Von Menschenhändlern verschleppt? | Der Fall Marilyn Bergeron T
Von Menschenhändlern verschleppt? | Der Fall Marilyn Bergeron

Jonathan macht sich Sorgen und zwar so richtig. Seit einiger Zeit wirkt seine gute Freundin Marilyn irgendwie anders als sonst. Eigentlich ist sie immer locker drauf und gut gelaunt, aber mittlerweile hat sie sich ziemlich zurückgezogen. Sie wirkt fast ängstlich und so kennt Jonathan Marilyn gar nicht.
Als Jonathan seine Freundin einmal besucht, spricht er sie darauf an. Er versucht herauszufinden, wie er ihr vielleicht helfen kann. Hofft, dass sie sich ihm vielleicht in einer vertrauten Atmosphäre öffnen kann. Als Jonathan das Gespräch sucht, beginnt Marilyn zu weinen. Sie sagt nur, dass etwas schreckliches passiert sei.
Sie können nicht darüber reden. Doch Jonathan ist es wichtig, seiner Freundin beizustehen. Er verspricht, sie könne über alles mit ihm reden. Er fragt, ob sie vielleicht von jemandem belästigt oder missbraucht worden sei. Doch Marilyn verneint. Sie sagt: “Nein, es ist schlimm. Du kannst dir nicht vorstellen, was passiert ist.
Zwei Monate nach diesem Gespräch verschwindet Marilyn und bis heute weiß niemand, was mit der jungen Frau geschehen ist. Es ist Ende 2007. Im Radio läuft gerade täglich der Song Vivala wieder von Coldplay rauf und runter. Im Kino laufen moderne Klassiker wie Juno und No Country for Old May. Und vor allem stehen die Weihnachtszeit und eine Menge Silvesterpys auf dem Plan.
Heute ist diese Zeit einer, an die sich viele nostalgisch zurückerinnern. Marilyn Bergeron ist damals allerdings nur wenig mit Kino besuchen oder Party beschäftigt. Die hat auch schon so genug um die Ohren. Im Thema Musik bleibt die 24-jährige aber auf dem Laufen. Sie arbeitet nämlich in ihrer Heimat Montreal in einem Instrumentengeschäft, Steves Music Storm.
Der Job passt für Marilyn perfekt. Musik bedeutet ihr alles, nicht nur als Fan, sondern auch als Künstlerin. Sie spielt seit ihrem zehnten Lebensjahr Gitarre und ist immer auf der Suche nach Leuten, mit denen sie jammen und vielleicht sogar eine Band gründen kann. Das war auch einer der Gründe für sie, weshalb sie mit Anfang 20 nach Montreal ziehen wollte.
In der kanadischen Großstadt gibt es eine ziemlich aktive Musikszene, in der Marilyn auch recht schnell gut vernetzt ist. Seit 2005 lebt sie dort in einer eigenen kleinen Wohnung. Neben dem Job im Musikgeschäft ist sie noch als freiberufliche Kamerafrau aktiv. So schön es in der Kreativbranche auch ist, scheint sie sich aber doch nach einem bürgerlichen Job zu sehen.
Zuletzt spielt die 24-Jährige mit dem Gedanken, sich zur Flugbegleiterin ausbilden zu lassen. Aber Marilyn ist noch jung. Sie hat noch mehr als genug Zeit, um sich ihre Träume zu erfüllen. Am 10. Dezember 2007 steht Mary Freund Jonathan bei ihr vor der Tür. An diesem Abend will Marilyn doch mal zusammen mit ihrem Kumpel ausgehen.
Als Jonathan reinkommt, ist allerdings alles andere als Partystimmung angesagt. In der Wohnung ist es komplett dunkel. Licht, Fernseher, Musikanlage, alles ist ausgeschaltet. Und Marilyn sitzt einfach nur da und schaut traurig in die Lehre. Jonathan nimmt sich vor, sie ein wenig aufzumuntern.
Doch als sie beiden abends eine Party besuchen, geht es Marilyn immer schlechter. Nicht körperlich, aber sie wird total ängstlich. Es wird so extrem, dass Jonathan sich dazu entscheidet, seine Freundin auf direktem Weg nach Hause zu bringen. Dort versucht er sich um sie zu kümmern, so gut es eben geht. Sobald die beiden in Mary Wohnung sind, beginnt die junge Frau heftig zu weinen.
Aber sie möchte Jonathan auf keinen Fall erzählen, was sie so sehr belastet. Er bleibt etwa drei oder vier Stunden bei ihr und versucht mit ihr zu sprechen. Marilyn hält dicht. Jonathan kann nicht an sie herankommen. Er fragt sogar, ob jemand ihr etwas angez, ob sie vielleicht einen Mord beobachtet hat oder sonst was. Man kann sich nur ansatzweise vorstellen, wie heftig Marilyn geweint haben muss, um Jonathan auf solche Gedanken zu bringen.
Aber die 24-jährige sagt nur: “Nein, es ist schlimmer. Joe, du kannst dir nicht vorstellen, was ich durchgemacht habe. Du kannst dir nicht vorstellen, was passiert ist.” Ihr Kumpel hat das Gefühl, dass Maron ihn vor etwas oder jemanden beschützen will und deshalb nichts sagt. Doch so sehr es auch versucht, wenn Mary nicht sagen kann oder möchte, was los ist, kann er ihr auch nur bedingt helfen.
Jonathan ist nicht die einzige Person in Mars Umfeld, die bemerkt, dass etwas nicht stimmt. Auch über die Weihnachtstage wirkt die 24-jährige bedrückt, als sie ihre Eltern für ein gemeinsames Essen und die Bescherung besucht. Zuerst denken sich ihre Eltern nicht allzu viel dabei. Sie sehen ihre Tochter nicht ständig und vielleicht hat Marilyn einfach einen schlechten Tag gehabt.
Doch im Monat darauf, im Januar 2008, meldet sie sich bei ihren Eltern. Sie vertraut sich ihrer Mutter am Telefon an, zumindest bis zu einem gewissen Grad. Sie sagt, sie habe Angst allein in Montreal zu wohnen. Sie fühlt sich in der Stadt nicht mehr wohl, das, obwohl sie dort ihre Wohnung, ihren Job und ihre Freunde hat.
Die Eltern machen sich daraufhin natürlich Sorgen und malen sich die schlimmsten Szenarien aus. Ihre Mutter fragt Marilyn, was los sei, ob es vielleicht Liebeskummer ist oder ob sie irgendwie in die Drogenszene abgerutscht sei oder irgendwelche Schulden habe. Das verneint die junge Frau alles. Als auch ihre Mutter sie fragt, ob sie Geschädigte eines Übergriffs geworden ist, beginnt Marilyn wieder zu weinen, sagt aber nichts weiter.
Nur dass sie einfach nicht mehr in Montreal sein möchte, weil sie an die falschen Leute geraten ist. Mehr ist leider nicht aus ihr herauszubekommen. Auch ihre Schwester Natalie kommt nicht an heran. Man sieht schon, es gibt durchaus Leute in Mary Umfeld, die versuchen ihr zu helfen, mit denen sie reden könnte. Aber irgendetwas hält Marilyn zurück.
Irgendetwas oder irgendjemand muss ihr zu dieser Zeit das Gefühl geben, dass sie sich niemanden anvertrauen kann. Wieder einen Monat später, am 10. Februar 2008, telefoniert Marilyn wieder mal mit ihrer Mutter. Erneut sagt sie, dass sie Angst habe, allein in ihrer Wohnung. Die Mutter bittet Sie eindringlich nach Hause zu kommen.
Die Eltern wohnen Quebec etwa 250 km von Montreal entfernt. Marilyn willigt ein und steigt noch am selben Abend in den Bus nach Hause. Sie verspricht ihrer Mutter ihr endlich alles zu erzählen, sobald sie da ist. Aber das tut sie nicht. Ihre Mutter bietet ihr an, mit ihr gemeinsam nach psychologischer Unterstützung zu schauen, aber auch darauf geht Mary nicht ein.
Ihre Eltern werden immer beunruhigte, aber wahrscheinlich beruhigt es sie erst einmal, dass ihre Tochter zu ihnen nach Hause gekommen ist. So können Sie wenigstens ein Auge auf sie behalten. Zweimal fährt Mary in dieser Woche noch zurück nach Montreal, um ihre Sachen zu holen. Zuletzt ist sie am 15.
Februar da mit ihren Eltern gemeinsam ihre Wohnung auszurüchen. Ab dem 16. Im Februar wohnt sie endgültig wieder bei ihren Eltern zu Hause. Innerhalb von nur 6 Tagen hat Marilyn also einen Blitzumzug hingelegt. In ihrem neuen Zuhause verbringt sie allerdings nicht einmal 24 Stunden, denn schon am nächsten Tag verschwindet Marilyn Bergeron für im Vormittag des 17.
Februar 2008 möchte Marilyn für einen Spaziergang durch Quebeck nutzen. Wie ihrer Eltern klingt diese Idee sicherlich nicht schlecht. Was auch immer mit der 24-jährigen los ist, sie braucht dringend Erholung und muss den Kopf frei bekommen. Eine Runde durch die alte neue Heimat ist das sicherlich nicht die schlechteste Idee. Marilyn zieht ihre dicke schwarze Jacke an und nimmt ihre Sonnenbrille mit.
Außerdem steckt sie ihre Kreditkarte ein, obwohl sie alles andere an Papieren zu Hause lässt. Sie sagt, sie wolle sich Zeit lassen, aber in ein paar Stunden zurück sein. Gegen 11 Uhr wird Marilyn an einem Bankautomaten gefüllt. Die Filiale ihrer Bank befindet sich in Loredville. Auf dem Bulle war de Lomier.
Sie muss direkt von zu Hause aus dorthinegangen sein. Sie schmeißt ihre Kreditkarte ein und möchte 60$ Bargeld abheben. Aber die Transaktion wird nicht gestattert. Als die Auszahlung verweigert wird, schaut Marilyn mehrfach vorsichtig über ihre linke Schulter. Dann macht sie Kertz. Wo sich Mary in den nächsten Stunden auffällt, konnte nie geklärt werden.
Vielleicht macht sie wirklich einfach ihren geplanten Spaziergang durch Quebeck. Sie muss dabei aber entweder in den nächsten Stunden wirklich konstant in Bewegung sein oder zwischendurch in eine Bahn oder einen Bus gestiegen sein. Denn um 16 Uhr ist sie auf einmal gut 20 km von ihrem Elternhaus entfernt.
Um 16:03 Uhr kauft sie mit ihrer Kreditkarte einen Kaffee in einer Filiale der Kette Kaffee Depot. Ein Spaziergänger kann im flachen Gelände durchaus so 4 bis 5 km pro Stunde gehen. Die Distanz geht theoretisch also schon auf. Das Mary zwischendurch die öffentlichen Verkehrsmittel genutzt hat, wirkt doch irgendwie wahrscheinlicher.
Oder vielleicht sogar ein Auto. Denn auch wenn es das Kaffeepot an der Stelle heute nicht mehr gibt und die Gegend sich etwas anders ausschaut, auf Google Maps sieht das Ganze nicht gerade spaziergängerfreundlich aus. wie so eine typische Ansammlung verschiedener Shoppingmöglichkeiten, wie man es aus den USA kennt.
Dementsprechend mit mehr Parkplätzen als Bürgersteigen oder Grünfläche drumherum. Immerhin gibt es aber neben den Parkplätzen noch eine Bushaltestelle in der Nähe. Vielleicht hat Marilyn die genutzt, um dorthinzufahren. Auch wenn da noch immer unklar wäre, was eigentlich ihr Ziel war. Kaffeepot gibt es damals an jeder Ecke.
Dafür hätte sie keine 20 km auf sich nehmen müssen. Der Kauf des Kaffees ist jedenfalls die letzte Transaktion, die über die Kreditkarte abgebucht wird. Danach verliert sich die Spur der Jungenfrau. Als Marilyn am Abend noch immer nicht von ihrem angeblichen Spaziergang zurück ist, alarmieren ihre Eltern sofort die Polizei.
Die Ermittler erfahren schnell von dem Besuch bei der Bank und später im Caffé. Zwar wird eine Suche nach Maryn gestartet, aber die verläuft ohne jeden Erfolg. Aus den Stunden werden Tage und schließlich Wochen dann Monate ohne jedes Lebenszeichen von Marilyn Burger. Allerdings klingt der Fall für die Ermittler nach einer traurigen, aber klaren Sache.
Eine junge Frau, die sich zuletzt offenbar in einer psychischen Ausnahmesituation befunden hat, verschwindet. Es klingt für die Polizisten danach, als hätte Marilyn Burger ihrem Leben freiwillig ein Ende gesetzt. Die Familie Burger ist sich ganz sicher, dass das ausgeschlossen werden kann und dafür gibt es auch gute Gründe. Zum einen erstmal, dass Marilyn offenbar vor irgendetwas oder irgendwem Montreal Angst gehabt hat.
Sie hatte offenbar genügend Lebenswillen, um deshalb von Montreal nach Quebec zurückzuziehen. Ihre Familie ist sicher, dass Mary niemals extra in die Heimat zurückgekehrt wäre, um sich dort das Leben zu nehmen. Das hätte sie der Familie nie angetan. Und dann ist er noch Mary wage Aussage, sie seien Monrealen die falschen Leute geraten.
Vor allem Marys Schwester Natalie entwickelt eine unheilvolle Theorie. Sie glaubt, dass ihre Schwester in einen Menschenhändlerin geraten ist und dass das alles schon Montreal angefangen hat, sie in Quebon von jemanden entführt wurde. Das würde dazu passen, dass es nah liegt, dass Maryn am Tag ihres Verschwindens nicht nur zu Fuß unterwegs war.
Entweder sie hat Bus und Bahn genutzt oder jemand hat sie in einem Auto mitgenommen. Sie selbst aber hatte keinen Zugriff auf einen PKW und ja auch ihren Führerschein gar nicht dabei. Auf dem Video aus der Bankfiliale fällt dem Kontext auch etwas auf. Maron schaut darauf ja immer wieder über ihre Schulter.

Das jetzt vielleicht auch nicht ungewöhnlich, wenn man halt gerade am Bankautomaten steht. Allerdings befindet sich in der Richtung, in die Mary da schaut, eine große Fensterfront und dahinter ein Parkplatz. So liegt die Theorie nah, dass vielleicht jemand in einem Auto auf diesem Parkplatz auf Mary gewartet hat.
Sie schaut ja auch zu keiner Sekunde zu dem Mann, der den Automaten neben ihr betret, sondern ausschließlich aus dem Fenster. Ein weiteres Puzzlil: Ihre Eltern können sich nicht daran erinnern, den Rucksack schon mal bei Marilyn gesehen zu haben, der auf dem Video auf ihren Schultern sitzt. Hat vielleicht jemand anderes Maryn diesen Rucksack gegeben? Er ist nur eine der dutzenden Fragen, die sich Mary Freunde und Familie bis heute stellen.
Mars Schwester Natalie gibt 2008 sogar ihren Job auf, damit sie sich erstmal auf die Suche nach ihrer Schwester konzentrieren kann. Sie kann natürlich kein Ersatz für ein vollwertiges Ermittlungsteam sein, aber sie gibt alles. Gemeinsam mit ihrem Mann läuft sie stundenlang durch Quebec, spricht Passanten an und zeigt ihnen Fotos von Merel.
Sie hängt Suchplakate auf und hält stets die Augen auf. immer in der Wahrzung, im nächsten Moment vielleicht endlich ihre geliebte Schwester zu finden. Als der Erfolg ausbleibt, fährt Natalie immer weiter. Nach Montreal, New Brunswick, Vancouver. In jeder größeren Stadt in Kanada sucht sie nach ihrer Schwester.
Sie richtet sogar ein eigenes Hilfetelefon mit einer Hotline für Hinweise ein. Weil die Polizei das selbst nicht macht, betreut die Familie die Hotline und nimmt jeden Hinweis persönlich entgegen. Die Vemz der Familie beeindruckt auch die Ermittler. Über die Jahre sind immer mal wieder verschiedene Polizeideen an dem Fall dran.
Dank des Einsatzes von Marils Umfeld wird die Akte zumindest nie ganz geschlossen und die Polizei geht vielversprechenden Hinweisen nach. Wahrscheinlich denkt ihr euch jetzt, wenn es Kameramaterial vom Geldautomaten gibt, dann doch sicher auch von anders vor, z.B. vom Caffé Depot, sodass man prüfen könnte, ob Marilyn allein oder in Begleitung dort gewesen ist.
Doch leider stellt die Polizei die Anfrage zu spät. Kaffés, Restaurants und Shops haben ihr Kameramaterial längst automatisch löschen lassen. Stattdessen muss man sich in diesem Fall auf andere Dinge verlassen, z.B. auf Zeugenaussagen. Und davon gibt es in diesem Fall vor allem eine, die für Gänsehaut sorgt. Fast zwei Jahre nach Marilyns Verschwinden, Dezember 2009, in der kanadischen Kleinstadt Hawksburry schläft das Ehepaar Saliko friedlich.
Da köpft es plötzlich mehrmals an ihrer Tür. Die beiden schrecken hoch. Es ist mitten in der Nacht, aber das Klopfen hört nicht auf. Die Selicus gehen zur Haustür und öffnen und sind ziemlich überrascht, als eine junge Frau vor ihnen steht. Sie ist allein und sieht völlig aufgelöst aus. Tränen laufen ihr über das Gesicht, zudem ist ihr Harz riefend nass, weil es draußen in Strömen regnet.
Obwohl tiefster Dezember ist, trägt sie nur eine leichte Jacke zu einem T-Shirt, Jeans und Highhe. Die Frau bittet darum, das Telefon des Epars benutzen zu dürfen. Für die beiden sieht das nicht nach einer perfiden Masche oder einem Trick aus, sondern einfach als brauche da jemand aufrichtig dringend Hilfe.
Also lassen die beiden die Frau rein und zeigen ihr das Festnetztelefon. Außerdem bringen sie ihr Handtücher, damit sie sich abtrocknen und etwas aufwärmen kann. Die Frau wählt eine Nummer, aber niemand geht ran. Die Frau versucht es kein weiteres Mal. Stattdessen fragt sie die Celicus noch nach der Richtung zur Chamberlin Street.
Die beiden kennen die Adresse. Ein ruhige Straße mit Einfamilienhäusern nur ein paar hundert Meter entfernt. Seepa bietet trotzdem sofort an, sie einfach mit dem Auto dorthinzufahren. Den beiden ist nicht wohl dabei, diese offensichtlich unruhige junge Frau mitten in der Nacht wieder in den Regen zu schicken. Aber die Fremde besteht darauf, dass sie laufen und auf gar keinen Fall zur Chamberlin Street hingefahren werden möchte.
Sie entschuldigt sich vielmals für die nächtliche Störung. Dann ist die Frau wieder in der Nacht verschwunden, genauso plötzlich wie sie aufgetaucht ist. Die Begegnung ist ziemlich bizarr, vor allem, weil die junge Frau eigentlich ganz normal gewirkt hat, sobald sie im Haus gewesen ist. Klar, sie hat geweint und wirkte verängstigt, aber sie war nicht high oder betrunken.
Da sind sich die Selicos sicher. Die haben die junge Frau nach dieser nächtlichen Begegnung nie wieder gesehen. Logisch, dass das Ehepauch Monate später noch an diesen bizarren Zwischenfall zurückdenkt und im Februar 2010 fällt es ihn wie Schuppen von den Augen. Im Fernsehen wird anlässlich des zweiten Jahrestags von Mary Burgeros Verschwinden ein Bericht über die vermisste Frau ausgestrahlt und die Selicos sind sich ganz sicher.
Das ist genau die Frau, die nur drei Monate zuvor nachts bei ihnen aufgekreuzt ist. Sie war zwar blond und nicht braunhaarig wie die Frau im Fernsehen, aber die Ähnlichkeit ist einfach zu stark. Sie melden die Sache sofort bei der Polizei. Wie sich herausstellt, hat Maron sich die Haare der Vergangenheit schon öfter blond gefärbt.
Und vor allem sind die Eheleute Seliko nicht die einzigen in Hawksberurry, die glauben, Marilyn nach ihrem Verschwinden dort gesehen zu haben. Noch bevor die Geschichte der Selicus veröffentlicht wird, melden sich mehrere Zeugen. Sie alle wollen Marilyn im vergangenen Jahr immer mal wieder in der Kleinstadt gesehen haben, meistens in Begleitung eines Mannes.
Die Anwohner hatten vermutet, dass die beiden einfach frisch nach Haogbury gezogen werden. Der Anwalt der Familie redet von insgesamt 20 glaubwürdigen Zips aus Hawksbury. Und das wäre eine riesige Sache. Wenn zumindest Teile der Sichtung wirklich stimmen, dann war Mary mindestens 22 Monate nach ihrem Verschwinden noch am Leben und ist es vielleicht auch heute noch.
Hawksbury ist eine Kleinstadt direkt am Ottawa River. Quebec, wo Marilyn zuletzt gewohnt hat, ist zwar knapp 350 km entfernt. Ihre vorletzte Heimat Montreal allerdings nur knapp 100 km. Alle drei Städte liegen entlang des Wasserlaufs, zu dem auch der Ottawa River gehört. Ihre Familie glaubt daran, dass die Sichtung aus Hawksberry glaubwürdig sind und sie befürchten, dass das bedeutet, dass Marilyn in der Klemme steckt, dass irgendjemand sie dorthinebracht hat, weshalb auch immer.
Vielleicht hat es wirklich etwas damit zu tun, was Maryn vor ihrem Verschwinden in Montreal erlebt hat, mit dem was ihr so Angst gemacht hat. Gegenüber ihrem Freund Jonathan hat sie gesagt, es sei schlimmer als eine Vergewaltigung oder das Beobachten eines Mordes. Bleibt die Frage, was könnte schlimmer sein? Hat jemand Maryn zu Dingen gezwungen, über die sie nicht sprechen konnte? Hat vielleicht jemand damit gedroht, ihrem Umfeld etwas anzutun? Sollte sie mit jemanden über ihr Geheimnis sprechen? Mar selbst soll gesagt haben, sie sein
Montreal an die falschen Leute geraten und leider machen die Indizien in diesem Fall auch genau diesen Eindruck. Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber es passt hier echt viel zu der Theorie, dass Marilyn in Dinge reingeraten ist, die gefährlich waren und dass sie deshalb verschwunden ist. Die Angst in Montzreal, der überstürzte Umzug nach Quebeck, das Überwachungsvideo vom Bankautomaten.
Der letzte Einkauf 20 km von ihrem vorigen Aufenthaltsort entfernt, obwohl sie selbst kein Auto hatte. und natürlich die mysteriösen Sichtungen Hawksbury. Was glaubt ihr, was mit Mary Burger geschehen ist? Was könnte ihr so eine Angst gemacht haben? Bis heute wissen ihre Familie und Freunde nicht, was im Februar 2008 mit Mary Burger geschehen ist.
Es gibt die Hoffnung, dass sie vielleicht einfach einen Neuanfangen wollte, dass sie es irgendwie geschafft hat, sich von dem zu lösen, was sie in Montreal so Angst gemacht hat und dass sie jetzt irgendwo irgendwie ein ganz neues Leben lebt. Wenn dem so ist, würde ihre Familie das sofort akzeptieren, aber sie wünschen sich wenigstens ein Lebenszeichen und am allermeisten natürlich, dass Marilyn irgendwann doch wieder nach Hause kommt.
Heute steht in Mary Zimmer in ihrem Elternhaus in Quebec eine schwarze Kiste. darin sind feinsäuberlich eingepackte Weihnachtsgeschenke. Marin hat keins davon je öffnen können. Trotzdem kaufen ihre Eltern seit ihrem Verschwinden 2008 in jedem Jahr ein Geschenk für ihre Tochter. Sie packen es in Weihnachtspapier ein, dekorieren es mit Schleifen und legen es in die Kiste zu den anderen unangetasteten Päckchen.
Sie sind sich ganz sicher, dass Marilyn eines Tages nach Hause kommen und die Familie wieder zusammen Weihnachten feiern wird, dass sie dann mit Marilyn unter dem Baum sitzen und ihr dabei zuschauen können, wie sie all die Geschenke aus den vergangenen Jahren nachholt. Ihre Familie ist seit inzwischen 18 Jahren rund um die Uhr bereit, ihre Tochter im nächsten Moment abzuholen. Zu Hause ist alles bereit.
Marin Zimmer ist unverändert. Ihre Kleidung liegt gefaltet in den Schränken. Ihr Bett ist bezogen. Nur Marilyn selbst fehlt. Ich bin total gespannt darauf, eure Theorie in den Kommentaren zu lesen. Glaubt ihr dem ersten Instinkt der Polizei, dass Mary einer Krise war und allem freiwillig ein Ende gesetzt hat? Oder sind das alles für euch auch einfach viel zu viele Merkwürdigkeiten, um nicht von einem Verbrechen auszugehen? Wenn ja, was könnte hier geschehen sein? Ich bin gespannt auf eure Gedanken.
Ganz nebenbei ist ein Kommentar ein wertvoller Support für den Channel. Wenn ihr mögt, lasst also ein paar Worte da. Lik vielleicht das Video oder abonniert den Kanal. Und wenn ihr das alles schon erledigt habt, schaut gerne mal in der Buchhandlung eurer Wahl nach dem Insolitobuch. Dann nehme ich euch mit durch spannende Fälle, die es hier auf YouTube nicht geben wird.
Unter anderem geht es um das Monster von Tenifa, einer der rätselhaftesten Mordfälle Englands und den LA Nightstock. Vielen Dank für euren Supports und bis zum nächsten Mal. Ach so, fast vergessen. Abonniert mich auch gerne bei Patrick. Da bekommt ihr die Videos 24 Stunden früher ohne Zensur und ohne Werbe.
Den Link dazu findet ihr in der Infobox. So, jetzt aber wirklich bis zum nächsten Video. Ciao Leute.