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Ein ganzes Dorf unter Verdacht… | Der Fall Sophie Toscan du Plantier T

Ein ganzes Dorf unter Verdacht… | Der Fall Sophie Toscan du Plantier 

Die Tage sind kurz, die Luft ist klar. An den Klippen peitschen die Wellen des Atlantics gegen die Fels und im beschaulichen Westcor in Irland ist es in den Dezembertagen 1996 ruhig und still wie e und je. In wenigen Tagen steht das Weihnachtsfest vor der Tür. Am 25. Dezember werden die Familien im ganzen Land beisammensitzen, den Weihnachtsgottesdienst besuchen, gemeinsam essen und einander beschenken.

Doch das Weihnachtsfest 1996 ist anders. Vermutlich erinnern sich die meisten Leute aus Westcock auch heute noch an die bedrückende Stimmung, die damals über der Gegend liegt. Denn nur zwei Tage vor Weihnachten wird die Region aufgeschreckt durch etwas, was hier seit beinah einem Jahrhundert nicht geschehen ist. Eine Frau wird grausam ermordet.

Sie liegt tot vor ihrem Cottage, erschlagen mit einem Zementblock. Unter den Dorfbewohnern ist ein Mörder und dann ist da noch ein Journalist, der bereit zu sein scheint, alles für eine perfekte Story zu tun. Eine mysteriöse Hinweisgeberin, die sich nur über öffentliche Telefonzellen meldet und die über allem stehende Frage: Wer hat Sophie Toscan Dlantier ermordet? Für Sophieus kann du plantier.

 Hier ist Ihr so etwas wie ein Sehnsuchtsort oder vielleicht mehr noch eine zweite Heimat. Eigentlich hat sich die 1957 geborene TV-Produzentin in Paris niedergelassen. Dort lebt sie gemeinsam mit ihrem Mann Danielle und einem Sohn namens Pierre aus ihrer ersten Ehe. Wenn ihr richtige Filmnört seid, dann habt ihr Daniel Toscan Dlantiers Namen vielleicht schon mal im Vorspan eines älteren Streifens gesehen.

 Genau wie Sophie arbeitet er als Produzent, hat sich jedoch auf Spielfilme spezialisiert. Er hat z.B. Producer Credits für den Nosferatu Film von Werner Herzog oder das Bergmanndrama Funny und Alexander. Doch trotz der Wurzeln in Frankreich zieht es Sophie immer wieder übers Meer nach Irland. Sie hat die grüne Insel schon als Jugendliche mehrfach besucht und auch im erwachsenen Alter nie aus den Augen verloren.

 Für sie ist vor allem der Süden von Irland ein Zufluchtsort. Wenn es ihr in der Pariser Medienwelt zu viel wird, reißt sie dorthin, um in aller Abgeschiedenheit zu entspannen und der Natur nah zu sein. Der Welt der Stars und Sternchen kann sie abgesehen von beruflichen Verpflichtungen eh nicht viel anfangen. Genau deshalb erfüllt sich Sophie 1993 ein Traum.

 Durch ihren Job hat sie genug Geld angespart, um in Irland ein kleines Cottage zu kaufen. Das Häuschen in Tormor soll ihr als ein Feriendomizil dienen, indem sie den Pariser Medienbsiness entfliehen und ganz bei sich selbst sein kann. Schon im ersten Jahr nach dem Hauskauf besucht Sophie Tor mehrfach einige Male auch gemeinsam mit ihrem Sohn Pierre, der inzwischen im Teenageralter ist.

Vor Ort in Turmer bleibt sie eher zurückgezogen, hat gelegentlich aber freundlichen Kontakt mit den Leuten aus der Gegend. Dort stellt sie sich ganz bewusst mit ihrem Mädchen Namen Sophie Bunol vor. Wenn sie in Irland ist und ausspannen will, hat sie keine Lust mit dem Namen Toscan Dantier assoziiert zu werden.

 Sie möchte nicht nach dem Filmbsiness oder möglichen prominenten Bekanntschaften ausgefragt werden, sondern ganz bei sich und für sich selbst sein. Und dafür hat sich Sophie wirklich die perfekte Gegend ausgesucht. Ich kann euch nicht mal verraten, wie viele Menschen in Torm leben. Das wird gar nicht statistisch erfasst. Ihr müsst euch das nicht als typisches Dorf vorstellen, wie wir es hier in Deutschland kennen, sondern eher als eine Ansammlung von ein paar abgeschiedenen Cottages und Bauernhüfen.

Der nächst größere Ort ist das Dorf Skal, das 7 km von Tormo entfernt liegt. Dort leben immerhin ein paar hundert Einwohner. Wo im 17. Jahrhundert Piraten ihr Nest gehabt haben sollen, wo nun vor allem Freigeister und Kunstschaften, die abseits der Großstätte in ihrem ganz eigenen Rhythmus leben.

 Das gefällt Sophie natürlich recht gut. Einen besseren Ort zum runterkommen und kreativ sein wird es wohl kaum geben. Auch Sophis Umfeld zu Hause in Frankreich respektiert ihren Wunsch nach gelegentlicher Ruhe in ihrland. Ihre Familie kann eh nicht viel mit dem Haus an der Küste anfangen. In der Theorie klingt die Idee vom idyllischen Feriendomizil zwar ganz hübsch, in der Realität ist es dort aber für den Großteil des Jahres windig, nass und kalt.

 Während das für Sophis Familie wenig mit Urlaub zu tun hat, lüht sie in der robusten Umgebung total auf. Sie hatte schon immer eine Faszination für das Morbide. und etwas gruselige für abseitiges und rotes. All das findet Sophie für sich in Westk und solange sie glücklich ist, ist das für ihre Familie eh die Hauptsache. Auch am 20.

 Dezember 1996 reist Sophie wieder mal nach Irland. Soll nur ein paar Tage Erholung vor den Weihnachtsfeiertagen sein. Sie steigt alleine in ein Flugzeug von Paris nach Kork. Dort holt sie einen Mietwagen ab und macht sich auf den Weg zu ihrem Ferienhaus. Pünktlich zum Weihnachtsfest möchte die 39-jährige wieder zu Hause in Frankreich sein. Doch dazu wird es nicht kommen.

Stattdessen wird Sopia an ihrem Sehnsuchtsort der Kopf eingeschlagen. Um 10 Uhr am Morgen des 23. Dezember macht eine Nachbarin eine Entdeckung, die sie sicherlich bis heute nicht vergessen hat. Auf einem Pfad nur wenige Meter von Sophies kleim Cottage entfernt liegt die 9-jährige leblos am Boden. Die Nachbarin ruft direkt bei der irischen Polizei an und genau an diesem Punkt startet schon etwas, dass man nur ein Ermittlungschaos nennen kann.

 Seit Jahrzehnten hat es in der Geden keinen einzigen Mord mehr gegeben. Deshalb ist die Polizei unmittelbar vor Ort natürlich gar nicht auf solche Ermittlung vorbereitet. Verstärkung anzufordern ergibt da nur Sinn. Die kommt aber nicht aus der nächstgrößeren Stadt Kork, sondern direkt aus der Hauptstadt Double.

 Und gegen den Feiertagsverkehr auf den irischen Straßen ist auch die Polizei machtlos. Vor dem Nachmittag rückt die Mordkommission aus Dublin also erst gar nicht an. Die Kriminaltechnik ist sogar erst um 22 Uhr da. In der Zwischenzeit hat die Mordkommission immer in Gelegenheit, sich im Inneren des Hauses umzusehen. Dort ist man mit den Untersuchungen allerdings schnell durch, weil es schlicht nicht viel zu sehen gibt.

Nichts sieht danach aus, als habe sich hier ein Einbruch, Überfall oder gein tätlicher Angriff ereignet. Im Inneren des Cottages ist alles aufgeräumt. Gummistiefel in verschiedenen Größen stehen feinsäuberlich in einer Reihe im Windfang. Im Flur stehen Sophis Handtasche und eine Plastiktüte mit ein paar Einkäufen.

 In der Küche stehen eine Schale Mandarinen und ein frisch angeschnittenes Brot, ein Messer daneben. Im Esstisch liegt ein aufgeschlagener Roman. Die aktuelle Seite der Lektüre ist mit einem Glas Honig beschwert. Der Haustürschlüssel steckt von innen. Sophis Bett ist nicht gemacht. Etwas Bargeld liegt im Schlafzimmer offen herum und wurde vom Täter nicht angerührt.

 Die einzige Auffälligkeit ist, dass zwei Weingläser in der Küche stehen. Weithin stehen zwei Stühle vor der Heizung. Erst sieht es deshalb so aus, als habe Sophie noch Besuch gehabt. Aber als man Fingerabdrücke von den Gläser nimmt, werden keine fremden Profile gefunden. Es kann also sein, dass Sophie während ihrer entspannten Tage einfach keine Lust auf den Abwasch hatte und dass sie einen zweiten Stuhl vor die Heizung gezogen hatte, um die Beine hochzulegen.

Bei der toxikologischen Untersuchung kommt später auch heraus, dass Sophie kein Alkohol im Blut hatte. Die Weingläser wurden also nicht am Abend vor ihrer Ermordung benutzt. Wir halten also fest, keine Zeichen für einen Einbruch, keine Anzeichen für einen Kampf im Haus, keine Anzeichen dafür, dass abgesehen von Sophie überhaupt jemand in ihrem Cottage gewesen ist.

Allerdings ist es sehr wohl möglich, dass Sophie vor ihrer Ermordung beobachtet wurde, denn das Schlafzimmer im Obergeschoss des Hauses hat ein Fenster und Sophis Bett stand direkt davor. Das hat sie extra so gemacht, damit sie abends beim lesen im Bett raus auf das Meer und den Leuchtturm schauen kann.

 Genau deshalb hat Sophie auch keine Vorhänge im Schlafzimmer angebracht. Einerseits ist das sicherlich eine idyllische Szenerie. Andererseits saß Sophie damit auch auf dem sprichwörtlichen Präsentierteil. Sollte jemand ihr nachgestellt haben, hätte die Person sie ganz leicht aus der Dunkelheit heraus in ihrem Schlafzimmer beobachten können, ohne ihr von drinnen aufzufallen.

Die irische Polizei glaubt schnell, dass der Killer ebenfalls aus der näheren Umgebung stammen muss. Ein erneuer Blick auf die Landkarte verrätt auch direkt, wie die Ermittler zu dieser Annahme kommen. Turmor ist wirklich abgelegt. Zwar befindet sich der Ort imselben County wie die Großstadt Kork, doch die liegt mehr als 100 km entfernt.

 Wer so weit in den Südwesten des Landes reist, hat eigentlich immer einen Grund dafür. Vor allem zu dieser dunklen Jahreszeit und so kurz vor den Feiertagen. Wer Tormon nicht sucht, so die These Polizei, der findet diesen kleinen Ort auch nicht schon gar nicht, um ein so brutales Verbrechen zu begehen. Sophis Cotch liegt zudem in einer Sackgasse.

Mit anderen Worten, niemand kommt dort einfach so vorbei. Aber ganz so einfach ist das alles dann eben doch nicht. Unter anderem, weil wir uns hier eben Mitte der 90er mitten im ländlichen Irland befinden, noch dazu kurz vor Weihnachten. Da fangen die Schwierigkeiten schon dabei an, eine Autopsie zu organisieren.

 Weil das am 23. Dezember nicht mehr klappt, entscheiden sich die Polizisten für eine ungewöhnliche Maßnahme. Der Leicht von Sophie Toscan D Plantier wird kein Stück bewegt. Stattdessen wird ihr Körper den ganzen Tag und dann auch noch die Nacht über am Auffinderort liegen gelassen. Erst am 24.

 Dezember reiß ein Pathologe an, der rechtsmedizinische Untersuchung vornehmen kann. Sicherlich helfen die kühlen Dezembertemperaturen dabei, den Zustand der Toten zu bewahren, aber nichtsdestotrotz sind eben gute 24 Stunden vergangen, ehe jemand ein professionelles Auge auf den Leichnam werfen konnte. 24 Stunden, in den sowohl der mutmaßliche Tatort als auch die Tote selbst Wind und Wetter ausgesetzt war.

Ein genauer Todeszeitpunkt lässt sich unter diesen Bedingungen nicht mehr feststellen. Dennoch kann der Pathologe natürlich die Verletzung, die zum Tod geführt haben, feststellen und dokumentieren. Und davon gibt es einige. Um genau zu sein, weit über 50. Ihr Gesicht ist völlig zertrümmert, vermutlich durch einen großen Stein oder einen Zementblock.

Genauso einen Block mit mehreren Blutflecken findet man auch in der Nähe im Gras. Der Block ist etwa 40 cm breit und entsprechend wuchtig. Durch die schweren Kopfverletzung hat Sophie ein Hirntrauma erlitten, das letztendlich zu ihrem Tod geführt hat. Die Schäden sind so groß, dass ihr Nachbar sie nicht offiziell identifizieren kann.

 Man kann nicht mal mehr ihr Gesicht erkennen. Der schwerste Hieb wurde offenbar gesetzt, als Sophie schon am Boden lag. Denn unter ihrem Kopf befindet sich eine kleine blutige Kuhle in der Erde, so als se ihr Kopf eben durch den tödlichen Schlag mit voller Wucht in den Boden gedrückt wurde. An Sophis Heils, Gesicht und rechtem Unterarm sind leichte Abdrücke zu erkennen, die den Gerichtsmediziner an die von einem Dogmartensstiefel erinnern.

Zudem sind mehrere Finger gebrochen. Bei diesen Frakturen könnte es sich nach Einschätzung des Experten um Abwehrverletzung handeln. Und sollte er damit richtig liegen, spricht das Bände darüber, wie heftig Sophie sich gegen ihre Mörder gewährt haben muss. Weiterhin hat sie ihrem Angreifer offenbar einige Haare herausgerissen und Kratzer zugefügt.

 Unter ihren Fingernägeln befinden sich fremde Hautschuppen und Haare sind um ihre Finger gewickelt. Sowieso scheint Sophie in ihren letzten Momenten klar gewesen zu sein, dass es für sie um Leben und Tod ging. Dafür spricht auch der Auffinde am Pfadnah ihres Hauses. Der Pathologe glaubt nicht, dass die Attacke dort auch angefangen hat, sondern dass Sophie vor ihrem Angreifer auf der Flucht war.

Dafür sprechen auch oberflächliche Kratzer. Augenscheinlich ist sie durch die Dornsträucher und den Stacheldraht am Rand des Grundstücks gerannt. Sie trägt zwar Stiefel, aber auch ihren Pyjama. Teile davon sind ebenfalls am Stacheldraht hängen geblieben, sodass der Stoff völlig zerfetzt ist. Anzeichen eines Sexualverbrechens können nicht festgestellt werden.

 Um das Haus herum hat die Spurensicherung eine Blutspur gefunden, die nicht zur Ermordeten gehört. Ein Abstrich dieser sichergestellten Spur wird aufbewahrt, um später gegebenenfalls eine TäterDNA vorliegen zu haben. Außerdem gibt es einen Schuabdruck am Straßenrad, auch wenn man aus dem nur eine ungefähre Schuhgröße ableiten kann.

Vorsichtshalber lässt die Spurensicherung zudem ein Metalltor abtransportieren, das zum Zaun des Grundstücks gehört. Auch daran klebt etwas Blut. Das sind immerhin schon mal ein paar Sachen, die Indizien in die Richtung des Mörders sein könnten. Und der zuständige Pathologe kann noch einen wichtigen Tipp geben.

 Da er glaubt, dass Sophie sich auf ihrer Flucht an Sträuchern und Stacheldraht verletzt hat, müsste selbiges eigentlich für den Täter gelten. Die Verletzung der Toten belegen ja, dass die Tat aus ganz kurzer Distanz erfolgt sein muss. Also ist es nur logisch, dass der Mörder Sophie bei ihrer Flucht ganz dicht auf den Fersen war und an denselben Dornsträuchern und Stacheldräten vorbeigelaufen ist wie sie.

 Ergo, dass auch er entsprechende Kratzer haben dürfte. Die Nachricht von der Ermordung seiner Ehefrau erreicht Daniel Toscand Plantier zu Hause in Frankreich. Dass er als Täter in Frage käme, schließ die Polizei aus. Immerin war er ja mehrere hundert Kilometer entfernt auf dem europäischen Festland. Zwar gab es in der Beziehung zwischen Danielle und Sophie ein paar Probleme, aber nichts was irgendwie außergewöhnlich oder verdächtig erscheint.

 Sophis Sohn Pierre ist gerade im Weihnachtsurlaub mit seinem Vater, als er vom gewaltsamen Tod seiner Mutter erfährt. Im Alter von nur 15 Jahren ist er nun halbweise. Für ihn beginnt im Dezember 1996 die Suche nach Antworten, die ihn seine gesamte Adolesenz überbegleiten wird. Denn obwohl der Ort klein und der Kreis der Verdächtigen übersichtlich ist, steht die Polizei hier vor einem großen Rätsel.

Zunächst macht sich die Polizei in die Zeugenbefragung und versucht die letzten Tage im Leben der Ermordeten zu rekonstruieren. Am 21. Dezember soll Sophie von Tormer nach Skull gefahren sein, um ein paar Besorgungen zu machen. Marie Ferell, eine Angestellte eines Ladens, sagt aus, nach Sophis Einkauf bei ihr, sei ihr auf der Straße gegenüber ein Mann aufgefallen in einem auffallend langen Mantel.

 Als Sophie den Laden verlassen habe, sei der Mann ihr gefolgt. Das ist schon mal eine interessante Information, die ihr im Hinterkopf behalten solltet. Am 22. Im Dezember hat Sophie noch eine Freundin namens Yvon besucht, die in Dunlow lebt, etwa 15 km entfernt. Yvon wohnt ganz in der Nähe des Three Castle Heads, einen in der Gegend sehr bekannten Clip und dort wiederum befinden sich die Ruinen des Dunlow Cars.

 Vor ihrem Besuch bei Yvon hat Sophie noch einen Abstecher dorthin gemacht und ihrer Freundin später von einem gruseligen Erlebnis an der Schlossruine erzählt. Sophie ist nämlich ganz sicher dort einen Geist gesehen zu haben. Genauer gesagt eine Frau, die merkwürdig weiß schimmernd erschienen ist. Okay, ich bin sicher, dass einige von euch jetzt schon mit den Augen rollen, aber Sophie ist mit dieser Sichtung am Three Castle Head durchaus nicht allein.

Schon lange erzählt man sich von der White Lady, die vor allem bei schlechtem Wetter an der Klippe und in den Ruinen herumspuken soll. Der Geist der jungen Frau sei melanchonisch, wohl aus gutem Grund, denn der Legende nach soll der Geist den baldigen Tod derjenigen ankündigen, die ihn sehen. Als Sophie nach ihrer Begegnung mit der White Lady bei ihrer Freundin Yvon ankommt, ist sie vollkommen verstört und keine 24 Stunden später ist sie tot.

Einer Netflix Doku zu diesem Fall heißt, dass eine irische Person hätte Sophie nach dieser Geistererscheinung niemals allein nach Hause gehen lassen. So ernst es den Anwohnern wohl mit dem Geister den Tod ankündigen soll. Yvon selbst ist nur zugezogen. Sie wusste nichts von der Legende. Nach dem Besuch bei Yvon ging es Sophie aber offenbar doch wieder ganz okay.

Zumindest so gut, dass sie auf dem Rückweg noch kurz bei ihrem Paphalt gemacht hat, dem Osulliivens. Dort hat Sophie ein Tee getrunken und wie es so üblich ist, mit ein paar Leuten geplaudert. Der Pappbesitzer ist die letzte Person, die Sophie noch gesehen hat. Und das ist für einige Zeit erstmal alles, was die Ermittler herausbekommen.

In Irland feiert man Weihnachten, ein paar Tage später Silvester und vom Mörder der 39 Jahre alten Sophie fehlt jede Spur. Am 11. Januar geht ein Hinweis aus der Bevölkerung ein, der wertvoll erscheint. Er kommt von einer Telefonzelle von einer Anruferin, die sich Fiona nennt. Diese Fiona sagt, sie habe am 23.

Dezember eine merkwürdige Beobachtung gemacht um 3 Uhr am Morgen. Sie habe einen Mann an der Kfader Brücke gesehen, nur 2,6 km vom Tatort entfernt und damit durchaus zu einer Zeit, die als Tatzeitpunkt in Frage kommt. Der Mann habe einen langen Mantel getragen und habe betrunken gewirkt. Vielleicht hat Fiona da den Mörder auf seiner Flucht beobachtet.

Das Problem ist, nach diesem Anruf aus der Telefonzelle hört die Polizei nichts mehr von Fion. Natürlich hat der Polizist, der das Telefonat geführt hat, sie gebeten, die Aussage noch mal zu wiederholen und weiter in Kontakt zu bleiben. Aber das ist nicht geschehen. Nach der Anruferin wurde sogar explizit im britischen Pondon zu Aktenzeichen XY ungelöst gefragt.

 Zunächst scheint sich der Aufruf zu lohnen. Einen Tag nach der Sendung geht abermals ein Anruf aus einer Telefonzelle ein. Wieder stellt sich die Zeugin als Fiona vor und wiederholt ihre Aussage. Danach folgt aber dasselbe Spiel. Keine offizielle Aussage auf einer Polizeidienststelle und kein weiterer Kontakt. Am 24.

 Januar klingelt wieder das Telefon. Noch einmal ist Fiona am Apparat. Dieses Mal nicht aus einer Telefonzelle, sondern von einem Festnetzanschluss in Skull. Dieses Mal verfolgen die Ermittler die Nummer aber zurück. Und Überraschung, sie gehört nicht zu einer Frau namens Fiona, sondern zu Marie Ferell und damit einer alten Bekannten in diesem Fall.

 Der Marie wird schon längst als Zeugin geführt. Sie ist die Person, die Sophie am 21. Dezember beim Einkaufen gesehen haben will. Die Person, die erzählt hat, Sophie sei nach ihrem Einkauf bei ihr von diesem unbekannten Mann mit dem langen Mantel verfolgt worden. Offenbar hat sie bei ihrer ersten Aussage nicht alles erzählt.

 Wenn ihr euch jetzt nach dem Warum fragt, das ist berechtigt. Jedenfalls wiederholt Marie die Aussage, die sie über das Telefon als Fa getätigt hat, nach dem Bekannt werden ihrer Identität dann doch noch ganz offiziell. Und mehr noch. Marie sieht denselben Mann im Januar noch einmal in einem Supermarkt in Sky. Es kommt zu einem kurzen Gespräch mit ihm.

 Dabei sagt der Mann laut Marie sogar zu ihr: “Ich weiß, dass sie mich gesehen haben.” In diesem Moment fackelt sie nicht lang. Sie rennt aus dem Supermarkt nach draußen. Die Polizeistation befindet sich in unbittelbarer Nähe. Sie kann den Polizisten den Mann vor Ort noch zeigen. Und für sie ist der Mann, den Marie Ihnen da als denjenigen präsentiert, den sie in der Mordnacht gesehen haben will, kein Unbekannter.

 Doch bevor wir dazu kommen, schauen wir uns mal das Privatleben von Sophia an. Bei so ziemlich jedem Kapitaldelikt gucken die Ermittler natürlich erstmal auf das nächste Umfeld des Opfers. Der Fall Sophie ist keine Ausnahme, auch wenn die Französin im Ausland ermordet wurde. Wie ich eben schon angeschnitten habe, kann Sophis Ehemann Danielle als Täter ausgeschlossen werden.

 Aber ich habe ja schon angedeutet, dass die beiden durchaus Probleme in ihrer Ehe hatten. Um genau zu sein, lebten die beiden zum Zeitpunkt von Sophis Ermordung sogar getrennt voneinander, auch wenn sie noch verheiratet waren. Der Grund: Danielle hat Sophie betrogen und Sophie selbst hat auch Danielle betrogen.

 Beide wussten jeweils von den Affären des anderen. Letztlich soll Sophie wohl sogar mit dem Gedanken gespielt haben, mit ihrem Liebhaber zusammenzuziehen. Er hat sie auch zweimal zu ihrem Feriencottage nach Westcock begleitet. Der Mann heißt Bruno Carbonet und ist ein französischer Künstler. Aber schon Weihnachten 1993 hat sie die Sache mit Bruno dann doch beendet.

 Also kurz nachdem Sophie sich das Cottage gekauft hatte und etwa 3 Jahre vor ihrer Ermordung in Irland. Bruno soll ziemlich besitzergreifend und insgesamt ein eher düsterer Charakter gewesen sein. Damit kam Sophie einfach nicht mehr zurecht. Obwohl Sophie sich also drei Jahre vor ihrem Tod von ihrer Affäre Bruno getrennt hat, ist die Sache im Zusammenhang mit ihrer Ermordung interessant, denn Bruno hat die Trennung gelind gesagt nicht gut weggesteckt.

Kurz danach hatte Sophie in ihrer Post auf einmal einen Brief von Bruno. Der einzige Inhalt, eine einzelne Schraube. Einmal soll er sie in Paris sogar körperlich angegriffen haben. Das interessiert im Januar 1997 dann natürlich auch die irische Polizei. Sofern es bekannt ist, ist Sophis Ex der einzige, der einen Groll gegen sie hängt.

 Also organisiert man eine Befragung von Bruno Carbonet in Paris. Er kann den Ermittlern jedoch glaubhaft versichern, zum Tatzeitpunkt in Frankreich gewesen zu sein. Als Beweis kann er ein Beleg über die Buchung eines Telefonanschlusses vorlegen, der am 22. oder 23. Dezember ausgestellt wurde. Danach war er auf einer Kunstauktion. Das Alibi ist also sehr überzeugend.

Damit sind jetzt eigentlich beide Männer im Leben von Sophie Toscan Dantier aus dem Schneider. Sowohl Affäre Bruno als auch Ehemann Daniel. Wären da nicht Gerüchte in der Presse. Danielle habe den Mord an Sophie von Frankreich aus in Auftrag gegeben. Genährt wird das Ganze durch den Umstand, dass Danielle nicht nach Irland reist, um den Leicht seiner Frau zu identifizieren oder sich vor Ort um Dinge zu kümmern.

 Davon ist nicht nur die Presse überrascht, auch die Angehörigen von Sophie sind ziemlich enttäuscht von Daniel. Klar, die beiden haben zuletzt getrennt voneinander gelebt, aber verheiratet waren sie ja trotzdem miteinander. Freunde des Paares merken allerdings an, dass Danielle einfach am Boden zerstört war und wohl deshalb nicht nach ihr Land geflogen ist, einfach weil er die Kraft dafür nicht aufbringen konnte.

 Und nur wenn man das nicht kann, heißt es ja noch lange nicht, dass man dazu fähig ist, den Mord an seiner eigenen Ehefrauen Auftrag zu geben, zumal der ganze Tathergang gar nicht zu einem Auftragsmord passt. Als Tatwaffe wurde eine herumliegender Zementblock benutzt. So makaber das klingt, aber ein Profikiller ist sicherlich besser ausgestattet.

Egal, was die Medien auch daraus machen, für die Ermittler kommt Danielle als Täter oder gar Auftraggeber einfach wirklich nicht in Frage. Die Wahrscheinlichkeit eines Täters aus der Region erscheint da viel höher. Dazu kann eine Frau aus dem nächsten Umfeld von Sophie in Irland eine interessante Aussage machen.

 Sophie ist ja nicht so oft da. Deshalb hat sie so etwas wie eine Haushälterin. Josephine Heller wohnt in der Neo und sieht im Haus immer mal nach dem Rechten. Wenn Sophie einen Besuch ankündigt, fährt Josephine hin und bereitet das Haus vor. Sie wirft den Ofen an, um zu heizen, bezieht das Bett frisch, wischt einmal durch solche Sachen.

 Dafür wird sie von Sophie auch bezahlt und die war immer sehr zufrieden mit Josephine. Doch einmal kam es zu einem merkwürdigen Vorkommnis, als Sophie mit Bruno nach Irland gekommen ist. Das Ganze muss sich also vor dem Winter 93 zugetragen haben, als die beiden sich getrennt haben. Bruno hat sich nämlich bei Haushälterin Josephine beschwert, dass das Badezimmer nicht sauber sei.

 Josephine hat sich die Sache selbst angesehen und war total entsetzt. Obwohl sie nur einige Tage vor der Ankunft von Sophie und Bruno sauber gemacht hatte, war das Badezimmer tatsächlich dreckig. Jemand muss in der Nacht ins Haus gekommen sein und dort das Bad benutzt haben. Sophie entscheidet sich daraufhin, die Schlösser austauschen zu lassen.

 Danach scheint so etwas nicht mehr vorzukommen. Leider hat man aber nie herausgefunden, während das Haus eingebrochen ist. Mehrere Zeugen haben von einem Mann berichtet, der am frühen Abend des 22. Dezember in Tormor gesehen wurde. Die Polizei kann ihn aber recht schnell ausfindig machen. Er ist kurz danach mit einem Bus wieder weggefahren, was auch von Zeugen bestätigt wird.

 Auch er ist als Täter raus. Haushälterin Josephine Heller ist auch eine der letzten Personen, die noch von Sophie gehört hat. Nachdem Sophie aus dem PU zurück nach Toma gekommen ist, haben die beiden gegen 22 Uhr miteinander telefoniert und sich für den folgenden Tag verabredet. Danach hat Sophie etwa um Mitternacht noch mit ihrem Mann Danielle in Paris telefoniert und irgendwann zwischen diesem Zeitpunkt und dem nächsten Morgen muss Sophis Mörder zum Cottage gekommen sein.

Der Fall ist für die irischen und britischen Medien ein gefundenes Fressen. Aus Sicht eines Berichterstatters wirkt der Fall ja fast wie aus einem Krimi entsprungen. Eine erfolgreiche Geschäftsfrau noch dazu Partnerin eines namenhaften Filmproduzenten allein in einem abgelegenen Dorf der irischen Einöde grausam ermordet kurz vor Weihnachten.

Kein Wunder, dass die Titelblätter der Zeitung voll von dem Mord an Sophie Toscan D Plantier sind und sich mehrere Journalisten an die Sache heften. Einer von ihnen ist der Engländer Inan Bailey. Er ist 1991 nach West übergesiedelt und arbeitet dort als Journalist, der sich eigentlich vor allem auf die Themen Gärtnerei und Poesie konzentriert, wenn auch eher sporadisch.

 Die Auftragslage ist manchmal dünn, sodass Bailey auch auf dem Markt in Skal als Verkäufer verschiedenste Dinge anbietet oder Gartenarbeiter für Anwohner übernimmt. Berichterstattung über Mord und Totschlag ist also eigentlich so gar nicht sein Thema, aber in der Region kommen diese Dinge eben auch gar nicht so oft vor. Ihn.

 Bailey lebt gemeinsam mit seiner Partnerin Jules in Sky. Gut, 5 km vom Tatort entfernt. Als der Mord an Sophia am 23. Dezember langsam in der Gegend bekannt wird und ihn davon hört, macht er sich direkt auf den Weg zum Tatort. Er ist als erster Reporter vor Ort. Aus beruflicher Sicht ist natürlich ein riesiger Vorteil, dass er so nah am Ort des Geschehens lebt.

 So kann er von Anfang an in die Tasten seiner Schreibmaschine hauen und einen brühwarmen Artikel nach dem anderen abliefern. Dem spannenden Mordverlaus Tormor kann sich offenkundig auch Bailey nicht entziehen, zumal mehrere große Medien natürlich Stories zu dem Fall kaufen wollen. Und wenn man als freiberuflicher Journalist mal so ein lukratives Thema direkt vor der Haustür hat, nimmt man das wohl schon aus ganz stumpfen Geschäftssin einfach mit.

 Und man muss auch einfach sagen, ih Bailey macht seine Sache richtig gut. Auch unter Zeitdruck produziert er aufwendige Texte zu dem Mordfall, die im Vergleich zu denen seiner Kollegen erstaunlich detailreich sind. Niemand sonst scheint einen so detaillierten Überblick über den Fall zu haben. Wirklich niemand. Schon am 28.

Dezember schrieb er ganz genau über die Todesursache. Stumpfe Gewalteinwirkung sei es gewesen und er wusste auch, dass es kein Sexualverbrechen gewesen sei. Sein Detailreichtum reicht bis zu den zwei Weingläsern in der Küche, die auch den Ermittlern aufgefallen sind. Garniert werden die Fakten mit Spekulation zu möglichen Affären und entsprechenden Rondous in Sophis Ferienhaus.

Dabei spinnt er auch einige Theorien, z.B. die, dass Danielle oder Bruno ihre Frau respektive Exaffäre vielleicht tot sehen wollen. Durch seine ausführlichen Berichterstatzung ist Bailey unweigerlich nahen an den Ermittlern bzw. die Ermittler sind nahen an Ian Bailey. Und so ist es auch kein Wunder, dass ihn das Detailreichtum seiner Berichte schnell affällt.

 Wenn sich in einer so ländlichen Gegend solch ein Verbrechen abspielt, sind die Polizei und die Journalisten vor schnell perdu. Und ihnen ist in der Gegend eh bekannt wie ein bunter Hund. Als er im Januar 1997 im Supermarkt in Skull einkauft und der Marie Ferrell gegenüber steht, erkennt sie ihn jedoch nicht als den schrägen Journalisten, der regelmäßig Gedichte und Pizza auf dem Marktplatz verkauft, sondern als den Mann, den sie am 23.

 Dezember um 3 Uhr morgens auf der Kalvaderbrücke gesehen hat. Als die Polizeibeamte dazu holt, scheint den sogleich ein Licht aufzugehen. Denn es nicht das erste Mal, dass die Ermittler mit ihnen sprechen. In den Dezembertagen nach dem Mord ist mehreren Leuten aufgefallen, dass der engagierte Journalist einige Kratzer an seinen Händen und auch auf seiner Stirn hat.

Als jemand von der Polizei ihn darauf anspricht, hat ihn schnell eine Begründung parat. Seine Weihnachtsvorbereitung sein Schuld. Den Trutan fürs Festessen habe er eigenhändig erlegt. Noch dazu habe sich einen Tannenbaum fürs Fest zurecht geschnitten. Dabei seien eben die Kratzer auf seinen Händen und seiner Stirn entstanden.

 Dass die Kratzer dabei zustande gekommen sind, wird auch von zweien seiner Stieftöchter bestätigt. in in the process of what I do with when I did do the turkeys in as it were. Uh I put their feet into a little loop and hung them from hul in the shed. And in doing so as I was trying to get the feet into the one of the feet just sort of glan across top of my head but that was not on my face.

Kameras haben die meisten Polizisten damals noch nicht dabei. Also fertigt ein Beamter eine Zeichnung der Kratzer auf ihn Baileys Arme an. Ohne jegliches künstlerisches Geschick, wie Bailey später anmerkt. In der Qualität der Zeichnung mal abgesehen, sieht man darauf klar, dass ihn Arm und Hände wirklich von kleinen Kratzern überseht waren.

 Bailey behauptet, er habe sich diese kleinen Schrammen am 22. im Dezember zugezogen. Allerdings wurde er an dem Abend noch im PAU gesehen und dort sind niemanden Kratzer an seinen armen, Händen oder im Gesicht aufgefallen. Und wenn er sich die Kratze erst nach dem Abend des 22. Dezember zugezogen hat, dann könnte das im Tarzeitraum passiert sein, z.B.

 an den Dornbüschen am Haus von Sophie. Der geseht Zweifel bleibt bestehen. Für die Ermittler wirken Baileys Verletzung im Zusammenhang mit seiner tiefen Kenntnis über den Fall einfach zu verdächtig. Dieser geht nämlich so weit, dass er einige Infos vor allen anderen hat. Noch bevor die Polizei die Nationalität von Sophie bekannt gibt, berichtet Bailey etwa, das Opfer sei möglicherweise Französe.

 Dabei beruft er sich auf eine konkrete Quelle, nämlich ein Redakteur bei der Regionalzeitung Cork Examen. Aber als die Polizei bei dieser Quelle nachhakt, wiegelt die ab. Der Redakteur habe selbst noch gar nicht gewusst, dass Sophie Französin war, als er mit ihren Bailey über den Mord an ihr sprach, nur dass sie Ausländerin sei.

Und davon gibt es in Westc viele, sowohl dauerhafte Auswanderer als auch Urlauber. Das Ganze ist eine ziemlich multikulturelle Gegend. Die Info, dass Sophie Französin war, könne folglich gar nicht vom Redakteur stammen. Bailey hätte demnach nicht nur gelogen, er müsste diese Info auch anderswoher haben, etwa aus erster Hand oder überspitz gesagt quasi aus erster Täterhand.

Seine Partnerin Jules behauptet, die beiden hätten auf ihrem Weg zum Tatort eine fremde Frau getroffen, die orientierungslos mit ihrem Auto herumgefahren sei. Um Hilfe anzubieten, hätten sie die Frau angesprochen. Die habe sich als Journalistin aus Frankreich vorgestellt, die nach Westcock gekommen sei, um den Mord an einer Französin zu untersuchen.

 Und nur deshalb hätten ihn und Jules gewusst, dass das Opfer aus Frankreich kam. nur dass das natürlich gar keinen Sinn ergibt. Auch die schnellste Journalistin der Welt wäre nicht innerhalb von einer Handvoll Stunden aus Frankreich mitten im ländlichen Irland angekommen, um zu recherchieren. Außerdem wurde die angebliche Journalistin nie ausfindig gemacht.

Offenbar nimmt es nicht nur ihren Bailey mit der Wahrheit nicht ganz so genau, sondern auch seine Partnerin Jules nicht. Ian Bailey scheint selbst zu merken, dass er mehr und mehr in den Fokus der Polizei rückt. Für Abgleiche gibt er freiwillig eine Haarprobe ab. Allerdings ist er nicht nur den Ermittlern gegenüber kooperativ, sondern weiterhin auch jedem gegenüber, der auch nur das geringste Interesse an seiner Berichterstattung zum Fall Sophie Toscan D Plantier zeigt.

Als das britische Pondor von Aktenzeichen XY ein Filmbeitrag mit Darstellern gedreht wird, hält er sich in der Nähe auf. Nicht nur um zu berichten. Er erzählt auch Teilen der Crew, dass er Sophia erst kürzlich auf einem Spazierparten in der Nähe ihres Hauses getroffen habe. Freunden gegenüber erzählt er kryptisch, er sei bei seiner Arbeit im Fall Sophie zu weit gegangen.

 Ein Korrespondent der Pariser Polizei bekommt einen Anruf von einem Mann, der sich ihm als Ian Bailey vorstellt und angibt, Sophie gut gekannt zu haben. Das alles ist ja schon schräg genug, aber dann geht es erst richtig los mit einer Reihe von Geständnissen. Nach einer durchzechten Nacht mit Freunden beginnt ihren unvermittelt über den Mord an Sophie zu sprechen, bricht Wein zusammen und sagt, er sei es gewesen.

Als er einen Teenager per Anhalter mitnimmt, erzählt Bailey diesem Februar 1997. Er habe Sophie mit einem Stein das Hirn rausgeprügelt. Unter einem Kollegen gegenüber sagte ganz deutlich, er habe Sophie ermordet, um seine eigene journalistische Karriere durch die Berichterstattung aus nächster Nähe voranzutreiben.

Ihn selbst behauptet Sophie nicht gekannt zu haben, wohl aber ihren Nachbarn Elfie. Deshalb habe er zwar gewusst, dass jemand ab und an das Cottage bewohnt, aber er habe Sophie nie getroffen. Dass die Zeugin Marie Ferellin angeblich in der Mordnacht an der Brücke gesehen haben will, könne er sich nicht erklären. So Bailey.

 Er habe zu dem Zeitpunkt seelenruhig zu Hause in Sky geschlafen, so wie jeder andere um die Uhrzeit auch. Man muss tatsächlich auch sagen, die Kalfaderbrücke ist zwar in der Nähe von Sophis Haus, um genau zu sein, ist die 2,6 km entfernt, damit schon mal näher an Sophis Haus als ihnens Wohnort, der 5 km entfernt liegt.

Aber die Brücke liegt auch nicht auf dem Weg zwischen Skull und Tormor. Eigentlich überhaupt gar nichts. Selbst wenn man annimmt, ihn sei von Skull aus nach Tormor gegangen, um dort an Sophis Haus den Mord an ihr zu begehen, dann hätte er, um die Sichtung zu erklären, noch 2,6 km gen Süden zur Brücke laufen müssen.

 Und von dort wären es wieder 4,6 km nach Hause für ihn gewesen. Warum so einen Umweg mitten der Nacht, nachdem man der Theorie nach gerade einen Mord begangen hat? Damit hätte er nur riskiert, dass Leute wie eben Zeugin Marie ihn sehen. Trotzdem ist die Sichtung von Marie sehr wichtig, denn nur durch ihre Aussage kann man ih Baileyin der Mordnacht überhaupt außerhalb seines Hauses verorten.

Obwohl ihn sagt, er habe Sophie nicht gekannt, sondern nur den Nachbarn Elfi, sagt Elfi übrigens was anderes. Er sei sich zu 90% sicher, dass Herr Sophie ihn sehr wohl vorgestellt habe. Jahre später wird ein weiterer Zeuge bestätigen dabei gewesen zu sein, als Elfie Sophie und ihn miteinander bekannt gemacht hat.

Am 10. Im Februar 1997 ist sich die Polizei ausreichend sicher. Ihnen, Bailey muss etwas mit dem Mord an Sophie zu tun haben. Ihr Mittler nehmen ihn in seinem Atelier Unweit seines Wohnhauses fest als Verdächtigen im Mordfall Sophie Toscan D Plontier. Ihn behauptet, auf der Fahrt im Polizeiauto sei er von den beiden zuständigen Beamten bedroht worden.

Einer von ihnen hat sogar gesagt, selbst wenn man ihm den Mord an Sophie nicht anhängen könne, sei er in Irland erledigt und man würde ihn irgendwann am Straßenrand mit einer Kugel im Kopf finden. Ziemlich schwere Anschuldigungen, die sich so nicht belegen lassen, denn die beiden Polizisten streiten das natürlich ab.

Die Polizei ist sich ziemlich sicher nun endlich genug Indizien gesammelt zu haben, um ihen Bailey wegen des Mordisans Sophie anklagen zu können. Lasst uns mal durchgehen, was aus der Mittlerperspektive jetzt für den Journalisten als Täter spricht, denn bei den Befragungen von Zeugen haben sich inzwischen noch weitere unerklärliche Dinge aufgetan.

Sophis Leiche wurde am 23. Dezember ja gegen 10 Uhr morgens entdeckt. Um 14 Uhr wurde die Meldung über den Leichenfund erstmals in den Radionachrichten gesendet. Spätestens ab da wussten nach und nach also alle in Westcock Bescheid. Ihr Bailey selbst hat angegeben schon um 13:40 Uhr einen Anruf vom Redakteur des Cork Examiner bekommen zu haben, der ihm von dem Leichenfund erzählte.

 Ihr erinnert euch, das war die Sache mit dem Würver darum, dass ihn behauptet hatte, der Redakteur hätte ihm erzählt, dass Opfer sei Französin, während der Redakteur sagt, das habe er nie gesagt, weil er es zu dem Zeitpunkt selbst gar nicht wusste. Er gibt es aber noch eine andere Merkwürdigkeit, denn eigentlich war ihren an diesem Tag mit einer Bekannten namens Caroline verabredet.

 Allerdings hat er diese Verabredung abgesagt und das schon zwischen 10:30 Uhr und 12 Uhr. In diesem Zeitraum habe ich ihn Bailey bei ihr angerufen und bescheid gesagt, dass er sich nicht mit ihr treffen könnte, da es einen Mord gegeben habe. Caroline hat da natürlich weiter nachgefragt und sich auch erkundigt, ob ihn das Opfer denn gekannt haben.

 Ihn soll darauf entgegnet haben, nein, die Tote sei Französin gewesen. Das ist widersprüchlich, denn an anderer Stelle hat er gesagt, er habe diese Info erst etwa 2we Stunden später vom Redakteur bekommen, der wiederum sicher ist, das gar nicht gesagt zu haben. Ebenfalls um 11:30 Uhr soll ihn Bailey eine weitere Verabredung für diesen Tag abgesagt haben.

 Wieder mit der Begründung, es habe sich in der Gegend ein Mord ereignet. Und noch früher, zwischen 10:30 Uhr und Uhr war Inens Partnerin Jules im Dorf unterwegs. Bei einem Plausch mit Bekannten soll sie erzählt haben, ihn sei schwer beschäftigt, er würde gerade über einen Mordvoll berichten. Zu diesem Zeitpunkt war es aber noch nicht mal eine Stunde her, dass Sophis leichnam abgelegenen Haus überhaupt gefunden wurde.

 Und wie gesagt, erst um 14 Uhr wurde großflächig in den Nachrichten über den Fall berichtet. Trotzdem geben vier Zeugen unabhängig voneinander an, dass Bailey schon stunden vor allen anderen Bescheid wusste und Stunden, bevor er nach eigenen Angaben um 13:40 Uhr erst durch den Redakteur vom Mord erfahren hat. Und auch am Tatort sollen die bizarren Vorfälle um ihn weitergegangen sein.

 Er sei um 14:20 Uhr mit Jules aufgetaucht und nach kurzer Zeit wieder gegangen. Obwohl er später so engagiert und detailreich berichtet hätte, blieb er erstmal nur kurz am Tatort und hat keinem der Ermittler irgendwelche Fragen gestellt. Einfach die Situation kurz beobachtet und das war’s. Und dann ist da ja noch die Sichtung an der Brücke mitten in der Nacht.

Man findet zwar in ihn Wohnung keine relevanten Beweismittel und auch die Suche in seinem Atelier läuft erfolglos, aber hinter dem kleinen Ateliergebäude wird es schon etwas spannender, denn dort findet man eine Feuerstelle. Eine Zeugin gibt an, genau dieses Feuer beobachtet zu haben, am 26. Dezember, also 3 Tage nach dem Leichenfond.

Die Feuerstelle hat einen Durchmesser von 2 bis 3 m, geht also über ein gemütliches Feuer, was man mal am Winterabend im Garten anmacht, hinaus. Für die Ermittler sieht das so aus, als habe ihn Bailey da versucht Beweisstücke zu verbrennen. Man findet in den Resten der Asche Matratzensprungfedern und Überbleibsel von Kleidungsstücken, Knöpfe, Jeans, Fetzen, Stiefel, ein ganzes Outfit also.

Und nach einem Mantel hat die Polizei ja durchaus gesucht. Zeugin Marie Ferrell will ihn ja in einem langen Mantel auf der Brücke gesehen haben und die Knöpfe sehen aus, als könnten sie von einem Mantel stammen. Ian Bailey hat unterdessen wenig Verständnis für seine Festnahmen. Er fühlt sich von der Polizei ungerecht behandelt.

 In seiner Wahrnehmung seien die Beamten einfach nicht mit ihm zurecht gekommen. Oder wie er es genauer ausdrückt, sie schien mir sehr ungehobelt zu sein. Jemand wie mich hatten sie noch nie getroffen. Ein Engländer mit etwas Bildung und etwas Lebenserfahrung. Na ja, ob die Polizisten das auch so gesehen haben, ist fraglich. Jedenfalls holen sie sich noch am Tag von IS Verhaftung eine zweite gebildete und lebenserfahrene Person in Gewahrsam, nämlich IS Lebensgefährtin Jules, die nun ebenfalls mit aufs Polizeirevier genommen wird.

Jules ist gegenüber der Polizei etwas aufgeschlossener als ihr Partner. Sie scheut sich auch nicht davor, von einer weiteren Unstimmigkeit zu berichten. Am 22. Dezember seinen Sie und ihn zusammen im Pub Gelly in gewesen. Auf dem Heimweg seinen die beiden gegen 0:30 Uhr an einer abgelegenen Stelle kurz aus dem Auto gestiegen, um die kühle Winterluft und klare Aussicht zu genießen.

 Von der Stelle aus konnte man über das Tal bis nach Tormor sehen, wo sowohl Sophie als auch ihr bekannter Elfi lebt. Man konnte die Häuser der beiden sehen, in den Lichtbrannte. La Jules soll ihnen vorgeschlagen haben, rüberzufahren und Elfi zu fragen, ob er noch Lust auf eine Party hätte.

 Dann habe ihn noch gesagt, er habe das Gefühl, dass in dieser Nacht etwas furchtbares geschehen werde. Genau das ist ja auch passiert in Form des Mordes an Sophie. Jules hatte jedenfalls keine Lust noch zur Elfie zu fahren, also sind die beiden nach Hause. Sie sagt, sie habe nachts gemerkt, dass ihn sich im Bett herumwälzte und wohl Probleme beim Einschlafen hatte.

 Irgendwann sei er aufgestanden und danach auch nicht mehr zurück ins Bett gekommen. Erst um 9 Uhr wurde Jules vom frischen Kaffeeduft geweckt. Ihn hat ihr das Frühstück ans Bett gebracht. Dabei sei Jules ein frischer blutiger Kratzer an seiner Stirn aufgefallen. Auchens Partnerin impliziert also dieser Kratzer sei nicht wie bislang behauptet am Vortag beim Trutanchlachten entstanden, sondern erst im Laufe der Nacht, der Nacht in der Sophie Toscan Dlantier ermordet wurde.

Er ist als Jules das alles erzählt, berichtet ihn. Ja, sei nachts noch mal aufgestanden, um ein bisschen zu schreiben und habe sich dafür ins Atelier gesetzt. Zuvor hieß es immer, er habe die ganze Nacht geschlafen. So, nach allem denkt ihr euch bestimmt, das war’s jetzt. Bailey wird überführt, angeklagt und verurteilt.

 Aber wir haben hier noch ordentlich was vor uns, denn jetzt kommt ihn Bailey erstmal wieder frei. Ifidence, woulding woulded. Well, I know inocent. Als die Zeit für den erlaubten Polizeigewahrsam ohne eine Anklage abgelaufen ist, kann ih Bailey wieder gehen. Die Sache ist zwar nur noch merkwürdiger geworden, aber gestanden hat er gar nichts.

 Wenigstens der Polizei gegenüber nicht. Die Geständnisse gegenüber all den anderen Bekannten schiebt er auf eine allseits beliebte Ausrede. Sein schwarzer Humor. Die Indizien bleiben natürlich bestehen, aber es sind eben nur Indizien und für einen richtigen Haftbefehl reichen die nicht aus. Vielleicht fragt ihr euch jetzt, was denn mit den DNAPuren ist.

 Ien hat ja freiwillig eine Haarprobe abgegeben. Die Polizei hat Hautschuppen und Haare des Täters von Sophis Fingern gesammelt und am Tor klebte fremdes Blut. Es klingt zwar alles vielversprechend, aber alle DNA Abgleich, die im Laufe der Jahre in diesem Fall erstellt werden, kommen inkonklusiv zurück. Noch dazu heißt es zuerst für lange Zeit, dass Metzaltor, an dem das Täterblut klebte, sei verloren gegangen.

Ja, die unausweichliche Frage, wie die Polizei ein ganzes Metzeiltzor verlieren kann, ist berechtigt. Erst 2021 wird von Seitenmittler klargestellt, das Tor sei nicht verlegt, sondern entsorgt worden. Es habe für die Ermittlung keinen Mehrwert gehabt. Test hätten ergeben, dass das Blut am Tor doch von Sophie gestandt hat.

 Die Ermittler behaupten, man habe der Familie von Sophie angeboten, dass sie das Tor zurückhaben können. Diese hätten aber abgelenkt. Sophis Sohn bestreitet das und sagt, man habe ihn deshalb nie kontaktiert. Fakt ist, das Metzlorum mit der Blutspur ist weg und man wird es für diesen Fall niemals benutzen können.

 Und für etwa ein Jahr passiert nun gar nichts mehr. Natürlich spricht man in Skallen und Umgebung noch immer über den Fall und über ihnen, der in der Gegend schon lange als komischer Kaos bekannt ist. Aber die Region ist eben auch ein Heimathafen für allerlei schrullige Charaktere. Anderswo wäre ihr in Bailey vielleicht eine Hexenjagd ausgesetzt gewesen.

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Disclaimer: This story is fictional and created for entertainment purposes only. Any names, characters, places, or events are fictitious or used fictitiously. No real person or organization is intended to be portrayed.

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