnungsprozess hat sie ja sogar gesagt, ihn haben sie unter Druck gesetzt, dass sie die Aussage zurückziehen soll, weil er sie bedroht habe. Ob das, was als nächstes passiert, genau daran liegt, darüber können wir nur mutmaßen.
Fakt ist, Marie Ferrell tritt öffentlich auf und sagt, ihre Aussagen seien mehr oder weniger bullshit gewesen und sie wolle sie zurückziehen. Die Polizei habe sie tatsächlich zu dieser Aussage gedrängt. Sie sei nie von ihnen Bailey eingeschächtert worden. Daraufhin versucht ihn Bailey vor Gericht noch mal sein Glück und verklagt 2015 direkt die irische Polizei.
Aber mal sind verschiedene Zeugin und Zeugen geladen, darunter auch Marie Ferell. Sie sagt ja nun ihre Aussage gegen ihn: “Biley sei Unsinn gewesen und sie sei von der irischen Polizei dazu gedrängt worden.” Aber wie eigentlich? Marie sagt, sie sei in der Nacht vom 22. auf den 23. Dezember 96 nicht allein unterwegs gewesen, sondern mit einem Mann.
Sie hatte Angst, dass die Polizei das Ganze als Affäre darstellen und der Eindruck entstehen würde, sie würde ihren Ehemann betrügen. Nur deshalb habe sie sich einverstanden erklärt zu behaupten, sie habe ihn gesehen, so wie die Polizei es von ihr verlangt habe. Aber wer der Mann gewesen sein soll, mit dem Marie draußen war, hat sie selbst nie gesagt.
Dazu wird sie auch im Zeugenstand befragt, doch sie weigert sich, seine Identität preis zu geben. Diese Angst von Marie, dass ihr jemand vielleicht an der Fähre anhängen wollte, erklärt er übrigens vielleicht auch, warum sie am Anfang als die anonyme Anruferin Fiona ihre Aussage gemacht hat. Dieser Teil der Aussage wirkt also trotz aller Widersprüche plausibel.
Doch wer nun ihr Begleiter gewesen ist, will Marie Pazu nicht Preis geben, bis sie schließlich doch mit einem Namen rausrückt. Allerdings lügt sie und das kann man ihr schnell nachweisen und damit verliert sie auch den letzten Funken Glaubwürdigkeit. Und für ihn in Bailey ist das ein Problem, denn in diesem Verfahren sollte Marie ihn ja eigentlich mit dem zurückziehen ihrer Aussage entlasten.
Stattdessen wird Marie Fay gar nichts mehr geglaubt. Auch nicht, dass sie Initiativ schon gelogen habe. Also verliert Ian Bailey auch diesen Prozess. Und auf der anderen Seite des Meeres in Frankreich hat das Bündnis zur Aufklärung des Mordes an Sophie Erfolg. Denn anders als für die irische Justiz reichen die Indizien gegen ihn Bailey, um ihn in Frankreich wegen des Mordes an Sophie anzuklagen, wenn auch in Absentia, also ohne seine Anwesenheit in Frankreich.
Auch wenn der Angeklagte nicht da ist, die Freunde und die Familie von Sophie sind es. Im Mai 2019 wird mehr als 22 Jahre nach dem Mord an Sophie endlich ein offizieller Strafprozess eingeleitet. 30 Zeuginnen und Zeugen sind geladen, von denen einige von der irischen Polizei gar nicht erst befragt wurden. Bei dem Prozess in Frankreich sind ihre Aussagen jedoch entscheidend, z.B.
die Angaben einer Frau, die die Weihnachtstage 96 bei Ihnen Bailey und seiner Partnerin Jules verbracht hat. Die junge Frau war eine Freundin der Tochter von Jules und über die Feiertage zu Besuch. Als sie duschen gehen wollte, fiel ihr ein Eimer im Badezimmer auf. Darin lag ein großer dunkler Mantel zum Einweichen.
Mir fiel die Sache auf, weil sie es komisch fand, dass man so einen schweren Mantel ausgerechnet bei diesen eisigen Temperaturen wäscht, wo er doch kaum trocknen könnte. Diese Aussage fügt sich zwischen die ersten Angaben von Marie ein, die ihn in einem langen Mantel auf der Brücke gesehen haben will und dem Umstand, dass die Ermittler in einer Feuerstelle in seinem Garten vermutliche Reste eines Mantels entdeckten.
Obwohl die Zeuge nur wenige Tage nach dem Mord mehrere Tage im Haus des Hauptverdächtigen verbrachte, wurde sie von der irischen Polizei nie als Zeugin geführt. Und das, obwohl ihre Beobachtung ja durchaus interessant sind, denn sie passen dazu, dass Bailey einen möglicherweise blutbefleckten Mantel einzuweichen versuchte.
ihn ein paar Tage später doch verbrannt. Ebenfalls sehr interessant ist die schriftliche Aussage eines Zeugen, der leider schon verstorben ist. Die französischen Ermittler haben die Aussage in den irischen Unterlagen zu dem Fall gefunden. Sie kommt von einem Mann, der in einem Fotolabor Westcock gearbeitet hat.
Im Mai 2000 sei ein Herr, den er später als ihn Bailey identifizierte, zu ihm gekommen. Bailey habe ihn gebeten, quasi unter der Ladentheke einen Film für ihn zu entwickeln. Der Mann ist auf das Angebot eingegangen und hat die Bilder dementsprechend gesehen und auf ihn etwas, das wie die Leiche einer Frau aussah, die vor einem Tor lag, das zu einem Hof führt.
Er identifizierte die Szene später im November 2000 gegenüber der Polizei als den Eingang zum Haus von Sophie. Das passt dazu, dass drei Journalisten verschiedener irischer Zeitung unabhängig voneinander gesagt haben, ihn habe ihn Fotos vom Tatort des Mordes zum Verkauf angeboten. Habe dazu explizit gesagt, die Bilder seien vom Morgen des Leichenfunds, obwohl er und Julia offiziell erst am frühen Nachmittag dort eingetroffen sind.
Und vor allem passt es zu einer Sache, die ihn einem der Zeugen angeblich gestanden haben soll, dass er den Mord an Sophie begangen habe, um seine Karriere als Journalist anzukugeln. Auf Basis der vielen Indizien kommt das Gericht in Frankreich zu einem eindeutigen Schluss. Ian Bailey ist des vorsätzlichen Mordes und der schweren Körperverletzung an Sophie Toscan Dlantier schuldig.
Bailey habe laut eines psychiatrischen Gutachens eine Persönlichkeit, die auf Narzissmus, psychischer Rigidität, Gewaltbereitschaft, Impulsivität und Egozentrik basiert mit einer geringen Frustrationstoleranz und einem starken Bedürfnis nach Anerkennung. Unter dem enthemmenden Einfluss von Alkohol neigte er dazu, gewalttätig zu werden.
Er wird inabsent ja zu einer Freiheitsstrafe von 25 Jahren verurteilt. Auch wenn ihr nicht zugegen ist und die Strafe folglich nicht anzutreten gedenkt, ist das Urteil für Sophis Freunde wahnsinnig wichtig. Sie dürfen ihn B nun offiziell den Mörder ihrer Mutter Tochter Frauenn und Freundin nennen.
Vor allem für Sophis Eltern, die inzwischen im hohen Alter sind, ist das Urteil entsend. Zudem hoffen sie natürlich, dass der verurteilte Mörder nun von ihr ausgeliefert wird, damit die Strafe vollstreckt werden kann. Denn infolge des Urteils wird ein europäischer Haftbefehl gegen Bailey erlassen. Ein Jahr bevor Ian Bailey in Frankreich in Absentia verurteilt wird, sorgt das irische Village Magazin für Aufsehen.
Die Journalistin Jammer Authority veröffentlicht ein Artikel mit der Überschrift: “Hat die Polizei Bailey ins Visier genommen, um Sophys Mörder zu schützen? Bei einem Fall, der solche Dimensionen annimmt, wie der von Sophie, ist es wohl wenig überraschend, dass es zu solchen Gerüchten und Spekulationen kommt.
Aber die Ausführung von Authority sind detailliert genug, als dass sie für einige Menschen tatsächlich plausibel klingt. Also schauen wir uns das Ganze mal an und lassen uns erzählen, wen die irische Polizei da angeblich schützen möchte. Eins vorweg, der Name des Mannes wird leider nicht genannt. Er ist nämlich inzwischen verstorben.
Der Einfachheitshalber nennen wir ihn für dieses Video einfach mal John. John Solot des Artikels ein hochrangiges Mitglied der Polizei und als berüchtigt gewalttätige Person und Sexualstraftäter bekannt gewesen sei. Zudem habe er immer wieder Affären, vor allem mit ausländischen Frauen gehabt. Er soll mehrfach Rinder und Schafe von Bauen aus der Gegend gestohlen haben, die geringfügige Vergehen begangen hatten und sie dann erpresst haben.
Und laut des Artikels des Village Magazine soll es schon früh Gerichte gegeben haben, John sei der Mörder von Sophie. Die örtliche Polizei habe sich deshalb so auf ihn Bailey als Täter versteift, weil John als hochrangiger Polizeibeamter geschützt werden sollte. Audority schreibt vor allem von einem neuen Zeugen, von dem anderen Orts noch nie die Rede war.
Ein Mann namens Martin soll ausgesagt haben, er sei am 23. Dezember 96 mit seinem Auto unterwegs gewesen, also nur wenige Stunden bevor der Mord an Sophie entdeckt wurde und die Region für immer verändert hat. Auf seinem Weg sei Martin um etwa 7:30 Uhr auch an der Straße vorbeigekommen, die zu Sophis Haus führt. In dem Moment sei ein blauer Ford mit Vollgas die Straße heruntergerast.
Martin habe schnell bremsen müssen, um ein Crash zu verhindern. Der Ford war so schnell unterwegs, dass er das Nummernschild nicht erfassen konnte. Er habe nur noch die Scheinwerfer gesehen. Das alles hat Martin ein Tag nach dem Leichenfund direkt der Polizei gemeldet. Danach sei aber nie etwas passiert.
Es hat auch nie einen Suchaufruf zu diesem Auto gegeben, obwohl es ja durchaus zu einer interessanten Zeit direkt in der Nähe des Tatorts war, wenn man Martins Aussage glauben schenken mag. Und ihr könnt es euch wahrscheinlich schon denken, dieser John, den Autority in ihrem Artikel als alternativen Täter präsentiert, fuhr wohl einen blauen fort.
Man sieht also zumindest, wo die Theorie herkommt. Weiß wird spekuliert, Sophie könnte eine Affäre mit John gehabt, ihm im Dezember 96 aber eine Abfuhr gegeben haben und das sei dann ein mögliches Motiv für Sophis Ermordung gewesen. Ein weiteres Argument für eine angebliche Verzuschung der Polizei sieht die Journalistin in dem Umstand, dass mehrere Akten zu dem Mordfall verschwunden sein sollen.
Mehrere Zeugenaussagen sein dennach verloren gegangen. Weiterhin fehlt etwas aus Sophis Haus. Authority schreibt von einem kleinen Beil. An anderer Stelle ist von einem Kaminhaken die Rede. Beides konnte von den Ermittlern laut Aktenlage nie ausfindig gemacht werden. Außerdem wurde wohl erst Monate nach dem Mord an Sophie eine ungeöffnete Weinflasche in der Nähe ihres Grundstücks gefunden.
Soll eine ziemlich teure französische Sorte gewesen sein, die damals zwischen 60 und 70 PF gekostet hätte. Keiner der örtlichen spirituosen Händler hätte sie im Sortiment, aber sie war in den Duty Free Shops am Flughafenen Korg erhältlich, wo Sophie am 20. Dezember ankam. Laut des Artikels sei diese Flasche ebenfalls im Beweisarsenal der Polizei verschwunden.
In einem anderen Artikel heißt es jedoch, die Flasche wurde zwar untersucht, aber es konnte nie herausgefunden werden, ob sie irgendwas mit Sophie oder ihrem Mörder zu tun gehabt hat. Weiterhin stellt Autority die Annahme der Mittler Sophie sei in der Nacht ermordet worden in Frag, denn laut der Autopsie waren ihre letzten Mageninhalte Obst und Nüsse.
Und die Journalistin Schlussfolger, das würde doch viel mehr nach einem Frühstück klingen als nach einem Abendbrot. So wäre es dann logisch, dass der blaue Ford um 7:30 Uhr vom Mörder gefahren worden sei, der Sophie nach dem Frühstück überrascht habe. Es ausgerechnet ihn Bailey verdächtigt wurde, wird in dem Artikel so erklärt. Als Ber im Gegensatz zu den übrigen irischen Medienvertretern war er jemand, den die Polizei nicht kontrollieren konnte und von Anfang an beleuchtete er den Fallen sein Berichten aus einer unabhängigen Perspektive. In seiner
Arbeit stellte er unangenehme Fragen zu DL komplexen Liebesleben und erkundigte sich, warum die Beamten in diesem Fall offenbar keine Fortschritte machten. Dies brachte die Gardi in Verlegenheit und verärgerte sie, da sie es gewohnt waren, die Medien und die Berichterstattung zu kontrollieren. Dies erklärt auch ihre Feindseligkeit ihm gegenüber und warum sie ihn möglicherweise zum Schweigen bringen wollten.
Weißen wird in dem Bericht der Vorwurf erhoben, habe einen Spitzel auf ihn Bailey angesetzt. Ein verurteilter krimineller und bekannter Drogenkonsument aus der Gegend, Martin Graham, sagt, die Polizei habe ihn gebeten, sich mit ihnen Bailey anzufreunden und ein Geständnis aus ihm herauszubekommen. Im Gegenzug habe die Polizei selbst ihm eine größere Menge Cannabis, Kartoffeln und Baggeldate zur Bestechung gegeben und angeboten ihm neue Klamotten zu kaufen.
Einer der Ermittler habe ihn auch zum Essen und Trinken im PAU eingeladen, um ihn zum Reden zu bringen. Die Polizei aber außerdem eine regelrechte PR-Kampagne gegen Bailey gestartet, um die Bevölkerung davon zu überzeugen, dass er brandgefährlich sei. Dass Sophis Familie von ihnen schuld überzeugt, sei ein Resultat dieser Propaganda.
Die Autorin geht sogar soweit die Beweise, mit denen Frankreich zum Zeitpunkt ihres Artikels die Anklage vorbereitet wird, als Fake abzutun. Es geht dann noch weiter mit diversen Korruptionsvorwürfen und Theorien, welcher Beamte, welchem anderen Beamten infolge der ganzen Sache zu welcher Beförderung verholfen habe und so weiter und so fort.
Ein Blick auf die Wikipediaseite der Verfasserin Jemmer Authority verrätt übrigens, dass sie als rechtsextreme Aktivistin und in diesem Fall noch viel interessanter als Verschwörungstheoretikerin bekannt ist. Sie wurde 2019 sogar permanent von YouTube gebannt, weil ihre hochgeladenen Videos Hates Speech beinhalteten. Selbst ihr Twitter Account wurde 2020 gesperrt.
Das Village Magazine hat sich später von Authority distanziert. Alles in allem ist der Ansatz, den Authority in diesem Artikel verspricht, nicht uninteressant. Aber sobald man den Artikel ein bisschen auseinandernt, fällt auf, dass wenig Substanz dahinter steckt. Obwohl sie selbst ankreidet, dass eine Dizenkette gegen Bailey fabriziert wurde, macht sie eigentlich genau dasselbe mit viel hätte, wäre könnte.
Und auch wenn Bailey in Irland nicht als Mörder von Sophie verurteilt wurde, in Frankreich hat das Gericht das entsprechende Urteil gefällt. Der europäische Haftbefehl gegen Ihnen Bailey wird nie vollstreckt. Die irischen Gerichte haben mehrere Anträge aus Frankreich, ihn Bailey auszuliefern abgelehnt.
Die Gesetze, unter denen Bailey in Frankreich verurteilt wurde, sind Niederland nicht gültig. Viele der Aussagen, die in Frankreich zu verurteilen geführt haben, werden nach irischem Recht hören sagen und somit vor Gericht nicht brauchbar. Solange Ian Bailey Irland also nicht verlässt, kann ihm niemand etwas anhaben.
Auch nach seiner Verurteilung in Frankreich lebt er weiter in Skull in seinem Haus mit kleinem Atelier. Obwohl in der Öffentlichkeit stets gesagt hat, er würde sich wünschen, dass er endlich in Irland wegen des Mordes angeklagt wird, damit er seine Unschuld beweisen kann, erkennt er das Urteil in Frankreich nicht an.
Dabei hätte er nach seiner Auslieferung nach Frankreich dort das Recht auf einen komplett neuen Prozess, den er sich nach eigenen Angaben ja so sehr wünscht. Sogar der französische Präsident Emmanuel Macron sagt bei einem Staatsbesuch in Irland 2021, man würde sich für einen neuen Prozess gegen den Verurteilten einsetzen, sollte nach Frankreich kommen, aber Bailey bleibt in Westcock.
2021 wird eine dreiteilige Netflix Doku zu dem Fall Sophie Toscan D Plantier produziert. Dabei kommen viele Beteiligte zuvor, sowohl Sophis Eltern, ihr Sohn und andere Familienmitglieder, als auch verschiedenste Leute aus Westcock und ihren Bailey selbst. Wenn ihr noch mal etwas tiefer in das ländliche Eland und die Geschichte der Leute vor Ort eintauchen wollt, schaut bei der Miniserie ruhig mal rein.
2022 hat IS damalige Partnerin Jules angekündigt, Netflix wegen dieser Doku verklagen zu wollen, auch wenn sie sich 2021 endgültig von Bailey getrennt habe. Man habe sie zu Unrecht als Komplizen eines Mörders dargestellt. Noch dazu habe sie keinerlei Zweifel, dass er nichts mit dem Mord an Sophie zu tun hat.
Ebenfalls 2022 hört man auch noch mal etwas von der Zeugin Marie Ferett. Offenbar hat die irische Polizei sich 25 Jahre nach dem Mord doch wieder dazu entschieden, sie zu vernehmen und ihren Aussagen mehr Glauben zu schenken. Denn die Frau, die ehemals ihn Bailey belastet hat, soll ihr Mittler auf einen anderen Verdächtigen aufmerksam gemacht haben, einen namentlich nicht genannten ehemaligen Ladenbesitzer, der in Skull gelebt hat.
Es sei nicht ihn gewesen, sondern dieser Ladenbesitzer, den sie dabei beobachtet hat, wie er Sophie nachstellte und in der Mordnacht auf der Brücke unterwegs war. Laut einem Bericht der Zeitung Irish Independent soll dieser Mann ein Bekannter von Sophis Witwer Danielle sein. Damit schließt sich der Kreis. Wir werden wieder bei der von ihn angekurbelten Theorie.
Danielle könnte den Mord an Sophie in Auftrag gegeben haben. Man hält diese neue Aussage von Marie für glaubhaft genug, um den Mann wie Interpol für eine Befragung zu suchen. Leider konnte ich aber nicht recherchieren, ob der Mann angetroffen und befragt werden konnte. Imselben Jahr wurde auch eine mysteriöse männliche DNA auf Sophis Stiefel gefunden, den sie bei ihrer Ermordung getragen hat.
Diese DNA sollte ebenfalls ins Labor geschickt werden, aber auch hier gibt’s noch kein Update. Trotzdem zeigt das, dass die irische Polizei durchaus noch in andere Richtung ermittelt und sich nicht auf ihn Bailey als Täter versteift hat, wie es ihnen immer vorgeworfen wurde. Trotzdem und auch wegen seiner Verurteilung in Frankreich dürfte ihn Bailey wohl der Hauptverdächtige Nummer 1 bleiben, bis das Gegenteil bewiesen werden kann.
Egal, was ich in diesem Fall noch tun mag, zu einer Verstreckung des Urteils gegen ihn Bailey, wird es nicht mehr kommen. Er verstirbt im Januar 2024 an einem Herzstillstand. Er wurde 66 Jahre alt. Nach seinem Tod wird seine Wohnung noch einmal im Zusammenhang mit dem Mordfall von der irischen Polizei untersucht. Die Ermittler nehmen Tagebücher in Laptop, USB-Sticks und persönliche Gegenstände mit.
Auch wenn es nie zu einer Auslieferung oder eine Anklage in Ireland gekommen ist, ermitteln die Behörden dort im Fall Sophie weiter und offenbar auch noch immer gegen ihn Bailey. Selbst ganz aktuell gibt es noch immer neue Entwicklung in diesem Fall. Erst im Oktober 2025 meldet sich ein neuer Zeuge bei der irischen Polizei, ein 80 Jahre alter Mann aus Sky.
Ihm sei erst kürzlich wieder etwas eingefallen, was ihn Bailey kurz nach dem Tod von Sophie zu ihm gesagt hat. nämlich, dass er auf geistige Unzurechnungsfähigkeit pläieren würde, sollte er wegen des Mordes an Sophie angeklagt werden. Zudem habe er gesagt, er habe noch immer Flashbacks. Der Zeuge habe ihn darauf kurzer Hand aus seinem Haus geschmissen und habe davon nichts hören wollen.
Habe einfach nur noch gewollt, dass ihren gehen und sich von ihm fernhalten würde. Der Zeuge sagt, es gebe in Skull eine konkrete Person, die Licht ins Dunkel bringen könnte, sofern sie sich denn endlich bei der Polizei melden und aussagen würde. Zum Zeitpunkt dieser Aufnahme sollen die Ermittler wohl eine Befragung eben dieser Person vorbereiten.
Trotz beinah 30 vergangenen Jahren, mehreren Gerichtsverfahren und einer Verurteilung im Ausland, kommt also keine Ruhe in diesem Fall. In Irland gilt er ja noch immer als ungelöst, auch wenn sich viele Leute sicher sind, dass in Frankreich der richtige Mann verurteilt wurde. Und was meint ihr? War ihn Bailey einfach ein verpeilter Schnacker, dem seine Fantasie zum Verhängnis geworden ist? Oder hat die irische Justiz in euren Augen einen Fehler begangen, als man sich gegen eine Anklage oder Auslieferung nach
Frankreich entschieden hat? Und wenn ja, wen außer Ehen und Bailey vermutet ihr hinter dem Mord an Sophie? Das kleine Cottage in Turmor gibt es auch heute noch. Abgesehen von einem schlichten Steinkreuz erinnert dort nichts an das, was ich am 23. Dezember 1996 vor dem kleinen Haus abgespielt hat.
Es gehört inzwischen Sophis Sohn Pierre, der genau wie seine Mutter früher noch regelmäßig nach Westcock kommt und dann in dem Cottage wohnt. “Für ihn fühlen sich die Besucher an, als sei er gemeinsam mit seiner Mama da”, sagt Pierre. “Wie ein Wiedersehen.” Pierre ist inzwischen verheiratet und Vater von zwei kleinen Kindern. Sein Sohn heißt Louis, seine Tochter hat er nach Sophie benannt.
Dieser Fall war übrigens ein Wunsch aus der Community. Ihr seid immer eingeladen, mir eure Fallvorschläge in die Kommentare zu schreiben. Es kann echt dauern, bis eventuell ein Video dazu kommt, aber eure Vorschläge werden alle gesehen. An dieser Stelle auch einfach mal danke für den ganzen Input und eure vielen Kommentare.
Ist total schön zu lesen, wie ihr in den allermeisten Fällen sachlich miteinander diskutiert und eure Theorien austüftet. Das macht diese Community ja auch aus. Also, danke an euch. Solltet ihr Videos 24 Stunden früher bekommen wollen, ohne Werbung und ohne Zensur, abonniert mich gerne bei Patrick.
Den Link dazu findet ihr in der Infobox. Ansonsten gibt es nicht mehr viel zu sagen. Ich wünsche euch noch einen guten Morgen, Mittag oder Abend oder je nachdem wann ihr das Video seht. und hoffe, dass wir uns im nächsten Video wiedersehen. Bis dahin, ciao Leute.
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